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ren Ausländer-Verkehr wieder aufzubauen. Die Gräuelhetze werde verstummen, wenn die Welt unsere Leistungen mit eigenen Augen erblicke. Es Seite weiter die Anreizmittel nach Kräften auszu- auen. Notwendig sei in dieser Hinsicht eine weitgehende Tarif senkung der Reichsbahn. Auch der Ausbau der R e i ch s a u t o b a h n fei für die Fremdenwerbung außerordentlich wünschenswert. Ferner müßten umfangreiche Maßnahmen ergriffen werden, um die Anziehungskräfte der deutschen Heilbäder und Kurorte zu steigern.
Anschließend an die Tagung des neuen Bundes deutscher Verkehrsoerbände und Bäder hat der bisherige Allgemeine Deutsche Bäderverband in einer geschlossenen Mitgliederversammlung seine Auflösung beschlossen. Damit ist auch formell die durch Reichsgesetz vom 23. Juni verfügte Ueberführung in den jetzt zur geschlossenen Einheitsfront des deutschen Fremdenverkehrs erweiterten Bund deutscher Verkehrsoerbände und Bäder vollzogen.
Goli-aniat des Glaubens!
Ein Aufruf des Reichsbischofs zur Winterhilfe.
Berlin, 11. Okt. (TU.) Der R e i ch s b i s ch o f erläßt folgenden Aufruf zur Winterhilfe:
„Unser Reickskanzler Adolf Hitler hat zu einem Winterhilfswerk für unsere notleidenden Volksgenossen aufgerufen. In ihm soll sich die „lebendige nationale Solidarität" des deutschen Volkes beweisen. An diesem Werk mitzuarbeiten, fühlen wir evangelischen Christen uns aus der Solidarität des Glaubens heraus in er st er Linie berufen. Jeder von uns muß im Herzen die persönliche Veranwortung für seinen Nächsten tragen und seine Nächstenliebe in lebendige Tat umsetzen. Nicht Almosen können helfen, sondern nur wirkliche Opfer für die Brüder. So rufe ich Euch, Ihr Glieder unserer deutschen evangelischen Kirche, auf: Reiht Euch ein in die Front der tätigen Liebe und der Hilfe! Widmet Euch mit ganzer Kraft dem großen Hilfswerk! Habt offene Augen und offene Hände für jede Not in Euerer Nachbarschaft und Umgebung! Jede evangelische Kirchengemeinde soll in diesem Winter in ganz besonderem Maße eine Kameradschaft des Glaubens und der werktätigen Liebe beweisen. Innere Mission, Frauenhilfe, Männerdienst und alle anderen Hilfsorganisationen unserer Kirche sollen Euch die Wege weisen, so daß aus der gemeinsamen Arbeit aller Berufenen wirkliche Hilfe lebendig werde."
DerAeichsdischos als Schirmherr des gesamten Pfarrerstandes.
Berlin, 11. Okt. (CNB.) Der Reichs- b i s ch o f übergibt durch den Evangelischen Pressedienst folgende Erklärung der Oeffentlichkeit:
„Sinnlose Gerüchte wollen wissen, daß demnächst eine Welle von Absetzungen und Versetzungen über die deutschen Pfarrer hereinbrechen werde. Insbesondere wird erwähnt, es seien alle diejenigen Pfarrer gefährdet, die nicht der Glaubensbewegung Deutscher Christen zugehörten. — Ich erkläre dazu folgendes: Diese Gerüchte stellen eine außergewöhnlich böswillige Irreführung der-öffentlichen Meinung dar. Was ich von den Pfarrern erwarte, ist die klare und volksnahe Verkündung des reinen Evangeliums und die loyale Mitarbeit in der Deutschen Evangelischen Kirche. Ich werde niemals zulassen, daß irgend jemand einen Nachteil erleidet, nur weil er n ich t „D e u ff d) e r Chri st" ist. Wir Deutschen Christen wollen keine Zwangs- «r u p p e fein, sondern Stoßtrupp der Kirche werden. Ich wiederhole, was ich in Wittenberg gesagt habe: Der kirchenpolitische Kampf ist zu Ende. Der Kampf um die Seele des Volkes beginnt. So rufe ich alle Pfarrer auf: Stellt Euch vertrauensvoll in diesen Kamps hinein. Das ist der beste Weg zur Einheit des Wollens imb des Handelns."
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Arbeitsbeschaffung im Sandwett
Berlin, 11. Okt. (TU.) Nachdem der Reichs - verband des Deutschen Handwerks aufgelöst ist, trat das Präsidium des Reichsstandes des deutschen Handwerks als Spitzenkörperschaft des gesamten deutschen Handwerks unter dem Vorsitz des Führers des Reichsstandes D r. d. Renteln am Mittwoch zusammen. Gegenstand der Beratungen war die zukünftige Ausgestaltung des Reichs ft andes des deutschen Handwerks, insbesondere die Eingliederung der Arbeitnehmer und ihrer Berufsverbände in den Reichsstand. Ferner wurden die Arbeitsbeschaffungspläne der Reichsregierung erörtert und ihre praktische Ausführung im Handwerk durch entsprechende Maßnahmen des Reichsstandes sichergestellt. Entscheidende Schritte sind angebahnt, um für die Durchführung aller Arbeitsbeschaffungspläne und Möglichkeiten auch die notwendigen Finanzierungen in Form von Personalkrediten für- Handwerksbetriebe in die Wege zu leiten. Den Organisationen des Handwerks werden hierüber noch genaue Anweisen zugehen.
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Dor einigen Tagen empfing der R e i ch s w i r t - fchaftsminister das Präsidium des Reichsstandes des Deutschen Handwerks und mehrere deutsche Handwerkerführer, um in gemeinsamer Aussprache eine Reihe von Fragen des Handwerks fru erörtern. Die Erörterungen sollen fortgesetzt werden. Zu diesem Zweck beabsichtigt der Reichs- -wirtschaftsminister, einen ständigen Ausschuß aus hervorragenden Persönlichkeiten des Handwerks zu bilden, der »' m in Fragen des Handwerks beratend zur Seite treten soll.
Oie Reichsautobahnen.
Berlin, 11. Okt. (CNB.) In der Presse tauchen in der letzten Zeit immer wieder Meldungen über einen angeblich geplanten Ausbau derReichs- autobahnen und über die voraussichtliche Linienführung auf. Demgegenüber erfahren wir von unterichteter Seite, daß die Linienführung der Autobahnen einzig und allein vom Generalinspekteur für die Reichsautobahnen bestimmt wird. Folgende Strecken sind geplant: 1. Frankfurt a. M. — Mannheim: 2. Köln — Düsseldorf: 3. München — Salzburg: 4. Berlin — Stettin. Die Linienführung bei diesen Projekten ist bisher lediglich für die Strecken Frankfurt a. M.— Mannheim und München—Salzburg festgelegt.
Keine unnötige Einlegung von Rechtsm.iteln.
B e r 11 n, 11. Okt. (CNB.) Der preußische Justiz- mimster hat die Staatsanwaltschaften darauf hin- gewiesen, daß auch bei der Einlegung und der Durchführung von Rechtsmitteln im Strafprozeß das Ziel, das Strafverfahren mit größter Beschleunigung der Rechtskraft zuzu- f u hren , zu verwirklichen sei. Es müsse im Interesse der unnachsichtigen Bekämpfung des Verbrechertums und des Ansehens der Strafrechtspflege oberster Versahrensgrundsatz fein, daß die Strafe dem Rechtsbruch aus dem Fuße folge und daß der Schuldige schleunigst die verwirkte Strafe erleide. Diesem Grundsatz widerspreche es, wenn die Beendigung eines Strafverfahrens und damit die Rechtskraft der Entscheidung durch einen schleppenden Gang des Rechtsmittel verfahrens aufgehalten werde. Um solche Verschleppung durch Rechtsmittel zu verhindern, solle die Staatsanwaltschaft von einem Rechtsmittel nur Gebrauch machen, wenn im Einxelsalle wesentliche Belange des Staates, der Rechtspflege oder der am Verfahren beteiligten Personen es gebieten. Ein Rechtsmittel solle nur eingelegt werden, wenn mit einiger Wahrscheinlichkeit auf einen Erfolg zu rechnen sei. Es komme nicht darauf an, ob das erkannte Strafmaß die Staatsanwaltschast in vollem Maße befriedige, sondern daß der Verbrecher baldigst seine Strafe erleide.
Stenotypistinnen unentbehrlich.
Berlin, 11. Okt. (Vdz.) Das preußische Innenministerium stellt in einem Runderlaß an die Nach
geordneten Behörden fest, daß infolge der Besetzung von Arbeitsplätzen für Stenotypistinnen m i t fßerforgungsanroärtern bei Landratsämtern in letzter Zeit mehrfach Störungen des Geschäftsbetriebs entstanden seien. Es werde deshalb darauf hingewiesen, daß die Arbeitsplätze für Stenotypistinnen nicht unter die den Versorgungsanwärtern vorbehaltenen Stellen fallen.
OieÄereinigungderbeidenMecklenburg
Sck werin, 11. Okt. (WTB.) Wie das mecklen- burg-fchwerinsche Staatsministerium mitteilt, ist der am Montag veröffentlichte Gesetzentwurf über die Vereinigung von Mecklenburg-Strelitz mit Mecklenburg-Schwerin zurückgezogen worden. An die Stelle der zurückgezogenen Vorlage tritt ein neuer Entwurf, der im § 2 folgende grundsätzliche Aenderung enthält: Die für Mecklenburg- Strelitz erlassenen Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsoorschriften g e 11 e n in dem bisherigen Gebiet dieses Landes solange weiter, bis das Staatsministerium der vereinigten Länder sie aufhebt, neue erläßt oder bestimmt, daß an ihrer Stelle Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorschriften des Landes Mecklenburg-Schwerin in Kraft treten sollen. — Am Freitag treten d i e Landessynoden der Mecklenburg-Schwerinischen Landeskirche und der Mecklenburg - Strelitzsche Kirchentag i n Rostock zusammen, um den Zusammenschluß der beiden Kirchen zur „Evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburg" zu beschließen. Der Zusammenschluß soll ebenso wie der politische Zusammenschluß zum 1. Januar 1934 erfolgen.
zu haben und erklärte, er habe die Frage dahin verstanden, daß es sich um die Berichte der Polizei- organe im Dienstverkehr gehandelt habe und nicht, wie der Fragesteller behauptet, um die vollkommen entstellten Berichte der Polizeipressestelle. — In der Beweisaufnahme bekundete der weitaus größte Teil der Zeugen, daß sie die Frage nicht mißverstanden und angenommen hätten, es fei nach dem Pressebericht gefragt worden. Der Staatsanwalt hielt einen vorsätzlichen Meineid für erwiesen und b e - antragte v i e r Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Ehrverlust und die dauernde Aberkennung der Eidesfähigkeit. Das Schwurgericht sprach den Angeklagten jedoch frei, da ihm nicht habe widerlegt werden können, daß er die Berichte der Polizeiorgane im inneren Dienstverkehr gemeint habe, weil durch die Fragestellung nicht klar zum Ausdruck gebracht worden sei, daß die Fragen sich auf die Presseberichte bezogen.
Einsturzunglück in Augsburg. — Zwei Tote.
Im Lechoiertel in Augsburg ereignete sich ein schweres Einsturzunglück, das zwei Menschenleben forderte. Als der 55 Jahre alte Fleischer- meister Josef Thomas mit dem 38 Jahre alten arbeitslosen Kriegsbeschädigten Cäsar im Keller Platz für Aufbewahrung von Wintervorräten schaffen wallte, stürzte das Gewölbe ein und begrub die beiden Männer unter sich. Die sofort alarmierte Feuerwehr arbeitete zwei Stunden an der Bergung der Verschütteten, die nur noch als Leichen geborgen werden konnten. Als Ursache des Einsturzunglücks wird angenommen, daß das schon mehrere Jahrhunderte alte Haus durch Kana- lifationsarbeiten Schaden gelitten hat.
Explosionsunglück in Italien. — Drei Tole, drei Schwerverletzte.
In einer Oeldestillerie in Terni (Umbrien), ist einer der riesigen, durch zwei Stockwerke reichenden Kessel explodiert. Zwei Arbeiter wurden vollständig verbrannt aus den Trümmern geborgen, ein weiterer erlag den schweren Brandwunden, drei andere wurden schwer verletzt.
Rekordflug Indien—Australien.
Der Flieger Sir Charles Kingsford Smith ist, von Indien kommend, in Wyndham (Westaustralien) gelandet. Er hat sieben Tage, vier Stunden und 47 Minuten benötigt und somit den Rekord von Scott um einen Tag und 16 Stunden q e - schlagen.
Fünf „blinde Passagiere" in einer Kiste.
Beim Einladen des großen Gepäcks an Bord des Motorschiffes „Dulcania", das von Palermo nach Neuyork in See gehen sollte, schlug eine schwere Kiste gegen die Bordwand und brach auf, wobei aus der Deffnung plötzlich der Arm eines Menschen sichtbar wurde. Man ließ die Kiste mit dem Kran wieder herab und fand in ihrem Innern nicht weniger als fünf Menschen, die sich reichlich mit Lebensrnitteln und Wasser versehen hatten und auf diese Weise heimlich auswandern wollten. Es wurde festgestellt, daß das ungewöhnliche Gepäckstück von einem Passagier 2. Klasse aufgegeben war, der natürlich mit den fünf Leuten zusammen verhaftet wurde.
Katastrophale Trockenheit in Südafrika.
Wie „Daily Telegraph" aus Johannisburg meinet, ist Südafrika von einer außergewöhnlichen Trockenheit heimgesucht. Mehr als sechs Mil- lionen Schafe sollen bereits eingegangen sein. Wenn es bis zum Dezember keine Regenfälle geben wird, mufj mit den schlimmsten Folgen gerechnet werden. Schon jetzt ist ein erheblicher Rückgang der Wollernte zu verzeichnen. Einige Bezirke sind schon seit drei Jahren ohne Regen. Der Oranje und der Vaal sind an verschiedenen Stellen bereits ausgetrocknet, und der Limpopo, der die Grenze zwischen dem Betschuana-Land und der -südafrikanischen Union bildet, ist nur noch ein sandiger Graben.
Pilzvergiftung fordert vier Todesopfer.
In einem Dorf bei Toulouse ist eine Familie von oier Personen nach dem Genuß von Champignons unter schweren Vergiftungserfcheinun- gen erkrankt. Die 41jährige Frau und ihre fünf, lahrige Tochter sind bereits g e ft o r b e n. Man hofft den Vater und das zweite Kind retten zu können. Auch in Nauchell, in der Nähe von Rodez, starb ein altes Ehepaar an den Folgen einer Pilzvergiftung. Die Leute hatten die Pilze elbft im Walde gesucht.
Unwetterkatastrophe in Rlittelamerika.
Tropischer Regen verursachte in der Nähe des Dorfes Apolopi (Honduras) einen Bergsturz, wobei 19 Personen verschüttet wurden. In anderen Teilen von Honduras kam es zu großen Ueber schwemm ungen. Mehrere Personen find ertrunken.
Blutiges Familiendrama in Stockholm.
In der Wohnung des Kaffeninhabers Blomquist in Stockholm wurden dessen Frau und die beiden acht- und zweijährigen Töchter ermordet aufgefunden. Sie sind durch Schläge und Erwürgen ums Leben gebracht worden. Es stellte sich bald heraus, daß Blomquist selbst der Mörder ist. Er ist im Kraftwagen geflohen. Der Grund der Tat ist noch völlig ungeklärt, da die Familie anscheinend sehr glücklich zusammen lebte.
Wettervoraussage.
Nachdem durch den Einbruch der Kaltluft es auch bei uns zu Niederschlägen gekommen ist, hat von der Biskaya her kräftiger Luftdruckanstieg eingesetzt. Wohl bringt unter der Einwirkung der weiter nord- östlich abziehenden Störung noch ozeanische Luft auf das Festland vor, wodurch Bewölkung und auch oer- einzelt schauerartige Niederschläge entstehen, doch setzt sich allmählich der hohe Druck weiter durch, so daß sich zeitweise der Himmel aufheitert
Aussichten für Freitag: Neblig und wolkig mit Aufheiterung, mäßig warm, meist trocken.
Au ssichten für Samstag: Nachts stärkere Abkühlung, teils wolkig, teils aufheiternd, meist trocken.
Lufttemperaturen am 11. Oktober: mittags 21,9 ®rab Celsius, abends 12,8 Grad; am 12. Oktober: morgens 11,3 Grad. Maximum 23,1 Grad, Minimum 10,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Oktober: abends 13,8 Grad , am 12. Oktober: morgens 11,8 Grad Celsius. — Niederschläge 3,4 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden.
Windstärke 10 bis 12!
Orkanartiger Sturm über Holland und Ostfriesland.
Ein schwerer Südweststurm hat ganz Holland heimgesucht und in verschiedenen Orten große Verheerungen angerichtet. Auch sind mehrere Todesopfer zu beklagen. Am stärksten wütete der Skurm in den westholländischen Städten. Man verzeichnete in Rotterdam eine Windstärke von 10 bis 11. Während eines kurzen Zeitraumes wurde in Amsterdam eine Windgeschwindigkeit von 31 Meter in der Sekunde registriert: hier wurden viele Bäume entwurzelt, Rundfunkantennen umgeroorfen und Dachziegel losgelöst. Auf dem Frederiksplan wurde ein Radfahrer von einem niederfallenden Baumast erschlagen. Mehrere Kinder wurden in Grachten geschleuoert, konnten aber gerettet werben. Die Feuerwehr mußte über hunbertmal in Aktion treten. Der Eisenbahnverkehr erlitt verschiedentlich Unterbrechungen, ba umgeroorfene Bäume unb Signalmasten bie Gleise versperrten. In Heem- ftebe würbe bas große Vorsührungszelt eines Zirkus oollftänbig verwüstet. Auf ber Norbfee unb oen großen Flüssen gerieten verschobene Schiffe in Not. Auf ber östlichen Scheibe kenterte ein Austernfänger: bie Besatzung konnte gerettet werben. Ein belgisches Rheinschiff unb ein noch unbekanntes Schiff finb gesunken. Heber bas Schicksal ber siebenköpfigen Besatzung ist noch nichts bekannt.
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Seit Mittwochmittag wütet an ber ostfriesischen Norbseeküste ein orkanartiger Sturm. Im Embener Hafen würbe Windstärke 9 bis 10, in Borkum 10 bis 11 unb in Böen Winbstärke 12 gemessen. Sturmschäben werben aus Norben, Norb-
deich, Berum unb Holzbor f gemelbet. Auf dem Wattenmeeer zwischen Juist und Norderney gerieten zwei Fischerboote in Seenot. Der Hochseekutter „Delphin" konnte beide Boote in den Hafen bringen. Auch über ben Kreis Wittmunb ging ein schwerer Sturm hinweg. Aus allen Teilen Des Kreises werben große Schöben gemelbet. So wurden fast alle Fernsprechleitungen zerstört. Ein aus Fried- richschleuse ausgelaufener Muschelsänger mußte wegen des Sturmes wieder zurückkehren, konnte jedoch wegen der starken Brandung die Einfahrt nicht gewinnen und wird vermißt. Ein Rettungsboot, das ausgefahren war, um den Muschelfänger zu suchen ist ebenfalls nicht zurückgekehrt.
Schwere Sturmschäden in Hamburg.
Ein schwerer Sturm, der am Mittwochnach- mittaa über Hamburg wütete und bis zur Windstärke 12 anstieg, richtete in den einzelnen Stadtteilen erheblichen Schaden an. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich im Flughafen Fuhlsbüttel. Dort wurde das Kleinluftschiff „Parfival Natz" vom Anker gerissen. Der Sturm drückte das Luftschiff zu Boden und riß es dann mit großer Gewalt wieder empor. Durch diesen Windstoß wurde auch der Ankermast des Luftschiffes aus der Erde gerissen, so daß eine Bergung zunächst unmöglich wurde. Den vereinten Kräften von Feuerwehr, Ordnungspolizei und Mitgliedern der Luftsportverbände gelang es schließlich nach zweistündiger Arbeit, die Hülle des Luftschiffes am Boden festzumachen.
Aus aller Wett.
Zum Tode bes Raketenforschers Tiling.
Der am Dienstag durch ein Exvlosionsun- g I ü ck in seinem ßaboratorim tödlich verletzte Raketenkonstrukteur Ingenieur Tiling ist durch seine erfolgreichen Versuche bekannt geworden, ohne Anwendung von Fallschirmen Gegenstände mit Hilfe von Raketen durch die Luft zu befördern. Zahlreiche Versuche auf dem Dümmerfee bei Hannover und auf Wangeroog haben den Beweis geliefert, daß es heute möglich ist, geschoßförmige Raketen in eine Art Flugzeug einzubauen und abzuschießen, so daß das Flugzeug später unversehrt weiterfliegen konnte. Im Oktober 1932 fand ein Flugraketenstart mich auf dem Tempelhofer Felde in Berlin statt, der durchaus erfolgreich verlief. Die Flugrakete bestand aus einem Torpedo mit vier Flossen. Sie hatte eine Länge von drei Meter und eine Spannweite von vier Meter und bestand aus Aluminium. Ingenieur Tiling hatte außerdem noch zahlreiche Pläne mit einer Flüssigkeitsrakete, die gewaltige Strecken zurücklegen sollte. Durch seinen Tod verliert bie deutsche Wissenschaft einen bahnbrechenden Vertreter auf dem Gebiet des Raketenwesens.
Außerordentlicher Ldeka-Berbandstag in Leipzig.
Der Edeka-Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften e. D. mit dem Sitz in Berlin hat zum 16. Oktober 1933 nach Leipzig einen außerordentlichen Derbandstag einberufen. Auf dieser Tagung wird bas geschäftsführende Vorstandsmitglied der Hauptgemeinfchast des Deutschen Einzelhandels, Dr. Paul Hi Hand, über das Thema „Genossenschaftsbewegung und Einzelhandel" sprechen. Generaldirektor F. B o r r° mann von der Edeka wird die Sorgen und Erwartungen des Lebensmitteleinzelhandels behandeln. lieber interne Vorgänge innerhalb der Edeka- Bewegung wird Verbandsdirektor Dr. Paul K ö - n i g referieren, der auch einen Antrag auf Satzungsänderung des Verbandes begründen wird. Auf nachmittags ist im Völkerschlachtdenkmal eine Feierstunde angesetzt. Die Gedenkrede hält Direktor Albert Werner, Berlin.
Gründung der Staatsmedizinischen Akademie.
Zur Ausbildung und Fortbildung von Aerzten auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheitspflege, der Gesundheitsfürsorge und Ge° sundheitsaufsicht ist, wie der Parlamentsdienst der Telegraphen-Union berichtet, durch die Medizinalabteilung des preußischen Innenministeriums im Einvernehmen mit den beteiligten Behörden die staatsmedizinische Akademie Berlin- Charlottenburg gegründet worden. Der preußische Minister des Innern hat die Akademie als Ausbil- dungs- und Fortbildungsstätte für die künftig anzustellenden Kreisärzte und Aerzte im öffentlichen Dienste anerkannt.
Aushebung eines Illegalen Blattes in München.
(Eine Reihe führender Kommunisten, unter ihnen der Redakteur Walter H ä b i ch, ist in den letzten Tagen in München fe ft genommen worden.
Sie werden beschuldigt, an der Herausgabe des illegalen Blattes „Die Neue Zeitung" beteiligt gewesen zu sein. Die Redaktion des Blattes befand sich in einem schwer auffindbaren Speicherabteil der Priesterhaus-Stiftung St. Johann Nepomuk. Bisher konnte noch nicht geklärt werden, auf welche Weise oder unter welchem Vorwande die Festgenommenen gerade in diesem Hause ihre Arbeitsstätte aufschlagen konnten.
Papst Pius in Santa Maria Maggiore.
Am Mittwochvormittag begab sich Pap st P i u s XI. anläßlich des Heiligen Jahres zum Jubiläumsbesuch der 4. Basilika nach Santa Maria Maggiore in Rom. Unter den Klängen des Chargesangs „tu es Petrus" hielt der Papst seinen Einzug und begab sich durch das Spalier der päpstlichen Garde in die Sakramentskapelle zu einem kurzen Gebet. Dann bestieg er den tragbaren Thronsessel, auf dem er in großer Prozession zum Hauptaltar geleitet wurde, worauf der Erzpriester der Basilika, Kardinal Dolci, dasHochamt zelebrierte. Der weite Kirchenraum war von Pilgern und römischen Gläubigen bis auf den letzten Platz gefüllt. Aus den Tribünen wohnten u. a. Prinzessin Maria von Spanien, Pr'inz Adalbert von Bayern, Herzog Philipp von Württemberg mit seiner Gemahlin und Erzherzog Georg von Oesterreich der Feier bei. Nach dem Hochamt erteilte der Papst von der äußeren Loggia der Kirche der auf dem Platz harrenden Menge den dreifachen päpstlichen Segen „urbi et orbi .
Byrds Südpolarcxpedilion geht in See.
Der amerikanische Polarforscher und Weltflieger, Admiral Byrd, ist in Begleitung von 70 Fach- wissenschaftlern und sonstigen Expeditionsteilnch- mern mit dem Expeditionsschiff „Jakob Ruppert" zu seiner neuen Südpolarexpedition in See gegangen.
Ehemaliger Polizeioberst von der Anklage der Eidesverlehung freigesprochen.
Das Dortmunder Schwurgericht hat nach zehnstündiger Verhandlung den früheren Kommandeur der Dortmunder Schutzpolizei, Oberst a. D. Kade, der unter der Anklage der vorsätzlichen Eidesverletzung stand, freigesprochen. Es handelte sich bei diesem Prozeß um ein Nachspiel zu dem im August 1932 durchgeführten mehrtägigen Poli- zeiprozeß wegen erheblicher Uebergriffe von Polizeibeamten gegen Nationalsozialisten. Besondere Bedeutung gewann die Verhandlung durch verschiedene Zeugenvernehmungen. U. a. wurden auch der jetzige Oberbürgermeister Malzbender, der im damaligen Prozeß als Landgerichtsrat mitgewirkt hatte, Polizeipräsident Schepmann, sowie die übrigen Richter des früheren Dortmunder Gerichts vernommen. — Polizeioberst a. D. Kade, der beschuldigt wurde, als Zeuge seinerzeit die Frage eines Vertreters der Nebenkläger, ob er an der Abfassung des Polizeiberichts über die Vorfälle beteiligt gewesen sei, wissentlich fälschlich verneint zu haben, bestritt, seine Eidespflicht verletzt -


