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Nr. 62Krüha«ssabe
185. Jahrgang
Dienstag, 14-März 1933
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Dr. Werner zum hessischen Staatspräsidenten gewühlt
Aufruf der neuen hessischen Regierung
Dr. Werner.
Dr. Müller.
21nnoi)me von äiijcigcit für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher.
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Chefredakteur
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantworilich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Giegen.
programmatische Erklärungen des neuen Staatspräsidenten
Bestandteile lahm gelegt wird. Aber das Volk darf sich darauf verlassen, daß nichts vergessen wird, wenn auch die Ordnungs- und Reinigungsarbeit Monate in Anspruch nimmt.
Ordnung und Reinigung sind die Absicht der Regierung, nicht kleinliche Rache, die unser unwürdig wäre. Die Regierung wird in einem höheren Sinne Gerechtigkeit üben, die jedem das Seine gibt und auch den Gesinnungsdruck, der unter dem alten System aus der Beamtenschaft lastete, durchaus berücksichtigt.
3n zielbewußtcr zäher Arbeit soll ein Staatswesen aufgebaut werden, das unserer nationalsozialistischen Idee entspricht.
Darmstadt, 13- März 1933.
Hessisches Gesamtministerium.
Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. Es tritt am 1. Oktober 1933 außer Straft.
Die Sozialdemokraten enthalten sich der Stimme. Abg. Boehm (dntl.) gibt der Erwartung Ausdruck, daß die Regierung im Besitze dieser Ermächtigung nur Maßnahmen treffen möge, die sich in der gleichen Richtung bewegen wie diejenigen der Reichsregierung und keine A o dnun- gen getroffen werden, weoer auf wirtschaftlichem, noch auf sozialem Gebiet, die mit der Auffassung der DDDP. nicht vereinbar seien.
Annahme des Haushalts. - Vertagung bis 1. Okt. 1933.
Anschließend wird der Staatsvoranschlag 1933, das Finanzgcseh mit der Anleihe-Ermächtigung in erster und zweiter Lesung bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Eine Ctatbe- ratung findet also in diesem Iahr nicht mehr statt. _ Abg. Klo st ermann, der neue Fraktions- sührer der RSDAP., betont in einer Erklärung, daß die Rationalsozialisten den Haushaltsvoranschlag 1 9 3 3 annehmen, um der Regierung die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit sofort aufzunehmen. Die von unserer Seite geplanten Verwaltungs- und Ersparnismaßnahmen werden im Verwaltungs- und Derordnungsweg durchgeführt.
Damit ist die Tagesordnung erschöpft und der Landtag vertagt sich gegen 16.30 Tlhr bis zum 1. Oktober 1 933.
Darmstadt. 13. März. (WER.) Die neue hessische Regierung erläßt am Montagabend folgenden Aufrufe
Volksgenossen im Lande Hessen!
Endlich hat der Wille der Mehrheit der hessischen Bevölkerung seine Erfüllung gefunden. Das Sh st m vom Rovember 1918 ist auch in Hessen enogültig beseitigt und- durch eine aus der nationalsozialistischen Bewegung hervorgegangcne Regierung erseht.
Getragen von dem Vertrauen des Volles, ist die neue Staatsregierung gewillt, die Schäden der Vergangenheit bis ins Letzte auszutilgen.
Diese Ausgabe ist nach 14jähriger Zersetzung und Durchsetzung des Staates durch die Parteien des alten Systems nicht leicht- Sie wird deshalb einige Zeit in Anspruch nehmen, zumal das Voltsinteresse fordert, daß nicht der Staats- apparat durch gleichzeitige Wegnahme zu vieler
WSR. D a r m st a d t, 13. März. In einer Unterredung mit dem Hauptschriftleiter des „Darmstädter Tagblatts" äußerte sich Staatspräsident Dr. Werner über die A u f f a s s u n g und Absichten der neuen Regierung u. a. wie folgt:
Wir werden, nachdem wir jetzt die Regierung übernommen haben und nachdem jetzt iic Ruhe im Lande wiederhergestellt ist, ohne Zögern an die Arbeit gehen.
Aus die Frage nach dem Problem Bundesstaat oder Einheitsstaat erklärte Dr. Werner:
Ich bin Föderalist aus Ueberzeugung, aber doch nicht in dem Sinne, daß ich mich unbedingt für eine Erhaltung der Länder in der bisherigen
Gestalt einsehen könnte.
Die dynastischen Beweggründe, die bei der Gestaltung der Länder in der Geschichte vielfach eine Rolle gespielt haben-, sind ja in Fortfall gekommen, und so scheint mir eine Reugliederung des Reichs nach Stämmen die gegebene. Damit ist, soweit es uns hier in Hessen angeht, keineswegs gesagt, daß nun etwa Frankfurt zwangsläufig die Hauptstadt eines neuen Landes Hessen werden müßte. Ich bin im Gegenteil ein ausgesprochener Gegner der Konzentrierung der Bevölkerung in wenigen Großstädten.
Ein schwieriges Problem stellen die Finanzen des Landes dar. Wir werden selbstverständlich den größten Wert legen auf eine möglichst einfache, saubere Verwaltung. Trotzdem wird man damit rechnen müssen, daß sehr große Einsparungen im Etat kaum noch möglich sind nach den Einschränkungen, die in der vorausgegangenen Krisenzeit ja schon erfolgt sind. Immerhin hoffe ich, daß es gelingen wird,
den Fehlbetrag des hessischen Staates in absehbarer Feit wegzubringen, da wir erwarten, daß das Reich seinen alten Verpflichtungen, die es dem Lande Hessen gegenüber hat, nachkommen wird.
Ich denke dabei in erster Linie an die Verpflichtungen, die aus der älebernahme der Eisenbahn durch das Reich entstanden sind.
Ich bin selbstverständlich ein unbedingter Anhänger eines gesunden Berufsbeamten-
t U m s. Die neue Regierung wird unter gar feinen Umständen daran denken, an die Grundlagen des Berufsbeamten- t u m s und an die in dieser Beziehung bestehenden gesetzlichen Bindungen zu rühren. Ich denke, erklärte Dr. Werner, auch nicht daran, etwa nun alle eingearbeiteten Beamten aus irgendwelchen politischen Gründen in die Wüste zu schicken. Wo die bisherigen Inhaber von Beamtenstellen aus zwingenden Gründen entfernt werden müssen, werde man, abgesehen von begründeten Einzelfällen,
qualifizierte Berufsbeamte an ihre Stelle sehen.
Zu der Frage des Hessischen Landestheaters sagte Dr. Werner, daß er der Auffassung ist, daß das Hessische Landestheater unter seiner bisherigen Leitung seinen Aufgaben nicht gerecht werden kann und er daher in dieser Beziehung als ld eineAende- r u n g eintreten lassen werde.
Zum Schluß betonte u.. Staatspräsident, daß ihm selbstverständlich sehr viel an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit de r hessischen Presse liege. Um die Verbindung ständig zu halten, wird die staatliche Pressestelle, die wir möglichst mit einem erfahrenen Iournalisten besehen werden, erhalten bleiben. Ich bin mir der Schwere der Aufgaben, die ich übernehme, und der Verantwortung vor Staat und Volk voll bewußt. Ich werde daher auch nicht empfindlich fein gegen eine sachliche Kritik.
wir wollen einen neuen nationalen staatlichen Aufbau und rechnen dabei auf die Unterstützung aller Kreise des Volkes,
die gleich uns in der nationalen Einstellung des Staates und der Regierung die unerläßliche Voraussetzung für jeden Wiederaufbau sehen.
Kundgebungen vor dem Landtagsgebäude.
Huldigungen für die neue Negierung.
WER. Darmstadt. 13. März. Dor dem Landtagsgebäude hatte sich heute eine unübersehbare Menschenmenge angesammelt, die beim Erscheinen des neuen Staatspräsidenten Prof. Dr. Werner mit dem Innenmini st er und den sämtlichen nationalsozialistischen Füh-
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rem diesen eine begeisterte Ovation darbrachte. Gauleiter Sprenger erklärte, soeben habe die alte Regierung Adelung—Kirnberger ihr Amt endgültig niedergelegt und an ihre Stelle seien Männer der nationalen Freiheitsbewegung getreten. Unter dem neuen Staatspräsidenten Dr. Werner und Innenminister Dr. Müller werde das hessische Volk nunmehr einer besseren Zukunft entgegensehen.
Staatspräsident Dr. Werner erinnerte daran, daß er vor etwa 25 Iahren schon als Kämpfer des völkischen Gedankens nach Worms verseht worden sei. Heute stehe er als Mitkämpfer Adolf Hitlers auf diesem Platze als hessischer Staatspräsident. Er erinnerte daran, daß er 1919 im Hessischen Landtag prophezeit habe, dis schwarz-weiß-rote Fahnewerde einst wieder auferstehen. Heute flattere sie auf Wunsch des Reichspräsidenten und des Führers Adolf Hitler neben der Hakenkreuzfahne auf ungezählten Gebäuden. ZrfiN Schluß dankte Staatspräsident Dr. Werner allen, die au dem Siege der nationalen Wiedererweckung beigetragen haben. Brausend hallten die dreifachen „Sieg-Heil-Rufe" der Tausende über den weiten Platz, in dessen Mitte das Wahrzeichen Darmstadts die Hakenkreuz- und Schwarz-Weiß» Rote Fahne trägt.
Innenminister Müller ergriff ebenfalls das Wort und skizzierte die seiner harrenden Aufgaben auf dem Gebiete der Polizeisicherheit, der Volksgesundheit und der Iustizpflege. In der Gesetzgebung müsse deutscher Gei st und deutsches Volksrecht ausgeprägt zum Ausdruck kommen. Schwer sei die Arbeit, die ihm als Finanzminister bevorstehe, aber der Führer habe ihn auf diesen Posten gestellt und er werde ihm getreulich dienen.
Landtagspräsident I u n g richtete ebenfalls einige Worte an die Versammlung, die nach der Rede des Staatspräsidenten das „Horst-Wessel- Lied" und zum Schluß das „Deutschlandlied" entblößten Hauptes sang.
Am Abend veranstalteten die Rationalsozialisten einen großen Fackelzug durch die Straßen der Stadt und eine Kundgebung, bei den Gauleiter Sprenger sprach.
Ehrungen in Butzbach.
Butzbach, 13. März. (Lpd.) Am RHontag- abenb fand hier eine Kundgebung für den neuen hessischen Staatspräsidenten Professor Dr. Werner (Butzbach) statt. Vor dem Rathaus hatte sich die SA. und eine große Menschenmenge versammelt. Vom Balkon des Rathauses feierte der Bürgermeister den neuen Staatspräsidenten als Menschen, Bürger und Vorkämpfer der nationalsozialistischen Bewegung und teilte mit, daß der Magistrat dem Reichspräsidenten v o n Hindenburg, dem Reichskanzler Adolf Hitler und dem neuen hessischen Staatspräsidenten Professor Dr. Werner das E h r e n b ür ger- recht verliehen habe.
Staatspräsident Dr. Werner dankte und gab seiner Verbundenheit mit seiner ober* hessi/schen Heimat in bewegten Worten Ausdruck.
0r. Best Gtaatskommiffar für Polizeiwesen.
Darmstadt, 13. März. (WEN.) Auf Grund einer Verordnung des hessischen Gesamtministeriums vom heutigen Tage ist Regierungsrat Dr. Werner Best, bisher Sonderkommissar für Polizciwesen, 3um Staatsfommiffar für das Polizei- weseninHessen eingesetzt worden, dem die einheitliche Bearbeitung aller das Polizeiwesen sowie aller den Volksschutz, die Jugendertüchtigung und die Sicherheit des Landes betreffenden Angelegenheiten übertragen werden. Der Staatskommissar ist unmittelbar dem I n n e n m i n i ft e r unterstell'. Verbot der sozialdemokratischen presse in Hessen.
Frist zur Waffenablteferung bis Mittwoch.
Darmstadt, 13. Marz. (MSN.) Der Staatskommissar für das Polizeiwesen, Dr. Best, hat soeben angeordnet, daß auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. 2. 1933 die sozialdemokratisch en Zeitungen in Hessen bis zum 19 März einschließlich verboten werden, um in den auf die Regierungsbildung folgenden Tagen zu verhüten, daß durch die Herausforderung der nationalen Gefühle der Bevölkerung die öffentliche Ordnung und Sicherheit gestört werde. Das Verbot trifft folgende Zeitungen: „Volksfreund" in Darmstadt, „Oberhessische Volkszeitung" in Gießen, „Offenbacher Abendblatt" in Offenbach a M., „Mainzer Volkszeitung" in Mainz.
Ferner hat der Staatskommissar angeordnet: Warenhäuser und andere Geschäfte können von den örtlichen Polizeibehörden bis zur Frist von 24 Stunden polizeilich g c • schlossen werden, wenn durch die Bedrohung eines solchen Geschäftes die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährdet ist.
Schließlich ordnet der Staatskommissar an: Alle im Besitz von Privatpersonen, die nicht Inhaber eines Waffenscheines sind oder der SA., SS., oder dem Stahlhelm angehören, befindlichen, zum Schießen gebrauchsfähigen Schußwaffen sind bis zum 15. März, 12 Uhr mittags, bei der örtlichen Polizeibehörde gegen Quittung zur Aufbewahrung zu übergeben.
Wer diesen Anordnungen zuwiderhandelt iber zu solcher Zuwiderhandlung auffordert oder anreizt, wird, soweit nicht die Tat nach anderen Vorschriften
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WHP. Darmstadt, 13. März. Unter ungeheurem Andrang des Publikums vor" dem Landtagsgebäude und auf den Galerien eröffnete Vizepräsident W e d l e r die Sitzung des Hessischen Landtags zur Wahl des Staatspräsidenten. Der sc tyerige S.aats- präsident, Dr. Adelung, hat seinen Abge- ordnetenplah eingenommen. Die k o m m u n i st i - f cf) e n Abgeordneten sind, soweit greifbar, verhaftet worden.
Abg. Iung schlägt namens der national- sozialistischen Fraktion den Landtagspräsidenten Prof. Dr. Werner vor. Abg. Zinnkann nominiert namens der sozialdemokratischen Fraktion den bisherigen Staatspräsidenten Dr. Adelung (Heiterkeit auf den Tribünen).
Abg. Min.-Rat Hoffmann verliest namens der Zentrumsfraktion eine Erklärung, in der es u. a. heißt: „Um dem hessischen Volk Reuwahlen zu ersparen und möglichst rasch klare politische Verhältnisse zu schaffen, ist die hessische Zentrumsfraktion bereit, bei der Wahl des Staatspräsidenten Folgerungen aus dem Ergebnis der letzten Reichstagswahl zu Ziehen. Rach einer Aussprache mit den maßgebenden Stellen stimmt sie deshalb für den Kandidaten der RSDAP., in der Ueberzeugung, dadurch im Sinne der Verfassung zu handeln und in der Erwartung, daß die neue Regierung auch ihrerseits alles tut, um Ordnung und Rechtssicherheit zu gewährleisten und eine Befriedung der Bevölkerung herbeizuführen. Die Zentrumsfraktion wird die Regierung in allen Maßnahmen unterstützen, die das allgemeine Wohl fördern, christlichen Glauben und christliche Sitte in Schule und Oeffentl.chkeit verwirklichen, die Wirtschaft heben und mit dazu beitragen, unser deutsches Vaterland in seiner Macht und seinem Ansehen zu fördern.
Abg. Döhm (Deutfchn.) erklärt: Wir Deutsch- nationale hoffen zuversichtlich, daß es den verantwortlichen Kräften der Reichsregierung gelingt, das ganze deutsche Volk einer besseren Zukunft entgegenzufüyren. Wir begrüßen es mit Genugtuung, daß dem deutschen Volke in allen seinen Schichten und Ständen wieder die Möglichkeit gegeben ist, sich frei und offen zu den glorreichen Farben Schwarz-Weiß-Rot zu bekennen und unter dieser Fahne für das zu leben und zu kämpfen, was wir für die Grundlagen eines gefunden Staatslebens halten, für Vaterland, Volk und Familie. In Hessen haben Rationalsozialisten und Deutschnationale nach dem Ergebnis der Wahlen vom 5. März zusammen die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Auf Grund dieses Ergebnisses wdrde ich für den von den Nationalsozialisten vorgeschlagenen Landidaten zum Staatspräsidenten Prof. Dr. Werner stimmen.
Bei der Abstimmung entfallen auf den Landtags- präsidenten Dr. Werner 45 Stimmen der Ralio- nalfozialisten, des Zentrums, der Deutfchnationalen und der Deutschen volkspartei. Dr. A d e l u n g , der selbst eine weihe Karte abgab, erhielt 15 Stimmen feiner 16 Parteigenosten.
Dr. ID e r n e r ist also zum Staatspräsidenten gewählt. Vizepräsident kV e ck l e r beglückwünscht Dr. w e r n e r, der die Wahl annimmt, und wünscht seiner Arbeit im Interesse des hessischen Staates und des hessischen Volkes den besten (Erfolg. Oos neue Gefannmunsterium
Staatspräsident Dr. Werner beseht mit Dr. Müller die Ministerbank und erklärt: „Rach der Verfassung habe ich nunmehr das Gesamt-, m i n i st e r i u m zu bilden. Als Staatspräsident und Minister des Aeußern übernehme ich zugleich die Leitung des Ministeriums für Kultus und Bildungswesen. Als meinen Vertreter berufe ich den Landtagsabgeordneten Dr. Müller, dessen Leitung die Ministerien der Finanzen, des Innern und der Iustiz übertragen werden. Ich bitte dementsprechend den Landtag, zu beschließen, daß das Gesamtministerium aus zwei Mitgliedern besteht und die Berufung des Aba. Dr. Müller in der vorgeschlagenen Art zu oestätigen."
Ohne Gegenerklärung wird dem Antrag des Staatspräsidenten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten Zustimmung erteilt.
Oer neue Landtagspräsident.
Als neuer Landtagspräsident wird der seitherige nationalsozialistische Fraktionsführer Gung (Worms), als Gegenkandidat wird der sozialdemolratiscpe Abg. Bürgermeister Delp vorgeschlagen. Abg. Iung wird mit 44 Stimmen zum Landtagspräsidenten gewählt. Mit einem dreifachen Heilgruß übernimmt er das Präsidium und erklärt, daß er das Präsidium des Landtages entsprechend der Geschäftsordnung objektiv zu führen verspreche. Er spricht dem neugewählten Staatspräsidenten die Eidesformel vor: „Ich schwöre Treue der Reichs- und Landesverfassung, Gehorsam den Gesehen und gewissenhafte Erfüllung meiner Amtspflichten." Dr. Werner bestätigt mit erhobener Schwurhand „Ich schwöre es".
Oie Regierungserklärung.
Staatspräsident Dr .W n e r gibt darauf folgende Regierungserklärung ab. „Die neugewählte nationalsozialistische Regierung des Hessenlandes ist der Ueberzeugung, daß die Reichsleitung unter der Führung Adolf Hitlers alles tun wird, um den Lebensbelangen der einzelnen Länder in
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Wahrung eines gefunden Föderalismus zu entsprechen. Sie verzichtet deshalb an dieser Stelle, Forderungen an die Reichsregierung auf dem Gebiet der Westhilfe, des Finanzausgleichs und des Arbeitsbeschaffungsprogrammes, sowie der Eisenbahnschuldverpflichtung des Reiches zu erheben. Sie wird auch in der Losung innerhessischer Fragen den Gleichklang mit der Regierung der nationalen Erneuerung zu wahren wissen Christentum und Deutsch- t u m werden die Leitsterne der Regierung sein. Zur völkischen Erneuerung wird Sie Erziehungsarbeit das Deutschtum zum Ausgangs- und Endpunkt machen. Schmutz und Schund fallen auf allen Gebieten bekämpft werden. In einträchtigem Zusammenarbeiten der beiden groß-'N christlichen Konfessionen erblickt die Regierung eine der wesentlichsten Voraussetzungen des deutsch.n Aufstiegs. An alle Deutschgesinnten im Lande ergeht der Ruf, dieRegierungin ihrem Ans- bauwillen rückhaltlos zu unter st ätzen." (Lebhafter Beifall.)
Oas Ermächtigungsgesetz.
Der Landtag/ verabschiedet darauf in beiden Lesungen das Ermächtigungsgesetz:
„Die Regierung wird ermächtigt, alle Maßnahmen im Rahmen der Verfassung zu treffen, die sie im Hinblick auf die Not von Volk und Land, sowohl zur Sicherung von Person und Eigentum, als c.uh aus finänzrechtlichem, wirtschaftlichem und loziUem Gebiet für erforderlich und dringend erachtet.
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