Ausgabe 
13.3.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Montag, 13. Marz M3

183. Zahrgang

Nr. 61 Erstes Blatt

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr.

Chefredakteur

Dt. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen leil Ernst Dlumschein undfürdenAn- zeigenteil i. D. Th. Kümmel sämtlich in Biegen.

Erscheint täglich, außer Lonniags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert« (Bienener Familiendiatter Heimat m Bild Die Scholle

Monatr-Vezugrpretr: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr .. - 25

Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

zernsorechanschlüsfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnach­richten Anzeiger Lietzen.

Po#fd)ed!onto: fironffvr» am Main 11686.

Sietzemr Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrref trub Verlag: vrLhl'lche Universitälr-Vvch. «nd Steinöruderet H. Lange in Sietzen. Schriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchnl'tratze 7.

Das Ergebnis der Kommunalwahlen in Preußen.

Reichsrai und Staatsrat.

Berlin, 12. März. (ERB.) Das Ergebnis der Kommunalwahlen ist von außerordentlicher Trag­weite, denn, wie sich aus den vorliegenden Zahlen ergibt, wird die Regierung sowohl im Reichs- rat wie im Staatsrat über eine ein- fache, wenn nicht sogar über eine qualifizierte Mehrheit verfügen. Von den 66 Sitzen des Reichs­rats entfallen 26 auf Preußen, von denen wie- herum je 13 das Staatsministerium und die 13 Provinzen einschließlich Berlin besetzen. Don den 26 preußischen Sitzen werden sicherlich 22 bis 23 auf d i e Regierungsparteien ent­fallen. Da der Umschwung in den außer- preußischen Ländern zugunsten der Regie­rungsparteien auch eine Aenderung der politischen Zusammensetzung der Reichsratsvertreter dieser Län- der im Gefolge hat, ist d i e R e g i e r u n g s m e h r- heit damit gegeben.

Im Preußischen Staatsrat gehörten von 81 Vertretern bisher 29 den jetzigen Regierungs- Parteien an (unter Einbeziehung der DDP-), wäh­rend die SPD über 22, das Zentrum über 19, die KPD. über 6 und Splitterparteien über 5 Sitze ver­fügten. Künftig dürften von 81 Staatsratsvertretern Mlndestens55bis56denRegierungs- Parteien zuzurechnen sein.

Das bemerkenswerteste Moment der Kommunal- wählen ist der katastrophaleRückgangder K o m m u n i st e n. Die Anhänger dieser Partei sind offenbar nach dem Wahlergebnis vom letzten Sonn­tag, das trotz der gestiegenen Wahlbeteiligung den Kommunisten ein Fünftel ihrer Stimmen und Sitze kostete, mutlos geworden und halten eine weitere Beteiligung an Wahlen offenbar für nutzlos. In beschränkterem Umfang trifft dieses von wenigen örtlichen Ergebnissen abgesehen auch auf d i e SPD. zu, die 20 bis 30 Prozent ihrer Stimmen und Sitze einbüßte. Der Rück­gang der Regierungsparteien ist baaegen im Durch­schnitt geringer als der Rückgang Der Wahlbeteili­gung, die man nach dem vorläufigem Ueberschlag mit 80 Prozent annehmen kann.

Oie provlnziallandtage.

Don den zwölf preußischen Provinzen weisen zehn eine einwandfreie Rechtsmehrheit auf, und zwar: Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Grenzmark Posen Westpreußen, Niederschlesien unö Schleswig-Holstein. Diese haben reine nativ- nalsozialistische Mehrheiten. Oberschle­sien, Sachsen. Hannover haben Mehrheiten aus NSDAP, und S ch w a r z - W e i ß - R o t. Die Provinz Hessen-Nassau, deren Landtag aus den Kommunallandtagen Kassel und Wiesbaden gc- bildel wird, wird gleichfalls eine Rechls- Mehrheit aufweifen, da Kaffe! eine reine natio­nalsozialistische und Wiesbaden eine Mehrheit von NSDAP, und Schwarz-Weiß-Rot erhielten. Hinzu kommt als elfte Reichsralsstimme dieStadtBer- lin mit einer gleichfalls nationalen Mehrheit aus NSDAP, und Schwarz-Weiß-Rot. Lediglich in Westfalen und in der Rheinprooinz hat das Zentrum seine Schlüsselstellung behalten

Provtnziai'andia.1 DU einprovmz.

Gültige Stimmen 3 877 669. NS. 1 459 182, Soz. 364 420, K 427 906 = 19 Mandate (21), Z. 1 234 011 53 Mandate (64), Kpsf 273 253 Mandate 13 (12), DDP. 45 308 Mandate 0 (14), Chr.-Soz. 25 826 Mandate 0 (3), Stp. 8727 Mandate 0 (4), NS. 62 Mandate (6), Soz. 16 Mandate (25), Sonstige 0 Mandate (14).

Oie Giädie.

In zahlreichen Städten hat sich eine abso­lute Mehrheit der Regierungsparteien ergeben, vielfach sogar eine absolute Mehrheit der Ra- tiLnalfozialisten. 3n Westdeutschland rst in vielen Städten eine Zweidrittelmehrheit aus Rationalsozialisten u n DZ en- trum zu verzeichnen. Die absolute Mehr­heit errungen haben die Rationalfozialrlten a. B in Liegnitz mit 24 zu 22 Sitzen, in ^ e u t he n mit 26:21 Sitzen, in Hindenbur g mit 29M Sitzen, in Frankfurt a. d. O- mit 27:18 Sitzen Eine absolute Mehrheit der b e i d e n Regierungs Parteien ergab sich il a. in Wiesba den mit 34:20 Sitzen, in Halle mit 37:21, in Gor 11 tz mit 28:19, in Koblenz mit 2221. in W u p - pertal mit 44:32, in Oppeln mit 22:16, in Kiel mit 36:23 Sitzen. 3n Mu n st e r trat an die Stelle der absoluten Mehrheit des Zen­trums eine Mehrheit der Regierungsparteien von 25 23 Sitzen während in Trier das Zentrum seine absolute Mehrheit erhalten konnte. Mehr- heilen aus Rationalsozialisten und Zentrum ergaben sich u. a. in Köln, Duisburg. Essen und Düsseldorf.

Das Ergebnis der Berliner Gtadtverordnetenwahten.

Berlin. 12-März. (ERD.) Das Ergebnis der Berliner Stadtverordnetenwahlen ist gerade­zu sensationell, denn es hat gegenüber Den Ergebmifen vom vorigen Sonntag noch ein­mal einen erheblichen Ruck naq rechts gebracht und eine absolute Mehrheit der Regierungsparteien i>ergeteilt. Damit ist das seit vielen 3ahren traditionell »rote Berlin schwarz-weih-rot geworden. Während noch am vorigen Sonntag die beiden marxistischen Parteien zusammen mehr Stimmen aufbrachten

als die Regierungsparteien und eine bürger­liche Mehrheit nur unter Einbeziehung der Witte möglich gewesen wäre, ist die Mitte zur Mehr­heitsbildung jetzt nicht mehr notwendig.

2lm letzten Sonntag erhielten die Reg i e - rungsparteicn zusammen 1359 309 Stim­men (1 032 342 plus 32o 967), die marxisti­schen Parteien 1 377 794 Stimmen. 3etzt haben erhalten die Regierungsparteien 1 295 545 (984 243 plus 311 302). die marxistischen Parteien 1065 780 (SPD. 565 943, KPD. 499 847). Die Abnahme der Regierungsparteien beträgt 63 764.

die der marxistischen Parteien 312 014. Berück­sichtigt man die geringe Wahlbeteiligung, dann haben die Regierungsparteien sogar gewonnen. Die Mittelparteien haben zusammen 152 224 Stimmen erhalten, sie bringen zusammen mit den Linksparteien 1 270 675 Stimmen auf gegen 1 295 545 Kampffront Schwarz-Weiß-Rot und Rationalsozialisten. Man kann dabei die Stimmen der Christlich-Sozialen und der DBP- wohl unbedingt der Rechten zurechnen, so daß sich das Endergebnis zu deren Gunsten noch versch'ebt.

Oer Volksiraueriag in Berlin.

des Kanzlers einen Kranz am umrenmai unter oen vinoen nieoer

iiöent von AinDenburg in Begleitung

Zur Gedenken ber *m

4 W *

./-'vM

Berlin, 12. März. (Täl.) Der Bolkstrauer- tag wurde in Berlin in ernster und würdiger Weise unter außerordentlich starker Teilnahme aller Bevöllerungsschichten unter den schwarz- wcißroten und schwarzweißen Fahnen begangen. Zum Ehrenmal Unter den Linden zogen wäh- rend des ganzen Tages Abordnungen der natio­nalen Berbände, der Studentenschaft, der hündi­schen Jugend und zahlreicher Bereine, um dort Kränze niederzulegen.

Den Mittelpunkt bildete wie immer die Ge­denkfeier des Bolksbundes Deut­sche Kriegsgräberfürsorge, die, statt wie bisher im Reichstag in diesem Jahr in der Staatsoper Unter uen ßinuen stutiiand. Um punkt 12 Uhr erschien Reichspräsident von Hindenburg, der die Feldmarschallsunisorm trug, mit den Mitgliedern Der Reichsregierung Er nahm in der früheren kaiserlichen Loge Platz. Reben ihm saßen Reichskanzler Hitler, Reichs- Wehrminister v. Blomberg, Reichsminister Göring, Bizekanzler v. P a p e n und Reichs- innenminifter Dr Frick. Außerdem befanden sich in Der Loge Der Ches Der Heeresleitung, Ge­neral v. Hammer st ein, unD Der Ches Der Marineleilung, Admiral R a e d e r. Auch Die übrigen Mitglieder der Reichsregierung, der Präsident des Dolksbundes von Winter- feldt Menlin. Reichsminister a. D Dr Geß- ler, der Präsident des KysihauserbunDes Gene­ral v. Horn, Dr. Goebbels. Oberstleutnant Düsterberg und zahlreiche andere Persönlich­keiten des öffentlichen Lebens nahmen an der Feier teil. .

Auf der Bühne sah man Reichswehr mit ujren

ruhmreichen Regimentsfahnen, SA.-Leute, Stahl­helmer, deutschnationale Kampfbündler, studentische Chargierte mit insgesamt etwa 200 Fahnen. Nach musikalischen und gesanglichen Darbietungen hielt Pfarrer Dr. S ch a a cf aus Konstanz die Gedenk­rede, wobei er von den Worten des Dichters Walter Flex ausging,die Besten unseres Volkes sind nicht gestorben, damit die Lebenden tot seien, sondern daß die Toten lebendig würden". Anschließend ehr­ten die Versammelten das Andenken an die Toten des Weltkrieges durch ein stilles Gebet. Trommel­wirbel leitete über in die Klänge des Liedes vom guten Kameraden, dem Zapfenstreich und Gebet folgten. Die Gedenkfeier schloß mit dem Gesang des Deutschland-Liedes.

Während der Feier hatten sich Zehntausende vor dem Opernhaus und dem Ehrenmal eingefunden, die den Reichspräsidenten und den Reichskanzler beim Verlassen der Oper stürmisch begrüßten. Un­ter den Klängen des Präsentiermarsches schritt der Reichspräsident mit seinem Gefolge die Front der Ehrenkompanie und der nationalen Verbände ab, um sich nach dem Ehrenmal hinüber zu be­geben, wo er einen Kranz niederlegte Unter lauten Heilrufen der Menge fuhr der Reichspräsident als­dann zur Wilhelmstraße zurück

Außer der Gedenkfeier der Reichsregierung fan­den in der Reichshauptstadt zahlreiche weitere Feiern statt, die den Gefallenen des Weltkrieges galten. Im Zirkus Busch hielt der Stahlhelm seine Gedenkfeier ab, im Großen Schauspielhaus der Prooinzialkriegeroerband, im ehemaligen Herren­haus hielt die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegs­gefangener ihre Feier ab.

Der Reichskanzler besucht München.

Begeisterter Empfang auf dem Flugplatz.

München, 12. März. (WTB.) Reichskanzler Adolf Hitler ist um 17.35 Uhr im Flugzeug auf Dem Flughafen Oberwiesenfeld bei München ange­kommen Die Begrüßung durch den Reichskommissar General Ritter v. Epp durch die von ihm be­auftragten Kommissare für die Staatsminifterien sowie durch die führenden Mitglieder der Partei gestaltete sich zu einem besonders feierlichen Akt.

nier dem Jubel der Menge, die die Ankunft des Reichskanzlers seit 15 Uhr erwartet hatte, landete Das Flugzeug um 17.40 Uhr Nach einer kurzen Vor­stellung Der anwesenden Herren durch General von Epp schritt der Reichskanzler die Front der SS., SA., des Stahlhelms und Der Schutzpolizei ab.

Die Formationen bildeten dann ein engeres Vier­eck und nun hielt General R i t t e r v. E p p an den Reichskanzler eine Ansprache, in der er ihn als fein Beauftragter im Freistaat Bayern willkommen hieß.

Reichskanzler Adolf Hitler

antwortete u. a.:Vor Jahren habe ich von hier aus den Kampf begonnen, der nunmehr in feinem ersten Teil als voll beendet angesehen wer­den kann. Was jahrhundertelang in Deutschland er­sehnt wurde, aber nicht errungen werden konnte, das ist jetzt Wirklichkeit geworden. Eine Gleichschal - tungdes politischen Willens hat sich voll­zogen, wie wir sie noch nie erlebt haben, und daß diese Gleichschaltung nicht mehr vergehen Darf, da­für wollen wir uns einsetzen Ich selbst bin über­glücklich und stof; Darauf, daß nicht der Norden Bayern gewonnen hat, sondern daß aus freiem Willen sich Das Land selbst z u der Ein­heit bekannt hat. Ich habe das Gefühl, daß in diesen Tagen Bayern selbst sich eingealiedert hat in diese große Front der erwachenden deutschen Na­

tion Die politischen Voraussetzungen haben wir geschafft. Halten werden wir sie jetzt und niemand oll uns diese Arbeit stören, niemand soll sie sabo­tieren können, dafür stehen wir.

Gerade aus diesem Kampf und aus dieser Arbeit heraus sollen eines Tages auch die Freiheit, das Glück und der Segen einkchren in unser Deutsches Reich, in dem dann die Länder den Rang einnehmen wer­den. der ihnen nach Geschichte und Tradition gebührt. Richt vergewalti­gen. sondern durch Gleichschaltung der dcut- schen Ration das Höchstmaß der ide­ellen Freiheit gewähren, das ist unser Wille. Er kann nur dann verwirklkcht werden, wenn ein einiges kraftvolles Deutsches

Reich als Schuh und Schirm besteht.

Ich komme von der Reichshauptstadt. Der Herr Reichspräsident hat angeordnet, daß von nun an in Deutschland außer den Fahnen der Länder zwei Symbole gehißt werden: Die Flagge, die uns allen teuer ist, weil wir für sie gekämpft haben, und die Fahne, unter der wir den Kampf aufgenommen haben für Deutschland. In dieser Gemeinschaft des alten Reichs und der neuen jungen Erhebung sehen wir das Wahrzeichen für Die Wiedergewinnung der deutschen nationalen Kraft. Ich sehe hier auf diesem Felde Die Kraft verkörpert, die Deutschland einst beschirmen wird. Ich fühle es, daß wir im höchsten Sinne des Wortes J)ie deutsche Gemeinschaft sind, die Gemeinschaft der deutschen Männer, die eintreten wollen für Das Deutsche Reich und seine Länder.

Die Ausführungen des Reichskanzlers wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Die Mu­sik spielte das Horst-Wessel-Lied, in das Die Menge mit erhobener Rechten und entblößten Hauptes einstimmte. Dann begab sich der Reichs­kanzler mit feinem Kraftwagen jubelnd begrüßt zur F e 1 d h e r r n h a 11 e. Er wurde von Den Menschenmassen, die die Straßen einsäumten, im­mer wieder jubelnd begrüßt. An der Stelle, wo am 9. Rovernber 1923 Rationalsozialisten fielen, legte der Kanzler einen mächtigen Kranz mit Der Inschrift auf roter Schleife:UnD 3hr habt dochgesiegt" auf das Pflaster nieder.

Dr. Göbbels übernimmt das neue Reichsminilterium für Volksanf-

klärung und Propaganda.

Berlin. 11. Mörz. (TU.) Das Reichskabinelk Hal sich, wie amtlich mitgeteill wird, sehr ausführlich mit den vom Reichsernährungsministerium vorgeschlage­nen Maßnahmen für eine Regulierung des Del- und Fe11marktes besaßt, ohne diesen Fragenkomplex zum Abschluß bringen zu können, wie verlautet, Hal sich das Kabinett ferner mit Der Errichtung eines Reichsmini st eriums f ü - Volksaufklärung und Propaganda beschäftigt und sich mit der Errichtung eines solchen Ministeriums einverstanden erklärt, vorbehalt­lich der Klärung einiger Linzelfragen. Zum Leiter des Ministeriums dürfte der Reichspropagandaleiter der RSDAp., Reichstagsabgeordneter Dr. Goeb- be. s. ernannt werden, zum Staatssekretär Mini­sterialdirektor Funk unter Beibehaltung der Funk­tion als Leiter der Presseabteilung der Reichsregie­rung. Die Ernennungen werden voraussichtlich An­fang nächster Woche erfolgen. Das neue Ministe­rium wird seinen Sih im Palais Leopold, dem Gebäude der Presseabteilung der Reidjsregic- rung, haben.

KeichSmmisterGeldie Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst.

Berlin, 13. März. (WTB. Funkspruch.) An Stelle des seitherigen Reichskommiffars für den Frei­willigen Arbeitsdienst, Präsident Syrup, ist Reichsarbe.esminister Franz S e l d t e zum Reichs- kommifsar für den Freiwilligen Arbeitsdienst ernannt worden.

Gegen die Schließung von Einzelhandelsgeschästen. Ein Runderlatz des NetchslnncnministerS

Dr. F-rtck.

Berlin. 13. März. (WTB- Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern Dr. Frick hat an die Innenministerien der Länder und die Reichskommissare in München, Stuttgart, Dresden, Karlsruhe, Darmstadt, Bremen, Lübeck und Schaumburg-Lippe folgenden Runderlaß gerichtet:

In zahlreichen Städten des Reiches finden immer wieder Schließungen und Bedrohun­gen von Einzelhandelsgeschästen statt. Davon werden nicht nur die Inhaber der Ge­schäfte, sondern auch die Arbeiter und A n - g e ft e 111 e n der Geschäfte sowie das kaufende Publikum und der allgemeine Wirt­schaftsverkehr schwer betroffen. Auch die Staatsautorität und die für den Wieder­aufstieg Deutschlands unentbehrliche Ver­trauensbelebung leiben unter solchen Will­kürhandlungen Schaden. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bitte ich, diesen Uebergrisfen nachdrück­lich entgegen$utreten und die dazu erfor­derlichen Anordnungen zu treffen.