fcamttle von Vater, Mutter und zwei Kindern aufgefunden, ebenso eine andere Familie von fünf Personen. Eine Frau mit ihren zwei Kindern liegt tot im Lazarett. Eine große Zahl von Schwerverletzten, deren Rettung kaum möglich erscheint, ist in den umliegenden Werken untergebracht. Wie viele Personen noch unter den Trümmern liegen, weiß man nicht.
Weihbischof Mönch von Trier, der früher Pfarrer in Neunkirchen war, wird im Laufe des Tages eintreffen, um ein Hilfswerk einzuleiten.
Beileid des Reichspräsidenten zum Neunkirchener Unglück.
Berlin, 11. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hak an den Bürgermeister in Neunkirchen das nachstehende Beileidstelegramm gerichtet: „Tief bewegt durch die Nachricht von dem furchtbaren Unglück, das die Stadt Neunkirchen betroffen hat, spreche ich Ihnen und der Einwohnerschaft Ihrer Stadt meine herzliche, aufrichtige Teilnahme aus und bitte Sie, diese besonders den betroffenen Familien zu übermitteln. Al; e r st e Hilfe für die Opfer der Katastrophe überweise ich 100 000 Mark an die Stadtkasse Neunkirchen. Im treudeutschen Gedenken. Gez. von Hindenburg, Reichspräsident."
Die Lage in Hessen.
Die Besprechungen des Beauftragten der Reichsregi rung.
Berlin, 11. Febr. (CNB. Funkspruch.) Die Reichsregierung hat im Zusammenhang mit den zahlreichen Ausschreitungen der letzten Zeit in Hessen durch Entsendung eines Beauftragten ein Bild von der Lage im Lande Hessen zu gewinnen gesucht. Der Beauftrage des Reichsministeriums des Innern hat in den Besprechungen mit der hessischen Regierung der Sorge der Reichsregierung über die weitere innerpolitische Entwicklung der Dinge in Hessen Ausdruck gegeben.
Dabei waren die in den verschiedenen hessischen Gemeinden vorgekommenen politischen Auseinandersetzungen, denen erfreulicherweise Menschenleben nicht zum Opfer gefallen find, nur von untergeordneter Bedeutung. Viel wichtiger war die Frage, ob die zwischen den politischen Strömungen in Hessen bestehenden starken Spannungen namentlich auch im Hinblick auf das Verhältnis der Landespolizeileitung zur nationalen Rechten nicht die Gefahr neuer und schwerer politischer Auseinandersetzungen in sich bargen, wie sie bisher nicht zuletzt auch durch die Disziplin der beteiligten Beoölkerungskreise verhindert worden sind.
Der Beauftragte der Reichsregierung hat auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen, der nationalen Rechten das Gefühl gleichen Schutzes und gleicher Rechte zu geben, wie sie die der geschäftsführenden Regierung nahestehenden politischen Gruppen als selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen. Ohne eine derartige Einstellung der Polizei sei eine Befriedung des öffentlichen Lebens in Hessen nicht zu erzielen und eine Ueberwindung der gerade für eine geschäftsführende Regierung bestehenden Schwierigkeiten innerpolitischen Art, vor allem, soweit es sich um die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung handelt, nicht zu erwarten. In dieser Beziehung wurde dem hessischen Minister des Innern vom Beauftragten des Reiches eine Reihe von Anregungen übermittelt.
Thüringen verbietet rote Zahnen.
Weimar, 10. Febr. (WTB.) Die thüringische Regierung veröffentlicht die Ausführungsbestimmungen zur Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz des deutschen Volkes. Darin heißt es u. a.: „Das Zeigen von roten Fahnen mit und ohne Abzeichen und Symbolen der KPD (Hammer und Sichel) bei öffentlichen volitischen Versammlungen sowie das Mitsühren solcher Fahnen und Embleme bei Versammlungen unter freiem Himmel und Auszügen ist unzulässig. Diese Fahnen und Symbole sind als Wahrzeichen des Klassenkamp fes und des Umsturzes zu betrachten und begründen daher bei der gegenwärtigen politischen Spannung die Besorgnis einer unmittelbaren Gefahr für die öffentliche Sicherheit."
Kleine politische Nachrichten.
Der Oberpräsident der Provinz Hannover N o s k e hat Urlaub bis zum 1. Oktober, wo er die Altersgrenze erreicht, eingereicht. Als fein Nachfolger soll der nationalsozialistische Abgeordnete Prinz August Wilhelm ausersehen sein. An den amtlichen Stellen ist über diese Kandidatur bisher noch nichts bekannt.
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Eine Verfügung Adolf Hitlers ernennt Reichsinnenminister Dr. F r i ck zum W a h l l e i t e r d e r NSDAP, für die Reichstagswahlen, den Fraktionsführer Wilhelm K u b e zum Wahlleiter für die preußischen Landtagswahlen und Prooinzialland- tagswahlen.
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Der Senat der Universität Kiel hat auf Grund der in den letzten Tagen in der Universität begangenen Sachbeschädigungen und Ausschreitungen zwischen politischen Gegnern innerhalb der Studentenschaft die Universität a u f drei Tage geschlossen.
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Oberleutnant a. D. F r a e d r i ch . der seinerzeit in der kommunistischen Versammlung im Dresdener Keglerheim, nach deren Auflösung es zu schweren Zusammenstößen kam, das Referat hielt, ist wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen verhaftet worden.
Kunst und Wissenschaft.
Der ehemalige Kultusminister Professor L. h. Becker f.
Der frühere preußische Kultusminister Professor Dr. Carl Heinrich Becker ist in Berlin einer schweren Lungenentzündung erlegen, die er sich als Folge einer verschleppten Grippe zugezogen hatte: er ist 56 Jahre alt geworden. Carl Heinrich Becker wurde 1876 in Amsterdam als Sohn des Konsuls Becker, Inhaber der dortigen Bankfirma Decker & Fuld, geboren. Er studierte in Lausanne, Heidelberg und Berlin Theologie und orientalische Sprachen. 1902 wurde er Privatdozent in Heidelberg. Bon 1908 bis 1912 war er ordentlicher Professor und Direktor des Seminars für Geschichte und Kultur des Orients an dem inzwischen in eine Llniversität umgewandelten Kolonialinstitut in Hamburg. 1913 wurde er Leiter des orientalischen Seminars an der Universität Bonn. Becker war Begründer und Herausgeber der Zeitschrift »Der Islam" und Mit
arbeiter verschiedener Fachwerke für Islamfor- fchung. 1916 kam er als Dortragender Rat ins preußische Kultusministerium und erhielt gleich- zeitig einen Lehrauftrag an der Berliner Universität. Rach dem Umsturz wurde er unter dem Kultusminister H a e n i s ch Staatssekretär. 1921 übernahm er als Fachminister im Kabinett Stege r w a l d das Kultusministerium. Dem preußischen Kabinett Marx gehörte er wieder als Kultusminister bis zu dessen Rücktritt 1925 an, ging dann aber in gleicher Eigenschaft in das Kabinett Braun über, dem er bis 1930 angehörte. Darauf übernahm Decker den Lehrstuhl für Islamwissenschaften an der Universität Berlin. * * **
Richard-Wagner-Feiern in Sowjetrutzland.
Die Sowjetregieruna hat beschlossen, anläßlich des 50. Todestages von Richard Wagner zu Ehren des Komponisten eine Reihe von Gedenkfeiern zu veranstalten. Die Wagnerfeiern sollen durch ein großes Konzert des Moskauer Philharmonischen Orchesters eingeleitet werden. Sodann finden Konzerte in allen größeren Städten der Union statt, u.a. Rundfunkveranstaltungen, die im Laufe des nächsten Monats Wagner-Konzerte senden werden. Auch an allen Konservatorien und Musikschulen werden eingehende Würdigungen von Wagners Werken vorbereitet. Die Herausgabe einer besonderen Wagner-Literatur ist geplant.
Herriois Liebeswerben um Italien.
Vergebliche Bemühungen Frankreichs in iRom.
Paris. 10. Febr. (CRB.-Funkspruch.) Seit der Hirtenberger Waffenangelegenhcit bringt die französische Presse fortlaufend Rachrichten, die eine enge Berbindung Ungarns mit Italien dartun sollen. Heute will „Echo de Paris", das Organ der französischen Militaristen aus „völlig sicherer" Quelle erfahren haben, daß Italien 32 Flugzeuge an Ungarn geliefert habe und zwar 12 Fiat-Iagdflug- zeuge mit 450 ?5°Motoren und 20 sechssitzige Fiat-Aufklärungsflugzeuge mit 650 ?8°Motoren, dann wird gesagt, sie seien von einem neuen Rotflughafen in Italien gestartet, damit die Lieferung kein Aufsehen errege, hätten Fürstenfeld in Oesterreich überflogen, wo man sie gesichtet habe und seien in Ungarn auf einem Rotflughafen gelandet. Dort seien sie abmontiert und in Sicherheit gebracht worden, während die italienischen Flugzeugführer mit der Eisenbahn nach Italien zurückgekehrt seien. Alle diese Dinge, so bemerkt „Echo de Paris" bestätigen das Dorhandenfein eines sehr weitgehenden italienisch-ungarischen Militärabkommens.
Der hiesige italienische Botschafter hat gestern Ministerpärsident D a l a d i e r ausgesucht. „Ordre" will wissen, daß der Botschafter Wert da
rauf gelegt hat, die Gerüchte von einem angeblichen geheimen italienisch-ungarisch-deutschen Offensiv- und D e f e n s i v a b k o m - men, die soweit gingen, daß sogar der Tag der Unterzeichnung — der 7. August 1932 — genannt wurde, in aller Form zu dementieren. Im übrigen soll sich die Unterredung hauptsächlich um die Perlon des französischen Botschafters in Rom, Henri de Jouvenel, gedreht haben. Jou- oenel soll von Mussolini sehr kühl aufgenom- m e n worden sein und sich beim Quai d'Orsay sehr heftig über die Schwierigkeiten beschwert haben, auf die er bei der Durchführung seiner Aufgaben gestoßen sei.
Auch die kommunistische „Humanits" beschäftigt sich mit der gleichen Angelegenheit. Sie spricht von einem Mißerfolg de Jouvenels in Rom. de Jouvenel soll die Mission gehabt haben, die Verbindungen Italiens mit Ungarn und Deutschland durch den Vorschlag zu lösen, Oesterreich zu neutralisieren und gewisse südafrikanische Kolonien (gemeint sind vermutlich die portugiesischen) aufzuteilen. Mussolini habe aber seit dem neuen Regierungswechsel in Deutschland jede Verhandlung mit dem französischen Botschafter abgebrochen.
Ein neues Richard -Wagner-Denkmal ift bei Pillnitz, unweit Dresden, an einer Felswand ausgestellt worden. In der dortigen Lochmühle komponierte Wagner, der damals Hofkapellmeister in Dresden war, 1846 wesentliche Teile seines ,^Lohen- grin". Das Werk stammt von Professor Rich. Guhr.
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Aus der provinzialhaupistadt.
Das „persönliche Verhältnis".
Mein Freund hat aus seiner Iunggesellenzeit einen alten behäbigen Papierkorb in seine Ehe gebracht. Es ist ein etwas altmodisch wirkendes Stück, noch schön viereckig, in möglichst vielen Farben aus buntem Rohr geflochten, hier und da allerdings zeigen sich schon einige starke Kratzer. Die Hauptsache aber: Es geht allerlei hinein! Und das ist es wohl vor allem, was meinen Freund immer wieder veranlaßt, sich nicht von dem alten Bekannten zu trennen. Seine Frau hat schon mit allen Listen, mit aller Liebe und auch mit aller Energie, die sie aufbringen kann, versucht, diesen alten Papierkorb zu entfernen. Aber es gelang nicht.
Wenn ich von einem „persönlichen Verhältnis" höre, dann denke ich an diesen alten Papierkorb; denn er und sein Herr stehen tatsächlich in ganz „persönlichem Verhältnis". Haben wir nicht auch schon in den Märchen gelesen, daß die uns umgebenden Dinge plötzlich anfangen zu reden? Daß sie auftreten und handeln wie die Menschen? Was würde dieser alte Papierkorb sagen?
Oder können wir uns vorstellep, daß ein alter Herr und seine Frau, eine freundlich lächelnde Matrone mit runzeligem Gesicht und schneeweißem Haar, sich in einem modernen Wohnzimmer mit Stahlmöbeln, fast kahlen Wänden, quadratischen Fenstern usw. wohlfühlen? Sie kommen vielleicht neugierig herein und beschauen sich alles, lächeln wohlgefällig, sagen auch: Ganz nett! Mehr aber sicher nicht! Und bann sind sie froh, wenn sie wieder draußen sind. Heimisch könnten sie hier nicht werden. Es fehlt da etwas, das die Verbindung her- stellt zwischen den alten Herrschaften und der neuen Zeit. Oder sagen wir so: Es ist da eine unsichtbare Scheidewand ausgestellt. Und diese Wand können sie nicht beseitigen, nicht mit allen Mitteln modernster Technik. Sie ist da und wird ewig da bleiben.
Jede Generation hat ihre Eigenheiten, ihre Moden. Das werden wir nie ändern. Und in jedem menschlichen Herzen liegt — wenn auch oft ver- taubt und verdeckt — die Sehnsucht nach Liebe, nach Teilnahme. Manchmal sind die, die sich am wildesten gebärden, die gefühlvollsten. Wenn sie irgendwie durch Diebstahl, Brand ober Unvorsichtig- feit einen Gegenstanb verlieren, können sie sich kaum trösten, so sehr haben sie ihr Herz baran gehängt. Es ist nicht nur Gewohnheit, bas besonbers uns Aeltere immer wieber zu ben uns liebgeworbenen Formen unb Farben zurückkehren Iuot, jonbern es ist bas persönliche Verhältnis, bas wir im Laufe ber Jahre zu ben Dingen gewonnen haben unb das nun mit uns geht wie ber eigne Schatten. Unb je alter man wirb, besto schwerer trennt man sich von vertrauten Gegenstänben.
Wenn wir ein echtes Heim, nicht nur eine Wohnung haben, bann kommt noch eins hinzu- bis Erinnerung. Fast an jebem Möbelstück, an jedem Gegenstand, ben wir tagtäglich benötigen, hängt wie ein zarter Schleier ein Stuck Erinnerung an eine chone Stunbe.
Menschen, bie mit ihrem ganzen Herzen an ihren chon von den Ettern ererbten Sachen hängen, chntze ich. Auf sie kann man sich verlassen. Sie haben einen festen Grund unter sich. Am stärksten ^npfinde ich bas immer, wenn ich ein echtes Bauernhaus betrete, in bem noch bie alten, schönen Stut’le ber Großvaterzeit, bie Holztäfelung u. v. a, leben Gast grüßen. Da stehen in ber guten Stube noch schon geschnitzte Truhen, bie Schränke finb bemalt mit Blumen und Sprüchen. Solche alten (Erb- wobei in guter Pflege wirken echt unb ftimmungs- voll, und alle neuzeitlichen Glanzmöbelstücke kön- nen sich an diesem Ort — eben im Bauernhaus — nicht damit messen.
Vielleicht kommt auch wieder die Zeit, daß bie cr,?anbmerfer mef)r Aufträge in bieser Richtung erhalten. Vorläufig scheint es noch so, als ob bie Augen ber Lanbbewohner von ben Merkmalen ber neuzeitlichen Einrichtungen noch ganz gedlenbet waren. Aber hier unb ba werben boch schon Ansätze gemacht, altes, langst vergessenes Gut zurückzuge- winnen, um wieber so mit seiner Umwelt in das rechte „persönliche Verhältnis" zu kommen.
Gießener Wochenmarktpreise.
, 'Dreße n, 11. Febr. Es kosteten auf dem peut’.gen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,10 bis 1,20; Landbutter 1,00 bis 1,10; Koch» |
butter 80 bis 90; Matte 20 bis 25; Wirsing (gelb) 10 bis 12; Wirsing (grün) 15 bis 20; Weißkraut 8 bis 10; Rotkraut 10 bis 12; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10; Spinat 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 15; Rosen- kohl 25 bis 30; Feldsalat 1,50; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 50; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepfel 18 bis 30; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Rüsse 40; Käse Stück 5 bis 10; Tauben 40 bis 60; Eier (int.) 10 bis 11; Blumenkohl 30 bis 66; Salat 30 bis 35: Endivien 15 bis 33; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 30; Kartoffeln Zentner 2,50 Mk.
Arbeitsbeschaffung in Oberheffen.
46 geschlossene Arbeitsdienstlager.
Vom Arbeitsamt Gießen wird uns mit- geteilt:
Die Vorbereitungen für bie Einrichtung von Ar- beitsbienstlagern zum Frühjahr dieses Jahres nehmen in Oberhessen einen weiteren guten Verlauf. Mit einem Arbeitsbeginn zu Mitte März d. I. sind im Bezirk des Arbeitsamts Gießen bis heute 2 1 geschlossene Arbeitsdienstlager mit runb 2 10 0 0 0 Tagewerben genehmigt. Außer diesen 21 geflossenen Arbeitsdienstlagern werden weitere 25 Arbeitsdienstlager in Oberhessen vorbereitet. (Es ist damit zu rechnen, baß auch biese Lager in Kürze soweit gefördert finb, baß sie burch ben Bezirkskommissar für ben Freiwilligen Arbeitsdienst genehmigt werben können. (Es steht somit zu erwarten, baß im Frühjahr in Oberhessen insgesamt 46 geschlossene Arbeitsbien st lager errichtet werben, in bie 5000 bis 6000 junge Leute eingestellt werben können.
Die Lager werben sich auf bie einzelnen ober- hessischen Kreise folgendermaßen verteilen:
Kreis Alsfeld 4 Arbeitsdienstlager
„ Büdingen 7 „
„ Friedberg 5
,, Gießen 8 „
„ Lauterbach 14 „
„ Schotten 8 „
Auch bie Planungen von Notstandsarbei- ten machen erfreuliche Fortschritte. Diese Not- ftanbsarbeiten werben nach erfolgter Genehmigung sofort begonnen, ba die Witterungsverhättnisse bies zulassen.
Vornotizen.
— T a g e s k a le n d e r für Samstag: Staatswissenschaftliche Fachschaft, 20.15 Uhr, Studentenhaus, Dortrag über „Der wahre Staat". — Tannenbergbund, Kampfgruppe Gießen, 20.15 älhr, „Schipkapah", Bortrag über „Was will Ludendorff?" — Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, 20 Uhr, Cafe Leib, Iubiläumsfeier. — GDA.-Iugendbund, 20 Uhr, Kaufm. Vereins- Haus, Elternabend. — Bauerscher Gesangverein, 20 Uhr, Club, Maskenball. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der weiße Dämon". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Strafsache mit Geldern".
— Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 15 bis n. 18 und 19 bis n. 22 Uhr, »3m weißen Röhl". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 11 bis 13 Uhr; 11.30 Uhr Einführungsvortrag d. Herrn Dr' Ferd. Eckhardt-Berlin. — Goethe-Bund, 20 Uhr Neue Aula, Bortragsabend: „Geheimnisvolle Mächte". — Cafs Leib, 20 Uhr, Militärkonzert. — Geflügel- und Dogeizuchtverein, 15 Uhr, Gast- toirt Henkel, Jahreshauptversammlung. — Ka- vallerie-Derein, 20 Uhr, „Stadt Wetzlar", Licht- bckder-Dortrag. — Kurzschriftverein von 1861, 16 Uhr, „Karlsruh", Kreppel-Kränzchen. — Westanlage 31, 20.15 Uhr, öffentl. Dortrag „Das Aufkommen des Antichristen wann und wie?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstr., 11.15 Uhr aff an“; ab 15 Uhr „Der weiße Dämon". — Astoria- Licht prele, Seltersweg: „Strafsache von Geldern .
— T irolerDolkskünstabend. Auf Der- anlaljung ber Ortsgruppe Gießen des Vereins für im Auslanbe (VDA.) finbet am Atittwoch, 15. Februar, im Saale bes Cafe Leib ein Tcroler Volkskunft-Abenb der Tiroler Werbegruppe aus Lienz statt. Der Abend und die Gäste
wollen bewußt werden lassen, daß in Deutschland nach so vielen trüben Erfahrungen anstelle des Parteihaders endlich bas Deutschbewuhtsein treten muß, bamit ber Zusammenschluß aller Deutschen zu einem einigen großen Deutschlanb, zu einer großen heutigen Kulturgemeinschaft Wirklichkeit wirb. In 100 Lichtbilbern bringt ber Volkskunst-Abenb bie Schönheiten bes bem Deutschtum entrissenen Südtirols unb zeigt damit eines der herrlichsten Fleckchen Erde. Lieder unb Schuhplattler, originelle Musik unb an- beres mehr werben bas Bilb ber fübtiroler Heimat der jungen Gäste vervollständigen. Die Gäste werden aber nicht nur von ber Schönheit ihrer Heimat und her beutschen Art sprechen unb singen, sonbern auch von ber großen seelischen Not, in ber sich bie süd- tiroler Deutschen unter ber italienischen Herrschaft befinben unb babei systematisch ihres Deutschtums entfrembet werben sollen. Näheres über die Veranstaltung ist aus der Anzeige in unserer Donnerstagausgabe ersichtlich.
— Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Das diesjährige Chorkonzert ist als Gedächtnisfeier für den 1833 geborenen Iohannes Brahms gedacht, dessen lOOjähriger Geburtstag im ganzen Reich festlich begangen werden wird. Zur Aufführung gelangt sein „Deutsches Requiem", das als das bedeutendste geistliche Chorwerk der nachklassischen Zeit angesehen werden muh. Als Solisten sind zwei ausgezeichnete Ver- treter der in diesem Werk enthaltenen Solopartien gewonnen worden: Ria Ginster, die soeben &on einer Konzertreise durch England mit ungewöhnlich großem Erfolg zurückkehrt, und Hermann S ch e y aus Berlin, der gerade für das in Frage stehende Chorwerk in zahlreichen Städten verpflichtet ist. Eines der besten Werke Max Regers überhaupt, der „Einsiedler", zu dem herrlichen Text von Eichendorff, geht der Aufführung des „Requiem" voraus. Die Solopartie dieses Chorwerkes gehört- zu den Glanzstücken Hermann S ch e y s. Der außergewöhnlich schwere Orchesterpart wird in beiden Werken vom Gießener Orchesterverein ausgeführt werden. Die Leitung hat Llniversi- täts-Musckdirektor Prof. Dr. Stefan Temes- b art). Das Konzert findet am Donnerstag, 16. Februar, 20 illjr, in der Stadtkirche statt. Eine öffentliche Hauptprobe wird nicht abgehalten werden. Alles Nähere in den Anzeigen und bei Ernst Challier.
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** Di e Riesenexplosion im Sa arge- biet, über bie wir heute an anberer Stelle ausführlich berichten, würbe gestern wenige Minuten nach 18 Uhr auch in unserer Stabt an mehreren Stellen vernommen. Melbungen über biefes starke Geräusch, bas von Ohrenzeugen mit einem fernen schweren Haubitzenschuß verglichen wurde, liegen uns aus hoch- unb aus freigelegenen Stabtteilen, aber auch aus ber Stahtmitte vor.
** Halbmast geflaggt haben seit heute mittag sämtliche öffentlichen Gebäube als äußeres Zeichen ber Trauer mit ben in Neunkirchen schwer betroffenen Familien.
** Das Zurückschneiden von Hecken betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil, auf die wir Interessenten besonders Hinweisen.
** Eine Kundgebung der Eisernen Front findet am morgigen Sonntagnachmittag statt. Um 13.30 Uhr soll von Oswaldsgarten aus ein Demonstrationszug durch die Stadt statt- inden, dem sich eine Schlußkundgebung auf dem Drandplatz anschließen wird.
*• Der Kriegerverein Gießen hielt am Donnerstagabend im „Postkeller" seine gut besuchte diesjährige Hauptversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Kamerad Landgerichtsrat T r ü m - pert, betonte in seiner Begrüßungsansprache u. a., der Kriegerverein sei kein politischer sondern ein vaterländischer Verein, der neben der Pflege der Kameradschaft und der Tradition die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen sich zum Ziele gesetzt habe. Seine Rede klang in einem dreifachen Hoch auf das Vaterland und den Reichspräsidenten aus an- chUeßend wurde das Deutschlandlied gesungen. Aus dem vom 1. Schriftführer Kam. Karl Stroh erstatteten Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein sich an allen vaterländischen Veran- taltungen beteiligte, insbesondere bei dem Hess. Orenahiertag am 1. und 2. Oktober v. I. Im Laufe des Iahres 1932 traten 50 Kameraden dem
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