Die Mard-Wagner-Gedächlmsseier in Leipzig
Ein repräsentativer Festakt im Gewandhaus. - Oie Huldigung der Vaterstadt.
der
schossen. Fünf Kommunisten wurden verhaftet.
durch
aller Kapellen.
27 ftortleRung
Nachdruck verboten.
sowie ihren dem
stürmischen Beifall unterbrochen. 3m Anschluß an die Rede Hitlers erfolgte ein Borbeimarsch
Der Oberbürgermeister von Bayreuth. Hofrat Preu, hat zum 50. Todestage Wagners im Ramen der Stadt eine Botschaft an alle Welt gerichtet, in der es u. a. heißt: Richard Wagner hat unsere Stadt aus stiller Berträumtheit erweckt und sie für die Kulturwelt aller Zonen nach seinen eigenen Worten", zu einem teueren Angedenken, zu einem ermutigenden Begriff, zu einem sinnvollen Wahlspruch" gemacht. Was wäre Bayreuth ohne Wagner und sein Werk? So sind es Gefühle heißen Dankes, die uns Bayreuther heute bewegen." Besonderen Dank spricht der Oberbürgermeister der Lebensgefährtin des Meisters, seinem Sohn und dessen Gattin aus, auf deren Schultern heute das Werk ruht.
zu einem umfangreichen und bedeutungsvollen Anwendungsgebiet entwickelt hätten.
3n Eisleben wurden Teilnehmer eines Propagandamarschs der RSDAP. plötzlich aus dem Haus Buchhandlung Klassenkampf im Breiten Weg von Kommunisten beschossen. Die Polizei, SA, und SS. griffen sofort zuv Gegenwehr. Es entstand ein Feuergefecht, in dem ein SS.-Mann aus Halle erschossen und zwölf Personen schwer verletzt wurden.
Reichskanzler Hitler ist Kassel.
Kassel, ll.Febr. (TU.) Die Gautagung der RSDAP. des Gaues Hessen-Rassau R o r d wurde am Samstag mit zahlreichen Sondertagungen der einzelnen Fachgruppen eröffnet. 3m Mittelpunkt des ersten Tages stand eine große öffentliche Kundgebung auf dem Friedrichsplah in Kassel, verbunden mit einem Aufmarsch sämtlicher Formationen der RSDAP. vor dem Roten Palais, von dessen Balkon Reichskanzler Adolf Hitler sprach.
Rund 11 000 <521.- und SS.-Männer, einige Formationen des Stahlhelms mit Standarten und Fahnen hatten auf Friedrichsplah Aufstellung genommen.
Die Rede des Kanzlers wurde mehrfach
3n 3 e ß n i h bei Dessau wurden aus Menschenmenge auf einen nationalsozialistischen Zug Schüsse abgegeben, die von den Rationalsozialisten erwidert wurden. Zwei Rationalsozialisten wurden schwer verletzt. 3n Hecklingen wurde ein Rationalsozialist auf der Straße e r -
Der zweite Tag der Gautagung der RSDAP. wurde mit einem großen Wecken eingeleitet. Rach einem Gottesdienst in der Martinskirche fand die Einweihung des Adolf Hitler- Hauses statt, die der Gauleiter Weinrich vornahm. 3m großen Saal der Stadthalle wurde dann ein Bauerntag abgehalten, an dem etwa 4000 Dauern aus Kurhessen und Waldeck teilnahmen.
Als Achern im Auto zur Bahn fuhr, war es ihm, als müsse er umkehren, als wäre irgendein schweres Verhängnis über Achern. Er schalt sich töricht. Was sollte denn passieren? Aber auch, als er längst im Zuge saß, blieb der Druck auf ihm.
Ottl; Weiler traf einen Diener, der, in eine Regen- Pelerine gehüllt, den Weg vom Schloß her kam. Sie benötchte farbige Wolle zu einer Handarbeit. Der Kramer im Dorf drüben hatte diese Wolle. Aus diesem Grunde sprach sie den jungen Diener an. Der verneinte bedauernd. Er hätte ihr gern den Gefallen getan. Doch er gehe nach Hohenbrück, er müsse einen Brief von der gnädigen Frau hinübcrtraaen zum gnädigen Fraulein. Otty Weiler erschrak und ergriff die Hand des Dieners in ihrer inneren Aufregung^
„Vor der gnädigen Frau? Geben Sie her, ich fahre nach Hohenbrück, da nehme ich den Brief gleich mit"
Unbedenklich händigte her Diener der tfreunbin semer Herrin den Brief aus. Er war froh daß er bei dem Wetter nicht hinüberzulaufen brauste B u, ■£ann Schein nach dem Wirt-
chaftsho hinüber, nachdem sie den Diener noch ge- fragt hatte, ob er eine Antwort mitbrinqen olle.
„Rein, nur abgeben, gnädiges Fräulein" »Dann ist es gut. Ich werde es erledigen."
Otty trat in das kleine Stübchen, wo am Sonn- abend die Löhne für die landwirtschaftlichen Ar- beiter aus dem Dorf ausgezahlt wurden. Es war BriefO^ fld) Qm Tisch nieder und öffnete den
Acherns Handschrift! Die großen, steilen Buch, staben. Aber nein, so unsicher schrieb er nicht. Es war eine gefälschte Schrift! Edelgarde hatte die Handschrift ihres Gatten gefälscht!
Der Brief lautete:
„Liebe Pia!
Ich muß Dich unbedingt sprechen. Komm heute abend in die Wasserruine. Dort sind wir
Aus der provtnzialhauptstadt.
Oer zivile Luftschutz.
Von Regierungsrat Schneider, Polizeiamt Darmstadt.
Richt alle Angelegenheiten, die mit einem Kriege in irgendeiner Beziehung stehen, müssen kriegerischer oder politischer Art fein. Es gibt Maßregeln, die zwar eine Folge eines Krieges sind, die ihrer inneren Natur nach aber keine Kampfmittel, sondern nur Schutzmaßnahmen sind. Es ist verständlich, daß das Wort „L u f t s ch u tz" in vielen Kreisen Gedan- ken zu Krieg und Zerstörung auslöst und eine Re- Qftion hervorruft, die schließlich in der Ablehnung aller Schutzmaßnahmen mündet. Nichts ist falscher als eine derartige Einstellung.
Der zivile Luftschutz bedeutet keine Verquickung mit militäriscken Maßnahmen, sondern soll, wie schon der Name sagt, lediglich eine Angelegenheit der Zivilbevölkerung bzw. Zioilverwaltung sein. Es handelt sich also unter keinen Umständen um eine politische, sondern um eine überparteiliche Angelegenheit, um den Schutz der Allgemeinheit mit Hilfe des einzelnen, aber auch um den Schutz des einzelnen durch die Hilfe der Allgemeinheit und um Schutz des Lebens und Eigentums der Volksgenossen.
Der zivile Luftschutz fällt in Deutschland nicht unter die vielen Verbote, die das Diktat von 23er- sailles uns auferlegt hat. Er findet seine legale Un-
Am Sonntagmittag fand im Gewandhaus die RicharL>-Wagner°Gedächtnisfeier der Stadt Leipzig statt. Der Feier wohnten u. a. bei: Frau Winifred Wagner, Reichskanzler Hitler, Neichsinnenminister Dr. Frick, Reichsminister G o e r i n g , Reichssinanzminister Gras Schwe - rin von Krosigk, die Botschafter von Frankreich und Italien, sowie die Gesandten zahlreicher anderer Länder. Auch die Universitäten und wissenschaftlichen Institute waren vertreten.
Oberbürgermeister Dr. G o e r d e l e r, Leipzig, hielt die Begrüßungsansprache. Die Versammlung neige sich heute dankbar vor den Angehörigen des Hauses Wagner, die das Erbe des Meisters in Bayreuth in seinem Sinne verwalteten. Längst sei Richard Wagner allem irdischen Maße entrückt. Die äußere Ehrung, die die Vaterstadt ihrem größten Sohne schulde, die Errichtung eines Denkmals, sei durch den Krieg und durch den Tod des großen Bildhauers Klinger unausgeführt geblieben. Der 13. Februar 1933 stelle die Aufgabe, das In Angriff Genommene zu erfüllen. Gegenüber dem Palmengarten solle ein großes Gelände das dem Wesen Wagners gemäße Gepräge erhalten. Diesen Richard-Wagner-Hain errichte die Stadt.
Die Festrede von Generalmusikdirektor von Schillings.
Die Gedächtnisrede hielt Generalmusik, direktor Professor Dr. h. c. Max von Schillings. Wenn heute die Vaterstadt Wagner in großzügiger Weise durch künstlerische Veranstaltungen ehre und zur Errichtung auch eines äußerlichen Monumentes aufrufe, so versuche sie der
Dankespflicht gegen das Schicksal, das den deutschen Genius Wagner ihren Bürgern entsprießen ließ, in Verfolgung jenes Weges gerecht zu werden. Wagner, der große Deutsche, wurzelte doch in vielen Zügen im Wesen der engeren, der sächsischen Heimat, was sich deutlich auch dokumentiere in der mit leiser Ironie gemischten Liebe zur heimatlichen Mundart. Und wenn wirklich Wagner seinem Ursprungsort ab und zu zu grollen sich gezwungen e, so müsse bei der „Schuldfraye'^ doch im behalten werden, daß ein in jebem Sinne des Wortes revolutionäres, überall an den Grenzen des Gewohnten im Leben wie in der Kunst rüttelndes Menschenkind dazu verurteilt sein mußte, in Konflikte mit dem Bestehenden, mit dem immer Gewesenen zu geraten.
Die überragende, in mancher Hinsicht einzigartige Größe des wagnerschen
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Römern von Gert Nothberg.
(älrheberfchuh durch C. Ackermann, Romanzentrale Stuttgart.)
Kunst und Wissenschaft.
Die neuen Männer im Berliner Slaatstheater.
Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: „Der Kommisar des Reiches für oas preußische Mi- nisterium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Rust, hat Dr. Franz Ulrich zum Schauspiel- direktor mit der Amtsbezeichnung Intendant berufen. Bis Dr. Ulrich fein Amt antritt, führt Albert Patry in seiner bisherigen Funktion die verwaltungstechnischen Geschäfte weiter. Desgleichen hat der Kommissar des Reiches den Schriftsteller Hanns Jo Hst zum ersten Dramaturgen des Staatlichen Sck)auspielhauses berufen und mit künstlen- schen Vollmachten versehen. Iohst übernimmt bereits nächste Woche sein Amt."
Rönkgenfeiern in Lennep und München.
3n Lennep versammelte sich eine zahlreiche Festgemeinde, um WihKrn Conrad Röntgen, den Entdecker der nud) ihm benannten Strahlen, in seiner Baterstadt an seinem zehnten Todestag zu ehren. Geheimrat Professor Dr. Kau s e, Münster, schilderte das Leben Röntgens und die Grundlagen seiner Entdeckung. Der Bortragende schloß mit den Worten: Röntgen sei einer der großen Wohltäter der Menschheit, dessen wissenschaftliche Arbeiten in stillem Laboratorium sich
am sichersten. Ich habe Dir Wichtiges zu sagen. Es handelt sich um unser Glück. Komm bestimmt! Du kannst die kleine Pforte an der linken Parkmauer benützen. Gegen sieben Uhr erwarte ich Dich. Dein Harry."
Otty Weiler senkte die Stirn in die Hand. Was wollte Edelgarbe von Pia, baß sie sie auf Grunb einer Fälschung in bie Wasserruine locken wollte? Es gab nur eine Deutung dafür, und diese Deutung war furchtbar Und gerade jetzt mußte Achern fort fein! Nun mußte sie, Otty, für ihn handeln. Großer Gott, wenn sie dem Diener den verhängnisvollen Brief nicht hätte abnehmen können! Es blieb ja die Hoffnung, daß Pia auf diesen Brief hin nicht gekommen wäre. Aber wenn sie nun doch kam?
Otty Weiler segnete ihre Angewohnheit, bei Wind und Wetter spazierenzugehcn. Sie erhob sich jetzt und ging langsam, unauffällig nach dem Park zu, schlenderte auf den nassen Wegen dahin, kam im letzten Winkel des Parkes an die alte Wasserburg. Die kleine Holztür vor verschlossen. Der Schlüssel fehlte. Er steckte sonst stets.
Dtty Weiler dachte nach. Sie hatte die Absicht gehabt, hier zu warten. Nun mußte sie den Plan fallen lasse». Das andere war gefährlicher, denn Edelgarde kannte eine Waffe bei sich haben. Aber folgen würde sie der Freundin heute abend. Sie mußte wissen, was diese eigentlich im Schild Uchrie. Noch einmal besah sie aufmerksam bas Schloß. Dann ging sie auf Umwegen zum Park hinaus, lief selbst ins Dorf und holte sich bie Wolle. Wollig durchnäßt kam Otty wieder daheim an. In ihrem Zimmer fand sie Post aus Berlin. Ihre Tante schrieb, daß der Vater von seiner Weltreise zurückkomme, und sie möchte es unbedingt einrich- jen, am 12. November daheim zu sein. Dann schrieb I rt.riDd) LD,el von Bekannten und Freunden. Ihr selbst gehe es nicht besonders. Das alte Asthma mache sich hin und wieder recht störend bemerkbar Ein anderer Brief war von dem Rittmeister von Cerbrugge. Er warb seit Jahren um sie, und sie IP dlkv« J 7* verwegenen
Jte't6.r9 glauben, denn er war selbst wohlhabend und spekulierte keineswegs auf ihr Geld.
Ott? blickte sinnend über den Brief hinweg vor sich hin. Wenn sie wieder daheim war, bann wollte
Aus dem gleichen Anlaß fand in München eine Tagung der Bayerischen Gesellschaft für Rönt- geneologie und Radiologie und der Bayerischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde statt. Kultusminister Dr. Goldenberge r gab in seiner Ansprache u. a. bekannt, daß die philosophische Fakultät der Münchener ilni- versität die Aufnahme der Düste Röntgens in die Walhalla bei Regensburg beantragt habe. Dieser Antrag werde von ihm wärmstens befürwortet werden. 3m Rahmen der zahlreichen Begrüßungsansprachen bekannter Gelehrter wurde ferner mitgeteilt, daß in den nächsten 3ahren in München eine große Ausstellung veranstaltet werden solle, auf der nicht nur die Verwendung der Röntgenstrahlen, sondern das ganze Strahlenproblern überhaupt gezeigt werden soll.
Aus aller Wett.
Mollison in Rio de Janeiro.
Wie aus Rio de 3aneiro berichtet wird, ist der englische Flieger M o l l i s o n dort gelandet.
Starker Schneefall in Reuyork.
Die Stadt Reuyork ist durch einen plötzlichen Schneefall in eine dichte weiße Decke gehüllt worden. Der Schnee liegt so hoch, daß der ganze Fuhrverkehr auf der Straße lahmgelegt ist.
sie ihm ihr Jawort geben. Er war ein lieber Kerl — und sah Achern ähnlich! —
„Ich finde dich sehr blaß, Edel. Das ekelhafte Wetter macht dir zu schaffen. Dein Mann wollte mit dir nach dem Süden reisen. Es ist besser, du umgehst den deutschen Winter. Freust du dich a.i diese Reise?" ’ '
Edelgarde sah an Otty vorüber, als sie leise sagte: „Natürljch freue ich mich. Ich mache mir nur 23er* iniirfe, daß Harry so lange mit von Achern weg muß. Er reift nicht gern, er hängt zu sehr an einem £ e f i (3.
„Kannst du ihm das verdenken, Edel? Ich nicht Aber dir zuliebe macht er es schon mögllch/
„Gewiß, er ist sehr lieb."
Edels Stimme klang höhnisch. Otty schwieg. Was sollte sie auch antworten?
Edelgarde sagte nach einiger Zeit des Schwei- gens: „Ich bin etwas müde und werde verswyen, noch ein paar Stunden zu schlafen. Musiziere ein wenig, Otly, ich höre dick gern."
Otty legte ihre Handarbeit beiseite und -ryob sich.
„Gern, Edel. Dabei wirst du dann eiuschlaien. und später bist du wieder frisch. Morgen früh kommt dein Mann zurück, und ich muß nun auch an die Abreise denken. Tante schrieb, daß Vater von seiner Relse-zurückkehrt. Da muß ich natürlich auf alle Fälle wieder daheim sein."
„Natürlich, Otty, es wäre egoistisch, wenn it das nicht einsehen würde. So gern ich dich auch mch hier behalten würde. Meine Schwestern haben o wenig Zeit für mich. Sie sind vollständig mit sich und ihrer Liebe beschäftigt."
„Deine Schwestern sind sehr liebe Geschöpf-, denen ich ein großes Glück von ganzem Herzen gönne, Edel."
„Ja sie sind jung und gesund, und sie haben einen besseren Charakter als ich."
In Otty war nur noch ein großes Mitleid. Sie streichelte die blassen, durchsichtigen Hände und sagte: „Wie kannst du das hgen, Edel! Dich hat de^ne Krankheit verbittert. Wenn du wieder gesund
Hastig richtete Edelgarde sich auf.
„Lüge nicht, Otty, ihr lügt ja alle. Ich werde niemals wieder gesund. Mir ist die Binde von den Augen gefallen."
bei der die Nationalsozlalistert auf die I. henden Kommunisten 30 bis 40 S ch ü s s e a b g a b-e n. Dabei erhielt ein Unbeteiligter einen Oberschenkelschuß und ein vermutlicher Kommunist einen Fersenschuß. Ein Reichsbnnnermann, der nach Angabe der Nationalsozialisten gleichfalls geschossen haben soll, wurde seit genommen, ebenso ein SA-Mann, der als Schütze einwandfrei ermittelt ist. Nach diesem Zusammenstoß hatte der Bensheimer SS.-Führer die Reichenbacher SS. alarmiert. Von ihr kamen fünf 'JJlann mit Rädern nach Bensheim. In der Nähe des Ritterplatzes wurden sie von politischen Gegnern überfallen und zwei zu Boden geschlagen. Der SS.-Mann Heinrich Arnold gab einige Schüsse ab, die den unbeteiligten 22jährigen Josef May, der auf dem Wege zur Post war, in die Brust trafen. May war sofort tot. Arnold ist flüchtig gegangen.
Schaffens, die ganze Summe des uns von ihm hinterlassenen Erbes könne nur dann von lebendigem Werte bleiben, wenn wir es uns stets neu zu erwerben trachten.
Das geschehe, wenn wir ohne dogmatische Voraussetzungen es ins Ueberzeitliche zu heben suchten. Mit dem Vorspiel zu den „Meistersingern" schloß die Feier.
Oie Wagner-Ehrungen von Bayreuth.
Anläßlich der 50. Wiederkehr des Todestages Richard Wagners hat der Bayreuther Stadtrat einstimmig u. a. folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die neuen Anlagen am Festspielhügel sollen zur Erinnerung an den Gedenktag künftig als „Richard-Wagner-Park" bezeichnet werden. 2. Die Aufsahrtstrahe zum Festspielhaus erhält zum Zeichen des Gedenkens an die hohen Verdienste Siegfried Wagners den Ramen „Siegfried-Wagner-Alle e". 3. Das Ehrenbürgerrecht wird verliehen: Frau WinifriedWagner, Frau Daniela T h o d e, Frau Gräfin Blandina G r a v i n a, Frau Eva Chamberlain und Arturo Toscanini. 4. Die Silberne Dürgermedaille wird folgenden Personen verliehen: dem Grafen Albert Ap- Pony in Budapest, dem Generalmusikdirektor Dr. Alfred Lorenz in München, dem Burg- theaterdirektor Millenkovich-Morold in Wien, dem Grafen Gilbert G r a v i n a , sowie Professor Karl Kittel, dem seit langem die musikalische Borbereitung der Festspiele obliegt. Schließlich überwies die Stadt zugunsten der jungen Kunstbeflissenen, die in den Bayreuther Festspielen Erbauung und Belehrung suchen, der Festspielstiftung einen größeren Betrag.
„Edel!"
„Was willst du? Es ist gut so. Ganz gut so."
In den großen, dunklen Augen war ein irres Leuchten. Dann sagte Edelgarde plötzlich ruhig: „Du wolltest spielen, Otty!"
Sie legte sich zurück, und Otty setzte sich an den kleinen Flügel und spielte einige Lieblmgsstücke Edels. Als sie sich nach einiger Zeit umsah, lag die Freundin mit geschlossenen Augen da. Sie schien tatsächlich fest eingeschlafen zu fein, denn sie reagierte nicht auf den leisen Ruf Ottys.
Otty Weilers Blick suchte die kleine Armbanduhr. Gleich sechs Uhr. Wenn Edelgarde die Zeit verschlief, dann würde sie ein andermal den schwarzen Plan ausführen. In einigen Tagen konnte es schon zu spät sein.
Vorsichtig ging Otty hinaus. Sie wollte gegen drei Viertel sieben Uhr unter irgendeinem Vorwand wiederkommen. War Edelgarde unterdessen bereits fort, dann konnte sie ihr ja schnell nachgehen, da sie ja wußte, wohin Edel gegangen war.
Kaum hatte Otty das Zimmer verlassen, als Edelgarde sich aufrichtete. 9Nit dunkel umschatteten Augen blickte sie um sich. Otty war fort! Wie gut das war! Und wie gut ihr Einfall war, Pia in das alte Wasserschloß zu bestellen. Sie würde kommen, die Scheinheilige, Verhaßte, und sie würde sie endlich unschädlich machen. Sie durfte niemals ihre Nachfolgerin werden. Sie nicht — niemals! Wenn sie, Edelgarde, starben mußte, dann sollte auch Pia zuvor ihr Leben lassen.
Ganz ruhig, ganz beherrscht folgerte Edelgarde das. Und nun wartete sie. Ruhig sah sie auf die Zeiger der kleinen Uhr, die dort auf dem Kaminsims stand. —
Otty ging drüben in ihrem Zimmer auf und ab. Dann aber besann sie sich plötzlich und ging zum Schreibtisch. Sie nahm das gefälschte Schreiben an sich, las es noch einmal durch, und dann warf sie es in das offene Feuer des kleinen Kamins. Sie sah zu, wie die Flamme das Schreiben verzehrte, und war sich nicht bewußt, daß sie jetzt das Siegel auf ein ewiges Geheimnis des alten Wafferturmes gedrückt hatte, als sie den Brief vernichtete.
(Fortsetzung folgt.)
der sämtlichen Formationen der RSDAP. Den Abschluß der Kundgebung bildete ein großer Fackelzug und Zapfenstreich
terlage in der „Pariser Vereinbarung über Luft- ahrt" vom Mai 1926; somit unterliegt die Drgani- ation des zivilen Luftschutzes keinerlei Ein. chränkungen von feiten unserer ehemaligen Kriegsgegner. Diese Feststellung sei für die Zweif. ler ausdrücklich gemacht.
Die Luftschutzarbeiten in Deutschland stehen unter der Leitung der Reichsregierung. Durchführendes Organ in den einzelnen Stäben sind die örtlichen Polizeibehörden, denen örtliche Lustschutzbeiräte und Arbeitsausschüsse zur Seite stehen.
Wenn die Frage aufgeworfen wird, ob die Aufgabe des Luftschutzes den Einsatz der gesamten Volkskraft lohnt, so vergegenwärtige man fick), was auf dem Spiele steht. Nach den Erfahrungen des Weltkrieges muß damit gerechnet werden, daß leider Kriegshandlungen nicht vor der Zivilbevölke- rung Haltmachen werden, sondern, daß der Feind bestrebt sein wird, die Kraftquellen des Volkes zu treffen und zu zerstören. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, industrielle Werke, Knotenpunkte und wichtige Anlagen des Verkehrs sind die Angriffsobjekte, wobei natürlich Eigentum und Leben der Zivilbevölkerung schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Die große Bevölkerungsdichte Deutschlands und die Zusammenballung der Menschen in den Großstädten bedingen gerade in unserem Vater- lande eine große Empfindlichkeit Luftangriffen gegenüber. Man bedenke dabei, daß nahezu alle Großstädte Deutschlands nur 1 bis 2 Luftstunden vom nächsten ausländischen Bombenflughafen entfernt sind; abgesehen davon ist natürlich jeder Punkt Deutschlands in kurzer Zeit feindlichen Luftangrif- fen preisgegeben.
Die Zahl und Größe der uns im Ernstfälle zugedachten Flugzeuae wächst täglich. Diese Tatsache halt aber unsere Nachbarstaaten durchaus nicht ab, ihrerseits neben eine gewaltigen militärischen Ueberlegen- heit im Flugwesen den zivilen Luftschutz zu organisieren.
Die Durchführung der vom Reiche angeordneten Maßnahmen liegt auch in Hessen in den Händen der örtlichen Polizeibehörden und wird zunächst in Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms und Bingen durchgeführt. Sie kann nur durchge- führt werden, wenn die Bevölkerung ernsthaft mitarbeitet, denn ihrem Schutze gelten die vorsorgenden Maßnahmen der Regierung.
Oer wahre Staat.
Auf Einladung der Staatswissenschaftlichen Fachschaft an der Universität Gießen sprach am Samstagabend in einer stack besuchten Ver- sammlung im Studentenhaus der Wiener Rationalökonom Prof. Dr. Spann über das Thema „Der wahre Staa t".
Der Redner beschäftigte sich zunächst mit einer eingehenden Betrachtung der Staatsbildung von der individualistischen Seite her und skizzierte den Aufbau eines Staates von der Urzelle aus in den verschiedensten Formen der Staatsbildung (Absolutismus, konstitutionelle Monarchie, Demokratie). 3n diesem Zusammenhang beleuchtete er das schwierige Problem der Führerauslese unter dem Gesichtswinkel des Führers als Faktor der Meinungsbildung der Masse und als Mittler zwischen dem Massenwillen und dem Staat. Er streifte dabei auch die Entstehung und die Tätigkeit der Parteien und kam schließlich bei diesem Teil seiner Untersuchungen zu dem Ergebnis, daß dem aus der Masse heraus entstandenen wildgewachsenen Führertum ein organisch gewachsenes entgegengestellt werden müsse, eine demokratische Entwicklung des Staatslebens ihrer ganzen Art nach zum Chaos führe und deshalb zur Erhaltung eines Staates eine grundsätzliche Revision vorzunehmen sei.
Sodann skizzierte er die Form des Gemeinschaftslebens unter dem Gesichtswinkel der geistigen Gezweiung, bei der von der Urform an jeder Teil gibt und nimmt und kein Teil ohne den andern geistig lebensfähig und denkbar fei. Dieses Geben und Rehmen pflanze sich von der Urform aus weiter fort in vielfache Gezweiungskreise und Organismen, je nachdem sich Menschen dieser oder jener Richtung zuwenden, und hierdurch entstünden dann die Stände. Auf diesem Wege der Betrachtung tarn der Redner zu einer Beleuchtung des ständischen Gemeinwesens, das seinen markanten Ausdruck in den Berufs-Gemeinschaften finde, in denen jeder als Sachverständiger mitreden und durch mitgestaltendes, auf Erfahrung beruhendes Handeln aus frucht- bare Arbeit zum Besten feiner Fachgemeinschaft, aber auch zum Ruhen der Bolksgesamtheit leisten könne. Bon dieser Grundlage aus betrachtete der Vortragende nunmehr das Problem der
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Aeichsbannei Sozialistische' machten, san feit einer Irandplah \ tcilnehiner u versammelten aus Diesbad in der er gc regierung Pc tischen und t jung einer Schluß für i tischen Wah, schirrten die Achtungen a Stadtmitte bi die Auslösunk lichen vvrbeu der öffentliche fällen kam e
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