Ausgabe 
13.3.1933 Erstes Blatt
 
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den der bisherige Intendant Tarl Ebert und einige Mitglieder des Dühnenvorstandes ihrer Aemter enthoben. In den Abendstunden wurde die Städtische Oper auc Sicherung einer «reibungslosen Fortführung des Theaterbetriebs

durch ein SA.-Kommando beseht.

Ein guter Jong der Zollbehörden.

Ein guter Fang ist den Beamten der Zoll- fahndungSstelle Freiburg bzw. den Zollbecß'ten am Dren-übergang Weil-Otterbach gelungen. Dort wurde beim Versuch des Uebertrittes nach der Schwei- eine Direktorsgattin aus der Schweiz mit ihrem Auto angehalten und untersucht, wo­bei sich herausstellte, daß sie 5 4 0 0 0 Ward bei sich trug und diesen Betrag über die Grenze schaffen wollte. Die Frau sowie auch ihr Mann wurden verhaftet. Das Geld und das Auto wurden beschlagnahmt. Die bisherigen Er­mittelungen eraaben, das; die Frau bereits 250000 Mark in verbotener Weise nach der Schwci- gesch-fft hatte.

Germanische, 7lationalmu|eum zu Nürnberg.

Die Eröfsnung der Veit-Stoß-Gedächt- n i S a u s st e l l u n g ist für den Mai d. 3. in Aussicht genommen. Etwas später haben auch die Polen Cedi chtn.sfeierl.chkeiten vorgesehen. Polen sieht noch immer den Nürnberger Bildschnitzer als einen der Seinigen an, da er den großen Marienaltar im Kralauer Dom für die deutsche Gemeinde gearbeitet hat, doch ist die deutsche Abstammung des Meisters nicht zu bezweifeln, und seine Kunst ist eine der reichsten und eigen­willigsten Blüten der deutschen Spätgotik. Die Nürnberger Ausstellung, die bis zum August dauert, wird das bewegliche Werk, soweit es im deutschen Kirchen-, Museums- und Privatbesih sich befindet, vereinigen. Einzeln« Dildhauer- arbeiten im Besitz des Germanischen Museum- werden die Llebersicht abrunden. Di« Ausstel­lung verspricht künstlerisch und wissenschaftlich äußerst ertragreich zu werden.

Lin Perlen-halsband-Dlebskahl in Wien.

3m Zusammenhang mit dem Diebstahl eines ko st baren Perlenhalsbandes sind in Wien der Baron Herbert Popper-Podhragy, ein Neffe der bekannten Kammersängerin 3 e r i tz a, sowie ein Direktor und ein Direktorstellvertreter der halbstaatlichen Dersatzanstalt Dorotheum v e r h a f - t e t worden. Das kostbare Halsband, das der Ba­ronin Cahn-Speyer gehörte, enthält 47 Per­len bis zur Größe einer Nuß. Es ist in der Vor­kriegszeit für 170 000 Goldkronen erworben wor­den und wird auch jetzt Noch trotz des starken Stur­zes der Perlenpreife auf 180 000 Schilling geschätzt. Es verschwand eines Tages aus dem Safe oes von der Baronin ständig bewohnten Hotels und ist jetzt gänzlich unbeschädigt wieder auf einem Barometer in der Wohnung des Dorotheum-Direktors Ober­schatzmeisters Regierungsrat M e i n b e l aufgefun- den worden. Baron Popper, ein junger Mann, der in Wiener Nachtlokalen eine bekannte Erscheinung ist und ständig bei seiner Großtante, Baronin Speyer, verkehrte, hat das Halsband in einem un­bewachten Augenblick aus dem Safe verschwinden lassen und es dann im Dorotheum für 5000 Schil­ling versetzt. Einige Tage später erhöhte er die Pfandiumine um weitere 3000 Schillinge. Den Pfandschein versuchte er für 5000 Schilling an einen Juwelier weiter zu geben, der das Dorotheum ver­ständigte und die Sperrung des Pfandscheines an- regte. Der Pfandschein wurde jedoch unmittelbar darauf von einer unbekannten Dame erworben, die die Gattin des ebenfalls im Gewahrsam der Poli­zei befindlichen stellvertretenden Direktors des Do- rotheums, Maurer, sein soll. Die beiden Beam­ten des Dorbtheums werden wegen Teilnahme am Diebstahl verfolgt und haben beide ein G e st ä n d - n i s abgelegt. Frau Maurer leugnet noch. Baronin Popper hat sich zuletzt in München aufgehalten, sie wurde auf Anregung der Wiener Polizei als lästige Ausländerin abgeschoben und an der Grenze in Haft genommen.

Line italienische Ehrung Werner Sombatt».

Mussolini empfing den Abgeordneten 2 at - tat, der ihm mitteilte, daß auf Anregung der juristischen Fakultät und der Hochschule für Kor­poral.onswesen bei der 11 n i d e r f 11 ä t Pisa am 19. März eine Ehrung für den deutschen Nationalökonomen Professor Werner S o m - bart stattfinden werde, der an diesem Tage vor 50 Jahren sich in der Universität Pisa hat einschreiben lassen. Der Gelehrte wird einen Dortrag in italienischer Sprache über di« sozialen Strömungen im heutigen Deutschland halten. Mussolini hat über die Anregung zu dieser Feier sein« Genugtuung aus­gesprochen und erklärt, diese Deranstaltung sei dazu angetan, die Beziehungen zwischen den Wirtschaftlern der beiden Länder zu vertiefen. Drei Tote bei einem Wohnungsbrand in Vochum.

3n einem Hause in Bochum-Linden brach ein Brand aus, der drei Todesopfer forderte. Das Feuer ist wahrscheinlich in einem im Erdgeschoß lie­genden Lebensmittelgeschäft entstanden. Die in den oberen Stockwerken schlafenden Bewohner des Hau­ses wurden von demFeuerüberrascht. Von einer Familie fielen der Mann, b i e Frau und ein Kinb ben Flammen zum Op­fer, ein anbere^ Äinb erlitt schwere Verletzungen. Ein weiterer Hausbewohner trug burchSprung zum Senft er hinaus, ebenfalls schwere Ver­legungen davon, eine Frau wurde leichter verletzt. Die Feuerwehren von Bochum und Linden nahmen die Bekämpfung des Brandes auf.

Autounglück. Ein Toter, ein verletzter.

Wie die Neichsbahndirek-.on Hannover mittcilt, ist auf der Landstraße WerdenWalsrode in der Nähe von Werden ein Personenkraftwagen durch die geschlossene beleuchtete Schranke gegen die Lokomotive eines Güter­zuges gefahren. Der Vorderteil des Kraftwagens wurde zurtrümmert und die beiden 3nsassen herausgeschleudert. Ein Fräulein O. Hammelberg (Werden) wurde getötet und der Hausierer Julius Bernhard verletzt.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck wirkt sich weilerhin aus und wird das schone Frühlingswetter fortbestehen lassen. Die Temperaturen gehen infolge der Ausstrahlung nachts noch unter den Gefrierpunkt zurück, während tags­über wieder kräftige Erwärmung einsetzt.

Aussichten für Dienstag: Morgens stel­lenweise dunstig, sonst aufheiternd und trocken, leich­ter Nachtfrost, tagsüber mild.

Aussichten für Mittwoch: Noch keine wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 12. März: mittags 10 Grad Celsius, abends 3,3 Grad; am 13. März: morgens 2,9 Grad. Maximum 11 Grad Minimum3,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 12. März: abends 5,3 Grad; am 13. März: morgens 1,6 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 7% Stunden.

Aus der provinzialhaupistadt.

Naturgemäße Heilbehandlung.

Don Or. med. E Kaufmann.

Die Basis alles praktischen Handeln- beruht auf dem, was wir als naturgemäß erkannt haben. Diese Erkenntnis kann nur durch eingehende, liebevolle und von Ehrfurcht getragene Erfor­schung der Natur erlangt werden. Wir fußen heute auf den naturwissenschaftlichen Erfahrun­gen vieler Jahrtausende, und dennoch hat sich nur ein Teil, und zwar ein recht bescheidener, dieser Vorgänge unserem Verständnis enthüllt. Auf dem Gebiete der Technik, wie auf dem der Heilkunde haben diese im Grunde genommen recht bescheid nen Errungenschaften den Men­schengeist doch zu erstaunlichen Entdeckungen und Erfindungen befähigt, solange er sich an das hielt, was er als naturgemäß erkannt hatte. Die chem.sch-physikal.schen Grundlagen der Tech­nik gelten ohne weiteres als naturgemäß, also als selbstverständliche Voraussetzung.

Der Heilkunde gegenüber wird jedoch das Wortnaturgemäß" oft in nicht eindeutiger Form gebraucht. Die Verfechter einer natur­gemäßen Heilbehandlung fordern, daß zur Be­handlung von Krankheiten nur die Mittel ver­wendet werden, die uns die Natur liefert und von denen die Menschen unter einfachen, natur­nahen Kulturverhä tnissen Gebrauch machten: Sonne, Wasser, Licht, einfache Nahrungsmittel, in der Natur voriommende Heilkräuter. Eie lehnen ärztliche Maßnahmen ab, die ihnen un­natürlich oder künstlich erscheinen, z. B. Ein­spritzungen, Operat.onen. Die wissenschaftlich« Medizin beschränkt sich bei der Beurteilung dessen, was naturgemäß ist, nicht auf die Mittel, sondern dehnt den Begriff auf alle Lebens- und Hei- lungr-vorgänge im menschlichen Körper aus. Wo nur irgend möglich und aussichtsreich, verwendet auch der Arzt heute die natürlichen Heilmittel in der Krankenbehandlung, aber er beschränkt sich nicht darauf, da er auf Grund genauer Studien der Lebensvorgänge im Körper weih, daß auch noch vieles andere naturgemäß ist und daß der Körper selbst die allerstärlsten Heilmittel und Heilverfahren besitzt.

3eder weiß, daß eine Wunde von selbst heilt. Der Arzt aber kennt einige der natürlichen Vor­gänge, die zur Wundheilung führen. Er ist be­strebt, sie nicht zu stören, sondern diese Natur­heilung nach Kräften zu fördern. Allzu kräftiges Auswaschen einer Wunde oder Auflegen von Heilkräutern kann aber störend wirken. Ruhig­stellung und ein keimfreier Verband genügen meist zur Begünstigung der Heilung, und zur Erzielung einer guten Narbe muß unter Umstän­den d e Wunde zi.sammengeheftet werden.

3ft ein Organ im Körperinnern erkrankt, so zeigt der Organismus das Best-eben, die durch die Erkrankung zerstörten Teile auiizustohen ober au ersetzen. Es bildet s.ch eine ^.ctzündung, eine Eiterung oder ein Abszeß. Das ist ein natur­gemäßer Heilungsvorgang, bei dem solange nicht eingegriffen werden darf, als er regelrecht und ohne Gefährdung anderer Organe verläuft. Be­steht diese Gefahr, so muß der Arzt den Abszeß öffnen. Er muh z. B. den entzündeten oder ver­eiterten Wurmfortsatz am Blinddarm entfernen, um die lebensgefährliche Verbreitung des Eiters in die Bauchhöhle zu verhüten. Das ist natur­gemäße Heilbehandlung.

Bei der Lungentuberkulose entstehen an zahl­reichen Stellen Entzündungsvorgänge, die sich leicht ausbreiten. Der Körper sucht durch Ein­schmelzung und Abgrenzung der erkrankten Teile dem Fortschreiten Einhalt zu tun. Der Arzt ist bestrebt, nicht nur die Ausbreitung der Krank­heit, sondern auch das Maß der Abwehrlraft des Organismus zu erkennen. Durch allgemeine Kräftigung, gute Ernährung, Licht und Ruhe kann man diesen Heilungsprozeß beschleunigen und anregen. Um die Lunge ruhig zu stellen, schaltet man sie teilweise aus dem Atmungs- Prozeß aus. indem man Lust in die Lungenhöhle einbläst und die Lunge so zum Zusammensailen bringt. Dieses Verfahren, Pneumothorax, er­scheint zunächst nicht naturgemäß, wenn man bedenkt, daß die Lunge doch eigentlich zum At­men da ist. Der Kranke mit einem Pneumothorax muh dann eben unter den veränderten Bedin­gungen der Krankheit auf einen Teil seiner At­mungsleistung verzichten und fein Verhalten die­sem veränderten Zustand anpassen, um das natur­gemäße Heilverfahren zu ermöglichen.

Unter den Heilmitteln, die die wissenschaftliche Medizin verwendet, spielen kunstvoll zusammen­gestellte chemische Präparate eine große Rolle. Sie erscheinen dem Laien oft wenig naturge­mäß, und doch sind fi£ es in besonders hohem Maße, stellen sie doch Stoffe dar. die der Körper selbst herstellt und die er zu bestimmten Stoff- Wechselvorgängen unbedingt braucht. 3st der Kör- per aus irgendeinem Grunde, also meist infolge Krankheit, nicht in der Lage, diese Stoffe in aus­reichender Menge herzustellen, so kommt ihm der Arzt zu Hilfe und erseht das Fehlende durch Prä­parate, die er entweder von Tieren gewonnen, oder künstlich aus chemischem Wege aufgebaut hat. Viele dieser Stosse würden eine Veränderung er­leiden und ganz unwirksam bleiben, wenn man sie dem Kranken auf natürlichem Wege einver- leibte, also durch den Mund einnehmen ließe. Daher wählt der Arzt den anscheinend unnatür­lichen Weg der Einspritzung in das Blut ober unter die Haut. Dieses anscheinend naturwidrige Verfahren ist in Wirklichkeit höchst naturgemäß, denn man kommt damit so nahe wie irgend mög­lich an den entsprechenden Vorgang im Körper selbst. Viele der in den außerordentlich fein ein­gerichteten Laboratorien des Körpers hergestell­ten Stoffe werden von ihrem Entstehungsort aus direkt dem Blute übermittelt und wirken nur von hier aus. Solche Mittel sind vor allem die Hor­mone. die von den kleinen Drüsen, den sog. Blut- drüsen oder Drüsen mit innerer Sekretion herge- stellt werden. (Schilddrüsen, Keimdrüsen. Neben­nieren, Hirnanhang und die 3nselapparate.) Ge­rade das aus diesen Organen gewonnene 3nfu- lin ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel für die Art, wie die moderne wissenschaftliche Medi­zin auf Grund ihrer Kenntnisse von den Vorgän­gen im gesunden und im kranken Organismus es verstanden hat. lebenswichtige Stoffe, die dem Körper infolge Krankheit verloren gegangen find, auf naturgemäßem Wege und in einer der natürlichen entsprechenden Form künstlich zu er­setzen.

Diese Veispiele mögen genügen, um darzutun, wie die moderne Heilkunde im wahren Sinne na­turgemäß handelt, und zwar auch dort, wo sie sich nicht auf die Mittel beschränkt, die ihr die Natur mühelos spendet.

Illegale Flugblätter gefunden und sichergesteltt.

Der Polizeibericht meldet: Am Samstagmorgen wurden auf der Landstraße LeihgesternGießen in der Nähe derBergschenke" mehrere hundert kom­munistischer Flugblätter, die fortgeworfen worden waren, oorgefunden und von der Polizei und von Zivilpersonen sichergestellt. Auf Grund dieses Fun­des nahm die Landeskriminalpolizeistelle Gießen in Leihgestern eine Durchsuchung vor, bei der ein Gummiknüppel beschlagnahmt wurde.

Herstellung von Schweizer Stumpen in Gießen.

Die Firma Georg Philipp Gail AG. in Gießen hat wie uns mitgeteilt wird als erste und bis jetzt einzige Firma in Oberhessen die Fabrikation von sog. Schweizer Stumpen aus­genommen und damit einen, wenn auch der Zigar­renfabrikation nahestehenden, so doch neuen Her­stellungszweig in unser Hessenland gebracht. Dies ist um so erfreulicher, als es sich bei dieser Herstel­lung um Handarbeit handelt, die Aussicht auf weitere Mehrbeschäftigung von Arbeitern eröffnet und auch die Möglichkeit zur Erlernung eines neuen Berufes gibt. Bei dieser Gelegenheit kann wei er die erfreulich« Feststellung gemacht werden, daß >m letzten halben 3ahre der Arbeiterstand der Firma Gail um 147 Arbeiterinnen durch Ncu- einstellung erhöht wurde.

Taten für Montag, 13. März.

1741: Kaiser Joseph II. von Oesterreich geboren; 1781: der Architekt Friedrich Schinkel in Neuruppin geboren; 1860: der Komponist Hugo Wolf in Win- dischgrätz geboren.

Bornotizcn.

Tageskalender für Montag: Tierschutzverein, 20.15 Uhr, Kaufmännisches Ver- einshaus, Hauptversammlung. ZDF.. 20.C0 Uhr, bei Kamerad Wc'nhardt, Monats-Dersamm- lung. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße:Wenn dem Esel zu wohl ist".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, kommt Bruno Frank mit seiner KomödieNina" erstmalig in die­ser Spielzeit zur Aufführung. Die Erstaufführung unter Karl Hcysers Spielleitung ist zu gewöhn­lichen Preisen als 23. Vorstellung im Dienstag- Abonnement. Die Rolle derNina" spielt Edith Berger. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. Mitt­woch, 15. März, 22. Vorstellung im Mittwoch-Abon­nement, Gerhart HauptmannVor Sonnenunter­gang", Spielleitung: der Intendant. Sams­tag, 18. März, 20 Uhr (Ende 23 Uhr) und Sonntag, 19 März, 18.30 Uhr (Ende 21.30 Uhr) zum 14. und 15. Mal die Operetten-RevueIm weißen Rößl".- Beide Vorstellungen außer Abonnement und zu klei­nen Operettenpreisen. In beiden Vorstellungen ha- ben Dorzugsgutscheine Gültigkeit. Samstag außer- dem auch Schülerkarten.

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* Reiht d i e Weidenkätzchen nicht a b ! Das Abreißen von Weidenkätzchen ist be­kanntlich polizeilich verboten. Zuwiderhandelnde werden mit Strafe belegt. Es sei aber noch be­sonders darauf hingewiesen, daß die Weiden­kätzchen für die Bienen die erste Nahrung bilden und schon deshalb nicht abgerissen werden soll­ten. Hoffentlich findet dieser Hinweis überall die gebührende Beachtung und Befolgung.

* Ehrungen im Hessischen Sänger­bund. Der Hessische Sängerbund ehrte dieser Tage wieder eine Reihe seiner Mitglieder für ihre treue Mitgliedschaft und die langjährige San­gestätigleit im Verbände. Für 50jährige aktive Sangestätigkeit wurden Konrad Becker (Ein­tracht" Nieder-Ohmen), Heinrich Leun IX., Heinrich Magnus II. und Ludwig Nepp (sämtlichHarmonie" Grohen-Lndien). Hermann Kinsel 1. (Liederkranz" Düdelsheim), 3ohann V o g t ( Frc h inn" Hochelheim), Wilhelm G r a II (? Liederkranz" Stockheim i. O.) ausgezeichnet. Die 3ubilare erhielten die goldene Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes und den Sängerehren­

brief. Mit der filbernen Ehrennadel für 40jährige aktive Sangestätigkcit wurden Friedrich Weber (Arion" Klein-Linden), und Ludwig Dieh- mann (Arion" Klein-Linden), 3akob Som­mer IV. und Georg Sommer V. (.Jugend­freund" Steinberg), Karl R e u f ch l i n g IV., Philipp Balser, Karl Balser IX.. Heinrich Nikolaus, Karl Reuschi ing III., Karl Schneider (.Germania" Steinbach), Philipp Schmidt II. (»Harmonie" Großcn-Linden). Heinrich Brethauer (Eintracht" Rinderbü» gen). Heinrich Vogel (Teutonia" NordeckV Ludwig Schäfer II. (Eintracht" Steinbach» bedacht. Die EhrennadelFür Derdienst",^-^ Auszeichnung für 25jährige Vo,H«W«mgkett erhielten Ludwie^v eiten XI. und Heinrich Sern (beide Harmonie" Großen-Linden).

* Beim SKr.n gieren verunglückt. Ge­stern morgen zu früher Stunde verunglückte der Rangiermeister Emil Walter aus Daubringcn und erlitt einen Beinbruch, ferner Kopf- und Hust- Verletzungen, so daß er in bedenklichem Zustande in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Wie wir erfahren, befindet sich der Verunglückte glück­licherweise heute auf dem Wege der Besserung.

Strafkammer (Sieben.

* Gießen, 10. März. Als ein Außenbeamker des hiesigen Zollamts am 20. 4.1932 in ein Zigar- rengefchäft kam, um dort die Banderolen nachzu­prüfen, bemerkte er, daß zwei ihm unbekannte Per­sonen dem Geschäftsinhaber und seinem Sofort Kleiderstoffe anboten. Er wies sich als Zollbeamter aus und ersuchte um Vorlage des Wandergewerbe­scheins. Der eine Stofffoänblcr hatte keinen solchen, der andere nur einen für Preußen und nicht für Hessen versteuerten. Pflichtgemäß erklärte der Be­amte die Stoffe und den Wandergewerbeschein für beschlagnahmt. Die beiden Händler leisteten ihm hiergegen Widerstand; insbesondere versuchte der heutige Angeklagte, ihm den Wandergewerbeschein zu entreißen. Als der Beamte ben Laden verließ, folgten ihm beide Händler und versuchten auf der Strafje, ihm den Schein mit Gewalt abzunehmen. Auch ein dritter Händler, der auf der Straße ge­wartet hatte, beteiligte sich hierbei. Das Amtsgericht hatte alle drei Stoff Händler wegen Widerstands zu einer empfindlichen Geldstrafe verurteilt. Die Be­rufung des einen (die beiden anderen hatten das Urteil anerkannt) war ohne Erfolg. Die Straf­kammer bestätigte auch das Urteil oes Amtsgerichts gegen denselben Angeklagten, wonach dieser wegen Hinterziehung der hessischen Wandergewerbesteuer zu 240 Mark Geldstrafe verurteilt worden war.

3m August 1932 fanden die Bewohner eines ab­seits von Hain-Gründau gelegenen Hauses am Hostor ein Säckchen, in dem sich eine Brieftaube und ein Schreiben befanden. In diesem forderte ein Unbe­kannter unter Drohungen, die Brieftaube wieder fliegen zu lassen, nachdem man 50 Mark in ein kleines, an der Taube befestigtes Täschchen gesteckt habe. Die Hausbewohner verständigten alsbald dis Polizeibehörde. Dem Krirninalinspektor Magold gelang es in kürzester Zeit, ben Briefschreiber in ber Person eines in ber Nähe beschäftigten Melkers zu ermitteln. Wegen versuchter Erpressung angeklagt, würbe er von bem Amtsgericht Bübingen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Berufung war ohne Erfolg.

Oberbürgermeister

Or. Landmann-Irankfuri abgereist.

Frankfurt a. M., 13. März. (WTB. Draht­meldung.) ilm zu verhindern, daß die Erregung der Volksmassen sich zu Tätlichkeiten gegen ben Oberbürgermeister Dr. Landmann auswachse, sollte, wie die Polizeipressestelle mitteilt, Dr. Landmann in Schutzhaft genommen werden. Die Durchführung dieser Schutzhaft war jedoch nicht mehr möglich, da Dr. Landmann bereits aus Frankfurt a b g e r e i st war. Sein Aufent­haltsort ist unbekannt.

Der Magistrat nahm heute in einer außeror­dentlichen Sitzung Kenntnis von einem Schreiben des Oberbürgermeisters Dr. Landmann vom 11. März, in dem er dem Magistrat mitteilt, daß er im 3nteresse der Stadtverwaltung und zur Verhinderung von Kämpfen um die Neubesetzung des Oberbürgermeisterpostens mit bem 12. März in den gesetzlichen Ruhe st and trete.

Men Ne nicht M

einmal festzustellen,wie sich die OBERST- Zigarette von anderen 3/tiPfg-Zigaretten unterscheidet ? (221m überzeugendsten wäre natürlich ein Vergleich.Erst ein paar Züge ausjhrer bisherigen Gewohnheits­marke,dann aus der seinerzeit von 5 auf3%Pfg herabgesetzten OBERST. Schade, dass wir Jhr Mienenspiel froher Überraschung nicht beobachten können!

OBERST die 8X3 Pfg-Zigarette, "beider nach teurer jMarkenJlrt sich 'Jiilde mit AROMA paart.

OBERST,

WALDORF ASTORIA C-M-B-H MÜNCHEN