Ausgabe 
11.9.1933 Frühausgabe
 
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km, bem s heutigen !Ird,U, n. Btt denken dabei an Kino, -hauset und Lesezirkel. Minister 'enerNe durch Deutschland 'ederKompf.nachArieg V-OE" frieden und die -ll aller untereinander. Wir lber auch die Anerkennung für ung unseres Balkes.

der Arbeit, Börger, schloß nem Sieg-Heil auf den Führer kes, das italienische Lall und

iiische Nachrichten.

an den Reichsparteitag haben des Führers silbernePar- 'haüen.

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en Berdände Heimat- esier haben sich aufgelöst. Bund Deutscher Osten üb«1

. «enternder srndet eine Te­ber Flotten-Seestreit- :Una des Chefs der Marineleitüng en und mittleren Ostsee itember nachmittags bis 18. vep- lerben die an der Uebung betet- fte den Hafen von Pillau zur ng und Ruhe anlaufen.

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derReuen Züricher Zei­hland wurde in der Sitzung dtt ;rates besprochen. Der i 4 o *1 in He in Berlin Wert bei der Reichsregierung Pro- ^erbot^inzulegen^^^^ temvonÄalma/

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Aus der Provinzialhauptttadt.

Bedauerliches Zagdereignis.

Don Dr Karl -iuvolf Zifcher-Gteßen, Staatlicher Vertrauensmann für denAaiurschuh in Hessen

Einige hessische Zeitungen brachten dieser Tage eine vom Standpunkt des Naturschutzes und der Weidgercchtigkeit aus bedauerliche Nach,.chl, im Gießener Anzeiger" hatte die sragltche Meldung keine Aufnahme gefunden. D. Red. die alsiel- tenes Jagdereignis" gefeiert wurde und m der Art ihrer Weiterverbreitung geeignet ist, für die Zu- kunft allerhand Unheil anzurichten. Es war da mit- geteilt worden, daß ein Forster in Oberhessen in der Nidder einen ausgewachsenen Fischotter erlegt habe.

Diese Tatsache muh sowohl vom Standpunkt der Weidgerechtigkeit, als auch des Naturschutzes be­dauert werden. Denn der Fischotter ist ein bei uns in Oberhessen äußerst selten gewordenes Naturdenk­mal, das seit Jahren auf dem Aussterbeetat steht. Leider geniest der Otter als Raubwild nicht den ae- schlichen Schuß des Staates, so daß auf strafrecht­lichem Weg nicht gegen seine AusroUer vorgegan- gen werden kann. Es find aber von maßgeblicher Seite aus Bestrebungen Im Gange, die darauf ab­zielen, diese Gesetzeshärte für vogelfreies und selten­stes Raubwild aufzuheben und in den neuen Aus- führungsbeftimmungen des Naturschutzgesetzes dem Otter denselben Schutz zu gewahren, wie ihn auch der Uhu als aussterbender Nachtraubvogel genießt.

Die Zeiten sind vorbei, in denen ein Tier lediglich daraufhin angesehen und behandelt wurde, ob es nützlich" oderschädlich" ist und demzufolge hem- munaslos der menschlichen Willkür verfallen konnte, so oft sich die Gelegenheit dazu ergab. Heute hat man eingesehen, bah auch die schädlichen Tiere im großen Naturhaushalt ihre von der Vorsehung weise eingerichtete Bedeutung und Ausgabe haben, e die der Mensch nicht verstoßen darf, soll das e nicht Schaden leiden.Raum für alle hat die Erde".

Deshalb fei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß man für die Zukunft den Natur- und Heimat­schutzbestrebungen alles andere als einen Gefallen erweist, wenn man solche Vorkommnisse verbreitet in einer Art, die den Vorfall noch großartig feiert und in entsprechender Frisur die Schießwut und Troohäensucht einer gewissen Sorte von geltungs- bedürftigenAuchjägern" anstachelt, die einmal gern ihren Namen alsglücklicher Schütze" in der Zei- tung lesen und dann abends beim Dämmerichoppen stolz tun wollen. Mit Weidaerechtigkeit hat eine solche Tat nichts zu tun. Sonst ist jedes Tier, jed­wede Kreatur von der restlosen Verfolgung und Ausrottung durch den Menschen geschützt. Bei nicht­geschützten Arten, die selten sind, hegt sie der Jäger aus Derantwortungsbewuhtsein vor Schöpfung und Geschöpf, hegt sie aus Weidgerechtigkeit.

Hier fiel ein edles Raubwild dem Schuß zum Opfer, das jedem weidgerechten Revierherren einen höchst seltenen und hochinteressanten Anblick in sei­nen Jagdgründen verschafft hätte. Graf L a u b a ch zum Beispiel hegt seit Jahren in seinem Rutards- Hauser Revier eine Otterfamilie und freut sich mit allen Kennern seiner herrlichen Reviere immer, wenn es wieder einmal Zuwachs gegeben hat. Was muß das für eine Verbitterung Hervorrufen, wenn einer mit viel Opfern den Otter schirmt und schont, und der andere vernichtet ihn. Vielleicht ist es eines der dortigen Tiere gewesen. Bedauerlich, daß dies­mal ausgerechnet ein Mann der grünen Farbe mit den Ansichten des von uns vertretenen Naturschutz­gedankens in Konflikt geriet, der wissen mußte, daß jedes Tier sein Lebensrecht im deutschen Walde hat und der Otter als letzter mittelalterlicher Jagdherr, lichkeit erst recht. Somit ist der Abschuß eines histori- schon Tieres und Naturdenkmales auch vom Stand­punkt des Naturschutzes aus zu bedauern.

Ich wäre der in Betracht kommenden hessischen Presse zu Dank verpflichtet, wenn sie in dem glei- chen Maße, wie sie von der Notiz des Abschusses Gebrauch gemacht hat, nun auch diesen Lanzenbruch für eine bedrohte Tierart unserer Heimat, für die letzten Otter der hessischen Gewässer, der jagdinter- essiertcn Oeffcntlichleit zur Kenntnis gelangen ließe. Dem blinden Iagdeiser zur Warnung und im Sinne der Naturschutzbestrebungen als Vorbeugung für künftige Gelegenheiten.

Oas deutsche Handwerk wirbt.

Das Deutsche Handwerks-Institut hat ein Merk- blatt zur H a n d w e r k s w o ch e , die o o m 15. bis 21. Oktober unter dem MottoSegen der Ar- beitsbeschaffung im Kleinen" stattsindet, herausge- geben, tfm dem Handwerksmeister Richtlinien für die große Werbungsaktion seines Be­rufsstandes zu geben. Jeder Handwerksmeister soll in der Werbewoche seine Wohnung, seine Werk­statt und seinen Verkaufsraum mit frischem Grün und Fahnen schmücken. Unter allen Umständen müssen mehrere Exemplare des großen Werbe- Plakates an sichtbarer Stelle ausgehängt werden. I ier Handwerksmeister und seine Familienmitglie- dc sollen das Werbeabzeichen tragen. Der Teil­no me an Volksbelustigungen, Aufführung von Ha dwerksbräuchen, Veranstaltungen von Feuer- roci , Umzügen ufro. darf sich kein Meister, Geselle oder Lehrling entziehen. Als Kleidung kommen das Ehrenkleid der Arbeit, historische Trachten, oder eine NS -Uniform in Frage. Selbstverständlichkeit ist auch die Beteiligung an den örtlichen Gottes­dienstes. Zur Stärkung des Gemeinsinns wird der Handwerker aufgefordert, selbst den Anfang mit der Arbeitsbeschaffung im Kleinen zu machen. Die Handwerker sollen sich gegenseitig Auf­träge geben und Warenhäuser, sowie mittelstands­feindliche Betriebe meiden. Umfangreiche Richtlinien werden für Werbemaßnabmen des einzelnen Be­triebes gegeben: Bereitstellung von Be­trieben zur Besichtigung, besondere Pflege der Schaufenster, wobei besonders auf allge- meine Sauberkeit, guten äußeren Anstrich, ge­schmackvolle Ausstelluna. saubere Schristplakate und aute, moderne Beleuchtung geachtet werden soll. Es wird weiter auf die B e d e u t u n g der Zei­tungsanzeige für die Werbeveran- ft a 11 u n g , auch nett geschriebene Prospekte, Werbebriefe an die Kundschaft und persönliche Werbung durch den Meister hingewiesen.

Oer Zristablauf für Ablösung der Krastfahrzeugsteuer.

Es sind Gerüchte im Umlauf, wonach die Kraft­fahrzeugsteuer für Altwagen in absehbarer Zeit be­seitigt, oder durch Gewährung steuerfreier Winter­monate ermäßigt werde. Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Eine Steuervergünstigung auf Altwagen kann nach wie vor nur durch Ablösung erreicht werden. Der Antrag auf Ablösung ist spätestens am 1. Oktober 1933 zu stellen. Eine Ver­längerung dieser Frist wird nicht erfolgen. Der

Ablösungsbetrag kann auf Antrag in zwei gleichen Teilen entrichtet werden, und zwar die erste Hälfte bei der Antragsstellung, die zweite Hälfte ein Vier­teljahr später. Genaue Auskunft über die Ablösung erteilen die Finanzämter.

Muchvieh-Auktion des Znsterbmger Herdbuchvereins in Friedberg.

Am Dienstag, 19. September 11.30 Uhr, wird auf vielseitigen Wunsch der Herdbuchoerein für das schwarz-weiße Ticflandrind in Ostpreußen, Sitz In­sterburg, eine Mllchoiehauktion von hochtragenden resp. frischgekalbten ostpreußischen Milchkühen und Rindern in Friedberg, Alte Bahnhofstraße 19 (am alten Bahnhof) abhalten.

Die Tiere flammen aus den besten Leistungsher­den Ostpreußens. Es kommt nur ausgesucht gutes Material zum Verkauf. Sämtliche Tiere sind un­mittelbar vor dem Transport von den Spezialtier- ärzten des Herdbuchoereins eingehend klinisch unter­sucht. Der Auktionsankauf bietet also bestmöglichste

Sicherheit für Seuchenfreiheit, Gesundheit und ein- wand freie Beschaffenheit des Materials. Außerdem find die Tiere für den Transport bis zum Eintreffen in den Stall des Käufers versichert.

Die Verladung der gekauften Tiere führt auf Wunsch die Auktionsleitung sachgemäß aus. Reichs­bahnwaggons stehen in ausreichender Anzahl hierzu zur Verfügung. Hierbei genießen die Auktionstiere noch eine 20prozentige Frachtermäßigung gemäß Zuchttiertarif.

Die Besichtigung der Auktionsttere kann bereits von Samstag, 16. September, ab in Friedberg, Alle Bahnhofttraße 19, erfolgen. Daselbst ist auch der Mut- tionskataloa mit Adstammungs- und Leistungsnach­weisen. Gevurts- und Trächtiakeitsdaten usw. erhält­lich. Man beacht« die heutige Anzeige.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag: Palast- Lichtspiele am Kirchenplatz, 9 bis 21 Uhr, Zinn- soldaten-Truppenschau. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Stern von Valencia" mit Liane Haid.

Die Vermittlung weiblicher Arbeitskrösle.

Don ZRofel Gaul, ArdeilsvernMlerin des Arbeitsamtes Gießen.

Die föermittlungstätigteit der weiblichen Abtei­lung des Arbeitsamts Gießen hat sich in den beiden letzten Monaten erfreulicherweise ziemlich gesteigert.

Gan; besonders hak sich die Nachfrage nach Hausangestellten erhöht. So konnten gegen­über Öen Frühsommermonaten etwa 30 o. h. mehr Hausangestellte in Arbeit vermittelt werden.

Wenn man berücksichtigt, daß Juli und August die eigentlichen Reisemonate sind, in denen sonst die Dermitlungstätigkeit in der Regel nachläßt, im Gegenteil, meist ein starker Zuwachs an Stellen- suchenden zu verzeichnen ist, so erhäft dieser Tat­bestand noch ein besonderes Gewicht.

Wie erklärt sich das? Zweifellos ist der Haupt­grund des Zuganges an neuen Stellen in den grohenErleichterungenzu sehen, die durch die Regierungsmaßnahmen für die Hausfrauen ge- schaffen wurden. Es darf allgemein als bekannt vorausgesetzt werden, daß für die Hausangestellten ein erheb kicher Abbau der Soziallasten eingetreten ist. Die Arbeitslosenversicherungs- und Arbeitslosenhilfebeiträge sind weggefallen, die Bei­träge zur Invalidenversicherung sind gesenkt wor­den, außerdem ist eine Steuerermäßigung f ü r den Arbeitgeber, der eine Hausange- stellte beschäftigt, eingeführt. Dies alles hat ein An- wachsen der Nachfrage nach Hausangestellten allge­mein zur Folge gehabt.

Insbesondere ist dadurch vielen Jamillen des Drittelslandes, die in den Nachkriegsjahren auf eine ständige Hausgehilfin verzichten und sich mit einer Stundenhitse begnügen muhten.

wieder die Möglichkeit gegeben, eine feste haushatthilfe aufzunehmen.

Es ist dadurch fast ein Mangel an erfahrenen per­fekten Hausmädchen einaetreten. Zu berücksichtigen ist außerdem, daß di« Landhilfe in diesem Jahre sehr viele Kräfte, die sonst für den Haushatt zur Verfügung standen, absorbiert hat.

An jungen Kräften dagegen fehlt es weniger. Sicherlich ist es weniger bequem für die Hausfrau, ein Mädchen in ihrem Haushalt auf­zunehmen, das noch angelernt werden muß. Es wäre aber dringend nötig, daß viele Hausfrauen sich dieser Mühe unterziehen, sonst wird es bald an brauchbarem Nachwuchs fehlen. Es ist zu hoffen, daß die Hausfrauen hierfür in wachsendem Maße Verständnis zeigen, denn an die Unterbringung tie­fer jugendlichen Kräfte ist bei den Regierungsmaß- nahmen vor allem auch gedacht.

Ls gilt, möglichst viele Mädchen in den haus- wirtschaftlichen Beruf zu bringen, nicht nur diejenigen, die noch gar nicht in Stellung gewesen sind, sondern auch viele au» anderen Arbeitsgebieten, um dadurch Arbeitsplätze für die männlichen Jugendlichen freizubekommen.

Es wird sich also in Zukunft gar nicht umgehen laßen, daß die Hausfrauen den Versuch machen, Mädchen aus anderen Berufen einzu - stellen. Erst wenn den Notständen der Gegen- wart auf diese Weise Rechnung getragen wird, kön­nen die Regierungsmaßnahmen ihren Sinn voll erfüllen. Jedenfalls wäre damit ein wichtiger Teil des Arbeitsbeschaffungsprogramms in Angriff ge­nommen.

S.Jl.-ipori

Ltm die Führung im Handball.

Eine Erklärung der DLB.

Der Führer der Deutschen Sportbe­hörde teilt mit:

1. Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichssport­führer habe ich zu meinem Stellvertreter den SA.» Oberführer Hauptmann a. D. Richard Herrmann (München) ernannt.

2. Die Führung im Handball.

Die von der Deutschen Turnerschaft veranlaßten, mit den Richtlinien des Herrn Reichssportsührers im Widerspruch liegenden Mitteilungen machen eine öffentliche Erklärung der DSB. erforderlich:

Die Führung im Handball

liegt nicht in den Händen der lurnerschaft.

Durch die Presse gehen zur Zeit von der Deutschen Turnerschaft veranlaßte Mitteilungen, daß ihr die Führung im Handball übertragen worden sei. Dem­gegenüber möchte ich feststellen, daß seitens des Herrn Reichssportführers keinerlei Anordnungen er­gangen sind, aus denen die DI. ein solches Recht ableiten könnte Die von dem Herrn Reichs­sportführer am 2 2. Mai erlassenen Richtlinien über d i e Neuordnung im deutschen Sport besitzen nach wie vor Gültigkeit. Nach diesen liegt die

Führung im deutschen Handball ausschliehli ch bei der Deutschen Sportbehörde.

Es sind daher nur Anordnungen der DSB. für den Aufbau und die Eingliederung in die demnächst beginnenden Spielreihen zu beachten.

Richard Herrmann, stellv. Führer der Deutschen Sportbehörde.

Magdeburggewinntden^Hitler'Pokal^

Wuppertals Handballer verlieren 20:8.

Heber 10 000 Zuschauer hatten sich am Sonntag in Magdeburg zum Endspiel um den von Volks- kanzler Adolf Hitler gestifteten Handball-Pokal eingefunden, so daß für Den Zweck dieser Konkur­renz, die Spende für dieOpfer der Arbeit", wohl ein ansehnlicher Betrag erübrigt werden wird. Für das Endspiel hatten sich aus der Reihe der 16 be­teiligten Städtemannschaften die Vertretungen von Magdeburg und Wuppertal qualifiziert.

Die Magdeburger Stadtmannschaft, in der Mehr- zahl aus Spielern des mitteldeutschen Meisters, Po­lizei Burg, gebildet, schlug ihre westdeutschen Gäste nach jederzeit überlegenem Spiele mit 20:8 (9:2). Für die Höhe der Torzahl war in erster Linie das ausgezeichnete Jnnenttio der Magdeburger ver­antwortlich.

Nach dem Spiel überreichte der Polizeipräsident von Magdedurgim Auftrage des Reichssportführers der siegreichen Mannschaft den wertvollen Pokal.

Die $ouflbo(l<Runbe

des Turnvereins 1846 Gießen.

Iv. 1846 siegt In der Meisterklasse.

Auf dem Unioersitätssportplatz wurde gestern die Faustballrunde des Turnvereins 1846 in vier Klas­sen ausgetragen. In der Meisterklasse stellte der Turnverein 1846 selbst den Sieger vor dem Turn­verein Kelkheim (Taunus). Das Entscheidungsspiel in dieser Klasse sah die Mannschaften des Turn­vereins 1846 und des Tv. 1860 Frankfurt im Wett­bewerb.

In der A - Klasse , in der Klasse der Alten Herren und bei den Turnerinnen fielen die Siege durchweg an den Turnverein 1860 Frank­furt.

Turin meldet: Zwei deutsche Siege!

Oeulschland gewinnt 4 mol 100-Meter'Gtaffel und den Fünfkampf.

Wie schon am Vortag, so war auch am Sams­tag bei den Turiner Weltmeisterschaften der Aka­demiker das Wetter trübe und kühl. Es spricht für die Sportbegeisterung der Italiener, daß sich trotz­dem nahezu 10 000 Zuschauer eingefunden hatten.

Für die deutsche Kolonie war die Ausbeute des vorletzten Tages in der Leichtathletik wieder ganz hervorragend. Zwei der drei Hauptkonkurrenzen des Tages fielen an unsere Studenten. Im Fünf­kampf triumphierte wieder einmal der Wettrekord­mann Hansheinz Sievert vor dem Berliner Wol- raö Eberle und die 4 X 1 0 0 - M e t e r - S t a f - fei fiel ebenso überlegen an die deutschen Läufer Eidracher (1900 Gießen), Stein, 23 ent und Pflug. Sievert erreichte mit 4163,535 Punkten einen neuen Studentenrekord. Eberle brachte es auf die beachtliche Zahl von 3975,510, während der Titelverteidiger Tolamo (Finnland) als Dritter 3941,235 Punkte erreichte. Böhme (Deutschland) de- legte mit 3608,120 Punkten noch den sechsten Platz. Begeisterung herrschte bei den Deutschen, als auch ein Sieg in der 4X100-Meter-Staffel gelang Jeder gab sein Bestes und mit 42 Sekunden reichte es zum Siege vor Italien (42,6) und Tschechoslowakei (42,7). v _

Ins Uferlose wuchs die Begeisterung der Zu- schauer aber, als Beccali unter den stürmischen Anfeuerungsrufen seiner Landsleute über 1500

Meter Öen IBeltreforb Caboumtgue's erreichte. Der Olympiasieger lief ein fabelhaftes Rennen und ebenso fabelhaft ist seine Zeit von 3:49,2 für 1500 Meter.

Lovelock (Neuseeland) wurde mtt 3:49,8 Zweiter und auf den beiden nächsten Plätzen placierten sich die Deutschen Dr. D e f \ e cf e r (4:03) und Hell- papp (4:04,6). Der Lauf entwickelte sich zu einem harten Duell zwischen Beccali und dem Neusee­länder Lovelock. Für den Hochsprung machten sich die deutschen Vertreter von vornherein keine Hoffnungen. Weltmeister wurde der Ungar Bobosi mit 1,94 Meter. Der Deutsche Stöck wurde mit 1,85 Meter nur Sechster. Das Kugelstoßen gewann ft u n ft i (Finnland) mit 15,52 Meter. Sievert kam mit 14,95 Meter auf den dritten Platz. In der Leichtathletik gab es ferner noch zwei Dorläufe über 400-Meter-Hürden und der 200-Meter-Lauf wurde bis zu den Zwischenläufen durchgeführt. Don den Deutschen qualifizierten sich E l d r a ch e r und Pflug für die 200-Meter- und Nottbrock und We- gener ftir die 400-Meter-Hürden-Entscheidung.

Oer letzte Tag.

Noch zwei deutsche Siege.

Am Sonntag wurden in Turin die Studenten- Wettm?isterschaften mit einigen leichtathletischen Konkurrenzen abgeschlossen. Erfteuttcherweise konn­

ten sich dabei unsere Studenten wie schon an den Vortagen nochmals besonders hervortun. Im Stadion Mussolini hatten sich noch einmal 10 000 Zuschauer eingefunöen.

Pech hatten die Deutschen im einleitenden 4 00- Meter-Hürdenlauf. Unser Meister Wegner lag die ganze Zeit über in Führung, um dann an der letzten Hürde zu straucheln und schwer zu stür- zen. Durch den Zeitverlust fiel er zurück und wurde nur Vierter. Luch der zweite deutsche Teilnehmer Nottbrock stürzte und kam so um den vierten Platz. Sieger wurde der Ungar Nagy in 54,7 Sek. vor Brown-England.

Mit einer Ueberraschung endete der 800-lTkter- Laus. Der Stuttgarter Dr. Dessecker lief hier ein ganz überragendes Kennen. Cr er­reichte mit feinen 1:54,6 Minuten eine Zeit, die er bisher noch nie gelaufen hatte.

Da Danz in 1:55 den zweiten Platz belegte, und Pochat als Fünfter einkam, wurde diese Konkurrenz zu einem ganz großen Triumph für die Deutschen. Das Ergebnis: 1. Dr. Dessecker- Deutschland 1:54,6 Min. 2. Danz- Deutschland 1:55 Min. 3. (Strati- Italien 1:55,8 Min. 4 Soder­mann- Finnland. 5. Pochat- Deutschland. 6. S t i n s o n - England.

Durch schlechte Wetterverhältnisse gab es Ent- täuschungen im S p e e r w u r s. Der Sieger Varszeghi-Ungarn kam nur auf 64,85 Meter, und W11mann erreichte gar nur 64,02 Meter. Mit einem Zentimeter Vorsprung wurde er dazu noch von Sule-Estland vom zweiten Platz verdrängt. Stöck wurde mit 62,34 Meter Vierter. Im 200- Meter-Lauf wäre Pflug-Eharlottenburg, der Sie­ger des 100-Meter-Laufes, beinahe zu einem Dop­pelerfolg gekommen. Erst auf der Zielgeraden wurde er van dem Tschechen Engel abgefangen und um eine Zehntelsekunde geschlagen. E 1 dra - ch e r konnte sich nicht zur Geltung bringen, er wurde nur Letzter. Das Ergebnis: 1. Engel-Tsche­choslowakei 22,1 Sek., 2. Pflug-Deutschland 22,2 Sek., 3. Ferraria-Jtalien 22,3 Sek., 4. Ganelli-Jta- lien, 5. Virtanen-Finnland, 6. Eldracher.

Im Stabhochsprung fiel der Titel über­raschend an den Schweden ßjungberg, der mit 3,90 Meter den Favoriten Pojmaevich-Argentinien um 10 Zentimeter hinter sich ließ. Von den Deutschen kam Löbe mit 3,60 Meter auf den sechsten Platz.

Die letzte Konkurrenz der Wettspiele war die 4 X 4 0 0 - M e t e r <5 t a f f e l, die die Deutsche» noch einmal in Front sahen.

Mtt der Mannschaft Kühle, Nottbrock, Mehner, Dolgt liefen sie in 3:17,6 Minuten einen neuen Studenten-Meltrekord.

Den zweiten Platz belegte Frankreich in 3:19 vor Italien (3:22,4), Tschechoslowakei, England und Un­garn.

Im Gesamtresultat der Leichtathle­tik steht Deutschland überlegen an erster Stelle: 1. Deutschland 126 Punkte, 2. Italien 80 P., 3. Un­garn 47 P., 4. Tschechoslowakei 33 P., 5. Finnland 27 P 6. Esttand 26 P., 7. England 25 P., 8. Frankreich 24 P., 9. USA. 23 P., 10. Schweden 12 P., 11. Argentinien 6 P., 12. Lettland 6 Punkte.

Nach der Staffel wurden die V. Akademischen Wettspiele feierlich geschlossen. Bei der Preisver- teilung erhielt Deutschland als beste Leichtathletik- Nation dieCoppa Confederazione Faszista In- dustria unter dem Jubel der deutschen Kolonie überreicht.

Friedberg siegt-Hanau verliert.

Die Gau-Llgaspiele im Gau Nordhessen.

Der zweite Verbandsspieltag im Gau XII (Nord­hessen) brachte im allgemeinen die erwarteten Er­gebnisse. Einen neuen, schönen Erfolg vermochte wieder der ehemalige süddeutsche Bezirksligist Fried­berg für sich zu buchen. Auf eignem Platz war cr den Marburger Kurhessen jederzeit üDerlegen und siegte sicher mit 4:2 (1:1). Hanau 93 war weniger glücklich. Trotzdem die Hanauer im Kamps gegen Kassel 03 meist mehr vom Spiel hatten, verloren sie dank des Schuhunvermögens ihrer Stürmer knapp mit 1:2 (1:1). Kurhessen Kassel kam mit 3:1 (2:0) zu dem erwarteten Siege über den Lokal­gegner Hermannia, dagegen erfüllte der Spielver­ein Kassel in Hersfeld die auf ihn gesetzten Er- Wartungen nur zu einem geringen Teil. Hessen Hersfeld hatte wenig Mühe, einen sicheren 3:8=(l:0)- Sieg herauszuholen, der leicht noch weit höher hätte ausfallen können.

Guter Auftakt im Gau XIII.

Im Gau 13 Haden die Fußball-Meisterschasts- kämpfe einen Auftakt genommen, der selbst die Erwartungen der Optimisten übertrifft. Es gab in säst allen Spielen ausgeglichene, harte Kämpfe und vor allem als erfreulichstes Moment große Zuschauermassen. Die Ergebnisse entsprachen den Erwartungen. Der süddeutsche Meister FSV. Frank­furt konnte zu Hause vor 5000 Zuschauern mit seiner stark verjüngten Mannschaft A. O. Worms 2:0 (2:0) schlagen. Härter hatte die Frankfurter Eintracht zu kämpfen, ehe sie in Neunkirchen den zähen Widerstand der Borussen mit 3:2 (1:2) ge­brochen hatte. 4500 Zuschauer sahen den 1 : 0 (1 : 0)» Sieg des SV. Wiesbaden gegen den FK. Pirma­sens. Wormatia-Worms schlug die Saarbrücker Sportfreunde sicher mit 3:1 (2:1). Einigermaßen überraschend waren die Ergebnisse der beiden ande­ren Spiele. Die Offenbacher Kickers siegten in Mainz mit 2:0 (2:0) und der FE. Kaiserslautern brachte es vor 6000 Zuschauern sogar zu einem sensationellen 7:0 (3:0) über den versagenden Phönix-Ludwigshafen.

Langstreckensegelflug über 220 km.

Dem Segelflieger Otto Bräutigam gelang, wie aus Berlin gemeldet wird, am Donnerstag cin Langstreckensegelslug van 220 Kilometer Lange. Bräutigam versuchte bereits seit einigen Tagen, von dem Flugplatz Großenhain aus längere Segel» flüge auszuführen. Er bediente sich baw des Flug­zeugschleppstarts. Gestern gelang es ihm, nachdem er sich auf 400 Meter Höhe hatte schleppen lassen, kurz nach dem Ausklinken durch Sonnenaufwinde auf eine Höhe von 1600 Meter zu gelangen und auf Strecke zu gehen. Mit Hilfe der thermischen und Wolkenauswinde konnte er bis nach Neuen­dorf bei Plötze in der Altmark segeln und eine Strecke von 220 Kilometer motorlos zurücklegew Bräutigam ist damit der dritte Segelflieger, dem es gelang, die 200-Kilometer-Grenze im motorlosen Fluge zu überschreiten. Vor ihm wurde diese Lei­stung vollbracht von dem Meisterflieger Günther G r o e n h o f f, der einmal 272 Kilometer, ein anbersmal 220 Kilometer segelte, unb von Rie ° bei, bem es vor einigen Monaten ebenfalls ge­lang, eine Strecke von etwa 230 Kilometer von Darmftabt nach Sübfrankreich im motorlosen Fluge zurückzulegen.