der Landesarbeitsämter unb Arbeitsämter müßten jedoch ganz besonders darauf gerichtet fein, diese Zahl auch imWinternichtwesentlichan- wachsen zu lassen.
Jlotrocnbig ist zur Erreichung dieses Zieles u. tu ein Linwirken auf die von der Saison beeinflußten Wirtschaftsbetriebe, vor allen Dingen ein Appell an die Landwirtschaft, im Interesse der Gesamtheit in diesem Winter möglichst viele
ihrer Arbeitskräfte einschließlich der Landhelfer weiter zu beschäftigen.
Das Durch halt en dieser Arbeiter in den Wintermonaten ist die b e st e W i n ter h . l f e der Landwirtschaft. Im Baugewerbe muß dahin gestrebt werden die winterliche Arbeitsruhe auf die Zeit des strengen Frostes zu beschränken und durch geeignete Son^rmaßnahmen die Fortführung ber Arbeiten auch in ben Wintermonaten sicherzustellen.
Ser AalionalsozialismuS hat dieMalive.
Erklärungen des Oberpräsidenten und Gauleiters Kube.
Berlin, 10. Aug. (TU.) Im preußischen Lan- deshaus ber NSDAP, machte der Oberprasident Der Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen Westpreußen, Gauleiter K u b e, vor einem geladenen Kreis von Führern der NSDAP, und Industriellen und Gewerbetreibenden bemerkenswerte Ausführungen über den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Er erklärte zunächst, daß nach dem Willen des Führers, der auch in den letzten Besprechungen in Berchtesgaden und München wieder sehr deutlich jum Ausdruck gekommen sei, die Initiative für alles, was auf diesem Gebiet zu geschehen habe, in der Provinz und im Staat als solchen nach wie vor beim Nationalsozialismus liege.
Kompetenzfragen könnten nicht mehr auftauchen. Der Nationalsozialismus sei das Maßgebende. Die übrigen Faktoren seien lediglich Ausfluß der Staatsgewalt und hätten sich in ihrer Arbeit einzig und allein darauf zu vereinigen, daß sie dem Volke helfen. Die erste der von dem Führer in seiner Rede in Berchtesgaden erwähnten drei Etappen sei jetzt im Gange. Der z w e i t e V o r- st o ß gegen die Arbeitslosigkeit habe als Ziel, die Arbeitslosenziffer trotz des Winters auf dem erreichten Stand zu erhalten. Wenn das gelinge, so bedeute das nicht bloß ein gewaltiges moralisches, sondern auch ein gewaltiges politisches Plus gegenüber allen anderen Ländern Europas. Es bedeute auch eine weitere Stärkung und naturgemäß eine Entlastung an Unterstützungen an Arbeitslose usw. Der dritte Vorstoß gegen die Arbeitslosigkeit solle erst nach Beendigung des Winters beginnen. Hierbei habe der Führer vor, der Arbeitslosigkeit durch ganz große Projekte endgültig zu Leibe zu gehen.
Es sei der Wille des Führers, daß man sich von allen bürokratischen Erwägungen und Bedenken freimache.
K u b e erklärte zum Schluß, daß er als Gauleiter gewillt sei, rücksichtslos ohne weiteres durchzugrei- fen, wenn irgendwelche Kompetenzkonflikte entstehen sollten. Nicht nur die p r e u ß i s ch e Regierung, sondern auch die Reichsregierung stünden auf diesem Standpunkt, vor allem auch ber Reichskanzler selbst. Es würde als Sabotage des Willens des Reichskanzlers empfunden werden, wenn irgendwie unnötige Kompetenzkonflikte erhoben würden.
Enteignung zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit.
in bar erisches Gesetz.
München, 10. Aug. (WTB.) Das bayerische Gesamtministerium hat ein Gesetz beschlossen, nach dem zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit Die Enteignung gegen volle Entschädigung zulässig ist. Der Enteignung unterliegen Grundstücke, bewegliche Gegenstände und Rechte aller Art. Die Enteignung ist nur zulässig, wenn die Durchführung des Unternehmens im öffentlichen Interesse liegt. lieber bie Zulässigkeit der Enteignung beschließt das Gesa m t m i n i st e r i u m auf Antrag des Staatsministeriums des Innern. Hat das Gesomtministe- rium bie Enteignung für zulässig erklärt, so wirb das Staatsministerium bes Innern die zur Ent-
scheidung über die Abtretungsfrage oder über das Zwangsabtretungsverfahren für bas gesamte Unternehmen zuständige Bezirksverwaltungsbehörde bestimmen. Das Verfahren dieses Gesetzes kann auch bei ben im Zwangsabtretungsgesetz unb sonstigen Gesetzen vorgesehenen Enteignungsfällen angewendet werden, wenn Rücksichten der 21 r b e i t 5 b e = schaffung die beschleunigte Durchführung des Enteignungsoerfahrens erfordern. Das Gesetz tritt mit seiner Verkündung in Kraft.
Ehrentafeln und Ehrenurkunden für Arbeitsbeschaffung
Hannover, 10. Aug. (TU.) Der Beauftragte der Landespropagandastelle Niedersachsens für bie Stabt Hannover, Senator Schwager, erläßt einen Aufruf an bie Bevölkerung Hannovers, in bem es u. a. heißt: „Die NSDAP, wirb in allen hannoverschen Zeitungen wöchentlich eine Ehrentafel berjenigen Unternehmer veröffentlichen, bie im Kampfe für Arbeit unb Brot ihre Pflicht getan haben, unb bie Einstellungen in biefer Ehrentafel bekanntgeben. Außerbem werben bie Unternehmer, bie ben Nachweis erbracht haben, baß sie die Angestellten mindestens bis zum 1. Mai 1934 beschäftigen werden, hierüber eine Ehrenurkunde der NSDAP, bekommen."
Ausbau der deutschen Heringsflotte.
Hamburg, 10. Aug. (WTB.) Don ber Reichsregierung finb bekanntlich im Rahmen bes Arbeits- befchaffungsprogramms für die Vergrößerung der deutschen Heringsflotte 3 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt worden. Wie die Deutsche Herings-Handelsgesellschaft mitteilt, können für bie(en Betraa 22 bis 24 Schiffe gebaut werden. Die Neubauten werden im nächsten Frühjahr fertiggestellt sein und sich wahrscheinlich auf folgende Plätze verteilen: Emden 9 bis 10, Vegesack 9 bis 10 und Lehr 4 Schiffe. Zur Zeit setzt sich bie deutsche Heringsflotte aus 148 Schiffen zusammen, die sämtlich beschäftigt sind.
Oie Durchführung öffentlicher Notffanvsarbeiten
Berlin, 11. Aug. (Sil.) Der Reichsarbeitsminister weist in einem Erlaß an die Reichsanstalt darauf hin, daß zwar auch bei dem neuen Rrbeitsbeschafsungsprogramm, dem sog. Reinhardt-Programm, die Vorschriften über öffentliche Rotstandsarbeiten gelten. Cs sei aber zur Vereinfachung der Durchführung des Programms notwendig, daß auch bei denjenigen Ar- beiten, die als öffentliche Rotftandsar- beiten durchgeführt werden, von der Festsetzung einer Mindestzahl für die Heranziehung von Empfängern der Arbeitslosenunterstützung und Krisen- unterstühung abgesehen und die Grundförderung aus Reichsmitteln für alle bisherigen Unter» stühungsempfänger einheitlich gewahrt werde. Die Reichsanstalt wird ermächtigt, die Grundför- oerung auch für die bei diesen Arbeiten beschäftigten Wohlfahrtserwerbslosen zu zahlen.
Der Präsident der Reichsanstalt weist zur Durchführung des Reinhardt-Programmes die Arbeitsämter darauf hin, daß eine Erweiterung des Kreises der mit Arbeitswechseln zu finanzierenden Arbeiten zunächst nicht vorgesehen ist. Strahenbauarbeiten sind jedenfalls bis-
Freundschaften unter Deren.
Don Paul Eipper
Dackel unb Löwe.
Daß sich ein schwarzer Dackelhund Nacht um Nacht zwischen ben Vorberpranken einer ausgewachsenen Löwin sein Schlaflager zurecht macht, kommt gewiß nicht häufig vor. Manchmal klettert jener kleine Hund gar auf ben Rücken ber gewaltigen Raubkatze; bann nämlich, wenn er sich die Umwelt etwas besser beschauen will, als er es von seinem Standpunkt aus (bem ber vier krummen, niebrigen Beine) aus tun könnte. Unb wenn bie Löwin nicht still hält, knurrt ber Teckel; es gibt dabei sogar ab unb zu etwas wie ein „Am-Ohr-Zupfen".
Man kann bie Wahrheit dieser Geschichte, die Wirklichkeit ber Tierfreundschaft, im Leipziger Zoo jeberzeit nachprüfen. Dort lebt das ungleiche Tierpaar; im gleichen Raubtierhaus übrigens, in dem ich vor vielen Jahren einen noch etwas groteskeren Fall von Verträglichkeit sah: bas Gemeinschaftsleben eines ausgewachsenen Berberlöwen unb eines Zwergspitzes. Dieser kleine Spitz war ebenso nervös wie tyrannisch. Er konnte es nicht leiden, wenn sein Stubenkamerab auf unb ab lief, aus Langerweile ober ber besseren Verdauung wegen. Sofort bellte er, schrill unb laut, tänzelte zwischen ben Beinen des „Wüstenkönigs" hindurch, so daß ihn bie schwarze Bauchmähne streifte, und wenn alles Schimpfen nichts nützte, bann sprang ber freche Köter mit einem geschickten Satz hoch und — biß ben Löwen in bie Nase. Der Große Herr legte sein Gesicht in Falten, zeigte seine Zähne — Verlegenheit ober Abwehr? — schüttelte ben Kopf unb ließ sich langsam zu Boden nieberplumpfen. Ich habe das wohl fünfzigmal beobachtet; nie setzte sich der Löwe zur Wehr, nie tat er bem Spitzerhund etwas zuleide.
Im übrigen Hausen auch „Fuchs unb Katz" ein- trächtiglich im Leipziger Zoo, schlafen eng anein- ander gekuschelt unb fressen meist aus einem Napf.
Sympathie unter Heren.
Beweisen diese Fälle nun bie Möglichkeit von Seelenfreundschaften, von Liede zwischen artver- schiedenen, ja gegensätzlichen Tieren? Ich wage nicht, ein Urteil zu fällen. Möglich, baß es sich nur um Gewöhnung von Jugend an handelt; vielleicht hat jene Leipziger Katze beim Füchslein Ammendienste geleistet, als es noch ganz klein war; vielleicht ist ber schwarze Dackelhund eine Hündin, die einst das Löwenbaby säugte.
Aber ich weiß aus jahrzehntelangem Umgang mit Tieren, daß es theoretisch überhaupt keine Gr^ize für bas Zusammenaewäbn-v ynoter arundverfwie-
denen Tiere gibt. Wenn bie Umstände (Alter, Raum unb Fütterungsverhältnisse) günstig finb, wenn ber betreffend Mensch genügend Geduld hat, kann Erbfeind mit Erbfeind friedlich zusammenyewöhnt werden. Nur eine Kleinigkeit ist unerläßlich, die Sympathie vom einen Lebewesen zum andern!
Ich glaube, unter den vielen Irrtümern der Tier- ergrünöung, die wir Menschen uns zuschulden kommen lassen, ist keiner so schlimm, wie das „in Bausch und Bogen Abtun". Es gibt keine „nur" bösen Tiere, so wie es keine garantiert gutmütigen gibt. Selbst ein für die Vitrine reifer, überzüchteter Luxus- Schoßhund hat zuweilen schlechte Laune.
Warum soll es im Tierreich anders sein als bei uns Menschen? Hier wie dort ist das Fluidum von der reinen Kreatur zur anderen maßgebend; auf bas Einzelwesen kommt es an, nicht auf die Gattung, die Art.
Senta unb ber Kanari.
Mein Kanarienvogel Johannes fliegt frei im Haus umher. Manchmal huscht er gar durchs offene Fenster hinaus in den Wald, kommt aber bald recht „verdattert" wieder zurück; weil ihm bie Spatzen unb bie Meisen zu frech finb unb ungezogen hinter ihm drein schimpfen, flattert er zeternd durch unser Eßzimmer unb läßt seine Empörung an der guten Senta aus, der großen gelben Dogge. Er macht einen richtigen Girlandenflug um ihr schweres Haupt, und sie, die sonst böse unb sicher nach jeder Fliege schnappt, läßt sich die Aufregung des Johannes ruhig gefallen. Sie weiß, daß meine Frau den Kanari mag, unb um keine Köstlichkeit der Welt würde Senta ihrer „Herrin" einen Schmerz zufügen; denn diese Herrin ist ja Sentas innig geliebter Freund! Ich sehe es kommen, daß der Vogel demnächst auf unserem Hund spazieren reitet, so wie die Reiher auf den afrikanischen Elefanten.
Allerdings, zunächst ist Senta noch ein wenig schreckhaft dem Vogel gegenüber; denn sie kennt ihn erst ein halbes Jahr. Wenn Johannes in der Aloe des Wintergartens aufgebaumt ist unb Senta neugierig ihre schwarze Nase heranschiebt, weil der gelbe Fleck im grünen Blätterwerk ihr auffällt, bann braucht Johannes nur die Febern zu sträuben: schon fährt Senta entsetzt zurück, wartet gar nicht erst bas zeternde Schilpen ab, sondern verkriecht sich mit dem Recht des Stärkeren (oder bes Klügeren?) unter bem Tilch. Aber wir wollen uns in einem Jahr wieder sprechen; ich glaube, mein beiden Haustiere werden „ein Herz und eine Seele".
<Elefanten-£lebe.
Endlos wäre von Tierfreundschaften zu erzählen. Im Dresdener Zoo steht ein afrikanischer Elefanten- bulle friedlich zusammen mit ebenso gutmütiger in-
her nicht ernbezogen. Reben bie aus Arbeitswechseln zu finanzierenden Maßnahmen treten Arbeiten, die durch die freiwillige Spende zur Förderung der nationalen Arbeit gefördert werden können.
Arbeitgeberverband für Arbeitsstreckung.
Düsseldorf, 10. Aug. (WTB.) Der Vorstand des Arbeitgeberverbandes für benBe- zirk der n o r d w e st l i ch e n Gruppe des 2^r- eins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller hat in seiner jüngsten Sitzung einen Beschluß gefaßt, in dem es heißt: „3m Kampfe um die Verminderung der Arbeitslosigkeit müssen alle Möglichkeiten zur Einstellung neuer Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Die Verteilung der Arbeit auf eine größere Zahl von Arbeitnehmern durch Arbeit s st reckung ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein erfolgversprechender Weg. Wir empfehlen daher unseren Mitgliedsfirmen dringend, dafür Sorge zu tragen, daß die durchschnittliche Arbeitszeit des Gesamtbetriebes oder einer geschlossenen Werkseinheit an den sechs Wochentagen 40 Stunden für Arbeiter und Angestellte nicht wesentlich übersteigt, soweit nicht wichtige betriebliche oder wirtschaftliche Gründe entgegenstehen.
Oer neue Ministerpräsident von Mecklenburg Schwerin.
Schwerin, 10. Aug. (WTB.) An Stelle bes zum Reichskommissar ernannten bisherigen Ministerpräsidenten Granzowist Staatsrat Engel! zum Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Schwerin durch Reichsstatthalter Hildebrand ernannt worden.
Aus aller Well.
Ein junger Löwe für Mussolini.
Der Direktor des Leipziger Zoologischen Gartens, Dr. G e b b i n a , hat im Auftrag der Stadt dem Führer der faschistischen Jugend, die bei ihrer Fahrt durch Deutschland auch Leipzig besucht hat, einen für Mussolini bestimmten jungen Löwen übermittelt. Der Löwe ist durch den italienischen Konsul in Leipzig, Andreozzi, in München dem Fahrtleiter G i g l i überreicht worden. Mussolini ist als Liebhaber edler Raubtiere bekannt. Er hat bereits eine Löwin in seinem Besitz.
Balbo vor bet letzten Etappe.
General Balbo hat am Donnerstag in Lissabon sämtlichen Fliegern seines Ozeangeschwaders nach der glücklichen zweimaligen Ueberquerung des Atlantik die Medaille des „Transozean- fluges" verliehen. Am Rachmittag wurde General Balbo vom Portugiesischen Staatspräsidenten Carmona empfangen. Am Abend fand ein Stierkampf zu Ehren der italienischen Ozeanflieger statt. General Balbo hat seine Absicht, erst am Samstag von Lissabon nach Italien zu starten, damit begründet, daß er Lissabon nicht verlassen wolle, bis die Leiche des beim Start auf den Azoren verunglückten Leutnants Sgueglia, die auf einem italienischen Schiff nach Rom gebracht wird, in Lissabon eingetroffen ist. General Balbo erklärte ferner, er sei über seinen Erfolg erfreut, aber es gebe keine Entschuldigung dafür, daß er Amsterdam mit 24 Flugzeugen verlassen habe und nur mit 23 Flugzeugen nach Ostia zurückkehre. Die letzte Strecke des Fluges am Samstag wird von Lissabon über Kap St. Vincenz südlich der Balearischen Inseln durch die Meerenge von Donifatio nach Ostia führen. Meldungen aus Marseille deuten an, daß der Entschluß B a l b o s, direkt von Lissabon nach Italien zu fliegen, anstatt die Route über Marseille zu wählen, große Enttäuschung hervorgerufen hat. Die Stadt Marseille wollte den Italienern ein Willkommen bereiten, u. a. war die Verleihung einer Medaille an General Balbo vorgesehen und hundert französische Flugzeuge sollten den Italienern das Geleit geben.
Unbestätigte Gerüchte über Lindbergh.
Nach einer in Neuyork vorliegenden, noch unbestätigten Meldung aus Grönland, soll der amerikanische Weltflieger Oberst Lindbergh tödlich abgestürzt fein. Die Gerüchte über einen tödlichen Ab- , stürz Lindberghs in Grönland haben in Kopenhagen |
bisher keine Bestätigung gefunden. In den aus ben grönlänbifchen Departements in Kopenhagen eingegangenen Nachrichten war von einem Unfall Linbberghs nichts enthalten. Im Gegenteil wurde darin gemeldet, daß Lindbergh bisher noch nicht wieder aufgestiegen fei, sondern günstigeres Wetter abzuwarten gedenke. Eine spätere Reutermeldung aus Kopenhagen stellt nochmals ausdrücklich fest, daß das Gerücht von einem tödlichen Unfall Lindberghs unbegründet ist. Lindbergh befindet sich wohlauf.
Die französischen Weltflieger bei Marseille gelandet.
Die französischen Langstreckenflieger Cobos unb Rossi sind mit ihrem Flugzeug „Le Brix" am Donnerstag um 20.30 Uhr auf bem Flugplatz Mari- gnane bei Marseille gelandet. Die Bevölkerung bereitete ihnen einen begeisterten Empfang.
Nächster Stralosphärenflug Eosyns' erst im Frühjahr 1934.
C o s y n s, Professor Piccards Mitarbeiter, hat den dritten Aufstieg des Ballons von Piccarb in die Stratosphäre auf nächstes Frühjahr verschieben müssen, da die Arbeitskabine in ber Gvnbel infolge einer starken Verwerfung der Türöffnung einer gründlichen Ueberholung bedarf, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird.
Eine neue Gasmaske erfunden.
Der sozialistische „Daily Herald" meldet, daß eine Gruppe englischer Wissenschaftler eine Gasmaske hergestellt habe, bie eine Stunde lang gegen bas neueste unb tödlichste Giftgas, das sog. Pfeffer- gas, Schutz gewähre. Die Massenherstellung der Gasmaske habe bereits begonnen. Chemikern anderer Länder sei es bisher nur gelungen, die Träger ihrer Gasmasken auf fünf Minuten gegen die Wirkungen des Pfeffergafes immun zu machen.
Fünf Todesopfer einer Explosion.
Bei Kowin (Südslawien) ist eine Dampflokomobile explodiert. Die Trümmer der Maschine fielen in einem Umkreis von etwa 100 Schritten nieder. Die Zahl der Toten beträgt fünf, die der Schwerverletzten neun. Eine große Anzahl von Drescharbeitern wurde leicht verletzt. Die Explosion war so stark, daß sie auf eine Entfernung von vier Kilometer vernommen werden konnte.
Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein.
bischer Elefantin. Aber wenn der Wärter es wagen würde, jene weiße Ziege des Nachts aus dem Dickhäuterhaus zu entfernen, ich glaube, bie Elefanten würden die Steinmauern einrennen. Die beiden Kolosse lieben nämlich seit Jahren die dickbäuchige Ziege; Frühjahr um Frühjahr bringt sie in einem Holzoerschlag, der in Sichtweite der Elefanten stehen muß, Kinder zur Welt, führt die Zicklein stolz auf das Dickhäuter-Plateau, leitet sie zwischen den Beinen der Elefanten hindurch, und es ist selbstverständlich, baß die grauen Riesen neugierig wohlwollend den Zuwachs beschnuppern, die winzigen Böck- lein mit den Rüsseln abtasten, um sie bann endgültig in die Gemeinschaft aufzunehmen. Daß Elefanten schreckhaft finb, ist bekannt. Eines Tages würben vier Dickhäuter eines Wanberzirkuffes vom Bahnhof burch die Stadt zum Spielplatz geführt. Da sprang aus einer Seitenstraße eine fremde Bulldogge auf den größten Elefanten los und biß ihn ins Bein. Ehe die Wärter einfchreiten konnten, stürzte sich der Zirkushund auf den Angreifer und zwang ihn, den Elefanten loszulaffen, dafür sich in ehrlichem Zweikampf seiner eigenen Haut zu wehren. Der Zirkus- hund wäre wahrscheinlich unterlegen, wenn ihm die Menschen nicht geholfen hätten; jedenfalls trug er heftige Wunden davon und wurde im Pferdestall auf eine Strohschütte gebettet.
In der Nacht hörte der diensttuende Wärter plötzlich Lärm. Der große Elefant hatte sich von seiner Fußkette losgeristen, trottete durch die Zeltstadt unb — holte sich seinen Beschützer. Der Zirkusmann erzählte mir, wie behutsam der Elefant den dick verbundenen Hund im Rüssel weggetragen habe, ein Lager in seinem Heuhaufen für ihn bereitete.. Es war künftig nicht mehr möglich, die beiden Freunde voneinander zu trennen, im Stall nicht und nicht auf der Reise
Fünf Freunde.
Wer im schönen Frankfurter Zoo die Tiere betrachtet, soll an der Raubvogel-Doliöre besonders aufmerksam sein. Dort leben in einem Gehege Milane (recht stattliche Falkenvögel) und ein Fischadler. Wenn man genau hinsieht, erkennt man, daß außerdem ein — Taubenpärchen dort nistet, und weil diese fünf Tiere nun schon über ein Jahr im Frieden miteinander auskommen, glaube ich, daß auch ihre seltsame Freundschaft von Bestand bleiben wird.
Aber hat jemand schon einmal gehört, daß eine Katze aus Freundschaft zu einem Schäferhund ins Wasser geht, an warmen Tagen neben dem Hund durch den See schwimmt und wenn sie müde ist, auf seinen Rücken klettert? In einem bayerischen Forsthaus leben jene beiden innig befreundeten Tiere.
Lustspiel-^ilm
Dem neuerdings sehr beliebt gewordenen Motiv ber Privatsekretärin (Literaturgattung: mobernes Märchen) finb, wie man sieht, immer noch neue Seiten abzugewinnen. Das geschieht hier unter Benutzung einer etwas gewagten Schwankpointe älteren Datums, die von ber Spielleitung — Kurt @ e r r o n unb Erich von Neusser — sehr geschickt zu überraschenden und situationskomischen Wirkungen benutzt wirb. Ein langsamer Walzer auf den Text: „Kind, ich freu’ m i ch auf dein Kommen" gab das musikalische Leitmotiv und zugleich den Titel für einen neuen Ufa-Film, der seit gestern im Lichtspielhaus läuft und gleich den ersten Abend ein dankbar erheitertes Publikum fand. Magda Schneider spielt sehr reizend die kleine Märchenheldin mit den unwahrscheinlichsten Abenteuern. Wolf Albach-Retty, ber beinahe wie ber Prinz von Wales aussieht (besonders im Profil), ist ber sympathische junge Mann mit der zufälligen Reisebekanntschaft und der Liebe auf den ersten Blick. Lisfi Arna: eine sehr kokette Dame; Ida Wüst mit einer witzig unb ganz sicher pointierten Charge; Wa11burg: dick, blubbernb unb aufgeregt wie immer; F a l k e n st e i n als oller ehrlicher Seemann („Ahoi!") unb Paul Otto als überaus distinguierter Geheimrat bilden ein blendend eingespieltes Ensemble. Dazu in einer stummen, aber ausdrucksvollen Hauptrolle ein niedlicher Drahthaar- Terrier namens „Storch". Musik von Hans Otto Borgmann. — Im Beiprogramm sieht man u. a. den Vorspann zu einem neuen Fridericus-Film mit Gebühr und die Bildreportage einer Watz- mann-Besteigung, die ihrer Aufnahmetechnik wegen auch für Nichtalpinisten von Interesse sein dürfte.
Zeitschriften.
— „Mutter und Kind". Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck a. H. Vierteljährlich. (3 Hefte) 1,65 Mk. einschl. Porto. — £ür Mütter, Säuglingspflegerinnen und Kindergärtnerinnen gibt es wieder viel Wissenswertes und Lehrreiches. Augustheft; es bringt u. a. folgende Beiträge: „Eugenik und Leibesübungen als eugenische Forderung", von Cvamaria Blume; „Vom Sammeleifer unserer Kinder", von Hugo Zinsin- ger; „Baby sitzt", von Anni Weber; „Der Fingerlutscher", „Kinder aus geschiedenen Ehen", von Dr. jur. Frida Spitzer; „Wie erziehe ich mein Kind zur Selbständigkeit", von Lisbeth Schmidt; „Das billige Babyschränkchen", von Margarete Walter; „Erziehungsberatung vor 2500 Jahren", von Elfriede Brandt usw. Fast alle Beiträge sind reich bebildert. —
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