Ausgabe 
12.1.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptfladt

Buntes Allerlei

Durch die Gründung desHessischen Heimatwerkes" des landschaftlichen Zusammenschlusses der haupt- sachlichsten Dienstträger und Förderer des FAD., ist dafür gesorgt worden, daß der Freiwillige Arbeits­dienst in Hessen nach Möglichkeit ein ziemlich ein­heitliches Gesicht bekam: in dem Sinne, daß er nicht ZU einer bloßen Notbeschäftigung wurde, sondern t> von Anfang an feine sozialpädagogische und rolkspolitische Bedeutung herausgestellk wurde, vielfach fehlte es zwar an geeigneten Führern und auch jugendlichen Mithelfern, durch Schulungs- kurse für Lagerleiter und Helfer im

ten sollen m keiner Weise schablonenhaft behandelt I Werden. Den vielseitigen Formen der einzelnen verbände und Bünde wird bei der Einhaltung der Mindestrichtlinien weitestgehend Rechnung getra­gen. In keiner Weise wird durch den praktischen Unterricht eine Konkurfenz für die freie Wirtschaft ausgebildet. Die Berufs- und Handelsschulen mit ihren Lehr- und Hilfskräften haben sich bisher größten Dank verdient. Bei der jetzt geplanten Aus­gestaltung sollen auch Junglehrer stärker heran- gezogen werden. Die Arbeitsämter erteilen auf­klärende Bordrucke über die Durchführung des Not Werks, das in erster Linie auch die bereits inner­lich notleidenden jungen Menschen ergreifen will, bie feinen eigenen Antrieb mehr aufbringen, ober aus äußeren Gründen der seitherigen Notwerksar-

beit sich entzogen haben. In der ausgedehnten Aus­sprache erklärt Oberschulrat H a f j i n g e r, daß der hessische Kultusminister bereits Ausschreiben an die Lehrerschaft und die Ortsausschüsse jiir Jugend­pflege und Volksbildung zur intensiven Durchfüh- rung des 'Jlotmerfs habe ergehet, lassen. Bürger­meister Dr. Kraus Mainz berichtete über das Mainzer Hilfswerk für die arheitslofe Jugend, das beispielhaft für alle Gemeinden fein kann, da es allen lokalen Verschiedenheiten genügend Spielraum läßt. Am Schluß appellierte Oberschulrai H a s - f i n g e r erneut an alle bie zahlreichen Helfer der i Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der charitativen, | lirchlichen, hündischen und beamteten Kreise, nicht Zu nörgeln, sondern zu rcst- und rastloser Tat Hand anzulegen.

also eine zweite Anmeldung der gleichen Erfindung, so wird einfach die Eintragung in die Patentrolle abgelehnt.

Viel schwieriger sind aber Anmeldungen zu be­handeln, die lediglich alte Erfindungen ein wenig variieren. Dann muß eine endlose Arbeit einsetzen, um festzustellen, ob tatsächlich ein neues Detail da bei ist. Das Ergebnis ist dann leider oft genug reichlich grotesk. Und wenn man beispielsweise fin­det, daß nicht weniger als zwanzig v e r s ch i e bene eier lege nbe Osterhasen ein Patent erhalten haben, muß man sich boch fragen, ob in folrfjen Fällen etwas weniger minutiöse Kleinarbeit nicht boch ein Mehr bebeuten würbe.

Den weitaus größten, Rückgang weist die Zahl der industriellen Patentanmeldungen auf. Große farmen, die früher Hunderte und Aberhunderte Patente im Jahr anmelbeten und selbst ganz ge­ringfügige technische Verbesserungen schützen ließen, überlegen es sich heute erheblich genauer, ob der Patentgegenstand wirklich die Kosten wert ist.

Welche mühevolle Kleinarbeit die Behandlung auch der unwichtigsten Anmeldung erfordert, davon kann sich der Außenstehende nur schwer einen '.Be­griff machen. In 89 Hauptabteilungen sitzen mehr als 100 0 sachverständige Pr ü f c r, die den laufenden Stoff sichten und über seine Patent­fähigkeit entscheiden müssen. Dabei ist vor allem zu berücksichtigen, ob über das behandelte Gebiet in den letzten hunbert Jahren etwas »erösfentlicht wurde. Diese Feststellung ist nur mit Hilfe der schon erwähnten Riesenkartei möglich, die täglich "nicht weniger als 1100 neue Eintragungen aufnimmt. Sie zweite Frage ist die, ob die Erfindung tatsäch lich einen Fortschritt in der technischen Entwicklung bedeutet, der einen Patentschutz rechtfertigen würde. Und schließlich wird natürlich untersucht, ob die betreffende Erfindung beim Deutschen Reichspatent amt zuin ersten Male angemeldet wird. Daß für eine derartige detaillierte Untersuchung nur Spe zialfachleute mit hervorragendem Wissen gebraucht werden können, versteht sich von selbst.

Es ist charakteristisch für die Erfindungswut nu­feres technischen Jahrhunderts, daß nur knapp ein Drittel aller Anmeldungen patentiert wer den kann. Das hängt vor allem damit zusammen, daß die Zahl der erfinderischen Nichtfachleute außer ordentlich groß ist. Es soll durchaus nicht geleugnet werden, daß eine ganze Reihe bedeutsamster Ersin düngen von Laien stammen. Die Hauptgruppe der technischen Erfindungen umfaßt aber Verbesserun gen an bestehenden Verfahren, Apparaten oder Maschinen. Diese Materie zu beherrschen, ist bei der Spezialisierung der Technik und ihrer Methoden aber heutzutage nur noch Sachverständigen möglich. So ist denn auch eine der umfangreichsten Abtei­lungen des Reichspatentamtes die sogenannte -L o t e n f a ni in e r", in der alle Anmeldungen aufgehoben werden, die zu keinem Ergebnis ge­führt haben. Fünfzehn Jahre lang ruhen sie bann in den Regalen, um schließlich ihrer Bestimmung: dem Ofen zugeführt zu werden.

Gegen Boykoiiagiiation.

Anweisung der Innenminister des Reidjs und Hessens.

Hollywood in tteberfallspanik.

Das Geld oder das Leben!" dieser Ruf ertönt jetzt so oft in der Filmstadt Hollywood, daß die unglücklichen Stars ihres Lebens nicht mehr froh werden und die Nachfrage nach Detektiven, d:e für ihre und ihrer Kinder Sicherheit wachen sollen^ immer größer wird. Ms jüngster Fall in b«r Ne-he der Tlebersälle wird soeben ein ver­wegener Anschlag auf Betty Co mvson gemel­det, bei dem dem Einbrecher Juwelen im Werte von 140 000 Mark in die Hände fielen. Betty Compson sah mit ihrem Manager Mr. Leshin benn Kartenspiel, als es einige Minuten vor Mitternacht klingelte. Da sie einen Mann in der Kleidung eines Dotenjungen erblickte, öffnete sie. Aber kaum eingelaften, warf der Fremde seine friedliche Maske ab und hielt ihr einen Re­volver entgegen. Er fesselte dann die Filmschau­spielerin und den Manager mit Drahtsaiten, durch,uchte alle Räume, öffnete die Behälter in ihrem Schlafzimmer und nahm ihren Schmuck an nK- Mit der nicht mihzuverstehenden Drohung: Ich verstehe mich auf mein Handwerk. Wenn Sie Lärm schlagen, werde ich das Haus bis zum Grunde niederbrennen.'" suchte er dann das Weite Erst nach einer Weile konnte sich Betty Comp­son befreien und telephonisch die Polizei herbei- rufen. Das ist nur ein Fall aus der langen Berbrecherchronik der letzten Wochen. Erst kürzlich tourte Irene Dunne in dem Augenblick, als sie ihr Auto verlieh, um in das Haus einzu­treten, überfallen und beraubt. In gleicher Weise tourte vor kurzem auch Mae W e st, die in einem StuckD.e Diamanten-Lili" auftrat, um Schmuck und Bargeld im Werte von 56 000 Mark erleid)= tert. Auch ter bekannte Regisseur Joses von

$at s'ch bis ZU seiner kürzlichen Abreise von Hollywood nur noch in Begleitung eines bewaffneten Leibwächters sehen lassen, seit­dem er einmal in seinem eigenen Auto nieter= ß5Aagen und beraubt wurde. Reben den tat- ,achl:ch ausgesührten Berbrechen sind es aber noch m^r d.« zahlreichen Drohungen und ErpreFungs- **r'u$* die das Leben im Filmparadies zur Hotte machen. So muhte Marlene Dietrich ihr Töchterchen unter ständige Bewachung stel- len, da es mit Entführung bedroht wird, und zu dem gleichen Mittel muhte Anne H a r d i n g zum Schuhe ihrer Tochter und Chaplin für im« beiten Söhne greifen. Auch Jeanette M a c Donald hatte jüngst ten Verlust ihres

EinIahrHessisches Heimatwerk

Das Notwerk in volkspolitischer und sozialpädagogischer Richtung.

Eswirdimmernocheiwaserfunden!

Ein Besuch im Neichspateniamt in Berlin.

Don G E. Meißner.

Freiwilligen Arbeitsdienst wird jedoch hier Ab- geschaffen. Wir dürfen hoffen, daß im Lsruchahr, wenn der Arbeitsbienst roieber auf ber ganzen Linie in Gang kommen wirb, es keine Lager unb Arbeitsstellen mehr geben wirb, bie nur Ar­beitslager sind unb nicht unter bem Gedanken bes Gemeinschaftsdienftes gestellt sinb.

Der Winter hat bie Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes zu einer Einschränkung gezwungen und fordert die ganze Konzentration der in Betracht kommenden Stellen auf, bie

Vorbereitung für das kommende Frühjahr.

Im Frühjahr soll in Hessen eine möglichst große v ° h l von geschlossenen Lagern einge­richtet werben, so baß anzunehmen ist, daß wir neben den burch die Struktur unseres Landes be­dingten sehr zahlreichen offenen Arbeitsstellen im kommenden Frühjahr wohl mit etwa 100 geschloffe­nen Lagern rechnen müssen.

Hot zu Beginn der Tätigkeit des Freiwilligen Arbeitsdienstes gemeint, mit der Freiwilligkeit ginge es nicht. Der Ansturm war jedoch so stark, daß er gar nicht bewältigt werden konnte. Um den Dienst an den Jugendlichen weiter auszubauen und der Volksgesamtheit dienstbar zu machen, soll das

Rotwerk der deutschen Jugend"

WbR- Amtlich wird aus Darmstadt mitgeteilt: Der Reichsminister des Innern hat den lianbe»* regierungen eine Mitteilung zugehen lasten über u»nahmen gegen bie sich immer mehr häufenden tyolle von Boykott gegen bestimmte Geschäfte, oder bestimmte Gattungen von Geschäften. Da es sich dabei um Boykott aus politischen oder weltanschau­lichen Gründen handelt, der teilweise Formen ange­nommen hat, die über eine geschäftliche Schädigung ber Betreffenden hinaus eine Störung der Ruhe und Ordnung mit sich brachten, hat der Reichs- Minister^ die Länder darauf hingewiesen, daß gegen solche Störungen ber öffentlichen Ordnung die Polizei auf Grund ihrer allgemeinen Befugnisse zum Einschreiten berechtigt und verpflichtet ist.

. gleichen Sinne hat Der hessische Innenminister

Im gleichen Sinne hat Der hessische Innenminister bie Große Anfrage der nationalsozialistischen Land- tagsfraftion beantwortet, die sich auf die Behand­lung der Propaganda für die Berücksichtigung deut­scher Geschäfte und gegen den Kauf in Warenhäu­sern, jüdischer, Geschäften usw. durch die Polizei be­zog. Die hessische Regierungsantwort besagt, daß die zur Zeit in großem Umfang betriebene Agita­tion gegen jüdische Geschäftsleute, bie meist darin besteht, daß die Bevölkerung durch Flugblätter auf­gefordert wird, Geschäfte mit jüdischen Inhabern zu meiden unb nur bei Christen einzukaufen, bereits Zu ernsten Störungen ber öffentlichen Drbnung ge­führt habe. In Gießen und Mainz wurden am Goldenen Sonntag in mehreren Warenhäusern der bezeichneten Art Tränengas- und Stinkbomben ge­worfen, die die Besucher dieser Geschäfte erheblich beunruhigt haben. Deshalb habe der hessische Innen Minister Anweisung gegeben, daß im Intereste der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung diese die öffentliche Ordnung gefährdende Agitation mit allem Nachdruck zu unterbinden ist.

diese Aufführung sogar verbilligte Märchenspiel- preise angeseht. - Ium siebten Male am Sonn- tQ9; I5te?afnu£?- lS W. das deutsche Fron t stück: r®1 ÜDn ^aff und Hintze, un- Spielleitung des Intendanten. Ende ^stellung nach 22 Uhr. Außer Abonne- Dorzugsgutscheine haben ?E6keit. Die nächsten Wiederholungen der Operette.3m weihen Röhl" findet am Samstag, A und Sonntag, 22. Januar statt. In beidm J3*H ermäßigte Operettenpreise.

Außerdem haben Dvrzugsscheine Gültigkeit.

. o t he l s e r . D e r s a m m l u n g. D<eTech- Hetzen veranstaltet am heutigen Aumerstag, 12. Januar, 20 Uhr, in der .Stadt ^ainz eine Versammlung ter Rothelfer. Aus k Tagesordnung stehen Aussprache, Sichtung und Reueinteilung der Gruppen. Räheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich.

durchgeführt werden, in dem das Hessische Heimat- werk eine Zusammenfassung und planmäßige Fortführung aller Betreuungsmaß- nahmen sieht: ber unterstützenden durch Gewäh­rung von Tagesunterkunft unb wenn auch beschei- bener Verpflegung, ber fortbilbenben durch die Ein­richtung von Schulungskursen für den Beruf, der oolksbildenden und jugendpflegerij ten durch die Fortsetzung der geistigen und seelischen Betreuung, der sportlichen durch Einrichtung von Turn-, Sport- und Spielstunden, der Geselligkeit und Kamerad- schäft durch Einrichtung von Laienspiel- und Singe- oeranftaltungen, Lichtbildervorträgen, Filmvorfüh­rungen, Rundfunkdarbietungen usw., der sozial- padagogischen unb volkspolitischen durch den Ge­meinschaftsgedanken, denen er dient.

Oberregierungsrat Dr. Bleß vom Landesar­beitsamt Hessen gab alsdann Einzelheiten aus der bisherigen Arbeit Ende Dezember 1932 verzeich. nete das Landesarbeitsamt Hessen rund 84 000 Ar­beitsuchende. Davon waren rund 2 8 000 im Z r ei will j g e n Arbeitsdienst angesetzt. Rund 7 000 Jugendliche, fast alle unter 21 Jahren, stehen in beruflichen Fortbildungskursen.

3n mehrwöchigen Ausbilbungskursen sind etwa 30 000 Jugendliche beruflich weitergebildet worden.

Schmuckes zu tetlagen, während Marion Da­vies durch die Uebcrfcnbung einer Bombe durch die Post unliebsam überrascht wurde.

Wenn einer eine Rerse tut...

Ein unliebsames Abenteuer, das sie ihren inan- gelnben Sprachkenntnissen zuzuschreiten hatte, er­lebte cignorn Cipoli auf ihrer jüngsten Reise nach Frankreich. Sie befand sich aus einer Vergnugungs- fuyrt von Mailand nach St. Germain-des-Fosses. Als der Zug die Grenze passiert hatte, erschien in Grein Abteil ein sranzösischer Lahnbeamte, die ihr klar zu machen suchte, daß sie einen Zuschlag bc= sagen müsse weil sie erster Klasse fuhr und ihr Billett nur für die zweite Gültigkeit hatte. Leider verstand sie aber nicht bie französischen Ausem andersetzungen des Beamten, der wiederum nicht italienisch konnte. Nach langen vergeblichen Be­mühungen wurde die Dame so aufgeregt, und be- naljm sich so seltsam, daß man sie nach oberfläch- ttcher Prüfung in ein Irrenhaus brachte. Es war bereits em Befehl zu ihrer Internierung ausge­schrieben, als im letzten Augenblick als retienber JSngel ihr Gatte auf der Bildfläche erschien. Es gc Merzte zu überzeugen, daß seine Frau

im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte war. Sie wäre stur, so erklärte er, sehr nervös, unb es kämen bann öfters heftige Temperamentsausbrüche bei ihr vor. ns Unglück in diesem Falle war nur, daß diese Ausbruche in Frankreich nicht in französischer Sprache erfolgt waren.

Rettung im letzten Augenblick.

Der Goldsucher Whelan, der, von seinen zwei Gefährten vor zwei Wochen in ber australischen Ißufte zuruckgelassen werden mußte, aks ihr Flug zeug einen Unfall erlitt, ist, als er bereits fast ver­schmachtet war, gerettet worden. Ein Aeroplan lan­dete, nachdem er lange vergeblich nach einem gc eigneten Landungsgrund gesucht hatte, in einem ausgetrockneten oeebeden, nahm Whelan auf und nachte ihn glücklich 300 Kilometer weit nach For­rest. seitdem seine Gefährten Bakker und Stalkey ibn verlassen hatten, da ihre beschädigte Maschine nur zwei Mann tragen konnte, hatte Whelan be­ständig den Tod des Verdurstens und Verhungerns vor Augen gehabt. Er erzählte seinen Rettern, daß er bereits am Verschmachten gewesen, als ihm ein <5lug3eug der australischen Luftkräfte Gefäße mir

*er terabroarf. Wären diese Gesäße nur einige J<eter weiter von ihm niedergefallen, wäre er nicht imstande gewesen, sie zu erreichen.

Darmstadt 11. Jan. (WSN.) Auf Einladung des Leiters des Hessischen Heimatwerkes, Oberschul­rat H a f j i n g c r, hatten sich heute aus allen Tei- len des Landes außergewöhnlich zahlreiche Vertreter aller Berufs-, Jugend-, politischen, kirchlichen und staatlichen Gruppen eingefunden, um über die Ausgesta11ung des N o t w e r k s der d e u t -- ajen Jugend zu beraten. Oberschulrat Has­linger gab nach kurzer Begrüßung einen

Rückblick über die letzten drei Jahre der 3ugenb- betreunng.

(fr führte u. a. aus.Vor drei Jahren bereits wurde lnirUinQUd-Ucr Unterstützung der Arbeitsämter, des hessischen Staates und auch den Opfern der Jugend und der Verbände sowie unter dem Einsatz zahl­reicher ehrenamtlicher Lehrkräfte Vorkehrung ge­troffen, neben den allgemeinen betreuenden Maß­nahmen auch solche ins Werk zu setzen, die sich auf die berufliche Fortbildung verlegten. Es zeigte sich, daß es richtig war, bie gesamte Volks- bildungs- unb Jugendpflegearbeit von Anfang an von unten her" aufzubauen, und das freie Spiel der Hilfskräfte und Organisationen ohne Bevormun- Dung oder gar zentralisierte Leitung arbeiten zu lafjen. Auf diese Weise war es möglich, unter An- ba||ung an die örtlichen Verhältnisse ganz verschie- benartige und auf bie verschiedensten Bedürfnisse

,t.ene Arbeit zu leisten unb sie im Rahmen Des Möglichen Zn fördern. Diese Mannigfaltigkeit ist zugleich die starke der hessischen Volksbildungs- und Jugenbpflegearbeit. Diese Arbeit ist auch in ben darauffolgenden Jahren weitergeführt worden, und es kann heute festgestellt werden, daß v i e l e T a u - sende von jugendlichen Erwerbslosen durch diese vielfachen Maßnahmen er­saßt wurden Bei der allgemeinen Betreuunas- arbeit ist es immer wieder klar geworden, daß dem Jugendlichen nicht damit allein gebient ist, baß man >hch mit Vorträgen und Schulung nahe kommt. Er will nicht nur Objekt einer Arbeit fein, sondern es Drangt ihn auch nach eigener Betätigung. Er will Arbeit leisten und auch ben Fortschritt biefer Ar­beit beobachten. Hier schaltete sich nun ber Frei­willige Arbeitsdienst ein.

Durch unsere Lager unb diejenigen dec ange­schlossenen unb befreunbden Organisationen sinb im vergangenen Jahre mehr als 15 000 Jugenb- lidj aller Schichten. Berufsftänbc unb poli­tischen Gruppen gegangen.

Spende für die Winiernothilfe.

Dm der Geldannahmestelle des ^Gießener An­zeigers" für bie Gießener Winternot- Hilfe ging weiter folgende Spende ein:

70 Mark von ter Milchhändler-Dereinigung für Gießen und älmgegend, i. A.: L Dönges Heuchelheim.

. Weitere Spenten für das Hilfswerk werden seterzeit mit Dank angenommen.

LZoruotizen.

Aus bem Stadttheaterbureau totrb uns geschrieben: Morgen, Freitag, als 14. Vorstellung im Freitag-Abonnement Wiederho­lung des Schtoantes:Stöpsel", von Arnold und Bach. Spielleitung: Peter Fas sott. Gewöhn­liche Preise. Spielzeit von 20 bis 22 15 Ahr Zugunsten ter Gießener Winternothilfe findet am Samstag, 14. Januar, im Stadttheater 20 Mr einBunter Abend" statt. Ende gegen 22.30 Mr' Auf vielseitigen Wunsch, da viele Theater­besucher am letzten Sonntag keine Karten mehr erhalten konnten, wiederholt die Intendanz das Weihnachtsmärchen:Aschenbrödel" nochmals am Sonntag, 15. Januar, 15.15 Mr. Um allen El­tern ihren Kindern die Freude eines Besuches des Weihnachtsmärchens zu ermöglichen, sind für

Dom rein theoretischen Unterricht ist die Schulung immer mehr zur werkstatt-mäßigen Fortbildung iibergegangen. Das Notwerk will nun vor allem an bie körperliche unb menschliche Not bes Arbeits- b [ losen heran. Der Redner behandelte bann anfjanb = der Richtlinien bes Notwerkes Einzelheiten ber n | praktischen Hilfe. Die einzurichtenden Kameradschaf-

Allgemeiner deutscher Frauen- herein. Man schreibt uns: Im Allgemeinen tend) 1I p "i)al pH öic Wirtschaftskrise auch auf die Tätig einim S1 1 $ der Erfinder ausgewirkt?" Das ist eine

traute -<5lC i5rage, bie den Beamten des Reichspalenlamtes von

nitrater t die <ytau von wißbegierigen Besuchern immer wieder von neuem

ihr bcä Hauses sei, vorgelegt wird. Dabei kommen zwei grunboerschie

Aufgabe zufalle, aus ter Woh- bene Einstellungen zutage: auf ber einen Seite wirb Ut öu schaffen. Die angenommen, baß bie Erfindertätigteit burch bie

Rednerin sprach zunächst über ten Privatbau. Aussichtslosigkeit heuS in Ätpn

um der Daumarkt still liege, was noch praktisch verwerten zu können, völlig lahm-

tebauem sei als gerade die Dau- gelegt sei. Kein Mensch könne so närrisch sein fein !^! ®ln0«.t>on Handwerkern und Ge- Geld unb seine teure Zeit zu opfern wenn' hm

^^Möglichkeiten nicht zuininbest bie Hoffnung auf Zeinen materiellen erschließe. Rachtem Frau Kletoitz das Zweck- Vorteil winkt. Auf der anderen Seite findet man sparen in ten Bausparkassen und deren verschie- eine Auffassung, die genau das Gegenteil erwartet 9C£rClLf h<"te, schilderte sie einen die vielen Millionen Arbeitslo en unter Einfach- denen sich eine nicht unbeträchtliche Zahl geschulter ber ^ubautrni denn Komfort sei gewiß an- Ingenieure und Techniker befindet, haben doch Pflege unb ber Gebrauch vieler eigentlich genügend freie Zeit um berunuubafteln in^dies^Rch^tt ^ fXtCUehC die Lebenshaltung sich etwas auszudenken und aus diesem Wege Er-' m und erschwere den Be- findungen zu machen. Die Zahl der Patentanmel-

Ei^^helms. Im zweiten Teil des Dor- düngen müßte demnach erheblich gestiegen sein 0er öffentlichen Hand Beide Ansichten sind falsch, oder zumindest über Station -ja 6t?bte nad),ber lchätzensie gewisse Faktoren. Tatsächlich ist die Zahl

Inflation, zog Vergleiche zwischen den einzelnen der Patentanmeldungen im abgelaufenen Jahr nickt .TnS hrnÄn9sn\L-®- und Potsdam, unerheblich gesunken. 1932 mären es in5gefamt unb braditc die Vorschläge eines bekannten Sozial- nur 63 000 gegenüber 78 000 im Jahre 1931 Die Säbtefe tenUİr ^Cr bie Auflockerung ber Groß- Öriinbe für diesen Rückgang sind nicht ohne weite- stadte, den Abbau der ungesunden Mietskasernen, res ersichtlich. Der Prozentsatz derjenigen die es Örüni r^rten und angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage' für um teu unÄi,h hi?rSChn Z-Ü UberAen S edlungs- zweckmäßig halten, sich mit irgendwelchen neuen xr Webnenn zunächst zwischen der Iden zu beschäftigen, ist zweifelws nur sehr gering, m UCrxr^en .^'Edlung bie auf lanbwirtschaftlicher Er wird bestimmt von der Zahl der Laien über^ Se,xn%^!tendJ^affen ^' ro°9cn' ihre erzwungene Muße auf diese Weise hirnrh nnnund Stadtrandsiedlung. Sie praktisch ausnutzen. Die wahren Ursachen liegen auf iSL x? flto&en Siedlung m Ostpreußen, er- anderem Gebiet. Vor allem ist es die A n me l d e - £unhf nn* ^uswanderungsplan des General gebühr, bie viele abschreckt. Zumeist handelt es ^- ^°xi ^k.0^Ulnenka beschrieb eingehender sich ledoch dabei um jene Sorte von Patenten bie «n ? 1n95hbautmn Sozialpolitikers Georg von vornherein wenig Aussicht zur Genehmigung ' hlb ®xflenrÄ7 F°^b"rg, .schilderte besitzen. Die Beamten des riesigen Gebäudes in ber ?ab ftoIn'x [treifle "den Gitschinerstraße zu Berlin begrüßen diesen Ausfall

Sh- cm ah r au n und sprach zuletzt nur mit erleichtertem Ausatmen. Mit wieviel w e r t= über die Moorsiedlung. Sie schloß mit einem Appell losen Spielereien und H i r n g e sp i n -

UCVfn Sledlungsgedanken, der an sich sten haben sie sich in früheren Jahren abplagen

schölle bedeute und die müssen! Das ist jetzt ein wenig besser geworden, Sn! Ertüchtigung des wenn auch diese Kategorie noch längst nicht aus-

schöße, bewußt zu fordern unb zu gestorben ist. Sie wird es auch wohl niemals. Jm- 'ner wieder tauchen die alten, längst als unlösbar erkannten Probleme auf: das Perpetuum m o - | bile und die Quadratur des Zirkels ---- etwa. Bei näherem Zusehen erweist es sich meist, i// daß diese Leute lieber den Weg zum Nervenarzt I als zum Patentamt wählen sollten. Es ist einfach unmöglich, ihnen klarzumachen, daß ihre Idee aus ganz primitiven, naturgesetzlichen oder mathemati­schen Gründen nicht durchführbar ist. Daneben gibt es dann noch Tausende von Fällen, in denen eine längst patentierte Erfindung noch einmal an- geboten wird. Das zu erkennen, ist Verhältnis-' mäßig einfach. Es gibt nämlich im Patentamt eine Riesenkartei, eine geradezu grandiose Organisations­leistung, in der jedes Patent unter ganz bestimmten Gesichtspunkten aufgefunden werden kann. Kommt