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Das Wunder der Magussi Weiser Roman von Fr. Lehne.
Urheberschutz durch C. Ackermann. Stuttgart.
33 Fortsetzung. Nachdruck verboten!
„L.aguffi, du wolltest?" riefen beide Damen; aus der Stimme der Frau Bunte klang Erschrecken.
„Darum bin ich gekommenl Er soll von niemand anderem Blut hauen als von mir."
Man hatte es dem Kranken gesagt, daß Magussi da sei! Es war ihm überwältigend, obwohl nicht überraschend. Denn ganz im Innern Holle der Gedanke gelebt — sie kommt, sie muß kommen! Wenn man jemanden so inbrünstig ruft, wie er es getan, dann muß er den Ruf vernehmen, und sei er am Ende der Welt! —
Und sie hatte seinen Ruf gehört — denn sie sah bei ihm, und ihre Hand ruhte in der seinen.
Es war kein Fiebertraum, nein, es war beglückende Wahrheit! Er fühlte doch noch die leise zärtliche Be- rührung ihrer weichen Hand, die kosend über seine Wange gestrichen war!
Man hatte die Erregung dieses Wiedersehens doch etwas gefürchtet; aber Eduard in seinem großen Schwächezustand war wohl kaum noch einer Erregung fähig. Er lag schon wieder mit geschlossenen Augen da. Und als er die Lider wieder hob, da war der holde Spuk verflogen — Magussi war nicht mehr da! Er erschrak. Mühsam suchte er in seiner Erinnerung — er konnte doch das eben Erlebte nicht bloß geträumt haben! Und da war doch der feine Maiglöckchenduft, der immer so zart und leise Magussi umschwebt hatte!
Die Mutter hatte ihn ängstlich beobachtet,; sie sah, wie ihn etwas quälte, und was es war, konnte sie sich denken. Die gehauchte Frage nach der geliebten Frau las sie ihm vom Munde ab. Beruhigend entgegnete sie: „Magussi schläft, mein Sohn! Die Nachtfahrt hat sie angestrengt! Sie bleibt bei dir."
„Sie bleibt bei mir!" wiederholte er flüsternd, und er genoß den Sinn der Worte wie etwas Köstliches.
Ein paar Tage waren vergangen. Die Hoffnungs- losigeeit, die schwer auf dem Hause gelastet, wich einer zuversichtlichen Stimmung.
Es war, als habe Magussis roter Lebenssaft, den sie dem früheren Gatten geschenkt, dem Tod ein sicheres Opfer abgerungen!
Wie tapfer halle sie sich bei dem Eingriff gezeigt! Lächelnd und zuversichtlich hatte sie den geliebten Kranken angeblickt, und von einem seltsamen feierlichen Gefühl waren beide ergriffen worden, als ihr Lebensstrom in ihn hinübergeleitet wurde!
Und es war noch ein zweites und ein drittes Mal nötig gewesen!
Glücklich hatte sie gegeben; auf eine geheimnisvolle Art war sie ihm wieder neu verbunden, da ihr Blut mit dem seinen vermischt, in seinen Adern kreiste!
In jenen Tagen hatte der Vater auch mit ihr die ersten Worte gesprochen, hatte ihr liebevoll die Hand gedrückt, war das Eis gebrochen und der Weg zu seinem Herzen wiedergefunden?
Beglückend zog noch zage Hoffnung durch ihr Gemüt!
Wie die Erinnerungen sie anwehten aus jedem Winkel des Hauses, das sie nie mehr zu betreten geglaubt! Einige Aenderungen waren ja getroffen worden!
Eduard schlief in dem schlicht eingerichteten Raum, der früher als Gastzimmer bestimmt war. Das große gemeinsame Schlafzimmer war verschlossen.
Täglich ging es mit dem Kranken einen kleinen Schritt vorwärts! ein Wunder war es, diesen todgeweihten Mann dem Leben zurückgewonnen zu haben! Magussi saß an seinem Bett, nicht daran denkend, daß er nicht mehr ihr, sondern der andern gehörte!
Dann aber kam eines Tages Thea, um einmal wieder nach dem Verlobten zu sehen. Ihre täglichen persönlichen Fragen nach seinem Befinden hatten durch eine heftige Erkältung eine Unterbrechung erfahren müssen, wie sie erzählte. Ihr hübsches Gesicht trug einen gespannten nervösen Zug, der ihr einen leidenden Ausdruck verlieh.
Eduards Mutter war einigermaßen in Verlegenheit. „Der Arzt hat noch streng jede Erregung und jeden Besuch verboten."
„Dennoch aber ist, soviel ich weiß —", aus Theas Stimme klang eine große Empfindlichkeit.
„Ja!" sagte Frau Weiser ruhig. „Ähr Haven wir Eduards Leben zu danken!"
Thea hob zweifelnd und ungläubig die Achseln.
„Was will sie noch hier?" fragte sie nach einer kleinen Pause, „ich finde es sehr merkwürdig — seine geschiedene Frau —"
„Und ich finde es sehr groß, daß sie alles andere zurückgesetzt hat und nur den Geboten reiner Menschenliebe gefolgt ist."
„Reiner Menschenliebe?" Der Mund der hübschen stattlichen Frau verzog sich etwas. „Die ganze Sache ist so romantisch — man ist das Theaterspielen gewöhnt und gefällt sich diesmal in einer anderen Rolle, in der barmherzigen Schwester."
„Schäme dich, Thea, so geringschätzig von einer Frau zu sprechen, der wir alle den größten Dank schuldig sind!" sagte Frau Weiser voller Empörung.
„Kann ich Eduard endlich sehen?" fragte Thea kurz.
„Das ist ausgeschlossen! Wir müssen streng die Anordnungen des Arztes befolgen, der nur den nächsten Angehörigen gestattet —"
„Gehöre ich nicht dazu? Bin ich nicht Eduarös Braut?" Theas Erregung flammte auf. „Ihr habt merkwürdige Ansichten, feit diese, diese Magussi wieder da ift"
„Eduard hat den Wunsch, dich zu sehen, noch nicht ausgesprochen! Ich werde ihn fragen und dir morgen Bescheid geben!"
„Dann will ich die Waldhof sehen!" rief Thea ungestüm; sie war voll heimlichen Zornes und innerer Unruhe, weil sie fürchtete, daß durch die unerwartete Wiederkehr seiner ersten Frau alle ihre Pläne und Hoffnungen zerstört wurden. Sie wollte den Verlobten nicht verlieren; eine so glänzende Versorgung würde ihr so leicht nicht wieder geboten werden! Und daß Eduard seine erste Frau nicht vergessen hatte, wußte sie von ihm selbst; klar und offen hatte er mit ihr gesprochen — in Ehrlichkeit sollte diese Vernunftehe geschlossen werden!
Wenn es Thea auch empfindlich in ihrer Eigenliebe verletzt hatte, so waren die Vorteile dieser Verbindung so groß, daß sie sich damit abfinden konnte, — denn sie brachte ihm auch keine große Liebe entgegen! Wäre sie schon seine Frau gewesen, lägen die Dinge für sie günstiger! Diese Magussi würde ihr alles verderben! Was sie eigentlich von
thr wollte, wußte sie selbst nicht. Mll Ungeduld wartete sie auf Magussi, die ungefähr zehn Minuten später mit Frau Weiser kam. Höflich und kühl begrüßten sich die beiden Damen. Die frühere Bekanntschaft wurde ganz flüchtig gestreift.
„Gnädige Frau, ich spreche Ihnen hiermit meinen Dank aus!" sagte Thea mit spürbarer Zurückhaltung. „Von meiner Unpäßlichkeit bin ich wieder hergestellt und kann nun den Platz am Bett meines Verlobten als Pflegerin wieder sinnehmen!"
„Es geht nicht, Thea!" rief Frau Weiser, „ich sagte dir doch vorhin, daß der Arzt —"
Magussis blasses Gesicht wurde noch blasser. Aber Thea war in ihrem Recht, und Magussi hatte das Feld zu räumen! Einmal mußte es fein! Ein wehmütiges Glück war es für sie, am Lager des geliebten Mannes zu sitzen und auf feine leisesten Wünsche zu lauschen — alles andere war da für sie ausgeschaltet — kein Gedanke an ihre Kunst! Nur der Kranke! —
Und nun kam die andere, die ein Recht an ihn hatte und dies auch geltend machte!
„Du weißt, daß mein Urlaub zu Ende ist, Mama." Magussi errötete, weil ihr dieses vertraute Wort entschlüpft, „meine Abreise steht also nahe bevor."
„Nein, du darfst noch nicht fort, Magussi, du bist unserem Kranken noch unentbehrlich", sagte Frau Weiser aufgeregt, „wir wollen die Entscheidung dem Arzt überlassen! Ein gutes Werk, Magussi, tut man nicht halb! Du hast so große Opfer gebracht!"
„Nicht doch, Mama!" wehrte sie.
Mit unruhigen Augen beobachtete Thea die alte Dame. Wie das Wort „Abreise" aus Magussis Mund sie geängstigt!
„Wenn Frau Waldhofs Urlaub zu Ende ist, bann wird er ihr schwerlich verlängert werden, und ich bin der Ansicht, daß eine Krankenschwester von Beruf mich in meinem Pflegeamt unterstützt!" bemerkte Thea.
„Der Kranke mag aber keinen Fremden um sich haben!" entgegnete Frau Weiser.
„Bin ich, seine Braut, ihm eine Fremde?" fragte Thea scharf, „niemand steht ihm so nahe wie ich — und selbstverständlich die Eltern." Ein aus- drucksvoller Blick, den sie sich wohl zu deuten wußte, traf Magussi bei diesen Worten.
(Schluß folgt.)
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Statt besonderer Anzeige
Unerwartet nach nur kurzem Kranksein wurde am Samstag unser einziges, unvergeßliches Kind, unser sonniger
Karl Heinz
der Sonnenschein seiner Eltern und Großeltern, Im zarten Alter von 3 Jahren durch einen unerbittlichen Tod von uns gerissen.
In tiefem Schmerz :
Heinrich Schraner und Frau Irmgard, geb. Bergen.
Heuchelheim, den 11. September 1933.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. September, nachmittags 1% Uhr, vom Trauerhaus Wilhelmstraße 66 aus statt.
Heute nacht ^2 Uhr entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel
Herr Johannes Rühl, Bäckermeister i. R.
Im Alter von 79 Jahren.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen >
Marie Rühl, geb. Haun.
Gießen (Ebelstraße 20), den 10. September 1933.
Beerdigung: Dienstagnachmittag 11 Uhr, auf dem Neuen Friedhof.
_____________________________________________05335
Am 8 September verschied plötzlich in Bad-Nauheim mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel
56 7 D
5614
Die Universitäts-Bibliothek beklagt tief den Verlust ihres Direktors
Professor Dr. Karl Ebel.
Der unerwartet Geschiedene hat dieUniversitäts-Bibliothek mit Umsicht und größter persönlicher Hingabe durch eine außergewöhnlich schwere Zeit sicher hindurch geführt und erfolgreich weiter ausgebaut Die Angehörigen der Bibliothek verlieren in ihm einen Vorgesetzten von aufrichtiger Güte und Fürsorge und einen treuen Freund.
Für die Beamten und Angestellten der Universitäts-Bibliothek: Dr. Koch.
HerrProfessorDr.KailEbel
Direktor der Universitäts-Bibliothek.
In tiefer Trauer:
Ella Ebel, geb. Rohde Karl Ludwig Ebel.
Gießen, Schlitz, den 11. September 1933.
Einäscherung in aller Stille. Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen.
Frau Hilda Baer, geb. Oster
5613 EM
Sinntal*
gesucht.
O53S6
bittet
Dr. Schäffer
Geschäfts-Drucksachen
wieder da!
bei Brühl, Schulstraße 7
5612 D
Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten
Mit Vollendung ihres 66. Lebensjahres entschlief heute sanft meine innigstgeliebte Frau, unsere gute treubesorgte Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester
der Vorstand.
__________________5615D
Gießen (Wernerwall 1), Frankfurt a. M., Fulda, Leipzig, den 9. September 1933.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. September, nachm. um 3 Uhr in Gießen statt
Die Landsmannschaft Darmstadtia.
l.A.d.C.: Ernst Eckhardt (XXX) XXa i.
___________________________________________________________5611 D
Sonntag, 17 9. 33
Teilnahme am Demslhen Wanöertaß 3ranrhirl a. m. Näheres siehe Aushänge^_____5610D
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen«
Ferdinand Baer.
Die Beerdigung unseres lieben Kameraden
Johannes Rühl findet Dienstag, 12. September, nachmittags l*/v Uhr statt.
Um zahlreiche Beteiligung
Wir betrauern das Ableben unserer Heben A.H. A.H.
Prof. Dr. Karl Ebel
Direktor der Univ.-Bibliothek in Gießen
und
Dr. Wilhelm Seiler
Studienrat in Darmstadt.
Milchvieh - Auktion des Jnfterburger Herdbuchvereins von hochtragenden und frischmelkenden ostpreuß. Milchkühen und Rindern in Friedberg
Alte Bahnhofstraße 19, gegenüber dem alten Bahnhof stosu
Dienstag, den 19. September 1933 vormittags ll*/i Uhr.
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