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12/12/1933 Zweites Blatt
 
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.Im Jahre 1816 wurde Mar von EchenkenDorf zu Koblenz ßegierungsrat, nachdem Freiherr vom Stein in ihm seine großen politischen Fähigkeiten geprüft und bestätigt gesunden hatte. Doch der Herr­gott ließ ihn nicht mehr lange auf diesem Posten.

Am 11. Dezember des Jahres 1817 erlag er einem schweren Leiden. Kurz vor seinem Tode schrieb er:

Neigst du dich zum Untergange Meine» Lebens schöner Stern? Sink ins Meer! Mir ist nicht bange. Und ich sterbe froh und gern.

So starb Max von Schenkendorf, ein Mann, der kurz lebte, aber dessen ganzes Leben ein Kampf war um die Freiheit des Vaterlandes, und ein Traum von einem einigen, großen, glücklichen Deutschland'.

Buntes Allerlei.

Japanischer DuppemRulf.

In Japan spielt die Puppe eine Rolle, die an Bedeutung bei weitem die übertrifft, die solches Spielzeug selbst zur Weihnachtszeit bei uns für sich in Anspruch nehmen kann. Alljährlich werden zwei Puppensefte im Reiche des Mikado gefeiert, die auf uralte Ueberlleferung zurückblicken, das fyna Matsuri am 3. März für Mädchen und das Tango' no-Sukku am 5 Maj für Knaben. Wie der Englan- der CTaiger in einem soeben in Tokio und London erschienenen BuchPuppen zur Schau" ausfuhrt, handelt es sich dabei n.cht um alltägliche Vergnü­gungen, sondern um religiöse Veranstaltungen, durch die die Kinder an die Taten und Bräuche ihrer Ahnen erinnert werden sollen. Der enge Zusammenhang der jungen (Generation mit der langen Kette der Vorfah­ren wird dadurch aufrecht erhalten. Die Puppen, die die Kinder bei diesen Festen geschenkt erhalten, sind wundervolle, reich aekleidete Kunstwerke, aber die Kleinen dürfen mit ihnen nicht spielen, sondern sie sindzum Ansehen" da. Jede dieser Figuren stellt in Miniaturform eine berühmte Gestalt der japani­schen Gesch chte oder Sage dar, und man glaubt, daß diese Puppen etwas von der Persönlichkeit und der Macht ihrer Urbilder bewahren. Die kostbaren Puppen werden an bestimmten Tagen im japani­schen Heim ausgestellt und nicht nur von den Kin­dern, sondern auch von den Erwachsenen bewundert und verehrt. Dieses japanische Puppenreich besitzt eine unendliche Fülle malerischer und ehrwürdiger Erscheinungen. Da sieht man Abbilder des Kaisers und der Kaiserin in ihren Staatsgewändern, die kaiserlichen Garden der Heian-Periode, die hohen Würdenträger des Hofes, Daimios und Samurais,

und da solche vornehmen Personen nicht zu Fuß gehen, sind ihnen Staatskarossen und sanften bei- gegeben, auch niedliche Möbelstücke dienen zu ihrem Gebrauch. Sodann erblickt man die grotesken und selfamen Verkörperungen der lapanilchen Gotter- weit, die 47 Räuber, die im Nationaldrama eine große Rolle spielen, Kmtaro, dasWunderkind und viele andere romantische Figuren.

Gin schwarzer Hofstaat.

Ein malerisches Bild afrikanischen Pompe» ent­faltete sich kürzlich, als Tito Gafabusa Winji II., der Mukama oder Kania der ßunjoro, in Uganda den Abgesandten König Georgs von England, den Gou- oerneur von Uganda,'empfing. Die Zeremonie fand in der Hauptstadt der ßunjoro, in Hoima, statt, wo Tito über eine Million schwarzer Untertanen re­giert. Der Gouverneur, der mit dem Herrscher einen neuen Vertrag abschließen sollte, erschien mit einer Ehrengarde afrikanischer Infanterie und einem Blasorchester. Der König begegnete ihm, umgeben von den Hauptwürdenträgern seines Hofes, und ebenfalls von einem Blasorchester begleitet. Beide Kapellen spielten gleichzeitig, aber das klang nicht sehr schön, da jede eine andere Tonart einhielt. Der König der ßunjoro behält auch nach der neuen Ver­einbarung seinen prächtigen Hofstaat, für dessen Er- Haltung ihm eine besondere Summe ausgesetzt ist. Eine Hauptperson dieses schwarzen Hofes ist die Mutter des Makuma"; sie teilt sich in die Füh­rung des Haushaltes mit deroffiziellen Schwester des Makuma", die hoch über den Göttinnen des Herrschers steht. Andere Hofbeamte sind derWäch­ter der königlichen Gräber, die 12Wächter der Kroninsignien" und dasOberhaupt der ßabito", oer Männer, die zu der königlichen Sippe gehören. Die Erbfolge ist genau geregelt. König Tito II. hat das Recht, seinen Nachfolger dem Gouverneur zu nennen, der den Namen nicht vorher bekanntgeben darf, bevor der König tot ist. Wenn keine Ernen­nung durch den Herrscher erfolgt, bann wird der neue König von dem Rat der Alten gewählt und muß vom Gouverneur bestätigt werden. Die Thron­folge erstreckt sich in erster Linie auf alle Söhne des Königs, und erst, wenn keiner von den Prin­zen die Regierung antreten will, darf die Wahl aus den anderen männlichen Verwandten des Herr­schers getroffen werden. Den Frauen, die zu der königlichen Sippe gehören und die ßabitofati hei­ßen, ist durch Hausgesetz das Heiraten verboten. Dies geschieht deshalb, damit die Nachkommen dieser Frauen nicht ebenfalls Ansprüche auf den Thron erheben und dadurch die an und für sich schon komplizierte Thronfolge noch verwickelter gestalten.

Wirtschaft.

$ronffurfer Börse.

IHiHagsbörfe im verlaufe schwächer.

Frankfurt a. M., 11. Dez. Für den heutigen Montagsverkehr lagen Orders kaum vor. Die Kulisse betätigte sich nur in geringem Maße, und so waren die Kursveränderungen von bis zu 1 v. H. nach beiden Seiten überwiegend durch Zufälligkeiten be­dingt. Zu bemerken ist allerdings, daß die Börse in sich nach wie vor f e ft ist.

Der Montanmarkt tendierte größtenteils nach oben, darunter Klöckner und Mannesmann mit je 1 v. H., Phönix mit 0,75 v. H., Harpener und Stahlverein bis 0,25 v. H. Schwächer lagen hier dagegen Deutsche Erdöl ( 1 v. H ), Ilse Genuß ( 1,75 v. H), Reinstahl (0,75 v. H.). der Chemie­markt lag gedrückt, Farben 0,25 v. Sy, Metallgesell- schast 1 v. H. unter Samstag. Elektrowerte waren unter Führung von Licht & Straft (+1,65 o. H.) bis etwa 0,50 v H. gebessert mit Ausnahme von Accumulatoren, die nach Pause 3,50 v. Sy niedriger notiert wurden. Schisfahrtswerte hatten gleichfalls Einbußen bis zu 0,50 v. H. zu verzeichnen, auch Reichsbank lagen im gleichen Ausmaß niedriger. Der Verlauf zeigte die Aktienmärkte ziemlich ein­heitlich schwächer, wobei der starke Rückgang der Reichsbankanteile auf Berliner Abgaben (3 v. H.) verstimmte und einige Abgaben auslöste. Die Ver­luste gingen im allgemeinen von 0,50 bis 1 v. Sy, bei Farben um 1,50 v. Sy Bemerkenswert waren ferner neue Rückgänge der großen Schiffahrts- gesellschasten von je zirka 1 v. H. Gegen Schluß der Börse traten nur ganz vereinzelt geringfügige Erholungen ein. Neichsbank mehrfach schwankend, 164 bis 161 bis 162,50 bis 161,50. Schwach lagen außerdem Conti Gummi mit3,25 d. Sy, ferner gingen Kaliaktien bis zu 2,50 v. Sy zurück.

Der Rentenmarkt konnte von anfänglichen Kauf­orders profitieren; insbesondere gewannen Alt­besitz zunächst 1,65 d. Sy, gaben allerdings dann 0,75 v. H. wieder her. Auch Neubesitz, Schutzgebiete und späte Reichsschuldbuchsorderungen tendierten nach oben, letztere um 0,50 v. Sy Von Industrie- Obligationen zogen Stahloerein-Bonds und Reichs­

bahn-DA. je zirka 0,25 v. Sy an. Im Verlaufe gaben Altbesitz weitere 0,25 v. Sy und Neubesitz ebensoviel nach, gegen Schluß traten kleine Er­holungen ein. Neubesitz lagen sogar fest mit zirka 16 gegen anfangs 15,90 v. Sy Goldpfandbriefe lagen meist unverändert, Liquidationspsandbriefe Der Frankfurter Institute und der Pfälzer Hypotheken- Bank bis 0,50 v. H. gedrückt, auch Kommunal- Dbligationen tendierten im gleichen Ausmaß schwä­cher. Stadtanleihen waren gleichfalls niedriger, Frankfurter bis 1,50 v. Sy, Darmstädter und Main­zer bis 0,75 v. H. Ausländer lagen geschäftslos. Tagesgeld war gesucht, der Satz wurde auf 3,50 v. Sy erhöht.

Abendbörse etwa» zuversichtlicher.

Die Umsatztätigkeit an Der Abendbörse hielt sich in denkbar engsten Grenzen, da infolge des Rück­schlags im Mittagsverkehr die Zurückhaltung noch erhöht wurde. Indessen war die Stimmung etwas zuversichtlicher, wobei die Ausführungen des Reichswirtschaftsminister Dr. Schmitt anreg­ten. Auf kleine Rückkäufe waren die Kurse gegen­über dem Berliner Schluß meist etwas höher, so IG. Farben, die 0,50 Prozent und vor allem Reichsbankanteile, die 3 Prozent gewinnen konn­ten. Anderseits lagen Conti Gummi und Holzmann je 1 Prozent niedriger, und auch die Mehrzahl der Montanaktien blieb nur knapp behauptet. Der Ren- tenmarkt lag zwar fester, ohne daß jedoch auch hier besondere Umsätze zustandekamen. Altbesitz gewan­nen 0,25 Prozent, Neubesitz zunächst 7,5 Pf., späte Reichsschuldbuchsorderungen und Schutzgebiete je 0,13 Prozent.

Im Verlaufe traten keine nennenswerte Verän­derungen ein. Altbesitz brodelten 0,13 Prozent ab, während Neubesitz weiter gefragt blieben. Von fremden Werten lagen 4prozentige Schweizerische Bundesbahn-Anleihe mit 125,75 um 0,75 Prozent und do. 3,50prozentige mit 119 um 1 Prozent fester. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 16,0250 bis 16,05, Altbesitzanleihe 90,50 bis 90,40, Schutzge­bietsanleihe 8,65, Reichsbank 163,65 bis 163,50, Buderus 66,50, Gelsenkirchen 52, Mannesmann 57,75, Phönix 41, Stahlverein 34,25, Aku 36,25, ße- kula 116, Conti-Gummi 135, Scheideanstalt 178,75,IG.

Farben 119,25, 0e»füref 81,50, Hohmann 60,75, Sie­mens 137,50, Zellstoff Waldhch 44,50, Reichsbahn- Vorzugsaktien 106,25, HaPa0 26,75.

frankfurter Lchlachtvichmarkt.

Frankfurt o. M, 11. Dez. Auftrieb: Rinder insgesamt 1433 (gegen 1634 am letzten Montags- markt), Darunter 438 Ochsen, 135 Bullen, 490 Kühe und 370 Färien. Kälber 427 (342), Schafe 96 (189), Darunter 58 Hammel, 4038 (3907) Schweine. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochlen al) 31 bis 32, b) 28 dis 30, c) 25 bis 27,

d) 22 bis 24. Bullen a) 28 bis 29, b) 25 bis 27,

c) 22 bis 24 Kühe a) 28 bis 29, b) 24 dis 27, c) 18 bis 23, d) 11 bis 17; Färsen a) 31 bis 32,

b) 28 bis 30, c) 24 bis 26, d) 21 bis 23. Kälber.

Sonderklasse nicht notiert, andere Kälber a) 37 bis 38, b) 31 bis 36, c) 27 bis 30, d) 24 bis 26. Läm­mer, Hammel und Schafe: Hümmel b2) 28, c) 27, d) 23, Schrse e) 21 bis 22. Schweine ai 48 bis 50, b) 47 bis 50, c) 46 bis 49, d) 44 bis 49, e) 40 bis 45, g) Sauen 40 bis 43. Irn Preisvergleich §um letz- ten Montagsmarkt zogen Ochsen und Kühe ie 1 Mk. an, Bullen, Färsen, Kälber, Hümmel und Schweine blieben unverändert, Schafe gingen um 1 Mk. zu­rück. Marktverkauf: Rinder ruhig, Ueberftanö. Käl- ber, Hümmel und Schafe ruhig, geräumt. Schweine ruhig, nahezu ausverkauft.

Fleisch grohrnarkt: Beschickung: 660 Vier­tel Rindfleisch, 25 ganze Kälber, 15 ganze Schafe b;w. Hümmel, 200 Schweinhälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- und Rind­fleisch I 45 bis 52, II 45 bis 50. Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfleisch II 32 bis 38, III 23 bis 28. Kalb- fleisch II 60 dis 68, III 50 bis 60. Hammelfleisch 55 bis 60. Schweinefleisch I 63 bis 70. Geschäftsgang: schleppend.

Bekanntmachung: Der auf Montag, 25. De­zember (1. Feiertag) fallende Diehmarkt wird auf Donnerstag, 28. Dezember, verlegt.

irrantfurtcr töctrciöcbimc.

Frankfurt a. M., 11. Dez. Die Einstellung Der Main- unD ab heute auch Der Rheinschiffahrt wirkte sich preismäßig nicht sonderlich aus; Die Mühlen sinD Durch Die letzten Einlagerungen reich­lich versorgt. Für Bahnweizen lauten Die Forde- rungen 1 Mk. höher, die auch bewilligt wurden, ferner lagen Hafer und Kraftfuttermittel fest. Im übrigen blieben die letzten Notierungen behauptet. Das Mehlgeschäft sei für beide Mehle nur schlep­pend. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen 195 bis 196, Roggen 170, Braugerste 181 bis 183,50, Hafer 146 bis 147,50, Weizenmehl Spez. 0 mit Aus­tauschweizen 28,75 bis 29,65, do. ohne 27,25 bis 28.15, Roggenmehl 0 bis 60 Prozent 23,50 bis 24, do. südd. Spez. 0 24,00, Weizenkleie 11, Roggen­kleie 10,60 bis 10,75, Soyaschrot 15,50 bis 16,00, Palmkuchen 15,60 bis 15,75, Erdnußkuchen 16,55 bis 17,00, Treber 17,40 bis 17,50, Heu 6,20 bis 6,30, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt 2,10 bis 2,25, do. gebündelt 1,80 bis 2,00. Infolge des Frostwetters wurde keine Kartoffeln notiert.

Mainzer Lchwememarkt.

Mainz, 11. Dez. Auftrieb: 795 Stück. Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Reichsmark:

b) vollfleischige von zirka 120 bis 150 kg 48 bis 52,

c) vollfleischige von zirka 100 bis 120 kg 48 bis 50,

d) vollfleischige von zirka 80 bis 100 kg 47 bis 50.

Marktverkauf: langsam, geringer Ueberstand.

Mannheimer Getreidebörse

Mannheim, 11. Dez. Weizen (inländischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,85 bis 20 Mark; per Dezember Bezirk 9 19, Bezirk 10 19,20, Bezirk 11 19,50; Sommerweizen (80 kg) 20,10 bis 20,20; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg frei Mannheim) 16,75 bis 16,90; per Dezember Bezirk 9 15,80, Be­zirk 8 16,10; Hafer (inländischer) 14,25 bis 14,50; Sommergerste (inländische, Ausstichware über No­tiz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Futtergerste 17; Mais (im Sack) 19,50; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Soja- schrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 13,25 bis 13,75; Palmkuchen 15,25 bis 15,50; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Leinkuchen 17; Biertreber (mit Sack) 17,50; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 9,25; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6,20 bis 6,60; Rotkleeheu 6,50 bis 6,80; Luzernekleeheu 7,20 bis 7,60; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2, Hafer- Gerste 1,80 bis 2; ged. Stroh Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Dezember 29,40, per Januar 29,40, per Februar 29,40; Weizen- mehl (Spezial 0, aus Inlandweizen) per Dezember 27,90, per Januar 27,90, per Februar 27,90; Roggen- mehl (70/60 o. H., norddeutsches, prompt) 22,50 bis 23,50; Roggenmehl (pfälzisches und süddeutsches, prompt) 23,50 bis 24,50; Weizenkleie (feine, mit Sack) 10,75, (grobe mll Sack) 11,75; Roggenkleie 10 bis 11; Weizenfuttermittel 11,75 bis 12; Roggen­futtermehl 11 bis 12,75; Weizennachmehl 15,25 bis 16,50 Mark. Tendenz: Weizen fester, Roggen, Hafer und Gerste ruhig, Futtermittel fester. Bei

freundlicher Grundstimmung waren die Brotgetrefbe- preife erhöht. Die Mühlen hielten aber mit Käufen zurück Futtermittel weiter fest, besonders Nach- Produkte.

Kirche und (Schule.

Oekanatskonferen; der evangelischen (Seist.ichen des Dekanats Gießen.

Im Markussaal zu Gießen eröffnete Dekan Guß» mann- Kirchberg am Freitagoormittag Die Kon­ferenz ber evangelischen Geistlichen Des Dekanat» Gießen mit Sdjrbuttung und Gebet. Al» Gäste waren anwesend Oberkirche..rat O. W a g n e r und ßfarrer Lic. Bohn, Berlin» Pötzensee, Der über seine letzte Reise in Hessen be­richtete.

Nach einer Reibe Dienstlicher Besprechungen hielt Direktor R ö h r i cd t - Darmstadt einen Vortrag über Das Thema:Boltsmiffion, eine Auf­gabe Der Kirche von heute!" Wichern bat diese Aufgabe schon Der Kirche gestellt, aber der Er­folg der Arbeit kam vielfach nur den Setten und Gemeinschaften zutute. In der alten Staatskirche suchte man feine neuen Wege zu den Entkirchlichten; der Evangelist sammelte Die Gewonnenen neben der Kirche, und Mißtrauen jur Kirche wurde Die Folge. Geschichtlich gemorDene Kirchen haben nicht Die Ver­heißung, daß Die Pforten Der Hölle sie nicht über- winden. Gott fordert Die innerste Entscheidung Der einzelnen, durch die Die Rettung Des Volkes nur möglich ist. Gangbare Wege sind Die Volksmissions- wochen, in Die mehr System kommen muß. Ganze Dekanate sinD in Angriff zu nehmen; au einem An­fang im Dekanat FrieDberg sind Die Vorbedingun­gen erfüllt. Voraussetzungen sind freiwillige Kräfte, freudige Fürbitte und entschiedene Nacharbeit. Die Kirche muß eingehende Schulungsarbeit Durchfüh­ren; ein Konfirmandcnunterricht für Erwachsene ist nötig. In Männerschulungswochen bildet sich bei Durcharbeitung aller Fragen ein brüderliches Bei hültnis. Besonders wichtig ist ber Dienst im Arbeits­lager, her besonders geeignete und geschulte P'arrer braucht. Träger Der Arbeit sott nicht ohne weiteres Die Kirchenleitung, sondern eine mit ihr verbundene Organisation sein. Auch Laien müssen im Dienst stehen; für Die Pfarrer beginnt die Schulung schon im Prehigerseminar. Dem oolksmissionarischen Han­del der neuen Kirche wird Gottes Segen nicht feh­len.

Eine rege Aussprache schloß sich an den mit leb­haftem Beifall aufgenommenen Vortrag an.

Lehrertagung in (Schotten.

Schotten, 8. Dey Am Donnerstag fand in Der Turnhalle zu Schotten eine amtliche Kon­ferenz aller Lehrkräfte des Kreises Schotten statt. Um 8.30 Uhr eröffnete Der Lcilcr her Veranstaltung, Schulrat Dr. Meuer, bie Ver sammlung mit bem deutschen Gruß. In längeren Ausführungen sprach er über Sinn unb Zweck bes Nationalsozialistischen Lehrerbunbes (NSLB) und gab anschließend eine Reihe amtlicher Verfügungen bekannt. Der zweite Punkt ber Tagesordnung war die Vorführung orthopädischer Turnübungen durch Mädchen der Laubacher Volksschule unter ber Lei­tung oon Lehrer Bechtold. Diese Hebungen zeig­ten ganz neuartige Körperschulung, wobei alle Kar- permusteln hervorragend beansprucht wurden. Die Leistungen der Mädchen fanden größten B.i'"l>, unb es wurde darauf hinaewiesen. daß derartige Uebungen ihre Bedeutung für schwächliche unb ge­sunde Kinder hätten. Nach einer kurzen Pau je hielt Professor Spilger (Darmstadt) einen längeren Vortrag über erbbiologische Fragen. An Hand von Lichtbildern und schematischen Darstellungen gab er eine klare Einführung in bie Probleme ber Ver­erbung unb Rassenkunbe. Herzlicher Dank würd' bem Redner zuteil, den Schulrat Dr. Meuer in Worte kleidete. Anknüpfend an die Worte d's Dich­ters:Zwei Seelen wohnen ach in meiner Brust" faßte er bas Wesentliche des Vortrages zusammen und betonte, daß man im Interesse des Volkes bei zu­künftigen Ehen mehr Gewicht auf den Stamm­baum bes Ehepartners legen werbe, als das in ber Vergangenheit geschehen fei, was her wesent­liche Zweck hieses Vortrags gewesen sei. Kurz vor 13 Uhr fanb bie Konferenz mit einem breisachen Sieg-Heil auf unseren Führer ihr Enhc. Der Nach­mittag war für bie Fortbilhung Der Junglehrer freigehalten. Zwei Unterrichtsproben in Ober- Schmitten burch Schulverwalter Küster und Lehrer Diehl zeigten Wege, bie zu einem er- sprießlichen Ergebnis im Rechtschreibunterricht füh­ren. Alle Teilnehm-r zollten her Arbeit ber beiben Lehrer ihre volle Anerkennung.

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Dienstag, Den 12. Dezember.

Evangelische Gemeinden.

IDal)enborn-Steinberg. 20 Uhr. Ev. Kirchl. Frauen- kreis.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen DiviDenDe an. Reichsbankdiskont 4 v. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. Sy

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