Ausgabe 
12.12.1933 Erstes Blatt
 
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3n eigener Verantwortung durch Leistungen reale Werte schaffen!

Natürliche Wirischastsbelebung die Aufgabe der zweiten Phase der Arbeiisschlacht.- Durch Erhaltung des Arbeitserfolgs neue Kapitalbildung aus eigener Krass.

Neichswirtschafisminister Or. Schmitt fpr ch zur presse.

Berlin, 11. Dez. (WTB.) Reichswirtschafts. Minister Dr. Schmitt sprach) vor der in- und ausländischen Presse. Der Minister führte u. o aus:

Als ich beim Antritt meines Amtes zum ersten­mal zur Presse sprach, erklärte ich als meine vor- dringlichste Ausgabe, die Arbeitslosen in Beschäftigung zu bringen, zunächst durch die Durchführung öffentlicher Arbcitsbe- fchoffungsprossramme, in zweiter Linie durch die allmählich einsetzende natürliche Wirtschaftsbelebung. Gleichzeitig wurde im Einvernehmen mit dem Führer die Parole aus­gegeben, daß bis auf weiteres die Durchfüh­rung des ständischen Aufbaues zurück- ge stellt würde, damit die Wirtschaft zur Ruhe käme und Vertrauen in die Zukunft gewänne. Ge­rade unsere wirtschaftliche Entwicklung in den letz­ten Monaten zeigt eine stetige, wenn auch noch nicht alle Gebiete umfassende Besserung. Entscheidend ist, daß im ganzen genommen ein unverkenn­barer Fortschritt zu verzeichnen ist. Wenn dabei auch öffentliche Maßnahmen mit­sprechen. ist doch aber in der Hauptsache eine wirklich aus der Wirtschaft selbst kommendeechteBesserung vorhanden. Für das Entscheidendste halte ich, daß überall im Lande der Kleinmut zurückgeaangen ist und neuer Glaube, neue Hoffnung Platz greisen. Die Wirtschaftsfront ist in Bewegung gekommen, auf dieser mühsam errungenen Basis muß nun weiter- gebaut werden. Mehr und mehr muß nun in den Vordergrund treten, daß unsere Wirtschaft von sich aus eingeschaltet wird. Hier spielt die von mir wiederholt hervorgehobene Frage der Wirtschaftlichkeit, der Kalkulation und Rentabilität eine entscheidende Rolle.

Ls wäre eine völlige Verkennung national­sozialistischen Geistes, von ihm eine Drosselung, Schematisierung oder gar Nivellierung zu er­warten. wir wollen zwar eines Geistes sein und das Interesse für Volk und Vaterland über alles stellen, wir wollen aber ebenso durch Lei­stungen, und zwar durch herausholen der jedem einzelnen von Gott gegebenen Fähig­keiten reale werte schaffen und dadurch unser Volk und seine wirtschaft wieder oor- wärlsbrlngen.

Mit diesen Gedankengängen verträgt es sich nicht, wenn man vom Reichswirtschaftsminister erwartet, daß er die einzelnen Wirtschaftszweige in Fes­seln schlägt, und daß er sie bevormundet. Sicherlich gibt es Fälle, in denen der Staat in die Wirtschaft eingreifen muß. So haben wir erst in diesen Tagen gegen die Gefahr weitver­breiteter Preiserhöhungen ein energi- sches Veto eingelegt, und wir werden dies immer tun, wenn das Wohl der Nation es erfordert. Im übrigen aber stehe ich auf dem Standpunkt, daß wir uns darauf beschränken müssen, der Wirtschaft eine Organisation zu geben, in der sie in eige­ner Verantwortung und unter möglichster Aufrechterhaltung Der individuellen Leistungsfähigkeit sich selbst verwaltet.

Dazu wird ihr im Rahmen des ständi­schen Ausbaues die Möglichkeit gegeben wer­den. Ich hasse, daß wir schon Anfang nächsten Jahres wichtige Schritte in dieser Richtung tun können. Wir werden unter allen Umständen so an die vorhandenen Einrichtungen a n s ch l i e ß e n und sie ausbauen, daß keine Beunruhigung in die Wirtschaft kommen kann, sondern Maßnahmen treffen, die eine ver­nünftige Zusammenarbeit der örtlichen und sachlichen Gruppen gewährleisten.

wir werden ferner dafür Sorge tragen, daß die Betätigung und Lntschlußsrei- heil de» einzelnen nicht mehr ein­geschränkt wird, al» es das Interesse der Gesamtheit gebietet, wir müssen alles tun, um die Lrtrog»sähigkeit unserer Wirtschastseinhcit von der Staatsseite her so groß wie möglich zu machen. Der Staat muh immer daraus bedacht sein, seine vermal- tung so billig wie möglich zu gestalten, um die aus dem einzelnen tiefenden öffent­lichen Lasten möglich st niedrig zu halten. Die» gilt aber nicht nur für den Staat, sondern auch sür alle die Institutionen, die ihre Kosten nicht au» eigener Arbeit, sondern au» der anderer decken.

Die Reichsregierung, die unter Der starken Füh­rung Adolf Hitlers gradlinig und zielbewuht die politische Einheit aus unabsehbare Zeit sichergestellt hat, wird auch wirtschaftlich den graben, wenn auch oft dornigen Weg des gesunden, wirklichen A u s st i e a s und nicht Den kurzfristiger Schein­erfolge geben. Wir sehen eine ständige Sie,- a e r u n g der Kurse, vor allen Dingen für die festverzinslichen, langfristigen Anlagen. Ist schon diese Erscheinung, für sich betrachtet, für den bevor- stehenden Bilanzstichtag von nicht zu unterschätzen- der Bedeutung, Io freue ich mich darüber ganz besonder» im Hinblick auf unsere Zinspolitik. Wir werden alles tun, um diese Entwicklung zu för­dern.

Jeder deutsche Volksgenosse muß wieder daran glauben und dars wieder daran glauben, daß wir nicht nur die Leistung eine» jeden einzelnen schößen, sondern daß wir auch ebenso den Er­folg seiner A r b c > I ihn, erhalten und in feinem werte sichern werden. Mit ihrer ganzen Autorität wird die Regierung schuhen, wa» Der einzelne Volksgenosse In einem Leben voll Arbeit sich für fein Aller und seine Kinder geschaffen hat. 3n diesem vertrauen wird da» deutsche Volk zum Sparen und zur Bildung neuen vermögen» an- g e r egl werden. Da» ist da» beste und in Wahr­heit einzige Mittel, um der deutscheniollerelrt- schäft au» eigener Kraft da» für die Zu­kunft benötigte Kapital zur Verfügung zu stellen, und im übrigen auch der einzige weg. um den Preis für Leihkapital, den Zinssatz.

natürlich zu senken.

Je mehr es uns gelingen wird, wirklich national­sozialistisch denkende Menschen in unserer Wirtschaft iU haben, desto schneller und stärker wird Deutsch­lands Wirtschaft wieder auffleigen Dor allem an­deren die Nation, über alles das Wohl der Gesamt­heit!

Auflösung öer Verbände berührt nicht die Tarifverträge.

Berlin, 11. Dez. (WTB ) Wie der Reichs- arbeüsminifter und Der Reichswirtschaftsminister mitteilt, werden durch die beschlossene Li­quidierung der Arbeitgeberverbände die Rechtsgültigkeit und der weitere Bestand der zur Zeit laufenden Tarifverträge in keiner Weise berührt, da schon bisher die Treu­händer der Arbeit anstelle der wirtschaft­lichen Vereinigungen Tarifverträge abgefchlofsen, d. h. also, die Funktionen der Verbände übernommen hatten. Für den weiteren Be­stand der Tarifverträge bleibt die mehrfach ausge­

sprochene Erklärung der Reichsreaierung maß- gebend, daß an dem geltenden Lohn­niveau zur Zeit nichts ge ändert werden darf.

Heichserbhofgeseh gilt einheitlich für ganz Deutschland.

Berlin, 11. De). (TU.) Die wir von amtlicher Seite erfahren, treffen die in der Presse wiederholt auftauchenden Meldungen, für einzelne Länder oder Landteile fei eine Sonderregelung de» Erbhofrechts erfolgt oder in Aussicht genommen, nicht .zu. Selbstverständlich mußte zur Derrnci- düng von Härten eine Reihe von Uebergangs- bestimmunaen im Wege der Durchiuhrungs- oerordnuna geschaffen werden: auch diese gelten aber für Das ganze Reich. Da» Reichserbhof, gesetz hat ein einheitliches Anerbenrecht geschaffen, das an die Stelle der zahllosen örtlichen Sonderrechte getreten ist und bas für Sonderrege­lungen in einzelnen Ländern keinen Raum läßt.

ZINS oder Dividende?

Eine Stoße Or. Schachts an die Welt. Wie kommt die Weltwirtschaft aus der Sackgasse? ,

Basel, 11. Dez. (WTB.) Vor der Deutschen Handelskammer in der Schweiz, Be­zirksgruppe Basel, sprach Reichsbankpräsident Dr. Schacht über das ThemaZins oder Dividende? Eine Frage an die Welt." Das politische Denken der Siegermächte sei statisch geworden, womit jeder natürlichen Entwicklung das Todes­urteil gesprochen sei. Alle Versuche, von der Wirtschaftspolitik her, die gegenwärtige Lage zu lösen, seien auf die anormalen Widerstände der Po­litiker gestoßen, die nach dem Weltkrieg die Wirt­schaft in eine Sackgasse geführt hätten. Dadurch seien ganz anders geartete dynamische Kräfte mobil gemacht worden, nämlich d i e s o z i a - len Kräfte, die oom Bolschewismus bis zum Faschismus die statischen Kräfte zu sprengen sich anschickten.

Das statische Prinzip in Der wirtschaft äußere sich darin, daß man nicht alle Kräfte und Ge­danken anspanne, um die Unternehmung wieder in Gang zu bringen, sondern sich seine kapitalistischen Zinsrechte zu sichern und zu bewahren suche. Da» Leihkapital vergesse ganz, daß es von dem Wirtschaftserfolg des Un­ternehmens abhängig fei und daß es feine kapitalistischen Zinsrech 1 e zu sichern und zu bewahren suche. Das Leihkapital vergesse ganz, daß es von dem Wirtschaftserfolg de» Un­ternehmens abhängig fei und daß e» seine moralische Berechtigung verliere, wenn e» nicht der Unternehmung zu dienen bereit sei.

Deutschland werde, so wie die weltwirtschaftliche Lage sich entwickelt habe, voraussichtlich niemals die Zinsen auf feine Auslandanleihen in ursprüng­

lichem Umfang zahlen können, es sei denn, daß ein völliger Wandel in Polstik und Weltwirtschaft ein­trete.

Die Transferregelung stellt im Durch­schnitt nur eine Zinsmilderung von 15 Prozent und keinerlei Kapitalverlust dar, während andere Länder durch das System der Währungsentwertung eines sehr viel größeren Prozentsatzes ihrer Schuldzinsen und ihre» Schuldkapital» ledig ge­worden seien.

Die deutsche Gesamtwirtschaft müsse transfer- fähig gemacht werden, denn die individuellen deutschen Schuldner seien bisher fast sämtlich zah- lungssähig geblieben. Deutschland werde nicht in der Lage sein, während des nächsten Halden Jahres einen osiprozentigen Transfer wie bisher zu dewerk- stelligen. Der deutsche Exportüberschuß bestehe zu einem erheblichen Teil in sogenannten zusätz- lichen Exporten, die mit der Registermark usw. gezahll würden. Dazu kämen die sogenannten Emigrantenexporte.

Es ergebe sich also, daß der Rentner im Inter- esse einer Aufrechterhaltung der Grundsätze von Recht und Ordnung, aber auch in seinem eigensten mate­riellen Interesse, die Hand dazu bieten sollte, in den internationalen Schuldenbeziehungen eine entgegen­kommende Haltung einzunehmen.

Die Frage, ob Zins oder Dividende bedeute, ob Stillstand oder Bewegung, ob Befihoer- fümmerung ober Neuerwerb, Gläu­biger und Schuldner mileinanber: das sei ein neuer Ausgangspunkt für Wirtschaft und Politik, eine neue Hoffnung.

Sechs Tote bei einem Flugzeugunglück.

Oer Präsident des Reichserbhofgerichts unter den Opfern.

Berlin, 11. De;. (WTB.) Das planmäßige Ver­kehrsflugzeug D 1403 der Strecke Berlin Ham­burg ist heute nachmittag bei der Landung auf dem Flughafen Fuhlsbüttel infolge plötzlich stark verschlechterter Sichtverhältnisse gegen ein hindern!» geraten und verun­glückt. Dabei kamen der Flugzeugführer Gruh- b a ch und drei Fluggäste, der Präsident des Reichs­erbhofgerichts in Eelle, Staatsrat Wagemann, sowie ein amerikanisches Ehepaar Barber ums Leben. Die übrigen sechs Insassen erlitten Verletzun­gen. von ihnen sind zwei im Krankenhaus gestorben, und zwar der Funkermaschinist Wien und ein Fluggast Schnarrenberger.

Der ums Leden aekommene Präsident des Preußischen Landeserbhofgerichts in Celle Gustav Wagemann war seit einem Jahrzehnt Dor- kampser der Erbhofidee und hat auch am Reichs- erdhosgesetz grundlegend mitgearbeitet. Wagemann ist 1885 in Hannover geboren, studierte Iura, wurde Marz 1914 Assessor und Juni 1914 ins Preußische

Justizministerium berufen. Er rückte dann als Batterieführer ins Feld und stand über zwei Jahre an der Front. 1916 wurde er Staatsanwalt in Frankfurt a. M., 1918 als Landrichter nach Stolp versetzt. 1919 wurde er Hilfsarbeiter im preußischen Justizministerium. Dort wurde er 1925 zum Mini­sterialrat ernannt Vor einigen Jahren wurde seine Beseitigung aus dem Ministerialdienst gefordert, weil man feftgefteUt hatte, daß auf seinem Hause eine Hakenkreurflagge wehte. Wegen feiner großen Spezialkenntnisse konnte man ihn jedoch nicht ent­behren. Das Lebenswerk Gustav Wagemanns ist das Erbhofgesetz, an dem er ein Jahrzehnt lang gearbeitet hat. Aber erst Justizminister Kerrl gab Wagemann Gelegenheit, sein Werk in die Tat um- zusetzen. September 1933 wurde er zum Präsiden­ten des Landeserbhofgerichtes in Celle und in An­erkennung feiner großen Verdienste zum preußi­schen Staatsrat ernannt. Sein großes juristisches Können fand auch durch feine Berufung in die Akademie für deutsches Recht Anerkennung. Wage- mann war auch Präsident des Deutschen Jagd- schutzoerbandes. Er hinterläßt drei halbwüchsige Söhne.

Spanien unter anarchistischem Terror.

öfreifeG Bombenanschläge und (klsenbahnattentate dauern an.

Mod r t b, 12. Dez. (IU.) Trotz ber beruhigenben Versicherungen ber spanischen Regierung werben aus dem ganzen Lande neue Gewalttaten besanarchislisch.fyndikalislischenPö- del »- gemeldet. In Madrid versuchte eine Gruppe oon Syndikalisten das Findelhaus mit einer feuer- erzeugenden Flüssigkeit in Brand zu stecken. Nur durch das rechtzeitige Eingreifen des Personals konnte rinc Katastrophe vermieden werden. Die Anarcho-Syndikalisten scheinen es darauf abgesehen au haben, mit allen Mitteln b e n General- ft reif im ganzen Lande zu erzwingen. In San- tiaao, Algeciras, Saragossa. Granada und Gijon ist ber revolutionäre Generalstreik ausgerufen roor- ben. In Gijon liegt ber gesamte Verkehr still. Die Bevölkerung ist ohne Brot. Eine Straßenbahn wurde überfallen und nach Räumung durch die Fahrgäste mit einer Bombe zerstört In den um Gijon liegenden Dörfern henid)en ebenfalls die Anarchisten, die die Verbindungsstraßen aufriffen und d i e Licht - und Kraflzentralen zer­störten. Zur Sicherung der lebenswichtigen Le- triebe wurde ein Torpedobootszerstörer nach dem Hasen von ®i|on entsandt, der die notigen Fach- leute an Bord führt.

In Rovalmora.' in der Provinz Caceres b r a n n- p ö i e Aufständischen zwei Kirchen

nieder und belästigten die Einwohnerschaft, dis das Ueberfallkommando die Ordnung wiederher- stellen konnte. Aus Gerona werden Bomben­anschläge auf die Elektrizitatszen- t r a l e gemeldet. In Cadiz sind die Bauarbeiter und Buchdrucker in den Streik getreten.

Auch die Anschläge auf Eisenbahnzüge dauern an. Der Schnellzug MadridBarcelona wurde Montagabend kurz vor seiner Einfahrt in Saragossa mit Brandflaschen beworfen, so daß ber Zug mit zwei brennenden Wagen in ben Bahnhof einlief. In Castellon beschossen die Aus­rührer einen Personenzug. Bei Alicante wurde ein Güterzug durch Bombenexplosion jum Entglei - i e n gebracht.

In Barcelona kam es in den Nachtstunden Zu heftigen Ausschreitungen der Syndikalisten. U. a explodierten zehn Bomben, eine vor der Kavallerie- kaierne. Mehrere Personen wurden verletzt Eine weitere Bombe explodierte an einer Eisenbahnunter- hibrung und mehrere in Fabriken und Transfer« matorftationen Am Stadtausganq Barcelonas nach Madrid hatten die Revolutionäre aus vorüber, fabrenben Prioatkraftwagen Barrikaden er- richtet und unterhielten mit der Polizei ein lebhafte» Feuergefecht Ferner wurde eine Äirdjt in Brand gesteckt. Die zum Loschen herbei­

eilende Feuerwehr wurde beschossen. Mehrere Straßenbahnwagen wurden unter Feuer genommen, andere wurden mit Bomben beworfen, wobei die Insassen verletzt wurden. Insgesamt wurden 90 Ausrührer verhaftet Als Vorsichtsmaß­regel wurde eine Batterie in Stellung gebracht

Italienischer Staatsbesuch in Berlin.

Staatssekretär Luvich in der Reichößauptftadt eingetroffen.

Berlin, 12. Dez. (DIB. Fuukspruch.) Der Staatssekretär im italienischen Außenministerium Suvich traf heule früh in Berlin ein. Auf dem Bahnhof wurde ihm ein herzlicher Empfang zuteil. Der italienische Botschafter 6 e r r u 11 i, eine Abtei­lung Dungfaschisten und zahlreiche Mitglieder der Berliner italienischen Kolonie waren erschienen. Von deutscher Seite waren zur Begrüßung erschienen der Ehes be» Protokoll». Gras B a s s e w i h, Staatssekre- tär o o n B ü l o ro und Staatssekretär Körner al» Vertreter be» preußischen Ministerpräsidenten sowie eine Ehrengarde der Stabswache Gö­ring.

Auf der Grenzstation Kufstein war Exzellen, Sa- vich vom Legationssekretär Freiherru von Mar­schall in Vertretung der Bcichsregierung und von Rittmeister Bolle al» Vertreter be» Ministerpräsi- benten Göring empfangen worben.

Staatssekretär Fulvio S u o i ch ist 1897 in Triest geboren und entstammt einer alten Tridentiner Familie Er gehörte der ersten faschistischen Kammer an und war bereits von 1926 bis 1928 Unter­staatssekretär im italienischen Finanzministerium. Er ist bei internationalen Verhandlungen wieder­holt an maßgebender Stelle heroorgetreten. So war er u. a. italienischer Delegierter bei der Haager Konferenz und Präsident der Finanzkom- Mission bes Völkerbundes Vor seiner Berufung in' bas italienische Außenministerium im Juli ver­gangenen Jahres befleibete er bie Stellung eines Staatskommissars in bem Zentralinstitut für Tou­rismus unb hat auch in biefer Eigenschaft eine sehr rührige Tätigkeit entfaltet. Staatssekretär Suvich ist ber höchste Beamte bes Außenministerium», dessen Geschäfte Mussolini selbst führt.

Oer bulgarische Königsbesuch in Belgrad.

Tie serbischePresse verkündet eine neueAcra

Belgrad, 11. Dez. (WTB.) Die Presse wid­met bem Besuch des Königs und ber Königin oon Bulgarien bie größte Aufmerksamkeit unb be­schreibt in spaltenlangen Berichten ben herz­lichen und begeisterten Empfang, ber bem Königspaar bei feinem Eintreffen in Belgrad aeftern nachmittag zuteil würbe. NachDreme" haben an bem Empfang in Belgrad über 50 000 Menschen teilgenommen. Auch unterwegs auf ber Reife nach Belgrab würbe bas bulgarische Königs­paar in allen größerer) Orten von ber Bevölkerung warm begrüßt. Insbesondere wirb in ben Be­richten bie Herzlichkeit heroorgehoben, mit der sich bie beiben Königspaare am Belgrader Bahnhof begrüßten. Erwähnt wird auch, daß in Belgrad gestern zum er st en Male seit dem ersten Balkankriege (1912) wieder bie bulgari- s ch c Hymne gespielt unb bie bulga­rische Flagge gehißt würbe. Der Besuch er­hält namentlich burch bie Tatsache, baß bas bulga­rische Äönigspaar vom Ministerpräsidenten und Außenminister M u s ch a n o f f begleitet wird, ben Charakter eines Staasbesuches erster Orb- nung. Politika schreibt, bie Freude über ben Be­such fei so aufrichtig, weil man in Belgrab ben Beginn einer neuen Aera in ben Bezie­hungen ber beiben Völker erwartet.

Kritische Lage in Irland.

Cosgrave einem Attentat entgangen. L'Tuffy nach Ulster geflohen.

Dublin, 11. Dez. (TU.) Die politische Span­nung in Irland ist während des Wochenendes burch mehrere sensationelle Zwischenfälle auf einen Höhe­punkt getrieben worden Auf ben parlamentarischen Führer ber irischen Opposition unb früheren Mi- nisterpräsibenten Cosgraoe, wurde am Sonntag­abend in ber Nähe ber Ortschaft Anagry in ber Grafschaft Donegal ein Reoolveranschlag verübt Cosgraoe raste zusammen mit anderen Parteirebnern im Kraftwagen oon Anagry nach einer anberen Ortschaft Die Attentäter, die sich in einem Hinterhalt an der Straße versteckt hatten, verfehlten ihre Absicht, indem sie den ersten Krastwagen, in bem Eosgraoe saß und den zweiten Wagen, in dem feine Parteifreunde fuhren, ungehindert passieren ließen. Erst auf den drit­ten Kraftwagen, in dem bewaffnete Detektive waren, gaben sie mehrere Schüsse ab unb bewarfen ihn mit großen Felssteinen. Die Detektive stoppten jeboch sofort unb eröffneten das Feuer auf bie Angreifer, worauf biese die Fucht ergriffen. Nicmackd würbe verletzt.

Der Präsident ber Vereinigten Irlanbpartei und ber Blauhemben, General O ' Dufsy hat sich am Sonntagabenb einem Verhaftungsbefehl be Baleras durch bie Flucht nach Ulfter entzogen Die Verhaftung General O'Dufsys würbe am Sonntag von ber irischen Regierung an- georbnet. Nachdem O'Dufsy auf einer Versammlung in Carnbonagh nicht erschien, wurde bekannt, daß er bie Grenze nach Norbirland über­schritten hatte. Später tauchte er in der nord- irischen Stadt Arnagh auf, oon wo er sich angeb- lich nach Dublin begeben will, um sich ben Behörden zu stellen.

Zu großen Unruhen kam es in Tipperary. wo eine "Blauhembentunbgebung oon berittener Polizei aufgelöst wurde Der Redner entging der Verhaftung, indem er feinen Mantel in ben Händen der Polizei ließ unb in einen Kraftwagen sprang.

öer Oanziger Senatspräsident bei pilfuöffi.

Warschau, 11. Dez. (2DIB.) Amtlich. Der Senatspräsident der Freien Stadt Danzig. Rausch- n i a g, der heute in Warschau ei rigetroffen ist. wurde im Laufe be» Nachmittag» von Marschall p i l s u d s k i io Anwesenheit de» Außenminister» Oberst Leck und de» polnischen Generalkommissar» io Danzig, papte, empfangen. Da» Gespräch, da» über eine Stunde dauerte, nahm einen freundlichen verlauf. Der Senat der Freien Stadl