Ausgabe 
12.12.1933 Drittes Blatt
 
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ber Verbreitung, der Erhaltung, dem Absatz oder der Vermittlung des Absatzes von Äulturgid Mit­wirken, wobei al» Kulturgut jede Schöpfung oder Leistung der ftunfl anjusehen ist, wenn ste der Oessentlichkeit übermittelt wird. Tätigkeiten rein technischer Art begründen die Anmeldepflicht nicht. Die Anmeldung ist an die Reichskammer der bil­denden Künste, Berlin C 2, Schloß (Schlüterhof) zu richten. Ausgenommen sind diejenigen Architek­ten, die Mitglieder des als Fachoerband in die däm­mer aufgenommenen Bundes Deutscher Architekten (BDA.) sind, oder dort ihre Ausnahme bereits an- gemeldet haben, oder bis zum 15. Dezember noch onmelden. Der Anmeldung ist eine Beschreibung des Ausbildungsgangcs beizufügen, Bauten und Ar­beiten und Wettbewerbserfolge sind anjugeben, ferner einige Abbildungen von Bauten, die nach Entwürfen de» Antragsteller« errichtet wurden, ein­zureichen

Zahresschlußversammlung desBienen- züchtervereins Gießen.

Der Bienenzuchtverein Gießen und Umgegend hiett am Sonntag imTannhauser" seine Iahres- fchlußoersammlung ab. Rach der Begrüßung be­tonte der Vereinsführer, (8. Bodenbenoer- Gießen, daß nach Beseitigung der Grenzpfähle nun auch die Imker jenseits der Lahn sich dem Gießener Verein onschließen könnten Der Bereinsbeitrag bleibt auf dem Satz des Vorjahres bestehen. Von den 4 Mark bekommt der Gau Oberhessen 3,50 Mk womit auch die Volloersicherung beim Deutschen Imkerbund für Haftpflicht, Unfall, Feuer- und Wassersnot abgedeckt ist Der Seuchenbcitray wird al» Sonderumlage nach der Zahl der überwintern­den Völker gestaffelt. Der Vereinssührer erstattete dann Bericht über die außerordentliche Vertreter­oersammlung des Oberhessischen Imkerbundes zu Gießen, in der die Gleichschaltung des neuen Gaues im Verbände der hessischen Imker oorgenom- men wurde Zum neuen Gauführer wurde der seit­herige 2. Vorsitzende, Lehrer Braun- Rodheim vor der Höh, zu seinem Stellvertreter G. B o d en­de n d e r - Gießen, zum Rechner E. Schäfer- Gießen, zum juristischen Fachberater Oderamtsrich- ter Klitsch- Büdingen bestimmt.

Den Höhepunkt der Tagung bildete der Vortrag des Dereinssührers:Warum muß jeder Imker Königinzucht treiben?" Er führte u. a. aus: Königin­zucht ist vor allem zur Vermehrung des Standes notwendig Jeder Imker, auch der kleinste, muß sich damit befassen. Der günstigste Zeitpunkt ist bann, wenn die ersten Schwarme fallen. Wichtig ist dabei auch die Drohnenzucht, um erstklassige Vatertiere zum gegebenen Zeitpunkt auf dem Stande zu haben. Reicher Beifall lohnte die ganz aus der Praxis erwachsenen Ausführungen.

Einen breiten Rahmen nahm die Aufbringung und Verteilung der Honigspende zum Winterhilfs- merk des deutschen Volkes ein. Obwohl nur von einer knappen Mittelernte gesprochen werden kann, ja in einzelnen Gebieten unserer engen Heimat ein Mißertrag zu verzeichnen war, muß das Sammel- ergebens als gut bezeichnet werden. Jeder Imker hat nach bestem Können gegeben. Der gespendete Bienenhonig wird durch die Ortsgruppenwalter der NS.-Volkswohlfahrt auf Anordnung eines Arztes an mittellose Kranke und unterernährte Kinder noch vor dem Weihnachtsfeste zur Verteilung gelangen. Bei diesem Punkte der Tagesordnung rotes der Ob­mann noch auf die Bestimmungen des Lebensmit­telgesetzes hin, wonach der Name des Erzeugers und die Geroichtsmenge auf dem Honigglas zu ver­merken find. Mit der Mahnung, nun mit den Vor­bereitungen für das neue Jahr zu beginnen, und nach Erledigung einiger interner Dereinsangelegen- heilen wurde die Tagung mit einet* dreifachen Sieg-Heil" auf den Führer geschloffen.

Volksdeutsche Weihnachtsfeier imVOA.

Die Frauengruppe Gießen des VDA. hat am vergangenen Sonntag eine Weihnachtsfeier veranstaltet, die von seltenem Stimmungsgehalt roar. Das katholische Vereinshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Anwesenden standen schnell im Vanne der lieblichen, humoristischen und ernsten Bil­der, Tanze, Gespräche und Gesänge, die vorüber- zogen.

./Weihnachten bei Frau Holle", so hieß das köstliche Tanzmärchen, dessen Text von Frau Rechen berg-Schumann stammt. Bei Frau Holle lebt die Goldmarie, sie erwartet Gäste zu Weih­nacht: den Mond, den Abendstern, die Sternenkinder, die Flolkenkönigin mit den «zlockenkindern, der Eis­bär und der Prinz stellen sich ein, der Prinz, um die Goldmarie in sein Schloß zu holen Sie alle zeigen Frau Holle, was sie können: kindlich und fromm, schlicht und innig tanzen hie Sternenkinder ihren Reigen: der Abendstern löst die Kleinen mit einem strengen, formalen Tanze ab; der Mond bewegt sich mit humoristischer Behäbigkeit über die Bühne die Flockenkinder wirbeln, vom großen und kleinen Schneemann begleitet, herein und nahen mit der ho­heitsvollen Flockenkönigin Frau Holle in eindrucks­vollem lan^e. In beschwingten Rhythmen gestalten sie das Fallen und Schweben wirbelnder Flocken, von der Königin in festlichem Gewand geführt Der Eisbar huldigt mit grotesken Tanzbewegungen Frau Holle und kündigt den Prinzen an, der dann in einem anmutig bewegten Tanze feine Goldmarie heimholt. Frau Holle und ihre letzten Gäste, belchlie- ßen das Fest, indem sie selbst ein Tänzchen wagen. Frau V u ch w a l d verkörperte in ausgezeichneter Weise die gütige und mütterliche Frau /zolle, Frau Schumann brachte die Hoheit der Flockenkönigin sprachlich und tänzerisch vollendet zur Darstellung, ihre Schülerinnen zeigten beste Körperschulung und lebendigen Ausdruck, auch die andern fügten sich mit bestem Verständnis in den Rahmen ein Fein und Zart war die musikalische Begleitung, die Frl. Irm­gard Decker (Klaviers und Frl. Marie Zim­mer (Violine) übernommen hatten. Die künstlerische Ausstattung de» Weihnachtsmärchens stammte von Frau Schumann und Frl. Eva D r a v e r t.

Rach einer Weile leitete Herr cand. ,mcd. vet.« Reiter aus Bessarabien mit ernsten Worten zum zweiten Teile über, er sprach von der Verbunden­heit des deutschen Reichsoolk» und der Außendeut­schen und der Bedeutung desVolksbunde»' als Mitt­ler beider. Dann folgteE außergewehn- lich Splnnstubb", ein Volksstuck mit (Belang und Tanz von Frau Martha Frohwein -Büch- n e r. Auslanddeutsche und reichsdeutsche Studenten Schülerinnen, Mitgliedr des BdM. u. a. wirkten mit. In eine obcrhesfsiche Spinnstube bringt der stu­dierende Sohn des Bürgermeisters das ausland- deutsche Studentenvolk herein, das von der Groß­mutter mit großem Mißtrauen erwartet wird; muß sie doch schon um der beiden Saarkinder willen, die im Hause sind, so ost hochdeutsch sprechen Sie kom­men und erobern sich mit ihren ernsten Berichten, ihren Tänzen, ihren Liedern die Herzen der oder» hessischen Dörfler von Bessarabien. Siebenbürgen und dem Elsaß fingen und tanzen sie und locken al» Gegengabe einen ,Hessespaß' de» Großvater» und I

SieuemiW'nde für Arbeitsbeschaffung.

Eine einmalige dankenswerte Maßnahme.-Anträge bis 31. Dezember 1933

Da» Staatspresseamt teilt mit: Bekanntlich hat die Reichsregierung die Finanzämter ermächtigt, R ü ck st ä n d e an R e i ch s st e u e r n, die vor dem 1 Januar 1933 fällig geworden waren, auf Antrag in der Höhe zu erlassen, in welcher der Steuer- pflichtige Aufwendungen für Ersatzbeschaf. fungen,Instandsetzungen,Erganzun- Sen, Wohnunasteilungen, Um- und

usbauten in der Zeit vom 1. Dezember 1933 bis 31 März 1934 macht.

Um das Vorgehen der Reichsremerung wirksam zu unterstützen, hat der Herr Hessische Staatsmini­ster bestimmt, daß die erwähnten Reichsvorschriften sinngemäß auf die Rückstände an hessischer slaotlicher Grund st euer, Sonderge- baudesteuer und Gewerbesteuer anzu- wenden sind: hierbei sind noch

folgende Sonberbcflimmungen zu beachten:

1. Als Rückstände von den genannten Staats­steuern des Rechnungsjahres 1932, die vor dem 1. Januar 1933 fällig geworden waren, gelten drei Viertel der im Einzelfall vorhandenen Rückstände aus dem Rechnungsjahr 1932.

2. Hat ein Steuerpflichtiger neben Rückständen von Landessteuern auch solche von Reichssleuern, so sind in er st er Linie die rückständigen Reichssteuern durch die Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen, Instandsetzungen usw. als ab­gegeben zu erklären. Rur insoweit die nachgewiese- nen Aufwendungen die erlaßfähigen Rückstände von Reichssleuern übersteigen, können sie zur Abgeltung rückständiger Landessteuern dienen. Wird eine andere Reihenfolge verlangt, so muß der Antrag bezüglich der Landessteuern abgelehnt werden.

3. Voraussetzung für die Genehmigung eines Antrags auf Abgeltung rückständiger Landes- fleuern auf Aufwendungen für Ersatzbeschaffungen, Instandsetzungen usw. ist, daß die fällig gewesenen

Raten der Lande»steuern de» laufenden Rechnungsjahres 1933 bezahlt sind. Ausnahmen hiervon können nicht zugestanden wer- den.

4. Ist auf Grund der Anordnungen vom 19. Ok­tober 1933 zu Nr. F. M. I 45635 betreffend Verminderung Der Rückstände an Landessteuern ein Zahlungsplan über die Tilaung der Steuerrück­stände ausgestellt worden, und wird nunmehr von demselben Steuerpflichtigen Abgeltung der Londes- fteuerrürfftänbe durch Aufwendungen für Ersatz­beschaffungen usw. beantragt, so ist die frühere Verfügung des Finanzamts, durch welche jener Zahlungsplan genehmigt, Stundung bewilligt und Teilerlaß in Aussicht gestellt wurde, zurückzuneh- men. Insoweit jedoch bereits Zahlungen geleistet und auf Grund des früheren Beschlusses der zu­gehörige Erlaß zu verfügen ist, bleibt es dabei: Sie neue Regelung kann alsdann nur für den verblie­benen Rest Anwendung finden Für Steuerpflich­tige, die keinen Antrag auf Abgeltung der Landes­steuerrückstände durch Aufwendungen für Ersatz­beschaffungen, Instandsetzungen usw. stellen, bleiben die erwähnten Anordnungen vom 19. Oktober 1933 auch weiter in Kraft.

Die hessische Bevölkerung wird auf diese ein­malige, sich nicht wiederholende Möglichkeit, von den rückständigen Canöesfteuern sich zu befreien, nachdrücklichst hingeroie en. Ls ist zu beachten, daß Anträge nur berücksichtigt werden können, wenn sie spätestens am 31. Dezember 1933 bei dem Finanzamt eingehen.

Die ßicferuitg ober Arbeit muß In der Zeit vom 1. Dezember 1933 bis 31 März 1934 erfolgen; daß in dieser Zeit auch die Bezahlung der Lieferung oder Arbeit erfolgt, ist nicht erforderlich.

gez.: Jung.

Schmalz für das Winterhilfswerk!

Der Obermeister der Frankfurter Fleischer-Pflicht- innung Hans Linder ist vom Gauamtsführer des Winterhilfswerks für Hessen und Hessen-Nasiau mit der Durchführung einer Aktion zur B e r e i t st e 1 - lung von Schmalz für die notleiden- den Volksgenossen betraut worden. Um eine reibungslose Durchführung zu ermöglichen, erläßt Obermeister Hans Linder folgenden

Aufruf

an sämtliche Mehqermeister im Gau:

Der Gauamtsführer des Winterhilfswerks für Hessen und Hessen-Nassau hat mich mit der Durch­führung einer großzügigen Aktion zur Versor­gung der notleidenden Volksgenos­sen mit gutem deutschen Schweine­schmalz für das Weihnachtsfest beauftragt. Es ist meiner Initiative gelungen, zu verhindern, daß das Fleischerhandwerk bei dieser Aktion ausgeschaltet wurde. Das Verfahren muß sich folgendermaßen abspielen:

Das winterhiifsrverk gibt an die berechtigten Volksgenossen Gutscheine zum Bezug von rei­nem deutschen Schweineschmalz aus. Die Emp­fänger der Gutscheine decken ihren Bedarf bei jedem IHetjgermeifter. Die Gutscheine haben einen wert von 90 Pfennig pro Pfund. Jeder INehgermeister sammelt die Gutscheine und schickt sie sofort an den Obermeister seiner In­

nung, nachdem jeder Gutschein zuvor mit dem Firmenstempel des betreffenden TNehgermeisters versehen worden ist. Ich werde dann die gesam­melten Gutscheine prüfen und sofort die Frank­furter Handelsbank anweisen, den Gegenwert an die Obermeister auszuzahlen. Die vorstehen­den Anordnungen müssen auf das genaueste be­folgt werden.

Ich mache hiermit jedem Metzgermeister des Gaues Hessen und Hessen-Nassau zur Pflicht, in der Zeit vor Weihnachten genügende Mengen feines deutsches Schweineschmalzvor- rätig 3 u halten, damit die ganze Aktion sich ohne jede Stockung abroickelt. Es darf kein Kunde mit einem derartigen Gutschein forigeschickt werden. Jeder Metzgermeister muß es als Ehrensache ansehen, daß diese mit Hilfe bcs Fleischerhandwerks durchgeführte Aktion sich reibungslos abroickelt.

Ich bin verpflichtet, dem Winterhilfswerk jeden­falls mitzuteilen, roo sich durch die Schuld eines Metzgermeisters eine Störung ober sonstige Schmie- rigkeit ergibt Entsprechenbe Weiterungen hat sich bann jeher selbst zuzuschreiben Ich hoffe, bah jeder Metzgermeister im Gau sich seiner Pflicht bewußt ist, so daß ich mit der Durchführung der Aktion beim Winterhilfswerk und beim Gau in Ehren be- stehe.

Heil Hitler!

Gez.: Hans Linder, Obermeister.

einen Hessentanz der Mädels heraus. Humor und Ernst paaren sich und schaffen die Weihnachtsstim­mung, die sie wie zu einer großen Familie verbindet und im Gedenken an alle vereint, die sich Deutsche nennen.

Don all den vielen Mitwirkenden, die all ihr Bestes gaben, seien Großmutter und Großvater be- sonders erwähnt, die Oberhessen waren, wie sie leiben und leben. Wahrlich, alle Besucher waren da- mit einverstanden, als die alte Großmutter schließ­lich sagte, daß sie so eine schöne Spinnstube noch nicht erlebt hätte.

Die Darbietungen wurden eingeleitet und um­rahmt von dem Schättlerschen Quartett, das fein ab- gestimmt einige Haydn-Sätze spielte und dadurch die traute deutsche Stimmung, die über allem lag, er­höhte. Allen Mitwirkenden, die sich ohne Ausnahme mit selbstloser Hingabe der guten Sache zur Ver­fügung stellten, sei auch an dieser Stelle herzlich ge- bantt.

Gießener ^ochcnmarktpreisc.

* Gießen, 12. Dez. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: Süßrahmbutter, bas Pfunb 1,55 Mk., Landbutter 1,40 Mark, Matte 20 bis 25 Pi. Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inlänbische) 15, Wirsing, bas Pfund 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 15, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 6 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 Pf., Feldsalat 1 Mk, Zwiebeln 10 Pf., Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bi» "0, Rartoffeln, bas Pfunb 3 bis 3'4 Pf., der Zentner 2,50 bis 2.80 Mark, Aepfel, bas Pfund 12 bis 20 Pf., Birnen 12 bis 15, Nüsse 40, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 65, Tauben, das stuck 50, Endivien 10 bis 15, Lauch 8 bis 10, Sel­lerie 5 bis 25 Pf.

VornoNzen.

Tageskalender für Dienstag: stadttheater 20 bis nach 22.30 UhrDie luftige Witwe" Turmhaus am Brand, 16 bis 18.30 Uhr Kunstausstellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße' Schwester Angelika" VDA., Katholisches Ver­einshaus, 17 Uhr, Wiederholung der weihnachtlichen Veranstaltung.

Au» bem Stadttheaterbüro wirb un» geschrieben: Heute 20 Uhr 11 Vorstellung im Dienstag Abonnement die Operette:Die luftige Witwe" von Franz Lehar Spielleitung: Paul Wrede; musikalische Leitung: Kapellmeister Fritz Cujö; Bewegung». und Tanzregie Hannah spohr. Die Rolle de» Camille be Rosillon singt her Tenor Aböls Jäger- Frankfurt Operetten- Preise. Enbe nach 22.30 Uhr Mittwoch. 13. Dezember, als 10. Vorstellung Im MutwochAbon- nement:Die luftige Witwe" Operette von Franz 2ebar in der Besetzung der Erstaufführung Spiel- dauer von 19 30 bi« nach 22 Uhr

Der Oberhesfische Geschi ch t» ver - " wranftafttf am Donnerst»,- 14. Dezember, A>.15 Uhr, im Horsaal de» Kunstwissenschaftlichen

Instituts einen Vortragsabend mit Lichtbildern. Dr. F. P. Mittermaier wird über das Thema Territorienbildung im Rhein-Main-Gebiet" spre­chen. Aus die gestrige Anzeige sei besonder» auf­merksam gemacht.

Der Goethe-Bund schreibt uns: Ein besonderes literarisches Ereignis dieses Vortrags- winters im Programm des Goethe-Bundes wird der am kommenden Donnerstag stattfindende 2. Dichterabend werden. Agnes M i e g e l, die große oftprcußische Heimat- u. Balladendichterin, wird aus eigenen Werken lesen. Agnes Miegel ist eine der führendsten Dichterpersönlichkeiten, die mit all ihrer Kraft und mit ihrem besten Können die Blicke der Deutschen nach dem Osten hinzwingen. Es ist von schicksalshaster Bedeutung, daß aus unserem deut­schen Ostland Menschen kommen, die aus der be­sonderen, seltsamen und großen Welt des Osten» reden, so reden, daß die Menschen des Westens ge­zwungen werden, aufzuhorchen und in jenes Land hinüberzuschauen, das für unsere Zukunft vielleicht der wichtigste Teil unseres Reiches ist. Dieser Dich- terabend wird und soll zugleich ein Bekenntnis und eine Ehrenstunde für unsere deutschen Brüder im Osten unseres Reiches werden Es ist dringend zu wünschen, daß unsere Bürgerschaft durch starke Teilnahme der Dichterin Dank und Ver­ehrung für ihre Dichtung und für ihr großes Werk für unsere Ostmark bekundet. (Siehe heutige An­zeige.)

Der Äampfbunb für Deutsche Kul­tur, Ortsgruppe Gießen, hält am Donnerstag, 14. Dezember, 20.30 Uhr, im Stabtcaf# in der Blockstraße eine Mitgliederversammlung ab.

Von der Landesunioersität. Dr. med. A W. Fischer, der zum ordentlichen Pro- fessor für Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Universitäts-Klinik erannt worden ist, wird am Freitag, 15 Dezember, 17 Uhr c. t. im Großen Hörsaal des Vorlesungsgebäudes seine öffentliche Anttittsoorlesung halten Er spricht über bas Thema:Aufgaben und Wege der Chirurgie in alter und neuer Zeit"

"Verkauf der NS-Sriegsopfer-Ab- zeichen Diejenigen Firmen, die zum verkauf die- les Abzeichens jugelaffen find, sind verpflichtet, ihren Bedarf bei der Bezirksgelchäftsstelle der Nattonal- fozialistifchen Kriegsopferverforgung e. D. Frankfurt amMain, Braubachftraße 14 16, zu beschaffen. Der Verkaufspreis beträgt 30 Pfennig pro Stück und darf weder über- noch unterboten werben Das Ab­zeichen darf nur gegen Vorzeigen ber Mitgliebskarie ober des vorläufigen Mitgliedsausweises abgegeben werden

Weihnachten im Südweftfunk Der büdroeftdeuttche Rundfunk wird in den nächsten Tagen mancherlei weihnachtliche Darbietungen brin­gen Für den kommenden Donnerstag, 14. Dezem- »er, 19 Uhr, Ist (von München) Deihnachtsmusik

' (Orchester und Gesang) vorgesehen. Am Sonntag. 17. Dezember, 18 Uhr, werden aus bem Kloster Maria Laach unter bem TitelAdventssehnen" gregorianische Weihnachtschoräle, gesungen vom Chor ber Mönche, übertragen. Um 19 Uhr gelangt bie Hörfolge .Lichter im Dunkeln" zur Aufführung.

Silberne Hochzeit. Der Schlosser Hein­rich Schmibt und Frau Margarete, geb. Nau. Kirchenplatz 18, feiern am heutigen Dienstag da» Fest ber Silbernen Hochzeit.

6 p e n b e für bie Winterhilfe. Der KegelklubUms Eck" (Cafö Leib) hat zu Gunsten bes Dinterhilfswerkes eine Spende von 10 Mark abgeführt.

" Vortrag imGauAuslanddesNS. - Lehrerbundes. Der Gau Ausland bes NS.- Lehrerdunbes im Kreise Gießen hält am morgigen Mittwoch, 17 Uhr, in ber Neuen Pestalozzischuie in ben Eichgärten eine Versammlung ab in ber ber Gauobmann, Kreisschulrai Dr Hentz. über da» ThemaDie Psychologie der Zweisprachigkeit" spre­chen wird. Gäste sind herzlich willkommen.

Weihnachtsfeier auf dem Schif­fe n b e r g. Am kommenden Sonntag, 17. Dezember. 18 Uhr, findet auf bem Schisjenberg bie Weihnacht», feier ber Heimatvereinigung Schifsenberg statt. Die Feier wirb in einfachster, roürbiger Weise gehalten fein. In ber ehrwürdigen Kapelle werben sich bie Teilnehmer einfinben und bei Gesang und An­sprache eine Feierstunde verleben. Im Anschluß an die Feier in der Kapelle wird im großen Saale eine Familienzusammenkunft abgehalten, für die ein der Weihnachtszeit entsprechendes Programm vorgesehen ist. Die Heimatvereinigung Schiffenberg lädt ihre Mitglieder und Freunde in Stadt und Land zu ber Feier ein.

Konzert in ber Chirurgischen Klinik. Eine schöne Dorweihnachtsfreude be­reitete eine Klasse der Volksschule zu Klein-Linden am Sonntag den Patienten und dem Personal ber Chirurgischen Klinik. Die Kinber fangen unter Leitung ihres Lehrers alte Weihnachtslieder und erfreuten mit dem Vortrag schöner Weihnacht»-^ gedichte. Dankbaren Herzens nahmen die Zuhörer die seltene Freude, die ihnen die Vorträge der Kinder bedeutete, entgegen.

Der WanderoereinBund ber Lahnsreunbe", ber kürzlich die Mitgliedschaft im Oberhessischen Gebirgsoercin erworben und da­her seinen Namen inOberhessischer Gebirasverein, Zweigverein Gießen" abgeändert hat, berief wie man uns berichtet dieser Tage seine Mitglieder zu einer Hauptversammlung. Das Vereinslokal Hopfeld war, der Stimmung des Tages entspre­chend, festlich geschmückt und konnte die Mitglieder und Gäste kaum fassen. Hauptsächlich die Gäste, Wanderfreunde aus Marburg, wurden herzlich be­grüßt. Nach Erledigung der laufenden Vereins- gefchäste stellte der Führer den Wanderplan für das neue Jahr zur Besprechung. Er wurde einstimmig anaenommen und namentlich die Wanderungen be­sonders heroorgehoden, die zur Pflege ber Volks­gemeinschaft ein Tressen mit anberen Zweigoereinen bes Bunbes vorsehen. Um allen Mitgliebern eine Teilnahme an ben Monatsoersammlungen zu er­möglichen, sollen biefe versuchsweise abwechselnb auf Donnerstag, Samstag unb Sonntag verlegt werben Der gesellige Teil ftanb im Zeichen des Advent Bei feierlicher Kerzenbeleuchtung brachten sinnvolle Sprüche, innige Volks- und Weihnachtslieder unb ein MclobramWeihnacht" von E. v. Wilbenbruch, getragen von Klavier, unb Harrnoniurnklängen, ben Zuhörern eine festliche Stunde. Dann kam der Nikolaus unmittelbar aus Wien. Er brachte den Brudergedanken mit und sang denWanderer" von Schubert mit dem Schluß:Deutschland, wo du bist, da ist mein Glück' Nach herzlicher Be­grüßung verteilte er seine schmackhaften Gaben. Er verlas eine Dereinszeitung, die ben schönen unb echten Humor einer wahren Wcmbergemein- schäft atmete unb mit Dank unb großer Freude auf­genommen würbe. Alles in allem zeigte sich auch an biefem lag, baß der Geist der Freundschaft, der unbedingten Volksverbundenheit in dieser Gemein­schaft schon immer eine pflegliche Stätte gefunden hat.

*A m Horst bes roilben üblere." Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße brachte am Sonntag unb am Montag einen außerorbentlich hochwertigen Kulturfilm zur Vorführung. In einzigartigen Bil- bern war bas Leben bcs Fischablers bargestellt. Walter Hege, ber Leiter ber Lichtbilbabteilung an ber Staatsschule für Handwerk und angewandte Kunst, hatte es unternommen, zusammen mit eini­gen feiner Schüler ben Ablern an Mecklenburg» Seen nachzuspuren unb sie in all ihren Lebens­äußerungen zu belauschen. Unter größter Sorgfalt unb mit aller Vorsicht errichteten bie begeisterten Photographen auf einem bem Horst zunächst stehen- ben Baume einen gut getarnten Photounterstand unb vermochten nun, wenn auch jetzt noch unter allen erbenklichen Vorsichtsmaßregeln, all bas fest­zuhalten, was im Horste ber Seeadler vor sich ging. In einer unendlichen Fülle herrlichster Bilder war hier in freier Wildbahn dem scheuen und vor- sichtigen Vogel alle» an Leben abgelauscht worden, was sich im Horst und in ben Viagbgebieten be» Adlers ereignen kann. Mit riesigen Objektiven mußte gearbeitet werden, um da» glänzende, scharfe Auge de» Adler» so auf den Filmstreifen zu bannen, daß es in feinem ganzen Glanze, in feiner roilben Lebenbigkcit klar auf ber Leinwand er- scheinen konnte Man sah die Eier im Nest, sah die ersten Bewegunaen der jungen Fischadler, ihre Atzung durch die Alten, bie mütterliche Fürsorge, mit ber bte ungeschickten jungen Geschöpfe heran- gezogen würben, bi» sie eines Tage», ben stattlichen Eltern gleich, sich vom Ranbe bes Horste» au» in bas weite Canb wiegten unb selbst auf Iagb aus­zogen Neben biefen hochinteressanten Bildern wurde noch die mecklenburgische Landfchatt gezeigt, da» vielfältige Leben im Schilf, bie Schönheit ber Seen unb vieles anbere mehr. Der Kulturfilm war es ist nicht zuviel gesagt ein schönes Erlebnis.

Wiehilftman im CEis Eingebroche­nen? Wer im Eis eingebrochen ist, sollte zunächst versuchen, sich badurch selbst zu helfen, daß er die Arme ausbreitet unb sie links unb rechts bes Bruchlochs auf das Eis auflegt. Hält das Rändel», dann keine unnötigen Bewegungen mehr, sondern um Hilfe rufen. Die Gefährten (man sollte in un­bekannter Gegend nie allein eislaufen) sollen sich bem Eingebrochenen vorsichtig nähern unb auf dem Bauch vorwärts rutschenb (von hinten gehalten) so weit heranzukommen versuchen, daß sie bem Ein­gebrochenen eine lange Stange. Leiter, einen Rie­men ober einen ausgezogenen Mantel reichen kön­nen Dann langsam Herausziehen Sich babei mög­lichst breit aufs Eis legen, bamit es nicht weiter einbricht Auch Kinder sollten hierüber schon unter­richtet werden.