Ausgabe 
13.9.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 214 Erster Matt

483. Jahrgang

Mittwoch, 13. September 4953

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.

Randnoten.

Das deutsche Volk hat wohl in den letzten Mo- naten die Ausräucherung der kommunistischen Schlupfwinkel und Verschwörernester miterlebt, es hat sich aber in seiner überwiegenden Mehr­heit wohl kaum eine richtige Vorstellung oon der illegalen Tätigkeit der bolschewistischen Garden machen können, es hat vor allem nicht geahnt, wie dicht es im Frühjahr vor einem roten Putsch stand, für den in monatelanger Geheimarbeit alle Vorbereitung en getroffen waren. Jetzt haben die Sicherheitsbehörden die kommunistische Gefahr soweit gebannt, daß es möglich ist, einen Blick in die Tätigkeit der kommunistischen Bewe­gung zu werfen und vor allem auch einwandfreies Material über die Aufstandsvorbereitungen der Oeffentlichkeit zu übergeben.

Der Gesamtoerband der deutschen antikommuni­stischen Vereinigungen hat das bedeutsamste Doku­mentenmaterial in einer Broschüre, die den Titel Bewaffneter AufstanD!" trägt, Aufammen- getragen, er hat damit dem deutschen Volke, dar­über hinaus aber auch aller Welt mit seltener Ein­dringlichkeit vor Augen geführt, wie riesen­groß die kommunistische Gefahr im Herzen Euro­pas bereits angewachsen war. Für denjenigen, der sich schon seit langem intensiv mit dem Kommunis­mus beschäftigte, Der jede Regung dieser von Mos­kau aus gelenkten Bewegung verfolgte, sind die Dokumente nur eine Bestätigung seiner immer wie­der erhobenen Warnung, daß man mit dem Feuer spielte, als man die Kommunisten, wie das Seoering einst aussprach, alspolitische Kin­der" behandelte. Sie waren alles andere als An­fänger oder harmlose und ungefährliche Naturen, sie hatten sich im Staat ein eigenes Staatswesen aufgebaut, das auf einer straff organisierten Wehr­macht basierte und vor keinen Mitteln zurück- schreckte, die der Erreichung des großen Zieles, der Staatsumwälzung im Sinne Moskaus, dienen konnte.

In der oben erwähnten Broschüre ist noch einmal an Hand einer Fülle oon Belegen nachgewiesen, wie der eigene militärische Apparat aufgebaut und bewaffnet war, daß man untereinander mit chiff­rierten Anweisungen verkehrte, daß alle Polizei- und Reichswehrunterkunfte genau ausspioniert wur­den, daß schwarze Listen existierten, die Tausende von Namen politischer Gegner aufführten, daß immer wieder der Terror gefordert und geübt und die Sabota'ge wie der bewaffnete Einzelkampf durchexerziert wurde. Seit dem Herbst des Vor- sahres bestand die Tarnung des Kommunismus, i m Frühjahr sollte losgeschlagen werden. Anweisungen und Befehle waren er­gangen, aber der Sicherheitsdienst funk­tionierte unter feiner neuen Führung. Hinzu kam noch das Versagen der Sozialdemokraten, die für den Generalstreik gerüstet hatten, jedoch im letzten Augenblick abschwenkten.

Aus der großen Aktion, die mit einem Attentat auf den Führer ihren Anfang nehmen sollte, wurde nichts, dafür flackerten zahllose Einzelkämpfe auf, bei denen noch mancher Polizist und mancher 621.= Mann sein Leben lassen mußte. Die starke Staats­gewalt, die dem Terror und dem Straßenkamps den eisernen Willen zur Ausmerzung des Kommunis­mus entgegensetzte, erwies sich stärker als die bol­schewistische Garde, zumal keinen Augenblick ge- Aögert wurde, den Gegner anzugreifen und zu schlagen. So wurde der sorgfältig vorbereitete be­waffnete Aufstand rechtzeitig vereitelt, der Kommunismus selbst ist aber noch längst nicht erledigt. Jetzt bedarf es einer intensiven Klein­arbeit, um die bolschewistische Zersetzungsarbeit end- aültig lahmzulegen. Auch das wird gelingen. Dem Ausland aber, das vielfach noch immer gläubig die ihm gerade oon den Kommunisten vorgesetzten Märchen nachbetet, sollte oon dieser Dokumenten­sammlung ausgiebig Kenntnis nehmen, es wird bann schon von selbst zu einer gerechteren Beurtei­lung unseres gegen den Bolschewismus gerichteten Abwehrkampfes kommen.

Man darf die deutsche Landschaft und das Leben der Deutschen nicht nur mit den Feiertagsaugen sehen. Sonst verliert man den Blick für das lieber» mafc stillen Dpfertums, das heute tagtäglich für die Gemeinschaft allüberall im deutschen Vater- lanbe gebracht wird. Wer die SA., die SS. und die grauen Kolonnen des Stahlhelms nur auf fahnenüberwehten Aufmärschen sieht, wer nur in seinem Bewußtsein die festlichen Höhepunkte uns­rer Zeit aufnimmt, der weiß nichts von dem eigent­lichen Dienst der Sturmsoldaten Adolf Hitlers. Wer den Bauern nur als den von Sorgen unbeschwerten heiteren Landmann" sehen zu müssen glaubt, ein­gebettet in den stillen Frieden seiner Dorfheimat, der weiß nichts von jenen unendlichen Sorgen und Mühsalen, die heute auf jeder Hütte lasten und die es immer und immer wieder bestätigen, daß das Leben nun einmal ein fortwährender uner­bitterter Kampf ist.

Ein blühendes großes deutsches Dorf, Oeschel- bronn in Baden, ist in Flammen aufgegangen. 203 Gebäude sind bis auf die Grundmauern ein- geäschert worden, mehr als hundert Familien liegen obdachlos auf der Straße. In einem andern Teile Deutschlands, in der Nähe oon Solingen, ist ein mit 45 SA.-Männern besetzter Lastkraftwagen einen Abgrund heruntergestürzt. Eben noch erscholl der frohe Gesang begeisterter deutscher Mannschaft, eben noch flatterten die deutschen Fahnen der Er­hebung im Wind, und im nächsten Augenblick schien die unerbittliche Sonne dieses heißen Frühherbstes auf Aehn Tote und 27 schwerverletzte SA.-Männer herab. Unendliches Leid ist in viele deutsche Fami­lien eingezogen, bitterste Not geht in den Reihen der obdachlosen Schwarzwaldbauern um. Jeder Deutsche weilt in Gedanken bei den Opfern dieses

Oie kommunistischen Lkmsturzpiäne enthüllt.

Wovor Deutschland bewahrt wurde. Eine Warnung an die Ungläubigen im Ln- und Ausland. Am Borabend der nationalen Revolution sollte durch ein Attentat auf den Reichskanzler der bis ins einzelne sorgfältig vorbereitete Bürgerkrieg entfesselt werden.

Berlin, 12. Sept. (TU.) Der Gesarntver - band Deutscher antikommunistischer Vereinigungen übergibt der Oeffentlichkeit aufsehenerregende Enthüllungen über den kom - munistischen Umsturzversuch am Vor­abend der nationalen Revolution, die alles, was bisher über die roten Revolutionspläne durchgesickert war, in den Schatten stellen. Danach war n a cf) jahrelangen systematischen Vorbereitungen kommunistischer Spionage-, Wühl- und Zersetzungsarbeit unter Einsatz von Sprengstoff und Terror und nach Ausarbeitung eines exakten Mobilmachungsplanes Ende Fe­bruar 1933 alles s o weit fertig, daß beim verabredeten Signal losgeschlagen wer­den konnte. 2lnfang Februar 1933 trat dieGe­heime Kopsleitung^ des bewaffneten Aufstandes zusammen.

Der Inhalt des Planes ist in großen Zügen be­kannt geworden. Danach sollte der Aufstand Inder entmilitarisierten Zone des Rhein­landes beginnen. Das Signal sollte d i e Er­mordung des Führers und Reichs­kanzlers bei seiner beabsichtigten Rheinlandreise werden. Zugleich mit dem Anschlag aus den Führer oder auf den Reichsprä­sidenten wurde beschlossen, sämtliche Groh- Sendestationen zu besehen, von denen aus der Aufruf zum bewaffneten Auf­stand an das Proletariat ergehen sollte. And unverzüglich sollten im Anschluß daran l e - benswichtige Betriebe gesprengt oder stillgelegt und Sabotageakte an öffentlichen Gebäuden. Eisenbahnen. Brücken. Kasernen, Poli­zeiunterkünften verübt werden. Die geheime Lei­tung der bolschewistischen Revolution sollte sich in Krefeld und Düren befinden. Die militärische Leitung lag offenbar in der Hand des russischen Juden Wollenberg. Als nächste Etappe des Aufstandes war das oberschlesische Jndu- st r i e g e b i e t vorgesehen, während Berlin kur; danach in die Aktion einbezogen werden sollte.

Am 13. Februar 1933 waren d i e Ze n t r a I befehle schon bis in d i e Provinz durchgedrungen. Es gelang an diesem läge, eine Sonderbesprechung auserlesener kommunisti­scher Führer in Aue in Sachsen zu beobachten, bei der offen davon gesprochen wurde, daß in kürzester Zeitgroße Dinge gedreht" würden. Kurze Zeit darauf wurde der Polizei in Flensburg die Bildung von bewaffneten und mit Sprengstoff ver­sehenen Aktivgruppen, die größtenteils aus Ham­burger Schwerverbrechern bestanden, bekannt. Ge­heimnisvolle Mauerinschriften:Arbeiter, verschafft euch Waffen!" aus unabwaschbarem Teerfirnis, tauchten auf. Einige Tage später wurden i m Ruhrgebiet nächtlich geplante be­waffnete UeberfäHe auf d i e Polizei verpfiffen. Die Anzeichen für einen unmittelbar be­vorstehenden kommunistischen Umsturz häuften sich von Tag zu Tag bedrohlich. In Cammin in Pom­

mern fiel der Polizei der chiffrierte Plan für die örtliche Durchführung des gewaltsamen Hand­streichs in die Hand. Unter Führung des Maurers Dumann war eine Initiativgruppe oon 25 Mann beauftragt, die leitenden Staatsbeamten, Führer der nationalen Verbände und Aerzte als Gei­seln se st zusetzen, öffentliche Gebäude und lebenswichtige Betriebe sollten besetzt und d i e Eisenbahnbrücken gesprengt werden. Eine ähnliche Terrorgruppe entlarvte man in Bur­scheid, bei der man s a st einen Zentner Dynamit beschlagnahmen konnte. In Schleswig-Holstein beschlagnahmte Anweisungen an alleAufstandsinstrukteure", Rundschreiben an die KPD.-Ortsgruppen in Halle, Tagesbefehle an die wehrtechnischen Leiter, Entlarvung terroristischer Geheimorganisationen, besonders im Westen, aber

auch in allen anderen Teilen des Reiches, vervoll­ständigen das Bild.

Einer der gesährlichsien Aufstandsherde war auch diesmal wieder Altona, wo Rot-Front- kämpferbund, Rote Marine und Kampfbund gegen den Faschismus organisiert und bewaff­net bereit standen. Die Leitung lag zum Teil in den Händen von Funktionären, die i n Rußland militärisch ausgebildet waren. Die Aufstandstruppen der KPD. wur­den mit den allerneueflen Errungenschaften in der Straßenkampstechnik bekanntgemacht, die schriftlich fixiert sind.

Am 28. Februar 1933 ergingen von der Gehei­men Aufstandsleitung die letzten zentralen Kampf-

Das Winlerhilsswerk des deulschen Volkes

Erste Arbeitsanweisung des Reichsführers des WHW.

Berlin, 13. Sept. (CNB.-Funkspruch.) Die große Aktion zur Bekämpfung von Not und Elend im kommenden Winter hat auf b r e i t e ft e r Front eingesetzt. Der heutige Tag steht mit der großen Kundgebung, die das in der Leitung des Winterhilfswerkes führende R e i ch s m i n i - sterium für V o 1 k s a u f k 1 ä r u n g und Propaganda veranstaltet, ganz im Zeichen dieses Werkes der neuen Volksgemeinschaft. Die organisatorischen Arbeiten sind bereits, wie die jetzt vorliegende erste Arbeitsanweisung des Reichsfüh­rers des WHW. zeigt, in vollem Gange. Mit dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro­paganda wird die Nationalsozialistische Volkswohl­fahrt unter dem Reichswalter Hi 1 genfe 1 dt die Führung übernehmen, wobei man als Ergänzung an die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft denkt, an der die interessierten Ministerien, also das Reichsarbeitsministerium, Reichsinnenministe- rum usw., beteiligt fein werden.

Die Reichsarbeitsgemeinschaft arbeitet mit dem Statistischen Reichsamt zusammen, um den ein» deinen V e r b r a u ch e r g e b i e t e n entsprechende Erzeugegebiete zuweisen zu können, wobei die in Frage kommenden Verhältnisse sowie bereits bestehende Beziehungen zu berücksichtigen sind. Hin­sichtlich der allgemeinen Organisation werden d i e (Bauleiter der NSDAP, die Arbeit des WHW. in ihren Gebieten beaufsichtigen und überwachen, während die Landes- und Provinzialführer des WHW. die eigentlichen Träger der Organisa­tion sind. Die Gauführer des WHW. sind gleich­zeitig die Gauwalter der NSV.

Im einzelnen sind eine Fülle von Maßnahmen vorgenommen. Mit den Stein- und Braun- kohlen syndikaten sind bereits Verhandlun­gen wegen größerer Spenden in Form oon A b - gaben verbilligter Kohle ausgenommen. Mit den Besitzern oon Torfstechereien soll schnell­

stens eine Mehrgewinnung von Torf für die notleidende Bevölkerung vereinbart werden, wo­bei man auch an die Heranziehung des freiwilligen Arbeitsdienstes denkt. Was weiter die sehr wichtige Frage der Brennstoffversorgung betrifft, so sollen auch Verhandlungen mit den Waldbe­sitzern in die Wege geleitet werden, wobei der Einsatz des Arbeitsdienstes zu erwägen ist.

Unter den zahlreichen Maßnahmen, die zur Zeit in Vorbereitung fino, spielt auch die B e s ch a f - fung von Kleihungs stücken eine erhebliche Rolle. So wird mitgeteilt, daß mit der Beklei­dungsindustrie, sowie den Bekleidüngsgroßhand- lungsverbänden Verhandlungen über grö­ßere Spenden eingeleitete sind, während die Sammlung oon gebrauchter Klei­dung in der Art der bisherigen Winterhilfe er­folgt. Den weiblichen Arbeitsdienst will man für die Zurichtung der gebrauchten Kleidungsstücke ein­spannen.

Selbstverständlich strebt man eine Verbilli­gung der Transportkosten für die Win- terhilfe an. Entsprechende Verhandlungen werden mit der Reichsbahn ausgenommen werden und ebenso hat man sich auch mit den Kraftfabr- zeugverbänoen usw. in Verbindung gesetzt. Was die Lebensmittelsammlungen an­betrifft, so bestimmt die erste Arbeitsanweisung des Reichsführers des WHW., daß diese Sammlungen besonders auf dem Lande s o recht­zeitig einzuleiten sind, daß am Tage des Erntedankfestes dem Reichskanzler erhebliche Mengen gesammelter Lebensrnittel durch die Bauern­führer gemeldet werden können. Es wird darauf hingewiesen, daß dieser Teil der Aktion schnellstens zur Durchführung kommen muß. Neben der Lebens­mittelsammlung auf dem Lande sind entsprechende Aktionen bei den ßebensmittelgrofj» Handlungen usw. vorzubereiten.

Sonntags, jeder Deutsche wird nach feinen Kräften dazu beitragen, die äußere, die materielle Not, zu lindern. Um der inneren Not Tröstung zu bringen aber ist es notwendig, daß alle deutschen Volks­genossen sich noch viel mehr als bisher verstehen lernen, nicht nur im Rausch der großen nationalen Feste, sondern auch im grauen Werk des Alltags.

In den Kampfgrupven des Nationalsozialismus marschiert nicht des Vaterlandes reichster, sondern Deutschlands ärmster Sohn. Am Munde abgespart werden müssen Uniform und Ausrüstungsstücke. Jeder festliche Aufmarsch, jede Uebetlandfahrt und jedes öffentliche Auftreten erfordert bei unendlich vielen einen Verzicht auf persönliche Behaglichkeit und Prioatglück. Der Dienst in den Formationen ist für Führer und Mann anstrengend. Im allge­meinen muß er nach der Berufsarbeit des Tages getan werden. Wo früher das behagliche Familien- glück den Nachhausekehrenden umfing, ruft jetzt die Trommel zum Dienst. Solche Vorfälle wie der in Kohlfurth beweisen, daß dieser Dienst auch jetzt noch angefüllt ist mit Gefahren. Rote Mordschützen kann man ausrotten. Die Technik aber, die der Mensch sich untertan gemacht hat, bäumt sich immer wieder auf und will mit Strömen Des besten Blutes versöhnt werden.

Und was über den deutschen Bauern gesagt werden muß, das gilt heute für jeden anoeren Berufsstand. Wie leicht vernichtet die Ungunst der Witterung die Ernte eines ganzen Jahres und da­mit die Brotgrundlage für eine Familie. Wie un­zulänglich sind teilweise noch, wie das Unglück von Oefchelbronn beweist, die Feuerlöschmaßnahmen. Wie oft gleitet der Blick über die gewohnte Tages­zeitung darüber hinweg, daß irgendwo im Ruhr­gebiet oder in Oberschlesien ein paar Bergleute verschüttet worden sind. Wie wenige unter uns ehren diese Opfer der Arbeit durch ein seelisches Derbundensein und ein unmittelbares materielles Helfen. Allzu viele fassen es als eine Selbstver­ständlichkeit für die andern, nicht aber als einen Ansporn für sich selbst auf, wenn sie lesen, daß, wie z. B. jetzt in Oefchelbronn, Feuerwehrleute, Pioniere und SA.-Männer sich bis an die Grenze

öer Erschöpfung eingesetzt und verzehrt haben, um Der Gemeinschaft Rettung und Hilfe zu bringen. Unb doch ist es jener tägliche Einsatz, un­beleuchtet vom Scheinwerferlicht der Massenarena, der die wahre Volksgemeinschaft erst zusammen- schweißt. Nicht auf dem Einsatz derer, die jeder­mann kennt, beruht die Freiheit, sondern allein auf dem Opfer der unbekannten und namenlosen Helden des Alltags, die durch ihr Beispiel und Borbild das Volk dazu befähigen, große Leistungen zu vollbringen und große Erschütterungen zu über» stehen.

Kein Druck auf Die Beamten.

Ein Erlaß des Rcichsjuftizkommissars Dr. Frank.

München, 12. Sept. (WTB.) Staatsminister öer Justiz und Reichsjustizkommissar D r. Frank hat an die Generalstaatsanwälte bei den bayeri- ichen Oberlandesaerichten eine Anordnung erlassen, in der es heißt: Die deutsche Anwaltschaft be­darf, um die großen Aufgaben, die ihrer im neuen Staate harren, erfüllen zu können, eines nach­drücklichen Schutzes gegen ungefefe- 11 ch e Eingriffe in ihre Berufsausübung und gegen unzulässige Angriffe als Folge ihres Berufs­ausübung. In gleicher Weise kann auch der nicht arische Rechtsanwalt, dessen Zu­lassung aufrechterhalten ist, schon im Interesse Der Rechtssicherheit und der arischen Anwaltsangestell­ten den Schutz des Staates für eine ungestörte Ausübung seines Berufes beanspruchen. Die Generaistaatsanwälte werden daher angewiesen, ihr besonderes Augenmerk dar­auf zu richten, daß der Anwalt in der Ausübung «eines Berufes weder gehindert, bedroht oder sonst beeinträchtigt noch wegen pflichtgemäßer Berufshandlungen oon irgendeiner Seite zur Verantwortung gezogen wird, lieber» griffe dieser Art, woher sie auch kommen mögen, sind im Rahmen der allgemeinen Strafgesetze rücksichtslos und unnachsichtig 3 u d er­folgen.

Der Minister erläßt ferner folgende B e - kanntmachung: Ich muß immer noch die Wahrnehmung machen, daß sich nichtstaatliche Stel­len oder Organisationen oder einzelne Personen das Recht anmaßen,Anordnungen" für die Beamtenschaft zu erlassen, oder daß sie doch in Angelegenheiten, deren Regelung der persön- lichenEntschließungsfreiheit des ein­zelnen überlassen ist und überlassen bleiben muß, einen Druck auf Beamte auszu - üben v ersuchen. Dazu gehört es beispielsweise, wenn Beamte direkt oder indirekt gezwungen wer­den sollen, irgendwelchen Organisationen beizutreten, Beiträge hierfür zu leisten ober s 0 nstige Spenden zu geben, auf einen Teil ihrer Dienstbezüge zu verzichten, ein Theater- abonnement zu nehmen usw.

Entsprechend dem nationalsozialistischen Pro- gramm und gemäß den Weisungen unseres Führers werde ich Eingriffe in den Hoheitsbereich der Justiz­verwaltung unter g ar keinen Umständen dulde n. Ich stelle mit allem Nachdruck fest, daß Anordnungen" jeder Art, die nicht von dem zu­ständigen Dienstvorgesetzten ausgehen, für die mir unterstellten Justizbeamten jeder Verbind- lichkeit entbehren, und ich verbiete allen Justizbeamten, derartigenAn­ordnungen Folge zu leisten. Soweit die Mitarbeit an dem großen Werke des nationalsozia­listischen Aufbaues den geschlossenen Einsatz der Be­amtenschaft auf außerdienstlichem Gebiete notwen­dig macht und sich zu diesem Zwecke allgemeine Weisungen ober Richtlinien als erforberlicfj erroei» fen, sind zu deren Erlassung ausschließlich die zuständigen staatlichen Organe berufen. 2ch erwarte auch von meinen Beamten, daß sie allen Versuchen, gleichviel von wem sie aus­gehen, ihre persönliche Entschließungs- 1 r e i h e i t inunzulässigerWeise z u be­schränken, mit Entschiedenheit ent­gegentreten. Die Beamtenschaft wird dabei immer meine vollste Unterstützung finden. lieber jeden noch vorkommenden #aU Derartiger Miß­bräuche ist mir sofort zu berichten.