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12.9.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 2(3 Zweites Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdei helfen,

Wittenbergs große Luther-Keier

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Am Ende des 12. Jahrhunderts kamen mehrere bedeutsame Faktoren zusammen, die der Wander- beweaung neuen Antrieb gaben, so der große Lm» bruch der Nordsee, der die Zuidersee, bis dahin Binnensee, mit dem offenen Meere verband, dann die sorgenvolle Zeit in der flandrischen Tuchweberei, die Umänderung der sozialen Gliederung im Lehns- und Städtewesen und vor allem die große, durch die Kreuzzüge hervorgerufene geistige Bewegung. In den weiten Wiesen um die Schwanenburg am Niederrhein soll zum erstenmal das wunderbare Volkslied gesunden worden sein von den wage­mutigen Landfahrern vor dem Aufbruch in die neue Heimat:Nach Ostland wollen wir fahren .... Diezweite germanische Völkerwanderung" begin­nen holländische Bauern, die mit ihrem Pfarrer den Utrechter Sprengel verließen und 1106 vom Bremer Erzbischof das Hollerland jenseits der Weser übernahmen; ihnen schlossen sich bald Leute vom Niederrhein, Westfalen, Thüringer und Franken an. Die Niederländer waren als tüchtige Deichbauer geschätzt, die Deutschen willkommen wegen ihrer Fertigkeit in der Urbarmachung von Mooren und der Rodung von Wäldern. Was den Deutschen eine besondere Üeberlegenheit gab, war die Geschlossen­heit ihrer ererbten christlich-deutschen Kultur, der ein aus der deutschen Kaiseridee stammendes natio-

Oben Aus der Ehrentribüne von links nach rechts Landesbifchof Müller, Schwedens Erzbischof Eidem Reichsinnenminister Dr. Frick, Reichsfinanzminister Graf Schwerin-Krosigk. Unten: Eine Szene aus dem Luther-FestspielPropheten" von Hanns Johst, das im Schloßhof auf- geführt wurde.

die phantastische Illumination, die von den Bewoh­nern der Meerestiese veranstaltet wird und sich häufig zu einem großartigen Feuerwerk steigert lon 500 Meter Tiefe an konnte weder mit einem Spektro skop noch mit dem Photometer auch nur der ge- ringfte Lichtschein sestgestellt werden Trotzdem aber war es kaum nötig, das dem Auge vollständig schwarz erscheinende Wasser mit dem elektrischen Sucher zu durchleuchten Die Fülle der leuchtenden Tiere drängtegerade zu dem Vergleich mit der Menge von Sternen in einer klaren mondlosen Nacht" aus, und die Stärke des von ihnen aus- gehenden Lichts genügte, um auch die nichtleuch­tenden Tiere genau zu erkennen

Das Licht der Tiefsee-Fische ist kein ungewisser Schein wie bei unfern Glühwürmchen, sondern ein scharf begrenztes deutliches Licht, das in mannig­fachen Farben strahlt Am häufigsten ist ein fahles Blau, dann folgt fahles Grün, während rötliche und rosige Lichter seltener sind. In riesiger Menge und

Als man zuerst oer|uchte, die Bevölkerung der Meerestiefen näher kennenzulernen, da war man auf die Fänge beschränkt, die durch Netze an die Oberfläche gezogen werden konnten Damit wurden die Tiere jäh aus ihrem Lebensbereich heraus- gerissen, und außerdem hing es vom Zufall ab, ob ein Tier in den Bereich des Hellen Plankton-Netzes kam, dem grade die beweglicheren und mit feineren Sinnesorganen ausgestatteten Tiere leicht entgingen. So konnte man kein zusammenhängendes Bild von Wesen und Art der Tiefsee-Fauna gewinnen, und die Wunder, die sich auf dem Meeresgründe abspie­len, höchstens ahnen

Der geniale deutsche Meeressorscher Ehun, der sich bei der Deutschen Tiefsee-Expedition zuerst ein- gehend mit diesen Lebewesen beschäftigte, hat es tief beklagt, daß ihm die unmittelbare Beobachtung ver­sagt blieb. Es gelang ihm, durch Untersuchung an den gefangenen Tieren die mannigfachen und oiel- aeftaltigen Leuchtorgane festzustellen, und er sowie sein Mitarbeiter Brauer haben das meiste dazu getan, um den Bau der Leuchtorgane der Tiessee- tiere zu entschleiern Bei einem Tintenfisch fand Chun 22 solcher Leuchtorgane von zehn verschiede- nen Formen und schreibt über das Tier, dem er den Namen die Wunderlampe verliehen hat:Wir wur­den nicht wenig durch den wundervollen Glanz der Leuchtorgane gefesselt. Unter allem, was uns die Tiefsee-Tiere an herrlichen Färbungen barbieten, läßt sich nicht auch nur annähernd mit dem fast ma­gischen Kolorit dieser Organe vergleichen Man mochte glauben, daß der Körper mit einem Diadem bunter Edelsteine besetzt sei: das mittelste der Augen­organe glänzte ultramarineblau, und die seitlichen wiesen Perlmutterglanz auf. von den Organen auf der Bauchseite erstrahlten die vorderen in rubin­rotem Schillern, während die Hinteren silberweiß oder perlmutterfarben waren, mit Ausnahme des mittelsten, das einen himmelblauen Ton aufwies. Es war eine Pracht! Als ich dann das Tier in der Dunkelkammer konservierte, vermochte ich ein von einem Organ ausstrahlendes bläuliches Licht wahr­zunehmen Glücklich der, dem es vergönnt sein wird, einmal die Wunderlampe in voller Pracht er- glühen zu sehen!"

Schwanenburg und Marienburg.

Beziehungen zwischen West- unO Ostmark.

Von Hans Sturm.

Acht schicksalsvolle Jahrhunderte spannen sich über die beiden machtvollen deutschen Kulturmale, die S ch w a n e n b u r g bei Kleve am Niederrhein und die Marienburg im Osten. Erst durch den Weltkrieg und die notvollen Nachkriegsjahre setzte in weitesten Volkskreisen das Verständnis em Jur die einander bedingten Zusammenhänge zwischen dem Rheinland und dem Ostland. Die Anfänge dieser Entwicklung gehen bis tief in das 12. Jahr­hundert zurück. Die erste germanische Volkerwande- rung, die nicht nur die römischen Schranken an Rhein und Donau brach, sondern auch West- und Südosteuropa bis nach Nordafrika hin überflutete, gab dafür das ostelbische Land den nachdrängenden Slawen frei. Die vor 825 Jahren beginnende zweite germanische Völkerwanderung", so nennt man die seit 1106 urkundlich nachweisbare Zuruck­wanderung der Deutschen nach dem Osten, hat im gleichen Zeitraum, allerdings in bescheidenerem Länderraum sich bewegt, aber wahrend die erste kein nennenswertes Ergebnis für das Deutschtum ergab, etwa drei Fünftel des spateren den schen Gebietes den Slawen entrissen und so unserem Vaterlande jene Festigkeit gewonnen die für feine nachfolgenden wechfelvollen Jahrhunderte unerläß­lich gewesen ist.

Karl der Große, der seine Herrschaft bewußt auf di- Sander am Rhein stützte, stellte al- erster die Rückwanderung der Westgermanen unter staatlichen Schutz; so gewann auch die Niederwerfung der Sachsen doppelte Bedeutung: einmal schuf er einen wirksamen Schutz gegen die Slawen, und bann wurde das Sachsenreich Stutzpunkt für die Aus- wanderer. Zwischen Main und Donau entstanden neue Marken des Reiches, in denen die djararten. stischen Unterschiede Zwischen Ober- und Nieder- deutschland erstmalig starker hervortreten. Diese Unterschiede wurden bedingt durch die mächtige Gebirgskette des rheinischen SAiefergebirges bie nicht nur Ober- und Niederrhein landschaftlich trennt, sondern auch, unterstützt durch die ein­schneidende Mainebene, der deutschen Kultur und Wirtschaft verschiedene Wege wies. Diese Unten schiedlichkeit trat besonders deutlich zutage nach

Leuchten der Xie1

Eva Kriner-Fischer in der bei Huao mühler in Berlin erscheinenden Zeitschrift

700 Meter unter dem Meeresspiegel

Oie Wunderwelt der leuchtenden Tiesseefssche

Dieser Glückliche, der das erblickte, was Chun geahnt, ist der Neuyorker Zoologe William ? b e, von dessen Beobachtungen über das - - - -----a er Tiefe

dem Tode Karls des Großen im Auseinandersallen der deutschen Stämme, die derzusammenhallen- den Faust" nicht entraten konnten.

Die Wechselbeziehungen bleiben bis weit in die neuere Zeit hinein von den Bodenverhältnissen ab­hängig. Arn Fichtelgebirge scheiden sich die Wege nach Südosten und Osten: wenn der Zustrom aus den oberrheinischen Landen schwächer wird, der vom Niederrhein aber zunimmt, so liegt es daran, daß immer neue Höhenzüge den oberrheinischen Nachschub hemmen, während Niederdeutschlands fruchtbare Ebene zwischen Schelde, Maas und Niederrhein unmittelbar mit der unteren Elbe und mit Oder und Weichsel verbunden ist. Heinrichs I. Kriegszüge galten noch der Sicherung der Ost­marken, die Erweiterung des Grenzgürtels unter Otto I. gab dem vom Rhein kommenden kultur­politischen Antrieb frische Kraft. Dieser Kaiser hob auch die geistigen Beziehungen zwischen West und Ost, berief vom Rhein gelehrte Mönche und grün­dete Schulen als Bildungsstätten des Adels und Pflegestätten christlich deutscher Kultur unter den slawischen Stämmen.

Naturforscher" berichtet.

Beebe ist bekanntlich vor drei Jahren zum ersten­mal mit einem von ihm angegebenen Tauchapparat in die Meerestiefen hinabgestiegen. Er benutzte da- bei eine zwei Tonnen schwere Taucherkugel, die Platz für zwei Personen bietet. Dabei kann der eine Beobachter die Hilfsgeräte bedienen, während der andere feine ungeteilte Aufmerksamkeit den Wun- bern zuwenden kann, die an ihm vorüberziehen. Für die Atmung sorgt ein Sauerstoffgerät sowie je eine vor Mund und Nase gebundene Vorrichtung, die die ausgeatmete Kohlensäure chemisch bindet. Die Tiere werden durch drei große sehr klare Quarz- feilster beobachtet, und zur Durchleuchtung des Was- fers aus etwa zehn Meter Entfernung dient eine tausend Watt starke elektrische Lampe.

Beebe ist bei seinem letzten Vorstoß bis aus säst 800 Meter Tiefe hinabgekommen und konnte eine ganze Anzahl Tiefseefische zum erstenmal beobachten. Er hat so ihre seltsamen Organe kennengelernt, wie z B die wie Fernrohre aus dem Kopf herausragen­den nach allen Seiten beweglichen Augen der Pfauenflunder oder den Magen des blauen Haies, der aus dem Maul wie eine vielfach gefaltete Zunge herausgestreckt wird und sich aus diese Weise von unverdaulichen Gegenständen befreit. ....

Die wundersame Vergesellschaftung verschiedener Fische wurde ihm offenbar, die Aufbewahrung der ganzen Brut von mehi als 100 Tieren im Maul usw So erschloß sich ihm eine ganz neue Welt des seltsamsten Lebens, aber das erstaunlichste war doch

mit erstaunlicher Lebhaftigkeit schossen die seltsam geformten Tiefseefische an den Fenstern der Taucher- tu^el vorbei, plötzlich ihre Lämpchen ein- und wie- derausschaltend, manche wie Schiffe mit einer langen Reihe blendender Lampen geziert, andere wieder von glühenden Lichtern umwogt, die an langen Fäden über ober unter dem Körper des Tieres durch das Wasser geistern Das Leuchten wargeradezu blendend"

Bei den meisten dieser Leuchttiere bestehen die Leuchtorgane aus umgewandelten Hautdrüsen, die nach ihrem Bau und ihrer Lage sehr verschieden- artig sind In den meisten Fällen scheint das Leuch­ten von einem Leuchtstoff auszugehen, der von den drüsigen Zellen als Erzeugnis des Stoffwechsels ausgeschieden wird; fein Leuchten ist wohl auf ein Oxydationsoorgang zurückzuführen, für den teils die Blutgefäße, teils das unmittelbar an das Organ heranreichende Nährwaffer den Sauerstoff liefern Der Aufbau dieser Organe ist überaus vielgestaltig, bei manchen Organen finden sich Linsenkörper, die das Licht zu einem Strahlenbündel sammeln und die zum Teil farbig sind dann wieder tritt vor die farblofe Linse eine farbige Gallertschicht, um das Farbenwunder hervorzubringen.

nales Zusammengehörigkeitsgefühl noch besonderen Glanz verlieh.

Zwischen gerodeten Wäldern und urbar gemach­tem Ackerland entstanden Klöster, Höfe, Burgen und Städte; weit mehr Sorgfalt als im Mutter­lande verwandte man auf die Neugründungen. Die Städte im Westen nahmen nur noch als Ausgangs­punkte der Kolonisationsidee an der weiteren Ent­wicklung teil, Lübeck und Magdeburg dagegen wirk­ten bestimmend auf das neue St ad tr echt jenseits der Elbe ein; von hier stießen die Ratsherren, deren Ahnen aus dem Westen kamen, weiter in den Osten vor, wie manche Ortsnamen verraten, z. B. der des Dorfes Kölln im Ermland an dem Flüß- lein Rhin: zudem führt dies Dörflern die heiligen drei Könige als Schutzpatron. Ein anderer Beweis für die engere Verbindung zwischen West und Ost ist die herrliche gotische Backsteinbaukunst. Erneuten Anteil nahm die Westmark an den Geschicken des Ostens während der Entstehung und Entfaltung des deutschen Ritter-Ordens, in dem alle deutschen Städte vertreten waren. Als die Länder am Rhein von Kämpfen widerhallten, bewährten sich die ost­deutschen Landschaften als die stärksten und zuver­lässigsten Teile des Reiches. Viele der markanten Führer des Ordens kamen aus dem Westen: Hein­rich Walpott von Bassenheim (Mosel) regte die Trennung der Deutschherren von den Johannitern an, die vom Orden nach Masovien gesandten Kund­schafter wurden von Otto von Schleiden (Eifel) ge­führt, der Heimathof Winrich von Kniprodes, der die westliche Kultur im Ordenslande heimisch machte, lag am Niederrhein: rheinische Maler, Goldschmiede und Baumeister wirkten an den Ordensbauten mit.

Nach der Schlacht bei Tannenberg (1410) ebbte die mächtige Welle kulturpolitischer Bestrebungen ab, die nun beginnende politische Zwietracht und die damit verbundene geistige Zersplitterung be­schworen dunkle Tage der deutschen Geschichte her­aus. Doch die Arbeit war nicht vergeblich getan. Was Karl der Große begonnen, Heinrich der Städtebauer und Otto I. fortführten und der deutsche Osten planmäßig betrieb, ist Deutschlands unüber­troffene Stärke im Osten geblieben. Und der Ge­danke hieran wurde immer wieder lebendig und gerade in den Zeiten furchtbarster Schicksalsschläge.

Fruchtbare Aecker hat der Große Kurfürst, hat Friedrich der Große an Warthe und Weichsel an­gelegt, bis der Osten die reiche deutsche Kornkammer wurde. Dann tarn der Wellkrieg und damll Deutsch-

Buntes Allerlei.

Schatzsucher im hohen Norden.

Das ganze Gebiet der sog. Aordwelt.Territorien von Kanada bedeckt eine Fläiche von kost 2100000 qkm und bat nur eine Bevölkerung von 9723 See­len. Dieses weite Gebiet ist nocd wenig eriorscht. Noch immer lind die Nordwest-Territorieu das Land geheimer Hoffnungen und vermuteter Schätze Bevor die Erschließung für die Weltwirtfchaft erfolgen kann, muh noch eine riesige Forschungsarbeit geleistet wer­den. Gegenwärtig ist wieder ein englilches Forschungs­schiff, die .Nascopie" zu diesem Zwecke unterwegs. Sie besucht die verstreuten Niederlastungen, Häsen und Handelspunlte an den entfernteren Stellen der Hudson-Bay-Küste, bringt den dort wohnenden Ein­samen langersehnte Vorräte und Nachrichten und soll außerdem das Psianzen- und Tierleben studieren, sowie nach Bodenschätzen suchen Dem Forscher wird die Arbeit hier nicht leicht gemacht. Die Tage sind entweder sehr lang oder sehr kurz: die Nahrungs- zuluhr ist überaus zweifelhaft und die Gefahr des Verhungerns groß, wenn man sich nicht aus dem Lande selbst ernähren kann. Doch der Nkenschengeist läßt sich dadurch nicht abschrecken, und in den letzten Zähren ist «es immer klarer geworden, daß dieies Gebiet ein wahres Schatzhaus darstellt, in dem einst viele Menschen leben werden, um die Weltmärkte mit Holz und Mineralien zu versorgen. 3n erster Linie beschäftigt die Nahrungsfrage die Gelehrten. Man hat in den Versuchslaboratorien neue Weizen- formen gezüchtet, die in kürzerer Zeit reifen und daher während des Sommers hier angebaut werden können. Wo dec Mensch aber Korn für sein tägliches Brot findet, da vermag et auch festen Fuß zu fassen. 3n den großen Strömen gibt es Fische im Überfluß, und durch einen der seltsamsten Wanderzüge der Geschichte hat man jetzt eine Nenntierherde nach dem Notdwesten gebracht, die mehr als zwei Jahre unterwegs war. Diese Tiere sollen die Grundlage für eine Großzucht bilden, die den nötigen Fleisch­vorrat liefert In wachsendem Umfang werden Flug­linien geschaffen, die den hohen Norden mit den volkreichen Städten des Südens verbinden, und wenn die Zeit reif ist, wird ein regelmäßiger Flug« verkehr das zum Leben Notwendige herbeischaffen. Die Wetterverhältniffe sind allerdings furchtbar, aber der Mensch vermag vieles auszuhallen, und die Ungunst der Witterung wird durch die Kultur überwunden. Vorläufig ist die Ausbeutung der hier ruhenden Bodenschätze noch in den ersten Anfängen. So werden sich zum Beispiel die gewaltigen Radium- Lager am großen Bären-See erst auswerten lasten, wenn die Transportverhältniste bester geworden sind. 1931 wurden Silberlager gefunden und Ende 1932 waren bereits gegen 4000 Plätze zur Ausbeulung von Mineralien aller Art vergeben. Die Zahl wächst zusehends, Denn die Glücksjäger kommen aus allen Richtungen mit dem Flugzeug. Kupfer, Zink, Blei, Nickel wird abgebaut, und die große Bewegung wird immer mehr Schatzsucher nach dem hohen Norden locken.

Sensation im Hofbräuhaus.

Dor 25 Jahren trug sich im Münchener Hofbräu­haus eine Sensation zu, die seinerzeit weit über Bayerns Grenzen hinaus Aussehen erregte. An diesemschwarzen" Tage verlangte nämlich ein Gast im Großen Saal zwischen Maßkrügen und Weißwürstln ein Glas Zitronenlimonade! Er bekam es tatsächlich vorgesetzt und trank es auch aus, trotz der fassungslosen Blicke aller An­wesenden. Heute noch erzählen sich die Stammgäste voller Grausen diese schier unglaubliche Geschichte und spülen die Erinnerung mit einem kräftigen Schluck herunter...

Das Kess der Wassermelone.

Das kleine Dorf Vurgasot in der spanischen Pro» vinzDalenzia rühmt sich,die schönstenWastermeonen in ganz Spanien hervorzubringen und veranstaltet seit allersher jedes Jahr ein .Fest der Wasserme­lone", bei dem eine Ausstellung und ein Wettbe­werb mit Singen von Volksliedern und der Vor­führung von Volkstänzen verknüpft ist. Das eigen­artige Fest lockt viele Neugierige an, die sogar aus andern Provinzen herbeiströmen. 3n diesem Jahr

lands dunkelste Zeit, aber Deutschlands Kraft ist geblieben und wird bleiben im Westen und Osten, denn zu Glück und Not hat das deutsche Schicksal West- und Ostmark zusammengeschmiedet, und aus dem Zusammenhall und dem Zusammenarbeiten der beiden wächst uns wieder das größere Deutsch­land auf.

Zeitschriften.

M utter und K i n d", Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Elwin Staude. Osterwieck am Harz. Das Septemberheft enthält u. a. folgende Beiträge: Wie erziehen wir unsere Kinder im Geiste Adolf Hillers zu deutschen Menschen?";Die ersten Schritte ins Leben":Vererbung und Erbpflege";Schlecht essende Kinder":Gesundheitsmäßige Kinderklei­dung";Klinik- oder Heimentbindung'?" von Freda Kulessa. Besonders interessant ist ein Bildbericht eines Erwerbslosen über das erste Lebensjahr sei­nes Erstgeborenen. Die inhaltreiche, gut illustrierte Zeitschrift bringt immer viel Anregendes und Nütz­liches für Mütter und Kinderpflegerinnen.

In der neuesten Nummer der Jllustrir» t e n Zeitung (I. I. Weber, Leipzig) wird u. a. in Heinrichs Hausers BeitragDer Weg des Dich­ters zur Nation" eine neue große Dichtkunst an­gekündigt. Die zahlreichen Abbildungen von den gewaltigen nationalen Kundgebungen in Tannen­berg, am Niederwalddenkmal, in Thüringen und in Nürnberg zeigen, wie man sich bei uns seiner großen Vergangenheit wieder bewußt wird. Diese stolze Vergangenheit, dieses wertvolle Fundament oes neuen Ausbaues, klingt auch in dem vorliegen­den Heft an: über die Vorgeschichte Germaniens und seine Entdeckung durch Pytheas berichtet Prof. Dr. Friedrich Behn. In die Blütezeit mittel­alterlicher Kunst führt der Aufsatz von Dr. Eber­hard Lutze, der dem größten Nürnberger Bild­schnitzer, Veit Stoß, gewidmet ist. Der Be­freiung Wiens von den Türken, an der sich zahl­reiche namhafte deutsche Fürsten heldenmütig be­teiligten, wird anläßlich der 250. Wiederkehr dieses Tages gedacht.

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Professor Dr. Hans Gerber an der Universitär (Tübingen erhielt einen Rus auf den ordentlichen Lehrstuhl für öffentliches Recht an Der Universität Hamburg.