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12.12.1933 Erstes Blatt
 
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als

Vergeltungsmaßnahmen der österreichischen Regierung.

Wien, 11. Dez. (TU.) Wie gemeldet, wurde

Vorstandes der deutschen Spitzenorganisation der deutsch-baltischen Volksgemeinschaft in Lettland. Er war Vorsitzender des Bundes deut­scher Landwirte in Lettland und gehörte den Vor­ständen zahlreicher anderer deutschen Organisatio­nen an. Baron Fircks ist im Jahre 1870 in Kur­land auf dem väterlichen Gut Rettingen geboren. Er studierte in Freiberg in Sachsen. In der Folge war er als Bergingenieur zunächst in Deutschost­afrika, dann in Serbien und Spanien, schließlich im Uralgebiet als Direktor einer Platin- und Gold­grube tätig. Während des Weltkrieges kehrte - nach Kurland zurück.

Krupp als Zeuge im Mauer-Prozeß.

Deutschland war auf den Krieg nicht vorbereitet und die deutsche Industrie nicht vom bevorstehenden Kriegsausbruch unterrichtet.

geltenden Stichworts meldeten. In Flensburg ge­langten die Flüchtlinge dann schließlich an öie Leute, die das eigentliche Herüberschaffen über Die grüne Grenze bei Nacht besorgten. Es konnte fest" gestellt werden, daß die Flensburger Bande in der letzten Zeit 16 Personen über die Grenze ge­schasst hatte. Darunter befanden sich mehrere flüchtige Kommunisten, u. a. auch zwei, die große Summen veruntreut hatten. Die Flensburger Be« teiligten es handelt sich um sechs Personen sind restlos festgestellt und in Haft genommen worden.

Brandunglück in USA. Drei Tote, zehn Schwer­verletzte.

In Hampden (Maine) brannte ein hölzerner Tanzpaoillon, in dem ein Dauertanz veranstaltet wurde, während eines Schneesturmes nieder. Viels Tänzer waren so ermüdet, daß sie die Ausgänge nicht rechtzeitig erreichten. Drei Personen wurden getötet, zehn schwer verletzt.

Kunst und Wissenschaft.

Professor Heisenbergs Nobel-Vortrag in Stockholm,

Vor einem vollzähligen und äußerst repräsentati- oen Auditorium, worunter sich das gesamte Lehrer­kollegium der Technischen Hochschule in Stockholm befand, hielt Professor Heisenberg, Leipzig, in Stockholm seinen Nobel-Vortrag über das Thema: Die Quanten-Mechanik". Der Vorsitzende des Nobel-Komitees für Physik, Professor P l e i - j e l, Stockholm, würdigte in seinen Ausführungen in deutscher Sprache Professor Heisenbergs Ver­dienste.

Nordische Hochschule für bildende Kunst in Bremen.

In Bremen ist die nordische Hochschule für bildende Künste gegründet worden, die im April 1934 ihre Aroeit aufnehmen wird. Wie München als Kunststadt den Süden, Dresden den Ostraum, Düsseldorf den Westraum, so soll die Bre­mer Hochschule auf dem Gebiete der bildenden Künste den gesamten norddeutschen Raum befruch­tend durchdringen. An die Spitze der Hochschule hat der Bremer Senat den ehemaligen Leiter der groß- herzoglichen Hochschule für bildende Kunst in Wei­mar, Pros. Dr. n. c. Fritz Mackensen, Worps­wede, berufen. Organisches Schaffen auf dem Grunde deutsch-nordischen Volkstums soll der Ar­beit der Hochschule das Gepräge geben.

Danzig hat die Neigung geäußert, die polnisch Dan­ziger Angelegenheiten ihres strittigen Lha- rakterszuentkleiden. Diese Neigung hat bei der polnischen Regierung einen günstigen Di- d e r h a l l gefunden.

Japan fordert Gleichberechtigung zur See.

Tokio, 11.Dez. (TU.) Die gesamte japanische Presse verzeichnet offenbar auf höheren Wunsch die Notwendigkeit für Japan, völlige Gleichbe- rechtiguna in der Seerüstung au erlangen. 1935 werde Japan auf der Flottenkonserenz unter allen Umständen die Gleichberechtigung verlangen. Ferner müsse Japan die Vorschläge zurückziehen, die es seinerzeit in Genf auf der Abrüstungskonfe­renz machte, weil diese Vorschläge die Bewegungs­freiheit der japanischen Marinebehörden einschrän­ken. Japan müsse Festsetzung einer Höchsttonnage für alle Seemächte fordern, innerhalb dieser Ge­samttonnagegrenze müsse jede Macht Art und Gröhe der einzelnen Schiffe selbst bestimmen dürfen. Die Einschränkung des Baues von Kriegsschiffen über 10 000 Tonnen soll aufgehoben werden.

Wettervoraussage.

Die Luftdruckverteilung hat seit gestern eine we­sentliche Umgestaltung erfahren. Einerseits haben sich Ausläufer des Polentiefs westlich über Deutsch­land ausgebreitet und anderseits ist von Norden her ein Tiefdruckgebiet über die britischen Inseln vorgedrungen. Die beiden Störungen suchen in Ver­bindung zu kommen, wodurch sich über Deutschland eine Rinne tiefen Druckes bildet. Somit gelangt milde ozeanische Lust bis in unseren Bezirk vor und bewirkt neben Frostabschwächung Bewölkung, wobei vereinzell auch Schneefall eintreten wird. Die Milderung wird jedoch nur vorübergehend fein, denn von Skandinavien her fließt bereits sehr kalte Luft südwärts.

Aussichten für Mittwoch: Meist dunstig und bewölkt, Nachlassen des Frostes, vereinzelte Schneefälle.

Lufttemperaturen am 11. Dezember, mittags: 4,4 Grad Celsius, abends4,3 Grad am 12. De­zember, morgens:5,1 Grad. Maximum4, Minimum7,8 Grad. Sonnenscheindauer 8 Minu­ten. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Dezem­ber, abends:3,4 Grad, am 12. Dezember, mor­gens: 3,3 Grad Celsius.

München-Gladbach, 11. Dez. (WSN.) Im Prozeß gegen Professor Dessauer gibt der Frank­furter Verteidiger Dr. E v e r h a r d t die Erklärung ab, daß er sein Mandat niederlege, da er nicht hätte ooraussehen können, daß der Prozeß in einem solchen Umfange politischen Einschlag an­nehmen werde. Krupp von Bohlen und Halbach äußert sich eingehend über die Be­ziehungen Mühlons zu seiner Firma. Anfang 1915 habe Mühlon mitgeteilt, daß ihm die indu- strielle Betätigung nicht liege, und daß er deshalb gehen müsse. Mühlon habe jedoch dankend eine große Überweisung a n g e n o m men, die von der Firma gemacht wurde, weil sie die leitenden Herren für ihre erhöhte Tätigkeit in jener Zeit entschädigen wollte, und weil sie selbst die Mehr­gewinne, die in den ersten Kriegszeiten erzielt wurden, durch Stiftungen für Hinterbliebene usw. zur Verfügung stellte, da die Inhaber Mehrgewinne nicht hätten erzielen wollen. Mühlon habe diese Ueberroeifung angenommen, ohne irgendwie zu be­merken, daß er von Rüstungsgewinnen keine Gelder haben wolle. Von den Hetzereien Mühlons habe er zuerst Ende 1917 gehört, als fein Flugblatt ver­breitet würde.

Auf die Frage des Staatsanwalts, ob es richtig fei, daß die Firma Krupp bereits vor dem Aus­bruch des Krieges über den bevor- stehenden Krieg verständigt worden sei und dementsprechend sich eingerichtet habe, erwidert Krupp, man habe damals in Deutschland nicht an einen Krieg geglaubt, und es seien auch keiner- lei Vorbereitungen getroffen worden, was beispielsweise daraus hervorgehe, daß man zu jener Zeit kaum Vorräte an Spreng» ft o f f e n hatte. Dieser Mangel an Sprengstoffen im Jahre 1914 habe vielen Menschen an der Front das Leben gekostet. Hieraus ergebe sich als stärk­ster Beweis, daß Deutschland den Krieg nicht gewollt und nicht vorbereitet hatte.

Der Papiergroßhändler K l e h e aus Aschaffen­burg äußert, daß sich Dessauer seiner Ueberzeugung

Oie Wahrheit über die deutsche Gaar.

Eine belgische Lektion für die Franzosen.

Berlin, 11. Dez.Libre Belgique" befaßt sich in einem Leitartikel mit dem Saarproblem. Der Aufsatz, wie das Brüsseler Blatt überhaupt, sind natürlich alles andere als hitlerfreundlich, aber das hindert nicht, daß dem französischen Nachbarn Wahrheiten gesagt werden, die wir zumindest von dieser Seite nicyt gewöhnt sind.

Die Saar ist nach Rasse und Sprache deutsch. (Bravol Und Eupen und Malmedy?). Frankreich dachte sie im ersten Siegestaumel zu an­nektieren, das zaristische Rußland hatte dem schon während des Krieges zugestimmt, aber Wilson und Lloyd George ließen sich nicht Herumkriegen." Der belgische Kritiker macht sich offen über diehistori- schen Argumente" lustig, mit denen die Franzosen heute noch an der Saar operieren. Wenn nach französischer Ansicht der heutige deutsche Charak­ter der Saarbevölkerung auf eine deutsche Einwan­derung in den letzten hundert Sohren zurückgeht (!), so klammern sie sich daran, daß das Landfrüher" französisch gewesen sei.Eine kühneBehoup- t u n g', so schreibt dazu dieLibre Belgique^,denn war nicht ganz Belgien einmal französisch?" Der Artikel schließt mit dem Rat, dieAbstimmuna, die unvermeidlich sei, doch schon!934 vorzuneh­men.

Wie nötig die Franzosen eine solche Lektion haben, zeigt ein Blick auf die Artikelserie des Saarkorre­spondenten Gabriel Perreux imParis Midi". Tap­fer hat er vor einem Saarbrücker Schaufenster eine Abteilung Bleisoldaten irn Brau n- hernd geknipst. Nachdem der Leser dadurch schon eine Gänsehaut bekommen hat, wird ihm eine ganze Serie von Schauermärchen vor­gesetzt. Man bekommt das Gefühl, als konnte sich ein armer Franzose heute in Saarbrücken gar nicht mehr auf der Straße sehen lassen! Diese schamlosen Verdrehungen richten sich von selbst. Ihnen kann aber nur gesteuert werden, wenn die Wahrheit über die Saar durch deutsche und objektive Beobach- ter verbreitet wird wie durch jenen Belgier.

Aus aller Welt

Verteidigerplädoyer imLahusen-prozeß

Bremen, 11. Nov. (WTB.) Im Lahusen-Pro- zeß begannen heute die Plädoyers der Verteidiger. Rechtsanwalt Dr. Max Schmidt (Berlin) er­klärte, er würde es nicht wagen, ein Wort zur Verteidigung vorzubringen, wenn die Angeklagten so seien, wie die Staatsanwaltschaft sie gezeichnet habe. Hätten sie auch nur einmal 100 000 Mark ins Ausland gebracht, so würde er sie nicht ver­teidigen. Der den Angeklagten gemachte Dorwurs der Untreue könne nicht aufrechterhalten werden. Die ganze Beurteilung der mit den einzelnen Vor­würfen der Bilanzverschleierung zusammenhängen- den Fragen hänge lediglich davon ab, ob der Debitor HUM von den Angeklagten noch als zah- lungskrästig anzusehen gewesen fei. Abgesehen von der Saldierung der Debitoren HUM und ßimitaba seien alle Bilanzierungsmethoden zu rechtfertigen. Aber ihre Mißbilligung vom Rechtsstandpunkt aus könne eine Strafbarkeit nicht begründen, da die Tat durch vermeintlichen wirtschaft­lichen Not st and gedeckt sei. Eine solche Lage sei vom Reichsgericht bereits in einem ähnlichen Fall als eine übergesetzliche Notwehrlage und da­mit als Strafentschuldigung anerkannt worden.

Sechs Monate Gefängnis Im venecke-Prozeh.

Die 7. Große Strafkammer des Berliner Land­gerichts verurteilte den früheren Berliner Stadt­rat Wilhelm B e n e ck e wegen Vergehens der ein-

Büchertisch.

HandbuchdergeographischenWis- s e n f d) a f t Herausgegeben von Universitäts-Pro­fessor Dr. Fritz Klute- Gießen unter Mitwirkung zahlreicher Gelehrter. Etwa 4000 größere Textbil­der und Kärtchen, gegen 300 Farbenbilder, viele Karteibeilagen. In Lieferungen zu je 2,40 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion mbH. Potsdam. Das ausgezeichnete, hier laufend bespro­chene Handbuch, dessen zwei erste überaus stattliche Bände vollständig vorliegen, beginnt in seiner 52. Lieferung die Besprechung Italiens, aus der Feder des Hamburger Professors Kanter. Es ist erstaunlich, wie ganz neu und von Grund auf klar und übersichtlich sich dieses schon tausendfach be­schriebene und von allen Seiten beleuchtete Land darbietet. Was es heißt, ein Land vom Geogra­phischen her zu erleben, es auf Grund seiner erd­kundlichen Bedingungen und Verhältnisse zu er­kennen mit seinen Landschaften und Menschen, mit Tier- und Pflanzenwelt, Klima und Bodenbeschaf­fenheiten, das kehrt diese Darstellung, die in ihrer konzentrierten Form Genuß und Belehrung vor­bildlich verbindet. Wie gerade dieser Beitrag mit Bildmaterial, farbigen Tafeln, Textabbildungen und schematischen Karten ausgestattet ist, verdient als Muster der Anschaulichkeit besonders hervorge­hoben zu werden. Daneben dann die Schilderung Sibiriens aus der Feder Helmut Angers-Ko- nigsberg. Da Anger bereits die allerneuesten po­litischen und wirtschaftlichen Veränderungen berück­sichtigt, erhalten wir das hochinteressante Bild des modernen Sibirien, erfahren von seinen 180 Völkerschaften, von feinen unbegrenzten Naturreich­tümern, von feiner Besiedlung und Kultur, ein fes­selndes Kapitel der Erd- und Menschheitskunde wird aufgeschlagen und uns mit allen Hilfsmitteln mo­derner Wissenschaft, vor allem wieder durch ein erlesenes und instruktives Bildmaterial nahegebracht. Die folgenden, bisher erschienenen Lieferungen 59 und 60 führen die Behandlung Aegyptens, des Sudans, Syriens und Mesopotamiens weiter. Auch zu diesen Beiträgen ist ein ausgezeichnetes Bild­material bereitgestellt, worunter vor allem die ganzseitigen farbig reproduzierten Landschaftsge- mälbe hervoragend das beschriebene Wort ergänzen.

Die Hanoelshochschule, Lehrbuch der Wirtschaftswissenschaften, herausgegeben von Prof. Dr. Schmidt, Frankfurt a. M. Industrie-Verlag Spaeth & Linde, Berlin W 35. Nun liegt mit den soeben erschienenen Lieferungen 21 bis 32 auch der vom Verlag in dankenswerter Weise herausgebrachte Ergänzungsband dieses für den modernen Kaufmann jeder Branche zum Nachschlagen wie zur Fortbildung unentbehrlichen Werkes vollständig vor. Er bringt u. a.Betriebswirtschaftliche Kon­junkturlehre" aus der Feder des Herausgebers, Marktanalyse" von Dr. Henzel,Bank und Bör­senrecht" von Prof. Ludewig,Kartellrecht" von Prof. Rumpf,Aktienrecht" von Prof. Klaufing (aus den neuesten Stand gebracht). Ein Sachver­zeichnis erleichtert auch die Handhabung dieses Er­gänzungsbandes. Das stattliche Werk eignet sich auch dank der Qualität des Herausgebers und seiner Mitarbeiter ausgezeichnet zum Selbststudium für jeden ooranstrebenden Kaufmannsgehilfen.

Deutsche Erziehergemeiuschast und NG -Lehrerbund.

Berlin, 11. Dez. (TU.) Vom Reichsministerium des Innern wird befanntgegeben:

Da durch die Presseveröffentlichungen der letzten Tage Unklarheit entstanden ist über das Ver­hältnis der DEG. zum NSLB. wird hier- durch folgendes feftgefteUt:

1. Wie auf anderen Gebieten des Kulturlebens Organisationen vorhanden find, die die Gesamt­heit aller beteiligten Volksgenossen umfassen (z. B. Reichskulturkammer, Deutsche Studenschast usw.) und daneben die entsprechenden Parteiorgani­sationen bestehen (z. B. Kampfbund für deutsche Kultur, Nationalsozialistischer deutscher Studenten­bund), so sind auch auf dem Gebiete des Bildungswesens die deutschen Erzieher zur Wahrung der wertvollen Fa ch a r b e i t in der DEG. zusammengefaßt. Ihr steht der NSLB. als die ent- sprechende weltanschaulich politische Organisa­tion der NSDAP, zur Seite.

2. Die DEG. erstrebt keine Wiederherstellung der Ueberzahl aufgelegter Verbände, sie schließt viel­mehr nach der Zahl der großen Schul- gruppen die gesamte deutsche Erzieherschaft in Reichsverbänden zusammen.

3. Die Führung der DEG., die Leitung ihrer Reichsverbände und ihrer Untergliederungen liegt in den Händen von zuverlässigen N a - tionalsozialistenundMitgliederndes N S L B., die zum Teil zu den ältesten Vorkämpfern der Bewegung gehören. Somit ist eine Arbeit der DEG. im nationalsozialistischen Sinne durchaus ge­währleistet. Daher sind der Führer unb Die porge- legte Satzung der DEG. vom Herrn Reichsminister des Innern ausdrücklich anerkannt worden.

4. Hieraus ergibt sich, daß die Gründung der DEG. nicht im Gegensatz zum nationalsozialistischen Staat oder zur nationalsozialistischen Bewegung und ihren Organisationen steht. Daher sind Angriffe jeglicher Art gegen die sachlich notwendige und vom Herrn Reichsminister des Innern genehmigte DEG. und gegen ihre Mitglieder ungerechtfer­tigt insbesondere ein Verbot der Doppelmitglied- schast und ein Zwang zum Austritt aus den Ver­bänden.

5. Ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten der DEG. und NSLB. ist nicht nur um der Facharbeit willen, sondern auch wegen der g.oßen gemeinsamen Ziele des Nationalsozialismus notwendig.

Die Kirche im Dienst derRaffenhyaiene

Berlin, 11. Dez. (CNB.) Der Landeskirchenrat in Eisenach hat nach Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Rassenwesen (Präsident Dr. 21 ft e l) vom Landesbischof O. Reichardt Richtlinien her­ausgegeben, deren Absatz 11 lautet:

Um die Bestrebungen der Rassenhygiene zu för- dem, soll der Pfarrer wo immer es ihm möglich ist, die ein Verlöbnis Schließenden auf d i e Bedeu­tung der Erbgesundheit aufmerksam machen. Er soll bei den Eltern der Verlobten darauf hinwirken, daß die Verlobten sieh vor der Hochzeit Erbgesundheitszeugnisse befchaf- sen. Er soll sich an der staatlichen Arbeit bei Der erb- biologischen Bestandsaufnahme willig beteiligen und soll die Anlegung von Ahnen - undSipp- s ch a f t st a f e l n fördern."

Hitler-Denkmäler und Gedenktafeln verboten.

Berlin, 12. Dez. (CNB.) Der Stabsleiter des Stellvertreters des Führers, Bormann, hat fol­gende Anordnung erlassen:

Der Führer hat erneut bestimmt, daß keinerlei Hitler-Denkmäler, Gedenktafeln oder dergleichen zu feinen Lebzeiten errichtet bzw. angebracht werden dürfen. Soweit dies bereits ge­schehen ist, find die Denkmäler und Tafeln unver - zuglicy zu beseitigen.

Vergeltungsmaßnahme für die Flucht des Prin­zen Bernhardt von Sachsen-Meiningen eine An­zahl bekannter Nationalsozialisten in das Kon­zentrationslager Wollersdorf ge­bracht. Darunter befinden sich der Bruder des ehemaligen Gauleiters der NSDAP., Eduard Frauenfeld, der Wiener Gauinspekteur und frühere Gemeinderat der Stadt Wien, Josef Neu­mann und der frühere stellvertretende Vorsitzende der nationalsozialistischen Landtagsfraktion im Wie- ner Landtag und Führer des nationalsozialistischen Lehrerbundes in Oesterreich, Mittelschulprofessor Dr. Suchenwirth; ferner der ehemalige Lan­desführer des NS.-Iuristenbundes, Rechtsanwalt Dr. Alois Bernwiese r.

E.n Führer des Deutschtums in Lettland gestorben.

Riga, 11. Dez. (TU.) Der langjährige deutsche Abgeordnete und Parteiführer des Deutschtums in Lettland, u r o n Wilhelm von Fircks, ist nach monatelanger schwer^ Krankheit in einem Sanatorium bei Riga gestorben. Sein Tod bedeu­tet einen schweren Verlust für bas Deutschtum in Lettland. Baron Fircks war seit der Begründung des lettländischen Staates sowohl in der versas- (ungsgebenben Versammlung, als auch in sämtlichen weiteren Parlamenten beutscher Abgeorb- n e t e r und später auch Fraktionsführer. Ferner lefleibete er das Amt eines Mitgliedes des Haupt-

nach mit der Carolus-Druckerei eine politische Plattform habe schaffen wollen, lieber den Fall Mühlon vermochte sich der Zeuge nicht zu äußern, weil er als Kriegsteilnehmer von diesen Hetzschriften zu dieser Zeit nichts gehört hat.

Pros. Dessauer bittet, seine SchriftD e r Kern der Frag e", die aus dem Jahre 1918 stammt, verlesen zu lassen, aus der seine patrio­tische Gesinnung unzweideutig hervorgehe. Dieser Auffassung widerspricht der Vertreter Der Anklage mit Nachdruck und wies u. a. darauf hin, daß starke Verdachtsmomente dafür vorhanden seien, daß Dessauer bei seiner Reise in die Schweiz der Vertrauensmann Mühlons gewesen sei. Prof. Dessauer wandte sich erregt hiergegen Er sei nur einmal im Kriege bei Mühlon gewesen und habe ihm Vorhaltungen wegen seiner Schrift ge­macht. Die Staatsanwaltschaft betont demgegen­über, man könne nicht glauben, daß Prof. Dessauer das BuchVerheerung Europas" nicht gelesen habe. Landgerichtspräsident S t a r t i n g , Der Den Vorsitz Der VerhanDlung führt, verwies Darauf, Daß aus früher verlesenen Schriftstücken festgestellt ist, Daß Prof. Dessauer von Dem Pazifisten Foerster scharf abgerückt ist unD Daß er in einem ausführlichen Schriftstück sich auch scharf gegen Die Separatisten geroanDt habe. Hieraus erroiDerte Der Staatsanwalt, Dessauer habe leDiglich für Den Staat von Weimar gekämpft unD er habe sich gegen Die Separatisten geroanDt, um zu verhinDern, Daß von Diesem Staat von Weimar ein Stück abgetrennt werbe. Von Foerster sei er abgerückt, weil Diefer VaterlanDsverräter für j e b e n Deutschen unmög­lich geworben war. Dessauer betont, Daß seine Schriften unD HanDlungen von Der Anklage jetzt alle belaftenD für ihn ausgeroertet roerDen, ohne Daß er sich Dagegen wehren könne. Er habe sich zwei­mal in Menschen geirrt: einmal bei Dr. Hohn und bann bei Mühlon. Aber dieses Irren sei doch kein Verbrechen, nichts könne gegen ihn zeugen, daß er irgendwie gegen das Vaterland gehandelt habe.

fachen passiven Bestechung zur gesetzlich zu­lässigen Höchststrafe von sechs Monaten Ge­fängnis. Außerdem werden 3000 Mark erhalte­ner Zuwendungen als dem Staat für verfallen er­klärt.

Sporlflieger Schwabe in Tunis.

Der Sportflieger Karl S ch w a b e , der am Sonn­tag in Neapel angekommen war, hat am M-ontag seinen Flug über das Mittelländische Meer fortgesetzt und ist am Nachmittag inTunis gelandet, von wo er nach Kairo weiterfliegen wird. Der Flug über das Mittelländische Meer erfolgte bei sehr regneri­schem und böigem Wetter. Schwabe erlitt infolge der anhaltenden Böen eine leichte V e r l e tz u n g an der Stirn, Da er gegen Die BordwanD geschleuDert wurDe. Furchtbare Rache eines afrikanischen Negersiannnes.

Die LonDonerMorning Post" melbet aus Jo­hannesburg einen furchtbaren Fall von Rache eines Ovambo-Stammes in SüDroeftafrifa gegen Buschmänner, Die beschulDigt rourDen, Das Vieh Des Stammes gestohlen zu haben. Die Doorn- bos griffen Die Buschmänner an. Die nach heftigem Kampfe flohen. Zwei in Den HänDen Der Ooambos zurückgelassene Gefangene rourDen an HänDen und Füßen gebunden und in eine Grube geworfen, auf deren Grund ein Feuer angezündet war. Die Ge­fangenen wurden lebendig geröstet. Dann warfen die Ooambos drei Buschfrauen in einen oon Krokodilen wimmelnden Fluß. Zwei Der Frauen rourDen van Den KrokoDilen gefressen. Die Dritte entkam an Das anDere Ufer. Hieraus fingen Die Ooambos zwei junge Hirten, Die sie mit Dem Kopf nach unten in Den Fluß tauchten, bis sie tot waren. Elf Ooambos stehen jetzt unter Der Anklage Des MorDes oor Gericht.

Schifferbool mit fünf Jnfaffen untergegangen.

Auf Der Höhe oon Tromsö ertranken oier Fischer unD eine Frau, Deren kleines Boot bei schwerer See ooll Wasser schlug unD u n t e r g i n g.

Schiffsuntergang an Der schwedischen Küste. Neun Menschen ertrunken.

An der schwedifchen Küste hat sich ein Schiffs- Unglück ereignet, bei dem neun Menschen ums Leben kamen. Das schwedische Bugsierboot Dagen 9", das sich auf dem Weg nach Gotland be­fand, ist im Sturm unter gelang en. Die Stockholmer Presse hält es auch für möglich, daß Dagen 9" auf eine Mine gelaufen und mit der ganzen Besatzung untergegangen ist.

Schweres Unwetter in Marokko.

Die ununterbrochenen R e g e n f ä 11 e , die feit einigen Tagen in der Gegend oon Rabat und Tanger niedergehen, hoben zur Unterbrechung des Verkehrs zwischen Den beiDen StäDten geführt. Die Postoerbindung ist ebenfalls unterbrochen, unD auch Die Durchführung Des Luftoerkehrs begegnet in­folge Der Witterungsoerhältnisse fast unüberbrück­baren Schwierigkeiten. In Den letzten Tagen rourDen an oerfdjieDenen Stellen Brücken wegge­schwemmt. Ein Güterzug entgleiste infolge Unterspülung Des EisenbahnDammes. Der Loko- motivsührer rourDe getötet unD Der Heizer schwer oerletzt.

Opfer Der Kälte in Ungarn.

Während der letzten K ä 11 e t a g e wurden, wie aus Budapest gemeldet wird, auf verschiedenen Land­straßen Ungarns fünf Personen erfroren aufge» funDen. In Kispest wurde ein Nachtwächter infolge der grimmigen Kälte irrsinnig und wollte die Verkaufsbuden auf dem Marktplatz anzünden. Auf dem flachen Lande hat sich aus Anlaß der anormalen Witterung eine Reihe schwerer Unfälle ereignet. In den Dörfern verursachte der Umstand, daß alle Brunnen zugefroren sind, schwere Notstände.

Personenschmuggel über diegrüne Grenze".

Die Pressestelle der Regierung in Schleswig teilt mit: Der Hamburger und Flensburger Kriminal- polizei ist es gelungen, einen gut organisierten Personenschmuggel oon deutschen Flücht­lingen nach Dänemark zu zerschlagen. Staatsfeind­liche Elemente in Hamburg und in anderen deut­schen StäDten hatten einen Apparat organisiert, mit Dem sie jeDerzeit Flüchtlinge aus Deutschland über die sogenanntegrüne Grenze" nach Däne­mark schaffen konnten. In Hamburg und Flens­burg waren die Zentralstellen dieser Organisation. Die Flüchtlinge wurden von Hamburger Funktio­nären an bestimmte Personen nach Flensburg überwiesen, wo sie sich unter Angabe des jeweils