Aus der Provinzialhauptstadt
immer
willkommene
Line schlechte Bilanz der Stadt Mainz.
in 9fnrii Der !°n>mi!larilch° I°ml°°rpflichlung°n^ der s,ad> «r-.ch-n -l°°
den dem
Buntes Allerlei.
Indische Methusalems.
wirft die Nordsee auch die Stufte, und wenn man es geschickt anfängt, das Meer sozusagen ein bißchen iibcrliftet, dann gelingt es wahrhaftig, hier Neuland zu gewinnen.
Bei Ebbe werden Gräben in den Schlick gezogen. Und diese Gräben füllt die Flut bei ihrer jedesmaligen Wiederkehr immer etwas mehr aus, nach Jahr und Tag sind sic bis oben gefüllt. Da sctzl dann erneut die Schaufel der Jungsiahlhelmer an. Sie räumen die Gräben aus, Schaufel für Schaufel von dem fruchtbaren Schlick wird auf die Mitte des Landstreifens zwischen je zwei Gräben geworfen und damit erhöht. Und Graben neben Graben roirb so vorgenommen. Inzwischen trägt die Nordsee wieder Schlick in die Gräben, und nach etwa zwei Iah ren kann das Nusräumen wieder von neuem los- gehen. Das wird so immer wieder einmal durch geführt, schließlich sind die Landstreifen so hoch, daß sie Gras tragen können, und schleunigst werden Gänse, Enten und Schasc zu Tausenden und aber Tausenden angesetzt, die hier eine wunderbare Weide finden. Sieben Jahre gehen ichlicßl'ch auch vorüber, dann ist das Land ungefähr so weit, daß man es landwirtschaftlich nutzen kann. Ein neuer Deich wird vorgefetzt — schon stehen da mitten aus der grünen Weide die Bermessungsbeamten, um die Deichführung für das nächste Jahr festzulegen —, und dann können hier Siedler auf Neuland
kan ausnehmen können. Die beiden Männer, die Mohammedaner lind, müssen jetzt da» Sett hüten, haben sich aber bis vor einiger Zeit noch guter Gesundheit ersreut. Der jüngere von beiden, ist ein kleiner Ladenbesitzer namens Sirdar Khan, zu Mandla. dessen Angaben über sein Alter von HO Jahren sich bei der Nachprüfung als durch- aus glaubwürdig ertoiefen Der ältere dieser indischen Methusaleme. Siddi Wastad aus Nagpur schätzt sein Alter selbst auf 150 Jahre. Diese Angabe wird aber in dem Bericht als zu hoch bezeichnet! doch kann es als erwiesen, gelten das) er immerhin etwa 130 Jahre erreicht hat. Wastad. dessen Vater ein Afrikaner und dessen Mutter eine Araberin waren, lebte ums Jahr 1850 am Hofe des früheren Gaekwar von Daroda und genoß hohen Ruhm als. Ringkämpfer! er stand damals in der Blüte seiner Kraft und seiner Erfolge. Er behauptet, sich aus seiner Kindheit noch genau an den Tod Lippu Sahibs bei Seringapatam zu erinnern. Da dieser berühmte Revolutionär am 4 Mai 1799 bei der Eroberung der von ihm verteidigten Stadt das Leden verlor, reich! also die Erinnerung des ehemaligen Ringkämpfers gegen 134 Jahre zurück. Danach müßte er. auch wenn er damals noch ganz jung war. doch fast 140 Jahre alt sein. Man erzählt, daß Wastad mir ein sehr geringes Schlafbedürfnis hatte. Mis zum Jahre 1918 ging er fast nie zu Bett, sondern begnügte sich damit, in einem Stuhl cm kurze« Schläfchen zu machen. Damals wurde « von der Grippe gepackt. verlor seitdem feine Zähne, feine Haare wurden weiß und feine Gesundheit ist seitdem nicht mehr so gut wie früher.
Oer hessische Staatspräsident als alter DHCer.
Oer Vorstand der Hessischen Anwaltskammer aufgelöst.
WSN. Darmstadt. 11. April. Das Hessische Gesamlministerium hat folgende Verordnung über die Auflösung und Neuwahl des Vorstandes der Hessischen Anwaltskammer erlassen. Vom 11. April 1933. Auf Grund des Artikels 4s Abj. 4 der Neichsverfaffung wird hiermit folgendes verordnet:
Artikel 1. Der Vorstand der Hessischen Anwaltskammer des Oberlandesgerichtsbezirks Darmstadt wird hiermit aufgelöst.
Artikel 2. Der Innenminister wird ermächtigt, das zur Neuwahl des Vorstandes Erforderliche anzu- ordncn und die zwischenzeitliche Wahrnehmung der Vorstandsgeschäftc zu regeln. Von den Vorschristcn der Nechtsanwaltsordnung kann hierbei abgewichen werden. Insbesondere ist der Justizmimster befugt, einen Kommissar zur Erledigung dieser Aufgaben zu bestellen.
Artikel 3. Diese Verordnung tritt mit der Verkündung in der „Darmstädter Zeitung" in Kraft.
angesetzt werden! sie haben den settesten Acker, ben man sich denken kann, und das ist um so imposanter, als sie doch auf Gebieten sitzen, die noch vor verhältnismäßig kurzer Zeit Meeresgrund waren.
Es ist also möglich. Neuland zu gewinnen. Es läßt sich nicht so ohne weiteres sagen, wievicle Meter davon alljährlich dem Meere abgerungen werden, aber auf d.e ganze Länge der Küste verteilt. ergibt sich doch ein ganz schönes und beträchtliches Ausmaß. Nicht immer ist die Nordsee damit einverstanden, daß die Menschen ihr nehmen wollen, was rechtens ihr gehört, sie kommt im Herbst und im Winter mit schweren Sturmfluten und überschwemmt erneut das Land, geht hoch bis an die Wurk und sperrt die Insassen darauf viele Tage von den Menschen hinter dem Deich ab. Doch das kann auch nicht mehr lange dauern, eines Tages wird der Deich dort fertig- # gebaut fein, und bann mühte es schon sehr schlimm kommen, toenn die Wellen ihr Zerstörungswerk noch weiter durchführen könnten.
Aber selbst wenn das Meer gute Laune bekundet, ist die Arbeit kejneswegs ohne Schwierigkeiten. Da stehen die jungen Leute Tag für Tag in Schlick und Wasser, oft recht dieses feuchte Element bis über die hohen Wasserstiefel. Gegen Regen und Wind ist (eine Schutzmöglichkeit vorhanden, und es müssen schon kräftige Naturen fein, die diesen Strapazen begegnen können. Es stellt sich aber heraus, daß der Wille auch ein gut Teil dazu beitragen kann, die Anstrengungen dieser Tätigkeit zu ertragen und zu überwinden. Alle die jungen Leute sind viele Monate ohne Erwerb gewesen, bekamen meist keinen Pfennig Unterstützung und i .uhten dalür den Eltern auf der Tasche liegen, die auch schon nichts mehr hatten. Da sammelte der Gau Hamburg des „Stahlhelm", Bund der Frontsoldaten, seine jungen Kameraden und vereinbarte mit dem Domänenbau- und Rentamt in Marne <Holstein), daß feine jungen und arbeitswilligen Kräfte die Landgewinnung an der Nordsee durchführten. V.er Lager find bereits aufgebaut, von allen vieren wird tüchtige und bereits anerkannte Arbeit geleistet! im Sommer rochen es wohl noch mehr fein. Denn der „Stahlhelm" nimmt auch andere Erwerbslose auf unD fordert von ihnen nur den guten Willen und den Geist echter Kameradschaft. Denn auf den kommt es sehr erheblich an. Die Entlohnung ist nur gering, von der ausgesetzten Summe gehen auch noch Ernährung«- und Klc dungskosten ab. Es gehört zur Ausführung der schwierigen Arbeit schon em gute« Maß von Idealismus, Lust am Werke und Kameradschaft. Denn monatelang müssen die jungen Leute in der Einsamkeit, sich selbst überlassen, hausen, und da sie meist Städter sind, bedeutet das glatten Verzicht auf so manche gewohnte Annehmlichkeit des Lebens. Aber fie al c wißen, was fie schaffen: Neuland! Und fie alle tragen das Gefühl hoher Befriedigung m sich, weil sie nicht mehr überflüssig sind und fo auf den Straßen herumlungern. Arbeit ist doch das Vestel E-
kommen.
Mag diesen sechzehn Jungmännern die unoortjer gesehene Unterbrechung einer schwierigen und anstrengenden Tätigkeit willkommen sein, so ist cs unt doch noch viel interessanter, von ihnen unmittel bar zu erfahren, wie sie ihr Werk betrachten und wie sie sich in ihrer ungewohnten Tätigkeit fühlen. Doch schon die erste Frage nach ihren eigentlichen Berufen klärt darüber auf, daß wir es keineswegs etwa mit Erdarbeitern zu tun haben. -Lio Mehrzahl von ihnen hat ein Handwerk gelernt und kann es leider durch die Not der Zeit nicht mehr ausüben, Tischler, Metzger, Schneider Elektriker arbeiten nebeneinander, aber auch Kaufleute und Handlungsgehilfen finden sich darunter. Leistet einer von ihnen weniger? Nein, nach einer kurzen, allerdings individuellen Eingewöhnungszeit sind alle mit gleicher Kraft und mit gleichem Willen am Werke.
Ja was macht ihr denn nun eigentlich in all dem Dreck' Wollt ihr denn die Nordsee etwa ausbetonieren?"
Sie lachen alle ein bißchen mitleidig über Den unwissenden Binnenländer. Und witzig erwidert einer: „Ach nö, wir wollen man bloß die Nordsee ein bißchen kleiner machen. Und Deutschland ein bißchen größer!"
Deutschland ein bißchen größer machen? Ja, darauf lauft dieses Werk tatsächlich hinaus. Denn wenn auch einstmals, vor vielen Jahrhunderten, die Nordsee einen gewaltigen Landstrich von der Westküste Schleswig-Holsteins weggerissen hat — die jetzt dem Festlande vorgelagerten Inseln zeugen noch von dieier Katastrophe —, fo ist es doch möglich, auch wieder dem Meere Land abzugewinnen. Tagaus, tagein trägt die Nordsee mit jeder Flut
höhe von 114 Millionen RM. Diesen 73er- pflichtungen stehl ein vermögen gegenüber, das selbst bei vorsichtiger Berechnung den Schuldenstand der Stadt Main; noch weit überragt.
Dom Reichsverband Deutscher Gebirgs- und Wanderrereine wird uns geschrieben:
Der neue Staatspräsident von Hessen, Prof. Dr. Werner, der am 13. März das höchste Amt des hessischen Staates übernommen hat, ist seit vielen Jahren trotz umfassenden Wirkens in Der Ocfsentlichkeit ein eifriges Mitglied der Ortsgruppe Butzbach des Vogelsberger Höhenklubs. Vier Glieder seiner Familie, an der Spitze der Herr Staatspräsident selbst, haben bereits das Ehrenzeichen für hundert iurückgelcgtc Planmäßige Wanderungen erhalten. Voll Stolz oe- kannte er sich immer wieder als Sohn der schonen hessischen Heimat, und nie hat er die Fühlung mit allen Schichten seines Volkes verloren. Seine einfache und gewinnende Art machten ihn überall beliebt und gewannen ihm m besonderem Maße die Sympathien seiner Wanderfreunde im DHE. Stets ist Staatspräsident Dr Werner cingctretcn für Förderung alles sittlich und geistig Hochstehenden, für deutsches Volkstum, deutsche Sitte und deutsche Art. Der Vogelsberger Hohen- klub und mit ihm alle deutschen Wanderer^ die im Reichsverband deutscher Gebirgs» und Wander- vereine zusammengeschlossen sind, blicken vol Stolz auf diesen Mann des Volkes der berufen ist, die Geschicke seiner hessischen Heimat einer lichteren Zukunft entgegenzufuhren. Gz.
Deutsche Korbweideumöbel!
Der Bericht führt dann die getroffenen oder in Aussicht genommenen Sparmaßnahmen an, wie die Personalkostenersparnis von rund 250 000 NM. und Ersparnisse an Pensionslasten von 100 000 NM., die bevorstehende £*bung Des Gesundheitsamts und der Verkehrsstelle, die Verminderung der Zahl der Beigeordneten und. die Zusammenlegung von Aemtern. Alle Sparmatz nahmen werden allerdings ^"ie völlige Gesundung der städtischen Finanzen nicht herbeiiuhren können. S o f o r t m a ß nah m e n s i nd u n b edingt erforderlich. Reich und Land werden in weitgehendem Maße Beistand leisten muhen.
Die finanzielle Sanierung der Stadt wird in einer Umschuldung in Verbindung mit einer starken Zinssenkung erblickt.
Am Schlüsse des Berichts heißt es: Es ist selbstverständlich und bedarf kaum einer besonderen Hervorhebung, daß die schlechte f t n a n 31 e Ile Lage der Stadt Mainz zu einem nicht unerheblichen Teil auch durch die Tatsache.der B e se tz u n g u»n d ihrer folgen begründet st. Keine Stadt am Rhein hat in einem solchen Ausmaße, auch zeitlich betrachtet, die Lasten der Besetzung tragen müssen wie Mainz. Ich halte es deshalb für eine s e l b st v e r st a n d l i ch e P flicht desReichesunddesLandes, dieier schwergeprüften Stadt auch in besonderem Maße ihre Hilfe zu gewähren. e
Zur Senkung der P er s 0 nnlko st en ist, wie von anderer Seite aus Mainz berichtet wirr , ein sofortiger Abbau bei Der überaus großen Zahl von planmäßigen Beamt e n ft c 11 c n vorgesehen. Alle inhaber- steilen der Desoldungsgruppen 4b und hoher werden umgehend in die Gruppen emgereiht. die nach dem Stellenplan an sich für diele Stellen vorgesehen sind. Der besoldete Bel- geordnete erhält künftig 6000 Mb pro 3abr, dementsprechend wird an Die städtischen Beamten kein höheres Gehalt als ^2 Mk. gezahlt werden. Die Bruttogehalter von 5000_ bi« ouov Mark werden um 6 Prozent, Die Gehalter über £030 bis 7000 Mk. um 8 Prozent, Die Gehalter über 7030 Mb um 10 Prozent gekürzt. Eine starke Kürzung sollen auch Die höheren Ruhegelder erfahren. Den städtischen Beamten und Angestellten. sowie deren Ehefrauen wurde die Nebenbeschäftigung gegen Bezahlung Untersaat. Die durch Die Pensionierung von Beamten über €0 Jahren freigemachten Stellen Dürfen nicht mehr besetzt werden..
Kein Wort gegen die Straßen in Süderdithmar schon. Sie sind zwar schmal, und es fallt schwer, rasche Fahrt zu machen, wenn andauernd Wagen, schwer mit Weiß- und Rotkraut beloben, entgegen, kommen, aber dabei soll nicht vergessen werden, daß alle diese Wege sehr ja über mit einem flmfcrartigen Stein gepflastert sind, solange der Wagen hier die Kilometersteine abzählt, macht er trotz der erwähn ten Hindernisse mit dem für die Volksernahrung jo wichtigen Inhalt gute Fahrt. Aber wenn bann der Norbseedeich kommt! Und wenn er gar erst passiert ist' Dann kann es vorkommen — unb uns ging es jo —, daß die Pneus aufgeregt im Schlick herum- schlittern, baß ber Motor brausenb wie ein anstan- biger Nordseesturm durchzieht unb es trotzdem feinen Zentimeter weiter vorwärts schasst. Alles aus fteigen' — Und schon sitzen wir bis an die Knie im schönsten Dreck. Für eine Besichtigung em angenehmer Auftakt!
' Etwas mühsam stapsken wir durch den feuchten Boden von dieser Stätte unserer jüngsten Panne nach Franzosensand bei Kaiserwilhelmskoog. Langst lag der hohe Winterdeich hinter uns, aber es dauerte noch eine ganze Weile, ehe wir zu der Wurt gelangten, die einsam im flachen Lande steht, das von tausenden von Gräben durchzogen ist So eine Wurt ist gut fünf Meter hoch, und darauf befindet sich ein einigermaßen sestes Haus, nach ja, Der Sturm wird es nicht gleich umreißen können. Aber er findet viele Wege, um wenigstens in die Räume dieses Gebäudes einzudringen und dort das Leben nicht gerade zu verschönern. Da finden wir dann in ^wei großen Stuben Bett an Bett und Bett über Bett stehen, blauweiß gewürfelt sind sie über zogen — das ist doch ganz so wie einst beim Militär.
Hier wohnen siebzehn junge Leute, alle im Alter van etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren. Augenblicklich ist keiner von ihnen da, doch, einer, aber das ist der Koch, für den die anderen mitarbei- ten damit er das Haus für sie in Ordnung hält und ihnen zur rechten Stunde das Essen vorsetzt. Denn wenn man diese Arbeit der Jung-Stahlhel- m c r geleistet hat, erwirbt man sich einen Anspruch aus reichliches Essen, unb man legt Zubern noch einigen Wert darauf, daß es zur rechten Zeit heiß und schmackhaft auf den Tisch kommt. Aber erst wollen wir uns doch einmal ansehen, was die jungen Leute dort draußen an der Nordseeküste tun!
E-; geht auf schmalem Wege, der trotz des dicht- wuchernden Grases äußerst schlüpfrig ist, wieder ein gutes Stück seewärts, und bas Lieb, bas ber Nordseewind singt, wird von Minute zu Minute lauter und abwechslungsreicher. Schwer kämpsen wir gegen diese Menge frischer Luft an; was der Mensch nn Uebermaß genießt, daran findet er keinen rechten Geschmack mehr. Aber wir schaffen es — wir wollen uns doch nicht schwächer zeigen als die jungen Bur sehen, die wir da draußen, sozusagen in der Nordfee sichen sehen. Im Wattenmeer stecken sie, unb menn auch gerade Ebbe herrscht, so sind sie deswegen doch lies im Wasser. Soweit das unsere keineswegs mit Wasserstiefeln zu vergleichende Fußbekleidung zuläßt, dringen wir zu ihnen vor. den schwierigsten Rest ersparen sie uns, indem sie ein bißchen naher-
3m Geiste der Kameradschaft! Zm Arbeitslager des „Stahlhelms" bei Landgewinnungsarbeiten.
Kündigungsrecht entlassener Beamten.
Im Reichsgesetzblatt wird das Gesetz über das Kündigungsrecht der durch das Gesetz zur Wieder- I Herstellung des Berufsbeamtentums betrogenen -Personen veröffentlicht. Danach kann, wer nach den Vorschriften des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums |cinc Bezüge ganz oder teilweise verliert, ein Mietverhältnis über Raume, Oie er für sich oder seine Familie gemietet hat, unter Einhaltung der gesetzlichen Frist kundigen. Dic> Kündigung kann nur für den ersten Termin crsolgei., für den sie zulässig ist. Entgegenstehende D-r-m- barungen sind unwirksam. Der Vermieter kann gegen die Kündigung Widerspruch erheben Ueber den Widerspruch entscheidet das Amtsgericht. Die &unDi- I qunq ist für unwirksam zu erklären, wenn dem Mieter unter Berücksichtigung der Verhaltmste beider Teile die Fortsetzung des Mietverhaltnisses zugemutet werden kann. Der Widerspruch ist binnen zwei Wochen beim zuständigen Amtsgerid)t an;ubringen. Die Entscheidung erfolgt durch Beschluß, ste kann ohne mündliche Verhandlung ergehen Gegen den Beschluß ist nur sofortige Beschwerde statthaft.
Bornotizcn.
- Tageskalender für Mittwoch: Oberhefsischer Kunstverein. Turmhaus amBrand- platz/ 15 bis 17 Uhr, große «zruhiahrs-Ausstel- IU—' Aus Dem S t a d t t he a t e r b ü r 0 wird | uns geschrieben. Heute von 19.30-23 -Uhr als 26. Vorstellung im ^NUttooch-Abonnement Wiederholung Der unter Ober spiellei ter P^r ^a ' sott stehenden Ausführung Die Räuber , Schau piel von Schiller. GewöhnUche Preise. - dm Freitag, 14. April, bleiben Theater und -L.heater- taffc anläßlich des Karfreitags geschlossen.
** Keine Anträge auf Reichszufchuß für d i e Teilung von Wohnungen. Der Hessische Minister des Innern Dr. Müller teilt mit: Bei der Inanspruchnahme der bereügcftellten Re chs- mittel können Anträge aus Gewährung emes Reichs, Zuschusses für die Teilung von Wohnungen und den Umbau gewerblicher Räume in Wohnungen von sttz ab nicht mehr angenommen werden. Anträge auf Gewährung eines Reichszuschusses für bie 3g' setzung von Wohngebäuden und landwirtschasttichen Wirtschaftsgebäuden werden v^n den Prujung. stellen nur noch dis zum 30. April d.J. angenommen. Da voraussichtlich mit der Genehmigung aller Anträge nicht mehr gerechnet werden kann, Dars mit I der Jnangrissnahme der Herstellung keinesfalls vor I der Zustellung des Vorbescheides begonnen werden.
WSN. Mainz, 10.April. Der kommissarische Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Jung, hat in einem ausführlichen Bericht an den hAsche Staatspräsidenten die F . nanzlag e d e r Stabt Mainz Mrgclcgt und gebeten, ber ctajt bei ber UcbcrroinDung der bestehenden vod)1 er 1 gEeiten ]ebc nur mögliche Unterstützung zutest werben zu lassen. In dem Bericht heißt es u. a daß Zur Abdeckung des Fehlbetrages aus dem R e d) n u-n g s - jahr 1931 von rund 4,6 M 1111 0 n e "Mark Mittel nicht zur Verfügung ftanDen. Soweit es sich Übersehen lasse, schließe das Rcchnungsiahr 1932 mit einem Fehlbetragvon rund , lioncn Mark ab. Die Steuerquellen der Stadt seien weitgehend ausgcschöpsi und erschöpft.
„Die Fehlbeträge wirken sich dahin aus. datz die Stadt nicht mehr in der Lage ist, einen großen Teil ihrer Verpflichtungen zu erfüllen. So belaufen sich heute die unerledigten Anweisungen für Zinsen, Tilgungen, Lieferung von Gas und Strom durch die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden, Steuern, Polizeikostenbeiträge, Versicherungsbeiträge, Anstalts- und pflegekosten auf rund 12 Millionen Mark. Die Stadt hält sich nur dadurch über Wasser, daß sie ihre Einnahmen dazu benutzt, um die dringendsten Verpflichtungen wie Zahlung von wohl- fahrtsunterstühungen, Löhne, Gehälter usw. zu erfüllen."
Sobald Die Witterung warmer wird, überlegt sich Der Gartenbesitzer, welche ©cgenftanDc er für feinen Garten anschaffen kann Die gleiche «zragc legen sich Die Gaststättenbesitzer in Den Ausflugsorten vor, Die vorwiegenD an Sonn- unb Feiertagen besucht werben. Gar mancher toirD seinen BestanD an ® ar tcnmobcln einer Ergan- zung unterziehen. K 0 r b w e i D e n m 0 b e l Die aus Deutscher Korbweide hergestellt sind, stehen im Wettbewerb mit Möbeln, Die aus a u s ° ländischem Material, aus c bb ‘ 9 / rohr, gearbeitet sind. Das gleiche gilt für Einkäufe zu Gcschenkztocckcn, z. B. zum Osterfest oder bei anderen Gelegenheiten.
Es mutz nun mit Nachdruck darauf hingewiesen werden. Daß beim Einkauf von Geschenken. Die Freude unb Nutzen bringen sollen, Die Be a ch ° tunq nationaler und Volkswirtschaftlicher Gesichtspunkte nicht nur wünschenswert, sonbern dringenD not wen big ist. Der Gaststätten- und Kaffeehausbesrher der sich Korbmöbel anfdiafft, muß Darauf bedacht sein, durch feinen Einkauf nicht dem Auslande, fandern Der heimischen W i r t f ch a f t zu nutzen, um zur Wiederherstellung der Kaufkrast beizutragen. Dies um so mehr, als recht bcDeutenDe Summen in Deutschland für Anschaffung von Korbmöbeln ausgegeben werden. Beim Kauf von Äotbtt - ren aus deutscher Korbweide starken wir unsere inländische Landwirtschaft und geben vielen einheimischen Arbeitern guten Verdienst. Wenn wir aber Gegenstände aus Vohr bevorzugen so schädigen wir unsere deutsche Wirtschaft und stärken das Ausland. Der Pole geht in dieser Beziehung viel konsequenter vor. Auf der großen Ausstellung in Posen, die vor einigen Jahren stattsand und auch von NeichsDeutschen viel besucht wurde, fiel auf, daß bei der großen Anzahl von Korbmöbeln, die in Gebrauch genommen waren, fast ausfchliehlich Korbweide n m ö b e l verwandt wurden und keine -K o t) r -
Der Bericht über die Volkszählung in indischen Zentralprovinzen. Der jetzt von Leiter Der Volkszählung Shoobert veröffentlicht toirD, verzeichnet zwei erstaunliche Beispiele hohen Alters. Dic es wohl mit Den wenig verbürgten Berichten Dieser Art aus Ehina oDcr vom Bal-
Der Voranschlag für 1933 schließe mit einem Fehlbetrag von b Millionen 'Mark ab. Trotz rücksichtsloser «treichung werde immer noch mit einem betracht'.chen Fehlbetrag gerechnet werden müssen. Ems^Iicßlich des Rech- nunqsjahrs 1933 würden die ungedeckten Fehlbeträge eine Höhe von etwa 15 Millionen erreichen. . . n h.r ,.n
Bei der Besprechung der U rj ach c n der un günstigen Entwicklung wird der ötabt vorgeworfen, ^äß?e besonders cu?f baulichen. Gebiete.in einem wesentlich größeren Ausmaße als anöjrc Uabte über ihre Verhältnisse gelebt habe. Dann wird als weitere Ursache auf die ft art c höhten Wohlfahrtslasten verwiesen, aus denen dic Stadtverwaltung keine Lehren geigen habe. Die Wohlfahrtslasten stiegen von 1,1 M llw- nen im Jahre 1924 auf 4,7 im Jahre 1929 auf 7,2 im Jahre 1930, auf 9,6 im Jahre 1931 und auf 10 7 Millionen im Jahre 1932. Als letzte Ursache wird schließlich der starke Rückgang der Einnahmen aus den werbenden Bctrie- i; e n, Unternehmungen und den Steuern angegeben.
Seit Dem Jahre 1930 seien die Sleuereinnah- men der Stadt um 9,4 Millionen zuruckgegan- gen. Die Sfeuerüberroeifungen nnb die Reichswohlfahrtshilfe beliefen sich auf insgesamt 10 894 000 RM.» denen wohlfahrtslasten m höhe von 10 740 000 gegenüber stünden. Die Ge-
eüic Menge Schlick an Das Land und setzt ihn Dort ab; Schlick, diese lehmig-fette Masssse, dic frucht barster U r st 0 f f der Landwirtschaft ist- Damit versandet fie die Elbmündung, wo man den Schlick gar nicht gebrauchen kann und wo deshalb Saugbagger an der Arbeit sind, um das un imene Meeresgut fonzubefordern. Damit be
möbel. Der Pole unterstützt also seine einheimische l 1 > Produktion ganz anders, als Der Deutsche.
Mit Recht finden die billigen Korbweiden- möbel immer mehr Anwendung, besonders un Garten, auf Veranden, Ballonen, in Erkern, Gan- gen, Wartezimmern, Gaststätten, Kaffeehäusern usw. Sie bilden einen schönen Zimmer- schmuck und sind bei guter Haltbarkeit auch äußerst preiswert im Gegensatz zu Den wesentlich teueren Rohrmöbeln. Beim Kauf muh jedoch genau Darauf geachtet tocrDcn, Daß man tatsächlich K 0 r b we i De nmöbel erhält. Aber nicht nur Möbel werden aus deutscher Weide hergesteut, sondern viele andere Gegenstände, wie Papicr- törbc Brieskörbe für den Schreibtisch, Blumenkrippen. Nählörbe usw. Diese Sachen werden zu Geschenlzweckcn ebenso willkommen fein, wie die im Haushalt. Küche und Garten praktischen Zwecken dienenden, aus deutscher Flcchtweide hergestellten Körbe usw. V. A.


