zu ermitteln gewesen ist. Die Lampe wurde etwa Mitte Juli aus einem Personenkraftwagen, der vermutlich in der Kaplansgasse stand, von einem 7 Jahre alten Jungen entwendet. Eigentumsbereck- tlgte werden gebeten, ihre Ansprüche bei der hiesi- gen Kriminalpolizeistelle. Zimmer 67, geltend zu machen.
Der wegen Erpressung vom Amtsanwalt in Reinheim zur Festnahme ausgeschriebene Johann Emst Reifschneider aus Wolfenborn wurde in unserer Stadt festgenommen und dem Amtsgericht Gießen zugeführt.
Taten für Sonntag, la.Cttober.
70 v. Ehr.: der römische Dichter Publius D. Maro Virgilius in Andes bei Mantua geboren; — 1804: der Maler Wilhelm von Kaulbach in Arolsen geboren; — 1844: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Rocken bei Lützen geboren.
Vorno Uzen.
— Tageskalender für Samstag. Stadttheater: 16 bis 18.30 Uhr. „Die Hermannsschlacht". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Moral und Liebe" mit Eamilla Horn. Grete Mosheim. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Die letzten Tage von Pompeji".
— Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 19.30 bis 22 Uhr. ..Schwarzwaldmadel". — Handwerks-Werbewoche: 9.30 Uhr. Feftaottes- dienst in der Dolkshalle: 14 Uhr. Festzug; 20 Uhr. Festabend in der Bolkshalle. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: 11.15 Uhr. ,Zalu"; ab 15 Uhr „Moral und Liebe". — Astoria-Lichtspiele. Selters- weg: „Die letzten Tage von Pompeji". — Deutscher Verband für psychische Hygiene: 11 Uhr, Hörsaal der Neroenklinik. Am Steg 18, öffentlicher Vortrag über Landarbeit und Kopfarbeit". — Bauerscher Gesangverein: 20 Uhr, Gewerkschaftshaus, Familienabend. — Bienenzüchteroerein: 15 Uhr, bei Kraft, Versammlung.
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 16 Uhr, Schüleroorstellung: „Die Hermannschlacht". Ende 18.30 Uhr. — Morgen, Sonntag, zum letzten Male die Operette: „Schwarzwaldmädel". Soielleitung Paul W r e d e. In der Rolle der Bärbele die Nachfolaerin von Wefel Beling Frl. Erna Renz. Die Vorstellung ist endgültig zum letztenmal, daher außer Abonnement und zu kleinen Operetten-Preisen von 0,50 bis 2,50 Mark. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Dienstag, 17. Oktober, 20 Uhr, dritte Vorstellung im Dienstag-Abonnement: „Die Freundin eines großen Mannes" von Möller und Lorenz. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Mittwoch, 18. Oktober, Erstaufführung des Schauspiels: „Am Himmel Europas" von Schwenzen- Malina, Spielleitung: Anton Neuhaus. Dritte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 19.30 bis 22 Uhr. — Frei- tag, 20. Oktober, dritte Vorstellung im Freitag- Abonnement „Die Hermannsschlacht ; Spielleitung Intendant Hanns König. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. — Vielfachen Anregungen aus Kreisen der Theaterbesucher ent- sprechend hat die Intendanz die „Vier Nachrichter" mit ihrem Ensemble für Sonntag, 22. Oktober, zu einem nochmaligen Wiederholungsgastspiel Der- § stichlet. Zur Aufführung gelangt das Stück mit iusik in 9 Bildern: „Der Esel ist los" nach dem Altgriechischen des Plagiates. Das Gastspiel ist außer Abonnement und zu kleinen Operetten- Preisen von 0,50 bis 2,50 Mark.
Gicstcncr Wochen Marktpreise.
* Gießen, 14. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 Mark, Kochbutter 1,— bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 7 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Weißkraut, das Pfund 5 bis 8 Pf., der Zentner 3,50 Mark, Rotkraut das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Gelbe Rüben das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Unterkohlrabi 6 bis 8, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 15 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 25, Kürbis 6, Pilze 30, Kartoffeln, das Pfund 3H Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Preißelbeeren, das Pfund 30 Pf., Aepfel 10 bis 18, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 12 bis 15, Honig 40 bis 50, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 70, Gänse 70, Tauben, das Stück 40 bis 60, Nüsse, das Pfund 40 bis 60, Blumenkohl, das Stück 5 bis 40, Salat 10 bis 15, Salat- gurten 10 bis 25, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.
Univerfitätspersonalie. Wie wir soeben erfahren, hat Pros. Dr. Karl Engisch von der hessischen Landesuniversttät in Gießen einen .nuf auf den Lehrstuhl für Strafrecht an der Universität Marburg erhalten.
•• Bortrag von Geheimrat Pros. Dr. Sommer. Besucher der „Braunen Messe" werden auf den Vortrag über „Handarbeit und Kopfarbeit" am morgigen Sonntag um 11 Uhr in dem Hörsaal ber Nervenklinik hingewiesen
. J8'„juchszeiten der Museen. Das Ober- hessische Museum (Altes Schloß), das Völkermuseum sowie das Kriegsmuseum (Neues Schloß) sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.
•• Umtauschrecht der S t a d 11 h e a t e r - Abonnenten. Für die Abonnenten des Stadt- theaters Gießen besteht die Möglichkeit, im Ver- hmderungsfalle nichtbesuchte Vorstellungen gegen einen Gutschein gutschreiden zu lassen. Die Inten- banj macht leboch darauf aufmerksam, daß die Kasse nur bis 13 Uhr des jeweiligen Vorstellungs- tage» Meldungen über den Nichtbesuch von Abonnement».Vorstellungen entgegennimmt. Später vor-
h )leu ®unI<5,e. werden in Zukunft auf keinen Fall mehr berücksichtigt.
*e Der nächste Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 17. Oktober, der nächste schweinemarkt am Mittwoch, 1. November, statt, «uf tue heutige Bekanntmachung sei besonders auf- merksam gemad)t. 1
•• Zusammenschluß der Dersiche- rungs-vertreter. Don unterrichteter Seite wird uns mitgeteilt, daß der Reichsbund deutscher Versicherungsvertreter zur Zeit damit beschäftigt ist für die hauptberuflich tätigen Versicherungsvertreter eine Stanbesoertretung als Körperschaft öffentlich, rechtlichen Charakters zu schaffen, um dadurch den bis jetzt Im argen liegenden Belangen der deutschen Verstcherungsvertreter eine würdigere Basis zu schaffen. U n. wird als erstes eine Konzefsionspflichi für die Versicherungsvertreter ins Auge gefaßt und vieles andere mehr. Für jeden hauptberuflich tätigen Versicherungsvertreter ist es jetzt unerläßliche Pflicht, sich dem RVV schnellmöaiichst anzugliedern, denn wer jetzt nicht mitkämpst, darf aus dem Siege keine Rechte für sich ableiten, und fein Betseileschieben
dürste die DerzichlleistunS auf Konzesston.wleauf die übrigen erstrebten Standeseinrichtungen genügend zum Ausdruck gebracht haben. Am nach'ten Mittwoch soll in Gießen eine Denammlung der Pep. sicherungsverlreter stattfmden (siehe heutige An- ,eÄe)Der .Hubertus" Verein weidge- rechter Jäger, Sitz Gießen, hielt - wie man uns berichtet - am vergangenen Mittwoch feine gut besucht Oktoberversammlung im ,Hess, chen fiof" ab Nach Erledigung von Neuaufnahmen teilte der Vorsitzende mit, daß in diesem Winter wieder em Wanderoortrag des Institutes für Jagdkunde dem der Verein angeschlossen ist, ftattf.nben roirb. Er erstattete ferner den Bericht über Verlauf und Ergebnis der Jubiläumsgebrauchsprusung, die am 29. und 30. September zusammen mit Gau Hetzen des Vereins Deutsch Drahthaar veranstaltet wurde. Es konnten dabei ganz hervorragende Ergebnisse fest- gestellt werden, wobei besonders erfreulich ift, daß di« Gebrauchshundezucht unseres einheimischen Gebietes an der Spitze marschiert. Mit 299 Punkten (von 308 überhaupt erreichbaren) errang den la- Preis „Eiko vom Geyerstein" D. D. (Hart m a n n, Beilstein,Westerwald). Es folgte Jtlaus II 0. Hama D. D. (Hegemeister i. R. Mannß, Krofdorf) mit 293 Punkten. (Dieser brave Rüde errang 14 Tage später in Fulda den la-Preis mit 308 Punkten, also einer ganz hervorragenden Leistung, die seither nur ganz vereinzelt erreicht worden ist!). Mit 281 Punkten errangen weiter hohe erste Preise: „3utta von Haina" (Hegemeister Mannß), und „Rex vom Hüttenberg" (Hauptlehrer Frölich Lützellinden). Der Zwinger des Vorsitzenden beider Vereine stellte
In J)era" (Dutenhofen, den Träger eines ersten, in ,Hupp" (Dutenhofen) eines dritten Preises (in Fulda 1. Preis). Aus der Zucht des Reoierförsters Metzler (Dünsberg) trug „Waldo vom Dünsberg" den Ila-Preis davon, während „Stoffe von Krofdorf" (Wilhelm Fries, Krofdorf) den Ild-Preis errang. Diese außerordentlich guten Ergebnisse waren der Lohn dafür, daß der Verein Hubertus buchstäblich vom ersten Tage seines Bestehens an im Rahmen des Verbandes zur Prüfung von Gebrauchshundcn zur Jagd sich für den deutschen Gebrauchshund ein- setzte und auch in finanziell schweren Zeiten unter hohen Opfern Prüfungssuche veranstaltete, um das wertvolle Material herauszusuchen und zum Aufbau einer wirklichen Leistungszucht zu verwenden. So wurde die Iubiläumssuche auch ihrem Namen in ihren Ergebnissen gerecht. Das Wertvollste daran aber ist, daß unsere einheimischen Züchter jederzeit der Lage sind, dem einheimischen Weidmann den Hund zu liefern, der den wirklich weidgerechten Säger erst kennzeichnet, den deutschen Gebrauchshund. — Die Hubertusfeier findet am 4. November im Hotel „Hindenburg" statt. Es wird lebhaft Klage über die außerordentlich niedrigen Wildpreise geführt, die mit der Höhe der Pachten, der Steuern und der Munitionspreise nicht in Einklang zu brin- aen sind. Sie enthalten die Gefahr, daß unter Umständen in manchen Revieren mehr abgeschosien wird als sich mit einer osleglichen Behandlung verein- baren läßt. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprach der Vorsitzende, Aug. Pascoe (Dutenhofen), über ,Herbstjagd", woran sich ein reger Meinungsund Erfahrungsaustausch anschloß.
Das Programm zum Reichshandwerkertag in Gießen.
Der morgige Reichshandwerkertag bringt in unserer Stadt folgendes Programm:
Oer Zestgotteeldienst.
Von 9.30 bis 10.30 Uhr findet in ber Volks- Halle ein Festgottesdienst statt, bei dem Pfarrer Müller (Gießen) die Predigt halten wird. Im Anschluß daran werden die Fahnen des Handwerks geweiht. Die Weiherede hält der Präsident der Hessischen Handwerkskammer, Pg. M ü 11 e r (Darmstadt). Im weiteren Verlaufe dieser Veranstaltung werden nach einer Ansprache des Handwerkskammerpräsidenten Müller (Darmstadt) die Meisterbriefe durch den Kreis-Hago-Führer Neumann (Schotten) überreicht.
Zum Jeflgottesbienft marschieren die einzelnen
Innungen mit ihren Fahnen geschlossen zur Dolkshalle.
Oer Kestzug.
Um 13.30 Uhr erfolgt die Aufstellung ber Fest- mag en im Wetzlarer Weg bzw. in ben Seitenstraßen. Um 13.45 Uhr formiert sich dort ber Fest- zug und marschiert um 14 Uhr ab. Der Festzug wird sich durch folgende Straften bewegen: Frankfurter Straße, Alicenstraße, Ludwigstrahe, Ludwigs- platz (hier wendet ber Festzug und marschiert durch die Ludwigstrahe zurück, damit auch den Festzugs- teilnehmern Gelegenheit gegeben ist, ben Zug zu
sehen), Ludwigsfrafte, Bleichstraße, Hindenburawall, ©artenftrafte, Neuen Bäue, Sonnenstraße, Land- graf-Philipp-Platz, Hillerwall, Walltorstraße, Kir- chenplatz, Schulstrafte, Sonnenstraße, Kreuzplatz, Seltersweg, Horst-Wessel-Wall, Bahnhofstraße, Neu- stabt zum Oswclldsgarten, wo sich ber Zug auflöst.
Oer Festabend.
Um 20 Uhr wird in ber Vol kshalle ein Festabend abgehalten. Schriftleiter und Gauredner Dr. Röder (Gießen) und der Vorsitzende des Gewerbevereins Gießen, Bäckerobermeister L 0 e - ber, werden Ansprachen halten. Der musikalische Teil des Abends wird von der SA.-Kapelle unter Leitung von Pg. N i e b e r g a 11 bestritten. Die vereinigten Männerchöre werden unter ber Leitung von Gauchormeister H. Blaß verschiedene Lieder zum Vortrag bringen. Der Intendant des Stadttheaters, Hanns König, bringt mit Mitgliedern des Ensembles des Stadttheaters einige Überraschungen. Der Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) hat ebenfalls seine Mitwirkung zugesagt und wird mit verschiedenen seiner Dialektdichtunaen und mit Volkstänzen einer Trachtengruppe aus ber Kirchhainer Gegend zur Bereicherung bes Abends beitragen. Die Bodenturner-Riege des Bataillons wird neuzeitliches Bodenturnen zeigen. Das Programm des Abends verspricht einige sehr unterhaltsame Stunden.
Oie Arbeiter des graphischen Gewerbes und der neue Staat.
Im Saale des Gewerkschaftshauses zu Gießen fand gestern abend eine von Männern und Frauen des graphischen Gewerbes in Gießen und Umgegend stark besuchte Versammlung statt, die von dem stellvertretenden Kreisleiter K r e u d e r (Gießen) geleitet wurde. Als erster Redner sprach
Äezirksleiter May-Frankfurt a. M.
Er wies zunächst auf die Uebernahme der Gewerkschaften durch die NSBO. am 2. Mai hin. Im Verwaltungsbereich der graphischen Verbände des Bezirks Frankfurt a. M. habe man wohl eine mustergültig aufgezogene Organisation übernommen, bei der Einsichtnahme in die Verwaltungsarbeit habe sich aber manches herausgestellt, das im Interesse ber Arbeiterschaft nicht gelegen sei. Die früheren Führer wären mit den Arbeitergroschen nicht so verfahren, wie es hätte sein müssen. Deshalb sei in Frankfurt der ganze stühere Verwal- tungskörper der graphischen Verbände beseitigt worben. Man habe Ausgabeposten oorgefunben, die eine grobe Vergeudung der Arbeitergroschen darstellten.
U. a. Hobe man Ausgaben für fiaffeegefeU- schaflen. Torten, Aepselweinzechen ufro. in den Büchern der Derbönde verzeichnet gefunden. Jene Leute in der Derbandsführung hätten mit dem vertrauen der Arbeiterschaft Schindluder getrieben. Gaufunktionäre der früheren Ber- roaltung j. B. hätten aus zwei verschiedenen Positionen ihre Gehälter bezogen, die sich monatlich auf 800 Mark und mehr beliefen. Dazu hätten sie noch feste Reisespesenfähe erhallen.
Auf einen Zuruf aus ber Versammlung bemerkte der Redner: „Das waren Buchdrucker." Auch bei der Spesenberechnung hätten die früheren Führer nicht so gewirtschaftet, wie sie es hätten verantworten können. Die neue Führung des Verbandes ver- walte ihre Aemter so, daß sie jederzeit zufrieden- stellende Rechenschaft ablegen könne. Sie sei nicht um ihrer selbst willen gekommen, sondern um zu retten, was im Interesse der Arbeiterschaft noch zu retten war. Die neue Verwaltung erfolge nach dem Führerprinzip. Der Redner wies sodann mit Genugtuung auf den von der neuen Führung vorge- nommenen Zusammenschluß aller graphischen Ar- beitnebmerorganifationen in einen einzigen Verband hin und betonte dabei, daß bas früher nicht möglich gewesen sei, well damals die Beibehaltung der einzelnen Verbandsoosten ausschlaggebend war. Er verurteilte bann die frühere Art der Tarif- kämpse um viertel, halbe ober ganze Pfennige unb verkündete bas Bestreben der neuen Führer, dem Arbeiter einen Lohn, nicht aufgezogen auf Shin- denlahnen, sondern auf ber Basis eines Wochen- lohne», zu verschaffen, der ein anständiges Dasein der Familie ermögliche.
Wetter wie, er auf die Wichtigkeit einer gemeinsamen Front ber deutschen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Interesse de, deutschen Bolte» bin unb erbat für die neuen Führer ba» gleiche [ B erfreu en. rote es von der Arbeiterschaft ftühcr den damaligen Führern entgegengebracht wurde.
Die neue Führung werde den Verband nach bestem Wissen und Gewissen unter Einsatz ihrer ganzen Kraft verwalten. Er erbat ferner die Unter- tützung der Führer durch alle Verbandsmitglieder, orderte die Eingliederung aller Unorganisierten in >en Verband und rief auf zum Zusammenstehen und zur gegenteiligen Hilfe Im Interesse aller Arbeitskameraden. (Beifall.)
Bezirksorganisationsleiter Hermanns-Frankfurt
bat die Arbeitskameraden und -famerabinnen, die Organisation zum Besten aller Berufsangehörigen weiter zu stärken. Er wies dann auf die Kämpfe hin, die von den alten Gewerkschaftern seit den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts um die Interessen und den Zusammenschluß aller Arbeiter geführt wurden und erklärte hierzu: .Leine sechs Wochen hat es gedauert und das, wofür wir 60 Jahre lang vergeblich gekämpft hatten, war von uns fertiggebracht."
Für den Niederbruch und die schlechte Lage der Arbetterschasl machte er die früheren Führer der Gewerkschaften als Schuldige verantwortlich, weil diese Führer vergessen hatten, bah sie auch aus dem Arbeilerstanbe hervorgegangen waren. Als Bdfpiel bafür wies er auf den früheren sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer C e I - pari hin, der sich ein monatliches Gehalt von 3200 Mark verschaffte, dazu monatlich 400 Mark Landtagsdiäten unb außerdem noch 25 Mark täglich Anwesenheitsgelder bei den Landtags- fihungen bezog.
Dieser Mann hatte ebenfalls vergessen, daß er einst Arbeiter gewesen war. Vor einem Mann, der so handelt, könne der Arbeiter keine Achtung haben. Die neue Führung stehe dagegen auf dem Stand- vunkt, daß sie für die Arbeiter da sind unb nicht die Arbeiter für sie. Er begrüßte sodann, daß jetzt ein Mann an der Spitze der Regierung fei, der, auch aus dem Arbeiterstande hervorgegangen, die Nöte und Sorgen des Arbeiters aus eigener Anschauung kenne. Zu diesem Mann, dem Führer Adolf Hitler, könnten die Arbeiter Vertrauen haben. (Lebhafter Beifall.)
Gauredner Sch ster Frankfurt a. M. sprach hierauf über das Thema „Der Arbeiter Im neuen Staat". Er wies zunächst auf die Zusammenfassung der deutschen Arbeiter in der Deutschen Arbeitsfront hin und betonte dabei, daß die Gewerkschaften für die unter dem Schutze des Hakenkreuzes zusammentzeschlossenen deutschen Arbeiter ein sicherer Hort seien. Es sei bas Große, bas jeden Einzelnen beseelen müsse, daß endlich der Tag komme, an dem jeder deutsche Arbeiter sein Bekenntnis zum deutschen Volke wieder errungen habe. Dem deutschen Arbeiter müsse der Glaube an sich selbst unb die Ueberzeugung wiedergegeben werben, daß er genau so viel wert sei wie ein Prinzensohn
3m nationalsozialistischen Staat werde ber benl- sche Mensch nur gewertet nach seiner Arbeitsleistung unb nach feinem deutschen Eharakler.
Oentt an die „Stiftung für Opfer der Arbeit"!
Einzahlungen an Reichskrcdttgcftllfchaft vertta W 8, vehrensstraße 21 22, sowie auf deren Reichsbankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung: „Stiftung für Opfer der Arbeit".
Der einfache deutsche Arbeiter sei unbedingt mehr wert, als ein ausländischer König, den man in den Jahren der angeblichen sozialen Revolution mit allen Ehren empfangen und gefeiert habe. Der deutsche Arbeiter wolle frei sein auf dieser Erde, jeder Bruder und jede Schwester deutschen Blutes müsse das Recht haben, als Mensch leben zu können. Um diese Freiheit au erringen, sei es aber notwendig, einen neuen deutschenMen- schen zu formen, der die Weltanschauung des Nationalsozialismus begreife. Adolf Hitler habe uns diese Weltanschauung gegeben, und er wolle auch dem deutschen Arbeiter das Selbstbewußtsein wieder verschaffen und ihm die Erkenntnis geben, daß er ein anderes Recht auf das Leben habe, wie die Hottentotten unb Neger.
Der Redner nahm sodann unter kurzer Formulierung der Grundlagen der nationalsozialistischen Wettanschauuna Stellung gegen das Judentum unb die Parasiten der Arbeit, die bisher den deutschen Arbeiter zu einem willenlosen Subjekt der internationalen Hochfinanz herabwürdigten.
3m nationalsozialistischen Staat dagegen stehe an erster Stelle der deutsche Mensch, ber Nationalsozialist. Alle seien Nationalsozialisten, die die Stimme bes deutschen Blutes und die Ber- bundenheit mit ber Heimat anerkennen.
Der Nationalsozialismus fei besonders darum bemüht, den bisher in die Irre gegangenen deutschen Arbeiter wieder in die deutsche Volksgemeinschaft zurückzuholen. Denn leben sei nur möglich in der Gemeinschaft, diese aber sei nur ein Leben im Opfern für bi: Gesamtheit. Der Redner erinnerte sodann an den deutschen Front- g e i ft von 1914, der auch den einfachen deutschen Arbeiter getrieben habe, mit aller Hingabe die deutsche Heimat zu schützen. Jener Front- g e i st sei der wahre deutsche Sozialismus, der alle Kameraden verbinde, die eines Blutes seien. Dieser Sozialismus müsse wieder zur Vollendung gebracht werden. Der Wea dahin gehe- über Opfern unb Dienen, und Dienen sei die höchste Ehre.derer, die nicht den Geist des Anspruchs predigen, sondern den Geist der Volksgemeinschaft und der Opfer freudig ke i t in den Mittelpunkt stellen. Jeder deutsche Mensch müsse klar erkennen, daß alle deutschen Brüder und Schwestern zusammengehören. Deshalb wolle auch der Nationalsozialismus die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in der großen deutschen Gemeinschaft zusammenführen. In den Betrieben müsse es auf- hören, daß s i ch die Menschen mit Haß gegenüber ft eben, denn sie alle eine die Schicksalsverbundenheit des deutschen Volkes.
3m neuen Deutschland habe jeder als Bekenntnis das Deutschlandlied zu singen. Wer glaube, die Internationale fingen zu können, der solle dahin gehen, wo ber Pfeffer wachse unb wo die „glorreiche" Sowjetrepublik existiere. Wir müßten erkennen, bah wir alle Brüder und Schwestern eines Bolkes feien, daß der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber ehrlich die Hand reiche zu treuer Gefolgschaft. Der Arbeitgeber im nationalsozialistischen Staate müsse aber seiner Gefolgschaft ein leuchtendes Beispiel sein im Sinne des Nationalsozialismus: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
Künftig dürfe es nur noch dendeutschen Menschen geben; der Einzelne bedeute nichts, das deutsche Volk bedeute alles. Wenn jetzt das neue Reich aufgebaut werde, in dem sich auch der deutsche Arbeiter als Mitgründer heimisch fühlen solle, io müsse unser Volk zurückkehren zu der alten Einfach- heit und der völkischen Blutsverbundenheit und handeln nach dem Grundsatz Adolf Hitlers: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Nur auf der Grundlage der deutschen blutsmäßigen Volksgemeinschaft sei die Rettung unseres Volkes möglich. Alle deutschen Volksgenossen müßten sich die Hand reichen zur gemeinschaftlichen Arbeit an dem großen Ziele:
3n ber Vergangenheit Deutschland, In der Zukunft immer nur Deutschland!
Dann werde jenes große heiligeReich deutscher Nation erstehen, das der Baumeister Adolf Hitler errichte und bei dem alle deutschen Volksgenossen Mitarbeiten müßten. (Langanhaltender lebhafter Beifall.)
Anschließend folgte ber gemeinsame Gesang des ersten Verses des Deutschlandliedes. Der Versammlungsleiter flreuber brachte sodann dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Führer unb Volks- kanzler Adolf Hitler aus, in die die Versammlung lebhaft einstimmte.
Strafkammer Gießen.
Ein Mann aus Saasen wurde seinerzeit vom Amtsgericht in Grünberg wegen Beleidigung unb Nötigung zu 30 RM. Geldstrafe evtl, sechs Tagen Gefängnis verurteilt. Die gestrige Berufungsoer» Handlung ergab, daß der Angeklagte den bei seinem Vater mit Pfändung beauftragten Gerichtsvollzieher persönlich beleidigte und ihm den Zutritt zum hau» verwehrte, indem er die Tür verschloß. Nachdem der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 50 RM. beantragte, erkannte das Gericht auf sechsTage Ge- f ä n g n i s. Von der Nötigung wurde der Angeklagte freigesprochen. Die Kosten fallen ihm zur Last.
In einer Prioatklage des Landwirts R.L. von Geiß-Nidda gegen den dort wohnenden Landwirt W. ft. verurteilte das Amtsgericht Nidda den Angeklagten K. zu 6 0 R M. Geldstrafe, Hilfsweise 12 Tagen Gefänanis. Gegen dieses Urteil legte ber Angeklagte Berufung ein, die insofern von Erfolg gekrönt war, als die zweite Instanz die Geld- strafe auf 5 RM. herabsetzte. Der Angeklagte, ber das Amt eines Zellenleiters versieht, sollte die Ehefrau L- insofern beleidigt haben, als er ihr anläßlich einer Versammlung der Molkereigenostenschaft Hungen zum Vorwurf machte, trotz des seinerzeit von der Reichsregierung angeregten Boykotts bei einem Juden ihre Einkäufe gemacht zu haben. Das Gericht hielt in Anbetracht dessen, daß er gewissermaßen auf höheren Befehl handelte, ander- setts aber nicht erwiesen war, daß die L. an dem 1 fraglichen Tag wirklich etwas bei dem Juden ein» kaufte, die obige Strafe als ausreichende Sühn«.


