Ausgabe 
11.12.1933 Erstes Blatt
 
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Weitere Millionen für Arbeitsbeschaffung.

Derbelst der Acbeilsbeschaffungslotterie der AGOAP. -um Erfolg!

Gnad« in diesem Winter muß der Kamps gegen die Arbeitslosigkeit mit besonderer Schorfe geführt werden. Erst recht gilt es jetzt, mit oller Macht die Arbeitslosigkeit, den Jeinb jeglichen Wiederaufbaues, zu bekämpfen. Alle Mittet müssen eingesetzt werden, denn jeder zur Arbeit Zurückgesührte ist ein neuer Kämpfer gegen die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber, seid Luch bewußt, daß Arbeit geben Arbeit schaffen heißt!

Arbeitnehmer denkt daran, daß es viel leichter ist, Arbeit zu nehmen, als Arbeit zu geben!

Aber beide müßt Ihr Luch zu einer Iront vereinigen! Aus Gedeih und verderb seid Ihr verbunden! verbunden müßt Ihr mit allen Mitteln heifen, Arbeit zu schaffen.

Millionen wurden bisher schon au» der Geld­lotterie der NSDAP- für «rbeits- beschasfung bereitgestellt? weitere Millionen fen gerade jetzt ausgebracht werden.

Arbeitnehmer, denkt an Eure Volksgenossen,

die heute noch sehnsüchtig auf den Ruf zur Arbeit warten! Ihr seid oerpstichlet, der Arbeitsbeschaffung»' lotterie der NSDAP, zuw Erfolg zu verhelfen. Jeder, der da. Glück Hal, eine Arbeitsstätte zu haben, muß seinem arbeilslofen Volksgenossen als Ausweis für seine Mithilfe ein blaues Los der Arbeils- bkjchoffungvlotterie oorzeigeu können.

Arbeitgeber, wenn Ihr in Euren Betrieben wieder arbeiten könnt, so denkt daran, daß cs das Werk de» Führer» ist! Auch Ihr seid verpflichtet, der Lrbeitsbcfchasfungslotlerie zum Erfolg zu verhelfen. Ihr könnt Euren Dank beweisen, wenn Ihr jedem Eurer Angestellten bei der nächsten Gehaltszahlung ein blaues Los für Arbeitsbefchaffung fchenkt.

Deutsche Volksgenossen, es muß Euer Wille fein, den Sieg zu erringen. Ieder, der zur Arbeitsbeschaf­fung beitragen kann und es dennoch nicht tut, stellt sich außerhalb unserer Volksgemeinschaft.

®ej.: Schwarz Reichsschahmeister der NSDAP.

Ausbau uub Ausgaben

Berlin, S. Dez. (WTB) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft R. Walther D a r r 6 Hal die Erste Verordnung über den v o r - aufigen Aufbau des Reichsnährstands erlassen. Der Reichsnährstand ist eine S e l b st v e r - waltungskörperschaft des öffent­lichen Rechts. Er hat die Ausgabe, seine Angehörigen zu einer lebenskräftigen Stütze für den Ausbau-, die Erhaltung und die Kräftigung des deutschen Volks zusammenzuschließen, das deutsche Bauerntum und die Landwirtschaft, die landwirt­schaftlichen Genossenschaften und den Lanühandel, jawie die Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu fördern, die wirtschaftlichen und gesellschaftliche Angelegenheiten zwischen seinen Angehörigen zu regeln, zwischen den Bestrebun­gen der von ihm umschlossenen Strafte einen dem Gemeinwohl dienenden Ausgleich herbeizufüh- rcn und die Behörden bei allen den Reichsnährstand betreffenden Fragen zu unter ft ü^en. Der Reichsnährstand hat die Verpflichtung, über die Stande seh re seiner Angehörigen zu wachen.

Der Reichsnährstand umfaßt alle, die im Deut­schen Reich als Eigentümer, Eigenbesitzer, Eigen- berechtigte, Nutznießer, Pächter oder Verpächter bäuerlicher ober landwirtschaftlicher Betriebe als Familienangehöriae, Arbeiter, Angestellte ober Beamte in ber Landwirtschaft nicht nur vorüber­gehend tätig sind, ferner frühere Eigentümer und Nutznießer landwirtschaftlicher Grundstücke, welche an diese noch bestimmte Ansprüche haben. Ferner gehören zum Reichsnährstand die landwirtschaft­lichen Genossenschaften und alle, die im Deutschen Reich den Landhandel (Groß- und Kleinhandel)

des Reichsnährstands.

oder die Be- ober Verarbeitung lanbwirtschaftlicher Erzeugnisse betreiben. Die Landwirtschaft im Sinne dieser Verordnung umfaßt auch Forstwirtschaft, Gartenbau, Weinbau, Fischerei in den Binnen- und Küstengewässern, die Imkerei und die Jagd.

An die Stelle des Deutschen Landwirtschaftsrats, der Preußischen Hauptlandwirtschaftskammer und der öffentlich-rechtlichen landwirtschaftlichen Berufs- Vertretungen (Landwirtschaftskammern, Bauern­kammern) tritt als deren Rechtsnachfolger der Reichsnährstand. Zur Vereinfachung des Ausbaues und der Verwaltung des Reichsnährstandes können Vereine, Vereinigungen und Verbände, welche die wirtschaftspolitische, sachliche und geistige Förde- rung, sowie die Wahrung der Belange der Land­wirtschaft ober ber Angehörigen bes Reichsnähr­standes zum Zweck haben, durch Anordnung des Reichsbauernführers in den Reichsnährstand eingegliedert werden.

Der Reichsbauernführer wird vom Reichskanzler ernannt. Er ordnet die innere Gliederung des Reichsnährstands. Er kann seine Befugnisie auf Nachgeordnete Stellen übertragen. Der Reichsnähr­stand gliedert sich örtlich in Landesbauern- schaften, Kreisbauernschaften und nach Bedarf in Ortsbauernschaften. Der Reichsnährstand erhebt von seinen Mitgliedern Beiträge, die der Reichs- bauernlührer festlegt. Die Beiträge werden wie öffentliche Abgaben von den Finanzämtern eingezogen und ohne Abzug an den Reichs­nährstand abgeführt. Die Staatsaufsicht über den Reichsnährstand führt der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft.

Organisierte Auslandshehe ehemaliger deutscher Marxisten.

Friedensstörer an der Arbeit. Frevelhafter Mißbrauch des AsylrechlS.

Saarbrücken, 10. Dez. (CNB.) DieSaar­brücker Zeitung" veröffentlicht einen ihr übermit­telten Bericht, ber d i e gegen Deutschland von ehemaligen deutschen Marxisten entfesselte Hetze in ihrer stanzen Nieder­tracht enthüllt. Es handelt sich um eine Niederschrift über die A II s s ch u ß s i tz u n g der Ersten internationalen S o z i a l i st e n - K o n s e - renz über deutsche Fragen in Paris oom 21. bis 26. August 1933. Das Referat erstattete in die­ser Sitzung Wels: er führte u. a. ans: Unsere Organisation ist in Deutschland in vollem Aufbau begriffen. Unsere leitenden Funktionäre sind alle mit neutralen Dassen versehen. Und wenn - einige tausend einmal abgesangen werden, so steht doch fest, daß wöchentlich berVorwärts" minde­stens eine Auflage von Atrla 1 Million im Klein­format nach Deutschland sendet. Allen Berichten zu­folge werden die SPD -Schriften begeistert empfan­gen und weitergegeben. Demgegenüber mache sich schon jetzt unter den NSDAP 'Anhängern die Un­zufriedenheit breit. Für den Winter sei mit einer großen Teuerung und Unruhen, sowie mit einem großen Anschwellen des Arbeitslosenheeres zu rech- neu. Hier müssen die Maßnahmen der internatio­nale einsetzen. Hierbei mußten die Genossen im Ausland helfen. Um die Situation in Deutschland verschärfen zu helfen, muß ber Boykott ganz ftreng durchgefuhrt werben. Alle Zeitungen, die uns zur Verfügung stehen, müßten täglich Meldungen über b i e Greuel ber Ron- zentration »lager berichten. Wesentlich ist es, auf die Regierungen einzuwirken, daß man Deutschland außenpolitisch s o viel Schwierigkeiten wie möglich macht. Zusammenfasienb könne gesagt werden, daß für die Nazi-Regierung sich innen- und außenpolitisch die Lage katastrophal zuspitze und der Zusammen- brud) im Winter zu erwarten sei.

B r e 11 s ch e i b betonte, daß der Bcwkott viel schärfer durchgeführt werden mülle. E» müsse zur Trunsportlpcrre kommen Höltermann äußerte, nach der Diktatur filtlcr» könne nur bie Diktatur der Arbeiterklasse folgen. Der '.'Infang dazu sei gemadit. Formationen feien im ganzen Reich in Fünfergruppen ohne Unterschied ber ehemaligen Parteizugehörigkeit unter neuen Führern die früher nicht hexDorgetrcten sind, neu- gebildet. Ein ernste» Kapitel <el bie Frage ber Bewaffnung. Die SPD. müsse auch in der Sage fein, im Ernstfall nicht nur deutsche Forma- honen über die Grenze, sondern e» müsse möglich fein, auch bie Arbeiterschaft ber Grenz- länber z u bewaffnen und über bie Grenze zu werfen. , . _

In ber Konferenz wurden dann u. a. folgende BefchIüsfe geiaht: Die Internationale ner- hängt den Boykott über sämtliche deutschen Erzeugnisse. Der Re.chsiaq». diandvrcncß soll dazu beniiRt werden eine um. fassende Proz»aganda gegen Deutschland r eni - fein. Die Transportsperre oll feier! von den San. deszentralen vorbereitet werben Die ?n(? nationale erkennt an. daß zur Erober in i 3er durch die Arbeiterklasse der b e m a f f n e t e A stand unbedingt gefördert und orga­

nisiert werden müsse. Die Durchführung ber vor­bereitenden Maßnahmen wird in die Hände von Höltermann, Wels, überhaupt der deutschen Partei gelegt.

Schließlich wurde bie Aufmerksamkeit barauf ge­lenkt, daß man sich der ausländischen Rie­se n s e n d e r , die bis weit in Deutschland auch durch den Volksempfänger gehört werden, bedienen müsse. Es habe sich in Brüssel ein Ausschuß gebildet, der Verhandlungen mit den in Frage kommenden Regierungen unb Rundfunkgesettschaf- ten eingeleitet habe. Für die Ausgabe der Erfas­sung der deutschen Hörerschaft kämen allerdings nur wenige Großsender in Frage, die ihre Sendungen ganz oder teilweise in deutscher Sprache senden. Dies seien die Sender Oesterreichs, die schweizeri­schen Landessender, die Sendestellcn Prag, Hilver­sum, Luxemburg und Straßburg. Außerdem sei man aber an die englischen, russischen, belgischen und polnischen Regierungen und Sendestellen mit ent­sprechenden Anträgen herangetreten. Bereits a b gelehnt hätten Belgien und Moskau, das nur kommunistische Propaganda mache. Frank­reich, England unb bie Schweiz lehnten es ab, offizielle Derhanblungen zu führen. Es be­stehe aber noch bie Möglichkeit, etwas durch Ver­handlungen mit den in Frage kommenden Rundfunk- Gesellschaften zu erreichen. Mit den Sendeleitungen Straßburg, Hiloerfum, Luxemburg fei man auf gutem Weg, Verträge abzuschließen. Die öster­reichische Regierung habe bisher nicht a e - a n t ro o_r t e t. Die polnischen und tschechi­schen Sender verbreiten schon heute alle ihnen auf geeignetem Wege zugestellten Nachrichten.

DieSaarbrücker Zeitung" schreibt hier­zu: Wels, Breitscheib, Höltermann, bas also s i n b bie Leute, die sich ob ihrestragischen Loses" oom Ausland bemitletbcn lassen unb bie von ber Presse des Auslands monatelang als die Helden gefeiert wurden! Treffender als in diesem Dokument kann ihr von keinem Bedenken ge­hemmter Haß und bie ganze Ehrlosigkeit ihrer Gesinnung nicht charakterisiert wer­den. Sie haben, wie ber Bericht zeigt, mit allen Mitteln versucht, das Ausland zum Ein­greifen a u f z u stacheln. Sie wollen die Par­lamente mobil machen, damit sie sich gegen eine Aufrüstung Deutschlands wenden Sie benutzen jede» Mittel, um das neue Deutschland vor der Welt zu diskreditieren und zu schädigen. Das allo, bie Wels. Breitscheid und Höltermann, sind d i e Ehrenmänner, bie für daswahre Deutschtum" kämpfen. Um wieviel oer- handlicher könnten angesichts dieser Handlungs­weise bie kümmerlichen Fälschungen be»Petit Paristen" erscheinen, bestenDokumente" auf solche obskuren Quellen zurückgehen. Dir hegen bie be­stimmte Erwartung, bah sich auf Grunb btefer iiälschung auch jenseits ber Grenze alle nationasgesinnten Ausländer von I liefen internationalen Piraten ab- »r nben. denn hier zeigt sich, tu welch dunklen ti»-v*>'*ten ffe dai A nl" der D»:-,okratie miß- e.i'.!ch,-n Es sind nicht nur von tödlichem Haß er- 1 iE* Deufchfeinde. sondern Friedensstörer,

die gewistenlos genug sind, ein 60-Millionenoolk in Unheil stürzen zu wollen, um ihren Rachedurst be- friedigen zu können.

Der Erbhof des bayerischen Landesbauernführers Luber.

Eine Erklärung des NcichöbauernführerS.

Berlin, 8. Dez. (WTB.) Die Presieabteilung des Reichsnährstandes gibt nachfolgende Erklärung des Reichsbauernführers R. Walther Darrt be­kannt:

Die Kreisbauernschaft Schwaden in ber Landes- bauernschaft Bayern hatte dem Landesdauernsührer Luber einen Erbhof geschenkt. Diese Schenkung ist dem Landesbauernführer Luber verübelt worden, da man in vollkommener Verkennung des Wesens eines Erbhofes in diesem eineBereicherunas- quelle erbl.tft, wobei man offenbar die aus dem Liberalismus stammende Vorstellung hat, daß der Bauernhof die Grundlage eines Wirtschaftsunter­nehmens darstelle und damit Bereicherungsmöglich­keiten biete. Damit übersieht man aber, daß einErb- Hof" feit dem Reichserbhofgefetz kein Wirt- schaftsunternehmen mehr ist, sondern die Verankerung eines Geschlechtes mit Grund unb Boden bedeutet, also eine Verpflichtung bar- stellt. Ein Erbhof ist nicht mehr veräußer­lich, was eine Voraussetzung für Bereicherungs- mögl.chkeiten wäre. Der Landesbauernführer Luber hat wegen der Verkennung, die diese Schenkung aus- gelöst hat, den Erbhof den Schenkern wieder zurückgegeben mit ber Bestimmung, ihn b e - dürftigen Kindern ber S A. unb SS. zur Verfügung zu stellen.

Da auf Grund der Ergebnisse meiner Untersuchun­gen in dieser Angelegenheit der Landesbauernführer Luder sich in der Vorgeschichte der Schenkung voll­kommen einwandfrei verhalten hat, insbesondere selber von der Absicht der Schenkung keine Ahnung hatte, so sehe ich keinen Anlaß, Luber aus dem Vorgang an sich einen Vorwurf zu machen und ihn von seinem Posten als Landesbauernführer Bayerns zu ent­heben. Ich bedauere nur aufrichtig, daß die gut- iemeinte Schenkung dem bewährten Landesbauern, ührer der bayerischen Landesbauemschaft so viele Ingelegenheiten bereitet hat."

Wertere AvMillronen RM für Arbeitsbeschaffung.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Die Deutsche G e - sellschaft für öffentliche Arbeiten AG. (Dcffa) hat im Rahmen des Arbeitsbeschaffungr- programins oom 1. Juni 1933 weitere Darlehen im Gesamtbetrag von rund 30 Millionen Mark bewil­ligt. Der Stadt Berlin wurden über 5,4 Millio- nen Mark zugesagt, wovon 3,4 Millionen Mark auf Ergänzungsarbeiten an Verwaltungs-, Schul- und sonstigen Gebäuden und über 1,6 Millionen Mark auf Instandsetzungsarbeiten an den l, iz- und ma­schinentechnischen Anlagen städtischer (Jebäuöe ent­fallen. Das Land Preußen erhielt 1,6 Millionen Mark für Instandsetzungsarbeiten an den Gebäuden staatlicher Domänen, an Forstdienstgehösten unb an Polizeigebäuden. Zur Verbreiterung des Dort- mund-Ems-Kanals wurde ein Darlehen in Höhe von 5,5 Millionen Mark bewilligt. Für Strahenbauarbeiten erhielt die Provinz D b e r fd) I e f i e n 300 000 Mk., das Land Wärt- temberg über 800 000 Mark und bas Lanb Bayern 2,4 Millionen Mark. Ferner würben für eine Reihe anderer größerer Maßnahmen Mittel bereitgestellt, so für Den Ausbau der Gasver­sorgung der Gemeinde Rheinhausen 750 000 Mark, für Dberbauarbciten an Kleinbahnen 600 000 Mark, für verschiedene Arbeiten in Bres­lau 500 000 Mark, in Koblenz 320 000 Mark, in Osfenbach a. M. 350 000 Mk. unb in 91 ü r n berg 300 000 Mark.

Die Reichsbahn in der Arvertssch'.acht.

Der stellv. Generaldirektor Kleinman» vor zehntausend triscnbahnarbeitern.

Düf felborf, 10. Dez. (TU.) Auf einer großen Kundgebung sprach der Stellvertretende General- direktor der Reichsbahn, Kleinmann, zu 10 000 (Eifenbahnarbeitern aus dem Rhein-, Ruhr-, Wup­per- und Sieg-Gebiet. Er führte u. a. aus:

Die Deutsche Reichsbahn, in deren Verwaltungs- rat keine Ausländer mehr sind, steht bei der Ar- beitsfchlacht der Reichsregierung mit in vorder­ster Linie. Bisher sind allein für Erneuerungen, Neubefchaffungen und Neuanlagen nicht weni­ger als 1,8 Milliarden Mark in die Wirtschaft gepumpt worden Die 62000 Zeitarbeiter, die sonst bei Beginn des Win- ters zur Entlassung kommen, werden diesmal ihre A r d e i t s st e l l e behalten. Ferner wer­den sämtliche Kohlenlager neu aufge­füllt. Dadurch werden im Dezember 3000 Kohlen- arbeiter Arbeit erhalten. Beim Winterhilfs­werk haben die (Eifenbahnarbeiter den größten Opfersinn gezeigt. Ich appelliere an die Reichs­bahnbeamten, freigiebiger zu (ein als bisher. 3m Ganzen kommen bei der Reichsbahn monatlich etwa 2 Millionen auf. Die Reichsbahn hat ferner bisher 170 000 Eisenbahnwaggons mit Winterhilfe- gaben frachtfrei befördert. Ich werde meine ganze Kraft einsetzen, daß der Eifenbahnarbeiter sich in der Deutschen Reichsbahn wieder wohl fühlt. Der neue Arbeitsvertrag wird Verbesserungen bringen. U. a. wird die Treueprämie wieder eingeführt werden. Von den 320 000 Arbeitern der Reichsbahn werden an dieser Treueprämie, die 50 bis 300 Mark beträgt, rund 100 000 teilnehmen. Die Kündigungsfrist wird auf vier Wochen erhöht werden.

(Sdfrftänbiae Handwerker in Wohifahrlsbetreuuna.

Berlin, 9. Dez. (Bdz) Der Reichsstand des Deutschen Handwerk» hat eine Eingabe an den Reichsarbeitsminister gerichtet, in ber Beschwerden der Handwerker darüber mitgeteilt werden, daß die Inanspruchnahme von Wohlfahrtsunterftützung durch selbständige Handwerker davon abhän­gig gemacht werde, daß die Handwerker i h r Gewerbe abmelben und s i ch feder Be­schäftigung Im Beruf enthalten. Wenn auch al» Mittel gegen dieSchwarzarbeit" die Vorschritt berechtigt erscheine, werde doch anderer­seits der Handwerker, der Wohlfahrts Unterstützung in Anspruch nimmt, schwer dadurch betroffen, weil t» ihm unmöglich gemacht werde, bei Ab­meldung feines (Bewerbe» bie Verbindung mit seiner Kunbschaft aufrechtzuer­halten und feinen Betrieb später wieder auf­

zunehmen. Die Existenz bes Handwerkers werde also durch diese Vorschrift in der Mehrzahl ber Fälle zerstört. Die Eingabe macht bann Bor» schläge für eine Neuregelung, bie bie Abmeldung des Gewerbes bei den unterstützten Handwerkern erübrigt unb anbererfeils eine Ä entrollt einsührt, in die die Handwerkskammern und In­nungen eingeschaltet werden sollen.

L^eoeutsame Tagung »m braunen Haus

München, 9 Dez. (TU.) Die ReichspresiestEllo ber NSDAP, teilt mit: ,Llrn Samstag, S. Dezem­ber, vormittags, fand im großen Sitzungssaal bes Braunen Hauses eine bedeutsame Sitzung statt, die der Stellvertreter des § üp r e r einberufen hatte. Es waren anwesend die Reichs­leiter der Partei, die Amtswalter der PO. und einige andere führende Männer ber Bewegung. Bor ber Aussprache wurden dem Stellvertreter des Führers bie schwebenden Fragen ber Partei­organisation in aller Ausführlichkeit vorgetragen. Es würbe befenbers betont, daß ein enger Zusammenhang zwischen den einzel- nen Parteigenossen unb ber Reichs» I e i t u n g gewährleistet ist. In Sonderheit wurde in den Berichten an den stellvertretenden Führer der alten Parteigenossen gedacht, bie in unveränderter Treue, Hingabe unb Opferbereit- schäft auf ihrem Posten im Reich stehen. Auf diesen Parteigenossen, in denen der Führer seine stärkste Stütze im deutschen Volk hat, ruht bie große Orga­nisation ber NSDAP.: Das war das wesentlichste, stimmungsmäßige Ergebnis der Tagung.

Ein erstes Verzeichnis für die neuen Schu'buchereien in preuhn.

Berlin, 9. Dez. (VdZ.) Das preußische Kultus­ministerium hat ein erstes Verzeichnis der für die Hereinnahme in S ch u l b ü ch e r e i e n ge­eigneten Werke des vaterländischen S ch r i f f t u m s bekanntgegeben. Es handelt sich da- bei um über 50 einzelne ^chri,ten, an deren Spitze Adolf HitlersMein Kampf" und tllireb RosenbergsM ythus des 20. Jahr­hunderts" steht. Ferner finden sich auf der Liste Hans ZoeberleinsGlaube an Deutsch­land", dasÄriegserlben von Verdun bis zum Umsturz", SpectatorsDeutsch­lands Erwachen", Wolfgang v. Gronaus ^Im Grönland-Wal" und Franz v. P a pensAppell an das deutsche Gewis - | e n" (Reden zur nationalen Revolution). Uebrigens zeichnet sich die Aufstellung der für die Schulbuche- reien geeigneten Werke noch besonders durch die Einbeziehung bedeutender Reden aus. So sotten bie Schulen u. a. Adolf Hitlers Rebe über Frieben unb Sicherheit im Reichstag am 17. Mai, ferner bes Reichsinnenministers Dr. Fricks AnspracheErziehung zum lebenblgen Volk" und des Ministerpräsidenten Hermann G ö rings große Rede im Preußischen Landtag am 18. Mai 1933Der Geist des neuen Staats" in ihren Büchereien führen. Selbstverständlich wurde auch des Reichsprefscchefe ber NSDAP. Dr. Diet­richs WerkTI i t Hitler in bie Macht" aus­genommen. Von ben übrigen Autoren seien vor allem erwähnt Hindenburg (Lu» meinem Le­ben), Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Werner Beumelburg, Möller van ben Bruck usw. In Kürze sollen weitere Veröffentlichungen über für Schulbüchereien erwünschte Werke erfolgen. Vor Eingliederung des Evangelischen

Zugendwerks in die HI.

Berlin, 9. Dez. (WTB.) Der Reichsbischof unb ber Reichsjugendsuhrer geben folgendes bekannt: Die Derhanblungen über bie Eingliederung bes Evangelischen Jugenowerks in bie HitlerIugend stehen vor dem Abschluß. Um dem Ergebnis btefer Verhandlungen nicht oorzu- greifen und der hier unb bort emgetretenen Be­unruhigung entgeaenzutreten, wirb nunmehr sämt­lichen unterstellten Organisationen und deren Gliederungen untersagt, irgend­welche Vereinbarungen zu schließen ober sonstige felbstänbige Maßnahmen zu treffen.

Die Fragen der Tieichsreforni.

Berlin, 9.Dey (WTB.) Amtlich wird mlt- gefellt, daß In der Frage der Rddjsrcform noch kelneplänebestlmmlerArt feflgelcgt wur­den. Insbesondere Ist es unzutreffend, daß die neuerdings in der presse häufig erwähnte, schon 1931 verfaßte SchriftGrundlagen ber kommenden Verfassung" von Jt l c o I a l irgendwie für bas Rklchsinncnministerium bindend fei.

Ein nationalsozialistischer Block in Schweden.

Stockholm, 9. Dez. (CNB.) Oberst Marzin E k st r o e m hat der Schwedischen Telegraphen- agentur mitgeteilt, daß nach Verhandlungen zwi­schen dem schwedischen nationalsozialistischen Bund, der schwedischen nationalsozialistischen Sammlung*- partei und anderen nationalsozialistischen Organi­sationen eine Sammlungsorganifatlon Der Nationalsozialistische Block" gebildet worden ist. Oberst Ekstroern wird besten Führer. Die Organisa­tion, die den unvergleichlich größten Teil der schwe­dischen Nationalsozialisten hinter sich hat, so beißt es in der Erklärung, betont ihren festen Dillen, auf nationaler unb gesetzmäßiger Grundlage f ü r eine schwedische Volksgemeinschaft zu kämpfen. Sie weist jeden fremden Einsiuh auf die Entwicklung bes schwedischen Nationalsozialismus zurück und berücksichtigt nur vaterländische Inter­essen unb Traditionen. Die beiden bekanntesten nationalsozialistischen P a r t e i r i ch t u n a e n Schwedens, bie Furugard-Richtung und bie Lind­holm-Richtung sind anscheinend der neuen Organi­sation nicht beigetreten.

Auflösung der .Eisernen Garde" in Rumänien

Bukarest, 9. Dez. (WTB.) Die unter dem NamenEiserne Garde" bekannte Organisa­tion der äußer st en Rechten wurde durch Beschluß des Ministerrates a u f g e I ö fL Die von derEisernen Garde" im Hinblick auf Die am 20. Dezember beginnenden Wahlen zur gesetz­gebenden Versammlung aufgestellten Kandida­tenlisten werden für null und nichtig erklärt. Der Beschluß bes Ministerrates wird damit begründet, day dieEiserne Garde" eine Abänderung der gesetzlichen Ordnung auf revolutionärem Wege beabsichttge unb die Einsetzung einer Regierung erstrebe, bie zu der non ber Verfassung unb Dem Friedensvertrag er­richteten sozialen und politischen Ordnung in Gegen­satz stehe.