Ausgabe 
12.12.1933 Erstes Blatt
 
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Dienstag, (2. Dezember 1933

183. Jahrgang

Nr. 291 Erstes Blatt

erkennend heroorgehoben. Henderson soll gesagt haben, wenn seine Zuhörer Neigung hätten, Hitler zu tadeln, so sollten sie vor allem an die Um - stände denken, die Deutschland zum Weggang gezwungen hätten. Nach Jahren der Unterdrückung sei Deutschland zum Völkerbund zugelassen worden: aber obwohl ihm Gleich­heit versprochen worden sei, werde ihm noch immer die Möglichkeit verwei­gert, Abhilfe für seine Beschwerden zu erhalten.

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Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst DlumscheinundfürdenAn. zeigenteil L D. TH.Kümmel sämtlich in Biegen.

haben, daß es in dieser Frage auch auf England und Italien ankommt und daß Frankreich durch all­zu lauten Protest gegen die deutscheAufrü-

Oie KieineEntenie der schärfste Gegner jeder Reform.

Beneschs Rücksprache mit Titulestu.

K a schau, 11. Dez. (TU.) lieber die Besprechun­gen zwischen B e n e s ch und T i t u l e s c u wurde folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:

In drei langen Unterredungen besprachen die beiden Minister die Ergebnisse der letzten Reise Titulescus nach Sofia, Ankara und Athen und tauschten darüber ihre Meinung in demselben Geiste aus, wie es gelegentlich des Besuches Titulescus in Begrad der Fall war. Im Sinne der Kleinen Entente wurden die allgemeine Lage und alle mög­lichen Fragen der europäischen Politik, besonders die der A b r ü st u n g und des Völkerbundes, geprüft. Beide Minister stellten in Uebereinstim- mung mit den vorhergegangenen Beschlüssen der Kleinen Entente die Einigkeit in den An­sichten über die absolute Unantastbarkeit des Völkerbundes in seiner gegen­wärtigen Form fest, die sowohl gegen alle Abänderungsversuche, als auch gegen die Bestrebungen, die diesem Pakt zuwiderlaufen, ver­einigt werden muß. Die nächste Konferenz der Kleinen Entente wird in Agram stattfinden.

Benesch erklärte der Havasagentur noch, man werde nicht zulassen, daß direkt oder indirekt die demokratischen Grundsätze vernichtet würden, auf denen der Völkerbund aufgebaut fet, denn man sei der Ansicht, daß sie die k o'ft barste Erwerbung nicht nur der kleinen Staaten, sondern auch ganz'Europas seien.

neten voraus. Der katholische Gottesdienst beginnt bereits um 11 Uhr im St. Hedwigs - Dom. Der evangelische Gottesdienst findet um 12 Uhr im Berliner Dom statt, die Festpredigt halt Hof- und Domprediger D. Dühring. Reichs­präsident v. Hindenburg und Reichsinnen- minister Dr. Frick werden an dem evangelischen Gottesdienst teilnehmen.

Heu e nachmittag 3 Uhr Rundfunk­übertragung der ersten Sitzung des neuen Reichstages.

Berlin, 11. Dez. (ERB.) Die Reichspropa­gandaleitung der NSDAP, gibt bekannt: Zur ersten Sitzung des am 12. November gewählten Reichstages werden alle Ortsgrupp en angewiesen, die Abhör st eilen für für die Rundfunkübertragung am Dienstag, den 12. Dezember, 15 Uhr, herzurichten. Außerdem ersucht die Reichspropagandaleitung alle G a st - ftätten, welche mit Uebertragungsanlagen ver­sehen sind, den Akt in der Krolloper zu übertragen und die Bevölkerung durch Plakataushang darauf aufmerksam zu machen.

(Er|d)etni tägltd),autza Sonntag» und Feienag» Beilagen: Die DDuftTterte ©ießener Familienblättet Heimat im Bild Die Scholl»

Monatt-Vezugspret»:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr .. , --25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Hernsprrchanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Sietzen.

Postscheckkonto: firantfurt am Main 11686.

Berlin, 11.Dev (WTV.) Der Reichskanz- l e r empfing heule in Gegenwart des Herrn Reichs­ministers des Auswärtigen Freiherrn von Neurath den französischen Botschafter Fran­cois Poncet. Die Unterhaltung diente der Fortsetzung der am 24. v. 2N. begonnenen Be­sprechung über die verschiedenen schwebenden Fragen.

In Paris hatte der Botschafter des Deutschen Reiches Dr. ft ö ft c r mit dem französischen Außen­minister Paul-Boncour eine längere Unter­redung, in der unter Bezugnahme auf die Aussprache des Reichskanzlers mit dem französischen Botschafter in Berlin Francois Poncet sämtliche aktuel­len Fragen erörtert wurden.

pariser Begleitmusik.

Paris, 12. Dez. (ENB. Funkspruch.) Nachdem die französische Oefsentlichkeit tagelang mit gespann-

Das deulsch-srailMche Gespräch wird fortgesetzt.

Botschafter Zran^ois.poncet beim Reichskanzler. - Botschafter Köster bei Paul-Boncour.

Avenol verteidigt den Völkerbund

Henderson fordert Verständnis für die Lage Deutschlands.

Der Führer verpflichtet den neuen Reichstag.

Das Treugelöbnis der nationalsozialistischen Reichstagsfraktion. Heute Eröffnungs­sitzung unter der Leitung des Ministerpräsidenten Göring.

zöfischen Botschafter in Berlin, muß aber selbst zu­geben, daß es sich größtenteils um Kombina­tionen handelt. Dazu widersprechen sich die An­gaben der einzelnen Blätter in vielen w.chtigen Punkten. Die einen sprechen von einer deutschen, die anderen von einer französischen, wieder andere von einer englischen Intiative, die die neue deutsch-fran­zösische Fühlungnahme herbeigeführt habe.

Die offiziösen Blätter erklären, daß die bisherigen Besprechungen keine Verhandlungen seien, sondern nur der Feststellung dienen sollen, ob konkrete Verhandlungen möglich seien oder nicht. Dabei spielt wiederum die französische In­nenpolitik eine Rolle. Die der Regierung nahe­stehenden Zeitungen bemühen sich, die konse­quente Haltung Frankreichs gegenüber den deutschen Forderungen nachzuweisen, während oppositionelle Blätter, wie dasEcho de Paris" die Regierung in Verlegenheit zu bringen suchen, indem sie eine überspitzte Darstellung der Meinungsverschie­denheit geben.

Im Vordergründe des Interesses steht nach wie vordieStärke des künftigendeutschen Heeres und dieAnrechnungderverschie- denen Verbände. Man scheint erkannt zu

Das Volk habe dabei sein 3a nicht nur der Regierung ausgesprochen, sondern auch der herrschenden Partei. Das Schicksal habe einer einzigen Bewegung die ganze Macht in die Hand gegeben. Die NSDAP. habe erreicht, wofür sie 14 Jahre gekämpft habe. Dafür habe sie aber auch vor der Geschichte eine unerhörte Verant­wortung übernommen. Denn auf ihr ruhe heute das Schicksal der ganzen deutschen Ration, und sie habe nun zu erfüllen, was' Jahrhunderte gewollt und ersehnt haben.

Wir alle seien vergänglich, aber Deutschland müsse leben, und damit es lebe, müßten über alle Tagesfragen hinweg bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden. Ueberlieferungen der Vergan­genheit, die nicht wertvoll seien für die Zukunft des Volkes, könnten für uns nicht als bindend an­gesehen werden. Die Bewegung habe sich zu fühlen als die Begründerin einer neuen Tradition in un­serem Volke.Dieses Votum hat Euch verpflichtet, die Voraussetzungen zu schaffen für einen Neubau d e r Nation auf Jahrhun­derte hinaus." Diese Bewegung müsse sich turm­hoch über kleine Gesichtspunkte hinausheben. Die Möglichkeiten, die uns heute gegeben seien, kehr- ten vielleicht in Jahrhunderten nicht zurück.Wir alle werden einmal gemeinsam gewogen und ge­meinsam beurteilt. Entweder werden wir gemein­sam diese Prüfung bestehen, oder die Geschichte wird uns gemeinsam verdammen!" (Stürmischer Beifall.) Die Geschichte solle einmal von uns spre­chen als einer Generation von Männern, die kühn, mutig, beharrlich und zäh nur an ihr Volk gedacht haben. Der Führer erinnerte an die kühnen, von der Vergangenheit losgelösten Prinzipien, von denen unser gigantischer Kampf bisher getragen war. Aus dieser Entwicklung gelte es heute die letzten Konsequenzen zu ziehen.

Der neue Reichstag habe die Aufgabe, erstens mit seiner Autorität die große Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Staatsführung zu unterstützen und zweitens durch die Partei d i e lebendige Verbindung zum Volke zu sein. Das Volk, das edel und anständig ge­führt werde, werde auf die Dauer seine edelsten und anständigsten Tugenden zeigen. Das Volk müsse in feinen Führern erkennen, daß das herrschende Regiment einheitlich und aus einem Guß fei, in allen grundsätzlichen Dingen eine einzige verschworene Gemeinschaft. Der Führer verpflichtete die versammelten Füh­rer der Partei, dem Volke in allem ein Vorbild zu ein. Die Autorität, auf die sich der neue Staat tütze, sei nicht in Äußerlichkeiten begründet, son­dern in den 40 Milionen, die er heute hinter sich habe. Wenn dieser Reichstag seine Pflicht erfüllt, werden wir ruhig und mit Zuversicht in vier Jah­ren wieder vor das Volk treten. Er fei überzeugt, daß es uns dann ein neues und vollkommeneres Vertrauensvotum ausstellen werde. Der Führer erklärte, daß er immer wieder an das Volk appellieren werde, allein schon deshalb, damit die Bewegung ebenso elastisch bleibe wie bisher und etwaige Fehler, die ihr unterlaufen, rechtzeitig er­kenne. Der Reichstag fei ein junger Reichstag, und durch diesen immer sich wiederholenden Appell werde dafür gesorgt werden, daß die Jugend nicht aus st erbe in diesen Reihen.

von dem neuen Reichstag müsse es dereinst heißen, daß er der jüngste, mutigste und kühnste gewesen sei und die großen Aufgaben der Geschichte, an denen Jahrhunderte gescheitert seien, gelöst habe, von jedem von uns müsse erwartet werden, daß er ein Kämpfer sei mutig, gerade, trotzig und treu bis ;um letzten Atemzuge. Der Führer sprach von der unerhörten Macht dieses kleinen Wortestreu". So wie er der Bewegung die Treue gehalten habe, so verlange er von jedem, daß er ihm die Treue halte. Dann würden wir als eine Gemeinschaft verschworener Männer in die Geschichte eintreten, als eine Gemeinschaft verschworener Männer, die Geschichte gestaltet, und als eine Gemeinschaft Trschworeuer Män­ner, die die Geschichte der Gegenwart verlassen, um einzugehen in die Geschichte der Zukunft.

Als der Führer unter begeistertem Beifall seine Rede beendet hatte, legte Reichsminister Dr. Frick im Namen der versammelten nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten dem Führer das feier­liche Gelöbnis in die Hand, in u n o e r > brüchlicher Treue in guten und in bösen Tagen zu ihm zu stehen. Dr. Frick schloß die über­aus eindrucksvolle Kundgebung mit einem drei­fachen Kampf- und Sieg-Heil! auf Deutschland und Den Führer.

Heute nur konstituierende Sitzung.

Vertagung bis zum Januar.

Berlin, 11. Dez. (VDZ.) Wie das VDZ.-Büro meldet, steht fest, daß der neue Reichstag sich nach

ter Aufmerksamkeit nach London gehört hatte, wo der englische Botschafter in Paris auf Wunsch der französischen Regierung um Verständnis für die zögernde Haltung Frankreichs in der Abrüftungs- frage und für seine Völkerbundspolitik werben sollte, hat sich der Schwerpunkt des Interesses seit gestern n a ch B e r 1 i n verlegt. Die französische Presse bringt . _ _ .

ausführliche Mitteilungen über Vorgeschichte, Verlauf ftung" nur die Notwendigkeit einer e ig e - und mögliche Auswirkungen der gestrigen Unter- s n e n w e i t g e h e n d e n A b r ü st u n g.zur Diskui- redung zwischen dem Reichskanzler und dem fran- sion stellen würde.

seiner morgigen ersten Sitzung sofort verta­gen wird. Die erste Sitzung, die um 15 Uhr be­ginnt, dient nur der Konstituierung, der Wahl des Präsidiums und des Büros und der Ein­setzung der wichtigsten Ausschüsse. Die Verhand- lungen werden von dem Präsidenten des vorigen Reichstags Ministerpräsident Hermann Göring geleitet, der auch zum Präsidenten des neuen Reichstags gewählt werden wird. Die Fraktionsführung der NSDAP, bleibt in den Händen des Reichsinnenministers Dr. Frick. Nach Erledigung der Formalien wird sich der Reichstag über Weihnachten, voraussichtlich bis zum Januar, vertagen.

Der Reichstagssitzung gehen wiederum F e st - . gottesdienste für die neugewählten Abgeord- |

Sir Austen Chamberlain. Wie zu erwarten war, bestand die Rede des Franzosen in einer nachdrücklichen Verteidigung des Völkerbundes, dessen Verfall eine Tragödie fein würde, durch die der menschliche Fortschritt für unabsehbare Zeit zurückgeworfen werden würde. Als Grundursache der Krisis bezeichnete Avenol das Problem der Abrüstung, das auf die Frage der Gleichberech­tigung reduziert worden fei. Er wandte sich gegen die Auffassung, daß infolge der Suspendierung der Abrüstungskonferenz die Länder von internatio­naler Kontrolle befreit worden seien mit dem Er­gebnis,daß direkte Besprechungen und diploma­tische Verhandlungen endlich eine Chance erhalten". Wenn Krieg nicht mehr als Heilmittel für eine un­erträgliche Lage gesucht werden solle, so fei ein freundschaftliches Verfahren für die Revision dieser Lage notwendig. Dies sei durch Artikel 19 der Völkerbundssatzung vorgesehen. Die An­regung, daß der Völkerbund ermächtigt werden solle, eine Revision aufzuerlegen trotz der Gegen­stimme eines der unmittelbar betroffenen Länder, scheine nicht den Tatsachen des Problems zu be­gegnen. Avenol erklärte, er wolle keine Ansicht darüber ausdrücken, ob Revision wünschenswert sei, aber es sei sehr zweifelhaft,ob den grundlegenden, damit zusammenhängenden Schwie­rigkeiten einfach durch eine Aenderung im Verfahren des Völkerbundes begegnet werden kann".

Es sprach dann auch der Präsident der Abrü­stungskonferenz Henderson. Seine Rede, die nicht vorbereitet war, scheint in konservativen Krei­sen großen Anstoß erregt zu haben. Preß Association schreibt, Henderson, der mit ungewöhn­licher Leidenschaft sprach, habe bei der Erwähnung der Schwierigkeiten der Abrüstungskonferenz daraus hin­gewiesen, daß Frankreich während-der 21 Monate des Bestehens der Konferenz nichtwenigeralssie- ben Regierungen besessen habe.Daily Telegraph" sagt, konservative Parlamentsmitglieder betrachteten den allgemeinen Ton der Red? Hender­sons als ausgesprochen a n t i f r a n z ö s i s ch. Er habe die Hilfe, die die Vereinigten Staaten und I Sowjetrußland geleistet hätten und ebenso die Un-

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vrvck vnö Verlag: vrLhl'sche Unlverfitülr-Vuch* und Zleindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschastrftelle: Schulsttaße 7.

London, 11. Dez. (CNB.) Der Generalsekre- I terstützung durch die deutschen Vertreter bis zu der tär des Völkerbundes Avenol sprach vor Mit- Zeit ihrer Zurückziehung von der Konferenz an­gliedern aller Parteien des englischen Parlaments prfpnnpnh hernnraehoben über den Völkerbund. Versammlungsleiter war

Berlin, 11. Dez. (CNB.) Die Reichspressestelle der NSDAP, teilt mit: Am Montagabend ver­sammelten sich die nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten im Plenarsaal des Preußischen Landtags, umvordemFührer den Treueid abzulegen.

Reichsminister Or. Frick

eröffnete die erste Sitzung der neugewählten Reichs­tagsfraktion der NSDAP, und begrüßte die aus allen Teilen des Reiches hierhergeeitten Mitglieder aufs herzlichste. Er begrüßte vor allem die Partei­genossen, die aus den aufgelösten Land­tagen zur Verklammerung der neuen deutschen Einheit zu uns gekommen sind. Die Entwicklung, die die nationalsozialistische Be­wegung in den letzten Jahren aus kleinsten Anfän­gen in erbitterter Oppositionsstellung gegen den Staat von Weimar bis zum Endsieg im totalen Staat genommen habe, sei geradezu phantastisch. Sie werde am besten veranschaulicht durch folgende nüchterne Ziffern: Nach der Reichstagswahl vom 20. Mai 1928 zählte unsere Fraktion 12 Abge­ordnete, am 12. November 1933 661 Abgeord­nete, darunter über 630 Parteigenossen.

Zum ersten Male tritt morgen ein Reichstag zu­sammen, der aus nur einer Partei besteht. Sie ist damit zum alleinigen Träger des Staates geworden. Dieser gewaltige, in der Geschichte kaum dagewesene Siegeslauf einer weltanschaulichen und politischen Bewegung ist das Werk des genia­len Führers Adolf Hitler, den wir hier in unserer Mitte begrüßen dürfen. Er hat sich in den vergangenen zwölf Kampfjahren nicht nur als der größte Parteiführer erwiesen, sondern hat in 'en letzten zehn Monaten auch als Staats­mann Geschichte geschrieben.

Der 14. Oktober und der 12. Rovemder 1933 werden einmal in der Geschichte als Höhepunkte der genialen Staatskunst des gebotenen Führers verzeichnet sein. Am 14. Oktober hat et mit tüljnem, mannhaftem Entschluß das Tor zur außenpolitischen h a n d 1 u n g s f r e i - heit aufgeschlagen, und an diesem Tage hat er vor aller weit bewiesen, daß seine wacht in Deutschland sich nicht gründet auf Terror, sondern auf der Liebe des gesamten deutschen Volkes. Damit hat der Führer erst die notwendige Grundlage zu umfassender fruchtbarer Aufbauarbeit nach außen und nach innen geschaffen.

Diese weltgeschichtliche Leistung des Führers, die Zusammenschweißung des deutschen Volkes zur Nation, verpflichtet auch uns Parteigenossen. Wenn wir nachher dem Führer nach seiner Rede unverbrüchliche Treue geloben, so soll das kein Lippenbekenntnis sein, sondern jeder von uns wird seinen Ergeiz darin setzen, durch die Tat dem Führer nachzueifern in selb st' loser Hingabe an Volk und Vaterland. Der Führer soll uns auch im persönlichen und pri­vaten Leben Vorbild fein, das Vorbild der Einfachheit und Schlichtheit, das er uns von je gewesen und bis heute geblieben ist. Kein noch so großer Sieg und Erfolg soll uns übermütig machen, sondern jeder neue Sieg und Erfolg soll uns nur ein neuer Ansporn sein im Kampf um das Ziel, dem idealistischen Wunschbild des national­sozialistischen Staates näherzukommen und es mehr und mehr zu verwirklichen. Das sei unser Dank und unser Treugelöbnis an den Führer, der nun zu Ihnen sprechen wird.

0er Führer

entwarf dann iy seiner außerordentlich eindrucks­vollen Ansprache ein Bild der großen geschichtlichen Aufgabe, vor die tue nationalsozialistische Staats­führung heute gestellt sein und die sie verant­wortungsbewußt in Angriff nehme. Einleitend gab er einen kurzen Rückblick auf den 15jährigen Kampf der nationalsozialistifchen Bewegung feit der No­vemberrevolte. Nachdem es nun gelungen fei, den Marxismus und feinen Wegbereiter, die antinatio­nale Demokratie, zu beseitigen, werde keine Macht in Deutschland mehr den von der nationalsoziali­stischen Bewegung erkämpften wahren Volksstaat stürzen können. Der nationalsozialistische Staat sehe das Wesen der Führung nicht nur darin, beharrlich »inem Ziele zuzustreben, sondern auch in der Fähigkeit, schnelle Entschlüssezu fassen. Unter diesem Gesichts­punkt ging der Führer sodann auf die Entscheidung des 14. Oktober und ihre Begründung im einzelnen ein. Das ganze deutsche Volk habe am 12. Novem­ber vor aller Welt dokumentiert, daß es g e = schlossen hinter dem Wollen der Re­gierung steht. Dem deutschen Volke sei am 12. November ein Erfolg beschicken gewesen, der einzig­artig sei in der Geschichte der Völker. An diesem läge, so rief der Führer unter stürmischer Zu­stimmung aus, hätten wir bewiesen, daß wir e i n anständiges und bis ins 3 n n e r ft e g e funbes Volk seien. Bei welchem anderen Volke wäre eine so tiefgehende entscheidende Wendung innerhalb weniger Monate nach, einer politischen Umwälzung möglich gewesen? Statt der Waffen, die uns fehlten, hätte uns der 12. November dies einzigartige Bild der Kraft eines geschlossenen Volkes gegeben.