Ausgabe 
10.11.1933 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Gegen Lilienfeld 2 Monate Gefängnis.

Gegen M a l e w s k y : Hier stellt -er Staatsan- onwalt die Entscheidung in das Ermessen des Ge­richts.

Gegen Hofmann 5 Wochen Gefängnis unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft.

Das Urteil.

Das Gericht fällte nach Inständiger Beratung folgendes Urteil:

Heil 6 Jahre Zuchthaus, Aberkennung der Ehrenrechte auf 5 Jahre und Stellung unter Polizeiaufsicht.

Dinse 3 Jahre Gefängnis.

Kurt Umbad) 2 Jahre 6 Monate Gefängnis.

Weber 7 Monate Gefängnis.

Graf 1 Jahr Gefängnis.

Günther 3 Monate Gefängnis.

Hch- Umbach 6 Wochen Gefängnis.

Katharina U m b a ch 6 Wochen Gefängnis. Es m £liL4m9a!,rc bedingter Sttafaufschub erteilt. Paff 2 Wochen Gefängnis.

Lilienfeld 2 Wochen Gefängnis.

Hofmann 5 Monate Gefängnis.

Malewsky Freispruch.

Bei den Angeklagten Heinrich Umbach und Hofmann gilt die Strafe mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt. Soweit Verurteilung erfolgte, tragen die Angeklagten die Kosten.

Das Wunder der Kamera.

Ein Rundgang durch die große Berliner Ausstellung.

Von Or. Theodor JRiegler.

In den Berliner Ausstellungshallen am Funkturm ist jetzt die AusstellungDie Kamera" eröffnet worden. Sie bietet eine riesige Schau über alle Gebiete, die mit Photographie, Druck und Reproduktion Zu­sammenhängen, und steht in ihrer Eindring- lichkett und Reicbhaltigkeit ganz im Zeichen des neuen schöpferischen Deutschlands.

Schon in der Eingangshalle beginnt das große Staunen. Die Wände des lichtdurchflutettn Raumes sind mit einer Reihe Photographien von geradezu überdimensionalen Ausmaßen tapeziert. Die wich­tigsten Phasen auf dem heroischen Wege der natio­nalsozialistischen Entwicklung sind in diesen Bildern verewigt worden. Hier wächst die Photographie zur unsterblichen Größe des geschichtlichen Do­kuments. Ergriffen und hingerissen von all die­sem Glanz, der dem Beschauer aus den Photos entgegenleuchtet, steht man lange, versunken in die Betrachtung der letzten Zettereignisse, in der sttah- lenden Helle.

Es dauert lange, bis man sich von diesem An­blick losreißt. Schließlich wandell man durch die endlosen Säle und sieht eine Ausstellung, die in ihrer verwirrenden Fülle nicht zu überbieten ist. Koje reiht sich an Koje, Firmen von Weltruf zei- gen chre Erzeugnisse, und manche Werkstätten der Photo-Jndustrie sind in vollem Betrieb, als ob sie mitten aus chrer Arbeit wie durch ein Wunder in diese Hallen verpflanzt worden wären. Es ist unmöglich, die Fülle von Photos zu schildern, die uns von den Wänden ansehen. Man würde min­destens acht Stunden brauchen, um auch nur einen flüchtigen Ueberblick über die Eindrücke geben zu können, die man hier empfängt. Angefangen von uralten Aufnahmen, die nur noch einen geschicht­lichen Wert haben, bis zu den modernsten, raffinier­testen Bildausschnitten der Berufsphotographen und Bildreporter, breitet sich ein Reich vor uns aus, das in seiner leuchtenden Herrlichkeit unver­gleichlich ist. Die Entwicklung der photo­graphischen ftun'jt wird in einer Reihe hoch­interessanter Aufnahmen lebendig. Man hat sogar aus dem Schutt der Vergangenheit ein komplettes Photoatelier aus der alten Zeit wieder ins Leben zurückgerufen. Es zeigt in einer humorvollen An­schaulichkeit den Wandel der Zett und die Relatioi- töt der Werte. Der Altmeister der Photographie, H. W. Vogel, ist durch eine Gedächtnisausstellung geehrt worden.

Je länger wir in den Räumen verweilen, um so eindringlicher wird uns bewußt/, welche große Be­deutung die Photographie für die gesamte deutsche Kultur besitzt. Die AbteilungenDeutsche Land­schaft",Deutscher Osten",Deutsches Volksgesicht" undHitlerjugend" zeigen in den wundervollsten Aufnahmen die Vielfalt und die Besonderheit, die Kraft und Tiefe des deutschen Wesens. Prachtvolle Bauernköpfe sehen uns an. Die Verschieden­heit der deutschen Provinzen findet in den markan­ten Typen ihrer ländlichen Bewohner einen Aus­druck von erschütternder Echtheit. Da ist nichts Süßes, da ist nichts geschminkt und nichts gelogen. Ich habe noch nie Photos gesehen, in denen die rätselhafte Macht der Augen so wahrheitsgetteu wirkte.

Auch das Gesicht der Landschaft zeigt hier jene vertrauten Züge, wie wir sie nur in Deutschland finden. Die unendliche Rührung, die uns erfüllt, wenn wir durch die deutschen Wälder wandern, schwingt auch in diesen Bildern. Aus dem gesamten deutschen Reich sind hier Aufnahmen von höchster künstlerischer Vollendung versammelt. Nur wer selbst photographiert, kann ermessen, welche Liebe, welcher Fleiß und wieviel Beobachtungsgabe in solchen Bildern ftedt.

Das Photo hat aber nicht nur den Sinn, den un­erschöpflichen Reichtum der Na*ur und des mensch­lichen Lebens wiederzugeben Die große propa- gandistische Deutung des aktuellen Licht­

bildes ist hier zum erstenmal anschaulich dargestellt. Neben einer Fülle von Architekturphotos und In­dustrie-Aufnahmen der Gebrauchsphotographie sehen wir die mühsame und schnelle Arbeit der modernen Bildreporter. Wir sehen die Photographie als Helferin der wissenschaftlichen Forschung und im Dienste der Kriminalistik. Wir sehen, daß es heute für die moderne Photographie so gut wie keine Hindernisse mehr gibt. Von besonderem Interesse ist die Technik der Mikrophotographie, die Photographie aus der Luft und die Unter­wasserphotographie. Eine Halle birgt grö­ßere Ueberraschungen als die andere. Die Abteilung der Photoindustrie enthält die modernsten Instru­mente und Apparate in hochwertiger Präzisions­arbeit. Aber auch die chemischen Fabriken führen ihre Erzeugnisse vor. Die Optik zeigt chre hervor- ragenden lichtstarken Objektive, die Papier- und Filmfabrikanten ihre in der Empfindlichkeit bis aufs äußerste gesteigerten FUme und Papiere. Daneben sind noch Spezialkonstruktionen zu sehen, die be­sonders der V e r g r ö ß e r u n g s t e ch n i k und den modernen Kopierverfayren gewidmet sind. Die reich­haltige Schau moderner Kleinkameras bildet das Entzücken jedes leidenschaftlichen Photographen.

Wenn wir diese Halle verlassen und das Zauber- reich der Druckmaschinen betreten, durchströmt uns ein erregendes Gefühl, der Herzschlag des Jour­nalisten geht schneller, das Tempo der Neuzeit zieht uns unwiderstehlich in seinen Bann. In diesem Raum klopfen die Kolben der Maschinen ihren rast­losen, ehernen Takt. Die Tüchtigkeit ganzer Jahr­hunderte vibriert in diesem Raum und elekttisiert die Menschen. Wir sehen, wie ein Buch entsteht. Maschinenteile blitzen, unheimliche stählerne Greif- arme bewegen sich auf und nieder, die Druckmaschi­nen der Neuzeit sind in vollem Gang. Dazischen plötzlich ein riesiger Bottich, daneben stehen Säcke, die vollgepfropft sind mit Leinen und Baumwolle. Mitten in der Hast der Maschinen wird hier das -iVte Handwerk des Papierschöpfens gezeigt. Einige Schritte weiter verkündet eine große Tafel in ein­dringlichen Lettern:Die Times-Ausgabe vom 29. November 1814 war die erste Zeitung, die auf einer Druckmaschine hergestellt wurde." Daneben steht das Modell einer alten Zylinderschnell­presse, die von dem Deutschen Friedrich König im Jahre 1812 gebaut wurde. Emsig gehen die kleinen Kolben hin und zurück. Die Menschen bleiben stehen und lächeln über diesen Maschinen-Embryo. Aber hinter diesem Lächeln ist ein bißchen Ehrfurcht vor dieser kleinen, primitiven Maschine und dem Genie ihres Erfinders.

Die SonderschauHerstellung des Buches" zeigt die Entstehung einer Broschüre vom geschrie­benen Manuskript bis zum vollendeten Druck. In zwei großen Dunkelkammern, die allgemein zu­gänglich sind, werden die beiden hauptsächlichsten Verfahren der Klischee-Herstellung anschaulich vor- geführt. Von besonderem Interesse ist eine griechische und eine chinesische Setzerei, die in vollem Betriebe den Gegensatz zwischen der Arbeit deutscher Setzer und chinesischer Setzer zeigt. Eine Ausstellung100 Jahre Steindruck in Berlin" erregt das Interesse all derer, die mit Spreewasser getauft sind. Hier ist eine alte Steindruckerei im Betrieb. Lithographen zeichnen Bilder auf Stein, während ein Stein­drucker diese Bilder auf einer Handpresse, die aus dem Jahre 1840 stammt, vor den Augen des Publi­kums druckt.

Die vier Stunden, die wir in diesen Räumen verbracht haben, haben genügt, um die ungeheure Bedeutung dieser Ausstellung für das gesamte öf­fentliche Leben in Deutschland würdigen zu lernen. Das Propaganda-Ministerium, das derÄamera" seine Unterstützung angedeihen ließ, hat mit dieser Leistung neuerdings seine kulturelle Entschlossenheit bewiesen. Der deutsche Photograph ist dazu berufen, die unerhörte Eindringlichkeit des Bildes in ben Dienst der Nation zu stellen. Man weiß, daß

Wirtschaft

U.a. Werke von Strobl, Watzlik, Schrecken» bach, Bartsch, Benter, Voß, BIun<f, Unbfet, Flower, Seewald, neben einer kleinen historischen und bibliophilen Kostbarkett: Deutsche Landsknechtslieder", mit Abbildungen nach Dürer und anderen zeitgenössischen Künsllern. Einen überzeugenden Eindruck von der Leistungsfähigkeit des Verbandes vermittell ein Studium seines 64- seitigen Buchprogramms. Es ist kostenlos und un­verbindlich von der Hauptgeschäftsstelle des Volks­verbandes der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G.m.b.H., Berlin-Charlottenburg 2, Berliner Straße Nr. 42/43, zu erhalten.

Verlag L. A. Seemann, Leipzig.

Der bekannte Verlag E. A. Seemann, Leipzig, ging aus Gründen der Gleichschaltung am 1. Juli dieses Jahres wieder in den ausschließlichen Besitz der Familie Seemann über. Der älteste Enkel des Gründers hat die Leitung übernommen und ver­öffentlicht ein Rundschreiben, das zeigt, welches Ziel sich der Verlag gesteckt hat: Kunst- und Kul­turerziehung des deutschen Volkes im Sinne der neuen nationalen Weltanschauung. Als besonders bedeutsam in diesem Sinne werden eineKultur­fibel für Deutsche", dieSchriften zur deutschen Lebenssicht", der abschließende Band einerKunst­geschichte für das deutsche Volk", ein neuer kunst- geschichtlicher Führer durch Nürnberg und ein im Gegenwartsgeist geschriebenes Buch über die Kö­nigin Luise neben einer Reihe anderer wertvoller Werke angezeigt.

etwas fester, besonders Rhein. Elektro mit plus 1,5 v.H. Ferner lagen am Montanmarkt Gelsenkirchen, Phönix und Harpener bis zu 0,75 o. H. höher, wäh­rend Klöcknerwerke 0,5 v. H. und Mannesmann 1 v. H. nachgaben. In JG.-Farben kam kleines An­gebot heraus, das bei der herrschenden Geschäftsun- tust einen Kursrückgang von zunächst 0,40 v. H. ver­ursachte. Schwächer lagen außerdem Reichsbankan­teile mit minus 1 v. H. Schiffahrtspapiere lagen gut behauptet und von Kunstseidewerten zogen Aku um 0,40 v. H. an. Im Verlaufe war die Haltung zwar weiterhin uneinheitlich, es überwogen jedoch leichte Kursbesserungen. Besonders Montanaktien traten mehr hervor, so Phönix 32,63 bis 34, Stahlverein 27,25 bis 28,25, Gelsenkirchen 41,75 bis 42, Klöckner 46,50 bis 48,25, Mannesmann 47,50 bis 48,25 und Rheinstahl 72,50 bis 73,50. JG.-Farben gingen zu­nächst bis auf 112,50 v. H. zurück, waren aber bann bis auf 113,65 v. H. erholt, sie schlossen mit 113,40 v.H. bann leicht ermäßigt. Fester waren ferner Reichsbank 154,50 bis 155,75 unb nachbörslich sogar bis 156,25 v. H. Elektrowerte blieben auf bem An­fangsniveau behauptet, nur Rhein-Elektro nochmals plus 0,75 v. H. (78,25 bis 79). Dagegen bröckelten Siemens bis auf 128,75 v. H. ab. Am Kaffamartt gaben Ehern. Albert um 1,75 v. H. auf 36 v. H., Bank für Srauinbuftrie um 2,25 o. H. auf 75,75 v. H. nach.

Der Rentenmarkt lag für deutsche Anleihen unter Schwankungen etwas fester, Altdefitz 79,25 bis 79,13 bis 79,50 (gestern abend 79), Neubesitz 13,10 bis 13 bis 13,20 (13,05), dagegen späte Schuldbuchforde- rungen zuerst 89,75 (minus 0,25 v. H.), dann wieder etwa 90,25 v. H. Unter dem Eindruck der neuesten Gerichtsentscheidung, wonach die Zinszahlung zum Dollarkurs berechtigt fei, lagen Äahloerein-Bonds schwach, 57,25 bis 56 (60 v. H ). Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen wenig verändert, meist aber leicht abgeschwächt, auch ßiquibations- Pfandbriefe bröckelten etwas ab. Stabtanleihen lagen uneinheitlich, 6proz. Stabt Darmstadt von 26 78 (minus 1 v. H.), andererseits 7proz. Frankfurt v. 26 79 (plus 1 v. H.), aber 6proz. Frankfurt v. 26 nach nur zweitägiger Pause 64,50 (minus 3,75 v. H.). Länder- und Staatsanleihen lagen kaum verändert. Von Auslandrenten verloren 4proz. Schweizer Bun­desbahn 2,5 v. H. (Kurs 118 v. H.).

Tagesgelb war zu 3 v. H. unverändert und weiter leicht.

Abenbböcse: Besserungen.

An der Abenbbörse machte die Tenbenzbesserung weitere Fortschritte und die Kurse zeigten gegenüber bem Berliner Schluß unter Bevorzugung von Mon­tanpapieren und IG. Farben Kursbesserungen von meist V« bis Vz Prozent. Don starker Anregung war bie in Anbetracht der Jahreszeit befonbers be­merkenswerte neuerliche Verminderung der Arbeits- losenziffer um über 100 000 Personen. Die Umsatz­tätigkeit nahm allerdings kein größeres Ausmaß an. Im Verlaufe fetzten sich vereinzelt weitere Be­festigungen durch. Don Anleihen traten Altbesitz mehr hervor, auch die Neubesitzanleihe zog etwas an. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen be­hauptet, Stahlverein-Bonds ohne Interesse und un- erholt. Altbesitz 79 5/s bis 3/<, Neubesitz 13.30, Gel- senkirchen 43 bis Vi, Stahloerein 28V» bis 29V«. IG. Farben 114 bis 114V«.

Zusammenschluß

der Hangen- und Weizenmühlen.

WTB. Auf Grund des Gesetzes vom 15. Sep­tember 1933 wird durch eine im Reichsanzeiger vom 7. November 1933 erschienene Verordnung des Reichsernährungsministers der Zusammen­schluß der Roggen - und Weizenmühlen verfügt, der den NamenWirtschaftliche Vereini­gung der Roggen- und Weizenmühlen" führt. Die WV. ist rechtsfähig unb hat ihren Sitz in Berlin. Mitglieber finb alle Roggen- und Weizenmühlen. In ber Satzung werden Grundsätze und Vorschrif­ten darüber erlassen, unter welchen Voraussetzungen die Fortführung eines Betriebes erlaubt ist. Ferner sind Befttrnmungen über die Ausnützung der Leistunysfähigkeit ber Mühlen vorgesehen. Beson- bers wichtig ist, daß Mühlen, die am 1. Septem­ber 1933 die Verarbeitung von Roggen oder Weizen dauernd eingestellt hatten, ober erst nach bem 1. September 1933 ausgenommen haben ober aufnehmen, ober solche, bie ihren Betrieb erweitern wollen, die Erlaubnis zur Aufnahme, Fortführung und zur Erweiterung des Betriebes nur ausnahms­weise erhalten dürfen.

Für den Getreidemarkt besonders wichttg sind ferner die Vorschriften über bie Pflicht ber Mühlen, (Betreibe einzulagern. Hier- burch wirb ein organischer Verlauf bes (Betreibe- marftes befonbers gesichert. Bis zur Erteilung ber Kontingente müssen die Mühlen mindestens 150 v. H. des Monatsdurchschnittsverbrauchs an Brot­getreide für eigene Rechnung ständig auf Lager halten: nach der Zuteilung der Kontingente min­destens bas boppelte des Monatskontingentes. Elektro-Gas-Front für das Wirtschafts­gebiet Heften.

Unter Führung bes Treuhänbers der Arbeit für bas Wirtschaftsgebiet Hessen würbe am 7. Novem­ber innerhalb bes Ausschusses für Arbeitsbeschaf­fung eine Elektro-Gas-Front errichtet, in ber bie amtlichen Serufsoertretungen (Rhein-Maini- fcher Jnbustrie- unb Hanbelstag unb Rhein-Maini- fcher Handwerkskammertag), sowie die Elektro- und (Basgemein,(haften zufammengefaßt werden. Die Einrichtung soll für Erteilung von Jnstallationsauf- trägen werben unb Installateure unb Elektroindu­strie in ihrer Arbeit unterstützen. Neben ber Bera­tung von Hausbesitzern und Mietern vermittelt sie die zur Ausführung ber Arbeiten erfvrberlichen Kre- bite. Don ber Reichsregierung würbe bie Zuteilung ber Reichszufchüffe unb Zinsvergütungsscheine für (Sammelaufträge in einem vereinfachten Verfahren öugefagt.

Frankfurter Börse.

3m verlaufe überwiegend befestigt.

Frankfurt a. M., 9. Nov. Die Börse eröffnete auch heute nahezu geschäftslos unb hatte roieberum keine einheitliche Tenbenz aufzuweisen. Die Zurück­haltung hielt unüerminbert an. Vereinzelten Ab­gaben ftanb nur eine dünne Käuferschicht gegenüber. Der Bericht von einer Absatzbesserung im Siemens- Konzern bot kaum eine Anregung, die Siemensaktie selbst gab sogar um 1,5 v. H. auf 129,50 v. H. nach. Die übrigen Elektrowerte eröffneten vorwiegend

die Massen des Volkes für das Bild empfänglicher sind als für das geschriebene Wort. Die mora­lische Wirkung, die von einem geschickt photo­graphierten Bildausschnitt ausgehen kann, ist un­geheuer. Wir haben gerade in ben Monaten vor ber Einigung bes beutschen Volkes zahlreiche Fälle erlebt, in benen gewisse Photos in skrupellosester Weije vorn Auslanb gegen das deutsche Volk aus- gespielt wurden. Besonders die bewußt verzerrten Aufnahmen über bie nationalsozialistische Bewegung haben gezeigt, wie leicht eine Irreführung ber Öf­fentlichkeit möglich ist. Die Photographie, eines ber kostbarsten Kulturgüter in ber Hanb bes Menschen, wird in Hinkunft im unendlichen Kreis bes beutschen Geisteslebens eine entfdjeibenbe Rolle spielen. Denn kaum eine zweite Kunst vermag es so, bie Hebens- fülle bes deutschen Volkes unb feine moralischen unb geistigen Werte in einer einmaligen Form von hinreißender Anschaulichkeit und lebensnaher Gestaltung dar^ustellen. In diesem Sinne ist bie AusstellungDie Kamera" nicht bloß eine Monu­mentalausstellung für Photographie, Druck unb Re- probuktion, fonbern ber Ausbruck eines schöpferi­schen vaterlänbischen Kulturgebankens.

Kunst und Wissenschaft.

Das Winlerprogramm

des Volksoerbanbes ber Bücherfreunde.

Das biesjährige Winterprogramm bes VdB. ist roieberum außerordentlich vielseitig. Hier finden wir

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Dioibenbe an. Reichsbankbiskont 4 o. H.. Lombardztnsfuß 5 v. H

Franllur u. Jlt

8erim

Schluß- hir<

Schluß/. Abend, bilde

Schluß- fur<

Schluß/. Mittag- börfe

Datum

8.11-

9.11.

8.11.

9.11.

% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% etjem.7% Dt.Reichtzanl. v. 1929 6V1 % Doung-Anleihe von 1930 .

89,75

90

89.5

89.9

98,75

98.85

98.75

98,6

85.9

85.65

85.65

85.65

Deutsche Anl.-Wlöl.-Schuld mit

79

79,75

79.25

79,5

Desgl. ohne Auslos.-Rechte......

% ct)enus% Hej«. VolkSslaat 1929

13.05

87.5

13.3

87,5

13.1

87.65

13,25

87.4

(rüdjablb. 1Ö2%> .........

6% He». CanDHian! Darmstadt

87,25

87,25

Gold N. 12............

87

6%% Hess. Lander-Hypotheken- dank Darmstadt Ctaui........

87,25

87,25

Oberhessen Provinz.Anleihe mit

72

Deutsche Komm. Sammelabl. An-

75,25

75,5

lelfje Serie 1 mit AuSIos.-Rechtrn 6% ei)em. 8% Arants. Hyp.-Ban'

75,9

87,5

75,8

87,5

Goldpse. 15 unkündbar bis 19...,

«% ehern. 7% Franks. Hyp.-Aank Soldpfe. 16 unkündbar bis 1936

07,5

87.5

654% ehern. ty,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefc.....

88,4

87.75

6y,% ehem. 4V1% Rheinische

89

Hyp..Bank-Liau..Goldpfe.

89

6% ehem. 8% Pr. LandeSpfand»

88

88

briesanstall, Psandbriese R- 19 % ehem. 7% Pr. Landespfand.

briefanftalt, Pfandbriefe 01. 10

88

88

88,5

88

88

88

Steuergutsch Verrechnungskurs

87.65

87.65

87.65

87.65

4% vesterretchtsche Solbrenkr

13,75

13,75

13.75

<,20% Oesterreilktlsche Silberrente

0,65

0.65

0,70

0,70

*% Ungarische Goldrente .....

-

3,95

4

3,95

*% Ungarische Staatsrente v. 1910

3,7

3,7

3,75

*Vi% desgl. vor. 1913 .........

3,7

3.7

3,65

6% abaefL Goldmexikaner von 99

*% Türkische Zollanleihe von 1911

6

4,65

6

4,6

5,85

4.75

4,6

<% Türkische Ragdadbahu-Anleihe

*

4,7

4,8

Fran/Iurt a.Dl.

Berlin

Schluß- turt

Schlugt. Abend« börf*-

Schluß- turs

«chlußt. MUIag.

Wrft

Datum

8.11.

9-11-

8.11.

9.11.

4% deSgl. Serie II ......

4.8

5.05

6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

3,13

3

3,1

4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l912

5,65

5,75

5,8

5,8

4% Rumänische vereinh. Rente

2.9

-

2,9

2.75

2'/.% Anatolier .............

22,8

22,75

22,

Hamburg-Amerikn-Paket .....

0

8,75

9

8,9

8,9

Hamburg-Südam. Dampfschiff

0

20

Hansa-Dampsschtsf..........

0

12,75

13

Norddeutscher Lloyd ........

0

9,25

9,25

9.25

9.4

A-G- für Verkehrswesen Akt. ..

0

44,75

44

44.5

44,25

Berliner Handelsgesellschaft ..

4

81

-

80.5

80.25

Commerz, und Prival-Bank ..

0

38,5

38,5

39

39

Deutsche Bank und conto»

Gesellschaft................

0

40,5

40,5

40,5

40,5

Dresdner Bank..............

0

50,5

50,5

50,5

50,5

Reichsbank ................

12

155,5

156,25

155,5

156,5

A.E.G......................

0

16,25

16,5

16,13

16,4

Betula.....................

0

109.13

109,5

109,25

109,75

Cleftt. LieserungSgelellschafl ...

6

78

78,5

78,75

79

Licht und Kraft .....

6

90

91

90

91

Fellen & Guilleaume.........

Gesellsch.s.EIektr.Unternehmuna Rheinische Elektrizität .......

0

39.5

39,5

39.5

39.4

5 5

71,75

73,25

79

72,13

79,d

82,5

73,13 78

Schlickens Co..............

6

82,5

82,5

82,5

Siemens« Halste............

7

131

128,75

129,75

129

Lahmeyer &®o.............

10

103

103,13

102.75

Buderus ..................

0

62.5

62

61

61,5

Deutsche Erdöl ..............

4

90

89,5

89,13

90,25

Gelsentiichenei..............

0

41

43,5

40.65

42,65

Harpener .................

0

73,75

74,5

74,25

74,5

Voesch EisenKöln-Neuessen ..

0

46,75

49,25

Ilse Bergbau .............

6

125

Ilse Bergbau Genüsse........

6

93.5

93.65

94

94,13

Klöcknerwerke ...............

0

47

48.5

47

48

Mannesmann. Röbren........

0

48,5

48,25

47,5

49

Jrannurt a. JJi.

Berlin

Echluß- lurs

Schlugt. Abend- bfrk

Schluß- furt

Schluß/. Minag, börse

Datum

3.11.

9.11.

8.11.

9.11.

Mansfelder Bergbau.........0

21,75

21,75

21.5

22,5

Kokswerte ........... C

-

66

67,5

Phontr Bergbau........ c

32,5

34.5

32,75

33,75

Rheinische Araunkohlen .....10

182 5

183

184,25

182,5

Rheinstahl ............. C

72,25

73,75

72

73,65

Bereinigte Stahlwerke........O

27,25

29,25

27,25

28,4

Otaol Minen ...............C

10

10

9,9

9,9

Kaliwerke Aschersleben........ 5

106.5

106

Kaliwerke Westeregeln........5

106

105

106

105

I. G. Finsien.IndultNe ....... 7

113.75

114.95

113.75

113,5

AcheideanstaU......... 9

175,13

175,5

Goldschmidt .......... O

39

39,5

39,5

40

Rütgerswerte............... O

44 75

46.5

44,65

45,25

Me'.aUgelellschast............. O

5L65

53,75

53,5

53,5

Philipp Holzmann ........... O

59

52 25

53,5

53

Zementwerk Heidelberg ...... O

73

73

Schultheis Payenhofer .......0

_

83.75

83

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O

27,65

28

27.25

28

Bemberg ................ o

38

38

38

37,5

-ellstoss Waldhof ............ 0

31,5

31

31

Dellstoss Aschaffenburg .......o

20

20,75

21

Dessauer GaS .......... 7

102.25

103,25

Daimler Motoren........... 0

26,5

26,75

26,25

27

Deutsche Linoleum.......... 0

39,5

39

35

39,5

Ctenftebi & koppel .......... 0

-

24,5

24.65

Leonhard Dietz .............. 0

13

13

13,25

13,75

Lbade......................10

134,5

135

134,5

134

Aeeumulaioren-Fabrik........0

156

156

155,5

156.5

^onti-Gummi............... 0

130.5

130,5

130.65

130,65

Griyner.................. 0

15

Masnkraftwerke Höchst O.M.... 4

63,25

63

-

_

Süddeutscher Zucker....... e

161,5

162

-

164

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

8.7Io»embct

9-November

Amtliche <»f|h

Notierung | Brie

Amtliche

Geld

Notierung Brie

Helsingfor»..

5,819

5,831

5,849

5,861

Wien.......

48,05

48.15

48,05

48,15

Prag.......

12,41

12,43

12,42

12,44

Budapest ...

-

3,047

3,053

3,047

Holland ....

168.98

169,32

168,93

169,27

Cilo.......

66,08

66.29

66,53

Kopenhagen.

58,69

58,81

59,14

59^26

Stockholm...

67,78

67,92

68,23

68,37

London .....

13,145

13,185

13,24

13,28

Buenos Aires

0,963

0,967

0,963

0,967

Neuyork....

2,667

2,673

2,647

2,653

Brüssel.....

58,39

58.51

58,36

58,48

Italien.....

22,08

22,10

22,06

22,10

Paris ......

16,40

Schweiz....

81,05

81,21

81 02

81 J8

Spanien....

35,11

35,19

35,01

35.09

Danzig.....

81,62

81,78

81.62

81.78

Japan ......

0.787

0,789

0,787

0.789

Rio de Jan. .

0,227

0,229

0,227

0.229

Jugoslawien.

5,295

5,305

5,295

5,305

Lissabon ....

12,67

12,69

12,67

12.69

Banknoten.

Berlin, 9.November

Geld

Brl?

Amerikanische Noten..............

2,60

2,62

Belgische Noten..................

58,20

58,44

Dänische Noten .................

58.88

59.12

Englische Noten .................

13.20

13.26

Französische Noten...............

16,36 168,51

21,94

66,37

16.42

169.19

22,02

66,63

Holländische Noten...............

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling

Rumänische Noten..............

Schwedische Noten...............

Schweizer Noten.................

68,06

80,84

68,34

81,18

Spanische Note».................

34,88

35,02

Ungarische fliotm................