Ausgabe 
11.9.1933 Frühausgabe
 
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rechtlich und moralisch einen Anspruch darauf hatte, entsprechend ihrer Stärke an der Macht beteiligt zu werden. Angesichts dieser Lage gab es für die Regierung Dollfuß die Möglichkeit der friedlichen Lösung ober die Möglichkeit der gewaltsamen Lösung.

Die nationalsozialistische Bewegung war zu einer Verständigung durchaus bereit. Ich habe, so führte Habicht weiter aus, dem Kanzler persön­lich die Bedingungen mitgeteilt, unter denen ein Zusammengehen der NSDAP, mit seiner Partei und seiner Person möglich sei. Diese Bedingungen forderten nicht mehr, son­dern weit weniger, als die NSDAP, berech­tigterweise hätte fordern können. Ohne daß diese Verhandlungen formell abgeschlossen worden wären, setzte dann plötzlich die verschärfte Ver­folgung der nationalsozialistischen Bewegung ein, die schließlich in dem verbot der Partei gipfelte und in dem beispiellosen Terror, der sich diesem anschloß. Man hatte den weg der

Gewalt versucht.

Wenn die Herren in Wien nun heute, nachdem mittlerweile ihnen selbst, aber auch der ganzen Welt klar geworden ist, daß sie mit dem Mit» tel der Gewalt nicht mehr weiterkom­men, glauben, sie könnten nun einfach wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren, als ob gar nichts vor- aefallen wäre, nun den Weg der Verständigung beschreiten und dazu ihre Bedingungen stellen, so täuschen sie sich.

Sie haben aus freien Stücken an die Gewalt appelliert und sind dabei unterlegen. Nach dem uralten Gesetz des Kampfes bestimmt nunmehr nicht der Besiegte, sondern Der Sieger die Frie­densbedingungen.

Zu diesen aber stellt die nationalsozialistische Bewegung Oeslereichs klar und eindeutig fest, daß eine Verständigung zwischen ihr und der Regierung Dollfuß nur zum Gegenstand haben kann die Frage, wie und auf welche weise diese Regierung ohne weitere Schäden für ihr Volk und ihre unheilvolle Tätigkeit halb- möglichst liquidieren kann, niemals aber kann die Frage laufen, wie diese Re­gierung unter ihrer heutigen Führung und in ihrer heutigen Zusammensetzung weiter­bestehen könne. Die nationalsozialistische Be­wegung Oesterreichs erstrebt nach wie vor eine friedliche Lösung, aber sie ist heute we­niger denn je geneigt, von ihren grund­sätzlichen Forderungen abzugehen, die sie seinerzeit der Regierung stellte.

Sie verlangt: Volle Wiederher st ellung ihrer Rechte und Freiheiten als politische Partei nach dem Buchstaben und Sinn der Verfas­sung und der Gesetze, Rücknahme aller Maß­regeln gegen Führer und Angehörige der Be­wegung, Beteiligung an einem Uebergangs» kabinett in einem ihrer Stärke entsprechenden Verhältnis, Ausschreibung von Neuwahlen zum nächstmöglichen Termin, und darauf folgend die Bildung einer Regierung nach dem Schlüssel des Wahlergebnisses.

Diese Forderungen entsprechen ebenso sehr der tatsächlichen Lage in Oesterreich und dem Willen feines Volkes, wie nicht minder den Grundsätzen der Demokratie, als deren Hüter gerade jene west­lichen Mächte auftreten, die bisher das System Dollfuß unterstützten.

Wenn 2n diesem Zusammenhang immer wieder die Befürchtung geäußert und von Wien aus nahe­liegenden Gründen planmäßig genährt wird, als ob ein Zurmachtkommen des National­sozialismus gleichbedeutend fei mit der Voll­ziehung des Anschlusses an das Reich ohne Rücksicht auf die bestehenden Verträge, wodurch Dann zwangsläufig europäische Verwicklungen ent­stehen würden, so kann eine solche Darstellung nur aus Unkenntnis oder Böswilligkeit gegeben werden.

Die NSDAP. Oesterreichs hat niemals einen Zweifel daran gelassen, daß sie in den Verträgen von St. Germain und Versailles eine Vergewal­tigung des deutschen Volkes in Oesterreich er­blickt, und daß ihr höchstes programmatisches Ziel die Vereinigung Oesterreichs mit dem Reich

Die Selbstbehauptung der deutschen Llniversität. Von ProfessorOr. Martin Heidegger.

Der bekannte Philosoph Martin Heidegger hielt bei seiner Rektoratsübernahme an der Universi­tät Freiburg i. Br. eine vielbeachtete Rede. Unter dem obigen Titel ist sie bei Wilh. Gottl. Korn in Breslau erschienen (Preis,90 Mk.). Mit Erlaubnis des Verlages entnehmen wir ihr die folgenden Ab­schnitte:

Aus der Entschlossenheit der deutschen Studenten­schaft, dem deutschen Schicksal in seiner äußersten Not standzuhalten, kommt ein Wille zum Wesen der Um» versität. Dieser Wille ist ein wahrer Wille, sofern die deutsche Studentenschaft durch das neue Studenten­recht sich selbst unter das Gesetz ihres Wesens stellt und damit dieses Wesen allererst umgrenzt. Sich selbst das Gesetz geben, ist höchste Freiheit. Die vielbesun- geneakademische Freiheit" wird aus der deutschen Universität verstoßen; denn diese Freiheit war un­echt, weil nur verneinend. Sie bedeutete vorwiegend Unbekümmertheit, Beliebigkeit der Absichten und Neigungen, Ungebundenheit im Tun und Lassen. Der Begriff der Freiheit des deutschen Studenten wird jetzt zu seiner Wahrheit zurückgebracht. Aus ihr ent­falten sich künftig Bindung und Dienst der deutschen Studentenschaft.

Die erste Bindung ist die in die Volksgemeinschaft. Sie verpflichtet zum mithandelnden Teilhaben am Mühen, Trachten und Können aller Stände und ©lie­ber des Volkes. Diese Bindung wird fortan fest- gemacht und in das studentische Dasein eingewurzelt durch den Arbeitsdienst.

Die zweite Bindung ist die an die Ehre und das Geschick der Nation inmitten der anderen Völker. Sie verlangt die im Wissen und Können gesicherte und durch Zucht gestraffte Bereitschaft zum Einsatz bis ins letzte. Diese Bindung umgreift und durch- dringt künftig das ganze studentische Dasein.

Die dritte Bindung der Studentenschaft ist die an Den geistigen Auftrag Des deutschen Volkes. Dies Volk wirkt an feinem Schicksal, indem es seine Ge­schichte in Die Offenbarkeit Der Uebermacht aller welt- bilDenben Mächte Des menschlichen Daseins hinein­gestellt unD sich seine geistige Welt immer neu er» kämpft. So ausgesetzt in Die äußerste FragwürDigkeit Des eigen Daseins, will Dies Volk ein geistiges Volk sein. Es forDert von sich unD für sich in feinen Füh­rern unD Hütern Die härteste Klarheit Des höchsten,

ist, sie hat aber ebensowenig jemals einen Zweifel Darüber gelassen, daß sie dieses Ziel und Die Abänderung Der ihm entgegenstehenden Verträge nur auf dem Wege der friedlichen Verständigung mit allen in Frage kommenden

Mächten erstrebt.

Die Welt möge sich Darüber klar fein, Daß eine vom Vertrauen Des ganzen Volkes ge­tragene nationalsozialistische Regierung in Oester­reich ihr anDere Garantien für Die Einhal­tung ihres Wortes unD für Die Sicherung Des europäischen FrieDens zu geben vermag, als Die gegenwärtige, stünDlich vom Sturz beDrohte Re­gierung Dollfuß, auf Deren Zusammenbruch nur das Chaos folgen könnte.

Wer diese Regierung hält. Der macht sich nicht nur mitschulDig an Der Vergewalti­gung Deutschen Volkstums, fonDern Der gefährdet auch in Wahnheit Den europäi­schen FrieDen.

Putschpläne in Oesterreich.

Diktatur Fcy-Starhemberg?

Berlin, 9. Sept. (ERB.) Aus Oesterreich roirD uns von zuverlässiger politischer Seite be­richtet:

Am 12. September, Dem Tage Der Türken- befreiungsfeier unD Dem Höhepunkt Des Katholiken­tages, will Die Starhemberg-Fe y-Heim­weh r Die bereits jahrealten Putfchpläne, Die, wie Fürst Starhemberg sich vor einigen Tagen ausDrückte, Die faschistische Totalität Des Staates bringen sollen, zur Ausführung bringen. Zu Diesem Zwecke hat man sich einen wahrhaft teuflischen Plan zurechtgelegt. Eine Gruppe bezahlter Individuen soll unterHeil-Hitler!"- Rufen einen Anschlag auf Negierungsmitglieder oder nach einer anderen Version auf den päpstlichen Legaten versuchen. Sofort nach diesem Zwischen­fall,in Der Stunde höchster Gefahr für die Staats-» Wohlfahrt", will dann Sicherheitsminister Fey unter Einsatz der ihm unterstellten Exekutive und der Heimatwehren die Diktatur ausrufen. In Der allgemeinen Verwirrung roürDe es leicht fein, so meinen Die verbrecherischen Initiatoren Dieser Pläne, Die christlich-sozialen Regierungsmit- glieDer, vor allem Dollfuß unD Vaugoin, auszuschalten unD Die Diktatur Fey mit Starhemberg als Reichsoerweser aufzurichten."

Bisher 6 Mill. RM. für die Opfer der Arbeit.

Berlin, 9. Sept. (CNB.) Die SpenDen für Die Stiftung Opfer Der Arbeit gehen nach wie vor in erfreulicher Stärke ein. Der Gesamt­betrag Der eingelaufenen SpenDen hat nahezu Die Grenze von 6 Millionen Mark erreicht.

Gonöeraktionen gegen Doppelverdiener unzulässig.

Berlin, 9. Sept. (WTB.) Der Reichsar - beitsmnister teilt mit:

Trotz mehrfacher Erklärungen, nach Denen Ein- griffe nicht zuständiger Kreise in Die Verhältnisse des einzelnen Betriebes untersagt sind, wiederholen sich die Fälle, in Denen Stellen, Die nicht Durch Gesetz oder von Der Regierung be­rufen sind, über einzelne innerbetrieb­liche Fragen zu entscheiden versuchen. Hierher gehört auch die Regelung des Doppel- oerdienertums. Die Reichsregierung beschäf­tigt sich zur Zeit mit dieser Frage. Die Ergebnisse Der beschleunigten Beratungen werden Der Öffent­lichkeit bekanntgegeben werden. Bis dahin ist es er» wünscht, Maßnahmen, deren soziale und wirtschaft­liche Berechtigung nicht völlig zweifelsfrei ist, und Die nicht durch Verständigung zwischen den beteilig­ten Personen im Betriebe oder durch die verant­wortliche Entscheidung des Betriebsleiters erledigt werden können, solange hinauszuschie­ben, bis eine Willensäußerung .der Reichsregierung vorliegt. Eine vorsichtige Behandlung des Doppeloerdienerproblems ist auch deshalb notwendig, um nachteilige Rechts­folgen für Diejenigen zu vermeiden. Die vor­eilige unD unberechtigte Maßnahmen veranlaßt haben.

weitesten unD reichsten Wissens. Eine stuDentische Ju- genD, die früh sich in die Mannheit hineinwagt und ihr Wollen über das künftige Geschick der Nation ausspannt, zwingt sich von Grund aus zum Dienst an Diesem Wissen. Ihr wird der Wissensdienst nicht mehr sein dürfen die dumpfe und schnelle Abrichtung zu einemvornehmen" Beruf. Weil der Staatsmann und Lehrer, der Arzt und der Richter, der Pfarrer und der Baumeister Das oolklich-staatliche Dasein führen unD in seinen GrunDbezügen zu Den wiltbil- Denben Mächten Des menschlichen Seins bewachen unD scharf halten, Deshal bsinD Diese Berufe unD Die Erziehung zu ihnen Dem WissenDienst überantwortet. Das Wissen steht nicht im Dienste Der Berufe, fonDern umgekehrt: Die Berufe erwirken unD verwalten jenes höchste unD wesentliche Wissen Des Volkes um sein ganzes Dasein. Aber Dieses Wissen ist uns nicht Die beruhigte Kenntnisnahme von Wesenheiten unD Wer­ten an sich, fonDern Die schärfste Gefährdung Des Da­seins inmitten Der Uebermacht Des SeienDen. Die FragwürDigkeit Des Seins überhaupt zwingt Dem Volk Arbeit unD Kampf ab unD zwingt es in seinen Staat, Dem Die Berufe zugehören.

Der Bamberger Reiter.

Don GonroO Splisgar.

Gelassen sitzt er auf feinem PferD, Die linke Hand am Zügel, Die rechte mit ruhiger EDelmannsbewe- gung Das MantelbanD fassend. Der Krtppen-Sattel steht senkrecht, das Haar ist nach der Mode ge­schnitten; nichts stört die gelockerte Sicherheit. Viel­leicht springt er gleich ab, um einen Freund zu begrüßen; vielleicht wartet der Abt eines Klosters beflissen vor der Tür; vielleicht schaut er einem Kampf zu, in Dem sich seine Knappen härten; sicher ist, Daß ihn nichts quält unD spannt.

Wären nur nicht Die Augen, Diese großen, sehn- süchtig-sinnenden Pupillen unter Der aDIigen, goto- reifgebänDigten Stirn, Diese fragenDen, suchenden Brauenbögen! Wäre nur nicht Der MunD, Den ein leises Erstaunen zu öffnen scheint! Nicht Die große Haltung Des Kopfes, Die sich, von innerem Licht gehalten, kaum zu bewegen vermag!

Der Bamberger Reiter träumt Vielleicht schaut er eine Frau, heiter unD hellen Sinns zu chm her reitend, oDer ein FieDler streicht, Den Herrn be= willkommenD, über Die Zinne gebeugt, Die Geige. ODer ein Vogel ruft, versungen, verschollen im TannenwalD. ODer ein Kirchbau wächst Den er ge»

®roper Arveitskonvent der Arbeitsfront

Ansprachen von Exzellenz Bottai und Or. Ley.

Köln, 10. Sept. (TU.) Anläßlich Der Anwesen­heit Des früheren italienischen Ministers Bottai trat Der Große Arbeitskonvent Der Ar­beitsfront zu einer Tagung zusammen. Mini­ster Bottai, Der auf seiner Fahrt Durch Deutsch­land von dem Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, begleitet wird, wurde auf dem Rathaus- platz von einer Abteilung SA., Deren Kapelle Die faschistische Hymne spielte, begrüßt. Im Stadtver- orDnetensitzungssaal hatten sich Vertreter Der NSBO., Der Regierung unD Der Arbeitgeberverbände ver­sammelt. Der TreuhänDer Der Arbeit für Das Wirt­schaftsgebiet Rheinland, Borger, eröffnete Die Tagung unD entbot Dem italienischen Gast einen herzlichen Willkommensgruß.

Minister Bottai

Dankte für Den Willkommgruß unD sprach Die lieber- zeugung aus. Daß nur Der Faschismus unD Der Nationalsozialismus Arbeitgeber unD Arbeitnehmer zu einer Einheit zusammen­schweißen könnten. Bottai behanDelte bann Die ge­schichtliche Entwicklung Des Faschismus und führte dabei u. a. aus: Die fundamentalen Grundlagen der Umwandlung der modernen Gesellschaft sind zwei: die soziale Teilung der Arbeit, d. h. die Unterteilung der Funktionen, und zwei­tens die Zusammenfassung der gleich­artigen Berufsgruppen. Der vom Faschis­mus konstituierte Staat, der korporative Staat, organisiert die Individuen auf Der wirt- schaftlichen unD sozialen Ebene. Die Bürger sehen in Diesem Staate ihre Funktion rechtlich unD poli­tisch anerkannt, während Die sozialen Gruppen, Die Kategorien, Die Anerkennung ihrer Existenz unD ihrer Funktionen vom Staat erhalten. Sie sino zum gesetzlichen Leben zugelassen. Diese Anerkennung Dient Dazu, ihnen auch Die Verantwortlichkeit für ihre HanDlungen aufzuerlegen. Das Organ Der Kategorie im sozialen Sehen ist Das SynDikat. Das SynDikat hat Die Ausgabe, in Der Vertretung Der Kategorie Die wirtschaftliche, moralische, kul­turelle uno politische Vertretung wahrzunehmen.

Der wahre Sinn Der syndikalistischen Politik des faschistischen Staates ist Die Zusammenarbeit Der Klassen.

Die Jnteresienkontraste zwischen Den Individuen uni den Kategorien können nicht beseitigt, oder willkür­lich schematisiert werden. Wenn Die Kategorien tief­liegende Gründe der Gemeinsamkeit und der Ueber» einftimmung haben, so ist es wichtig, daß außer dem Vertreterorgan der betreffenden Kategorie diese wiederum an einem anderen Organ teil hat, dem auch die anderen interessierten Kategorien angehören, um gemeinsame Fragen zu behandeln. Dies ist die Korporation. Die Zwecke und die Aufgaben der Korporation sind also wirtschaftlicher Art, aber die Fragen, die die Korporation behandelt, haben politische Bedeutung, weil sie volkswirtschaftlicher Natur sind. Daher ist die Korporation mit der staatlichen Verwaltung zusammengeschmolzen.

Die Funktion des Staates bei diesem Aufbau geht Dahin, Daß er Die wirtschaft überwacht, selbst aber nicht Die wirtschaftliche Initiative übernimmt. Hauptperson Des Unternehmens ist Das Individuum, nicht der Staat.

Bottai behandelte dann die Gesetze, Die zur Korpvrativnsordnung Die GrunDlage ge­geben haben, unD Die Entwicklung Der einzelnen Syndikatskategvrien. Die ReDe, Die in italienischer Sprache gehalten wurDe, fand großen Beifall.

Oer Führer der Deutschen Arbeits­front/ Or. Ley

bezeichnete Die Tagung als eine Der denkwürdig- ften Zusammenkünfte, Denn sie könne Der Aus­gangspunkt fein zur Gründung einer neuen Internationale unter Denjenigen Völkern, Die Vernunft an Stelle Der Unvernunft setzen wollten. Die Marxisten seien in zwei Län- Dern bereits vernichtet unD in Den anDeren LänDern überall im Rückzug.

grünbet, unD Die Gewölbe schallen wie ein Psalm, inDessen eine Kreuzfahrerschar, glücklich heimge­kehrt, Das wegmüDe Knie beugt.

*

O schwerer Schlaf Der Jahrtausende! Pergamente entschleiern sich, Die ErDe gibt eingerostete Waffen unD vergrabenen Schmuck her; unter unfreundlicher Tünche eingesargt, blühen fromme Fresken von neuem, unD farbige Fensterbilder strahlen wie einst. UnD manchmal schüttelt Die Wandung einer alten, rufenden Glocke, um die Leid und Glück toter Ge­schlechter weht. Aber das alles kommt wie aus Gräbern, fremd in das Licht verwandelter Welt gestellt. Doch dieses Rätsel bleibt und packt dich an wie Der lebendige Atem der Stunde, die noch vom Worte deines Mundes heiß ist. Dieses Fragen ist grün wie ein Birkenzweig und süß und schwer­mütig wie der Wind aus den reifen Supinen- feldern.

Der Bamberger Reiter sucht. Siebenhundert Jahre sind darüber zerbrochen, und immer von neuem ging der Blick in die weglose Ferne. Bis heute. Auch die Giaconda fragt. Aber mit wissen um ihr Geheimnis. Und ihre Augen sind ihre Zeit. Hier aber ist Unendlichkeit. Und hier ist Volk, nickt Schickt nicht Klasse. Der Bamberger Reiter sucht Deutschlands Seele.

*

Ich trete in den Schatten und beuge mich einem andern Denkmal zu. Bischof Friedrich von Hohen­lohe liegt hier begraben. Aber mehr noch schreitet er aus dem Stein heraus, alt, uralt, vergreist, Das Evangelienbuch und den Stab kaum noch haltend. Die Augen schauen aus tiefen, schattenschwarzen Höhlen, die Wangen sind eingefallen, Die Dürre Hand läßt jeden Knochen erkennen. Das Gewand wird kaum noch getragen. Leid und Kummer haben diesen Kopf gemeißelt, Versöhnung und Milde sind in jede Falte eingefangen, nirgendwo spricht noch die Welt.

Ich weiß um dieses Leben und seine Mühen. Jede gute und böse Stunde zog eine Furche tiefer, und langsam wurde das schmale Antlitz eine Geige, die bei jedem Hauche zu tönen beginnt.

Dock unnennbar, unergründlich bleibt bas Auge des Reiters am Eoangelienpfeiler des Sankt QcorgsdjoYs. Die Linke faßt Den Zügel, die Rechte hält das MantelbanD vor der Brust zusammen. Aber der Blick sucht.

Parzioal reitet zum Gral.

Und immer ist Deutschland neben ihm.

Diese Stunde könne der Ausgangspunkt zur Schaffung einer großen Arbeitsfront, zur Inter­nationale Der Arbeit an sich. Der Arbeit Der

Bölter überhaupt werden.

Der Grundgedanke für die Arbeit beim Neu­aufbau der Volksgemeinschaft müsse fein: W i e bringe i ch bas Individuum in d i e Gemeinschaft?

Der Einzelne schaffe Werte, die der Gemeinschaft zugeführt werden müßten. Damit brächten wir die Revolution der Vernunft, wobei Ver­nunft das Produkt aus Gefühl, Rasse Instinkt und Verstand sei. Liehen wir das Gefühl ohne den Ver­stand malten, so könne das. was uns beherrsche, nicht ausgewertet werden. Deshalb müsse Gefühl und Verstand uns beherrschen. In der national» sozialistischen Idee sei die Synthese gelungen, die Einzelpersönlichkeit zur höcksten Krastentfaltung und Ausnutzung für die Volksgemeinschaft zu bringen. Die Entstehung und Anwendung von Tarifverträgen und Kol- lektivverträaen sei nicht eine marxistische Einrichtung gewesen, ebensowenig die Konsum- vereine und die Genossenschaften. Kollektivverträge seien im großen Betriebe über­haupt nicht zu entbehren.Man hat mir Vorwürfe gemacht, daß die Gewerkschaften in die Deutsche Arbeitsfront hineingeführt wurden, statt dem Wunsche nach Zertrümmerung nachzugeben. Wir haben erkannt, daß der beste Teil der deutschen Arbeiterschaft neben SA. und SS. in Gewerk­schaften organisiert war, und wir haben in der Erkenntnis dieses wertvollen Materials die Gewerk­schaften übernommen. DieAufgabedesStaa- tes soll die Verwaltung, soll die gesetz­geberische Arbeit sein. Die Aufgabe der politischen Organisation aber bleibt die Bildung einer Weltanschauung.

Die Weltanschauung des Rationalsozialismus in Das gesamte Volk zu bringen, ist Die Aufgabe Der Deutschen Arbeitsfront.

Unsere nächste große Aufgabe wird'es sein, dem Feierabend des deutschen Arbeiters einen Sinn zu geben. Wir Denken Dabei an Kino, Freilichtspielen, Klubhäuser unD Lesezirkel. Minister Bottai müsse auf seiner Reise Durch DeutschlanD erkennen Daß roirroeDerÄampf, noch Krieg wollten, fonDern nur Den FrieDen unD Die DrDnung Der Völker untereinander. Wir verlangten Dabei aber auch Die Anerkennung für Die Ehre unD Leistung unseres Volkes.

Der TreuhänDer Der Arbeit, Börger, schloß Die Tagung mit einem Sieg-Heil auf Den Führer Des Deutschen Volkes, Das italienische Volk unD feinen Führer.

Kleine politische Nachrichten.

Zur (Erinnerung an Den Reichsparteitag haben Die Ehrengäste Des Führers silberne Par­teiabzeichen erhalten.

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Die Vereinigten VerbänDe heimat- treuer Oberschlesier haben sich a u f g e t ö ft Sie werben in Den Bund Deutscher Osten über­geführt.

Am 14. unD 15. September sinDet eine G e fechtsübung Der Flotten-Seestreit- f r ä f t e unter Leitung Des Chefs Der Marineleitüng in Der westlichen und mittleren Ostsee statt. Vom 15. September nachmittags bis 18. Sep­tember mittags werden die an der Hebung betei­ligten Seestreitkräfte Den Hafen von Pillau zur Brennstosfergänzung und Ruhe anlaufen.

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Das Verbot DerNeuen Züricher Zei­tung" in DeutschlanD wurde in der Sitzung Des Schweizer Bundesrates besprochen. Der schwei­zerische Gesandte in Berlin Dinichert wurde beauftragt, bei Der Reichsregierung Pro» t e ft gegen Dieses Verbot einzulegen.

Oer Stern von Valencia.^

Das ist eine äußerst aufregenDe Angelegenheit. Estrella de Valencia" heißt ein stattlicher Damp­fer, Der nachts mit lotfenDen Lichtern in einem Hafen an Der spanischen Küste liegt. Auf Diesem verdächtig elegant ausgestatteten Schiff soll ein nächtliches BorDfest gefeiert werDen. Die Gäste kommen Dazu aus einem VariötÖ mit Dem ver­führerischen AushängeschildZum ParaDies". Das scheint alles in schönster DrDnung zu fein; merk- roürDig ist nur. Daß Die Durchweg weiblichen Gäste, kaum finD sie an BorD gebracht, im verschwende- risch ausgestatteten Salon eingeschlossen werben, unb baß berStern von Valencia" alsbalb Anker aufgeht und mit voller Fahrt aufs offene Meer hinausläuft. Unb wenn bann kurze Zeit später das Polizeiboot .Leone" hinterherbraust, dann wirb ieber, ber bisher nochZweifel gehegt haben sollte, im Silbe sein, was hier gespielt wirb, unb was es mit bem Stern von Valencia" für eine Bewanbtnis hat. 2Ufreb Zeisler ist ber Spezialist ber Ufa für Kriminalsachen, unb er hat sich benn auch bieses Falles energisch unb mit Phantasie angenommen. Diese Geschichte hat Spannung unb Tempo unb auch eine gefunbe Prise berben Humors. Auf bem Polizeiboot unb an Land wirkt Pauk' Wester» meier mit männlicher Tatkraft. Freundliche» Wiebersehen mit Ebuarb Wesener, ber früher am Gießener Stabttheater wirkte unb hier einen feschen Schiffsleutnant spielt. Liane H e i b , etwas fremd in dieser Umgebung, als zärtliche junge Frau imParadies". Außerdem: Odemar, Oskar Sima, Erkelenz, Willi Schur und Offi O s - w a l d a mit witziger Schlagfertigkeit. Aus bem hübschen unb abwechslungsreichen Beiprogramm finb bte herrlichen Aufnahmen vom beutfchen Rei- terfieg in berCöppa Mussolini" in Rom an erster Stelle zu nennen: eht feierlicher Anblick, nicht nur für jeben Sportsmann unb Pferbefreunb, wie unsere Offiziere unter ben Klängen bes Deutschland- liebes ben Pokal aut ben Hänben bes Duce ent­gegennehmen bürfen.

Hochschulnachrichten

Professor Dr. Bebermeyer, Staatskommisiar für Die Universität Tübingen, bem kürzlich, wie gemelbet, ber neuerrichtete Lehrstuhl für deutsche Volkskunde in Tübingen übertragen wurde, erhielt jetzt einen Ruf auf den germanistischen Lehrstuhl in Jena.