bereits vor. Er wird nach eingehender Ueberprü« sung in einer solchen Form durchgeführt werden müssen, daß eine wesentliche Entlastung der Finanzen eintritt. Dies um so mehr, als
die Reichsregierung und der Herr Reichsfinanz- minister sich mit Recht auf den Standpunkt stellen, daß die Gesundung nicht nur von Maß. nahmen der Regierung erwartet werden darf, daß vielmehr auch die Länder die letzten Möglichkeiten einer Sanierung aus eigener Kraft ausschöpfen. Alle diese Möglichkeiten sind zweifellos vorhanden; es fehlte bisher nur der feste
Dille und die starke Hand zur Durchführung.
Wir sind gewillt, dem Verlangen der Reichsregierung und des Herrn Reichsstatthalters zu entsprechen. Deshalb möge sich auch jeder, der im unmittelbaren oder mittelbaren Dienst des Staates steht, darüber klar sein, daß von nun ab von ihm ein außergewöhnliches Maß von Arbeitswillen und Arbeitsfreudigkeit verlangt werden wird. Der Grundsatz der national- sozialisttschen Regierung in Hessen ist: Diene dem Volk! Arbeite solange es Tag ist!
Weitere Genfer Demaskierung.
Beschlüsse gegen die deutsche Arbeits- dienstpfticht.
Genf, 12. Juni. (TLl.) Der einzige hier noch tagende Effektivausschuß der Abrüstungskonferenz hat mit großer Stimmenmehrheit ein offensichtlich gegen Deutschlandgerichtetes Verbot der Arbeitsdienst Pflicht beschlossen. Auf englischen Antrag hin wurde zunächst die gesamte vormilitärische Ausbildung der Jugend den effekttven Truppenbeständen der einzelnen Länder nicht eingerechnet, jedoch auf französischen Antrag das Verbot der Arbeits- d i e n st p f l i ch t mit der merkwürdigen Vegrün- dung «des Vorhandenseins zweier militärischer Clemente, der Disziplin und der straffen Zusammenfassung in Gruppen, beschlossen.
Gegen diesen Beschluß legte der deutsche Vertreter, General Schö n he i n z, formell Verwahrung ein. Von deutscher Seite ist energisch darauf hingewiesen worden, daß die Disziplin keineswegs ein besonderes militärisches Merkmal sei, da man nach deutscher Auffassung überall auch sonst im Leben, in der Schule, in der Fabrik und in der Familie Disziplin zu halten habe. Zur Frage 5er straffen Zusammenfassung in der Arbeitsdienstpflicht ist von deutscher Seite dargelegt worden, daß dies aus dem praktischen Arbeitszweck der Arbeitsdienstpflicht heraus erfolge und nicht nach militärischen Gesichtspunkten. Die Arbeitsdienstpflicht sei wesentlich ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Der Wert sei nicht militärischer, sondern sittlicher Natur. Wolle man die deutsche Arbeitsdienstpflicht international erörtern, so sei eher die Weltwirtschaftskonferenz ein geeigneter Ort hierfür.
Auf französischen Antrag hin wurde ferner auffallenderweise beschlossen, den Staaten, die keine obligatorische vormilitärische Ausbildung besitzen, einen gewissen Ausgleich in Gestalt der Erhöhu ng ihrer zulässigen effektiven Truppenbestand e zuzubilligen.
Zur Frage der auhermilitärischen und nachmilitärischen Ausbildung hat der Effektivausschuh ein vorläufiges Verzeichnis von Kriterien ausgestellt, die auf deutscher Seite ebenfalls als völlig abwegig bezeichnet werden, da sie lediglich auf die neuen Vorschriften des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung abgestellt sind und Entfernungsschätzen, Geländeübungen, Kleinkaliberschießen usw. als militärische Merkmale bezeichnen. Bezeichnenderweise ist das Schießen mit Armeegewehren ausgenommen worden.
Oberhessischer Kunstverein.
Bor formen künstlerischen Schaffens.
Die am Sonntag eröffnete letzte Ausstellung dieser Saison vermittelt höchst interessante Einblicke in einige Teilgebiete künstlerischer Betätigung. die der breiteren Oeffentlichkeit im allgemeinen kaum zugänglich gemacht werden. Es handelt sich um ein umfangreiches und instruktives Anschauungsmaterial aus der Sammlung d es Psychologischen Institutes der Landesuniversität unter Leitung von Professor Dr. F. Sander. Der größere Teil der Ausstellung ist der Kinderkunst gewidmet, von der, wie neuere Untersuchungen ergeben haben, beachtenswerte Verbindungslinien zur Kunstübung der Primitiven und sogar zur Dildnerei der Geisteskranken gezogen werden können. Hier wird an geschlossenen Versuchsreihen aufgezeigt, wie der junge Mensch auf einer sehr frühen Stufe seiner geistigen Entwicklung sich bereits schöpferisch — und zwar unter geflissentlicher Ausschaltung jeder Beeinflussung durch Erwachsene, etwa durch Eltern oder Erzieher — mit der ihn umgebenden Welt auseinanderzusetzen versucht. Man sieht an klaren und schönen Beispielen, wie die Phantasie, der Wirklichkeitssinn und der Nachahmungstrieb des Kindes arbeiten, wie es sich mit den mancherlei technischen Schwierigkeiten, die sich naturgemäß jedem derartigen Versuch entgegenstellen müssen, mehr oder minder geschickt und glücklich abzufinden und sich schrittweise zu bilden versteht.
Als Ausgangspunkt der gesamten Experimentalreihe können etwa die kindlichen Versuche zur Wiedergabe gewisser, verhältnismäßig einfacher Formgebilde, eines Kegels oder einer Walze, gelten. Hier beginnt bereits eine produktive Auseinandersetzung mit den Erscheinungen von Körper, Raum, Maßstab und Perspektive. Kinderpsychologisch reizvolle Studien bilden die Plastiken etwas älterer Kinder, wobei jeweils ein kurzer Begleit-Text den Arbeitsvorgang zu analysieren versucht. Sehr fein ist hier zu beobachten, wie das Kind bei aller technischen Unfertigkeit und Unbeholfenheit mit einem ganz unverbildeten und vielleicht uralten Instinkt das Wesentliche oder Charakteristische in Form und Haltung eines Tierkörpers wiederxugeben sich bemüht. (Unwillkürlich fühlt man sich bei der Betrachtung von einigen dieser „Pferdchen" an gewisse prähisto- rische Höhlenzeichnungen oder an die primitiven Schildereien afrikanischer Regerstämme erinnert)
Ein besonders vielseitiges Anschauungsmaterial bietet die Ausstellung von Arbeiten, welche die zeichnerische und malerische Entwicklung eines I Knaben vom 4. bis zum 1. Lebensjahre verfolgen I lassen; auch hier wurde jegliche Beeinflussung des > Kindes sorgfältig vermieden. Verblüffend wirkt |
Reichsniinister Dr. Goebbels spricht in Ostpreußen
Bedeutsame Erklärungen vor der ostdeutschen presse.
Königsberg, 12. Juni. (WTB.) Reichsminister Dr. Goebbels traf heute mittag auf dem Königsberger Flughafen Devau ein. Er wurde von Oberpräsident Gauleiter Erich Koch, zahlreichen Behördenvertretern, sowie der SA. und SS. feierlich empfangen. Anschließend begab er sich sofort nach dem Orag-Haus, wo er die feierliche Einführung des neuen Rundfunk-Intendanten Generalmajor a. D. Hänecke vornahm. Dabei hielt der Reichsminister eine Ansprache, in der er auf die besondere Lage Ostpreußens hinwies. Reichsminister Dr. Goebbels überbrachte zum Schluß der Provinz Ostpreußen Grüße, Dank und Anerkennung des Reichskanzlers und der gesamten Reichsregierung und sprach den Wunsch aus, daß Ostpreußen immer die Perle im deutschen Lande bleiben möge.
Anschließend veranstaltete Reichsminister Dr. Goebbels einen Presseempfang, in dessen Verlauf er sich in anderthalbstündiger Rede grundlegend über das Wesender deutschen Revolution äußerte. Die Ansicht, daß der 30. Januar nur einen Regierungswechsel gebracht habe, sei grundfalsch. Es sei vielmehr ein völliger S y st e m w e ch s e l eingetreten; nunmehr gehorche diese Revolution ihrer eigenen Gesetzlichkeit, arbeite nach einer großen Planung, lasse sich ihr Tempo nicht von außerhalb bestimmen. Es ist, fuhr der Minister fort, ein politischer Irrtum, daß wir uns erst mit politischen Reformen befaßt haben. Die Wirtschafti st von der Politik abhängig, und daher hat die Reform auch zunächst im Politischen einzusetzen.
was man heute mit dem viel mißbrauchten wort Gleichschaltung meint, ist nichts anderes als die radikale Umgestaltung des Staates und aller Parteien, aller Interessenvereinigungen, aller Verbände zu einem großen Ganzen. Das ist der Schritt zum totalen Staat, der in Zukunft nur eine Partei, eine lleberzeugung, ein Volk sein kann. And alle anderen Kräfte müssen sich diesem Staate unterordnen oder rücksichtslos beiseite geräumt werden.
Alle Probleme sollen diskutiert werden, müssen sich aber in bestirnten Grenzen, die der Staat setzt, halten. Der Staat als Staat darf nicht angegriffen werden. Der Begriff „Pressefreiheit", wie ihn die liberale Presse aufgefaßt hat, ist geistiger Anarchie gleichgekommen. Wenn eine Meinung verantwortungsbewußt getragen wird, dann wird man ihr nicht entgegentreten.
Der Nationalsozialismus, erklärte Dr. Goebbels weiter, läßt sich nicht aus Büchern erlernen. Man muß ihn am eigenen Leibe erleben. Deshalb ist es auch nicht unsere Absicht, jeden Deutschen zum Parteigenossen zu machen. Aber wenn er Parteigenosse geworden ist, wollen wir auch, daß er uns restlos mit Leib und Seele verfällt.
Nachdem wir die politische Bereinigung Deutschlands vollzogen haben, beginnt unser Generalangriff auf die Arbeitslosigkeit.
Bereits heute sehen mir, daß die Arbeitslosenziffern über bas saisonmäßige Maß hinaus zu sinken beginnen, ohne daß hierfür eigentlich äußerlich sichtbare Voraussetzungen vorhanden wären. Aber eben weil das Zutrauen zur Stabilität dieser Regierung so ungeheuer stark ist, vergibt der oder jener bereits wieder Arbeit. Ader der Staat wird und muß auch selbst mit der A r - beitsoergebung im großen Ausmaß beginnen. Die Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich, daß der Bauer lebensfähig bleibt, und deshalb war es die erste Aufgabe, die Eistenz des Bauern durch eine Reihe von Zöllen zu unterbauen. Das ist noch kein Jdealzuftand. Dieser Zustand wird erst dann geschaffen sein, wenn die Menschen in den Städten auch so
in dieser Dilderreihe vor allem die schnell zunehmende Sicherheit in der Behandlung des Materials und in der Festigung des Blicks für die Wirklichkeit des Modells. Zwar bleiben die Arbeiten, wie sich von selbst versteht, bis zum Endpunkt der Entwicklungsreihe durchaus in ihrem Wesen auf den ersten Blick „kindlich". LIeberra- schend ist aber die Intuition, — man muß wohl schon diesen Begriff einführen — mit der etwa der charakteristische Umriß eines Eichhörnchens auf dem Baum, eines Hirsches oder eines Segelbootes festgehalten wird. Richt minder bemerkenswert erscheint uns die zunehmende Sicherheit in der Behandlung von Farbwerten; man beachte etwa die Blätter „Alpenveilchen" oder „Kapuzinerkresse" darauf hin. Parallel laufend wird die Entwicklung des plastischen Gestaltungsvermögens beim gleichen Kinde vorgeführt: eine Entwickelung, die sich der eben besprochenen als durchaus gleichwertig und gleichförmig in ihrer Struktur an die Seite stellt. Wiederum überraschend — im Hinblick aus die hier in ihren Ausdrucksmöglichkeiten untersuchte Altersstufe — die vergleichsweise reifsten Ergebnisse: Eichhörnchen; liegender Rehbock; Heilige Familie; Mutter und Kind.
Ein merkwürdiges Dergleichsmaterial ergeben die hier vorgeführten Proben von Kinderzeichnungen aus japanischen Volksschulen. Diese Blätter qualifizieren sich im Durchschnitt durch ihre verhältnismäßig und vergleichsweise sehr hohe technische Fertigkeit und Durchbildung wie durch den typischen Rationalcharakter der japanischen Malerei in Motiven und Ausdrucksformen schon auf einer so frühen Stufe. Mitbestimmend für diesen Eindruck mögen die engen Beziehungen zwischen Bild und Schrift in Japan sein. Eine Reihe von Beispielen zeigt aber auch, bis zu welchem Grade sich der bodenständige Typus von gewissen abendländischen Einflüssen wandeln oder umformen läßt.
Eine andere Vorform künstlerischen Schaffens bildet die der kindlichen Produktion entrückte sogenannte „Musikalische Graphik". Die unter Lesern Stichwort zusammengefahten Arbeiten „entflammen einer Untersuchung über den Ge- Jtaltunggporgang schöpferischer Phantasie. Jedes Bild stellt eine Metamorphose des ursprünglich akustischen Eindrucks (Geräusch, Einzelton, Melodiefragment, Melodie, ganze Komposition) über Inner-Optisches hinweg in graphischen Ausdruck dar. Die Beobachtung derartiger synästhetischer Vorgänge ist nicht ganz so neuen Datums, wie man vielleicht vermuten wird. Es darf nebenbei daran erinnert werden, daß das überaus merkwürdige Phänomen der „audition colore“, des Farbenhörens, beruhend auf einer Vertauschung
viel verdienen, daß sie den Bauern seine Produkte abkaufen' können. Für die Dauer können erhöhte Zollsätze nicht helfen, sondern erst muß der Konsum beginnen.
Wenn die Regierung heute vor das Volk hintritt und sagt, wir wollen den Krieg gegen die Arbeitslosigkeit eröffnen, dann wird dieses deutsche Volk auch jenen Heroismus, jene unbedingte Opferwilligkeit aufbringen und auch den letzten Pfennig hergeben, um in tätiger Hilfe mitzuarbeiten an diesem großen Werk.
Ilm die Arbeitslosigkeit zu beseitigen, muß man sich große kühne Pläne stellen, um dem Volk auch bildlich zu zeigen, daß gearbeitet und geschafft wird. Das Programm der Regierung muß deshalb heißen: Bauen, bauen und nochmals bauen! Ie früher sich die Regierung ihre Ziele steckt, je stärker sie .das Volk aufrüttelt, desto früher lernt das Volk mitzuhelfen, desto eher werden auch die Säumigen mitgerissen, desto schneller wird es gelingen, die Arbeitslosigkeit zu beseitigen.
Dieses gewaltige Werk ist schwer, aber nicht unmöglich. Wenn jetzt in London die Welt- wirtfchaftskonferenz zusammentritt,dann wird man auch den Ruf der Vernunft, der von D^ u t s ch l a n d kommt, hören, denn die Welt kann nur durch Vernunft zur Ruhe kommen.
Reichsminister Dr. Goebbels wandte sich dann weiter gegen jene unverantwortliche Hetzpropaganda im Auslande, die behauptet, daß die neue Regierung den Krieg wolle. D a s d e u t- sche Volk denke an nichts anderes a l s an den Frieden.
Dr. Goebbels schloß mit einem Appell an die Presse, an diesem kurz skizzierten Aufbauwerk mit- zuhelfen. Jeder einzelne müsse von dem Gefühl durchdrungen sein: Ich bin auch ein Stück des Staates.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichskanzler ist Montag vormittag von München kommend auf dem Flughafen lern- pelhof eingetroffen.
Wie die „RSK." erfährt, sind die ersten Beträge für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit bereits gezeichnet worden. Es befinden sich unter den Zeichnungen, die zahlreich einlaufen, u. a. namhafte Beträge in Höhe von 100 000, 40 000, 30 000 Mk.
Der Reichskommissar und Leiter des Wirtschaftspolitischen Amtes der RSDAP. Dr. Wage n e r spricht am Mittwoch, 14. Juni um 22.30 LIHr im Deutfchlandsender über das Thema „Grundlagen nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik".
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Der Volksbund für das Deutschtum im Auslande chatte bereits jetzt bei den zuständigen Stellen des ©aargebietes den Antrag auf Durchführung der Pfinasttagung 1934 in Saarbrücken gestellt. Wie die leie- graphen-Union erfährt, hat daraufhin die Regie- rungskommission des Saargebietes in einer Stellungnahme gegenüber dem VDA. die Durchführung der Tagung 1934 in Saarbrücken und überhaupt im Saargebiet verboten.
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Als Antwort auf das- an ihn' gerichtete Begrüßungstelegramm hat der Herr Reichspräsident an die Deutsche Kolonialtagung in Frankfurt a. M. folgende Drahtung gerichtet: "Den zur Deutschen Kolonialtagung in Frankfurt am Main vereinigten kolonialen Verbänden Deutschlands danke ich für das freundliche Meingedenken von Ursache und Wirkung, auf einer verhältnismäßig selten beobachteten Synthese von an sich getrennten Sinneswahrnehmungen, in der Literaturgeschichte eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielt. (Bei E. T. A. Hoffmann z. B. oder bei den französischen Symbolisten finden sich sehr aufschlußreiche Belege.)
Auch in dieser Abteilung der Ausstellung ist die aufsteigende Entwicklung des Gesamtphänomens übersichtlich zu verfolgen. Das erregende Moment, wenn der Begriff in diesem Zusammenhang gestattet ist, steigert oder vervollkommnet und differenziert sich vom einfachen Geräusch (Türklingel, Autvhupe, Gong, Stimm- gabel, Schnarchen) über musikalische Teilmotive ms zu ganzen, in sich geschlossenen Kompositionen. Diese auditiven Eindrücke werden, wie man an einer großen Anzahl phantastischer, irrealer, farbig-linearer Gebilde mit Staunen beobachten kann, in einer merkwürdigen Umformung mit grundsätzlich anderen Ausdrucksmitteln nachgestaltet oder neu gestaltet.
Die zum Schöpferischen anregende Wirkung °err^.- äußert sich übrigens wiederum in verschiedenen Stufen der Entwicklung etwa von einer gewissermaßen primitiven Klangnachahmung oder Lautmalerei bis zu völlig im» materiellen Reuschöpfungen von offenbar visionärem Charakter. Gelegentliche Anklänge an die ßier und da in der bildenden Kunst auftauchen- oen „Traum-Bilder" (wir denken etwa an Kubin oöer Katharine Schäffner) scheinen uns unverkennbar. Eine nähere Beschreibung kann hier natürlich nicht gegeben werden. Jeder muß diese der Kritik oder auch nur einer„Kontrolle" sich entziehenden Dinge persönlich auf sich wirken lassen: womöglich im Doppeleindruck, d. h. bei gleichzeitigem Anhören des jeweils beigeordneten musikalischen Vorgangs (Schallplatten). — Die ungemein sehenswerte und lehrreiche Ausstellung wird durch eine kleine Auswahl einschlägiger Literatur anregend abgerundet. -y-
Dreimal grob in Schwaben.
3n einer heiteren und sehr gut begründeten Plauderei spricht August Lämmle, der seine schwäbischen Landsleute wie kein zweiter kennt, über deren Grobheit. Er meint damit nicht die zwei überall verbreiteten Formen der Grobheit, aus sittlicher Entrüstung oder aus Hochmut und Dummheit, sondern meint drei einheimische Spielarten, die er im Junihest von Velhagen & Klasings Mo- natsheften näher beschreibt: „Die erste ist sozusagen amtlicher Natur. Man begegnet ihr in einer durch eine lange Ueberlieferung entwickelten Form auf den Kanzleien aller Art, auf den Rathäusern in Dorf und Stadt und hinter den vielerlei Schaltern:
und die Grüße, die ich mit den besten Wünschen für den Erfolg Ihrer Arbeit herzlichst erwidere, von Hindenburg, Reichspräsident."
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Der Chef des Außenpolitischen Amtes der RSDAP. Alfred Rosenberg hat denDundes- führer des „Bundes Deutscher Osten" Dr. Franz Lüdtke zum Hauptabteilungsleiter im Außenpolitischen Amt und Dr- Ernst Thiele zu seinem Stellvertreter berufen. Dr. Franz Lüdtke hat den Verleger des „Hannoverschen Anzeigers" Dr. Erich M a d s a ck in den Wirtschaftsausschuß Abteilung I (Organisation) berufen.
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Die SA. -Standarte VI Derlin-Dranden- bürg plant die Errichtung eines „Mufe- ums der nationalsozialistischen Re- volut i o n". Dieses Museum soll die Erinnerung an den langen und schweren Kampf der SA. um Alt-Berlin wachhalten. Es werden in dem Museum die Erinnerungsstücke aus dem jahrelangen Kampf der SA. und die Trophäen des endlichen Sieges gezeigt.
Im Reichsluftfahrtmini st erium fand die Weihe der Hakenkreuzfahnen der nationalsozialistischen Beamtenschaft und Betriebszelle statt. Die feierliche Weihe vollzog der Reichsluftfahrtminister Ministerpräsident Göring, der den Angehörigen des Ministeriums die Grüße des Reichskanzlers Adolf Hitler überbrachte. Der Minister verkündete den Entschluß der Reichsregierung, für bas Luftfahrtministerium ein eigenes Gebäude zu schaffen.
Aus aller Welt.
BUhfchlag in eine Kirche während des Gottesdienstes.
In Neuwied schlug während des Gottesdienstes ein Kugel st reublitz in die Kirche der Herrnhuter Brudergemeine. Der Blitz fuhr über die Turmspitze durch eine Luke, riß das zentnerschwere Uhrwerk aus dem Gefüge und legte es quer in die Balkenlage, schlug ein mehrere Quadratmeter großes Loch durch die Decke, beschädigte diese an etwa 20 Stellen und warf eine Unmenge Verputz in das Kircheninnere. Ein mehrere Zentner schwerer Kronleuchter fiel krachend dicht neben den mit Gläubigen befetten Bänken nieder. Mehrere Personen wurden durch Splitter verletzt. Zahlreiche Glasscheiben wurden durch den gewaltigen Luftdruck auf die Straße geschleudert. Mehrere auf dem Kirchengestühl liegende Gesangbücher wurden in tausend Fetzen zerrissen. An mehreren Stellen gerieten d i e 23a l! e n in Brand, doch konnte die sofort herbeieilende Feuerwehr den Brand löschen. Die Kirchenbesucher, meist Schülerinnen der Zinzendorfschule, wurden, wie durch ein Wunder vor größerem Schaden bewahrt.
Professor Sptanger zieht sein Urlaubsgesuch zurück.
Der bekannte Berliner Pädagoge ^Iniverfitäts- Professor ©pranget hatte am 25- April fein Llrlaubsgesuch eingericht. Diesem Schritt kam demonstrative Bedeutung zu insofern, als man darin eine beabsichtigte Stellungnahme gegen eine Reihe von Maßnahmen des preußischen Kultusministers erblickte. Professor Spränget hat sich inzwischen davon überzeugt, daß die Gründe für sein Verhalten nicht stichhaltig waren, und hat sein Urlaubsgesuch mit einer Erklärung, die er dem Herrn Kultusminister gegeben hat, zurückgezogen.
Max Schmeling heiratet Anny Onbra.
Max Schmeling erklärte, er werde am Mittwoch nach Deutschland abreifen, wo feine Trauung mit der Filmschauspielerin 21 n n n Ondra stattfinden soll.
Der Oberbürgermeister von Mitten tot aufgefunben.
Oberbürgermeister Laue von Witten wurde gestern mittag in seinem Badezimmer tot aufgefunden. Es steht noch nicht fest, ob es sich um einen Unglücksfall oder um Selbstmord handelt.
überall da, wo Beamte verschiedenster Art und Gehaltsgruppen unmittelbar mit dem Publikum zu tun haben. Man kann sich bei uns die Amtssprache ohne sie eigentlich nicht recht denken: sie schafft jenen Respekt, der bei dem mangelnden Autoritätsglauben der Schwaben und dem geringen Einkommen der Beamten immer gefährdet ist. Damit verwandt ist die andere Art von schwäbischer Grobheit, die der Norddeutsche Forsche nennt. Sie wird gebraucht, um festzustellen, wieviel sich der andere gefallen läßt, was er wert ist und wie mit ihm verkehrt werden kann. Diese Art von Grobheit ist nicht Grundsatz, andern Experiment; und sie wird, wo sich Wider- tand austut, mit Liebenswürdigkeit vertauscht. Die »ritte Art schwäbischer Grobheit ist etwas Beson- deres. Sie ist eigentlich nur Maske und wird vorgenommen, wo das romantisch weiche Herz und das rührselige Gemüt durchbricht und zum Vorschein kommt. Da muß, da man doch Männlichkeit über alles stellt, die Grobheit herhalten, gehe es, wie es rooüe. Sie kommt fast ausschließlich bei dem männlichen Teil unseres Stammes vor, schon im Bubenatter, und erweckt bei den schwäbischen Frauen heitere Nachsicht. Daraus ergibt sich, daß man in Schwaben der Grobheit öfters begegnet, als es sachlich begründet und unserem allgemeinen geistigen und seelischen Wesen gemäß märe. In China und Japan ist die Höflichkeit die erste aller Tugenden. Sie gilt dort soviel oder eigentlich mehr als die Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Im Schwabenland steht sie im Range weit hinter diesen Dingen, sie kommt bei uns erst etwa im dritten Glied, hinter dem sauberen Hemdkragen."
Tonfilm: Eine $rou wie Du...
Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße wird den Besuchern wieder eine sehr unterhaltsame Geschichte aufgetischt. Die Zufälligkeiten, derer der Film bedarf, sind zwar manchmal etwas weit her- gehott, runden sich aber zum Schluß so glücklich, daß man über das „Wieso?" und „Warum?" nicht weiter nachgrübett. Die junge Dame, die einen recht fragwürdigen Skiunfall herbeiführt, um dem Liebhaber zu entrinnen, beschwört eine Menge der tollsten Situationen herauf, die sie sogar bis in die Kaschemme führen. Das wahre Ziel wird aber doch noch erreicht, und zum Schluß lösen sich alle rät elhaften Zusammenhänge in der Verlobung und somit in Wohlgefallen auf. Als exzentrische Baroneß sieht man Liane Haid, die ihren ganzen Charme in den Dienst der Rolle stellt, in Georg Alexander hat sie einen glänzenden Partner; Adele Sandrock erscheint als sittenstrenge Freifrau unübertrefflich, und Szöke S z a t a 11 stellt den Urtyp eines gemütlichen Papas dar. Zu nennen sind noch Fritz Kam- p e r s als Klemm-Max und Fritz O d e m a r als Baron und Autoschieber. o.
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