Ausgabe 
11.7.1933 Frühausgabe
 
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Das Eisenbahnunglück bei Apolda

gen Helfervertrag

Rita

Tom hat verloren.

Von Hedda Westenberger.

in bäuerlichen Betrieben beschäftigt. Nach dem übereinstimmenden Urteil der landwirtschaft­lichen Berufsoerbände sind die Lei st ungen der Helfer durchaus zufrieden st eilend. Die Helfer selbst haben sich mit nur geringen Ausnah­men in ihren neuen Arbeitsstellen trotz der vielfach ungewohnten Arbeit gut einaelebt und sind zu einem Teil schon heute entschloßen. den secksrnonati-

dle,er tollen Angelegenheit steht Heinz Rüh. mann, bekannt aus derTankstelle" und manchen andern unbeschwerten Affären des Tonfilms, frech und gottesfürchtig, mit einem beneidenswerten Mundwerk begabt. Walter S t e i n b e ck als Major, de K o w a als Leutnant, Kämpers als Feld­webel, Henckels, Wohlbrück und die Sou­brette Trude Berliner sind im Ensemble nächst Ruhmann an erster Stelle zu nennen. Produktion- Deutsches Lichtspiel-Syndikat. Musik: Hans May Man verlebt einen Abend voll ungetrübter Heiter­keit.

tanögeuhnnunc)

an Öen ostpreußlschen Haffs?

Berlin, 8. Juli. (TU.) Das Reichskommissa­riat für Arbeitsbeschaffung teilt mit, daß der

Kredltausschuß der Deutschen Rentenbankkreditan­stalt in dieser Woche D a r le he n s a n t g e über rund 6 Millionen Mark aus dem Sofortprogramm bewilligt hat. Von Interesse ist, daß der Wasserbaudirektion Kö­nigsberg ein Darlehen von 150 000 Mk. zur Un­ter s u ch u n g des Untergrundes der beiden o st preuhischenHaffe und der Rehrungen bewilligt wurde. Bekanntlich schweben hier, teilweise ausgelöst durch die Er­örterungen über die Ursachen der Haffkrankheit, verschiedene Projekte, die entweder eine Ablei­tung der Abwässer oder aber auch Land­gewinnung durch Trockenlegung zum Ziele haben. Die Untersuchungen, die jetzt mit

Die in der Dero tichen Mahnohm- habe dafür, das jjreisoerflnöew gung der Deoölfer Zulun

Bei juristischen Pe Zungen trifft die Vertreter, im übric

Oer fluchende Papagei.

Zu gleicher Zeit mit einem viel belachten Film­prozeh, in dem ein Schimpanse wegen Kontraktbruchs verklagt wird, spielt vor einem Pariser Gericht ein Prozeh, bei dem gegen einen Papageien Schaden- ersah-Anfprüche in Höhe von 25000 Francs geltend gemacht werden. Der Beklagte ist natürlich nicht der Vogel selbst, sondern sein Eigentümer, ein früherer französischer Kolonial-Offizier. Dieser alte Krieger ist der Rachbar eines reichen Kaufmanns, der mit seiner Frau und seiner vierjährigen Tochter Wand an Wand mit ihm wohnt. Der Papagei führt den Ramen Vert-Dert und erinnert schon dadurch an den Helden des komischen Rokoko-Epos von Gresset, der durch seinen reichen und nicht gerade gewähl-' ten Wortschatz das Entsetzen eines Ronnenklosters hervorruft. Der moderne Vert-Dert ist ebenfalls ein großer Redner, der von seinem Herrn die Gewöhn- heit angenommen hat, seine Sätze mit Flüchen, Schimpfworlen und anderen in guter Gesellschaft nicht üblichen Ausdrücken zu Würzen. Man kann sich daher die Entrüstung vorstellen, von der die englische Gouvernante des vierjährigen Rachbar- Töchterleins gepackt wurde, wenn die frommen Er­mahnungen ihrer Unterrichtsstunden immer wieder von den entsetzlichen Schimpfereien des plappernden Papageis unterbrochen wurden. Die würdige Dame erklärte schliehlich dem Kaufmann, sie muffe jede Verantwortung für die Erziehung seines Kindes ablehnen, denn die Kleine lerne von dem Vogel die abscheulichsten Ausdrücke. Der nicht mit Unrecht be­unruhigte Vater ersuchte den Offizier, die Gesprächig, keit seines Papageis etwas zu dämpfen und ihm vor allem eine gewähltere Ausdrucksweise beizubringen, aber ohne Erfolg. Es wird vielmehr behauptet, daß Vert-Vert, wie wenn er damit seinen unfreiwilligen Zuhörern einen Streich spielen wollte, die Flut fei­ner Flüche noch verstärkte. Infolgedessen hat der Kaufmann jetzt den Offizier wegen des erlittenen Schadens verklagt, den er auf 25000 Francs be­ziffert.

Die Verfassung derDeulschen SvangelWenKirche sertiggestellt

Berlin, 10. 3uli. (ERB.) Der Evangelische Pressedienst teilt mit:

Die Arbeit, die der vom Deutschen Evangelischen trirchenbund bevollmächtigte Ausschuß zur Schaf­fung der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche begonnen hat, ist heute in gemeinschaftlicher Beratung mit den Herren Wehrkreispfarrer Mül- ler als Bevollmächtigten des Reichskanzlers, Prof. D. Fezer (Tübingen), Prof, der Rechte D. Dr. Heckel (Bonn), preußischen Staatskommissar Mi­nisterialdirektor Jäger beendet worden. Das Verfassungswerk gelangt morgen durch Vor­lage an die Vertreter der Deutschen Evangelischen Landeskirchen zum Ab­schluß.

Die Erklärung, in Anwesenheit des Herrn Reichs- miniskers des Innern Dr. Frick verlesen, wurde wie folgt unterschrieben:

Berlin, 10. 7. 1933.

Dr. Frick, Marahrens, Hesse, D. Seehen, D. Meiser, Ludwig Müller, D. fi. Fezer. D. Dr. Joh. Heckel, Jäger.

Oer Reichskanzler und die Katholische Kirche.

Be u th en i. O., 10. 3uli. (ERB.) DieOst- deutsche Morgenpost" veröffentlicht folgende Er­klärung des Kuratus Kascha: Da in weiten katholischen Volkskreisen noch immer di? Ansicht verbreitet ist, dah unser Herr Reichskanzler Adolf Hitler der katholischen Kirche als Ka - tholik feindlich gegenüber st eh t, möchte I ich als ehemaliger Kaplan von Pase­walk, wo ich gleichzeitig Garnisons- und Laza- I rettseelsorger war, und zwar in der Zeit vom August 1918 bis August 1920, die Erklärung ab» goßen, dah der damalige Gefreite, Herr A d o l f H i t l e r. a n d ä ch t i g dem katholi­schen Gottesdienst beigewohnt hat, und ich ihn aus dieser Zeit als gläubigen Ka­tholiken kenne. Diese Erklärung möchte ich abgeben, da der damalige Pfarrer bereits tvt ist. und damit den Schmähungen gegen den Herrn Reichskanzler endlich die Spitze abge­brochen wird.

Deutschland an der Spitze der Arbeitsbeschaffung.

Wichtige Feststellungen des Internationalen Arbeitsamtes.

Genf, 10. Juli. (MTB.) Das Internationale Ar­beitsamt hat seine neuesten Statistiken über den Stand der weltarbeitslosigkeit ver­öffentlicht. Dabei wird festgeslellt, daß zum ersten Male seit Beginn der Weltwirtschaftskrise eine Abnahme der Arbeitslosigkeit zu ver­zeichnen sei. Geradezu sensationell ist nach diesen von einer internationalen Instanz gemachten Rntersuchungen die Verminderung der Ar beikslojigkeit in Deutschland, wo der Lampf gegen dieses Hebel bisher am er folg­reich st endurchgeführt worden -st. Eins v e v- mehrung der Arbeitslosigkeit im Verhältnis zum Vorjahre wird festgestellt in der T s ch e ch o s l o w s - fei, in den skandinavischen Ländern und in Holland. Mit diesen Aufzeichnungen wird zum ersten Male auch international bestätigt, daß der hartnäckige Kampf Adolf Hitlers gegen die Geißel der Arbeitslosigkeit in Deutschland schon jetzt von Erfolg gekrönt ist.

Heber 100 000 Jugendliche in der Landhilfe.

Berlin, 8. Juli. (WTB) Am 15. Juni waren insgesamt rund 77 500 männliche und 22 800 weib- liche Jugendliche unter 25 Jahren als Landhelfer

Tom ist ein netter junger Mann, UnD _____

kann es nicht ändern, dah jedesmal, wenn sie ihn sieht, ihr Herz einen verrückten Tanz an» fangt. Obwohl es Jahre her ist, daß zwischen ihr und Tom so etwas bestanden hat, was man im landläufigen Sinne Liebe nennt, UnD obwohl es damals einen bösen Krach zwischen ihnen ge­geben hat, der schuld daran ist, daß sie sich heute nicht mehr grüßen.

ganz gleichgültig scheint er ihr doch noch nicht zu sein, wie hätte sie ihn sonst so aus der Affäre reißen können! Er muß doch mal sehen, wie weit sein Einfluß noch geht.

Er nimmt also ihre Hand, küßt sie und be- dankt sich überschwenglich. Und welch ein Glück, Dap sie sich auf diese Weise wiedergefunden haben. Wie toätd mit einem kleinen Friedens- frühstück? Dazu schlägt er ein Lokal vor, in Dem fie früher in ihrer glücklichsten Zeit oft gesessen haben. Ritas Hand hat er immer noch in der seinen. Sie wird jetzt ein bißchen rot werden, denkt er, und ein bißchen sentimental ja sagen und

, 2lber Rita entzieht ihm ihre Hand ziemlich brüst. Und statt des sentimentalen 3a, kommt ein amüsiertes Lachen.

Lieber Tom", sagt Rita und lacht immer noch, fei nicht böse, aber also ich mühte dauernd an Die alte Dame in der Untergrund und an Dem SchuHungengesicht denken. Wie du da ge­sessen hast! Und deine Augen! Und wie du neben mir hergehinkt bist. Denk' mal, wenn nun öie alte Dame auch ausgestiegen wäre, dann mußtest du jetzt immer noch hinken! Hier die Kreppe heraus und die ganze Straße entlang. 3u kornisch, wirklich. Du glaubst nicht, wie kornisch das war. Weißt du, ich wußte gar nicht" daß ich so kornisch sein kann", sagte Tom und bemühte sich, mit zu lachen.

n bann ist das nichts mit unserem Früh­stück , setzt er nach einer Weile hinzu.

Rein", sagt Rita immer noch lachend,nein, lieber nicht. Wenn Männer einem erst mal kornisch vorkommen ...

.Dann verabschiedete sich Tom, und Rita geht allein ihres Weges. Wenn sie Tom jetzt wieder in der Untergrundbahn trifft, weiß sie, dann führt ihr Herz ganz gewiß keinen verrückten Tanz mehr auf.

| _ Loher toar nicht zu * zelfoll sehr horte M mußten. 3m einjdnt I' -Laß in Zukunft Preis, - -Preiszuschlägen uni) , fdmßten Lebensrnittel 1 rommen werden dürf« i Leberivachu j .totnben sind.

Für alle feit dem 1. ,?! Erhöhungen muffen tr I . testens 31. Juli d.

, Denn verbände und glieder Aiindesipre und Mindestzuschlch wollen, müssen sic j nchmigung einlomm Genehmigung^ ahndet. Schon ein s die Strafbarfeit.

Die Strafe lautet strafe in unbeschi

Die Reichsbahndirektion Erfurt gibt über das gestrige Zugunglück bei Apolda folgendes bekannt: Rach den ersten Meldungen hieß es, daß das Unglück auf eine Verwerfung der Schienen zurückzuführen fei. Ob diese Vermutung zutrifft, steht nicht fest. Dagegen spricht, daß an der Unfall­stelle der beste und stärkste Bahnbau ist, der bei der Reichsbahn verwandt wird. Dieser ist einer der stärksten der ganzen Welt. Der Gleisbau an dieser Stelle liegt bereits seit 1929 und hat seit dieser Zeit gehalten. Die Gleisanlage an der Stelle wurde erst vor kurzem durch den Oberbauwachwagen untersucht und als vorzüglich befunden. Auch der Vorstand des Betriebsamts Jena hatte noch zwei Tage vorher sich von der guten Gleisanlage überzeugt. Irgend­welche Unregelmäßigkeiten find von den zahlreichen

Schnellzügen, die kurz vorher die Unfallstelle passiert haben, nicht bemerkt worden. Am Montagfrüh wurde die Untersuchung durch nwei Kommissare der Haupt­verwaltung fortgesetzt. Von zwei der vier Toten sind die Personalien noch nicht festgestellt. Bei den 1 6 V e r l e tz t e n besteht keine Lebensgefahr. Durch einen der entaleiften Wagen waren zunächst beide Hauptgleise gesperrt. In der Nacht wurden die Gleise wieder fahrbar gemacht. Die aus privater Quelle stammende Annahme daß das Eisenbahnunglück fünf Todesopfer gefordert hätte, war dadurch ent­standen, daß der Körper der einen aufgefundenen Person stark zerstückelt war. Man hatte fälschlich angenommen, datz es sich um zwei verunglückte Per­sonen handele.

Hilfe der Mittel des Sofortprogramms ang?ff-TTt werden, sollen der endgültigen Klärung der Frage dienen, auf welchem Wege die Haff-Probleme am zweckmäßigsten gelöst werden können.

Oas Gesetz über Zör-erung der Eheschließungen.

Berlin, 10. Juli. (ERB.) Das Reichsfinanz- nunifterium hat eine kleine Druckschrift veröffent­licht, die alles Wissenswerte über die zahlreichen Vergünstigungen enthält, die der neue Staat d e n Heiratslustigen zu bieten bereit ist. Das Heftchen enthält auch wichtige Hinweise aus die Ver­bindung der Bedarfsdeckunasscheine, auf die Rück­zahlungsvorschriften und schließlich noch auf die Fälle, bei denen ein Erlaß oder eine andere Rück­zahlung eintreten kann. Durch das Gesetz soll fol­gendes Endziel erreicht werden: 1. Erhöhung hl der Eheschließungen um jährlich 200 000; 2. Verminderung der Arbeits- los i g k e i t um 400 000 im ersten Jahr und 200 000 in ledern weiteren Iah-; 3. Entlastung der Arbeitslosenfürsorge um 200 Mill Mark l,AneS;,n Nr' 300 Mill. Mark im zweiten Jahr, 400 Mill. Mark im dritten Jahr usw.; 4. Verbesse- rung der Aufkommenssumme an Steuern und Abgaben auf die Dauer um rund 100 Millionen Mark jährlich; sowie schließlich 5. Belebung f aff aller Zweige der deutschen Wirt­schaft, insbesondere der Möbelindustrie, der Hausgerateindustrie, der Textilindustrie, der Bau­wirtschaft und des Güterverkehrs.

gleich loslacht? Soll er nicht lieber aufstehen? Aber wer weiß, mit welchem Schimpfwort ihn die cholerische alte Dame Dann beglückt! Oder soll er antworten irgendetwas Süffisant- Höfliches hinwerfen? Aber wer weiß, wie die Dame dann reagiert? UnD alles, weil er ein bißchen gedöst hat und aufzustehen vergaß.

Sein Stillschweigen scheint die alte Dame unglaublich zu reizen. Rach einer kleinen Pause (während der übrigens Rita genau so auf­atmet wie Tom) fängt sie wieder an. Es ist nicht zum Aushalten. Gerade wie Tom beschließt, bei Der nächsten Station Doch auszusteigen, hört er plötzlich Ritas Stimme. Rita hat sich zu Der alten Dame hingewenDet unD Deren SuaDa lie- benswürDig unterbrochen: Die gnäDige Frau möge verzeihen, aber vielleicht Dürfe sie Darauf aufmerksam machen, Daß Der Herr eine schwere Fußverlehung habe unD nur hinkenD laufen könne. Sie kenne Den Herrn zufällig, sie wohne mit ihm in einem Hause... UnD ob nicht in diesem Fall eine Berechtigung für Den Herrn zum Sitzenbleiben Vorgelegen habe..

Die alte Dame schweigt, wird nun ihrerseits verlegen. Tom ist wie aus allen Wolken ge­fallen, sein Gesicht wirb noch röter, er wagt CRita gar nicht anzuschauen. Aber Die vielen, auf Tom gerichteten Frauenaugen bekommen einen freunDlichen Glanz. Tom ist ein netter Mairn, und jetzt, mit Der Fußverletzung, muß man ihn Doppelt wohIwollenD betrachten. Die alte Dame übertoinDet sich sogar zu einer Entschuldigung. Tom verbeugt sich, zieht Den Hut, murmelt etwas Der Fall scheint erleDigt.

Aber er ist nicht erleDigt. Vielmehr kommt nun für Tom Der Moment des Aussteigens. 3ch werde ein bißchen hinken müssen, denkt <?r nervös, und alle werden mir nachsehen. Wäre ich bloß schon draußen. Aber Rita versagt ihm ihre Hilfe auch dabei nicht. Sie steht mit auf, sie geht mit ihm hinaus und erkundigt sich so laut; daß alle es hören, was Denn Der arme verzerrte Fuß mache unD er möge um Gottes Willen vor­sichtig gehen.

An ihrer Seite, touterfüllt, verlegen unD hin- kenD, verläßt er Den Wagen, aus Dem ihm alle nachsehen.Es hilft nichts", sagt Rita lachenD zu ihm, wie sie Draußen stehen, bis Du außen Sicht bist, mußt du schon weiter hinken. Also kannst". So hinkt er zähneknirschend) an Ritas Seite zum Ausgang. Und Rita kann vor Lachen kaum reden.

Oben auf der Straße angelangt, hat er aber ^Beherrschung und seine gute Laune wieder. Hübsch, daß er Rita getroffen hat. Und

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Aus aller Welt.

Der Reichsverband Deutscher Hausfrauenvereine an Reichsminister Darre.

Der Reichs verband Deutscher Haus, frauenverbände sandte an den neuernannten Reichsernährungsminister Darrs folgendes Be- grußungstelegramm:Der Reichsverband Deutscher Hausfrauenvereine, die Berufsorganisation der Deutschen Hausfrauen, beglückwünscht den Reichs- bauernsührer R. Walther Darrs zu seiner Ernen- nung zum Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft. Er sieht nun den Weg zur Siedlung frei und stellt seine Kräfte sowohl zur Mitarbeit an der Schulung der Frau für die Siedlung zur Ver­fügung als auch für eine verstärkte Werbung für Den Verbrauch deutscher landwirtschaftlicher Er­zeugnisse. Er hegt die begründete Hoffnung, daß der Reichsbauernführer einen Weg finden wird, der die Landwirtschaft zur Gesundung führen, gleichzeitig aber auch die Not der städtischen Bevölkerung bei allen Maßnahmen mitberücksichtigen wird."

Freikarten

für die Jugend zu den Bayreuther Festspielen.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro- paganda hat dem Wunsche des Herrn Reichskanzler folgend in einer Bespre­chung von Vertretern der Reichsregierung und der Länderregierungen dem Willen Ausdruck gegeben. Den diesjährigen Bayreuther Festspielen dadurch eine besondere Bedeuti-ng zu verleihen, daß die Reichsregierung und die Länderregierungen eine größere Anzahl von Eintrittskarten zu den Fe st spielen erwerben und den kul­turell interessierten Kreisen der deutschen Jugend kostenlos zur Verfügung stellen. Die Aufforderung des Reichsminifters für Volksaufklä­rung und Propaganda fand allgemeine Zustim­mung. Es kann daher als sicher angenommen wer­den, daß die diesjährigen Bayreuther Festspiele, Denen im 50. Todesjahr des großen Bayreuther Meisters besondere Bedeutung zukommt, auch durch Die Art und Die Zusammensetzung der Zuhörerschaft besonders festlich begangen werden kön­nen. Reichsminister Dr. Goebbels verhandelt mit Der Reichsbahndirektion, um den Inhabern der von Der Regierung und anderen Stellen zur Verfügung geftelten Karten freie Hin- und Rückfahrt nach Bayreuth 3. K l a f f e zu ermöglichen. Weitere Verhandlungen mit dem Bayreuther Bür­germeister gehen dahin, daß seitens der Bürgerschaft von Bayreuth Freiquartiere zur Versüauna gestellt werden.

Run sieht Rita ihren ehemaligen Freund noch zuweilen in der Untergrundbahn. Aber natürlich tut sie dann, als ob sie ihn nicht sähe. Und er versteckt seinen Kopf hinter der Zeitung.

Heute' ist es etwas peinlich. Denn Tom hat keine Zeitung bei sich und Rita muß sich aus­gerechnet auf den Platz gerade ihm gegenüber fetzen. Es fällt schwer, sich nicht anzusehen. Aber der Wagen füllt sich rasch. Das Publikum be­steht fast ausschließlich aus Damen. Und Tom ist der einzige Herr, der noch sitzt. Daß er nicht aufsteht, sieht ihm wieder ähnlich, denkt Rita. Und wenn wir jetzt noch zusammen gehörten, gäbe es wieder Krach.

3m gleichen Augenblick steht eine junge Dame neben Rita auf und macht einer älteren, ziem­lich dicken Dame Platz, Die feit einer Weile vor Tom steht, ohne zu erreichen, Daß er ihr feinen Platz anbietet. Die alte Dame setzt sich unD dankt, mit einem erbosten Blick hinüber zu Tom, dessen Gesicht für Rita nun wieder sichtbar ge­worden ist. Aber mit Dem erbosten Blick scheint der Fall für Die alte Dame noch nicht erledigt Vielmehr wendet sie sich zu ihrer Rachbarin herum und beginnt eine umständliche Unter­haltung mit ihr über die Unhöflichkeit der Män­nerwelt. Und trotzdem niemand ihr antwortet, ereifert sie sich immer mehr und wendet sich schließlich direkt an Tom. Das Ganze ist ziem­lich lächerlich.

Aber komisch wirkt Tom. Der Armesünder unter den ihn anftarrenDen Frauenaugen. 3hm ist das Blut langsam bis unter den Schlapp­hut gestiegen, er ist rot wie ein Krebs und eine Augen irren in der Gegend umher wie gefangene kleine Tiere... Er will um alles in )er Welt unbeteiligt, überlegen, blasiert aus- ' eben. Und er sieht aus wie ein gestrafter Schulbub.

Seine Situation ist um so peinlicher, als er gegenüber Ritas neugierig-teilnehmendes Ge­sicht weiß. Was um Himmels willen, wenn Rita

Miliiär-Gchwank.

Er heißtDer Stolz der dritten Korn- paanie" und läuft im neuen Programm des Lichtspielhauses. Erstaunlich, was den Her­stellern alles eingefallen ist. Man sollte meinen, es gäbe in diesem beliebten Vorkriegsmilieu keine neuen Pointer, mehr zu entdecken. Es gibt aber doch noch welche. Die Regie von Fred Sauer reiht nicht nur eine Serie erprobte Kasernenhofsituatio­nen schlagfertig aneinander, sondern läßt die mit Witz und Geschick eingefädelte Handlung so lustig und treffsicher abrollen, daß im ganzen Hause hoch­sommerliche Heiterkeit herrscht. Im Mittelpunkt

Teil schon heute entschlossen, Den sechsmonati- . -lfervertrag über den Winter hinaus zu ver­längern

Sie Heftlfch läge des §errn 6W Wunsche des Herrn 8 Juli eine Dero' chung derPre und Genußmitiel lrerkliche Lcistunger lichm Bedarfs eck der Winistenalabt chungsstelle erritzk sehung unverzüglich

Die Preisüberwal aus, die ihr durch worben sind.

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