Ausgabe 
12.9.1933 Erstes Blatt
 
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Nachfolger eines Rudolf von Habsburg und eines Ferdinand II., eines Leopold I. und des Herzogs Karl von Lothringen verpflichtet.

Oer Kronprinz an die Amerikaner.

Berlin, 11. Sept. (TU.) In der Sonntagsaus- £abe derNewyork Herold Tribüne" bespricht der rühere deutsche Kronprinz unter der .eberschriftWarum ist die Welt geaen uns?" die gegenwärtige Laae in Deutsch­land. Ausgehend von einem Vergleich mit Pro­pagandamethoden während des Krieges, die als moralzersetzende Kampfmittel wohl anerkannt wer­den könnten, verurteilt der Kronprinz scharf eine Anwendung gleicher Methoden im Frieden. Er sagt dann weiter, dieser propa­gandistische Angriff läßt sich nur daraus erklären, daß die Nationen der Welt fürchten, daß Deutsch, land unter derklarsehenden und energischen Füh­rung des Volkskanzlers Adolf Hitler" sich den Platz an der Sonne zurückerobere, den es einstmals inne hatte.Als Ergebnis der heutigen, internationalen Propaganda, bei der Juden und Marxisten eine führende Rolle spielen", so führt der Kronprinz weiter aus,erhält die Welt ein Bild über Deutschland, das keineswegs den Tat- fachen entspricht. Ich kann mit voller Ueberzeugung feststellen, daß die Weltgeschichte wohl keine an­dere Revolution nennen weiß, die so frei von Ungesetzlichkeiten und Blut­taten durchgesührt worden ist. Diese Tatsache kann auch dadurch nicht aus der Welt geschafft werden, daß eine feindlich eingestellte Presse auch heute noch tagtäglich Greuelmeldungen in die Welt hin­aussendet. Wenn jemals eine Revolution ihre m o - ralische Begründung in der Fairneß ihrer Durck führuna beanspruchen kann, so ist es die deutsche. Zwei Männer sind hier verant- wörtlich, der Reichspräsident v. Hindenburg und der Reichskanzler, Adolf Hitler. Sie haben eine Tat vollbracht, für die ihnen jeder Deutsche ewige Dankbarkeit schuldet. Die Zeit wird kommen, wo die Welt Hitler danken wird, daß er nicht allein Deutschland vor dem Bolschewismus gerettet hat, sondern die gesamte Zivilisation."

Amerikanische Professoren über das neue Deutschland.

N e u y o r k, 11. Sept. (TU.) Zwei amerikanische Professoren, der Dekan der Harvard-Universität Professor Holmes und Professor Nitze von der Universität Chikago, die mit dem deutschen Dampfer Berlin" aus Europa zurückgekehrt sind, äußerten sich eingehend über ihre Rerseeindrücke. Professor Holmes erklärte: Ich habe seit meinem Aufenthalt in Europa gänzlich andere Ansichten über den Hitlerismus. Ich glaube jetzt, daß Deutschland Hitler nötig hatte. Ich war allerdings nicht in Deutschland, sondern habe mir meine Ansicht da­durch gebildet, was ich in Frankreich gehört habe und durch die hitlerfeindliche Haltung der Franzosen, die mir nicht gefiel. Die Franzosen wollen den Krieg. Ich behaupte nicht, daß die sran- zösiscke Regierung den Krieg will, glaube aber, daß viele Franzosen ihn wollen. Die Haupt­sache ist, daß Deutschland gegen die gewaltigen, durch den Versailler Vertrag auferlegten Ungerech­tigkeiten ankämpft und seine Selbstachtung, seine Einheit und das Vertrauen zu sich selbst wieder gewonnen hat.

Professor Nitze glaubt, daß die Hitlerregierung trotz ungeheurer Widerstände die Lösung der Pro­probleme erzielen wird, die ihr gestellt werden. Nitze hat in Deutschland an zahlreichen national­sozialistischen Kundgebungen teilgenommen. Er er- klärte dazu, daß er nirgends irgend welche Zwischen­fälle gesehen habe. Hitler könne unbedingt auf die großen Massen des deutschen Volkes rechnen und werde trotz aller Schwierigkeiten einen nationalen Erfolg erringen.

JRevifton von Versailles ist notwendig!

London, 11. Sept. (WTB.) In einem Leit­artikel zur Abrüstungsfrage vertritt der zur Rothermere-Gruppe gehörigeDaily M i r r o r" die Ansicht, daß früher oder später die Unge­rechtigkeiten von Versailles revi­diert werden müssen. Die öffentliche Mei­nung in Italien und in England sei seit langer Zeit für eine ehrliche Untersuchung dieser gefähr­lichen Irrtümer gewesen. Zweifellos gebe es auch Leute in Frankreich, denen die Gefahr des volnischen Korridors und des ungari­schen Problems deutlich ist.

Zum Besuch des italienischen Korporations- Ministers in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 12. Sept. (WTB.) Die NSBO. ersucht um Aufnahme folgender Notiz: Am heutigen Tage grüßt der Gau Hessen-Nassau, früßt die alte Stadt Rüdesheim und Frank- u r t den Führer der Deutschen Arbeitsfront, Staatsrat Pa. Dr. Robert Ley und den Schöpfer des italienischen Korporationsministeriums und Mitglied des Großen faschistischen Rates Excellenz D o t t a i. Wir begrüßen diesen Besuch deshalb ganz besonders, weil er ein weiterer Schritt ist zur Förderung der herzlichen Beziehungen des deut­schen und italienischen Volkes. Diese Freude wird in festlichen Begrüßungen in Rüdesheim, Darmstadt und Frankfurt zu Tage treten. Ueberall an diesen Plätzen werden die Arbeiter der Stirn und der Faust Gelegenheit nehmen, ihre Führer mit freudigen Herzen zu begrüßen.

Giuseppe Bottai wurde 1895 in Rom ge­boren. Schon in jungen Jahren war er als Jour­nalist tätig. Im Kriege erlebte er die heroisck-revo- lutionäre Weltanschauung, die dazu führte, daß er zu den Begründern des römischen Fascio gehörte. BeimMarsch auf Rom" führte er die abruzzischen Kolonnen. Er wurde als Unterstaatssrekretär in das neugegründete Korporationsministerium berufen. Viele Jahre hindurch leitete er dann als verant­wortlicher Minister diese wichtigste Schöpfung des Faschismus. Von seinem Posten als Korporations­minister trat Bottai zurück, als die von der Welt­krise bedrohte Wirtschaft Italiens eine Autorität vom Range Mussolinis verlangte. Er wurde dann ständiges Mitglied des faschistischen Großrates und des Nationalrates der Korporationen.

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Das Programm sieht vor, daß gegen 13 Uhr Dr. Ley und Minister Bottai mit Booten von Godes-

Das VrandunM von Oeschelbronn.

Zwischen den kahlen Häuserreihen, in denen noch die Ruinen qualmen, steht die Habe der unglücklichen Bewohner.

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Die badische Regierung hielt am Montagmittag eine Kabinettssitzung ab, in der sie beschloß, zunächst für die Brandgeschädigten in Oeschel- bronn eine Lanoesspende von 20 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat die württemberaische Regierung in einer Beileids­depesche 3000 Mark gespendet, des weiteren der Arbeitgeberverband Pforzheim 5000 Mark, die Par­fümeriefabrik Wolfs & Sohn in Karlsruhe 1000 Mark. Um ähnliche Brandkatastrophen künftig zu verhüten, beschloß die Regierung ferner, eine straffere und einheitlichere Zusammenfassung des badischen Feuerlöschwesens durchzuführen. Nach Mitteilung von zuständiger Stelle wird der Ge­bäudeschaden auf e i n e M i l l i o n , der Mobiliar- und Ernteschaden auf eine halbe Million geschätzt. Die Ursacke des Brandes liegt zweifellos in Fahrlässigkeit. Die Ermittlungen haben ergeben, daß der Sohn der Witwe Breiten­stein, in deren Scheune das Feuer ausbrach, mit brennender Pfeife in der Scheune gearbeitet hat.

Der junge Mann wurde, wie bereits gemeldet, mit seiner Mutter in Haft genommen.

Aus Ulm ist, wie bereits angekündigt wurde, eine Pionierkompagnie an der Brandstelle einae- troffen, die mit Sprengarbeiten beschäftigt ist. Das Feuer ist eingedämmt, allerdings müssen einzelne Häuser, die immer noch Gefahren­herde bilden, nieder gerissen werden, des­gleichen Mauern und Kamine, die einzustürzen drohten. Aus den Trümmern züngeln da und dort immer noch die Flammen und dringen Rauch­wolken. Inzwischen ist es glücklicherweise fast wind­still geworden. Das Vieh konnte in den oerfüg- baren Ställen des Ortes untergebracht werden. Die Brandstätte ist in weitem Umfange abgesperrt. Im Orte selbst darf wegen der Sprengungen niemand die Straßen betreten. Während der Nacht hielten Polizei, SA. und SS. die Wache über das im Freien lagernde Mobiliar. Die Rundfunkmeldung, daß das Feuer erneut ausgebrochen sei, wird als unrichtig bezeichnet.

berg kommend, in Rüdesheim eintreffen, dort- selbst Aufstellung von Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront am Rhein-Ufer. Nach kurzer Mittags­pause Besichtigung des Niederwalddenkmals. Dann in Kraftwagen über die rechtsrheinische Uferstraße Biebrich, Mainz-Kastel, Groß-Gerau nach D a r m - Sadt zur Besichtigung des Arbeitsdienstlagers.

on Darmstadt bewegt sich die Kraftwagenkolonne über Langen, Neu-Isenburg nach Frankfurt. Um 20.30 Uhr findet auf dem Opernplatz eine macht­volle Kundgebung der Frankfurter Ver­bände der DeutschenArbeitsfront statt, wobei Dr. Ley, Minister Bottai und Gauleiter Sprenger und andere Führer der Bewegung sprechen werden.

Allseitige Teilnahme an dem Solinger Krastwagenunglück.

Berlin, 12. Sept. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler hat an den SA.-Gruppenführer Polizei­präsident Schepmann aus Anlaß des schweren Automobilunglücks vom Sonntag, dem zehn SA.- Leute zum Opfer fielen, ein Beileidstelegramm ge­sandt:Zu dem schweren Verlust, der Gruppe und Standarte betroffen hat, spreche ich diesen und den Angehörigen der Toten mein aufrichtiges Beileid, den Verwundeten meine Grüße und Genesungs­wünsche aus."

Der preußische Ministerpräsident Hermann G ö ring sandte folgendes Beileidstelegramm:Zu dem furchtbaren Unglück, das sich innerhalb Ihrer SA.-Gruppe ereignet hat, möchte ich Ihnen und den Kameraden Ihrer Gruppe mein tiefstes Mit­gefühl aussprechen. Ich weiß, daß auch diese Ka­meraden in treuer Pslichterfüllungge- fallen sind, und darum leuchtendes Vor­bild sein werden. Ich übersende Ihnen für die Hinterbliebenen, soweit sie in schwierigen Ver­hältnissen sind, 1000 Reichsmark, die ich Sie bitte, dementsprechend zu verteilen."

Der Herr Reichspräsident hat an den Bürgermeister von Solingen folgendes Telegramm gerichtet:Tief erschüttert durch die Nachricht von dem schweren Kraftwagenungluck, dem 46 SA.- Männer zum Opfer gefallen sind, bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Verunglückten meine herzliche Teilnahme, den Verletzten meine besten Wünsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln, von Hindenburg, Reichspräsident/

Reichsminister Dr. Goebbels telegraphierte: Lieber Parteigenosse Schepmann! Zu dem entsetz- lichen Unglück, das Ihre SA.-Gruppe betroffen hat, spreche ich Ihnen mein tiefstes Beileid und herz­lichstes Mitempfinden aus. Der tragische Tod unse­rer Kameraden soll dem ganzen deutschen Volk aufs neue vor Augen führen, wie schwer und gefahrvoll der Dienst der SA. ist. Sie verdient deshalb ganz besonders ihre hervorragende Ehrenstellung in der deutschen Nation. Das furchtbare Unglück bei So­lingen hat uns alle auf das Tiefste bewegt.

Dr. Goebbels."

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Die preußische Regierung hat für die verunglückten neun Bochumer SA.-Männer e i n Staatsbegräbnis bewilligt.

Graf Galen Bischof von Münster.

Rom, 11. Sept. (TU.) Der vatikanamtliche Osservatore Romano" gibt bekannt, daß der Papst zum Bischof von Münster den Grasen Clemens von Galen, Pfarrer der dortigen Lamberti-Kirche, ernannt habe.

Der neue Bischof wurde 1878 zu Dinklage in Oldenburg geboren. Er studierte an der Universität Innsbruck Theologie und Philosophie und wurde 1904 zum Prediger geweiht. Zunächst war er Dom­vikar in Münster, wo sein Onkel Graf Maximilian von Galen damals Weihbischof war. 1905 kam er als Kaplan nach Berlin an die Sankt Matthias-

Pfarrkirche. 1911 wurde er Kuratus an der St. Clemens-Kirche und zugleich Präses der Gesellen- oereine. 1919 wurde er Pfarrer an der Sankt Matthias-Kirche in Berlin. Nach zehnjähriger Tätig­keit wurde er dann als Pfarrer an der St. Lam­berti-Kirche nach Münster zurückberufen.

Die ML-Staaten gegen eine Intervention der LISA, in Kuba. Ein argentinischer Schritt in Washington.

N e u y o r k, 10. Sept. (Reuter.) In einer dem amerikanischen Botschafter in Buenos Aires über­gebenen Note begrüßt Argentinien die Nachricht, daß Präsident Roosevelt nicht w ü n s che, in Kuba einzugreifen. Die Note sagt, Ar­gentinien zweifele nicht daran, daß Präsident Roose­velt imstande sein werde, seine erhabenen Grund- sähe aufrechtzuerhalten, welchen Gang die Ereig­nisse auf Kuba auch nehmen würden. Ferner wird in der Note erklärt, junge Nationen könnten ihr Schicksal nur selbst gestalten, wenn man sie sich selb st überlasse.

Newyork Herold Tribüne" bemerkt dazu, die Note sei als ein deutlicher Wink an die Vereinigten Staaten aufzufassen, unter keinen Um­ständen zu intervenieren und bedeute eine Aeuße- rung des Mißfallens über d i e starke Ansammlung amerikanischer Kriegs­schiffe in den kubanischen Gewässern. Ferner wird gemeldet, daß Chile die Anregung der mexi­kanischen Regierung billige, wonach Argenti­nien, Brasilien und Chile in Kuba freundschaftliche Vorstellungen machen sollten, damit die dortigen Meinungsverschiedenheiten sobald wie möglich ge­regelt werden könnten.

Aus aller Welt.

Grotzfeuer in Bautzen.

Am Montag kurz vor Mitternacht brach in der Frankensteinschen Kunstmühle von Heinrich P r o b st in Bautzen ein Orofe feuer aus, das in kurzer Zeit einen riesigen massiven Getreidesilo und einen großen Getreidespeicher erfaßte. Der Brand griff mit ungeheuerer Schnelligkeit um sich, zerstörte die Dachdiele und Obergeschosse beider Gebäude binnen kurzem und gefährdete durch starken Funkenflug etliche Nachbargebäude. An der Brandstätte waren mehrere Löschzüge aus Bautzen und der Umgebung tätig. Kurz nach 1 Uhr morgens war man dabei, wenigstens einen Teil der riesigen Getreidevorräte in Säcken zu retten und die Möbel aus den stark gefährdeten Nachbargrundstücken in Sicherheit zu bringen. Die Brandurfache konnte bisher nicht ermittelt werden. Das Vieh Pferde, Rinder und Schweine konnte gerettet werden, desglei­chen das gesamte nichtoersicherte Mobiliar aus dem Wohngebäude. Der Maschinen- und Gebäudescka- den, der durch Versicherung gedeckt ist, beläuft sich auf über 200000 Mark. Der Schaden an ver­branntem und verdorbenem, nur zum Teil ver- sicherten Getreide und Mehl, insgesamt ungefähr 15 000 Zentner, beträgt über 100 000 Mark. Gegen 4 Uhr morgens war der Brand lokalisiert. An dem Rettungswerk hatten außer der Feuerwehr auch SA. und SS. hervorragenden Anteil.

Lin thüringisches Schloß in Flammen.

Im Schloß von Gehren bei Ilmenau (Thüringen), in dem ein Arbeitsdienstlager, das Amtsgericht, die Kreissparkasse und das Standesamt untergebracht sind, brach Montag mittag ein Brand aus, der sich in kurzer Zeit zu einem Großfeuer ent­wickelte. Der Brand war im Dachstuhl entstanden, fraß mit großer Schnelligkeit nach allen Seiten weiter und griff auch auf den Turm des Schlosses über. Obgleich die Wehren des Ortes und der Um­gebung bald zur Stelle waren, vermochte man dem

Brande feinen Einhalt zu gebieten. Das gesamte Schloßgebäude, das viele Jahrhunderte überdauert hatte, brannte bis auf das erste Stockwerk nieder. Die Ursache des Feuers konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Es verlautet, daß an mehreren Stellen zu gleicher Zeit Feuer ausgebrochen fei, so daß der Verdacht der Brandstiftung naheliegt. Der durch den Brand' verursachte Schaden ist außerordentlich groß. Die Inneneinrichtung des Schlosses, soweit sie noch vorhanden war, ist den Flammen zum Opfer gefallen. Die kostbaren un- ersetzlichen Gobelins, der Hirsch-Saal mit der Ge- denktasel für die im Weltkriege gefallenen Turner von Gehren wurden vernichtet. Durch Flugfeuer waren einige Häuser in der Nachbarschaft in Brand gesetzt worden, doch gelang es den Wehren, die von der Einwohnerschaft und SA. in ihrem Rettungs­werk tatkräftig unterstützt wurden, größeres Unheil zu verhüten.

Neues Großfeuer in Vaden.

Die Einwohnerschaft von Philippsburg wurde am Montag früh durch Feueralarm aus dem Schlafe geschreckt. Im Wohnhaus eines Bahn- arbeiters war ein Brand ausgebrochen, der sich mit großer Schnelligkeit ausdchnte und trotz der größten Anstrengungen der Feuerwehren im Verein mit SA., Polizei und Freiwilligem Arbeitsdienst binnen kurzem auf ein Wohnhaus sowie drei mit Erntevorräten gefüllte Scheunen Übergriff und sie in Asche legte. Auch hier waren wie in Oescheldronn die Löscharbeiten infolge des durch die lange Trocken- heil verursachten Wassermangels sehr er­schwert. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.

Anschlag auf einen Führer der NSDAP, im Saargebiet

In Hostenbach (Saargebiet) wurde auf die Wohnung des Führers der NSDAP., Kassel, ein Schuß abgegeben, der ins Schlafzimmer drang. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Täter konnte bisher nicht ermittelt werden.

Fliegertrauung in Hamburg.

In Eppendorf fand die Trauung des Pour- le-m^rite-gliegers und Geschwaderführers Theo Dfterfamp mit der Hamburger Sport­fliegerin Gudrun-Maria P o g g e statt. Als Gast war u. a. auch der frühere Kronprinz an­wesend. Bei der Festtafel gab Staatssekretär Milch u. a. bekannt, daß Reichsluftminister General Göring dem jungen Ehemann den Dolch f ü r besondere Verdien st e verliehen hat, eine Ehrung, die zum erstenmal vergeben worden ist.

Graf Zeppelin" an der afrikanischen Küste.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" hatte auf seinem Rückflug nach Friedrichshafen am Montag um 7 Uhr MEZ. bereits die nord- afrikanische Küste bei Cap Juby erreicht. Es fährt im Nord-Passat bei heiterem, sichtigem Wetter.

Prämie von 500 000 Mark gezogen.

In der letzten Vormittagsziehung der Preu­ßisch-Süddeutschen Klassen-Lotterie wurde die Prämie von 3000 Mark und die Zu­schlagsprämie von 5 0 0 0 0 0 Mark auf die Num­mer 102950 gezogen. Das Los wird in der ersten Abteilung zu Achtellosen in Brandenburg und in der zweiten Abteilung zu Diertellosen in Hessen- Nassau gespielt.

Das Kraftwagenunglück in Solingen.

In den städtischen Krankenanstalten in Solingen befinden sich noch 17 Schwer- und fünf Leichtver­letzte. Einer der Schwerverletzten schwebt noch in Lebensgefahr, so daß das grauenvolle Unglück wahrscheinlich ein 10. Todesopfer fordern wird. Wie dieDolksparole" mitteilt, findet die feierliche Beisetzung von Solingen am Dienstag statt und zwar werden die neun Särge gemeinschaftlich auf einem Lastwagen der Heimat entgegengefahren. Die Solinger Standarte 53 gibt den Toten bis zur Stadtgrenze das Ehrengeleit.

Rechnungsrat klumpp in Straßburg verhaftet.

Die Straßburger Polizei hat den Rechnungsrat bei der badischen Sozialversicherung, Heinrich Klumpp, verhaftet, der von den deutschen Behörden wegen Unterschlagung gesucht wird. Da gegen Klumpp ein Auslieferungsverfahren an­gestrengt worden ist, wird das Kolmarer Gericht demnächst zu beschließen haben, ob der Ausliefe­rungsforderung stattgegeben werden soll ober nicht.

Fallschirmabsprung aus 3200 Meter höhe.

Fliegerleutnant S t a n i l a n d, einer der be­kanntesten englischen Flieger, verlor bei einem Flug über Middlesex in 3200 Meter Höhe die Gewalt über seine Maschine. Er sprang ab und landete unverletzt mit Hilfe seines Fallschirmes.Daily Mail" zufolge handelt es sich um den Probeflug mit einem neuartigen Flugzeug, dessen Konstrik­tion geheim gehalten werde.

Acht Todesopfer eines Autounglücks in Italien.

, Ein schreckliches Unglück ereignete sich an der Bahnstrecke Arezzo Chiari. Als ein mit acht Per­sonen besetzter Kraftwagen in der Nähe von Fräs- fineto den Bahnübergang überqueren wollte, wurde er von dem im gleichen Augenblick ankommenden Schnellzug RomFlorenz erfaßt und etwa 500 Meter mitgeschleift. Alle acht Personen fanden den Tod.

Schwere veckehrsunfälle in Frankreich. Sieben Todesopfer.

Ein Lastkraftwagen wurde an einem Bahnüber­gang bei Aix-les-Bains vom Lyoner V-Zug ü b er­sah r e n. Von den fünf Insassen des Autos waren drei auf der Stelle t o t. Bei Montauban stürzte ein mit vier Personen besetztes Auto in den Ka­nal. Alle vier ertranken.

Wettervoraussage.

Die Wetterlage geht einer Umgestaltung entgegen. Da über Mitteleuropa Barometerfall eingesetzt hat, ist das gestern noch von Island bis zum Balkan sich erstreckende Hochdruckgebiet bedeutend geschwächt worden und in zwei Teile zerfallen, von denen sich der eine in nordwestlicher und der andere in süd­östlicher Richtung fortbewegt. Die seither über Frankreich gelegene Tiefdruckstörung kann sich jetzt mehr nach Deutschland hin entfalten, nachdem sich auch über Dänemark bereits ein flacher Wirbel ge­bildet hat. Es wird daher besonders in höheren Luftschichten feucht-milde Lust heranbefördert, die beim Aufgleiten auf die noch vorgelagerte kontinen­tale Luft Anlaß zu Wolkenbildung und später auch au Niederschlägen geben wird. Durch den Wolken­schirm findet ein Ausgleich der scharfen Temperatur- geaensätze zwischen Tag und Nacht statt.

Aussichten für Mittwoch: Meist wolkig, Temperaturen zwischen Tag und Nacht sich aus­gleichend, einzelne Niederschläge.

Aussichten für Donnerstag: Im gan­zen mild, weiterhin Neigung zu Niederschlägen.