Nr.212 SrühauSsave
183. Jahrgang
IHontog, U. September 1933
Dtud und Verlag: vrühl'lche Universttätr-Vuch' und Steinönideret R. Lange in Stehen, bchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlltrahe 7.
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Beim
vereinten
en Blutlauf abschnüren können.
Volk will zu Volk, das ist die Ausgabe des neuen Jahrhunderts, und ihr. die deutsche Jugend, ihr seid die Träger dieses Gedankens, ihr die treueste Gefolgschaft unseres Führers, der mit der Fahne des Dritten Reiches auch die Fahne des deutschen Volkstums mit einer neuen friedlichen, kuturellen Ordnung Mittel-
Solingen, 10. Sept. (IU.) Bei der Kohlfurler Brücke in der Rahe von Solingen kam am Sonntagvormittag ein mit SA-Männern auch Bochum besetzter Kraftwagen in einer gefährlichen Kurve aus der Fahrbahn und stürzte, sich mehrmals überschlagend, die hohe Böschung hinab in den Diesengrund. Bis zur Mittagsstunde wurden neun Tote gezählt, ferner 10 Schwer- und 2 0 Leichtverletzte.
Der aus Bochum stammende Lastkraftwagen war mit etwa 45 SA.-Männern der Standarte 3/17
Dir wollen es wieder einmal vor aller Delt bekunden, betonte der Minister, wir sind nicht gekommen, um Europa in ein Chaos zu stürzen, wir wollen keinen Krieg, wir wollen den Frieden, aber den Frieden des Rechts, der Ehre und einen Frieden, der uns unser täglich Brot gibt
Hunderte von Fahnen und Wimpeln ziehen nun durch das Haupttor in den Mittclplatz ein, stumm mit erhobenen Händen von der stehenden Menge begrüßt. 30 000 Knaben und Mädchen vereinigen
Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» Klamear^zeigrn von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' , mehr.
Chefredakteur
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlürdenAn» zeigenteil i. D. Th. Kümmel sämtlich in Gießen.
wurden aus dem Wagen herausgeschleudert. Abgleiten von dem etwa 30 Meter hohen
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München, 11. Sept. (CNB.) 3m Bayerischen Rundfunk hielt am Sonntagabend der Landesinspekteur der NSDAP, für Oesterreich, Habicht, einen Bortrag, in dem er sich über die Maßnahmen der Dollfuß-Regierung und die Forderungen der NSDAP, in Oesterreich aussprach. Der Redner führte aus:
Am 19. Juni, als das Verbot der NSDAP. Oesterreichs ausgesprochen wurde, erklärte man in zahllosen österreichischen Ministerreden, endgültig und unwiderruflich müsse dem Nationalsozialismus in Oesterreich ein Ende bereitet werden; das Verbot sei nicht etwa ein vorübergehendes, sondern ein endgültiges usw.
Nachdem inzwischen drei Monate ins Land gegangen sind, gehe aus vielen Aeußerungen Londoner, Pariser, Schweizer und rumänischer Blätter immer wieder hervor, daß
auch das bisher Dollfuß freundliche Ausland nunmehr jede Hoffnung aufgebe und damit den Bundeskanzler und sein Regime preisgegeben habe.
Nichts fei bezeichnender, als daß der gleiche Kanzler, der sich vor drei Monaten noch stolz seiner Freundschaft mit England und des ihm dort bereiteten warmen Empfanges gerühmt habe, vor einigen Tagen die größte englische Zeitung, die „Daily Mai l", im ganzen Bundesgebiet b e -
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General-Anzeiger für Oberhessen
Pforzheim, 10. Sept. (IU.) In der zwischen Pforzheim und Mühlacker gelegenen, etwa 1500 Einwohnrr zählenden Gemeinde Oeschelbrunn brach am Sonntagvormittag Feuer aus, das sich, begünstigt durch starke Ostwinde, ferner durch Funken- flug und Wassermangel so rasch ausbreitele, daß um 14 Uhr fünfzig Häuser mit Rebengebäuden in Schutt und Asche gelegt waren. Die Feuerwehren der Umgebung, auch aus Karlsruhe, SA., SS., Polizei und Stahlhelm aus Pforzheim halfen bei den Löscharbeiten.
Der Brand nahm seinen Ausgang in einer Scheune im oberen Teil der Ortschaft und oerbrei- tete sich bei dem starken Ostwind mit ungeheurer Schnelligkeit. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine gewaltige Panik, das Vieh wurde auf die Felder getrieben. Bis 14 Uhr wurde gemeldet, daß dem Brand ungefähr 40 Anwesen zum Opfer gefallen
Die Schicksalsfrage des deutschen Volkes.
Vizekanzler v.papen und Minister Dr. Goebbels sprechen auf dem Fest der deutschen Schule
Oer Kampf gegen Hunger und Kälte.
Eröffnungskundgcbung für das Winter- hilsswerk des deutschen Volkes.
Berlin, 9. Sept. (WTB.) Wie Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Ansprache anläßlich der Ostlandtreu-Kundgebung in Königsberg bereits mit- geteilt hat, wird in diesem Winter unter verantwortlicher Leitung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda der Kampf gegen Hunger und Kälte auf breitester Basis und unter Einsatz aller Dolkskräfte aeführt, um die noch hilfsbedürftigen deutschen Volksgenossen vor der größten Not zu schützen. Den Austakt zu diesem gigantischen Hilfswerk bildet eine Kundgebung am 13. September, 12 Uhr, im großen Saale des Propagandaministeriums, auf der Reichsminister Dr. Goebbels den Kampf gegen Hunger und Kälte mit einer Ansprache vor geladenen Persönlichkeiten, vor allem den Gauleitern der NSDAP., u. a. hervorragenden I Vertretern aus Kreisen der Politik, der Presse, Wirtschaft und Kultur eröffnen wird.
Abhang wurde ein Baum umgerissen. Eine starke Eiche sing den Wagen schließlich auf. Er ist völlig zertrümmert worden. Feuerwehr aus Wuppertal und Polizei aus Solingen leisteten im Verein mit mehreren Aerzten die erste Hilfe. An der Unglücksstelle erschienen in kurzer Zeit auch die Sanitäts- kolonnen aus Solingen und Kronenberg sowie der Sanitätswagen der Standarte 53. Auch SS.- und SA.-Mannschaften beteiligten sich an den Rettungs- arbeiten. Eine eingehende Untersuchung ist sofort eingeleitet worden. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.
Von den eingelieferten Leichtverletzten konnten inzwischen elf wieder entlassen werden. Einige SA- Männer, die die Katastrophe kommen sahen, sind in voller Fahrt vorher abgesprungen. Unter dem fast völlig zertrümmerten Wagen war ein SA.- Mann derartig unglücklich eingeklemmt, daß er erst nach Eintreffen der Feuerwehr, die das Fahrzeug heben mußte, befreit werden konnte. Er ft a r b kurz darauf infolge seiner furchtbaren Verletzungen. Die ganze Bevölkeruna steht unter dem Eindruck des entletzlichen Geschehens.
schlagnahmen lassen muhte, um zu verhindern, daß sein „treues" Volk erfahre, wie man heute in England über ihn und seine Zukunstsaussichten denke. Diesen Hintergrund müsse man kennen und sich vor Augen halten, wenn man nun erfährt, daß öer Bundeskanzler Dollfuß vor wenigen Tagen einem französischen Journalisten erklärte, er halte eine Verstöndigung mit den Nationalsozialist enOe st erreichs für möglich, und daß er diese Erklärung kurz darauf auch in einer öffentlichen Versammlung wiederholte. Der Mann also, der sich noch vor knapp drei Monaten vermaß, den Nationalsozialismus in Oesterreich mit Stumpf und Stiel auszurotten, ist also heute bereit, sich mit ihm zu verständigen. Er gibt damit zu, daß er in dem von ihm begonnenen Kampfe unterlegen ist, möchte aber dennoch die Bedingungen diktieren, unter denen der Kampf beendet werden könne, wie dies ebenfalls aus den jüngsten Aeußerungen heroorgeht.
Dazu fei namens der nationalsozialistischen Bewegung Oe st erreichs folgendes zu sagen: Bis zum Frühjahr dieses Jahres war die nationalsozialistische Bewegung in Oesterreich in stetiger Entwicklung zu einer Macht herangewachsen, die aus dem öffentlichen und politischen Leben — wie der Bundeskanzler dem Vortragenden persönlich zugegeben habe — überhaupt nicht mehr weggedacht werden konnte und die daher
europas entrollt hat.
Der zweite Teil des Festes der deutschen Schule wurde durch das Volksdeutsche Bewegungsfestspiel „Deutscher Wille, werde Licht" ausgefüllt, an dem 6000 Schüler und Schülerinnen teilnahmen. Nach ein^r Weihe von 210 neuen VDA.« Gruppenwimpeln marschierten die einzelnen deutschen Länder in ihren heimischen Trachten auf. Die Wappenträger der Länder umstellten die Hauptstädte. So bildete sich auf dem gewaltigen grünen Oval eine Landkarte des Deutschen Reichs. Dann flieg ein gewaltiges Kreuz empor, das Schlageter-Kreuz auf der Go 1 z - Heimer Heide. Während die Musikkapellen leise das Lied vom guten Kameraden spielten, erhoben sich die 60 000 Zuschauer von ihren Plätzen und grüßten das Kreuz mit erhobener Rechte. Nach vollzogener Aufstellung wurde am großen Flaggenmast im Mittelfeld das Hakenkreuzbanner ge- hißt, von Jubel begrüßt. Alle Teilnehmer liefen darauf zu einem prachtvollen Farbenstern zusammen, der sich langsam um seine Achse drehte, dann löste sich das Sternbild auf, und in der Mitte des Feldes bildete sich ein Hakenkreuz. Während dann Fackelträger rund um das Oval marschierten, ergriff das Wort
Reichspropagandamimster Or. Goebbels
UebelrooUenbe Kritiker machten der neuen Regie- runa jetzt den Vorwurf, daß sie nichts verstünde als Feste z u feiern. Wie unberechtigt dieser Vor- rourf sei, könne man daraus ersehen, daß in diesen sieben Monaten, die die Regierung an der Macht sei, auf kulturpolitischem, innen- und sozialpolitischem Gebiet mehr geleistet worden sei, a l s in den ganzen 14 Fahren vorher. Die Feste, die die Regierung gemeinsam mit dem Volk feiere, seien solche, in denen Regierung und Volk sich in einer großen Einheit vereinigten, um vor der ganzen Well demonstratio zu zeigen, daß Volk und Regierung eins geworden
Vrandkataslrophe in einem badischen Dorf
Lieber 70 Anwesen eingeäscheri. —Viele Familien obdachlos.
Bochum besetzt, die er zur Besichtigung der groben Eisenbahnbrücke bei Müngsten bringen sollte. 3n Kohlscheid, das um 10.15 Uhr erreicht wurde, mußte die abschüssige Solinger Straße befahren werden. Vermutlich hatte dabei der Fahrer die Krümmung der 8-Kuroe und ihre Befahrung unter- schätzt. Mitten in der Kurve gelang es ihm nicht mehr, den Wagen Herumzureißen, dieser sauste über den Straßenrand den steilen Abhang hinunter, sich dabei mehrfach überschlagend. Die Insassen wurden aus dem Wagen herausgeschleudert.
SA-Transport bei Solingen verungliiÄ
Neun Tote, zehn Schwer-, zwanzig Leichtverletzte.
find. Dieses einzige Volk habe sich zielbewußt eine neue Kultur geschossen, und es gehe jetzt daran, tatkräftig den Kampf ge g Arbeitslosigkeit zu führen. Mit
Kräften sei diese Zeitkrankheit mehr und mehr zu Boden gerungen worden. Jetzt beginnen wir, fuhr der Minister fort, zu dem kommenden Winter den Kampf gegen Hunger und Kälte. Bevor der graue Herbst beginnt, finden sich die deutschen Schulen im ganzen Reich zusammen, um ihr Bekenntnis abzulegen zur deutschen Ehre, zum deutschen Volkstum, zur deutschen Sprache und zur deutschen Sitte. Diese deutsche Jugend bekennt sich aus tiefstem Herzen zu den Brüdern und Schwestern jenseits der Grenzen und bringt vor aller Wett damit zum Ausdruck: Was deutsch ist, wird deutsch bleiben, was deutsch empfindet, wird in alle Ewigkeit deutsch empfinden. Es ist ein wunderbares Zeichen der Verbundenheit mit allem, was deutsch denkt und fühlt, daß gerade die Jugend sich zum Dolmetscher dieser Gefühle mache.
Wir wollen in dieser Stunde der völkerverbindenden Idee des alten Reiches der Deutschen gedenken, von der der Kardinalerzbischof von Wien — dieser deutsche
Bischof — vorgestern schrieb: „Das christliche Abendland kann nicht zu neuer Kraft und Gröhe auswachen, wenn nicht seine Mitte — das deutsche Volk — um seine Sendung weih, an sie glaubt und sie mit aller Kraft zu erfüllen strebt".
Und das Ausland, das sich so oft aus deutschem Bruderzwist nur Vorteile für das eigene Ich erhofft, möge die Worte des Kardinals über Die Sendung des deutschen Volkes lesen, über das deutsche Oesterreich, das „mehr als Ostmark, mehr als Grenzland" sei, weil hier des heiligen Reiches heilige Kaiserkrone ruhe. Erst, wenn dieses katholische Wien wieder seinen ganzen Sinn kenne, erst dann werde dieses deutsche Volk seine Sendung erfüllen können, „erst dann aus seiner lebendigen Mitte neues Leben, neue Kraft, neue Große gewinnen". Wir, meine jungen Freunde, die wir auf dem Wege zum neuen Reich Drinnen und draußen sind, wissen, daß Grenz st eine oder Polizei m a fj n a 1) m e n , <51 a a t s e g o i s m u s und Staatszentralismus den deutschen Volks- körper zwar äußerlich trennen, nie aber fei»
sich zum eindrucksvollen Schluhakkord des Fettes der deutschen Schule. Staatskommissar Hinkel richtete nach einem kurzen Gedenken der über 400 SA- und SS.-Männer, die für das Hakenkreuz ihr Leben gelassen haben, an die versammelte Jugend den Appell: Nehmt den Glauben aus dieser Stunde mit nach Hause, daß Ihr im Kampf für deutsches Volkstum und sein ewiges Recht stets bereit sein müßt. Euer Letztes, ja Euer Leben einzusetzen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf das deutsche Volk diesseits und jenseits der Grenzen schloß der Staatskommissar seine Ansprache. Während auf der Hinterfront rotes bengalisches Feuer aufleuchtete und Den ganzen Horizont in ein blutig- rotes Licht tauchte, flieg aus 30 000 jugenblidjen Kehlen, mitgesungen von 60 000 Zuschauern, Das Horst-Wessel-Lied zum dunklen Nachthimmel auf.
Berlin, 11. Sept. (TU.) Das Fest der deutschen Schule, das am Sonntagnachmittag vom Dolksbund für das Deutschtum im Ausland in dem mit Fahnen geschmückten Stadion in Berlin-Grune- wald als „Tag des deutschen Volkstums" begangen wurde, hatte einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen. Ein herrlicher sonniger Spätsommertag begünstigte den Verlauf Diefes Appells der Jugend, Der ein Mahnruf sein soll an das gesamte deutsche Volk zur opferbereiten Mithilfe am Ausbau des Deutschtums in der Wett. 30 000 Schüler und Schülerinnen von 800 Berliner Schulen marschierten unter dem blauen Wimpel in das Stadion ein, bas schon eine Stunde vor Beginn bis auf den letzten Platz besetzt war.
In den Ehrenlogen sah man neben der Führung des Dolksbundes für das Deutschtum die führenden Tlännec des neuen Deutschlands, unter ihnen Vizekanzler v. P a p e n , Reichsminister Dr. Goe b« bels, Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk, Admiral Dr. h. c. Raeder, Chef der Marineleitung, Oberbürgermeister Dr. S a h m , Staatskommissar Hinkel als Vertreter des preußischen Kultusministers. Vom Büro des Reichspräsidenten war Ministerialrat Baron von Hoyningen-Huene erschienen, ferner fah man die Staatssekretäre Reinhardt vom Reichsfinanzministerium, Dr. Ohnesorge vom Reichspost- und Verkehrsministerium, Dr. S t u k - fort vom preußischen Kultusministerium, Dr. L a n d f r i e d vom preußischen Finanzministerium, Bischof Hossenfelder, Staatsrat G ö r l i tz e r, den stellvertretenden Gauleiter der NSDAP., die Rektoren Der Berliner Hochschulen, Vertreter des Oberpräsidiums der Provinz Brandenburg und zahlreiche andere bekannte Persönlichkeiten.
Nach dem Einmarsch der vielen hunderte Fahnen und Wimpel sprach Der LandesjugenDsührer Erich Klinghammer Begrüßungsworte. Dann begannen Die Chorgesänge oon 15 000 jugendlichen Sängern und Sängerinnen. Die Vortragsfolge wurde unterbrochen durch Die Begrüßungsansprache Des Berliner Oberbürgermeisters Dr. S a h m. Anschließend führten zweitausend Jungens aus 80 Berliner Volks-, Mittel- und höheren Schulen Freiübungen vor. Dr. Hans Steinacher, der Reichsführer des VDA., wandte sich darauf mit einer Ansprache an die deutsche Jugend, die Lehrer- und die Elternschaft. Ein Sprechchor aus Schülern und Schülerinnen Berliner Schulen brachte ein Gelübde der VDA.-Jugend zum Vortrag. Nach Staffelläufen Der Berliner Schulen wurden Volkstänze von 1600 Schülern vorgeführt. Es folgte der Vortrag eines oon 1500 Knaben und Mädchen gesungenen Liedes „Deutschlands Jugend an Hitler". Der Jubel der rund 100 000 Menschen war grenzenlos. Dann nahm
Vizekanzler von Popen
das Wort zu einer längeren Ansprache, in der er u. a. ausführte: Die Welt hat sich bisher wenig Mühe gegeben, die innere Wandlung des deutschen Volkes zu begreifen. Sie glaubt nicht, daß der Kanzler Das große sittliche Erneuerungswerk Der Nation auf Dem Fun- Damente echten waren Volkstums zu errichten sich bestrebt. Ein Blick in Euere Augen zwar mürbe biefem ungläubigen Auslanb zeigen, wie bie junge Generation über bie staatlichen Grenzen hinaus, über bie kulturelle Mission bes Volkstums bentt, wie sie ben liberalistischen Imperialismus ablehnt, wie fremb ihr die nationalstaatlichen Begriffe von Assimilation und Irredenta geworben sinb.
Cs ist die Schicksalsfrage des deutschen Volkes geworden, daß ein Drittel von ihm außerhalb der Reichsgrenzen lebt,und daß kein noch so gewaltsamer versuch jemals eine Uebereinstimmung von Staats-^ und volksgrcnzen im mitteleuropäischen Raum herbeizuführen vermöchte. Die völkischen Rechte auf Mutterfprache und Sitte find eben unoerjährbar.
Der Krieg und feine Lehren haben Deutschland zu einer neuen Staatsausfassung bekehrt. Wir sind wieder vorgestoßen zuvolksheitlichem Denken. Wsr wissen wieder, daß die Eigenständigkeit von Sprache und Sitte bas Denken in Bobenftän- bigfeit, Familie, Geschlechterfolge unb Erbstarnrne die Voraussetzung einer gesunden Auffassung vorn Wesen unb Geiste bes Staates ist. Der Gebanke Der Eigen st änbigkeit b e r Völker ist bie große Errungenschaft bes Nachkriegs-Deutschlanbs, bie große Erkenntnis, bie ben Weg zur europäischen Zusammenarbeit zeigt. Wir können es ber Wett gar nicht einbringlich genug sagen, baß wir Europa ein neues Orbnungsprinzig zeigen, unb baß wir entschlossen sinb, selbst nach biefem Prinzip zu hanbeln.
Rebner erinnerte baran, baß vor 250 Jahren vor ben Toren Wiens bie deutschen Stämme den Ansturm ber bqmaligen Weltmacht bes Ostens entscheidend abschlugen. Die Tragik ber beut« schen Geschichte, bie sich roieber einmal baran manifestiert, baß kurzsichtige beutsche Politiker ben Sinn geschichtlicher Entwicklung nicht verstehen, ober aber ihre kleinen Sonberintereffen über bie geschichtliche Aufgabe ber Zeit stellen, hat es uns leiber versagt, den heutigen Ehrentag Wiens zum gewaltigen Be- kenntnis bes gesamtbeutschen Volkstums zu machen. Wir bebauern bas schmerzlich, aber wir wollen unseren Brübern an ber Donau boch sagen, daß wir im Herzen bei ihnen sinb.
sind. Sämtliche Feuerwehren der Umgebung sind zur Hilfeleistung herbeigeeilt. SA., SS. unb Polizei sorgen für Absperrung. Um 16 Uhr lag ber tiefer gelegene Ortsteil in Schutt unb Asche. Aus ben Ruinen fliegen noch immer bitte Rauchschwaben, und Flammen prasseln hervor.
Der Ortsteil Steig glich einem rissigen Flammenmeer. Die Zahl ber zerstörten Anwe « s e n ist auf über siebzig angcroacf)[en. Die ber obbachlosen Familien bürste über hundert erreichen. Die Ortschaft zählt über insgesamt 320 Gehöfte. Es herrscht völliger Wassermangel, es fehlt sogar an Trinkwasser. Die Not und Verzweiflung ber Bevölkerung ist unbeschreiblich. Um bem Feuer Einhalt zu gebieten, müssen Sprengungen vorgenommen werben. Der Branb hak zahlreiche Rauchvergiftungen unb einige Beriet- jungen zur Folge gehabt. Die Brandursache ist noch unbekannt.
Dollsuß-Regierung muß liquidieren.
Landesinspekteur Habicht über die Forderungen der NSDAP, in Oesterre'ch
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