Ausgabe 
13.12.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 29? Erstes Blatt

183. Jahrgang

Mittwoch, 13. Dezember 1933

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GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drud und Verlag: vrühl'sche UnioersttSt§-vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. 8christleitung und Geschäftsstelle: ZchnMaße 7.

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Chefredakteur

Dr Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An­zeigenteil L D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

Oie Entwurzelten.

Eines vermißt man in diesen Tagen, da es zum ersten Mal seit 18 Jahren wiederum Weihnachten cls wahres Friedensfest zu feiern gilt und da da? deutsche Volk eine Einheit der Seelen und Herzen erreicht hat, die wie ein himmlisches Wunder er­scheint. Eines vermißt man: daß in den Grenz­orten im Osten und Westen die Männer erscheinen, die einstmals Führer der deutschen Ar­beiterschaft oder auch Regierende im deutschen Staate waren, die dann geflüchtet sind, weil sie Glaubten, im neuen Deutschland nicht leben zu tonnen und die heute, wenn sie wirkliche Kerle wären und es ehrlich meinten mit ihrer so oft ge­rühmten Liebe zum deutschen Volk, also sprechen müßten:Wir haben schwer geirrt und haben auch schwer gesündigt. Aber wir uns überzeugt, daß unser ganzer Kampf einem Wahngebilde galt und mir f i n o bereit, alles wieder gut« 3 u m a d) e n. Wir nehmen jede Strafe auf uns, die gegen uns verfügt werden wird, denn w i r können ohne Heimat nicht leben und mir wollen in bie Volksgemeinschaft der wir mit allen guten und schlechten Eigenschaf­ten entsprossen sind, zurück, auch wenn der Weg dazu durch ein Sammellager führt!"

Nicht einer aber von denen, die über die Grenze gegangen sind, lenkt seine Schritte der Hei­mat zu und spricht diese Worte. Dies beweist en minderen menschlichen Rang dieser sogenannten Führer. Da das nationale Erwachen nicht auf Deutschland beschränkt geblieben ist, so trifft sie Ver­achtung überall dort, wo sie sich zu Fremdenlegio- nären gegen ihr Vaterland erniedrigen. Die gleichen Bekundungen des wurzellosen Intellekts ober des marxistischen Klassenkampfes, um derentwillen bie Emigranten die Heimat verlassen mußten, führen nun dazu, daß auch im Auslande mehr und mehr die Blicke für die tiefen Hintergründe der deutschen Revolution geöffnet werden. In Paris brach dieser Tage das Publikum einer Bühne in den RufHeil Hitler!" aus, als dort die frivolen Ferkeleien eines deutschen Emigranten ausgeführt wurden. Und so ist es überall.

Der gesund und national empfindende Franzose toirb es niemals verstehen, daß man feine Heimat sHmäht. Es mehren sich bie französischen Stimmen, die eine Ausweisung der Emigranten fordern. Der Pariser Polizeipräfekt hat jetzt noch ein llebriges ge­tan und diesen sauberen Herrschaften bie politische Betätigung überhaupt verboten. In Holland ist das Entstehen einer scharf nationalen Bewegung mit antimarxistischen Vorzeichen ganz allein auf das Ge­boren und die Hetze der Emigranten zurückzusüh- ren. In England, in der Tschechoslowakei, selbst in dem Wien des Herrn Dollfuß, hat man Angst be­kommen vor der mehr als anrüchigen Bundes­genossenschaft jener Herren, die mit gefüllten Taschen üfcer die Grenze gingen, als das deutsche Volk zu sich selber zurückfand. Niemand will bie Emigranten Hoden, das Neueste, ihre geplante Ansiedlung in Süd­amerika, wird von den südamerikanischen Staaten mit äußerster Entrüstung zurückgewiesen. Einzig und allein dort aber, wo augenblicklich mit Bombe und Handgranate, also durch den Ein- svtz des Lebens, für den Sieg des Klassen­kampfes und des Marxismus gestritten wirb, näm­lich in Spanien, ist n i ch t einer dieser Helden zu fiTben.

Dafür aber wird jetzt bekannt, zu welch ver­brecherischen Entschlüssen sich die nach Frankreich !eilüd)teten Emigranten bereitgefunden haben. Zwi- chen dem 21. und 26. August 1933 tagte in Paris er erfte Internationale Sozialisten- kvngreß. Don deutscher Seite nahmen an diesem unter dem Vorsitz des österreichischen Marxisten Bauer tagenden Kongreß teil: der frühere sozial­demokratische Parteioorsitzenbe Wels, Herr Sch e i b e m an n , ber marxistische Außenpolitiker Rudi Bre itscheid sowie ber frühere Reichs- bonnerführer Höltermann. Sie können es nicht vergessen, daß sie bie Berliner Fleischtöpfe Hals über Kopf verlassen haben und müssen nun irgendwo in der Fremde, nachdem die finanziellen Reserven aufgebraucht sind, vielleicht eine Hunger­leiderexistenz führen. Sie haben Rachepläne ge­schmiedet und die moralische Unterstützung ber übrigen sozialistischen Parteien aufgerufen, bamit ihnen von bort Hilfe wird. In edlem Wettbewerb befürworten sie den Boykott, bie Transportsperre, dis Agitation bei ben Parlamenten der fremden Mächte, damit nur alles gegen Deutschlands Gleich­berechtigung geschieht, ja, der ehemalige Reichs- bennergeneral Hörsing geht sogar so weit, daß (i die Aufstellung bewaffneter Formationen ins Auge faßt, an deren Spitze er bann in Deutsch­land einmarschieren will. Dazu natürlich Rund- funfblotfabe, Greuelmärchen und was sonst noch in dürfe Giftküche hineingehört. Daß aber Herr Breit- fdieib, der selbst einmal ber Ehrgeiz hatte, beutscher Außenminister zu werden, sich soweit vergißt, jetzt hi? Hungerblockade gegen deutsche Frauen und Dnder öffentlich zu propagieren, daß dieselben Herren, bie alle Greuel und Schrecken ber Be> sagungszeit unb ber Ruhrbesetzung miterlebt haben, non mit dem Gebanken einer kriegerischen (Erobe­rung Deutschlands spielen, das ist das Ungeheuer­lichste, was wir von Menschen erleben können, die sich einst selbst Deutsche nannten. Denn sie wissen, bah diese Waffen sich auch gegen die deutschen Frauen und Kinder, daß sie sich gegen die deutschen Arbeiter richten und Hunderttausenden Tod und Untergang bedeuten. Für diese ruchlose Hetze trifft

-Häuf das Wort aus Adolf Hitlers BuchMein >impf" Zu:So wenig die Hyäne vom Aase läßt, >'» wenig läßt ber Marrist vom Landesverrat!"

Erheiternd wirken allerdings bie Vrophezeihunaen her Herren Wels unb Konsorten. Damals, als die lOjenbe Augustsonne üben Paris lag und die Ge- girne etwas zum Einschrumpfen brachte, sagten

Paul-Boncour sucht Rückendeckung für eine Fort­setzung des Gesprächs mit Deutschland.

Der Außenminister berichtet im Kabinett.

Warnung vor zersetzender Polemik.

Paris, 12. Dez. (III.) Außenminister Paul- B o n c o u r erstattete am Dienstag dem Mini­st e r r a 1, der unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik zusammengetreten war, einen umfas­senden Bericht über die auf diplomatischem Wege mit Deutschland gepflogenen Unterhandlungen, sowie über den Meinungsaustausch mit anderen Ländern, der diese Unterredungen begleitet hat Aus der amt­lichen Mitteilung über den Ministerrat geht hervor, daß noch kein Beschluß gefaßt worden ist, sondern daß erst der nächste Ministerrat über die auf dem eingangs erwähnten Wege ermittelten Infor­mationen beraten wird.

Gegen die vielfältigen Kombinationen der fran­zösischen Presse über den gestrigen Besuch des fran­zösischen Botschafters beim Reichskanzler wendet sich eine Erklärung von zuständiger Seite, die den informatorischen Charakter dieser wie der Pariser Besprechung paul-Voncours mit Bot- schafter Koster betont. Auch bie befreundeten Regie­rungen mühten befragt werden, um, wie es heißt, die notwendige Atmosphäre für Verhandlungen zu schaffen. Ein Teil der Presse spricht deshalb von deutsch-französischen Vorverhandlungen, de­ren weitere Verfolgung der Entscheidung einer neuen Beratung des französischen Kabinetts Vorbehalten bleibe.

Gegen die Darstellung verschiedener Blätter, daß Botschafter Franxois Poncet bereits gestern gewisse grundsätzliche Vorbehalte ge­genüber den deutschen Wünschen in der Rüstungs­frage gemacht, ober sogar ein kategorisches Rein aus­gesprochen habe, wendet sich nachdrücklich Fernand de Brinon in derInformation". Ls fei eine schlechte, ja unverantwortliche Poli­tik, schon jetzt mit beffimmlen 3 i f f e r n ; u jonglieren und dadurch eine Polemik zu entfachen. Die französische Regierung habe erst heute zu dem Fragenkomplex Stellung nehmen können. Lin Blatt behauptet, daß das heutige Expose Paul- Boncours im Ministerrat zu einer lebhaften Auseinandersetzung und sogar zu Mei­nungsverschiedenheiten geführt habe. Line Reihe von Blättern meldet, daß dem Obersten Kriegsrat die Rüstungsfragen zur näheren Prüfung unterbrei­tet werden sollen, bevor die französische Regierung endgültig dazu Stellung nehme.

Das Rüstungsproblem.

Der Oberste Kriegsrat wird einberufen. Tardieu int Hintergrund.

Paris, 13. Dez. (ERB.-Funkspruch) Die fran­zösische Regierung hat die Atempause zwischen der Verabschiedung der Steuergesetze unb ben parla­mentarischen Kämpfen um das Budget dazu benutzt, um sich in einem M i nisterat mit ber außen­politischen Loge zu beschäftigen. Paul-Bon- c o u r berichtete über ben Stand ber beutsch-fran- zösischen Besprechungen. Es kam ihm, wie ein so­zialistisches Blatt melbet, darauf an, die Ansicht ber brei Militärmini st er, bes Kriegsmini­ster Dalabier, bes Marineministers Sarraut unb des Luftfahrtministers C o t kennen zu lernen. Offenbar gingen bie Meinungen weit auseinander; auf Vorschlag bes Ministerpräsibenten würbe eine gemeinsame Besprechung ber genann­ten drei M i n i st e r mit Paul-Boncour beschlossen, um ben Stanb ber Verhandlungen mit

Deutschland zu prüfen unb nächste Woche im Mini­sterrat bie Stellungnahme ber einzelnen Persönlich­keiten zu diesen Problemen bekanntzugeben.

Paul-Boncour ist jedenfalls bedacht, sich für jeden seiner außenpolitischen Schritte Rückendeckung bei den militärischen Stellen zu ver­schaffen. Das erklärt auch bie angekünbigte Ein­berufung bes Ober ft en Kriegsrates unb bes Rates ber nationalen Verteibigung. Die Frage ber Vermehrung der deutschen Streitkräfte etwa auf die Stärke eines Rekrutenjahrganges, der durch­schnittlich 300 000 Mann betragen würde, wird in Frankreich auch vom innerpoiitifdjcn Standpunkt lebhaft erörtert. Der Generalstab und die Oppo­sitionsgruppen, an ihrer Spitze Tardieu, lassen heute in der Presse den Gedanken zur Erörterung stellen, was Frankreich tun würde, wenn der deut­sche Standunkt von den Mächten angenommen

würbe, unb Frankreich gezwungen wäre, die z w e i- jährige Dien st zeit wieber einzufüh­ren, um seine Ueberlegenheit zu wahren. Andere Blätter weisen demgegenüber darauf hin, baß Frankreich mit seinen 400 000 Mann unb seinem Vorsprung in den Rüstungen a u f alle Fälle eine gewisse Ueberlegenheit gegenüber Deutschland behalten würbe, wenn auch der Spielraum kleiner würbe.

Ueber ben Fortgang ber diplomatischen Ver­handlungen liegen zwei Projekte in der Luft, bie für ben Gegensatz zwischen ber englischen unb ber französischen Taktik charakteristisch sind: der eng­lische Plan einer Einberufung der S i g- natarmächte des Viererpaktes unb bie in ber französischen Presse heute enthaltene Anregung einer Zusammenkunft bes fran­zösischen Ministerpräsidenten mit dem englischen Premiermini st er.

Der italienische Besuch in Berlin.

Suvich bei den Aeichsininistern Äeuraih und Goebbels.

Berlin, 12. Dez. (TU.) Der italienische Staats­sekretär Suvich stattete heute um 11 Uhr dem Reichsaußenminister Freiherrn v. Neurath einen Besuch im Auswärtigen Amt ab unb besuchte kurz barauf auch ben Staatssekretär bes Auswär­tigen Amtes, v. Bülow. Heute mittag fand in ber italienischen Botschaft ein Frühstück in kleinem

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Staatssekretär Suvich und Staatssekretär Bulow auf der Fahrt vom Bahnhof zum Hotel.

Kreise statt. Am Nachmittag nahm Staatssekretär Suvich an ber Eröffnung bes Reichstags teil. Für ben späteren Nachmittag waren Besuche beim preußischen Ministerpräsidenten Göring, beim Vizekanzler o. Papen unb bei Reichsminister Dr. Goebbels vorgesehen, wobei eine längere Aus­sprache über bie aktuellen Probleme ber inter­nationalen Politik unb bie deutsche Kulturpolitik im besonderen stattfand. Staatssekretär Suvich inter­essierte sich lebhaft für ben Aufbau und die Arbeit bes Propagandaministeriums und besonders für die Reichskulturkammer, in ber bie ständische Organisation aller geistig schaffenden Deutschen

durchgeführt unb im Reichspropaganbaministerium in ber Spitze verankert ist.

Am Mittwochvormittag finbet eine Aubienz beim Reichspräsidenten unb im Anschluß baran ein Empfang du r ch ben Reichs­kanzler statt. Am Mittwochnachmittag besucht Staatssekretär Suvich bas Fascio Jtaliano Am Abenb gibt ber preußische Ministerpräsibent G ö - ring ein Essen zu Ehren bes Staatssekretärs. Am Donnerstag wirb Staatssekretär Suvich an einem Ausflug in bie Schorfheide teilnehmen. In Hubertusstock finbet ein kleines Frühstück statt. Am Donnerstagabend gibt bie italienische Botschaft ein Esfen. In ber Nacht zum 15. Dezember wirb Staatssekretär Suvich nach Köln Weiterreisen. Ein Essen des Anßenminisiers zu Ehren Guvichs.

Berlin, 12. Dez. (TU.) Dienstag abenb gaben ber Reichsminister bes Aeußern unb Freifrau von Neurath bem italienischen Staatssekretär Exzellenz Suvich ein Essen im Hotel Kaiserhof, an bem etwa 80 Personen teilnahmen. Im Ver­lause bes Essens gedachte Freiherr von Neu­rath ber herzlichen Verbundenheit ber beiden Län­der unb wies auf feine langjährigen freundschaft­lichen Beziehungen mit bem italienischen Staats­chef Ministerpräsibent Mussolini hin. Reichs- außenminifter Freiherr oon Neurath leerte sein Glas auf bas Wohl Seiner Majestät bes Königs. Exzellenz Suvich bankte für den freundlichen Empfang mit ebenso herzlichen Worten, wobei er seiner Zuversicht Ausdruck gab, daß fein Besuch in Deutschland für die Beziehungen beider Länder oon großem Nutzen sein würde. Er trank auf das Wohl des Herrn Reichspräsidenten und des Herrn Reichs­kanzlers, sowie des gesamten deutschen Volkes.

Unter den Erschienenen sah man den italienischen Botschafter Cerrutti mit seiner Gattin, sowie die Herren und Damen der italienischen Botschaft, ferner Vizekanzler von Papen, die Reichsmini- ster Dr. Frick und Dr. Goebbels mit ihren Damen, ben Preußischen Ministerpräsibenten G ö - ring, ben Reichsminister unb Stellvertreter bes Führers, Heß, ben Staatsminister Dr. Frank, bie Staatssekretäre Dr. Meißner, Funk, Milch, Feber mit ihren Damen, den Oberpräsidenten Prinz zu Hessen, Oberbürgermeister Dr. S a h m , Reichsstatthalter Ritter oon Epp, Polizeipräsident von Levetzow, sowie Vize­admiral Freiherr oon Freyburg mit Gat- tin, Reichsführer ber SS., Himmler, Stabs­leiter ber PO, Staatsrat Dr. Ley, Generalleut­nant Beck, Reichsleiter Alfreb Rosenberg u. a.

nämlich Wels, Breitscheib unb Höltermann für ben Winter ein gewaltiges Anschwellen ber Arbeits­losigkeit unb ben Zusammenbruch ber national­sozialistischen Regierung gegen Weihnachten voraus. Nun, es geht auf Weihnachten zu: bie Arbeits­losigkeit sinkt trotz bes Winters, unb bie deutsche Arbeiterschaft steht in erhebender Ge­schlossenheit hinter Adolf Hitler! Die marxistischen Landesverräter aber werden nicht mehr die Heimat wiedersehen, sie werden von Stufe zu Stufe sinken. Die letzte Möglichkeit, durch reumütige Heimkehr alles wieder gutzumachen, ist verpaßt. Geächtet von ihrem eigenen Volke und verachtet vom Ausland, so werden sie der Welt das peinliche Schauspiel bieten, wie tief Menschen verkommen können, wenn sie nicht mehr im Boden ihrer Heimat wurzeln.

Kostenlose Hechisbetrenung der unbemittelten Volksgenossen.

Berlin, 12. Dez. (CNB.) Wie die NSK. meldet, haben die in ber BerufsgruppeRechtsanwälte" des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen zusammengefaßten Rechtsanwälte ihre Bereitschaft erklärt, die Rechtsbetreuung für alle un­bemittelten deutschen Dolk s g e n o s s e n zu übernehmen. Die deutsche Anwaltschaft sehe ihre vornehmste Aufgabe darin, Rechtsberaterin des ge­samten deutschen Bottes zu sein, unb werde deshalb

ihre Tätigkeit auf alle Rechtsgebiete erstrecken. Die Rechtsabteilung Reichsleitung der NSDAP. begrüßt diese die zahllosen mit mehr ober minder sachverständigen Beratern besetztenRechtsstellen" der verschiedenen Verbände überflüssig machende wahrhaft sozialistische Tat der deutschen Anwalt­schaft.

Abkürzung der Wartezetten in ber Arbeitslosenversicherung.

Berlin, 12. Dez. (WTB.) Der Reichsarbeitsmi­nister hat durch Verordnung die Wartezeiten in der Arbeitslosenversicherung erheblich abgekürzt. Diese beträgt nunmehr:

1. 14 Tage bei Arbeitslosen ohne zuschlagsberech­tigte Angehörige (bisher 21 Tage),

2. sieben Tage bei Arbeitslosen mit einem, zwei ober drei zuschlagsberechtigten Angehörigen (bis­her 14 Tage),

3. drei Tage bei Arbeitslosen mit vier ober mehr zuschlagsberechtigten Angehörigen (bisher sieben Tage).

Ferner mußte nach den bisherigen Vorschriften jedesmal eine neue Wartezeit zurückgelegt werden, wenn die Zwifchenbeschäftigung sechs zusammenhän­gende Wochen gedauert hatte. In Zukunft wird die

einmal zurückgelegte Wartezeit auch dann noch angerechnet, wenn die Zwischenbeschäftigung nicht länger als 13 Wochen gedauert hat. Auch den Notstand sarbeitem, die bekanntlich in der Regel 13 Wochen lang beschäftigt werden, wird also in Zukunft eine neue Wartezeit erspart.

Die im A r b e i t s d i e n st geleistete Arbeit wird durch die neue Verordnung besonders anerkannt. Die neue Verordnung bestimmt, daß im Anschluß an eine- mindestens sechsmonatige Beschäftigung im Freiwilligen Arbeitsdienst keine Wartezeit in ber Arbeitslosenversicherung zurückzulegen ist. Die neue Verordnung tritt am 18. Dezember 1933 in Kraft.

Großzügiges Arbeiisbeschaffungs» Programm der Gas-Elektro-^roni.

Berlin, 12. Dez. (WTB.) Das Arbeitsbesck-af- fungsprogramm ber Reichsregierung erfährt durch einen großzügigen Arbeitsplan des Jnstal- laten r gern erbe s einen erneuten Auftrieb. Das Ergebnis der Verhandlungen des Reichsverbandes der Klempner und Installateure mit der Gaszentrale Deutschlands liegt jetzt in einem Plane vor, der sich über drei Jahre erstreckt und Z u s a tz a u f t r ä g e in Höhe von 600 Millionen Reichsmark vorsieht.