nr. 187 ^rühauSsabe
185. Jahrgang
Samstag, 12. August 1933
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschcin undfürdenAn- zeigenteil i.D. Th.Kümmel sämtlich in Bietzen
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Frankreichs Saaroffensive.
Von Th Doqel-Äerli
Wer in Deutschland noch daran gezweifelt hat, daß m T.e nJ,5e,d) &ic Saarfrage noch vor der -uolrsQbfhmmung durch Gewalt zu lösen beab- flchtigt, dem werden die Augen durch einen Leit- o^tikel geöffnet, den die Leitung „Figaro"
213) am 1. August veröffentlichte. Augenschein- lich halt man es jenseits der Vogesen nicht mehr für notwendig, seine räuberischen Absichten gegenüber der deutschen Saar noch irgendwie schamhaft zu verschleiern. Man wirft deshalb jede Maske ab und 3cigt (ein wahres Antlitz. Bereits die Ueberschrift des „Figaro"-Artikels, die sogar für die Eingeweihten des Saarproblems in Deutschlands immerhin überraschend ist, zeigt sich von bemerkenswerter Offenheit; sie lautet nämlich: „Warum zögern wir »och, im Saargebiet zur Offensive u b e r z u g e h e n ? " Gleichzeitig stellt der Artikelschreiber fest, daß leider die öffentliche Meinung Frankreichs über die Bedeutung der Saarfrage völlig unzureichend unterrichtet sei und sich durchaus kein wahres Bild über die Heftigkeit des Kampfes mache, der dort entbrannt fei.
^5 folgt nun ein Wutausbruch des Verfassers einmal über die bedeutende Abwehrarbeit des Bundes der Saaroereine, dessen vaterländische Tätigkeit Frankreich 14 Jahre hindurch an der Saar zu fühlen bekam, anderseits über die Veranstaltungen, die das Deutsche Reich in jüngster Zeit unter Hinzu- Ziehung unserer saarländischen Volksgenossen abgehalten hat und noch weiterhin vorbereitet. Selbst die harmlosen Kundgebungen, wie die deutscher Gesang- und Turnvereine, werden in diesem Zusam- menhang dem französischen Leser als schwere Bedrohungen der französischen Sicherheit dargestellt. Es wird dann behauptet, der deutsche Terror gegen die Anhänger Frankreichs an der Saar verstärke sich von Tag zu Tag. Demgegenüber werden die von der angeblich neutralen Saarregierung erlassenen Verbote zahlloser reichsdeutscher, sowie deutsch gesinnter Saarblätter und die Massenentlassungen von Arbeitern, die sich zu ihrem Deutschtum bekannt haben, durch die französische Grubendirektion als „harmlose und völlig unzureichende" Gegenmaßnahmen hingestellt. Und dann wird die große Trumpfkarte auf den Tisch geworfen; wörtlich heißt es da:
„Wir Franzosen verfügen indessen über wirkliche Waffen, und wenn wir mit deren Anwendung zögern, so ist das ein lächerliches Unrecht, weil uns dabei eine übertriebene Achtung vor dem fair p 1 a y bestimmt. Vor solchen Gegnern, die vor nichts zurückschrecken, steht man schon im voraus als Besiegter da, wenn man nicht mit äußer st er Gewalt han- d e I t!"
Wer die französische Einstellung zur Saarfrage infolge jahrelangen Sludiums kennt, der weiß, was solche Worte in Wirklichkeit bedeuten. Da die S a a r- bevökkerung mit verschwindend geringen Ausnahmen kerndeutsch ist, ist Frankreich an der Saar tatsächlich „im voraus besieg t," wenn es fair play treibt, d. h. IegaIund ungestört die Volksabstimmung z u - standekommen läßt. Wir sind den französischen Saarpolitikern dankbar dafür, daß sie ihre Karten so offen aufdecken. Wenn sich auch jeder deutsche Volksgenosse von vornherein darüber klar war, daß die systematische Verbreitung von Greuel! ü gen über angeblich deutschen Terror an der Saar hur zur Begründung kommender französischer Gewaltmaßnahmen bienen sollte, so ist doch jetzt der letzte Zweifel darüber zerstreut, zu welchem Zwecke die französische Saarpropaganda der gesamten Welt diese Märchen aufgetischt hat.
In diesem Zusammenhang möge der vom „Figaro" veröffentlichte Hetzartikel wiederum für sich sprechen: „Es ist notwendig, daß die französische Regierung aus ihrer Neutrali- tüt herausgehe und vor aller Wett (Urbi et Orbi) kundtue, daß, wenn die Ehre des Völkerbunds in der Frage der Freiheit und Sicherheit der Saarabstimmung auf dem Spiele stehe, die Ehre Frankreichs es erfordere, diejenigen zu schützen, die sich an der Saar für seine Sache opfern."
Fragt man nun, worin die „wirklichen Waffen" Frankreichs zur Verteidigung feiner angeblichen Saarehre bestehen, so bekommt man auch hierauf vom „Figaro" eine ziemlich unverblümte Antwort: Zwar sei der Kampf um die Volksabstimmung an der Saar ein getarnter Krieg (une guerre larv^e), doch sei dies bereits während dieses ganzen „Zustandes eines bewaffneten Friedens", angefangen vom 11 November 1918. der Fall gewesen. Frankreich habe im Eaargebiet die allergrößten Erfolgsaussichten. Es fehle ihm nur die notwendige Entschlossenheit, diese auch unter vollem Einsatz auszunutzen.
Ein derartiges Zugeständnis französischer Gewaltherrschaft an der Saar vom November 1918 bis zum heutigen Sage haben wir bisher in der französischen Presse noch nicht gefunden. Die Saarbevölkerung hat leider nur zu sehr am eigenen Leibe erlebt, wie dieser „getarnte Krieg" von feiten Frankreichs geführt worden ist- Gibt man solches heute in Paris schon offen SU, wie furchtbar wird dann erst die nackte Gewalt gegen öic Saar aussehen, zu der ich übrigens neuerdings nicht nur der „Figaro" und andere Organe der französischen Rechten, sondern auch eine große Neihe scharf links gerichteter pazifistischer Blätter Frankreichs bekannt haben
Skandalöser Grenzzwischenfall -ei Traunstein.
Ein österreichischer Heimwehrmann macht bei einem Besuch des Neichsstatthatters von Württemberg von der Schußwaffe Gebrauch.
Stullgarl.il. Aug. (OB.) Unter der Heber- fdjrift „SkandalöferGrenzzwifchenfall“ berichtet der „NS.-Kurier" von einem Vorkommnis in der Nähe von I r a u n ff e i n, wo der würllem- bergische Reichssialthaller feinen Urlaub verbringt. Der Reichsflalthaller kam in Begleitung mehrerer Herren bei einem Ausflug an die baye- rifch - österre 1 chifche*Grenze bei Klobenstein. Da die Inschrifttafel an der österreichischen Grenze entfernt worden war, wurde ein Heimwehrmann aus einem österreichischen Grenshäuschen herbeigerufen. Er kam mit Karabiner und aufgepflanztem Seitengewehr und erklärte, die Jnfchrifttafel fei auf höhe- ren Befehl entfernt worden. Einen Herren aus der Begleitung forderte er auf, fein Parteiabzeichen abj ulegen. Als der Reichsftatt- Halter sich in der Richtung des bayerischen Hoheitgebietes entfernt und eine wegkrüm- mung erreicht hatte, rief ein Schüler aus München, der sich in der Gesellschaft befand, „h e i t h i t t e r!“, worauf der heimwehrmann in Anschlag ging und einen scharfen Schuß in der Richtung des ihn beobachtenden SS.-Mannes Benk abgab.
Der „NS.-Kurier" bemerkt dazu: „wenn auch die äugel fehl ging, so beweist doch der Zwischenfall in einwandfreier Weise, welche verbrecherische Gesinnung die Starhemberg-Söldlinge gegen alles Deutsche an den Tag legen.“
Wie ENB.-Dienst ergänzend meldet, handelt es sich bei dem einen Herrn aus der Gesellschaft des Reichsstatthalters von Württemberg, den der heimwehrmann aufforderte, fein Parteiabzeichen abzu- legen, um Dr. Menzel aus Stuttgart, während sich weiter Herr R e i s ch l e vom Südfunk in Stuttgart in der Begleitung befand.
Gin angeblicher Attentatsplan gegen Starhemberg.
Wien, 11. Aug. (TU.) Der Landessicherheits- direktor für Oesterreich teilt einen angeblichen A n - schlagsversuch gegen den Bundesführer des Heimatschutzes Ernst Rüdiger von Star- Hemberg mit, der allzu deutlich den Stempel der Unwahrscheinlichkeit trägt.
Danach habe ein stellungsloser Gutsverwalter Franz Wolf den Polizeibehörden in Linz mitge- teitt, daß er bei einem Aufenthalt in Deutschland von dem früheren Gauleiter der NSDAP, in Oberösterreich, Andreas Bolek, der sich augenblicklich in Passau aufhätt, veranlaßt worden sei, einen Sprengstoffanschlag gegen den Fürsten Starhemberg durchzuführen. Zur Einholung näherer Weisungen für die Durchführung des An- schlages sei er an den SA.-Führer Brunner in Linz verwiesen worden. Brunner habe ihm jedoch geraten, aus Linz zu verschwinden, und habe ihm auch noch zehn Schillinge Reisegeld zur Rückreise nach Deutschland gegeben. Da er, Wolf, aber seine Internierung in Deutschland befürchtet und sich andererseits auch in Linz nicht mehr sichergesühtt habe, habe er die Angelegenheit den Polizeibehörden zur Anzeige gebracht.
Der SA.-Führer Brunner, der ebenso wie der Linzer Kaufmann Gustav Nobel, der früher Bezirksleiter der NSDAP, war, verhaftet und ins Polizeigefängnis eingeliefert wurde, hat, wie es in dem amtlichen Bericht heißt, bei feiner Vernehmung zugegeben, daß er Wolf aus Mitleid das
GeldfürdieRückreifenoch Deutschland gegeben habe. Im übrigen habe Brunner ebenso wie Nobel jede Kenntnis von einem angeblichen Plan eines Anschlages auf den Fürsten Starhern- bera in Abrede gestellt.
"lles, was bisher über diese Angelegenheit mit- geteilt wird, klingt so unwahrscheinlich, daß es sich wohl um eine noch dazu recht ungeschickt aufgemachte bestellte Arbeit handeln dürfte.
Bericht eines ausgewiesenen Zeitungskorrespondenten.
München, 11. Aug. (£11.) Am Freitag- abend sprach im Bayerischen Rundfunk der frühere Wiener Korrespondent der „Münchener Zeitung", Hermann Hönig. über feine Ausweisung aus Wien. Er schilderte die einzelnen Vorgänge der Verhaftung und der Verhöre und gab der Ansicht Ausdruck, daß der Ausweisungsbeschluh gegen ihn von vornherein geplant war und die Verhöre nur Formsache waren. Bekanntlich wurde Hönig nach Salzburg abgeschoben. Für diese Maßnahme kann die österreichische Regierung nicht einmal das Betätigungsfeld für die NSDAP, geltend machen, denn
von den vier verhafteten Korrespondenten reichsdeutscher Blätter war nur ein einziger auch parteimäßig Nationalsozialist, während die drei
übrigen der NSDAP, nicht angehörten.
Der verhaftete Korrespondent der „Germania", Riedl, war sogar Kartellbruder der Herren Dollfuß und S ch u s ch n i g. Sein einziges „Verbrechen" war, die Politik des Bundeskanzlers Dollfuß nicht immer glücklich gefunden zu haben. Der Kampf gegen den Nationalsozialismus habe, so
führte der Redner aus, das eine gute, daß er olles, was wirklich nationalsozial ist, zusammenbringe. Doch die nationalen Verbände, die die Regierung gestatte, dienten nur dazu, ihr ein nationales Aushängeschild zu bieten. Wer national sei, müsse auf der Seite Adolf Hitlers st e h e n.
3n Oesterreich wachse heute der Nationalsozialismus an dem widerstand, den man ihm entgegensetze. Die Gegensätze verschärften sich immer weiter. Die Erbitterung der Nationalsozialisten werde immer größer und größer.
An der Explosion dieser unerträglichen Erscheinung könne aber niemand ein Interesse haben. Wolle man wirklich Frieden schaffen, so müsse man dem Nationalsozialismus sobald wie möglich auch in Oesterreich sein Recht geben.
Verurteilung „mutmaßlicher Anstifter" in Innsbruck.
Innsbruck, 11. Aug. (WTB.) Die Polizei hat den Oberstleutnant d. R. Ferdinand v. L ü - tzow und den Privatbeamten Eberhard Quirs- f e l d zu je sieben Wochen Arrest und zur gemeinsamen Zahlung von 250 Schilling an die Tiroler Heimwehr-Hilsspolizei als Buße verurteilt. Die Verurteilten wurden dafür verantwortlich gemacht, daß unbekannte Täter auf die Felswände der Innsbrucker Berge Hakenkreuze aufzeichneten und nachts andere Hakenkreuze hoch über dem Inntal auf leuch ten ließen. Es ist dies die erste Verurteilung unter Haftbarmachung der mutmaßlichen Anstifter ohne Verhaftung und Bestrafung der wirklichen Täter.
Der Aufmarsch der irischen Blauhemden verholen.
Dublin, 12. Aug. (WTB.) Die Regierung! des Irischen Freistaates, die sich gestern abend in einer fiabinettsfifjung unter dem Vorsitz de valeras mit dem für den kommenden Sonntag geplanten Propagandaaufmarsch der faschistischen „Blauhemden“ befaßte, hat diese Kundgebung verboten.
Oie Vorbereitungen der Blauhemden.
ßonbon, 11. Aug. (WTB.) Während das irische Kabinett heute über ein Verbot der faschistischen Parade am Sonntag beriet, hat General O'Duffy Anweisungen für den Marsch seiner Anhänger erteilt. Als Tracht sind Blauhemden, schwarze Krawatten, dunkle Hosen und keine Kopfbedeckung vorgeschrieben. Der G e n e r a l wird selbst mit verschiedene Mitgliedern des Parlaments an der Spitze des Zuges marschieren, der von 100 Be- rittenen angeführt wird und aus 15 Kompagnien bestehen soll. Nach der Rede des Führers beim Denkmal der in der irischen Revolution erschossenen Freiheitskämpfer, wird sich der Zug nach deren Gräbern begeben. General O'Duffy und der frühere Präsident Cosgrave erklärten, keinen Staats- streich zu beabsichtigen. Die Regierung hat in- dessen alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, und wie „Star" berichtet, Jollen in den Regierungsgebäuden in der Nähe des Denkmals 60MannmitMau- fern, Maschinengewehren und Trä- I
nenggasbomben in Bereitschaft stehen. Die Blauhemden der Nationalgarde sind unbewaffnet.
Wie verlautet, sind geheime Verhandlungen zuin Zwecke einer Bereinigung der Partei des Exvrösi- denten Cosgrave mit den Anhängern des Generals O'Duffy im Gange. Letztere haben offiziell den faschistischen Gruß eingeführt.
Die Areihejts-Kämpser-Aerbü'nbe in Estland verboten.
Reval, 11. Aug. (XU.) Die estnifche Regierung Xoennlffon hat auf dem Verordnungswege für das gesamte Staatsgebiet Estland den Ausnahmezustand verhängt und ferner sämtliche Freiheitskämpfer- verbände verboten und aufgelöst. Das Organ der Freiheitskämpfer „Der ftampf“ wurde beschlagnahmt. Ferner wurden sämtliche sozia- listischen Iugend - und ttampfverbände verboten und aufgelöst. Für die gesamte Presse ist eine Vorzensur eingeführt worden. General 3 o n f o n , der Kommandant der Revaler Division, ist zum Ehef der esl ländischen Innenoerteidigung ernannt worden. Das vermögen der geschlossenen verbände wurde sichergestellt. Soweit bisher bekannt ist, ist die Auflösung der Verbände reibungslos erfolgt.
Die Begründung für die Neigung zur Gewalt.
London, 11. Aug. (TH.) Nach einer Meldung von „Times and Tide" besagen die zur Zeit aus dem Saargebiet bei dem französischen Geheimdien st einlaufenden Berichte übereinstimmend, daß die überwiegende Mehrheit der Saarbevölkerung die Wiedervereinigung mit Deutschland verlangt. Die französischen Berichte machen hierfür den Einfluß des Nationalsozialismus verantwortlich. (Bekanntlich war es niemand anders als die französische Saarpropaganda, die der Wett einzureden versuchte, daß der Sieg des Nationalsozialismus in Deutschland einen für Frankreich günstigen Einfluß bei der Saarabstimmung zur Folge haben würde. D. Red.) „Times and Tide" erklären dagegen mit Recht, daß das Verlangen der Mehrheit der Saarbeoölkerung nach Rückgliederung an das Reich nicht zu überraschen brauche, weil die Bevölkerung durchweg deutscher Abstammung sei, fügen dann aber den mysteriösen Satz an, daß Frankreich alles daransetzen werde, um das im Saargebiet z u retten, was es sich dort zu seinem eigenem Vorteil geschaffen habe. Zum Schluß folgt die Feststellung, daß sich jetzt die „ersten Schattenzeichen" der Saarabstimmung bemerkbar machten.
Gigli dankt dem Kanzler-.
Berlin, 11. Aug. (TU.) Beim Überschreiten der deutschen Grenze hat der Führer der italienischen
Avanguardisten, Legionskommandant G i g l i, dem Herrn Reichskanzler in einem sehr herzlich gehaltenen Telegramm den Dank für die Aufnahme in Deutschland ausgesprochen.
falsche Gerüchte
über Vizekanzler von Popen.
Berlin, 11. Qlug. (CNB.) Don zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Die in einem Teil der ausländischen Presse in den letzten Tagen auf» tauchenden Gerüchte, daß der Dizekanzler von P a p e n sich um den Posten des deutschen Bo tschafters in Paris bemühe, sind vollständig aus der Luft gegriffen und entsprechen in feiner Weise den Tatsachen.
Der Neichsparieiiag der NSDAP.
Nürnberg, 11. Aug. (TU.) Das Programm für den R e i ch s p a r t e i t a g der NSDAP, wird nunmehr von der NSK. veröffentlicht. Die Tagung beginnt am Mittwoch, 30. August, mit einem Empfang der Parteiführer und der Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden durch die Stadtvertreter im Rathaussaal um 20,30 Uhr. Vorher läuten alle Kirchenglocken Nürnbergs den Parteitag ein. Am Donnerstag nachmittag spricht der Füh - r e r auf dem großen Frauentag in der Luit- pold-Halle. Sodann beginnen die Sondertagungen.
Am Freitag findet dergroßeParteikongreß statt, der vom Stellvertreter des Führers, Rudolph Heß, eröffnet wird. Nach einer Begrüßung durch den Gauleiter Julius Streicher verliest Gau- (eiter Adolf Wagner eine Proklamation des Führers. Nach Vorträgen über Rassenfragen und Außenpolitik spricht der Führer, der später nochmals auf der Kulturtagung das Wort nehmen wird. Am Samstagvormittag ist ein 21 m t s m altera p pell, am Nachmittag eine Kundgebung der Hitlerjugend. Monftrekonzerte der SA.- und SS.-Kapellen und das geroaltiofte Feuerwerk der Wett. Am Sonntag nimmt der Füh- rer auf dem Adolf-Hitter-Platz den Vorbei- marsch der SA. ab.
{Jür den Reichsparteitag der NSDAP, werden besondere P h o t o a u s w e i s e nicht ausgestellt. Lediglich die Photoberichterstatter der großen Zeitungen und Büros erhalten Presseausweise. Allgemeines Verbot des Photo- graphierens wird nicht erlassen werden. Es steht also den sonstigen Photographen frei, im Rahmen der diensttuenden SA., SS. und Polizei private Aufnahmen zu machen.
Es wird neuerlich davor gewarnt, mit der Möglichkeit von privater oder sonstiger Unterkunft in Nürnberg zu rechnen. Alle Hotels und erfaßbaren Privatquartiere kommen lediglich durch die Organisationsleiter zur Verteilung. Auch für private Begleitpersonen von Pressevertretern können Quartiere nicht gestellt werden.


