Aus der Provinzialhaupistadt
** Kranzniederlegung am Grabe Röntgens. Die Stadtverwaltung von Remscheid lieh durch Vermittlung der Gießener Stadtverwaltung gestern am Grabe Röntgens als Zeichen treuen Gedenkens einen Kranz niederlegen. Röntgen war Ehrenbürger der Stadt Remscheid.
** Besuchszeiten in den Museen. Die Museen und Sammlungen sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Llhr geöffnet.
Wolken sammeln, in kunstlosen, steinernen, niedrigen Kuppelbauten ve.ehrt wird. Mehrfache Proben aus Regenbitt- und Erntedanlgebeten zeigten den einfach-tiefen Raturglauben dieser Menschen, für die Sankt Sebastian bisher noch ein fragwürdiger Heiliger ist, dessen man nur anhangsweise gedenkt. Der erste Querschnitt endete an der weit verästelten, von hohen Steilküsten umrahmten Bucht von Acapulco am Pazifischen Ozean, während der zweite an der Küste von San Salvador ansetzte und durch Südostguatemala entlang dem Rio Wotagua »um Atlantischen Ozean lief. Der salvadorianische Küstensaum zeigt von der Rähmaschine bis zur kommunistischen Agitation eine viel stärkere Europäisierung. Hinter der von tätigen^Dulkanen dicht besetzten "pazifischen Kordilliere beginnt auch hier eine Hochebene, von untadelig bearbeiteten Feldern und Kiefernwäldern bedeckt. Den Schluß des vom Publikum, sehr dankbar aufgenommenen Vortrags bildeten Betrachtungen über die an die Maya» kultur erinnernden, restlos von Götterbildern und Ornamenten bedeckten KalksteinsLulen Südostguatemalas, deren Hieroglyphen man entziffern konnte, jedoch ohne daß eine Festlegung ihrer Entstehungszeit möglich gewesen ist. H. L.
Bornotizen.
— Aus dem Stadttheater-Dureou wird uns geschrieben: Das Ensemble weilt heute auf Einladung der Koblenzer Intendanz in Koblenz und bringt dort das deutsche Frontstück „Die endlose Straße" als Austauschgastspiel zur Aufführung. — Sonntag, 12. Februar, 15 bis nach 18 älhr, 19 bis nach 22 Lkhr die Operettenrevue: „3m weihen Röhl." Ermäßigte Operettenpreise. Dorzugsgutscheine haben Gültigkeit. 3n der Rachmittagsvorstellung auch Schülerkarten. — Montag, 13. Februar, 20 äkhr: „Sing- und Spiel» Ab^nd" der Iugendverbände zugunsten des Rotwerks der deutschen Jugend. — Dienstag, 14. Februar, 19.30 Llhr, 19. Vorstellung im Dienstag- Abonnement: Gastspiel des Hessischen Landes» thcaters Darmstadt: „Der Rosenkavalier", von Richard Strauh. Ende 23 Ahr. Opernpreise. Vorzugs» und Dundfunkgutscheine haben Gültigkeit. — Mittwoch, 15. Februar, 19. Vorstellung im Mittwochabonnement, die Komödie: „Bargeld lacht". Gewöhnliche Preise. Von 20 bis 22.15 Ahr. — Freitag, 17. Februar, 19. Vorstellung im Freitagabonnement: „Das Dreimäderlhaus", Operette mit der Musik nach Franz Schubert. Operettenpreise. Schülerkarten haben Gültigkeit. Spieldauer 20 bis 23 Ahr.
— Kavallerie-Vere in. Morgen, Sonntag, abends, in der „Stadt Wetzlar" Lichtbildervortrag über „Kämpfe im Osten". (Siehe heutige Anzeige.)
Daten für Tamstag, 11. Februar.
1847: der Physiker Thomas Alva Edison zu Milan in Ohio geboren: — 1873: der Dichter Rudolf Hans Bartsch in Graz geboren; — 1905: der Dichter Otto Erich Hartleben in Salo am Gardasee gestorben; — 1919: Friedrich Ebert wird Präsident des Deutschen ReiHs.
Daten für Sonntag, 12.Februar.
1804: der Philosoph Immanual Kant in»Königs- berg i. Pr. gestorben; — 1809: der Naturforscher Charles Darwin in Shrewsbury geboren; — 1813: der Dichter Otto Ludwig in Eisfeld geboren.
Oberhessischer Kunstverein.
Dom Oberhessischen Kunstverein wird uns geschrieben:
Die neue Ausstellung des Kunstvereins toicö am kommenden Sonntag als Gedächtnisausstel- tuna für den vor vier 3ahren gestorbenen jun- aen Waler Walter G r a m a t t e um 11 Ahr er- MfneL Der größte Teil sämtlicher Arbeiten dieses Künstlers wird in dieser Ausstellung gezeigt wer- den. Reben einer ganzen Reihe von Oelbildern find es mehr als 30 Aquarelle, über 70 Radierungen und annähernd 60 andere graphische Arbeiten, die es ermöglichen, das gesamte Schaffen des Künstlers ziemlich vollständig zu überschauen. Wir sind überzeugt, dah diese Gesamtübersicht bei allen Kunstfreunden den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen wird, zumal der Vortrag des Biographen Gramattes es ihnen ermöglichen kann, sich in diese Kunst stärksten Ausdrucks hineinzufinden. „Äramatte ist in erster Linie Mensch gewesen, erst dann Künstler, und fast scheint es, daß darin auch die Zukunft der Kunst liegt." r—
Gießener Viehmärkie 1932.
Auf den im Iahre 1932 «bgehaltenen 25Nuh- und Zuchtviehmärkten der Stadt Gießen standen insgesamt 28 469 Stück Rindvieh (gegen 29 159 Tieren auf 23 Märkten im Jahre 1931) zum Verkauf. Aufgetrieben waren 19 734 (22 i231 Stück Großvieh und Jungtiere (letztere über 6 Monate alt), 3668 (1447) Fresser und 5067 (4989) Kälber. Die zehn im vergangenen Jahre abgchaltenen Schweinemärkte verzeichneten einen Gesamtauftrieb von 2245 Ferkeln (gegenüber 2182 Tieren bei 12 Märkten im Jahre 1931). Bei den Heiden 1932 abgehaltenen Pferdemärkten waren 468 Pferde und 67 Fohlen (gegenüber 451 Pferden und 50 Fohlen im Vorjahre) vorgeführt. ES ist interessant, sestzustellen, daß der Gießener Ruhviehmarkt, was die Zahl des durchschnittlichen Austriebes anbetrifft, an der Spitze aller deutschen Märkte steht.
Gesellschaft für Erd« und Völkerkunde.
Die Gesellschast für Erd- und Völkerkunde beschloß die Veranstaltungen dieses Winters am Donnerstag mit einem Vortrag des Vertreters der Geographie an der Nachbaruniversität Marburg, Prof. Schultze-Jena. der in formvollendeter Sprache und,mit plastischer Gestaltungskraft „Leben und Land der Indianer in Mittelamerika" schilderte. An der Hand von ausgezeichneten Bildern, die die Formen der Landschaften und der Wolken in künstlerisch fein gewählten Ausschnitten zeigten und eine lebendige Anschauung von der überraschenden Vielseitigkeit der Typen der Indianer gaben, führte er die Hörer vom Atlantischen zum Pazifischen Ozean hin und zurück. Der erste Querschnitt begann in Veracruz, an der sumpfigen und einst fieberreichcn Küstenebene Mexikos, und führte auf die durchschnittlich in 2500 Meter gelegene Hochfläche, vorbei an der breit hingelagerten toltekischen Sonnenpyramide und an den bis weit über 5000 Meter aufragenden, gletscherbedeckten, teilweise noch tätigen Vulkanen. Länger verweilte der Redner bei der Sierra Madre del Sur, dem pazifischen Randgebirge Südwest- mexikoS- Er zeigte die zwei indianischen Haupt- rassentypen, deren einer durch eine breite, tief» gesattelte Stump,na,e gekennzeichnet ist, während der andere eine schmalrückige, hochgesattelte Adlernase besitzt, und gab daneben Bilder von «Indios", wie sie uns ebenso gut in den Pyrenäen begegnen könnten. Ausführlich behandelte er das Kulturinventar dieser Maisbauern, ihre Wohnstätten, den primitiven Grabstoctbau, der nur noch in fernsten Winkeln erhalten ist, und den von den Spaniern eingeführten römischen Pflug, den Glauben an den Crdgott, dec hoch oben in den Bergen, wo sich die regenspendenden
Geschichten aus aller Welt
daß der Angeklagte, ein Chauffeur, der gegen die Kraftwagen-Fahrordnung verstoßen hatte, nur zu fünfzig Prozent betrunken gewesen sei. Die Anwesenden waren über diese genaue Feststellung nicht wenig erstaunt. Als sie sich von ihrer Bestürzung erholt hatten, wollten sie wissen, wie der Arzt das habe feststellen können? Sehr einfach, sagte der Mediziner.
Er hatte nämlich den Beschuldigten einen Fußball ausblasen lassen, dann die in dem Ball enthaltene Luft untersucht und darin eine gewisse Menge Alkohol festqestellt. Diese entspräche einer Trunkenheit von fünfzig Prozent, erklärte er.
Welche Perspektiven eröffnet diese neue Methode! Wenn der Ehemann spät nach Hause kommt und seiner Ehehälfte von der leider so ausgedehnten Sitzung berichtet, wird sie ihm einen Luftballon zum Aufblasen reichen und feststellen, wieviel Alkohol der Schwankende getrunken.
„Du bist hundert Prozent betrunken! Pfui, schäm dich! Hundert Prozent!" wird sie dann rufen..
Er wird nicht mehr beteuern können, daß er wirklich nur drei, höchstens vier große Helle sich erlaubt habe. Der Luftballon wird drohend über feinem müden Haupte schweben.
Abenteuer eines Engländers.
b. — Lyon.
Die schöne Stadt Lyon ist vor einigen Tagen in nicht alltägliche Bestürzung versetzt worden. Es war an einem klaren, aber der Jahreszeit entsprechend kühlen Morgen. In den Straßen herrschte längst reger Verkehr, Autos jagten, Radler flitzten, Droschken klapperten, Ströme von Menschen schritten ihrer Arbeitsstätte zu. Plötzlich stockte alles, die Autos, Räder, Droschken standen still, die Passanten verharrten wie gebannt — denn einsam, grotesk, lang und hager, schweigsam und ohne nach rechts und links zu blicken, mit stoischem, verschlossenem Antlitz pilgerte ein Engländer, dem man seine Rationalität von weitem ansah, über den Boulevard, — und zwar nur mit einem Pyjama bekleidet.
Zuerst stand alles fassungslos angesichts dieser wie vom Himmel gefallenen Erscheinung; dann schwoll das Stimmengewirr in den Straßen.
Gelächter, Entrüstung, Fassungslosigkeit steigerten sich zum Orkan. Schutzleute rasten herbei, den anscheinend Wahnwitzigen zu verhaften. Da endlich fand das Rätsel seine Lösung:
Der unglückliche Sohn Albions war soeben mit dem O-Zug in Lyon eingetroffen. Er hatte sich in einem Schlafwagenabteil phlegmatisch zur nächtlichen
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Ter Lebensretter.
w. — Neuyork.
Der Schutzmann F. ist aus der Polizei ausgestoßen worden. Man hat es kommen sehen, aber dennoch gehofft, daß die Strafe milder ausfallen würde. Schutzmann F. ist kein Mann, den man so ohne weiteres entbehren kann. Er war ein nüchterner, anständiger, fleißiger Kerl, so ein sympathischer, großer, blonder Typ, wie man ihn gerne auf der Straße sieht, zu dem man Vertrauen hat.
Jeder Mensch hat seinen Fehler, auch Schutzleute, und Schutzmann F. hatte einen besonderen. Er war ehrgeizig. Das war ein Fehler, den man auf der Polizei gut brauchen kann. Die Polizei braucht Draufgänger, nicht stubenhockende Bürokraten. Aber F. hatte das unglaubliche Pech, sich niemals aus- zeichnen zu können. Wenn er Dienst hatte, ging immer alles in Ordnung, kaum daß er alle paar Wochen einmal einen Besoffenen einbrachte. Das war alles. Manche feiner Kollegen standen jeden zweiten Tag in der Zeitung.
Er hielt das nicht länger aus. Er mußte den Bann brechen, der auf ihm lastete. Er ging hin und schrieb einen prächtigen Bericht für eine Zeitung, wonach er nach kühnem Sprung ins Wasser zwei ertrinkende Arbeiter gerettet hätte. Sein Bild tarn in die Zeitungen, er stand im Tagesbefehl, er sollte die Rettungsmedaille bekommen. Aber so weit kam es nicht. In einem anonymen Brief bezweifelte seine ehemalige Verlobte seine Fähigkeit zu schwimmen, und bei der daraufhin veranlaßten Prüfung mußte er selber gerettet werden, weil er sonst ertrunken märe. Er konnte wirklich nicht schwimmen. Und er wurde entlassen. Man hätte das nicht tun sollen. Man hätte ihm Gelegenheit bieten müssen, einmal wirklich etwas zu leisten.
Die Skala der Trunkenheit.
I. — Par is.
Man kann normal sein. Man kann angeheitert sein. Man kann endlich total betrunken fein. Dann demoliert man gewöhnlich Fensterscheiben, fängt Krach an ober liegt, von allen guten Geistern verlassen. irgendwo im Rinnstein. Man kann auch zu zehn Prozent betrunken und zu neunzig Prozent angeheitert fein. Man kann aber auch zu fünfzig Prozent betrunten, zu dreißig angeheitert und zu den übrigen vom Hundert — normal fein. Es gibt verschiedene Grade der Trunkenheit.
In einer Pariser Gerichtsverhandlung behauptete kürzlich ein als Sachverständiger vernommener Arzt,
Ruhe ausgestreckt und vorher feine gesamte Kleidung an den Haken in der Nähe des geöffneten Fensters aufgehängt. Als er am Morgen nach fünftem, lic- em Schlummer erwachte, waren die Kleider fort. Gestohlen! — Nun, man muh sich zu helfen wissen. So verließ, wenig erschüttert, der selbstsichere Herr eben im Pyjama Zug und Bahnhof und begab sich in die Stadt, um sich in einem Kaufhaus neu auszustaffieren. Auf die Idee, sich eine Droschke zu nehmen, war er nicht gekommen. Im lUbrigcn begriff er gar nicht, wieso seine Erscheinung ein solches Aufsehen erregen konnte. — Immerhin noch ein Glück, daß er wenigstens im Pyjama schlief und nicht etwa in noch luftigerer Bekleidung. .
Wallenstein im Sprecwaid.
k. — B e r l i n.
„Himmelherrgottdonnerwetter!" flüstert der Theaterdirektor hinter den Kulissen in so diskretem Tone, daß das Publikum der kleinen Stadt im Spreewald erschrocken zusammenfuhr. Aber da Wallenstein gerade irgendwo in feinem Schlafzimmer ermordet wurde, nahm man den mannhaften Fluch als das letzte Todesröcheln des Verräters und fühlte pflicht- fchuldigst eine Gänsehaut am Rücken.
Wallenstein dachte aber nicht im geringsten daran, sich Schiller anzupassen und seine schlafende Brust Den Dolchstößen der Mörder darzubieten. O nein. Emilie wartete ja draußen am Künstlereingang-auf ihn —, und als man die Leiche in das vorschriftsmäßige rote Tuch einwickeln und sie zum Schrecken des charakterlosen Octavio auf die Bühne tragen wollte, fand man die Garderobe leer, was dem Direktor obigen Fluch entlockte.
Da gerade keine andere Leiche zur Hand war, mußte der Feuerwehrmann Franke dran glauben. Franke wurde nicht lange gefragt. Mitsamt der dicken Uniform wurde er in das schäbige Tuch gewickelt, rauf auf die Tragbahre, und mit bekümmerten Mienen trugen die Diener den Toten auf die Bühne.
„Mensch, mach dich nicht so schwer!" stöhnte der eine.
Aber was konnte der dicke Franke dafür, daß er nicht so leicht war wie der schlanke Schauspieler! Außerdem hatte er gerade mit dem Erstickungstode zu kämpfen, denn in der Eile hatte man ihm das Tuch um den Hals gewürgt. Von feinem Martyrium wurde er erlöst, als die Träger die Bahre mit fühlbarem Schwupp („sanft" stand in der Anweisung) niedersetzten. Diese Lage hatte für den bedrängten Franke nur den einen Nachteil, daß er einen immer, stärker werdenden Druck im Kreuz verspürte. Weiß* der Himmel, was sich an seiner Uniform verschoben hatte. Irgendeines feiner harten Werkzeuge, die am Gürtel befestigt waren, mußte es fein. Sachte wagte der Tote, feine Hand unter dem Tuch an die schmerzende Stelle zu bewegen. Aber als er den Gegenstand erfaßt hatte, stieß ihn der Diener in die Seite, „Stille liegen!" Franke lag auf feinem Arm, der langsam einfchlief..Zu allem Unglück verzögerten die Schauspieler das Ende des Stückes, weil sie ihre Rollen nicht konnten. Franke fing jetzt an zu ächzen, immer lauter, und als jetzt dem erblassenden Octavio die Leiche demonstriert werden sollte, erhob sich der tote Wallenstein mit einem verzweifelten Seufzer, wankte quer über die Bühne und entschwand.
Der Vorhang mußte vorzeitig fallen ...
Gaunergcschichte.
r. — P r a g.
„Bim-Bim" sagte die Türglocke. Das hieß: Achtung, Kundschaft! Der Juwelier kam herbei, ver
beugte sich und begrüßte die beiden Herren, die ein- getreten waren. „Womit kann ich dienen? Soll es aus Gold, Silber oder Platin fein?" Ausgeregt und erwsrtungsvoll breitete der gute Mann feine schönsten, prunkvollsten Armbänder, Uhren, Ohrringe, Schüsfeln, Vasen vor den unentschlossenen Herren aus. „Für meine Gemahlin!" sagte der andere Herr in Generalsuniform, mit unzähligen Orden geschmückt. „Etwas ganz Besonderes!" fügte der andere Herr in Zivil hinzu. „Dies und dies und — ja, der herrliche Brillantring darf auch nicht fehlen"' So ging es hin und her, bis ein kleiner funkelnder Haufen von diesen bunten Dingen entstanden war, im Werte von einigen tausend Mark „Nehme ich", sagte der Uniformierte leutselig. „Rüder, Sie sind so gut und laufen schnell einmal zu meiner Gattin, um ihr die len Kram zu zeigen Vielleicht gefallt er ihr nicht. Bei Frauen kann man ja nie wissen ..." — „Sie gestatten doch?" wandte er sich fragend an den Juwelier. „Aber selbstverständlich, mein Herr!" — „Ich erwarte Sie bald zurück!" rief der große Herr dem Forteilenden nach.
Dann lehnte er sich in seinem Sessel zurück, den der Juwelier ihm angeboten hatte, unb begann jovial mit ihm zu plaudern. Es verging einige Zeit. Nach einer Stunde erhob sich der Besucher, machte ein ernstes Gesicht, stellte sich in Positur und sagte zum Juwelier: „Bitte, lassen Sie mich verhaften. Ich bin nicht der, der ich scheine. Ich bin ein Betrüger!"
Der Juwelier stürzte auf die Straße. Da stand — gottlob — ein Polizist ganz in der Nähe. Er kam auf den Alarm hin näher, stellte den Gauner, legte ihm Handschellen an, rief telephonisch ein Auto herbei, stieß den Häftling grob hinein, half dem Juwe Her höflich beim Einsteigen — und fort ging's. „Zur Polizei!" dachte der Juwelier. Aber er irrte sich. Hinaus ging's in die Natur, wo kahle Bäume den Weg umsäumten und weite Wiesen in der Wintersonne lagen. Nur Menschen gab es nicht in dieser Gegend. Und weil der Juwelier so gespannt die Landschaft betrachtete, durfte er aussteigen und die klare Winterluft einatmen ...
Das Auto fuhr inzwischen mit dem „General" und dem „Polizisten" davon.
Tcr Einzelrichter.
(hf) Bukarest.
In der rumänischen Stadt Bistritz hat sich folgen des tolle Stückchen wgetragen: Es amtierte in dieser Stadt ein Richter, Der vor einiger Zeit aus irgend welchen persönlichen Gründen mit einem Pensionsempfänger in Streit geraten und den Aermsten so verprügelt hatte, daß dieser mehrere Monate das Bett hüten mußte. Der Verprügelte machte natürlich Strafanzeige. Da eine solche erst zur Verhandlung kommt, als die Wunden mittlerweile ausgeheilt waren, hatte sich das Opfer um den Termin nicht wci ter gekümmert. Verhandelt mußte dieser Termin aber werden, und um unangenehmen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, „teilte" sich der angeklagte Richter das Aktenstück selber „zu": das heißt, er saß kaltblütig in Abwesenheit des Klägers über sich selbst zu Gericht. Und mit schöner Großzügigkeit entschied also Richter Popesku, daß der Angeklagte Popeskn wegen der Verprügelung des Pensionärs Filipesku — versteht sich! — freizusprechen und die Kosten der Staatskasse aufzubürden seien ... Gegen diese „Entscheidung" hat der verprügelte Pensionär natürlich Berufung eingelegt, und Der Prozeß soll nun in Klausenburg erneut verhandelt werden. Und da es Richter in Klausenburg gibt, dürfte das Endurteil wesentlich anders als das erste ausfallen.
Vun-funkprogramm.
Sonnlag, 12. Februar.
6.35: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.30: Friedenskirche Kassel: Morgenfeier. 9.30 bis 10.30: Stunde des Chorgesangs. 10.45: „Johannes Brahms", Vortrag von Arnold Schönberg. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Gewandhaus Leipzig: Reichssendung: Richard-Wagner-Gedächtnisfeier. Festrede von Prof. Dr. Max von Schillings. 13: Konzert auf Schallplatten. 14.10: Stunde des Landes. 15: Von Innsbruck: Militär-Konzert. Bericht über die ^18-Wettkämpfe in Innsbruck. Schluhbericht vom Spezial-Sprunglauf am Berg Isel. 16.10: Von Berlin: Aus der Philharmonie: Feier der Wiederkehr des Tages der Papstkrönung. Rede Sr. Exzellenz d. Herrn Nuntius Cesare Orsenigo. Chordirigent: Theodor Jacobi. 16.50: Stunde der Jugend. 17.30: Unterhaltungskonzert auf Schallplatten. 18: „Zu Schiff rund um Afrika", Gespräch zwischen H. von Hochwaechter und Eberhard Beckmann. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.55: „Europäische Denker: Hans Driesch", Vortrag von Dr. L. Hamburger, Frankfurt a. M. 19.40: Norwegischer Meister. Eine Ski-Erzählung von Kasimir Edschmid. 20: Bayreuth : Reichssendung: Oenio huius loci. Gedenkstunde im Haus Wahnfried. Dichtung von Hans Reisinger. 20.45: Großer Saal des Saal- baues, Frankfurt a. 1: 8. Sonntags-Konzert des Frankfurter Orchestervereins. 22.30 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker.
IHontag, 13. Februar.
7.30: Frühkonzeri aus Schallplatten. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20: „Wie lebt die amerikanische Frau?" Vortrag von Gabriele Nabel, Darmstadt. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Von dunklen Tagen vor zehn Jahren", Vortrag von Oberbürgermeister a. D. Dr. Rüssel, Godesberg a. Rh. 19: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.25: Helden und Welt. Gespräche von Heinrich von Stein. 20.05: Ulm: Richard-Wagner-Konzert des Philharmonischen Orch-sters Stuttgart. 22.30: Zoo-Kulturlichtspiele. Gespräch zwischen Dir. Dr. Kurt Priemel und Dr. Paul Laven. 22.45 bis 24: Nachtmusik, Kapelle Ludwig Worthmüller.
Dienstag, 14. Februar.
7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.20 bis bis 1550: Haussrauen-Nachmittag. 17: Nachmittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: „Großbetrieb und Kleinbetrieb", Vortrag von Dr. A. Wagner, Marburg a. d. L. 18.50: „Arbeitslöhne in den verschiedenen Ländern", Vortrag von Professor Pribram, Frankfurt a. M. 19.80: Kirchenraum des Museums der Stadt Worms: Museums-Konzert. 20: Richard Wagners Tod. Eine Hördarstellung von Johann Peter Konrad. 21: Die Winterreise von $rarw Schubert. Gesungen von Hermann Scheh. 22.«: Don Hamburg: Nachtmusik des Norag-Orchesters (Hamburger Philharmoniker).
Mittwoch, 15. Februar.
7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: „Die Memelniederung, ein unbekanntes deutsches Land". 12: Mittagskonzert l auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.15 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskon- zert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 18.25: Stunde der Arbeit: „Möglichkeiten und Grenzen der Stadtrandsiedlung", Vortrag von Prof. Dr. Käthe Bauer-Mengelberg. 18.50: Zeitfunk. Felix Timmermanns spricht. 19.30: Violoncello-Konzert. Gespielt von Beatrice Reichert. 20: Quellen, die die Wirtschaft speisen. Zusam- mengestellt von Josef Eberle und Karl Köstlin. 21: Das große Walzer-Potvourri des Südwestfunks. 21.50: Die Rückkehr oes Herrn Mathäns und andere Geschichten. Improvisationen von Paul Laven. 22.45 bis 24: Nachtmusik.
Donnerstag, 16. Februar.
7.30: Frühkonzert erwerbsloser Berufsmusiker, Kassel. 9 bis 9.45: Schulfunk. Bayerische Heimat. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert Ii des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Wie sieht es geschästlich in Indien aus?", Gespräch zwischen Walter Oertel und I. Gries. 19.20: „Neues aus aller Welt", Vortrag von Professor Dr. Walter Behrmann. 19.30: Llnterhaltungskon» zert. Ouvertüren und Arien. 21: (Deutschlandsender): O Academia. 1. Marburg. 22: Konzert.
Freitag, 17. Februar.
7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert i auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 17: Nachmittagskonzert. 18.20: Aerzte- vortrag: Die Eugenik im Dienste der Vollswohl- fahrt. 18.45: Von der Arbeit einer öffentlichen Bibliothek. Gespräch zwischen Pros. Dr. Richard Oehler, Direktor der Frankfurter Stadtbibliothek und einem Benutzer. 19.15: Freiburg: Linser Volkslied. II. Mittelbaden. 19.40: Eine Gemeinde» ratssihung im Odenwald. Beratung des Haushaltes. 20: Nathan, der Weise Dramatisches Gedicht. Von Gotthold Ephraim Lessing. 21.20: iln- terhaltungskonzert. Märchenbilder. 22.20: Zusammenfassender Bericht vom Langlauf (18.2 Kilometer) der Internationalen Deutschen Ski- und Heeres-Skimeisterschaften. 22.50 bis 24: Nachtmusik.
Samstag, 18. Februar.
7.30: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: Sportkämpfe. Hörbild. 12: Don Leipzig: Aus der Stadtkirche zu Wittenberg. Feierstunde zu Luthers Todestag. 13.30 bis 14.40: Mittagskonzert II des Rundsunk-Orchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Deutschlands Rohstoffversorgung". Vortrag von Dr. jur. H. P. Danielcik. 18.50: „Dir westdeutsche Montanindustrie zwischen Krise und Zukunftshoffnung", Vortrag von Dr. Dr. Georg Wolff, Essen. 19.30: „Schnee", von Thomas Mann. 20.05: Stadthalle Koblenz: In der Funkbütt. 22.45: Nachtmusik. 23.30 bis 1.00: Aus London: Tanzmusik -
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