Ausgabe 
13.2.1933 Erstes Blatt
 
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koloniale Bestrebungen. Die Lösuny der Kolonialfrage müsse im Sinne der Gerechtigkeit ge­funden werden. Deutschland brauche Kolonien eben­so notwendig wie andere Nationen.

Abschließend sagte Hitler, daß er von ganzem Herzen mit England zur Förderung des Welt­friedens zufammenarbeiten und bei niemanden Anstoß erregen wolle, wenn sich dies vermeiden lasse. (Er bewundere Staats­leute vom Schlage Cromwells, und Deutsch­land brauche seht einen Cromwell, um aus dem gegenwärtigen Zustand dauernder Gefahren und Schwierigkeiten heraus zu einem neuen Zeitabschnitte der Wohlfahrt und des Friedens geführt zu werden.

Das pariser Echo.

Die nationalistische Presse entrüstet.

Paris, 12. Febr. (TU.) Hitlers Erklärung stößt in der französischen Presse auf h e f t i g st e Kritik. Das nationalistischeJournal des D c b a t s" schreibt u. a., daß man sich einer Art Ultimatum gegenübersehe, in dem le­diglich die Angabe des Zeipunltes fehl«, an dem Hitler seine Forderungen erfüllt zu sehen wün­sche. Mit einer Kühnheit, die nur durch die Dummheit, die in der Welt herrsche, gerecht­fertigt werde, behaupte er, daß Deutschland voll­kommen heruntergekommen sei und erklärte gleich­zeitig in fast unverschämter Weise, oaß man über d i e großen Geldmittel erstaunt sei, über die Frankreich verfüge. Wenn man sich auch über die Ziele der deutschen Politik noch nie im Unklaren gewesen sei und zugeben müsse, daß sich diese Politik nur dank der unglaublichen Fehler habe entwickeln können, di« französischer­seits gemacht worden seien, so sei es doch das erstemal, daß die Schwäche Frankreichs dazu führe, daß die Drohungen nunmehr öffent­lich ausgesprochen werden könnten.

»Paris Hoir" erklärt, die drei Forderungen: Abrüstung Frankreichs, Rückgabe des Korridors und Rückgabe der Kolonien seien nicht neu. Reu sei lediglich der Ton, in dem der Reichskanz­ler dies als Deutschland gebührend verlange. Hin­sichtlich seiner Einladung an England, mit Deutschland an der Aufrechterhaltung des Weltfriedens zu arbeiten, müsse man feststellen, daß auch Frankreich die Zusammenarbeit mit England als für den Frieden notwendig er­achte. Die Wahl liege nunmehr bei England. Es sei jedoch zu hoffen, daß sich die englische Regierung klar entschließe und end­lich die ewige Schaukelpolitik ein­stelle. Diesmal handele es sich nicht nur um das Wohl des Londes, sondern um das Schicksal der gesamten Zivilisation.

Deutschland und Italien.

Erklärungen des neuen deutschen Bot­schafters in Rom.

Rom, 11. Febr. (WTB.) Der Botschafter und Frau von H a s s e l l haben nach ihrem Besuch der deutschen Kolonie in Turin der deutschen Kolonie in Mailand einen zweitägigen Besuch abgestattÄ. Bei einem Frühstück der d e u t s ch - i t a l i e n i s ch e n Handelskam­mer antwortete Herr von H a s s e 11 auf Be- grühungsworte des Präsidenten der Handels­kammer, er sehe eine seiner Hauptaufgaben in der Erhaltung der zwischen Deutschland und Italien bestehenden guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Gute wirtschaftliche Beziehungen seien die Grund­lage für die Politik. Der Generalsekretär der Handelskammer gab dem Wunsche Ausdruck, daß der Besuch des Botschafters ein gutes Vorzeichen für eine engere Freundschaft zwischen den beiden Ländern sein möge. Abends veranstal­tete Generalkonsul Schmidt zu Ehren des Bot­schafters im Generalkonsulat unter großer Teil­nahme der deutschen Kolonie und führender wirt­schaftlicher Persönlichkeiten einen Empfang, bei dem Herr von H a s s e 11 einen regen Gedanken­austausch über die großen Leistungen des Fort­schrittes des neuen Italiens auf allen Gebieten hatte. Auch gegenüber einigen Pressevertretern gab Herr von Hassel! Erklärungen ab, in denen er die erstaunlichen, in kaum einem Jahrzehnt erzielten Fortschritte anerkannte und von der großen Freundschaft sprach, die er immer für Italien gehegt habe, mit dem er durch persönliche Beziehungen verbunden sei. Es f<ü für ihn, so erklärte der Botschafter, eine will­kommene Aufgabe, die freundschaftlichen Be­ziehungen der Zusammenarbeit der beiden Län­der in der Atmosphäre der italienischen Herzlich­keit fortzusehen.

Wie in Turin, so hat auch Herr von Hassell in Mailand den Spitzen der Behörden Besuche abgestattet und verschiedene industrielle Betriebe, sowie auch wohltätige Einrichtungen besichtigt.

Blutige Ausschreitungen am Wochenende.

Ueber eine schwere politische Bluttat in Bens­heim wird von der Polizei mitgeteilt: Eine kom­munistische Kundgebung und eine Kundgebung der Kommunisten und der Eisernen Front verliefen unter polizeilicher Sicherung störungslos. Später kam es in Auerbach vor dem Lokal der NSDAP, zu einer Schlägerei, die jedoch infolge des raschen Eingreifens eines nationalsozialistischen Abgeord. neten harmlos verlies. Etwa 15 bis 20 beteiligte Bensheimer Kommunisten trafen auf dem Rückwege nach Bensheim vier Nationalsozialisten. Als diese beschimpft wurden, entstand eine Auseinandersetzung,

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Nr. 57 Erstes Blatt

185. Jahrgang

Montag, 15. Scbruar 1953

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Sie erste Wahlkundgebung der Kampffront Schwarz-weiß-rot.

Vizekanzler von Popen und die Reichsminister Hugenberg und Seldte sprechen im Berliner Sportpalast.

Berlin. 11. Febr. (TU.) Mit einer großen Ver­sammlung im Sportpalast eröffnete die gestern ge­schaffene Kampffront Schwarz -Weiß- R o t den Wahlkampf. Der Veranstaltung wohnte der gesamte deutschnationale Parteivorstand, zahl­reiche Parlamentarier, Führer des Stahlhelms und viele anderen Persönlichkeiten des öffentlichen Le­bens bei. Unter Heilrufen erfolgte der Einmarsch der Fahnen, an dem sich auch der Stahlhelm be­teiligte Die Kundgebung wurde auf alle deutschen Sender übertragen. Den drei Führern der Kampf­front Schwarz-Weiß-Rot, Reichsminister Dr. H u - g e n b e r g , Vizekanzler von Papen und Reichs- arbeitsmin ster Seldte wurden bei ihrem gemein­samen Erscheinen lebhafte Kundgebungen bereitet.

Der stellvertretende Parteiführer Dr. vonWin­te r f e 1 d gedachte, während die Versammlung sich von ihren Plätzen erhob, der Katastrophe in Neun­kirchen. Dann nahm Reichsminister Dr. Hugen - berg das Wort.

Oie Rede Hugenbergs

Er führte u. a. aus: Es hänge alles davon ab, daß die rettenden Kräfte die Macht behielten. Es hange aber auch alles davon ab, daß sie unter­einander einig und in dem Vertrage bleiben, den sie miteinander geschlossen haben. Wer etwa davon reden sollte daß das nur ein Uebergangszustand sei, der bald einer anderen Machtverteilung weichen werde, der versündigt sich am deutschen Volke, der ruft die bisher waltenden zerstörenden Kräfte wieder auf den Plan. Hugen- berg erklärte weiter: Ich sage es offen i ch wollte keine Neuwahl. Seit 1919, seit Wei­mar, sitze ich im deutschen Parlament und bin nie Parlamentarier geworden. Ich konnte und durste aber den Zusammenschluß nicht an dem einen Punkte scheitern lassen, über den wir uns nicht verständigen konnten an der Frage, ob noch einmal gewählt werden sollte. Ich konnte es schon deshalb nicht, weil ich die Wahl nicht fürchte. Wir wählen am 5. März also noch einmal. Und Deutsch­land möge bezeugen, daß es das Wählen gründlich satt hat, indem es die Kampffront Schwarz-Weiß- Rot wählt. Unter diesem Kennwort zieht die DNVP. in die Wahl. Wie ich es feit langem als unsere Ab­sicht gekennzeichnet habe, soll damit deutlich unser Wille kundgetan werden, unsere Arme weit aufzu­machen für alle, die dem Gedanken der na­tionalen Sammlun g huldigen, für alle, die wissen, daß es bei dieser Wahl nur auf zweierlei ankommt: Ja zu sagen zu der Frage des Feld­marschalls: Wollt ihr ein nationales Ka­binett stützen?

Das ganze Wirtschaftsleben ist organisatorisch so durcheinander g e raten, die einzelnen Be­rufsstände sind so sehr gegeneinander verkrampft, daß von einer einheitlichen Wirt- Ichastspolitik nicht mehr die Rede ein konnte. Auch die Reichsregierungen konnten chließlich dem Auslande und den widerstreitenden inländischen Interessen gegenüber keinen einheit­lichen Willen mehr aufbringen. Die Leidtragenden waren der deutsche Bauer der deutsche wirtschaftende Mensch der deutsche A r - beiter und 21 n g e ft eilte.

So wurde Einheitlichkeit der wirt­schaftspolitischen Willensrichtung die erste Voraussetzung des wirtschaftlichen Wiederaufbaus. Ich habe diese Forderung seit langem vertreten und jetzt zur Voraussetzung meiner Mitwirkung im neuen Kabinett gemacht. Ich konnte und durfte die Verantwortung für die Riesenaufgabe des Wiederaufbaus von Wirtschaft und Arbeit nur übernehmen, wenn ich die Gewähr hatte, daß die sich durchkreu­zenden wirtschaftspolitischen Interessen nicht jede sachliche Arbeit unmöglich machten.

lieber das, was ich politisch und wirtschafts­politisch will und erstrebe, habe ich in der ver­dingenden Zeit des Redens so viel gesagt, daß Freund und Feind e.s wissen. I e h t i ft d i e ^eit der Taten gekommen. Der Gesamtwirt- ichaft zu helfen, ist meine Aufgabe. Wir sind ln den Ministerien mit aller Kraft an die Arbeit gegangen. Einige kleine Maßnahmen konnten aber won getroffen werden. Die Vorbereitung große* fCr Dange. Ditte verstehen Sie es in die*

Sinne, wenn ich in den kommenden Tagen, auch in dem bevorstehenden Wahlkampfe, dem .Zündsatz huldige, daß es für mich jetzt besser n arbeiten, als zu reden und zu wer* oen. Ich rufe dem deutschen Arbeiter, ich rufe ut $cn dauern und dem deutschen Mittel* an- rlAu: -®äge in deinem Geiste richtig alle Jiiogliajtetten der Zukunft gegeneinander ab unD ?u. wirst die sicherste Gewährung eines ruhi­gen Wiederaufstiegs bei uns finden.

RelchsarbeUsminister Seldte führte dann u. a. folgendes aus: Eine spätere Zeit wird vielleicht auch den 11. Februar als einen Mari stein anseh n, e.nen Tag. an dem in groß* augiger Weife Männer und Gruppen unter Zu­ruckstellung vieler eigenen Ideen und Wünsche sich zur Kampffront Schwarz-Weiß-Rot aufammenfanöen. Ich möchte als Wunsch hinzufügen, daß in diese Kampffront Schwarz* Weiß-Rot sich auch noch andereMänner

| V e rbänbe oder Parteien einreifjen mögen. In einer Stunde, wo sich die Pläne der Freiheit zu verwirklichen beginnen, bedarf es eines beson ders großen Ansehens der Kräfte, einer bewußten Vereinigung d.s Wil* lens und des Glaubens, eines Einsehens der star* ken Herzen und der klaren Köpfe. Das braucht be­sonders die Regierung mit ihren Männern, die sich unter Beiseitesetzung von Tausenden inneren und äußeren Hemmungen in einem festen Kampf* ring und Kabinett zur Arbeit für Deutschlands Zukunft xufammengefunben haben. Besteh' das Deutsche Reich aus verschieden gearteten Stämmen, so besteht das Kabinett analog aus verschieden gearteten Menschen und Männern. Aber der Frei* heitsgedanke und der Kampf um das gleiche Ziel hält die Männer und die Men­schen im Kabinett so verbunden, wie sich die Stämme und Länder untrennbar im Bismarccschen Einigungsgedanken vereinigt hatten. Brot und Hoffnung soll uns dabei das Bewußtsein spenden, das wir die eine deutsche Haupteigenschaft, das Arbeitenkönnen, nicht verlernt haben.

Aus den Gedanken des Stahlhelm-Führers und Gründers und aus dem bewußt sozialen Denken des Arbeitsministers heraus erkläre ich, baß die gedachte Arbeit aber keine Fronarbeit sein wird, weder für innere, noch für äußere Macht*

Haber. In Deutschland gibt es keine Fronarbeit bei den Unfreien, sondern es gibt nur bicGci* stungsarbeit der Freien! Deshalb Der* trägt weder der Mensch, noch das Land, noch die Arbeit, noch die Wirtschaft starre Fesseln. Wahr­haft frei müssen die Menschen, das Land und die Arbeit sein. Deshalb ist auf all diesen Gebie­ten seit jeher die Freiheit das Ziel des Stahl­helm gewesen. Zu dieser Erkenntnis rufe ich auch in heutiger Stunde auf! Zu diesem Freiheits­kampf ruft in dieser Stunde das Kabinett, rufen alle Minister alle Deutschen auf! Wir brauchen bas Zusammenklingen von Wille und Glauben, damit wir zur deutschen Freiheit kommen, damit wir z u r deutschen Leistung kommen und damit es uns und unseren Kindern dereinst ein­mal wieder gut gehen soll im deutschen Lande. Ich spreche damit im Sinne unseres hochverehr­ten Herrn Reichspräsidenten, des Ge­neralfeldmarschalls von Hindenburg, der das Zusammengehen aller nationalen Kräfte fordert. Ebenso spreche ich, meine Kame­raden, im Sinne und im Geiste unseres hochver­ehrten Ehrenmitgliedes, des ewig jungen i^cne* ralfeldmarschalls von Mackensen, der sich be­reit erklärt hat, für diesen außerordentlichen Wahlgang sich an die Spitze des Wahlausschus* ses der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot zu stellen.

Vizekanzler von Papen

erklärte sodann u. a.: Ich habe nie ein Hehl dar­aus gemacht, wie sehr ich enge Parteidoktrinen und eine enge P a r t e i b ü r o k r a t i e als ein H e m m n i s für die Einigung oes deutschen Volkes von jeher betrachtet habe. Diese Partei­fesseln sind zu eng geworden für die Ra­tion, die sich im Feuer des Weltkrieges zuein­ander fand und sie werden nicht mehr verstanden von der jungen Generation, auf der unsere Zukunft beruht. Mit Ihnen allen glauben wir, daß die Zeitenwende von uns heute mehr denn je den Impulszu einer gro­ßen umfassenden nationalen Bewe­gung christlich - konservativer Prä­gung fordert, einer Bewegung, in der alle Kreise des deutschen Volkes vertreten sein müs­sen, die ein neues soziales, von Ge­rechtigkeit und Autoritätgesührtes Deuts land wollen. An einer solchen Reu* forqjung unserer politischen Willensbildung muß neben dem evangelischen auch der katholische Volls* teil seinen selbstverständlichen Anteil haben. Mit der Bildung der Kampffront Schwarz-Weiß-Rot haben wir den Anfang gemacht und den Grundstein für die Reuordnung der politischen Willensbildung gelegt.

Es wäre falsch, die nationale Bewegung als die Koalition großer Parteien und Bünde zu betrach­ten. Sie ist mehr: Sie ist ein geistiger Vorgang, in welchem seit Jahr und Tag zahlreiche mutige und geistvolle Männer in den verschiedensten Formen gearbeitet haben. Als Treuhänder dieser gewaltigen Armee konservativer Menschen, die keine Heimstatt in den engen Fesseln der Vorkriegsparteien finden können, betrachte ich mich in erster Linie. Es liegt im Wesen des echten Konservativismus, daß er auf d i e Totalität des Ganzen ge­richtet ist, fei es der ewigen Weltordnung, der christlichen Religion, des Volkstums oder des Reiches. Dies wird nur möglich fein, wenn rpir der Ursache des Klassenkampfes und des inneren Zerfalls des deutschen Volkes beherzt ins Auge

sehen und sie zu beseitigen trachten. Ich meine, d i e soziale Frage: Es ist die historische Schuld des 19. Jahrhunderts, daß in ihm die Grundlage der abendländischen Kultur die Persönlichkeit immer stärker zersetzt und durch eine Massenindioi- buaüfierung ersetzt wurde. In diesem Vorgang der Vermassung und der Lntbürgerlichung griff die deutsche Arbeiterbewegung ein und er­warb sich zweifelsfreie Verdienste um die sittliche und materielle Hebung des Arbeitertums. Aber weder die Wege einer rein staatlichen Sozial* Politik der vergangenen Aera, noch die uto* Pische Hoffnung auf eine klassenlose Gesellschaft, die nur vom Proletariat beherrscht werde, konn­ten das deutsche Volk in eine geordnete Zukunft führen, die seelisch und materiell das alte Ideal echten deutschen Familienlebens wieder aufrichtet. Eine Zukunft, die der Familie ihre Be­stimmung als ölrzelle der staatlichen Gemeinschaft zurückgibt. Mit kollektivistischen Ideen ist das deutsche Leben nicht mehr fruchtbar zu gestalten. Ich sehe als die entscheidende Aufgabe des 20. Jahrhunderts die Cntproletarifie* r u n g des deutschen Volkes.

Richt über die Kollektivierung des vorhandenen, sondern über die Verpersönlichung der geistigen und materiellen Güter geht der Weg zur Volksgemeinschaft. Konservativ sein heißt nicht, wie uns immer unterschoben wird, an über­lebten Formen festhalten, sondern heißt, die ewi­gen Gesetze der Weltordnung und des Menschen­tums zu rezeptieren. Ein solches Gesetz ist aber, daß wir den deutschen Menschen wieder die Freiheit der Entfaltung, Achtung und Geltung verschaffen, daß wir sein Sein und sein Wirken dem kommenden Werden der deutschen Wieder­geburt nutzbar machen. Ich verspreche, meine ganze Kraft dafür einzusetzen, der Sehnsucht gerade dieser geistig freien, innerlich und äußer­lich unabhängigen Schicht, die es in allen Ständen der deutschen Bevölkerung gibt, nach Einbau in Volk und Staat gerecht zu werden.

9er Reichskanzler ferberl MstiniMleichheii und Revision des Versailler Verlrages.

London, 12. Febr. (TU.) Reichskanzler Hit­ler hat dem englischen Obersten Ether ton eine Unterredung gewährt, die imSunday Expreß" erscheint. Aus die Frage des Journalisten nach sei­nem Programm stellte Hitler folgende Hauptfor­derungen aus:

Die Abrüstung fei das erste Problem, das Deutschland und die Welt lösen müßten, um eine Rückkehr des Friedens und der Wohlfahrt zu ermöglichen. Darüber fei sich jede deutsche Regierung einig. Deutschland habe feinen Teil für d i e Abrüstung getan. Ent­weder müsse Frankreich im selben Ausmaße wie Deutschland abrüsten, oder Deutschland müsse gleichgestellt werden.

Der Versailler Vertrag müsse revidiert werden, da er sich als unglücklich nicht nur für Deutschland, sondern auch für die übrige Welt er­wiesen habe, die er auf alle Zeiten in Sieger und Besiegte aufteile. Die durch den Versailler Vertrag geschaffenen Ungerechtigkeiten müßten be­seitigt werden. Er, Hitler, werde in jeder einzel­nen Frage eine versöhnliche Haltung einnehmen, aber

Paris müsse überzeugt werden, daß die im Versailler Vertrag auferlegten Bedingungen

nicht mehr möglich feien. Die dauernde Erhöhung d e r französischen Rü­stungen müsse beachtet werden. Die großen Geldbeträge, die Frankreich zur Verfügung habe, seien überraschend. Die Sicherheit der einzelnen Ration müsse in einem durch ihre Umgebung und ihre u n m 111 e l - baren vernünftigen Bedürfnisse fest­gelegten Ausmaß gesichert werden. Die deutsche Regierung werde auf dieser Sicherheit für Deutschland bestehen, da sie durch Vereinba­rung mit dem Völkerbund das Recht dazu habe.

Der polnische Korridor müsse an Deutschland zurückgegeben werden und zwar nach An­sicht der betroffenen deutschen Bevölkerung, sowie aus anderen Gründen. Der polnische Korridor sei neben den Verträgen die größte Ungerech­tigkeit gegen Deutschland. Der Kom- munismus müsse gänzlich ausgerottet werden, um die friedliche Entwicklung und den Fortschritt Deutschlands möglich zu machen. Eine Wieder- Herstellung der Hohenzollernmon- archie stehe außer Frage. Ein Kampf Re­publik gegen Monarchie würde die Parteien spalten und endlose Schwierigkeiten in dem Augenblick auf» rühren, wo Deutschland ein einheitliches Ganzes sein müsse, bis man Klarheit habe. Deutschland habe

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