Ausgabe 
14.3.1933 Erstes Blatt
 
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kirche mit, die ihr Bestes gaben. Besonders fein war der einstimmige Choral:D Mensch bewein dein Sünde groß".

Ein besonderes Lob verdient Organist Heinz S i man, der nicht nur für die Durchführung des Abends verantwortlich zeichnete, sondern aus der Orgel alle Darbietunyen in musikalischem Verständ­nis begleitete und bie zum Teil recht schwierigen Partien sehr sicher bewältigte.

Die Passionsandacht hat bet der zahlreich versam­melten Gemeinde einen tiefen Eindruck hinterlassen.

GictzeuerWochenmnrktprcije.

* Giesten, 14- März. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pf., Landbutter 100, Kochbutter 80, Matte 20 bis 25, Wirsing (gelb) 10 bis 12, (grün) 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12,

gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10,

Spinat z5 biS 30, Winterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 25 bis 30,

Feldsalat 100 bis 120, Meerrettich 30 bis 50. Zwiebeln 10, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Hüffe 40, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2.50 Mk.), ObstmuS 40 biS 45, Suppenhühner 70 bis 80, junge Hähne 70 bis 90 Pfennig pro Pfund-, Tauben 40 bis 60 Gier (inl.) 8. Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 25 bis 30, Lauch 5 b s 10, Relt.ch 10 bis 15, Sellerie 10 bis 30. Endivien 10 bis 30 Pfennig pro Stück: Radieschen 20 Pfennig pro Bund.

Bornotizen.

Tageskalen b' er für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22 UhrNina". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Wenn dem Esel zu wohl ist ..."

* Einige Schlägereien ereigneten fich wie der heutige Polizeibericht meloet im Laufe des gestrigen Tages und der verflossenen Rächt zwischen Bewohnern der Wohnungen an der Kläranlage. Den Anlaß zu den Tätlichkeiten gaben politische Gegensätze. Zwei Personen wur­den durch Schläge am Kopf und Arm verletzt, nach erster Hilfeleistung konnten sie in chren Woh­nungen verbleiben. Zwei Personen wurden zwangsgestellt. Die Täter, Kommunisten, find un Laufe der Rächt flüchtig gegangen.

** Jugendsest auf dem Schiffenberg. Unter dem Vorsitz von Dberforftmeifter Nicolaus tagte am Samstagnachmittag auf dem Schiffenberg der Vorstand der Heimatoereinigung Schiffenberg mit den Lehrern der umliegenden Gemeinden, um über die Abhaltung eines Zugendfestes zu beraten. Das Fest soll am 18. Juni ftattfinben; die Jugend­lichen der ^umliegenden Gemeinden sollen teilneh­men. Die Schulen aller umliegenden Landgemein­den, auch die Gießener Volks- und Höheren schulen waren vertreten. Von allen Seiten wurde die Ab­haltung eines Jugendfestes gulgeheißen. Dem Fest, an dem sich in der Hauptsache die Jahrgänge vom 4. Schuljahr ab beteiligen, soll das LosungswortDer deutsche Wald" zugrundegelegt werden. In Spie­len, Reigen, turnerischen Vorführungen, mehrstim­migen Massenchören und Gedichtoorträgen soll die Jugend jju Wort kommen. Ein Ausschutz, bestehend aus einigen Vorstandsmitgliedern der Heimatver­einigung, ferner den Vertretern der Orte und Schu­len von Wieseck, Hausen, Garbenteich, Watzenborn- Steinberg, Leihgestern, Klein-Linden, Steinbach und Gießen soll für die Ausgestaltung und Durchfüh­rung des geplanten Jugendfestes Sorge tragen.

Oberhessen.

Die Hilfspolizei in Oberhefsen.

c. Schotten, 13. März. Am Samstagnach­mittag war die Schuhmannschaft des Kreises, die Hilfspolizei, SA.-Abteilung, SA.-Reserve und der Stahlhelm auf dem Dockzahl zusammengezo­gen worden, um von dem neuen Reichskommissar für Hessen Regierungsrat Dr. Müller ver­pflichtet zu werden. Etwa 300 bis 400 Mann­schaften waren angetreten, die nach einer An­sprache, in der der Reichskommissar mahnende Worte zur Aufrechterhaltung von Zucht und Ordnung im Staat an die Versammelten richtete, & e r eK> t g t wurden. 3m Anschluß an das auf den Führer des neuen Reichs ausgebrachte Sieg Heil!" sprach Polizeimajor v. d. Recke, dem die Polizei in Oberhessen unterstellt ist, er bat um Vertrauen und Mitwirkung bei der Auf­rechterhaltung der staatlichen Ordnung. Sein Hoch" galt dem deutschen Vaterland.

& Lauterbach, 13. März. Am Samstaanach- mittag nahm der Polizeirommissar für Hessen Regierungsrat Dr. Müller im 03eifein feines Dürochefs, des Landtagsabgeordnten Stang, des Kreisdirektors Dr. Michel und des Po­lizeikommandeurs für Oberhessen, Major v. d. Recke, die Verpflichtung der Hilfs­polizei für den Kreis Lauterbach vor. 160 Mann SA.-, SS - und Stahlhelmleute aus dem ganzen Kreis wurden verpflichtet. 3n feiner Ansprache wies Regierungsrat Dr. Müller darauf hin, daß nunmehr die Sicherheit und Ordnung auch in Hessen garantiert fei und feierte zum Schluß nochmals die gewaltige nationale Er­hebung der deutschen Ration. 3m Anschluß daran begrünte Ma'or v. d. Recke die nunmehrige Hilsslolizei. M t dem Absingen des Horst Wessel­und des Deutschlandliedes wurde die Verpflich­tung beendet.

^audtreis Gictzen.

X Wieseck, 13. März. Lehrer Burk hatte zu einem Elternabeno eingeladen. Dec große Saal von Braun war von Freunden der Schule dicht besetzt. 3n seiner Begrüßungsansprache wies der Leiter auf Sinn und Bedeutung solcher Ver­anstaltungen in unserer Zeit hin: die 25 Humm?m der Vortragsfolge bekräftigten mit Gedichten, Gesängen und Reigen feine Worte. Für den der Gemeinde bereitetenAbend voll Sonnenschein" dankte Rektor Petri dem Restor der hiesigen Lehrerschaft und feinen 57 Kindern: fein beson­derer Dank galt der Gemeinde, die im letzten 3ahr eine halbe Lehrkraft bewilligt hat. Der Abend trug dazu bei, das schöne Verhältnis zwischen Schule und Gemeinde weiter zu fördern. Der Stenographenverein hielt am Samstag bei Gastwirt Weller eine Generalver­sammlung ab, in der die Mitglieder des Vor­standes einstimmig wiedergewählt wurden. Der Vorsitzende, cand. phil. Kling, gab Richtlinien für eine Reugestaltung des ^Unterrichts bekannt, der um einen baldigen Anfängerlurfus und einen Sonderkurs für die Handelsiarnmerprüsung be­reichert wurde. Am 23. April wird als Vor- prusung für das im Mai in Hungen vorge­sehene Dezirkswettschreiben und für das Ver» bandswettschreiben in Friedberg ein lokales 03er- einswettschreiben ftattfinben, dem am Abend eine Werbeveranstaltung in Form eines Lichtbilder­vortragesGabelsbergers Leben" undDer Mensch und die Schrift" folgen soll. Besonders begrüßt wurde die Einrichtung einer Fach- bioliothek, deren Bucher die Mitglieder kostenlos entnehmen können. Harnend des Vorstandes (Schriftführerin Frl. E. Schäfer, A. Frank, Rechner O. D e i b e l) dankte der Vorsitzende in seinen Schlußworten für die Anerkennung und bat nochmals um tätige Mitarbeit zur Gewinnung immer weiterer Kreise in unserer Gemeinde.

ck. Heuchelheim, 13. März. Der Sport­verein Heuchelheim hielt am Samstag in der Wirtschaft von Ludwig Schäfer seine Gene­ralversammlung ab. Aus bem Jahresbericht bes 1. Vorsitzenben Hermann Weber ging hervor, baß sich ber Verein wieber in aufsteigender Linie be­wege. Die 1. Mannschaft sei spielerisch wieber so weit, geschult, baß man mit Vertrauen in bie Zu­kunft blicken könne. Die Vorstanbswahl hatte soll genbes Ergebnis: 1. Vorsitzenber Hermann W e - ber, 2. Vorsitzenber Hans K r ö ck, Beisitzer Ernst Sack, Schristführer Emil Mettche, Kassierer Dito Kehr unb Ballwart Aug. Metzler: ber Spielausschuß setzt sich wie folgt zusammen: Her­mann Weber, Franz Hahn, Karl Rinn, Her­bert Ebe unb Ernst Sack.

Lollar, 14. Marz. Heute kann Herr Gustav Lehr von hier bei guter Gesunbheit im Streife feiner Familie seinen 7 0. Geburtstag feiern.

03g. Grohen-Buseck, 12. März. Zu dem' heutigen Trauergottesdienst waren der GesangvereinHeiterkeit" und der Kriegerverein, dem sich eine Abteilung SA. angeschlossen hatte, mit Fahnen erschienen. Der Posaunenchor und der Gesangverein setzten durch ihre Darbietungen die große Trauerversammlung in weihevolle Stim­mung Pfarrer Müller feierte in ergreifenden Worten die durch Begeisterung und später durch eisernes Pflichtbewußtsein für alU Zeiten vor­bildlichen Taten der feldgrauen Helden. Rach dem Gottesdienst legten Ehr. Pfeiffer im Hamen des Kriegervereins und H. Dergauer im Auf­trage der SA. unter Trauermusik des Pofaunen- chors einen Kranz am Gefallenen-Denkmal nieder.

ch. Saasen, 13. März. Am Freitag fand eine Gemeinderatssihung statt, in der ein An­trag der Hationalsozialisten, den Herrn R e ichs - kanzler zum Ehrenbürger zu ernennen, angenommen wurde. Am Samstagabend veran­staltete unter starker Teilnahme der Bevölkerung die SA. einen Fackelzug durch das Dorf nach dem Schulhaus. Herr 3 u n g (Gießen) hielt eine Ansprache. Sodann sprach Bürgermeister M e n z und mahnte zur Ruhe und Besonnenheit. Rachdem das Deutschlandlied gesungen war, wurde an einem kurz vorher aufgerichteten Fahnenmast beim Klange der Kirchcnglocken die Hakenkrcuzfahne ge­hißt. Mit einemHeil!" auf den Reichskanzler Hitler wurde die Feier geschlossen. Am Sonn­tag fand gemeinsamer Kirchgang der S A. statt. 3m Anschluß daran wurde, ebenfalls durch die SA., ein Kranz am Denkmal der Ge­fallenen des Weltkrieges niedergelegt.

Kreis Schotten.

x Schotten, 13. März. Am Sonntag waren sämlliche öffentliche unb viele private Gebäude in ben alten Reichssarben auf Halbmast geflaggt. Eine große Heldengedenkfeier fanb in ber über­füllten Kirche statt. SA. mit Fahnen in Uniform, wie auch ber Kriegerverein, nahmen teil. Einen Kranz an ber Helbengebenktafel legte SA.-Führer Straub nieber. Am Kriegerdenkmal sprach der Vorsitzende des Kriegervereins, Berufsschullehrer Hitz, Gedenkworte zu Ehren ber Gefallenen, unb legte einen Kranz nieber.

I Ober-Lais, 12. März. 3n den nächsten Tagen wird auch hier ein Arbeitsdienst­lager eingerichtet werden. Als Lager ist der große Saal des Gastwirtes Werner vorgese­hen. Für das Lager, das als Winterlager von Ge­dern geführt werden wird, ist eine Belegschaft von 90 Mann vorgesehen, die zum allergrößten Teil von auswärts kommen werden. Als Arbei­ten sind neben der Fertigstellung derHohen Straße" eine Reihe weiterer Wegebau­ten, Hohlverschleisungen und die Ge­radelegung des Laisbaches vorgesehen, wozu noch der Ausbau einiger Waldwege kommen

soll. Die vorgesehenen Arbeiten sind auf 33 000 Tagewerke veranschlagt, von denen bis jetzt allerdings nur 22 000 Tagewerke genehmigt worden sind. Als Dauer des Lagers sind zunächst sechzig Wochen vorgesehen.

Rheinhessen.

* Mainz, 9. März. (Drei Priestercher Diözese Mainz gestorben.) 3n ®au- Weinheim starb 95jahrig der Pfarrer von Gau- Weinheim, Geistlicher Rat Ehristoph Hüfner. Er war der älteste Geistliche des Bistums. 3n Wald-Michclbach, wo er 35 3ahre segens­reich wirkte, starb der dortige Pfarrer 3ohanncs Gärtner, und in Mainz wurde Prälat und Professor der neutestamentlichen Exegese am Bischöflichen Priesterferninar, Dr. 3alob S ch ä - f e t durch den Tod abberufen. Geistlicher Rat Hüfner war in Deutschland der älteste Seel­sorger und durch seinen guten Humor eine be­liebte Persönlichl-it bei alt und jung.

Kommissarische Verwaltung in Frankfurt.

Die bisherigen Magistratemitglieder bcurifl-.bt.

WER. Frankfurt a. M., 13. März. Der kommissarische Regierungspräsident in Wiesbaden teilt mit: Der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt ist zurückgetreten. Durch Verfügung des kommissarischen Regierungspräsi­denten ist der Zweite Bürgermeister Schlosser, sowie der besoldete Stadtrat Dr. Michel bis auf weiteres beurlaubt. Weiter find die unbesol- foldeten Magistratsmitglieder Stadträte Seli­ger, Kriegseis, Weidner, Rebel und Etadträtin Quark beurlaubt. Den beur­laubten Magistratsmitgliedern ist die Ausübung von Amtshandlungen mit Ausnahme einer etwa erforderlichen Wiedergabe der Geschäfte untersagt. Zur Aufrechterhaltung einer geordneten Verwal­tung der Stadt Frankfurt a. M. sind Landgerichts­rat Dr. Krebs, M. d. L. zum kommissarischen Ersten Bürgermeister und der Reichstagsabgeord­nete Linder zum kommissarischen Zweiten Bür­germeister bestellt worden.

Heute vormittag erschienen im hiesigen Rathaus die Kriminalpolizei, sowie SA.- und SS.-Leute, die die Eingänge des Rathauses besetzten. Die Kri­minalbeamten nahmen alsdann Bürgermeister Dr. Schlosser (SPD.) und Stadtrat Dr. Keller (Stp.), den Dezernenten des städtischen Schulwe­sens, in Schutzhaft.

SriefTaffen der Redaktion

lRechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung)

O. D. in G. Die VerseDrum tanzen auch der Kuckuck und sein Küster auf ihm die Kreuz und Quer" imRhe'.nweinlied" von Matthias Clau­dius dürsten s ch auf den Kuckuck und den Wiedehopf beziehen. 03etgI. hierzu Meyers Lexikon, VII. Auslage, V. Band, 3g. 1771, Ar­tikelHopfe".

Wirtschaft.

Sranffurf uneinheitlich, meist schwächer.

Frankfurt a. Oll., 14. März. (WTB. Draht­meldung.) Bei verhältnismäßig kleinem Geschäft eröffnete die heutige Börse in uneinheitlicher Haltung, im Verlaufe war sie aber meist schwä­cher. Hach den gestrigen Befestigungen zeigte die Kuli se Re lifationSne'gung 'umal von der Kund­schaft nur in geringem Wim a iye Orders gegeben worden waren und es allgemein an Anregungen fehlte. Die weitere Beruhigungin der ameri­kanischen Banlensituation und die merkliche De- feftigung des Dollars fanden wenig Beachtung. Etwas Verstimmung bereitete die Schwäche eini­ger Spezialaktien, insbesondere der sogenannten Tarifwerte, bei denen man infolge der Wlmgc- ftaltung der Kommunen mit der Möglichkeit einer Revision der Tarife rechnet. So lagen z. B. Be- kula nach Minus-Minus-Rotiz schließlich 3.25 Prozent schwächer, auch Licht und Kraft waren mit minus 2,5 Prozent sehr gedrückt. Ferner verloren Siemens 2 Prozent, AEG., Selsentirchen und Schuckert je 0,65 Prozent, während Schwach­strompapiere, wie Lahmeyer, Felten bis zu 1 Pro­zent gewannen. 3m allgemeinen betrugen die Ab­weichungen nach beiden Seiten etwa 0,50 bis 1 Prozent. Darüber hinaus lagen einerseits Har- pener 2,75 Prozent und Aku 1,75 Prozent schwä­cher, andererseits Tietz 1,50 Prozent höher. Wlebertoiegenb von 0,25 bis 0,75 Prozent höher lagen auch Montanwerte, für die weiterhin 3n- terefse aus dem Revier bestand. Von sonstigen Standardwerten gaben 3G. zunächst 0,50 und dann weitere 0,50 Prozent nach, während Reichs­bank etwas fester tendierten. An den Heben- märkten betrugen die Veränderungen 0,25 bis 0,50 Prozent.

Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen bei kleinem Wlmsatz 0,13 bis 0,25 Prozent niedri­ger, späte Reichsschuldbuchforderungen blieben m.t 79 25 Prozent unverändert. Goldpfandbriefe blieben in der M.hrzahl beh upt.t, vereinzelt ergaben sich Erhöhungen von 0,25 Prozent. Ciquibatonäpfanbb.itfe tendierten uneinheitlich, wogegen Kommunalobligationen noch eher etwas angeboten waren. Staats- und Stadtanleihen, sowie 3ndustrieobligationen zeigten kaum Ver­änderung. Fremde *2B'rte lagen geschäftslos: Tagesgeld war zu 3 75 Prozent unverändert und leicht.

Berlin uneinheitlich, doch nicht unfreundlich.

03erlin, 14. März. (WTB. Funkspruch.) Eine freundliche Stimmung wurde zu Beginn der heu­tigen Börse durch weiteres Angebot in Tarifwer­ten gestört. Es lagen zwar wieder Publikums­aufträge vor, doch waren mehr als in den Vor­tagen beide Seiten vertreten. Man hatte den Ein­druck, als ob die Kundschaft eine gewisse 6nt- lagcrung ihrer Engagements vornimmt, aus den in der letzten Zeit favorierten Werten herausgeht und zurückgebliebene Papiere lauft. Die Tendenz war daher sehr uneinheitlich. Die Kursabweichun­gen hielten sich aber im allgemeinen in bescheide­nen Grenzen. Trotzdem war die Grundstim - mung nicht unfreundlich, zumal die Festigkeit des Dollars und die Beruhigung in der amerikanischen Bankensituation ebenso wie der Bericht der Berliner Handelsgesellschaft einen gu­ten Eindruck hinterließen. So kam es, daß He­benwerte Gewinne bis zu 2 Prozent erzielten, Buderus zogen fogar um 2,25 Prozent an und Schubert & Salzer gewannen 4,75 Prozent, wäh­rend die Tarifpapiere bis zu 2 Prozent im Durch­schnitt einbühten. Mit minus 3,25 Prozent lagen Hamburger Elektrizitätswerke besonders matt, wobei vielleicht die gemeldete Wlebemahme des Elektrizitätswerkes Billstedt bei Ham­burg aus dem Besitze der Gessürel als ungünstig angesehen wurde. Relativ wider­standsfähig und teilweise fester (auch die Um­sätze waren im Vergleich zur übrigen Börse etwas größer) lag der Montanmarkt, an dem nur Harpe- ner 1,25 Proz. einbühten. Auf die zu erwartende Dividendenlofigkeit waren heule erstmalig Berlin- Karlsruher 3ndustriewerke gedrückt und büßten 4,5 Proz. ein. Auch im Verlaufe verstimmte die Schwache der Tarifwerte und führte zunächst zu weiteren Kursabbröckelungen. Später wurde c8, von Siemens und Deutsche Waffen ausgehend, aber allgemein wieder freundlicher.

Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchsorderungen waren bis zu 0,25 Prozent gebessert, 3ndustrieobligatio- nen zogen bis zu 1 Proz. an. Goldpfandbriefe la­gen vernachlässigt, ebenso Auslandsrenten. Die Situation am Geldmarkt war unverändert. Der Tagesgeldsah blieb bet 4,38 Proz. an der un­teren Grenze stehen. Rach Privatdiskonten be­stand geringe Hachsrage, auch Reichswechsel per 10.3uni wurden in kleinen Posten umgesetzt. An­stelle der per 16. Oktober ausverkauften unver­zinslichen Schahanweisungen des Deutschen Rei­ches wurde eine neue Tranche per 15. Rovember aufgelegt.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Liebes Elektrizitätswerk!

Richt nur Deine Schienen und die dazu go- hörige Leitung verbinden Wieseck mit Gie­ßen, es wird bei der Pflege der zarten Bo- ziehungen von mir unangenehm empfunden, daß Dein letzter Wagen Sonntag wie Werktag schon um 1/4 vor 11 startet. Zwar schreib ich nicht alsEiner für Viele", aber nach meinen Beobachtungen zu urteilen, würde auch ein allerletzter Wagen so gegen V212 sicher noch genügend Fahrgäste finden. Wenigstens am Sonntag und ein- bis zweimal in der Woche eventuell nach den Abonnementsvorstellungen des Theaters. Das MottoGeh auch mal aus" wird sonst zu einer 3llusion, und die verwaisten Straßenbahnschienen dienen nach 1/i vor 11 Uhr nur noch zur Orientierung verspäteter Fuß­gänger. Probte 's mal, und zeig Deinen Sinn für Dienst am Kunden"! Vielleicht kann dieser aller­letzte Wagen ja in Wieseck übernachten, und morgens als erster zurückfahren, aber das fei Dir überlassen! Ein Verlehr.sachverständiger.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hat sich weiter behauptet und ist sogar im Westen wieder angestiegen. Entsprechend dem westöstlichen Verlauf der Isobaren haben die Winde mehr nach Westen zu umgedreht, so daß un­ter dem Einfluß der Störungstätigkeit im Norden ozeanische Luft nach Deutschland gelangt. Somit dürfte es auch bei uns zu Dunst- und Wolkenbil­dungen kommen, doch bleibt es infolge des hohen Druckes vorerst noch trocken. Da Ein- und Aus­strahlung dadurch behindert werden, gleichen sich die starten Temperaturgegensätze zwischen Tag und Nacht etwas aus.

Aussichten für Mittwoch: Dunst- und Wolkenbildung, noch trocken, Temperaturgegen­sätze fia) etwas auögleiüjeno.

Aussichten für Donnerstag: Dunstig und bewöllt mit Aufheiterung und meist trocken.

Lufttemperaturen. Am 13.März, mit­tags: 11,6 Grad (Self., abends: 3,1 Grad ©elf. Am 14. Mär^ morgens: 2,1 Grad ©elf. Maxi­mum: 12,2 Grad ©elf. Minimum:3,5 Grad ©elf. Sonnenschemdauer: 9 Stunden.

Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 13. März, abends: 7,0 Grad ©elf. Am 14. März, morgens. 1,9 Grad ©elf.

Rirtbficbe Jiotbnthfen.

Evangelische Gemeinden.

Mittwoch, den 15. März.

Johanniskirche. 18 Uhr: 3. Passionsandacht. Pfar­rer Ausfeld.

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