Ausgabe 
14.6.1933 Frühausgabe
 
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Nr M Keübaussabe

183. Jahrgang

Mittwoch. 14. Juni 1933

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An­zeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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beginn der Generaldebatte

London, 13. Juni. (WTB.) Die Sitzung Der Weltwirtschaftskonferenz begann heute mit einer Ver­mahnung des Präsidenten, Premierminister M a c donald, an einige säumige Delegierte, die sich frivolerweise zum Sitzungsbeginn verspätet hatten Er bat sie, sich in Zukunft größerer Punkt- lichkeit zu befleißigen. Dann machte er M>t- teilung von den Beschlüssen, die das Bureau der Konferenz gestern gefaßt hat. Auch in ihnen tritt der Wunsck) zutage, die Verhandlungen sich nicht ins Uferlose verlaufen zu lassen

Oer französische Ministerpräsident Oaladier

wies dann als erster besonders aus die Not der Landwirtschaft hin, auf die verfehlte Kre­ditpolitik nach dem Kriege und die InsIa - tion und machte dann folgende Borschläge Zuerst müsse dem Währungskrieg ein Ende gesetzt werden. Die Wiederaufrichtuna der Freiheit der Goldbewegung sei unvermeidli^. Es sei unmöglich, den Warenumlauf wieder zu beleben und dauerhafte Handelsabkommen abzuschließen, wenn der Wert­messer von den Launen und dem Zufall abhange. 2. Es müßten kontrollierte Vertrüge zwischen den Produzenten abgeschlossen werden, um ihre Bemühungen rationell zu gestalten bzw genau den Bedürfnissen des Verbrauchs anzupassen. Solche Abkommen seien bereits zwischen verschiedenen na­tionalen Industrien für wichtiae Produkte, Erze, chemitalische Erzeugnisse und andere abgeschlossen. Diese Methode müsse verallgemeinert und auf die hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Er­zeugnisse ausgedehnt werden. 3. Gleichzeitig müsse eine große Bemühung zur Organisie­rung der Arbeit erfolgen, und zwar in erster Linie durch die 40 - Stunden - Woche und 4. die Durchführung großer öffentlicher Arbei­ten, wobei Daladier auf das von der Internatio­nalen Arbeitskonferenz herausgegevene Programm hinwies.

Oer italienische Finanzminister Jung

leitete feine Rede damit ein, daß die Aussprache mit dem Geist der Wirklichkeit erfüllt sein müßte, der die Handlungen der faschistischen Regierung be­seele. Er unterstützte dann die Auffassung Macdo­nalds, daß die Kriegsschuldensrage gelöst werden müsse und wandte sich gegen die Gefah­ren der unstabilen Währungen. Arbeits- losigkeit ließe sich kaum allein durch linanzielle Maß. nahmen beheben, wobei er seine Zweifel an dem Wert einer Kreditinflation aussprach. Notstandsmaß­nahmen könnten nur zeitweilige Wirkung haben. Eine wirtschaftliche Isolierung bedeute Selbstver- ftümmelung Die individuellen Anstrengungen der Nationen seien fedoch keineswegs überflüssig, son­dern in gleicher Weise notwendig, wie die internatio­nale Zusammenarbeit. Es müßten Maßnahmen ge­troffen werden, um zur Anlage von Geldern wieder au ermutigen. Voraussetzung dazu fei u. a., die wirt- schaftliche Leistungsfähigkeit auf einen hohen Stand zu bringen. In Italien habe die korporative Organisation wirksamen Erfolg bei der An- gleichung der produktiven Tätigkeit unter gleichzeitig ger Sicherung der Vorteile von Ersparnissen des Volkes gezeitigt.

Oer Führer der südafrikanischen Abordnung/ General Smuis,

wies u. a. auf die verheerenden Folgen des Versailler Vertrages hin. Mit Srofitcr Befriedigung habe er von Macdonald ge- ört, daß das Lausanner Abkommen be­stehen bleiben werde. Smuts schlug vor, daß ein wirtschaftlicher und ein finanzieller Sachverstän- digenausschuh gebildet werde, um die Einzelheiten der Wirtschafts- und Finanzprobleme der Konfe­renz zu behandeln und genaue Entschließungen zu fassen. Die Konserenz könne nur erfolgreich sein, wenn alle Länder eine gemeinsame Front bilden.

Oer Führer der japanischen Abordnung Gras Zshii

erklärte u. a.: Ein Fehlschlag der Weltwirt- schastskonfercnz würde eine Katastrophe bedeuten. Die wichtigsten Probleme mühten zuerst in An­griff genommen werden, nämlich Währungs­stabilisierung, Revision der Kreditpolitik, Zoll- Herabsetzung und Herabsetzung oder Abschaffung der Handelsschranken sowie die Erhöhung der Großhandelspreise. Besonders wichtig sei die Wiederher st ellungdesGold st andards. Als eine vorläufige Maßnahme vor der Wieder­herstellung des Goldstandards müßten geeignete Schritte für die Vermeidung von Währungs- schwankungen ergriffen werden. Angesichts seiner Handelsbeziehungen mit Silber benützenden Län­dern werde Japan die Vorschläge für eine ge­eignete Lösung des Silberproblems ge­bührend in Erwägung ziehen. Japan hoffe ferner, daß die Konferenz ein endgültiges Ab­kommen zur Herabsetzung der Handelsschranken und Zölle erreiche. Japan nehme den Zoll- Waffenstillstand an. Schließlich setzte sich Ishii für eine unbeschränkte Anwendung der Meistbegünstigungsklausel ein. da die wirtschaftliche Entwicklung in großem Maße von einem freien Austausch der Waren auf einer Grundlage der Gleichheit abhänge. Dabei spielte Ishii auf die englischen Maßnahmen gegen die Einfuhr japanischer Baumwolle und anderer Waren nach Indien ' und anderen britischen Staaten an. Ohne wirtschaftlichen Frieden könne es keinen politischen Frieden geben.

Zu Beginn der Rachmittagssihung verlas Sir AtulEhatterjeedieBotschaftdesIn- ternationalen Arbeitsbureaus in Gens, in der die Notwendigkeit einer unverzüg­lichen Lösung der Arbeitslosensrage zum Aus­druck gebracht wird. Die Botschaft enthält eine Entschließung, in der die folgenden Aufgaben als die dringendsten bezeichnet werden. Währungs­stabilisierung. Verhinderung katastrophaler Preis­schwankungen durch internationale Zusammen­arbeit, Beseitigung der Handels- und Währungs­beschränkungen, Hebung der Kaufkraft des arbei­tenden Voltes und Heranführung einer angemef-

I*"*" -.vvvnvyuuuiiy,VVllUVIlVUliy VX. V UlUU/UV' genden Kapitals, insbesondere für öffentliche Ar­beiten. In allen Ländern, so wird im einzelnen ausgeführt sollen sofort großzügige öffent­liche Arbeiten in Angriff genommen wer­den, die einen wirtschaftlichen Nutzen versprechen Zwischen den Gläubigerstaaten und den verarmten oder Schuldnerstaaten soll eine Z u- sammenarbeit zur Inangriffnahme großer Arbeiten in den Schuldner st aalen ftatt- sinden, damit die letzteren ihren ausländi­schen Sch u I de nv e r pf I i ch tu n g e n bes­ser nachkommen können. Diese Maßnahmen müßten auf internationaler Grundlage erfolgen.

Ohne Herstellung des politischen verstauens keine Lösung der Wirischastskrisis.

Reichsaußenmimster Freiherr von Neurath erläutert die deutsche Austastung.

Der Führer der deutschen Delegation, Außen­minister Freiherr von Neurath erklärte fobann: Wir stehen alle unter dem Eindruck der bedeu­tungsvollen Worte, die Seine Majestät der König gestern an uns zu richten geruhte. Die deutsche Delegation entbietet Seiner Majestät ihren ehr­erbietigen Dank dafür und die Versicherung, daß die deutsche Delegation im Geiste seiner Worte in die Konferenzarbeiten eintreten wird. Ich nehme in der Generaldebatte Abstand davon, die Gründe zu untersuchen, die zu der heutigen Zerrüttung der Weltwirtschaft geführt haben. Diese Gründe liegen ja nicht lediglich auf wirtschaftlichem Gebiet, und es wird dadurch nicht leichter, daß einer den anderen zu einer veränderten Auffassung zu bekeh­ren versucht. Wir müssen die Aufgaben der Kon­ferenz vielmehr darin erblicken, praktische Ar­beit für die Zukunft zu leisten. Als Ver­treter der deutschen Regierung sehe ich deshalb auch ganz davon ab, über öie besondere Notlage Deutschlands Ausführungen zu machen. Ich werde mich vielmehr nur auf einige allgemeine Bemerkungen über die deutsche Hal­tung zu den die Konferenz beschäftigenden Proble­men beschränken.

Wir erblicken in bet Zusammenkunft bei Regierungen aller Staaten ber (Erbe gerabe ben Borteil, bei vorbehaltloser Darlegung der eigenen Schwierigkeiten für sie Berstänbnis zu wecken So wirb man auf ber (Brunblagc ber roieber in Orbnung gebrachten nationalen Wirtschaften bie Bausteine für bie Verbin­dung m i I den übrigen Völkern ber Well schaffen. Wir müssen uns ebenfalls auf den Stanbpuntf stellen, bah nurbieriditige Einsicht in bie Lage bes um Wiebergejun- bung im eigenen hause ringenben beutschen Volkes bie zutreffenbe (Einstellung für bie Wahl der Mittel geben kann, bie erforberlich finb, um die Notlage bei uns zu meistern

Es wird in unseren Beratungen noch genügend Raum gegeben fein, im einzelnen die Materie aus­führlich zu behandeln. Für die Generaldebatte möchte in den allgemein anerkannten und auch in dem Bericht der Experten aufgenommenen volks- wirtschaftlichen Grundsatz erneut betonen, daß i n ternationale Schulden letzten Endes nur durch Waren- und Dien ft lei ft ungen abgetragen werden können. Dieser Grundsatz wird für uns bei der heutigen Notlage der deutschen

Wirtschaft den Ausgangspunkt bilden müssen. Es ist klar, daß zwischen den die Konferenz beschäf­tigenden finanziellen und wirtschaftlichen Problemen eine innere Verbundenheit besteht. Immerhin liegt mir daran schon jetzt mit aller Deutlichkeit auf fol­gendes zu verweisen: Nach unserer Auffassung wer­den die wirtschaftlichen und insbesondere die han­delspolitischen Probleme erst bann einer Lösung zugeführt werden können, wenn man sich zuvor über die fundamentalen Grundsätze der Kre­dit- und Finanzfragen befriedigend beschäf­tigt hat. Die Welt hat bisher angenommen, daß bei allen diesen Problemen die Interessen der hier ver­tretenen Staaten nicht gleichliegen In der Tat schei­nen, wenn wir jedes dieser Probleme für sich an- sehen, die Interessen gegensätzlich zu sein. Die Staaten mit landwirtschaftlichem Ex­port haben scheinbar andere Interessen wie die Länder, die landwirtschaftlich sich genügen oder wenigstens einen großen Teil ihres Bedarfes im eigenen Lande produzieren. Die ©laubiger* länber haben scheinbar andere Interessen als die Schuldnerländer, die Länder mit Gold­währung andere als die Länder, die den G o l d - ftandard verlassen haben ober ihre Wäh­rung durch Devisenregelung schützen müs­sen. So könnte ich noch andere Interessengegensätze aneinanderreihen.

Aber diese Konferenz in ihrem überwältigenden Willen zur Erkenntnis ber gemeinsamen Inter­essen ist ber schlagende Beweis bafür, baß es sich bei allen bie,en Gegensätzen nut um scheinbare Gegensätze hanbelt. Die 3nbuftrie kann nicht leben, wenn bie Landwirtschaft nicht lebt, unb umgekehrt ber Gläubiger kann nicht leben, wenn ber Sdjulbner nicht lebt. Die Gold- währung hat keinen Sinn, wenn bie Freizügig­keit bes Golbes nicht gewährleistet ist. Nachdem biese Konferenz ber lebenbige Ausbruck biefer Einsicht ist, werben wir auch ben Mut auf­bringen müssen, bie sich hieraus er­gebenden Lösungen durchzuführen.

Freilich werden die Völker und Regierungen sich dazu nur durchringen, wenn das Vertrauen und ein friedliches und verständnisvolles Zu­sammenleben d e r 03 5 l f c r to i c ö c r f>cr- gestellt wird, wenn die großen politischen Auf­gaben geregelt werden, die immer noch der Lösung harren. Der Herr Präsident hat gestern auf eine dieser politischen Ausgaben hingewiesen. Daß das andere große politische Problem, um dessen Lö­

2er Konferenzsaal im Geologischen Museum. In der ersten Reihe der Mittelsitze die -Führer der deutschen Delegation, die Reichsminister FreiherroonNeurathundHugenberg.

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sung wir seit Jahren ringen, vor dieser Konferenz nicht mehr gelöst werden konnte, war eine herbe Enttäuschung

Die deutsche Regierung kann von sich sagen, baß sie ihr Teil bazu bei getragen hat, bas vertrauen wieberherzustellen. Selten wohl ist eine Regierungserklärung in ber Welt mit glei­cher Spannung erwartet worben wie bie kürz­liche Erklärung bes Reichkanzlers Hitler vor bem Deutschen Reichstag. Selten wohl ist eine Regierungserklärung mehr geeignet gewesen als biese, Beruhigung zu schaffen unb der Wiederkehr des vertrauens die Wege zu ebnen. Der wert dieser Regierungserklärung kann nicht dadurch gemindert werden, daß ge­sagt wird: Das sind Worte, wir wollen die Handlungen abwarten. Die deutsche Regierung h a t gehandelt. Sie hat ihr volles Teil dazu beigetragen, um die große, von staatsmännischer Weisheit eingegebene Initiative des ita­lienischen Regierungschefs zu ver­wirklichen und denpaktoonRomzu schaf­fen. Sie hat der Abrüstungskonferenz in Genf einen neuen Impuls gegeben, indem sie dem plan des Herrn Macdonald als Grundlage der zukünftigen Konvention angenommen hat. Sie hat das getan, obwohl die Erfüllung ber Versprechungen, auf bie Deutfdjlanb einen An­spruch hat, noch nicht sichtbar ist. vergessen wir nicht, baß ohne eine Lösung ber großen schwe- benben politischen Fragen bie Beratungen dieser Konferenz zu keinem befriedigenden (Ergebnis führen können.

Gegen soforiige Einführung der 4V-G«nnden-Woche.

Beschluß der Internationalen Arbeils- konfercnz.

Genf, 13. Juni. (XU.) Die Internationale Ar­beitskonferenz lehnte nach einer mehrtägigen be­wegten Debatte mit 69 gegen 55 Stimmen einen Vorschlag ab, im Dringlichkeitsverfahren sofort die Ausarbeitung eines internationalen Abkommens über die Einführung der 40-Stunden- woche oorzunehmen. Die Konferenz beschloß da­gegen mit 86 gegen 22 Stimmen, auf ber Konferenz lediglich durch uen Ausschuß für bie Arbeitszeitver­kürzung einen Fragebogen auszuarbeiten, der den einzelnen Regierungen zur Stellungnahme zugehen soll und der die Grundlage für die Aus- arbeitung eines internationalen Abkommens über die Arbeitszeitverkürzung auf der nächstjährigen Konferenz bilden soll. Die deutschen Regierungs- Vertreter, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, stimmten gescklossen gegen das Dringlichkeits- verfahren und für die Verschiebung der Ent­scheidung auf die nächstjährige Konferenz. Die Ar- beitergruppen der anderen Länder stimmten auf der Konferenz für das Dringlichkeitsvcrfahrcn zur so­fortigen Ausarbeitung des 40-Stundenabkommens, während die Arbeitgebergruppe und die Mehrzahl der Regierungsoertreter entsprechend dem deut- schen Standpunkt die jetzt angenommene Ver­schiebung der Frage auf die internationale Arbeitskonferenz von 1934 forderten.

©er Katholische Gesellentag in München.

Vizekanzler V.Papen beim Reichskanzler.

Berlin, 13. Juni. (.) Amtlich wird mitgeteilt: Der Vizekanzler v. Papen be­richtete dem Reichskanzler über den Verlauf der Münchener Tagung der katholi­schen Gesellenvereine und die Vorgänge, die zu seiner vorzeitigen Schließung geführt haben. Herr v.Papen betonte, daß die ^3 r essemeldungen falsch seien, denen zu- olge er von der Leitung des katholischen Ge» ^Ilenvereins irregeleitet worden sein sollte. Der Reichskanzler nahm dankend davon Kenntnis, daß die Tagung der katholischen Ge­sellen e i n Bekenntnis der Treue zur Regierung und zum neuen Reich ab­gelegt habe. Er sprach die Ansicht aus. daß Die Vorkommnisse im Anschluß an Die Tagung bedauerlich seien und daß von allen Seiten dahin gewirkt wer­den müsse, die Atmosphäre der gegenseitigen n£nn^Un9Cnr überwinden, da sonst eine Abhaltung solcher Tagungen unmöglich gemacht werde.

Eine amtliche Feststellung.

® e..r l l n, 13. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Anläß­lich des Katholischen Gesellentages in M ü n d) > n hat sich herausgestellt, daß zurzeit die Ab­haltung derartiger Veranstaltungen nichtals zweckmäßig angesehen werden kann. Daß bie katholischen Gesellen auf den Kund­gebungen dieser Tagung basLekenntniszum neuen Staat und Reich zum Ausdruck ge­bracht haben, sei dabei gern anerkannt. Wenn trotz­dem der Verlauf der Tagung die Bedenken gerecht­fertigt hat, die aegen eine Genehmigung bestanden hat, so hat sich Damit gezeigt, daß die Zeit für 'olche Veranstaltungen noch nicht reif ist.

DersannnlungSverboi in Bayern.

München, 13. Juni. (TU.) Im Auftrage des otaatsminifters des Innern hat die bayerische politische Polizei zur Aufrechterhaltung der