Ausgabe 
13.12.1933 Erstes Blatt
 
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Heimkehr in ein neues Deutschland.

Oer Führer begrüßt den von einer einjährigen Weltreise zurückgekommenen KreuzerKöln".

Wilhelmshaven. 12. Dex. (WTB.) Dem heutigen festlichen Empfang des Kreuzers ö I n, der von feiner ersten Weltreise zurückgekehrt ist. kommt eine ganz besondere Bedeu­tung zu. Als Deutschland noch von Porteihader zerrissen war. als roter Terror die Strohe regierte, lief dos schmucke Schiff vor einem Jahre am 8. Dezember 1932 von Wilhelmshaven zu seiner gro­ßen Weltreise aus. Seitdem hat sich der überwäl­tigende Umschwung in Deutschland vollzogen. Die Besatzung der ,Jlö(n" hat das neue Deutsch­land noch nicht gesehen und wird nun bei der Rückkehr ins Dritte Reich das gewaltige Wun­der der Einigung aller deutschen Volksschichten mit eigenen Augen schauen. Allerdings Hot sie das be­sondere Erleben gehabt, als e r st e s Schiff der deutschen Reichsmarine den Führer am 25. Mai 1932, also lange vor der Uebernahme der Kanzlerschaft, als Gast an Bord begrühen zu können. Dort schlugen schon damals dem Kämpfer begeisterte Herzen entgegen.

Aus hoher See brachte der Funk dem Schiff die Nachricht, dah nach dem gewaltigen Umschwung an den Masten des Kreuzers wiederdioalten ruhmreichen Farben der deutschen Kriegsmarine gesetzt werden dürfen, die Far­ben, für die die ersteÄoln" im August 1914 ruhm­reich bei Helgoland unterging und, unter denen gleichfalls im Kriege die zweiteStöln" gegen den Feind fuhr.

Der Führer trifft ein

Grau und diesig ist der Himmel, kaum eine Sicht von 100 Meter in den frühen Morgenstunden. Glatt­eis aus den Straßen: Das ist der erste Eindruck, den man bei der Ankunft in Wilhelmshaven bekommt Die Stadt trägt Flaggenschmuck. Aus den Türmen der Wersteinsahrt flattert di« Reichskriegsflagge. Am Ausrüstungskai. dem Anlegeplatz des Kreuzers lind zwei riesige Kandelaber errichtet, die ein Rie­sentransparent mit der Aufschrift haltenDeutsch­land ist erwacht!"

Mit Windeseile hatte sich die Kunde in der Stadt verbreitet, daß der Führer selb'st an den Feierlichkeiten zum Empfang des KreuzersÄöln" teilnehmen werde. Dichte Scharen umsäumten zur festgesetzten Stunde die Zufahrtsstraßen vom Bahnhof bis zur Werft. SA., Stahlhelm, Hitler­jugend und Hitlermädels und die Schuljugend bil­deten aus dem kilometerlangen Weg bis zur Müh- lenberg-Kaserne, in der der Führer mit seiner Be­gleitung eintreffen wird, Spalier. Vor dem Bahn­hof hatten sich Abordnungen der SA. mit ihren Sturmsahnen aufgestellt. Punkt 12.46 Uhr traf der Führer mit dem Zug auf dem mit Flaggen reich geschmückten Bahnsteig ein, wo er von einem Hit- lermädel einen Strauß roter Rosen als Willkom- mensgruß erhielt.

Auf dem Kasernenhof der Mühienberg-Kaserne waren die Truppenteile des Standorts Wilhelmshaven und der in Wilhelmshaven ansässigen Seestreitkräfte in einem offenen Karree anqetreten. Unter den Klängen des Prä- sentiermarschs schritt der Führer in Begleitung des Reichswehrministers und des Stationschefs sowie des Festunqskommandanten die Front ab.

Der Führer begab sich dann zur Marine­werft, wo Konteradmiral Maasmann einen Heber- blick über die gegenwärtige Werftorbeit gab, dem der Führer aufmerksam folgte. Der Kanzler schritt bann mit seiner Bealeitung die lange Front der gesamten Werftbelegschaft ab und begab sich zum Ankerplatz des KreuzersÄölnw.

An Bord des KreuzersKöln"

Schon von weitem bemerkte man den vor der Einrahrt ankernden schlanken, grauen Leid des Kreuzers, dessen Besatzung in Paradeaufstellung unter Gewehr an Deck angetreten war. Als der Führer den Moienkopf erreicht hatte, setzte sich der Kreuzer langsam in Fahrt und zog unter Muiik- klangen an dem Führer vorüber in d i e Schleuse e i n. Den Höhepunkt des Empfangs bildete der Besuch des Kanzlers an Bord. Nach dem Rundgang des Führers trat der größte Teil der Besatzung auf der schanze des Schiffes an, wo zu­nächst Reichswehrminifter Generaloberst o. Blom­berg herzlicheBegrüfjungsroorte sprach. Er führte aus:

Besatzung des Kreuzers Köln!"

3d) bringe euch den willkommens- gruß de» Oberbefehlshaber» der Wehrmacht, des Generaifeldmarschalls von Hindenburg. Seine Gedanken wellen hier.

In feiner eindrucksvollen Ansprache erinnerte der Führer einleitend an die Zeit, in der vor einem Jahr die Besatzung des Kreuzers ein Deutschland verließ, das 15 Jahre hindurch jede Schande und Schmach willenlos ertragen hatte, das 15 Jahre hindurch bereit war, auf feine Lebensinteressen immer wieder Verzicht zu leisten. In Deutschland habe sich gerade während der Reise dieses Kreuzers eine große Umwandlung vollzogen Die- Männer des November 1918 und ihr Reich seien aestürzt worden. Die deutsche Nation habe s i ch felbft wiedergefunden Von dem Haß und der Abneigung unserer Gegner in der Welt gegen diese Wiedererhebung des deutschen Volkes sei die Besatzung derKöln" besonders betroffen worden. Denn in ihnen habe man, obwohl sie in der Fremde waren, immer doch d i e Repräsen­tanten des heutigen, ihnen verhaßten Deutschlands gesehen. Damit habe sie die Welt allerdings recht beurteilt. Denn Soldaten könnten niemals etwas anderes fein als die Repräsentanten ihres Volkes. Unter den ver­gangenen Regierungen feien sie es nicht gewesen. Die Männer, die einst das November-Deutschland schufen, hätten niemals innere Beziehungen zu denen unterhalten, die Deutschland einst verteidigt und es in Zukunft zu beschützen hätten

Ich möchte Ihnen, betonte der Kanzler, hier nicht nur namens der deutschen Regierung, son­dern namens des ganzen deutschen Volkes d a - für danken, daß Sie die Ehre des deutschen Volkes in diesen IHonaten in der weit würdig vertreten haben. Er habe aus den Berichten der Presse ersehen, wie sich die Bejahung des Kreu­zersKöln" trotz aller Anfechtungen und trotz aller Hetze Achtung und Anerkennung erworben habe. Ebenso wie wir in der Heimat, so habe die Besatzung mit zulommen- gebiffenen Zähnen unermüdlich und beharrlich das Recht des deutschen Volkes vertreten und für Deutschland geworben.

Deutschland sei der Welt mit dem aufrichtigen Bekenntnis zum Frieden entgegengetreten, aber

Er hat die langen THonate hindurch eure Reife mit Interesse verfolgt, zufrieden und siolz, daß die Vcsahnng dieses schönen Schiff» überall in der wett sich de» deutschen Hamen» würdig er­wiesen hat. Ich bringe euch weiter die W i l l - kommensgrüßederganzen deutschen Wehrmacht. Eure Kameraden wissen, daß die Zeit, in der dieses Schiff au»li«f. und die Zeit, in der dieses schöne Schiff einfährt, e 1 n andere» Deutschland darbielet. Volk und Wehrmacht sind eins. Darüber hinaus find wir unzertrennbar von dem wann, der dieses neue Reich ersann, erkämpfte und nun führt. Seine Sorgen sind unsere Sorgen, seine Freuden find unsere Freuden und sein Stolz und seine Ehre ist auch unser Stolz und unsere Ehre. Vichts kann uns trennen." Nunmehr trat der Kanzler an das Schiffsmikro­phon, das die Rede auch der auf den Kaimauern harrenden zahllosen Menschenmenge vermittelte.

auch mit der nachdrücklichen Erklärung, daß wir für unsere Ehre und das Lebensrecht des Volks jederzeit eintreten werden. Das bedeute keine Kampf­ansage. sondern dte Forderung nach glei­chem Recht, das wir ebenso wie andere Völker für uns m Anspruch nehmen könnten

Der Führer sprach dann im einzelnen von dem Geist des neuen Deutschlands, in das die Besatzung des KreuzersKöln" nun heimgekehrt sei. Ein ge­meinsamer gigantischer Volkskampf gegen die Not sei in Deutschland inzwischen entbrannt. Mit Stolz könnten wir heute schon bekennen, daß dieser ein­jährige Krieg gegen die Arbeitslosigkeit nicht u m I o n (1 gewesen ist Vieles habe sich bereits gebes­sert, und die Menschen in Deutschland hätten wie­der gelernt, sich zu verstehen. Und dieses wieder- erstandene deutsche Volk heißt Sie in der Heimat herzlich willkommen und dankt Ihnen, daß Sie die Ehre unseres Volks der Welt gegenüber so tapfer vertreten Haden."

Der Führer schloß seine eindrucksvolle Ansprache mit einem dreifachen Heil auf unser deutsches Volk, unser Deutsches Reich und feine Wehrmacht. Zum Schluß dankte der Ches der Marineleitung, Admi­ral Dr. h. c. Raeder, für die herzliche Begrüßung. Die Besatzung sei stolz und hocherfreut darüber, daß der Kanzler es sich nicht habe nehmen lassen, sie zu begrüßen. Admiral Raeder gelobte Treue ge­mäß der Tadition von Coronel und Falkland. Seine Worte klangen aus in ein begeistertes Hoch und dreifaches Hurra auf den alten ehrwürdigen Ober­befehlshaber der Wehrmacht und den Führer und Volkskanzler der deutschen Nation Adolf Hitler. Darauf erklang das Deutschlandlied und das Horst- Wessel-Lied. In der Offiziersmesse wurde dem Kanz­ler der Ehrenbürgerbrief der Stadt Wilhelmshaven, Den man in ein kunstvoll ausgefertigtes Modell des KreuzersKöln" gelegt hatte, feierlich überreicht. Die Abfahrt des Kanzlers gestaltete sich abermals zu einem wahren Triumvh- Zug. In Oldenburg, Bremen und besonders in Uel- Zen, wo der Zug wenige Minuten Aufenthalt nahm, hatten sich Tausende auf dem Bahnsteig eingefun­den, die dem Führer, der sich freundlich lächelnd am Fenster zeigte, begeistert zujubelten.

9er WiMommensgruß des Kanzlers.

Oer erste nationalsozialistische Reichstag eröffnet.

Oie Feffgostesdienste.

Berlin, 12. Dez. (ERB.) Aus Anlaß der Er- Öffnung des neuen Reichstags fand heute um 12 Uhr im Berliner Dom in Anwesenheit des Reichspräsidenten, mehrerer Reichsminister, sowie zahlreicher Vertreter der Reichs- und Staatsbe- Hörden, der SA. und fast aller Reichstagsabgeord­neter evangelischen Glaubens ein feierlicher Fest- g o 11 e 9 b t e n ft statt, bei dem Hofprediger D. Döhring die Festpredigt hielt und Reichsbischof Müller Gebet und Segen sprach. Man bemerkte unter den Teilnehmern Reichsinnenminister Dr. Frick, Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. Krosigk, Reichsarbeitsminister S e 1 d t e. den Wehrkretskommandeur General der Infanterie von Fritsch. Gruppenführer v. D e 11 e n , den Dun- deshauptmann des Stahlhelms Major a. D. von Stephanie. Punkt 12 Uhr traf Reichsprä­sident o Hindenburg in Begleitung von Staatssekretär Meißner vor einem Nebenportal des Doms ein, wo er von Hofprediger Döhring enwfangcn wurde. Er durchschritt ein Spalier der SR. und Hitler-Jugend bis zum Haupteingang der Kirche. Hier erwartete Reichsbischof Müller den Reichspräsidenten, um ihn in das Innere des Gotteshauses zu geleiten. Dem Reichspräsidenten würben beim Verlassen des Domes von einer grö­ßeren Menschenmenge lebhafte Ovationen bärge- bracht

3n ber St Hebwigs-Kathedrale fand um 11 Uhr ein feierliches Hochamt aus Anlaß der Eröffnung de» Reichstag» statt Die Kirche war von Gläubigen überfüllt. Unter den zahlreich anwesenden Reichstagsabgeordneten. Vertretern ber .Heidj-.?- unb Canberregierung sah man auch ben Vizekanzler v Papen. Kapitularvikar Dr. Stein- mann 3rtebrierte ein feierliches Leviten-Hochamt, bas bet Basilika-Chor mit gregorianischen Ge- angen begleitete. Nach bem Hochamt stimmte Kapitularvikar Dr. Steinmann, am Fuße be» Hoch- altar» fmeenb, das Veni Creator Spiritus an Die peier schloß bann mit bem Gemeindegesang ber deutschen Heber,eyung biese» Liebes:Äomm vchöpsergeist. kehr bei uns ein".

Von allen öffentlichen Gebäuden der Reichshaupt- stabt, von ber Krolloper und ben vier Ecktürmen des gegenüberliegenben Reichstage» wehen am Dienstagmorgen bie Flaggen. Berlin feiert bie Er- Öffnung be» ersten nationalsozialistischen Reich», tage» ber Lolkgemeinschatt. in Dem t» keine Par­teien mehr gibt. Aeußerlich kommt bas schon beim Betreten be» ÄroQgebäube» darin zum Ausdruck, bah bie große Tafel am Eingang, die früher die einzelnen Fraktionssitzungen anzeigte und mit ihren 16 Reihen dafür manchmal kaum ausreichte, heute saft verwaist aussieht. Außer den Sd)ilbcm de»

Aeltestenrates und des Reichstogsvorstandes steckt nur noch das Schill» ber nationalsozialistischen Reichstagsfraktion an der Tafel.

3m Plenarfaal Der KroUoper ist ein Heer von Beamten tätig, um bie letzten Vor­bereitungen für bie Reichstagseröffnung zu treffen Da ber Saal zuletzt nur etwa 600 Parkettplätze hatte, ber neue Reichstag aber 661 Abgeorbnete Zählt, mußte eine Ergänzung d e s Gestühl» um einige Reihen erfolgen. Die Lebertaschen, bie am Rucken jebes Stuhls für Drucklachen und otimmtarten angebracht sind, sind mit Drucksachen- material für die neuen Abgeordneten dicht gefüllt, und immer wieder kommen neue Ladungen, die verteilt werden müssen.

Die P l a tz v e r t e i l u n g im neuen Reichstag ft in der Weile durchgeführt, dah in der Mitte Der ersten Reihe nebeneinander Reichskanzler Adolf Hitler, die Reichsminister Heß, Dr. Frick unö Göring sitzen. Zu beiden Seiten folgen Dann

weiter in der ersten Reihe der wetteren Sektoren bie Minister Darri, Dr. Goebbels, Selbte unb Vizekanzler o. Popen sowie sämtliche R e i ch s st a 11 h a l t e r, ber Führer ber Arbeits­front Dr. Ley, ber Führer ber Rechtsfront Staats­minister Dr. Frank, sowie einige Cänberminifter. In ber zweiten Reihe hoben ihre Plötze die Mini- fterpräfibenten der Länder sowie weitere Lander. Minister, ferner die Staatssekretäre, die preußi- ßischen Ober Präsidenten, Alterspräsident Litz- mann, der Reichsführer der SS. Himmler, Prinz A u g u ft Wilhelm von Preußen und der frühere Reichsminister Dr. Hugenderg

Schon lange vor 15 Hhr beginnt sich ber Plenar- saal zu füllen. Es entsteht zunächst ein allge­meines suchen nochbenPlatzen.bie aber mit Hilfe einer Hebrrsichtstofel. die außerhalb des Sitzungssaals aufgebängt Ist. bald gefunden werden. Der ganze Saal bildet ein wogendes Meer do n braunen und schwarzen S A. - unb 5 6 -Uniformen, ab unb zu unterbrochen

durch einen dunklen Zioilanzug und eine Stahl­helmuniform. Als erstes Mitglied der Reichsregie- rung erscheint Vizekanzler von Popen im Saal, in Zivil Auch Alterspräsident Litzmann, der von vielen Fraktion-Mitgliedern herzlich begrüßt wird, tragt einen schwarzen Anzug mit dem Eiser­nen Kreuz auf der Brust. An ben Regierungstischen hoben einige Staatssekretäre unb höhere.egie- runggbeamte Platz genommen. Am Reichsratsttsch sitzen die Berliner Gesandten ber beutschen La über. Die Tribünen, für die die Karten schon lange Zett vergriffen waren, sind dicht besetzt. Auch die Diplo- matenloge weist eine starke Besetzung auf. In ber vordersten Reihe sieht man u. a. ben italienischen Staatssekretär des Auswärtigen, S u v i ch.

Kurz nach 15 Hhr begibt sich der Präsident des vorigen Reichstags

Mimsterpräsibent Göring

zum Platz des Präsidiums unb eröffnet bie Sitzung: Meine Herren Abgeordneten! SA - Kameraden!

Nach tz 13 unserer Geichostsorbnung führt, wenn der Reichstag nach einer Neuwahl Zusammentritt, bis zur Uebernahme bcs Amts durch den ncuge- wählten Präsidenten der Präsident de» letzten Reichstags den Vorsitz. Dementsprechend eröffne ich die Sitzung und ernenne zu vorläufigen Schriftführern bie Abgeordneten Börger, Dr. Decker- Potsbam, Linber unb Oberlinbober* Ich bitte bie Herren, hier oben Platz zu nehmen.

Roch wetteren geschästsorbnungsmäßigen Mitteilungen wirb zur wohl des Präsi­diums geschritten. Abg. Dr. F r i ck schlägt vor, durch Zuruf zu wählen zum Präsidenten des Reichstags den bisherigen Präsidenten Herrn Abg. Göring, zum Stellvee- r e t e r des Präsidenten ben bisherigen präsi- denlen de» preußischen Landtags Herrn Abg. k e r r I, zum weiteren Stellvertreter den bis­herigen Präsidenten des vaycrijchen Landtages Herrn Abg. Lsfer und zum dritten Stellver­treter des Präsidenten den Herrn Abg. von S I o u h. Die oorgeschlagenen Mitglieder de» Präsidiums werden einmütig durch Erheben von ben Sitzen gewählt. Sie erklären sich zur Annahme der Mahl bereit

Es folgt ber Vorschlag bes Präsidenten für die Wohl ber Schriftführer. Der Präsident schlägt vor, folgende 12 Abgeordnete zu Schriftfüh­rern zu wählen: Dr. Albrecht (Ibüringen), Börger, Dr. Decker (Potsdam), Dr. Fischer (Berlin), Kasche, Linder, Dberlinbobcr, Gras v üuaöt zu Wyckrath und Jsny, Steuer, Wigand, Wolkersdörser und Dreher. Auch die Schriftführer werden in dieser vom Präsidenten oorgeschlagenen Zusammenstelling einstimmig gewählt. Zur Abkürzung des Verfah­rens erhält ber Prösibent die Ermächtigung, bie Ausschüsse im Einvernehmen mit bem Frok- tionsvorsitzenden zu konstituieren unb ebenso bie Beiräte bei den oerfdjiebencn Reichsministerien zu bestimmen. Ferner wirb ber Präsident ermächtigt, alle Petitionen ben zustänbigen Ministerien zur Prüfung zu überweisen. Der Präsident erbittet unb erhält schließlich noch bie Ermächtigung, baß er ben Zeitpunkt unb bie lagesortknung ber näch sten Sitzung selbst bestimmen kann.

Keichstaaspräsivent Görinq

fährt bann fort: Meine Herren, meine Kameraden! Ich darf darauf Hinweisen, dah der Herr Reichs­kanzler heute nicht anwesend fein kann unb barf daher auch meinerseits alle weiteren Ausführungen, bie ich als Präsident zur Lage zu machen hätte, a u f jenenTagzurückstellen, an bem derHerr Reichskanzler selbst hier auch bas Wort ergreifen wirb. Für heute barf ich Ihnen ben Dank aussprechen für bas Vertrauen, das mich wiederum auf diesen Platz berufen hat unb barf Sie nun als neugewählter Präsibent be­grüßen. Sie werben verstehen, befonbers meine Herren Parteigenossen, mit welchem Glücks- und Stolzgefühl es mich erfüllt, Präsident eine» nationalsozialistischen Deutschen Reichs­tages fein zu dürfen.

Wer wie ich in den vergangenen Jahren erlebt hat, wie das deutsche Parlament zum Schluß aus­geartet war, der wird begreifen, mit weich' innerer Befriedigung wir auch hier zurückblicken dürfen auf die gewaltige Arbeit, die unser Führer getri­ftet hat. Gestern hat Ihnen der Führer bei ber Verpflichtung in großen Zügen bie Ziele unb bie Pflichten aufgezeigt, zu beren Erfüllung Sie beru­fen finb. Vor allem aber hat er feine Rebe bahin zusammengefaßt, baß bie Reichstagsfroktion i n voller Geschlossenheit mit ber Reichs- regierung bem beutschen Volk beweisen soll, daß bas gewaltige Vertrauen, bas bas beutlche Volk uns gegeben hat, gerechtfertigt ist Un­tere Arbeit, unser Dienen, unser Tun soll unb barf darf nurdemVolk gewidmet sein. Und so lass-? Sie mich heute die Sitzung schließen, indem Ich Sie bitte, mit mir einzustimmen in ben Rus. Diesem beutschen Volk und feinem Kanzler ein dreifaches Sieg-Heil'

Die Abgeordneten erheben sich von den Plätzen unb stimmen breimal in ben Heilruf ein. Präsident Göring erklärt dann unter lebhastem Beifall des ganzen Hauses die Sitzung um 15.20 Uhr für ge- schlossen.

Die Zusammensetzung der Ausschüsse.

Der Reichstag hat in seiner ersten Sitzung die wichtigsten Reichslagsausschüsie bereit» gebildet. Dem aelteftenrat, ber 21 Mitglieder zahlt, gehören u a. an in ihrer Eigenschaft al» Abgeordnete bie Reichsminister Darrt, Dr. Frick, Dr. Goebbels, fRohm. Heß und Selbte, Vizekanzler v Papen, Reichsstatthalter Ritter von Epp, Staatsminister Dr. Frank, ber SS.-Führer Himmler, ber frühere Reich». Minister Dr. Hugenderg, ber Führer der Arbeits­front Dr. Ley und Oberoräsidrnt Kube.

Der AusschußzurWahrungderRechte der Volksvertretung tagt unter bem Vorsitz &f9Jöbg. Staatsminister Dr. Frank. Unter seinen 28 Mitgliedern befinden sich die Reichsminister Dr. Goebbels, Darrt, Heß und Seldle, ferner Polizei- general Daluege, Staatssekretär Dr. Freister, die Landerminister Klagaes und Marschler und Staats­sekretär Reinhardt. Zu ben Stellvertretern ber or­dentlichen Mitglieder de» Ausi'chusses gehören der sächsische Ministerpräsident v. Killinger, bie Reichs- stattbalter Murr und Mutschmann, Rechtsanwatt Dr Grimm (Esten), ber SS -Führer Himmler, der bayri'che Minister Wagner und der Präsident ber Prestekammer Amann.

Auch ber Auswärtige Ausschuß Hhll 28 Mitglieder^ Den Vorsitz fuhrt wieder Reichsinnen. Minister Dr. Frick Zu feinen Mitgliedern gehören Vizekanzler v Papen und Reichsminister Röhm, bie Reichsstatthalter Ritter o. Epp, Loeper, Rover und

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