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12/01/1933 Erstes Blatt
 
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unb nichts, aber auch gar nichts beigetragen haben zur Entwicklung des Landes, bis aus den heutigen Tag.

Die Litauer werden mit großem Gepränae in Miauen und im Memelgebiet den 15. Januar feiern als Triumphtag der Besitzergreifung von Memel, angeblich ihres alten Besitzes. Lassen wir uns nicht beirren durch solche Verdrehungen und geschichtliche Lügen, an die wir von jener Seite seit langem ge­wöhnt sind. Wir begehen weihevollere Stunden in den Kundgebungen, die der Memellandbund und die vielen Heimatoerbände zumal unseres Ostens in diesen Tagen veranstalten im ganzen Reich: wir legen ein stolzes Bekenntnis ab für die gegenseitige unlösliche Verbundenheit und Treue zwischen uns und unseren Brüdern dort, ein Gelöbnis, das Un­recht am Memelland wieder gut zu machen, wenn nicht durch Revision, dann aus eigener Kraft, und wir künden es der Welt, daß Litauen seinen Raub wieder herauszugeben hat.

Wie aber ist der Weg zu finden für die praktische Lösung der Frage? Da Litauen politisch oder kul­turell, geschichtlich oder völkisch im Memellande nichts zu suchen oder beizutragen hat, so bleibt nur sein berechtigter Anspruch auf Schutz und Förde­rung seiner wirtschaftlichen Interessen. Beides kann ihm, zu seinem eigenen Besten, von Deutschland eher gewährleistet werden, als von irgendeinem anderen Staate der Welt, am wenigsten von Polen. Litauen kann sein wirtschaftliches Recht, seinen po­litischen Schutz nur mit Deutschland finden, nicht gegen uns. Wenn Litauen endlich von seinen Träu­men nach Großmacht und Autarkie läßt, dann wird sich in Freundschaft mit Deutschland ein Weg fin­den lassen für ein fördersames und freiestes Reben- einander beider Staaten. Dazu wünschen wir den litauischen Staatsmännern politische Weisheit und Planen auf lange Sicht.

Voraussetzung muß aber bleiben: M e m e l l a n d zurück zu Deutschland! Jetzt geht es nicht mehr, wie wir es noch vor einem Jahre forderten, den Weg über den Freistaat, auch nicht mehr über die Volksabstimmung, die immer erneut in deut­schem Sinne bereits erfolgt ist. Jetzt geht es auch bei Memel um direkte Ueberwindung der Fesieln und des Widersinns von Versailles. Die Abtrennung von Memel ist, neben vielen anderen Punkten ge­rade im Osten, von Deutschland nie anerkannt, die Voraussetzungen für eine Revision sind also ge­geben, das Weitere ist Sache der Staatsmänner.

In den ForderungenMemel zurück an Deutsch­land" undLitauen freundschaftlich verbunden mit Deutschland" decken sich Recht und Vernunft. Beide müffen Grundlage fein eines dauernden Einverneh­mens zwischen Deutschland und Litauen. Dann werden diese Tage der Besinnung auf 10 schwere Jahre des Leidens und Kampfes fruchtbar werden zum Segen friedlicher Wohlfahrt im deutschen Osten.

G. A.-Gport.

Kurze Sportnotizen.

Tischtennis tm Gymnasium. Am näch- ften Sonntag findet ein Tischtenniskampf zwischen der 1. Mannschaft der DJK. und der Unterprima des Gymnasiums statt Als Sieger dürfte auf Grund größerer Spielerfahrung die DJK. zu nennen lein.

Bayerns Ski-Meisterschaft wird vom 21. bis 23. Januar in Oberaudorf am Inn durch- geführt. Titelverteidiger ist H. L a n t f ch n e r- Innsbruck.

In Mailand siegten dieEdmonton-Kana- diers" im Eishockeykampf gegen den einheimischen Hockeyklub mit 6:2.

Rach 115 Stunden führten im Dortmunder Sechstage > Rennen Schön-Dufchenhagen, Göbel- Pijnenburw Rausch-Hürtgen, Broccardo-Guimbre- tiere und Braspenning-Wals mit Rundenoorsprung.

3m Ooppelspmng über die Schanze von Si. Moritz.

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...

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Ein herrlicher Doppelsprung, den die Norweger Jakob K j e l l a n d (der Endsieger) und G u t t o r m s e n bei den Akademischen Ski-Wettkämpfen in St. Moritz ausführten.

Tilden zieht sich endgültig zurück?

Big" Bill Tilden, wohl der berühmteste Tennis- spieler aller Zeiten, der mehrmals für USA. den Davis-Pokal erkämpfte, und oftmals sich in Wim­bledon den inoffiziellenWeltmeistertitel" holte, hat jetzt erklärt, daß er sich endgültig vom aktiven Tennisfport zurückziehe.

Sportverein Ettingshausen'

Ettingshausen ITeutonia" Laubach I 4:3 (1:1).

Sofort nach Spietveginn legte Lauvach mächtig los und konnte auch den Führungstreffer erzielen. Wenige Minuten später kam Ettingshausen zum

Ausgleich. Laubach wurde nun vollständig In seine Hälfte zurückgedrängt, aber es gab keine Tore. Mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Sofort nach Anpfiff setzte wieder scharfes Tempo ein. Laubach war den Angriffen der Platzmann­schaft nicht gewachsen. Der Gastgeber konnte nun durch seinen Halbrechten drei weitere unhaltbare Tore erzielen, denen Laubach noch zwei entgegen­setzen konnte. Laubach mußte geschlagen das Feld verlassen. Schiri Koob (Garbenheim) leitete korrekt.

Preußen.

Eine Million Siedlerstellen im deutschen Osten.

* Rodheim a. d. B 10. Jan. Gestern abend veranstaltete die Bruder chaft Rodheim an der Bieber des Jung deutschen Ordens im Saale des Gastwirts M a n k eine sehr gut be­suchte Kundgebung über das Sofortpro- aramni des Jungdeutschen Ordens zur eberwindung der Arbeitslosigkeit. Studienrat Dr. Gebhardt (Gießen) eröffnete die Versammlung und erteilte Dr. Kuermann (Köln) das Wort zu seinem Vortrag über denGroßen Plan" von Artur Mahraun. ImGroßen Plan" Artur Mahrauns werde, so führte der Redner nach einem Rückblick auf die Entwicklung feit 1918 u. a. aus, der Begriff Konjunkturkrise, vor dem man jahrelang auf den Knien gelegen habe, abgelöst von dem Begriff Strukturwandlung. Die wirtschaftliche Entwicklung sei von dem Jahre 1830 bis 1870 71 organisch gewesen. Dann sei die Wirt­schaft plötzlich zu einer großen Seifenblase ange- | schwollen, die am Weltkrieg zerplatzte. In diesem

Strukturwandel, der ein Aufblähen der Großstädte mit sich gebrockt habe, sei die Ursache der Arbeils- losigkeit zu suchen. Der deutsche Mensch müsse au* rück zur Scholle. An Stelle einer Ankurbelung von oben, die schon ungeheure Summen verschlun­gen habe, müsse eine Ankurbelung von un­ten treten Ein Weg sei gegeben in der O st - s i e d l u n g. Der Große Plan Artur Mahrauns sehe die Schaffung von einer Million Siedler- stellen imOsten vor, die als Dorfgemeinschaften gedacht sind. Auf diesen Siedlerstellen könnten vier Millionen Arbeitslose beschäftigt werden. Rund drei Millionen könnten davon aus den übervölkerten Industriegebieten gezogen werden, weitere 1 300 000 fänden Beschäftigung m der Volksdienstpflicht und als Handwerker, Gewerbetreibende usw., so daß bei Berücksichtigung der ungeheuren Belebung der Wirt­schaft mit einem Schlag die Arbeitslosigkeit beseitigt wäre.

Das bei der Durchführung dieses Planes benötigte Land soll gewonnen werden durch Aufteilung von Großgrundbesitz, durch Rodung von Oedland und Wald. Auch bei der technischen Durchführung glaubt Dr. Kuermann keine Schwierigkeiten zu sehen. Die vom Staat zu zahlende Summe für die Ent­schädigung der Großgrundbesitzer sei gegenüber den Riesensummen für Subventionen und Erwerbslosen­unterstützung lehr gering. Die Tatsache, daß Män­ner wie der Bodenreformer Dr. Damaschke und Reichskanzler von Schleicher u. a. den Plan in seinen Grundgedanken anerkannt hätten, sei ein Beweis, daß er gut und durchführbar sei. Mit schar­fen Worten geißelte Dr. Kuermann die Bürokratie, die sich der Verwirklichung gesunder Gedanken hem­mend in den Weg stelle.

Zum Schluß seiner Ausführungen wies der Red­ner noch auf die Begründung des freiwilligen Arbeitsdienstes durch den Jungdeutschen Or­den hin. 300 000 jungen Menschen sei dadurch die Lebensberechtigung wieder gegeben. Arbeit unb Brot sei geschaffen worden durch eine Minderheit. Wenn die Gedanken des Großen Planes", fo schloß Dr. Kuermann,Wirklichkeit werden, bann ist die Grundlage geschaffen, auf der die Gesundung Deutschlands herbeizuführen ist!"

Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausge­nommen. Eine Aussprache, in der ein Mitglied der NSDAP, seine Ansicht barlegte, worauf der Vor­tragende im Schlußwort antwortete, bildete den Abschluß des interessanten Abends.

Kirche und Schule.

Landkreis Gictzen.

t Treis a. d. Lumda, 11. Jan. Der GotteS- dienstbesuch betrug im abgeschlossenen Jahre 10 651 Erwachsene und 4173 Kinder, oder sonntäglich 177 Erwachsene und 69 Kinder, der Abendmahlsbesuch 996 Personen, rund 132 Prozent. An Gaben für christliche Liebestätigkeit gingen 1420 Mk., d. h. 1,80 Mk. auf den Kops der Er- wachsenen ein. Getauft wurden 11 Knaben und 12 Mädchen, konfirmiert 6 Knaben und 8 Mäd­chen, getraut 12 Paare und kirchlich beerdigt 14 Personen, darunter drei Kinder unter 14 Jah­ren, eine hier verstorbene Frau wurde auswärts kirchlich beerdigt. Dieser Tage wurde inWills Saal dahier im Auftrag der Baseler Mis- sionsgesellschast der neue B o r n e o s i l m durch Missionsprediger Lauck, Frankfurt, vor­geführt. Der Film zeigte in eindrucksvoller Weise das wirtschaftliche, foxiale und religiöse Leben der Eingeborenen der Insel Borneo und zugleich ein Bild von der weitverzweigten Arbeit der Missio­nare und ihren Erfolgen.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen.

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Heute verschied nach kurzem, schwerem Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere treusorgende Mutter.Tochter, Schwiegertochter. Schwester und Schwägerin

Frau Mariechen Strackbein

geb. Rinn im 31. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen

Friedrich Wilhelm Strackbein

Rodheim a. d B Heuchelheim, den 11. Januar 1933.

Die Beerdigung findet am Samstag, dem 14. Januar, nachmittags */,3 Uhr, vom Trauerhause aus statt.

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Danksagung.

Für die Beweise inniger Teilnahme bei dem Heim­gang unserer lieben Schwester

Fran Christiane Schäler, Seh. Mans sowie dem Personal der Heil- und Pflegeanstalt für die aufopfernde Pflege und für die trostreichen Worte des Herrn Anstaltspfarrers sagen wir herz­lichen Dank.

Die trauernden Geschwister.

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Gießen, den 11. Januar 1933.

Hessilches Forstamt Gießen.

Holzversteigerungen.

Die Fürst zu Solms-Lichsche Oberför­sterei Hohensolms versteigert: 2o2D

Am Montag, dem 16. Januar, im Atih- retfa,en Saaie in Hohensolms: aus dem Distrikt Lichelsberg: Stammholz: Eiche 2. und 3. Kl. 10 Stück mit 3,70 km, Fichte la. bis 2a-Kl. 120 Stück mit 22,18 km; Derbstangen 1. bis 3. Kl. 943 Stück, Reis­slängen 4. bis 6. Kl. 310 Stück; Nutzrollen (2 m l.) Eiche 10 rm; Scheit- und Prügel­holz: Buche 317 rm, Eiche 12 rm, Fichte 25 rm; Reisholz: Buche 28,40 Hdt. Wellen; aus dem Distrikt Scheuernwald: Nutz- rollen (2 m l.) Eiche 6 rm; Prügelholz: Buche 82 rm, Eiche 6 rm, Ahorn 1 rm, Nadelholz 8 rm; Reisholz: Buche 63,30 Hdt. Wellen, Liche 2,50 Hdt. Wellen; aus dem Distrikt kappenberg: Prügelholz.- 9 rm (gemischt), Reisholz: Buche 13,20 Hdt. Wellen. Anfang 11 Uhr mit Nutzholz.

Am Freitag, dem 20. Januar, im Sche- rerfchen Saale in Bieber bei Gießen aus dem Distrikt Helfholz: Stammholz: Liche 1. bis 3. Kl. 34 Stück mit 11,04 fm, Kiefer lb- bis 2d-Kl. 14 Stück mit 6,15 fm, Achte 1.-: bis 2b-Kl. 191 Stück mit 55,32 fm; Derbftangen 1. bis 3. Kl. Fichte 332 Stück; Reisstangen 4. Kl. Fichte 30 Stück; Nutz­rollen (2 m l.) Liche 31 rm; Scheit- und Prügelholz: Buche 375 rm, Liche 25 rm, Rade.Holz 14 rm; Reisholz: Buche 72,20 Hdt. Wellen, Liche 23,50 Hdt. Wellen. An- fang 10 Uhr mit Nutzholz.

Am Samstag, dem 21. Januar an Ort und Stelle aus dem Distrikt Jßelfcheid: Derbstangen 1. bis 3. Kl. Fichte zirka 1200 Stück, Reisstangen 4. bis 6. Kl. zirka 700 Stück, 7. Kl. 2300 Stück; Prügelholz: Buche 19 rm, Liche 11 rm; Reisholz: Buche 14,50 Hdt. Wellen, Liche 2,00 Hdt. Wellen, sowie 260 rm gemischtes Reisig. Anfang 11 Uhr bei Brennholz Nr. 1 (Läuseh.