Ausgabe 
12.5.1933 Frühausgabe
 
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Oer neue Parthenon.

Von unserem ständigen C. K.-Berichterstatter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Athen, im Mai.

Vor 245 Jahren, am 26. September 1687, abends 7 Uhr, schoß ein Artillerieoffizier der Republik Ve­nedig, kein Lüneburger Leutnant, wie die Welt fo gerne dichtet und diesen zweifelhaften Ruhm den Deutschen anhängen möchte sein Geschütz auf den Parthenon ab, mit fürchterlicher Wirkung: der Parthenon zerriß in zwei Stücke, die riesigen dori­schen Marmorsäulen hoben-sich in die Luft, barsten auseinander und die schweren Tstchentrommeln und umjliegenden Marmorstücke töteten^Al^Mann der türkischen Besatzung. Der Schuß hatte das^vi Par­thenon von den Türken unlergebrachte PulvelTrtaga- zin getroffen und die zerstörende Explosion hervv^- gerufen. Drei Tage später mußte sich der türkisch^ Kommandant zur Uebergabe der Festung Akropolis entschließen.

Francesco M o r o s i n i beabsichtigte, einenTri­umph" nach Hause, nach Venedig zu schicken. Hatte er bereits nach seiner Landung im Piräus am 21. September 1687 zwei Marmorlöwen nach Ve­nedig bringen lassen, die heute noch aus dem Mar- kusplatz dort zu sehen sind, so wollte er die schö­nen Giebelfiguren des Parthenon ebenfalls nach Venedig schicken, um die Kunstschätze der Lagunen­stadt zu mehren. Doch den ungeschickten Arbeitern entglitten die Instrumente, der Giebel stürzte, und das herrliche Marmorwerk zerschellte am Boden.

Ungefähr 239 Jahre lang blieben die Säulen so liegen, wie sie durch jene denkwürdige Explosion umgelegt worden waren. Manche erinnerten mit ihren runden Säulentrommeln an umgefallene, riesengroße Geldrollen, wie man sie aus den Zahl­brettern der Banken sehen kann. Kein Wunder, daß die am Boden so seit Jahrhunderten ruhenden Mar­morkolosse direkt zum Ausbau einluden, allerdings war die gelehrte und die kunstverständige Welt ge­teilter Meinung, und viele waren der Ansicht, den Parthenon in seiner klaffenden Verwundung weiter auf die Menschheit wirken zu lassen. Doch schließlich hatte man die Propyläen, den Niketempel und noch manches andere kleinere oder größere Bauwerk zu seinem Vorteile wieder aufgerichtet, auch haben die Griechen dieseRestauration" sehr geschickt und wür­dig, nur mit dem antiken und nur dort, wo es die Stabilität erforderte, mit neuem Material durchge- iührt.

Sie Nordseite des Parthenon wurde in den Jah-

und das Reichsbanner. Die getarnten, an­geblichen Privatbetriebe, deren d i - rektcr Zusammenhang mit der SPD. erwiesen ist, wurden ebenfalls von den Maß- «ahmen erfaßt. Befreit von der Beschlagnahme wurden die Konsumgenossenschaften und deren Bermögensbestände sowie selbstverständlich die Gewerkschaften.

Oie Bundesschule des AOGB. bei Bernau.

Berlin, 11. Mai. (ERB.) Der Führer der Arbeitsfront, Staatsratspräsident Dr. Ley, be­sichtigte heute mit seinem Stab die Bundes­schule des AD G B. bei Bernau, in der bisher Funktionäre für die FreienGe- werkschaften herangebildet wurden. Bei dieser Gelegenheit wurde beschlossen, der Schule ihren bisherigen Namen zu be­lassen, die Gebäude aber zunächst für die Re ich s- führerschule der RSBO. zu verwenden. Zum Leiter der Reichsführerschule wurde Dr. S ch r e i t e r, Hamburg, ernannt

Reichsstatthalter Sprenger wieder in Frankfurt.

Begeisterter Empfang auf dem Frankfurter Flugplatz.

Frankfurt a. M., 11. Mai. (WSN.) Heute um 15 Uhr traf auf dem hiesigen Flugplatz der R e i ch s st a t t.h a l t e r für Hessen, Gau­leiter Sprenger, von Berlin kommend ein. Neben den Vertretern der Parteileitung, der SA. und SS., halle sich trotz des ungünstigen Wetters e i n e z a h l- reiche Menschenmenge eingefunden, die den Reichsstatthalter lebhaft begrüßte. Nach der Landung des Flugzeuges überreichten Kinder dem Statthalter Blumen. Der PräsidentderOber- postdirektion begrüßte darauf Statthalter Sprenger namens der gesamten Postbeamtenschaft Hessen-Nassaus. Die Postbeamten seien swlz dar­aus, daß aus ihren Reihen ein Mann hervor- gegangen sei, dessen Anteil an dem Neubau des Reiches nicht gering sei. Insbesondere begrüßten sie es, daß Reichsstattyalter Sprenger gleichzeitig mitder Leitungder Beamtenschaft für das ganze Reich betraut sei.

Reichsstatthalter Sprenger dankte dem Präsi­denten für seine Worte^ die. er alsden Ausdruck desunerschütterlichenVertrauenssei- ncr ehemaligen Kollegen betrachte. Wenn auch der Führer ihm durch die Betrauung mit dem neuen Amte sein Vertrauen erneut bekundet habe, so sei das doch für ihn kein Grund, nun auszuruhen, sondern es sei ein neuer Ansporn, weiter- z u t ä m p f e n für das Vaterland. Es sei heute die Pflicht eines jeden, feine ganze Kraft einzusetzen, um die neue Volksgemeinschaft aufzubauen. Erst, wenn cs gelungen sei, den deutschen Arbeiter aus feiner Isolierung herauszureißen und wieder in das Volksganze einzugliedern, könne man sagen, daß die Grundlage geschaffen sei zur Glückseligkeit unseres gesamten Volkes. Nach einem Heil aus das gesamte schassende Volk, auf unser deut­sches Vaterland und seinen Führer Adolf Hitler und dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes, begab sich der Reichsstatthalter mit seiner Begleitung zu seinem Wagen, den er selbst zur Stadt steuerte. Sauberkeit in der preußischen

Kommunalverwaltuna.

Berlin, 11. Mai. (Amtlich.) Ministerpräsident Göring hat eine Verfiigung erlassen, in der es u. a. heißt: Die Verordnung über die Behebung von Mißständen in der gemeindlichen Verwaltung vom 22.März 1933 hat das Ziel, eine von pri­vaten Interessen möglich st unbeein­flußte Willensbild ung in den Ge­meinden und Gemeindenverbänden sicher^ustellen. Diese gesetzlichen Vorschriften wer­den sedoch ihren Zweck nur dann erfüllen, wenn d i e leitenden Beamten der Gemeinden und Gemeindcverbände sowie die Aufsichtsbe­hörden auch über den Rahmen der Verordnung hinaus jedes eigennützige Interesse sol-

mittsgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometer

der

cher Personen, die als Mitglieder des Gemeinde­vorstandes, der Deputationen sowie der Gemeinde­vertretung berufen sind, über die Geschicke der Ge­meinde mit zu befinden, mit allen Mitteln bekämpfen. Es muß in Zukunft ausge­schlossen sein, daß Mitglieder der Gemeindevor- stände, der Deputationen und der Vertretungskör­perschaften aus ihrer Zugehörigkeit zu diesen Or­ganen oder auf Grund von Kenntnissen, die sie nur auf Grund dieser Zugehörigkeit von bestimmten Vorgängen erlangen, geschäftliche und f i - n a n 3 i e (l e Vorteile ziehen. Bei der Ver­gebung gemeindlicher Aufträge ist jede

vor kurzem, wie man sich erinnern wird, in Prag einen unglaublichen Tumult über sich ergehen lassen mußte, weil er es gewagt hatte, ein Lied in deutscher Sprache zu- singen, steht im Mittel­punkt dieses Lisa-Films: er ist auch bei uns in Gießen schon bekannt (Heute Rächt oder nie) aber der Unterschied zwischen dem neuen und jenem älteren Film 4ft ebensh unverkennbar wie erfreulich: der Sänger steht nicht mehr so zu- sällig und unbeteiligt in einer um seinen Auf­tritt herumgestellten Drehbuch-Szenerie, sondern er fügt sich mit Geschick und Temperament in die Handlung ein. Außerdem ist er hier, im Gegensatz zu früher, gesanglich in ganz großer Form: es mag^um Teil am italienischen Belcanto und an dem musikalischen Charakter dessen liegen, was er zu fingen hat: jedenfalls wird man sich, wenn er mit vollem Einsatz aus sich herausgeht (Holde Aida") unwillkürlich an Caruso erinnert fühlen. Die Handlung des Films ist lustspiel­mäßig heiter, spannend bis zuletzt, gespickt mit allerlei drolligen Einfällen. Und vor allem spürt man in jeder Szene unaufdringlich, aber wohl­tuend die feste Hand, den geschulten Blick und die filmgerecht spielende Phantasie eines be­deutenden und erfahrenen Regisseurs: Joe May. Ihm haben beträchtliche Mittel zur Ver­fügung gestanden: man braucht dabei nicht ein­mal nur an die beiden leibhaftigen Elefanten zu denken, die bei der groß aufgezogenen Opern­probe mitwirken. Kiepuras Partnerin ist Jenny Jugo, die man lange nicht gesehen hat: sie macht ihre Sache sehr reizend und bietet in jeder Szene einen anmutig weiblichen Anblick. Verschwenderisches Aufgebot der komischen Ta­lente, sehr witzig und nuancenreich aufeinander abgestimmt: Paul Kemp, Ralph Arthur Ro­berts, Ida Wüst (unbeschreiblich), Hor- bt g c r und Falken st ein. Auch Jessie D i h - rog, Junkermann, Steckel und die K op-

Tonfilm:Ein Lied für Dich."

Der berühmte Tenor Jan K i e p u r a ,

brennungundeulschenSchrifllums

Berlin, 11. Mai. (TU.) Bei den mitter­nächtlichen Feiern an den deutschen Hochschulen, in deren Mittelpunkt die Verbrennung volkszer­setzenden Schrifttums stand, wurden die Bücher mit folgenden Feuerspüchen den Flammen über­geben:

Erster Rufer: Gegen Klassenkampf und Ma­terialismus, für Volksgemeinschaft und idealistische Lebenshaltung! Ich über­gebe der Flamme die Schriften von Marx und Kautsky.

Zweiter Rufer: Gegen Dekadenz und mora­lischen Zerfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Gläser und Erich Kästner.

Dritter Rufer: Gegen Gesinnungslumperei und politischen Verrat! Für Hingabe an Volk und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Friedrich Wilhelm Förster.

Vierter Rufer: Gegen Seelenzerfasernde Lieber- schätzung des Trieblebens, für den Adel der menschlichen Seele! Ich übergebe der Flamme die Schriften des Sigmund Freund.

Fünfter Rufer: Gegen Verfälschung unserer Geschichte und Herabwürdigung ihrer großen Gestalten, für Ehrfurcht vor unserer Vergangenheit! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Emil Ludwig und Werner Hegemann.

Sechster Rufer: Gegen volksfremden Journa­lismus demokratisch-jüdischer Prägung, f ü r v e r- antwortungsbewußte Mitarbeit am Werk des nationalen Aufbaus! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Theodor Wolff und Georg Bernhard.

Siebenter Rufer: Gegen literarischen Berrat am Soldaten des Weltkrieges. FürErziehung des Volkes im Geist der Wehrhaf­tigkeit! Ich übergebe der Flamme die Schrif­ten von Erich Maria Remarque.

Achter Rufer: Gegen dünkelhafte Verhunzung der deutschen Sprache, für Pflege des kost-

p e n h ö f e r (in einer ganz kleinen Szene) sieht man mit Vergnügen. Der Film, gestern zum erstenmal im Lichtspielhaus, fand allge­mein lebhaften Anklang. Eine sehr hübsche Sache im Beiprogramm: dieLIfa-Bvmben", Samm­lung der volkstümlichsten Schlager der Lisa, je­weils mit ein paar markanten Szenenausschnitten freundlich in die Erinnerung zurückgerufen von derTankstelle" bis zumLiebeswalzer", vomBlauen Engel" bis zumKongreß". Das wird jeder gern noch einmal hören und sehn.

Vollendeten wird wieder in voller Schönheit erreicht und die Gegner dieserRestauration" der Akropo­lis verstummen lassen. Diente der Parthenon den verschiedensten Kulten, sah er in seinen Mauern die antiken Götter verehren, hörte er den monotonen Gesang der byzantinischen Priester, den Chorgesang der römischen Kirche und das Allah il Allah des Muezzin, die nun alle verstummt find, so wird heute in und mit ihm ein neuer Kult getrieben, der Kult der architektonischen Schönheit.

fortan an der großen Aufgabe des Neubaues der preußischen Lehrerbildung führend beteiligt zu sein. Internationale Kunstgewerbeausstellung in Mailand.

In Anwesenheit des Königs von Italien wurde in Mailand die 5. JnternationaleKunst- gewerbeaus^tellung eröffnet, die alle drei Jahre stattfindet. Die Ausstellung ist von 23 Nationen beschickt, unter denen sich auch Deutschland befindet.

Aus aller Well.

Die Schlageler-Gedenkfeier in Düsseldorf.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, veranstaltet die Hitlerjugend Rheinland und West­falen am 28. Mai auf den Rheinwiesen in Düssel­dorf anläßlich der 10. Wiederkehr des Todestage^ von Albert Leo S ch l a g e t c r eine Gedenk­feier. Der Führer und Volkskanzler Adolf H i t - l e r wird sprechen. Außerdem werden u. a. die Reichsminister Göring und Dr. Goebbels so­wie der Reichsjugendführer der NSDAP., Baldur v. S ch i r a ch , crscheiyen. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat für die Provinzen Rheinland und Westfalen den 27. Mai zum schulfreien Tag erklärt. An diesem Tage marschiert die gesamte Jugend des rheinisch-west­fälischen Industriegebietes in der Golzheimer Heide, der Todesstätte Schlageters, auf.

Zwei Todesurteile des italienischen Sondergerichts.

Das italienische Sondergericht zum Schuhe des Staates verurteilte in Nom den Marineoffizier Ligo T r a v i g l i a und Fran Camilla Agli - a r d i wegen Spionage zum Tode. Die An­geklagten hatten ein volles Geständnis abgelegt. Traviglia wurde bereits erschossen. Die Vollstreckung des Urteils an <jra» Agliardi ist bis zur Entschei­dung über das eingereichte Gnadengesuch aufge­schoben worden.

Graf Zeppelin" in Rio de Janeiro gelandet.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist am Don­nerstagvormittag in Rio de Janeiro gelan­det. Es wird nach kurzem Aufenthalt seine Rück­fahrt über Pernambuco nach Europa antreten. Graf Zeppelin" hatte die letzte Strecke von Pcr- nambuco nach Rio de Janeiro mit einer Durch-

ren 1926 bis 1930 aufgebaut, und dieser Wieder­aufbau ermunterte die Architekten und Archäologen nun auch zum Ausbau der Südseite. Beide^Seiten bestehen aus 17 dorischen Säulen, jede zu 10,43 Me­ter Höhe und jede zu 12 Säulentrommeln. Der Durchmesser der unteren Säulentrommel beträgt L95 Meter, der oberen 1,481 Meter, und um jede Säule herum gehen 20 Kanellierungen. Von diesen 17 Säulen forderte die Explosion von 1687 acht auf der Nord- und sechs auf der Südseite.

Man hat sich nun entschlossen, auch die sechs aus der Südseite aufzurichten, obgleich ursprünglich die Idee bestand, die Südseite unberührt in ihrer Ver­stümmelung zu belassen. Heute sind hohe Holzge- riiste aufgerichtet, die in sorgsamer, mühsamer und vorsichtiger Arbeit die am Boden liegenden Teile an ihre frühere, von 1687 eingenommene Basis ,3iirütfjubringen. Jede Säulentrommel steht an Ler stelle, an der sie sich vor der Zerstörung befand, man hat also nicht etwa die vierte Säulentrommel von Säule Nr. 2 auf Säule Nr. 3 gesetzt. Die Be­rechnungen und die damit zusammenhängenden Stu­dien haben wieder viel interessante Ergebnisse an dad-Tageslicht gefördert und die geradezu fabelhafte Genauigkeit der antiken Baumeister aufs neue in erstaunlicher Weise nachgewiesen. Jede Säule ist so­zusagen individuell aufgebaut, die Ausmaße unter­scheiden sie von ihrer Nachbarin, und diese kleinen Feinheiten sind es gerade, die dem Parthenon die Zartheit seiner Linienführung vermitteln, so daß ihm trotz seiner Massigkeit und Größe alles Plumpe und schwere fehlt.

Selbst die Bäsis, auf der das Bauwerk ruht, ist leicht geschwungen, so daß das Ganze wie ein Traumgebilde wirkt, wie eine Fata Morgana, von der man befürchtet, daß der leiseste Windstoß dieses unwirkliche Kunstwerk zerstören, entführen könnte. 44 Goldtalente odei> 2-- Millionen Mark verschlang der Bau, bei der Kaufkraft des Geldes für damalige Zeiten eine enorme ournmc und damals, genau wie heute, benörgelteii und kritisierten die kleinen Geister die Verschwendungssucht des großen P e r i k- l e s. Sie ahnten und faßten es damals nicht, daß jene Männer Ewigkeitswerte schufen.

Der Wiederaufbau hegt in den Händen des be­kannten Architekten Bolanos, der in Deutsch­land studierte und gemeinsam mit den besten Ken­nern der Akropolis zusarn'men arbeitet. Wird auch nun die Südseite wie die bereits fertiggestellte Nord­seite wieder vollendet in ben blauen griechischen Himmel ragen, dann kann der Parthenon in seiner Vollständigkeit erneut auf den Beschauer wirken, die klaffende Wunde ist verheilt) wenn auch die Narben blieben, aber der Eindruck des Ganzen, des

Kerr.

Neunter Rufer: Gegen Frechheit und An­maßung, für Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Dolksgeistl Verschlinge Flamme auch die Schriften der Tucholsky und Ossietzky.

Nie Jungreformatorische Bewegung zur kirchlichen

Verfaffungsreform.

Berlin, 11. Mai. (CNB.) Die Jungreformato­rische Bewegung, in der zahlreiche Vertreter der jüngeren kirchlichen und theologischen Generation zu einer Gesinnungsgemeinschaft zusammengeschlos- sen sind, stellt sich hinter den Aufruf der Bevoll­mächtigten Kirchenführer und des Vertrauensman­nes des Reichskanzlers und fordert, daß bei den kommenden Entscheidungen einzig und allein aus dem Wesen der Kirche heraus ge­handelt und daß der Neubau der Evangelischen Kirche Deutscher Nation so schnell wie mög- l i ch durchgeführt wird. Leitung und Körperschaften der Kirche sollen ausschließlich der neuen Verfassung gemäß gebildet werden. Urwahlen seien als über­wundener demokratischer Irrtum abzulehnen. Die Ernennung eines Reichsbischofs habe umgehend, und zwar durch das bestehende Direktorium, zu erfolgen. Eine mit Vollmacht handelnde geistliche Kirchenleitimg schließe die Mit­arbeit der Gemeinden nicht aus, sondern ein. Die Vergreisung in Aemtern und Körperschaften solle durch stärkere Heranziehung jüngerer Kräfte, besonders aus der Frontgene­ration, beseitigt werden.

Wir bekennen uns", heißt es weiter,zu dem Glauben an den Heiligen Geist und lehnen deshalb grundsätzlich die Ausschließung von Nicht- ariern aus der Kirche ab. Denn sie beruht

Oer Elefant als Landarbeiter.

Die Verwendung von Elefanten an Stelle von Eingeborenen als Tröger in dem Llele-Gebiet des Belgisch-Kongo, hat sich außerordentlich be­währt, wie ein Bericht in einem Brüsseler Blatt erkennen läßt. Die starken Rüsselträger haben beim Anbau des Landes 10 000 Tagesleistungen von Arbeitern erseht und bewirkt, daß die Baum­wollernte sich verdoppelte und daß auch der Anbau anderer Produkte, der sich früher nicht lohnte, jetzt gewinnbringend geworden ist. Ein Elefant kann mit einer Last von 800 Pfund am Tage etwa 30 Kilometer marschieren und bean­sprucht dabei nur ein Zehntel der Kosten, die die gleiche Transportleistung durch eingeborene Träger verursachen würde. Zwei Elefanten, die einen mit Waren beladenen Waggon ziehen, vollbringen die Arbeit eines Lastkraftwagens mit nur einem Achtel der Kosten und können sich außerdem noch auf einem Gelände fortbewegen, auf dem die Verwendung von Kraftwagen ganz unmöglich ist. Es ist bisher noch nicht genau festgestellt, wie lange Zeit Elefanten arbeiten können, aber es hat sich erwiesen, daß sie stärker und gesünder sich entwickeln, wenn sie beschädigt werden, als wenn sie in Untätigkeit bleiben. Das kluge Tier hält streng auf seine,Rechte", denn es weigert sich, mehr als sechs oder sieben Stunden am Tag zu arbeiten und fordert eine Ruhepause zwischen 10 und 16 Lihr, wenn die Sonne am heißesten brütet. Der Elefant muß sein tägliches längeres Bad haben: er trinkt nur reines Wasser und beansprucht sehr reich­liche Nahrung. Ein Hauptvorteil, den er als Landarbeiter bietet, ist der. daß er gegen die meisten Tropenkrankheiten unempfindlich ist, die andere Trag- und Zieh-Tiere in diesen Gegenden häufig dahinraffen.

auf einer Verwechslung von Staat und Kirche. Der Staat hat zu richten, die Kirche hat zu retten. Auf Grund der bestehenden Einzelbekenntnisse hat die Kirche den Menschen von heute die Antwort des . Evangeliums aus die Frage nach Rasse, Volk und^zurückgelegt.

Vergebung, die auch nur den Anschein einer Be­vorzugung von Mitgliedern des Gemeindeoorstan- des und der Vertretungskörperschaften erwecken kann, unter allen Umständen zu vermeiden. Auch bei der personellen Besetzung der Gemeinde- vorstände und namentlich der einzelnen Deputatio­nen und Ausschüsse ist darauf zu halten, daß solche Personen von der Mitgliedschaft ausgeschlos- s e n bleiben, deren Beruf oder Gewerbe die Aus­nutzung der in diesen Organen erlangten Kenntnis bestimmter Vorgänge für private Zwecke be­fürchten läßt.

Staat zu geben. Hieraus wird das neue Bekennt- nis erwachsen, das die Evangelische Kirche Deut­scher Nation nötig hat."Wir fordern", heißt e* zum Schluß,daß die Evangelische Kirche tnfren» digem I a zum neuen deutschen S t_a a t den ihr von Gott gegebenen Auftrag in voller Frei­heit von aller politischen Beeinflussung erfüllt und sich zugleich in unlöslichem Dienst an das deutsche Volk bindet."

Ihre Zustimmung zu diesen Grundsätzen haben u. a. erklärt: Professor Dr. Schreiner-Rostock, Privatdozent Dr. K ü n n e t h - Berlin, Vfarrer Dr. L i l j e - Berlin, Professor Dr. Sta e HI i n - Mün­ster, Pfarrer Gerhard Jacobi- Berlin, Privat­dozent Dr. Wendland-Heidelberg, Professor Dr. Karl Ritter- Marburg.

Kunst und Wissenschaft.

Die Goethe-Medaille für Max von Schillings.

Reichspräsident v. Hindenburg hat dem Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste und Intendanten der Berliner Städtischen Oper. Professor Dr. Max v. Schillings, in An­erkennung seiner Berdienste um die deutsche Kunst die Goethemedaille für Wissenschaft und Kunst mit einem Anschreiben überreichen lassen. Reichsinnenminister Dr. Frick übermittelte die Medaille und die Llrknnde mit dem Ausdruck des persönlichen Glückwunsches an Max v. Schil­lings.

Professor krieck behält seinen Lehrauftrag an dec Frankfurter Pädagogischen Akademie.

Professor Dr. h. c. Ernst Krieck, der vom Kul­tusminister Rust auf den Lehrstuhl für Pädagogik an der Johann-Wolsgang-Goethe-Unioersität Frank­furt a. M. berufen und daraufhin vom Senat der Frankfurter Universität zum Rektor gewählt wurde, wird gleichzeitig seinen bisherigen Lehrauftrag für Pädagogik an der Hochschule für Lehrer­bildung in Frankfurt weiter ausüben, um auch