Ausgabe 
10.10.1933 Frühausgabe
 
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instandsetzen läßt, beantragen, soweit der Mindest- betrag der Kosten erreicht wird.

Für die Teilung von Wohnungen und den Umbau sonstiger'Räume (z. B. Fabriken, Läden) zu Wohnungen wird auch weiterhin ein Zuschuß in Höhe der Hälfte der Kosten ge­geben. Der Höchstbetrag des Zuschusses beträgt 1000 Mark für jede Teilwohnung. Neu ist die Ge­währung eines Zuschusses auch für A n - und Ausbauten, selbst wenn durch sie keine selbstän­dige Wohnung, sondern nur Teile einer Woh­nung geschaffen werden und für den Ausbau von Räumen für Zwecke des Luftschutzes in Höhe der Hälfte der Kosten, im Höchstfall 1000 Mark. Für den Teil der Kosten, der neben dem Zuschuß von dem Antragsteller selbst aufgebracht werden muß, wird auf die Dauer von sechs Jah­ren eine Verzinsung in Höhe von 4 v. H. jährlich gegeben durch Ausgabe von Zinsvergü­tungsscheinen, die in den Jahren 1934 bis 1939 mit je ein Sechstel vom Reich eingelöst wer­den. Berücksichtigt werden nur Anträge, bei denen sofort oder innerhalb kürzester Zeit mit den Ar­beiten begonnen wird. Der Tag des Antrages ist nicht entscheidend, sondern der Beginn der Arbeit. Durch die Maßnahme soll gerade in den Winter- monaten Arbeit geschaffen werden. Die Reichsregie, rung erwartet, daß jeder, der die Möglichkeit dazu hat, durch Erteilung von Aufträgen imKampf gegen die Arbeitslosigkeit mithilft.

Dank des Reichsjugendführers.

München, 9. Okt. (WTB.) An die neuen Mitglieder der Hitlerjugend wendet sich der Jugendführer des Deutschen Reichs Baldur von Schirach mit folgender Kundgebung: Im Zuge der Vereinheitlichung der deutschen Jugend und durch das Aufgehen weitester Kreise in die HI. hat besonders die bündischeJugend ich nenne hier vor allem den Großdeutschlandbund trotz des starken Gegensatzes, der zwischen ihr und der HI. herrschte, sich in vorbildlicher Dis- ziplin und Kameradschaft in die HI. eingegliedert. Ich möchte nun, da wir in einer Gemeinschaft als Kameraden Schulter an Schulter marschieren, gerade den ehemaligen Mit- gliedern des Grohdeutschen Bundes für die B e - r e i t s ch a f t danken, mit der sie in die HI. hin- einmarschierten, als die Zeit es erforderte. Durch diese Bereitschaft und die Hingabe, mit der sie heute als Hitlerjungen chre Pflicht erfüllen, haben sie ihrem früheren Bunde Ehre gemacht und gezeigt, daß in ihm eine Gesinnung lebendig war, die auch wir schätzen und aner­kennen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg, Ehrenmeister des Deutschen Handwerks, hat die Schirmherrschaft über die Werbeveranstal­tung des Reichsstandes des Deutschen Hand- Werks, die vom 15. bis 21. Oktober 1933 im ge­samten deutschen Reichsgebiet stattfindet, über­nommen.

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In Würzburg hat der K a m p f b u n b f ü r deutsche Kultur das Gebäude der ehemaligen FreimaurerlogeZu den zwei Säulen am Stein" übernommen und in ein Kultur­haus umgewandelt, das nunmehr nach dem Reichsführer des Kampfbundes den Namen Alfred-Rosenberg-Haus" erhielt.

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DieTägliche Rundschau", die am 8.Juli auf drei Monate verboten wurde, hat wie der Verlag mitteilt nunmehr i h r Erscheinen e i n g e st e l l t.

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Der 18jährige Kommunist Willi R o ch o w und der 19 Jahre alte Kommunist Otto W o y t h e wur­den wegen der Ermordung des Hitler- jungen Fritz Schmitzberg zum Tode verurteilt.

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Zwischen dem türkischen Außenminister T e w f i k Ruschdy Bey und dem südslawischen Außenmini­ster I e f t i t s ch ist in Genf eine Vereinbarung über einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt zustande- getommen. Die Unterzeichnung des Vertrages soll anfangs November in Belgrad erfolgen.

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Der Vizepräsident von Argentinien, Roccar, er- klärte, daß heute in Rio de Janeiro ein Nichtan­griffspakt zwischen Brasilien und Argentinien unterzeichnet wird, dem gleichzei­tig Mexiko und Chile beitreten. Der Beitritt fast sämtlicher übrigen südamerikanischer Staaten sei zu erwarten.

Ans aller Welt.

Skernschnuppenregen ein außergewöhnliches Naturereignis.

Wie die TU. von der Sternwarte in Bergedorf bei Hamburg erfährt, trat am Montagabend gegen 20 Uhr ein ungewöhnlicher starker Stern» schnuppenfall auf mit dem Ausstrahlungspunkt im Zenith des Sternbildes des Drachen. Durch die Instrumente der Sternwarte konnten als Höchstzahl 350 fallende Sternschuppen in der Minute fest- aestellt werden und zwar von der schwächsten Helligkeit bis zu derjenigen der Venus. Gegen 22 Uhr flaute der Fall ab. Bei diesem aufgetrete­nen starken Sternschnuppenfall handelt es sich nicht um einen der periodisch etwa alle 33 Jahre auf» tretenden Leonidenschwarme, sondern um ein ganz außergewöhnliches Natur-Ereignis, das möglicherweise auf eine Naturkatastrophe im Weltall zurückzuführen ist.

Das himmlische Feuerwerk konnte, nach überein­stimmenden Meldungen mehrerer Sternwarten, in allen Teilen Deutschlands beobachtet werden. Die Sternschnuppenfälle übertrafen, in ihrer Reichhaltig- feit fast jene, die in den Jahren 1833 und 1866 beobachtet wurden. In einer Zeit von 15 Minuten wurden etwa 200 Sternschnuppen gezählt. Haupt- \ ausstrahlunaspunkte V jen ferner in den Stern- I bildern Schwan und Leier. Höchstwahrscheinlich

Dienst gestellt hatte l, ein Künstler von

DerAngriff" beschäftigt sich in einem längeren Artikel mit dem Verbot des Horst-Wessel-Films. Das Blatt sagt, der Film, für den die alte Berliner SA.-Garde sich willig in Den

und für den Dr. Hanfstäng außerordentlichem Rang, die musikalische Illustra­tion besorgte, sei trotz alledem ein Versager ge­worden, weil sich Leute an diesen gigantischen Stoff herangewagt hätten, denen die Welt Horst Wessels fremd gewesen sei und fremd bleiben muhte.

Wer Horst Wessel künstlerisch gestalten will, so führt das Blatt weiter aus, der muß vom Geiste Oes Toten besessen fein. Das ist erste Voraus- setzung. Was nützt eine persönliche Bekanntschaft mit ihm, wenn man den Sturmführer Wessel aus

Dem Andenken Horst Wessels

Eine Gedächtnisfeier im Berliner Horst-Weffel-Krankenhaus.

Auf dem Hof des Krankenhauses formierte sich dann der Fackelzug, der sich durch die von einer nach tausenden zählenden Menschenmenge flankier­ten Straße z u m Grabe Horst Wessels auf dem Nicolaifriedhof zog, das schon seit dem frühen Morgen das Ziel Tausender gewesen war. Die Grabstätte ist über und über mit Kränzen, mit den letzten Blüten des Herbstes geschmückt. Ein Haken­kreuz aus Erika hebt sich leuchtend von weihen Kieseln ab. Kameraden des Toten, die in seinem Sturm mit ihm Schulter an Schulter standen, hiel­ten Wache vor seiner letzten Ruhestätte. Kameraden im Braunhemd, in der schwarzen Uniform der SS., Stahlhelmangehörige, Männer im Arbeitsrack, Frauen und Kinder zogen vorüber. Blumen über Blumen deckten die Erde ringsum. Die Mutter Horst Hessels wird von der Menge mit erhobenem Arm begrüßt. Später kamen Prinz August Wil­helm, Brigadeführer Fiedler, Briaadeführer Ernst, eine Abordnung der Reichssührerschule aus Bernau, die Kränze nieoerlegten.

Der Horst.Weffel-Kilm verboten.

Berlin, 9. Okt. (WTB.) Die öffentliche Vor­führung des BildstreifensHorst Wessel" im ganzen Deutschen Reich wird verboten. Die Gründe, die die Kammer zu dieser Entscheidung ver­anlaßt haben, lassen sich kurz in dem Satz zusam­menfassen, daß der Bildstreifen weder der Gestalt Horst Wessels gerecht wird, indem er sein Hel­denleben durch unzulängliche Darstellung verklei­nert, noch der nationalsozialistischen Bewegung, die heute der Träger des Staates ist. Insofern gefähr­det er lebenswichtige Interessen des Staates und das deutsche Ansehen.

der Perspektive eines Studiertisches betrachtet ober aus dem Blickkreis eines routinierten Literaten? Den Mythos Horst Wessel kann man nur mit tiefer Gläubigkeit, mit brennendem Herzen und beseelt vom Geist der SA. künstlerisch gestalten und leben­dig machen. Dann gehört selbstverständlich ein außerordentliches Können dazu. Wir konnten uns überzeugen, daß das Drehbuch zu diesem Film bereits schlecht war. Es ließ auch nicht einen Funken von dem Geist verspüren, der Horst Wessel und seine Kameraden beseelte. Dann der Regisseur Wenzler. Als Wenzler den Horst-Wessel-Stoff in Angriff nahm, gab er zunächst die Absicht be­kannt, einen unrühmlichst bekannten Asphaltliteraten mit der Abfassung des Drehbuchs zu betreuen. Im Atelier selbst konnten wir uns bald überzeugen, wie hilflos Wenzler dem gewaltigen Stoff gegen» überstand.

Das von vornherein unfruchtbare Experiment ist zu Ende. Die SA. dankt dem Führer und Dr. Goebbels, daß sie das Bild unseres Horst Wessel unserer SA. nicht verfälschen ließen. Gern sind wir bereit, uns wirklichen Künstlern, wirk­lichen Könnern für einen Horst-Wessel-Film zur Verfügung zu stellen. Wir glauben jedoch nicht, daß die Zeit für ein solches Werk bereits gekommen ist.

Berlin, 9. Okt. (TU.) Anläßlich des Geburts­tages von Horst Wessel fand am Montagabend im Ho fdesHor st-Wessel» Krankenhauses l m Friedrichshain eine eindrucksvolle Gedenk­feier statt. Auf dem großen Rasenrechteck des Hofes war zwischen zwei großen Hakenkreuzfahnen ein mit Lorbeer bekränztes Rednerpult ausgestellt, vor dem Kranzspenden niedergelegt waren. SS., SA. und Schutzpolizei hatten in einer Stärke von mehreren hundert Mann Ausstellung genommen. Unter den zahlreichen Ehrengästen bemerkte man auch die Mutter Horst Wessels. Nach Ausführungen des Bezirksbürgermeisters Conrad, der die Bedeu­tung Horst Wessels für seinen Bezirk würdigte, er­griff

Reichsminister Dr. Goebbels

das Wort. Kaum ein Anderer, so führte Dr. Goebbels aus, habe wie Horst Weffel national­sozialistischen Charakter und nationalsozialistische Willensstärke in einer Person vereinigt. Es wirke fast symbolhaft, daß der Sänger des Liedes der nationalfozialiftifchen Bewegung zugleich Ar­beiter und Student gewesen sei. Dr. Goeb­bels erinnerte an die Beisetzung Horst Wessels, die unter dem Gegröhle marxistischen Pöbels vor sich gegangen sei. Wenn er trotzdem damals gesagt ljabe, daß in zehn Jahren das H o r st - W e s s e l - L i e d das Lied des deutschen Volkes sein werde, so könne er heute feststellen, daß nur drei Jahre hingingen, bis die Erfüllung dieser Vorher­sage eintraf. Die nationalsozialistische Bewegung habe sich des von Harst Wessel gebrachten Opfers würdig erwiesen. Sie sei ihren Weg ge­gangen, ohne nad) links oder rechts abzuwei- chen. Sie habe die Fahne heilig gehalten, für die er aeftorben fei. Aus dem furchtbaren Leid, das seine Angehörigen und Kameraden erfüllte, als er aus dem Leben schied, sei die Freiheit der Be­wegung emporgestiegen. Sein Lied sei heute zum Sehnfuchtsschrei einer ganzen erwachten Nation geworden. In seinem Sinn und Geist hätten 66 Millionen sicb in herrlicher Wiedergeburt neu er­hoben. Deutschland stehe wieder stolz und groß und ehrlich da. Und die Fahne, die man damals von Horst Wessels Grab herunternahm, wehe jetzt von den Zinnen des Reiches. Große erfüllte Aufgaben lägen hinter uns. Größere unerfüllte lägen vor uns. Diese Aufgaben können wir nicht allein mei­stern mit Klugheit und mit Intelligenz, sondern nur, wenn dazu Mut und Charakter kämen. Dr. Goeb­bels schloß mit einem Appell, im Geilte Horst Wessels weiterzuarbeiten. Wir würden dem An­denken des Toten am besten gerecht, wenn wir in seinen Fußtapfen sortschritten.

Nach Vorträgen eines Sprechchors der SA. und der Schalmeienkapelle des Horft-Weffel^Sturms, dessen Angehörige im Hof des Krankenhauses Spa­lier bildeten, wurden die Fackeln entzündet. Die Mutter Horst Wessels und Dr. Goebbels begaben sich darauf an der Spitze der Ehrengäste zu derSta - tion des Krankenhauses, in der Horst Wessel starb. Es ist dies ein inmitten des großen Ge­bäudekomplexes des Krankenhauses gelegenes kleines Haus, über dessen Tür unter dem Namen orst - Wessel-Haus" steht: dem Andenken des uner­schrockenen Sturmführers Horst Wessel, der in diesem Hause vom 14. Januar bis 23. Februar 1930 litt und starb. Das Sterbezimmer enthält neben dem schlich­ten Metallbett, das mit einer Hakenkreuzfahne be­deckt ist und über dem ein Bild des Führers hängt, eine Bronzebüste Horst Wessels und an der dem Bett gegenüberliegenden Wand eine Konsole mit Schrift­stücken des Toten. Der Erinnerungsraum, der einen schlichten und würdigen Eindruck macht, wurde im Anschluß an die Besichtigung durch die Ehrengäste der Öffentlichkeit übergeben.

handelt es sich um die Trümmerreste eines aufge­lösten unperiodischen Planeten, die bei ihrer Bahn durch den Weltenraum in die Nähe unserer Erde gekommen sind. Durch die Anziehung der Erde sind einzelne Teile aus ihrer ursprünglichen Bahn her­ausgerissen, durch die Reioung in der Erdatmo­sphäre erhitzt und dadurch für uns sichtbar ge­worden.

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In verschiedenen Gegenden Frankreichs, auch in Paris, konnte gestern (Montag) zwischen 19 und 21 Uhr das seltene Phänomen eines Stern­schnuppenregens ebenfalls beobachtet wer­den, der stellenweise einem Feuerwerk glich. Auch aus Belgien werden ähnliche Erscheinungen ge­meldet.

Der kösener 56. im Drillen Reich.

Das Norddeutsche Jahrestreffen der Kösener Corpsstudenten in Lübeck stellt sich durch eine pro­grammatische Rede des Führers des Kösener SC.- Verbandes, Dr. Hans B l u n ck (Hamburg), als eine bedeutsame Kundgebung dar. In seiner Rede führte er u. a. aus: Das deutsche Corpsstudenten- tum will das Bekennertum durch die Tat, die geboren ist aus der Liebe zum deutschen Volk, dem Glauben an des arischen Menschen Be- timmung und dem Willen zur völkischen Kamerad» chaft. Das Corpsstudententum hat im national« ozialistischen Staat an dem jungen Studenten eine bedeutungsvolle Erziehungsarbeit zu leisten, indem es ihn durch Dienst und Hingabe an die Gemein­schaft zu einer geschlossenen in Ehre und Charakter gefestigten Persön- l i ch k e i t bildet. Aufgabe der Corps von heute ist die nationalsozialistische Schulung jedes Mitgliedes, das durch das Arbeitslager zu gehen und im Dienst der SA. zu stehen hat. Das Kameradschafts, leben, wie es jetzt gefordert wird, entspricht corpsstudentischer Auffassung; begeistert haben da­her die deutschen Corps den Gedanken aufgegriffen, ihre Häuser zu Kameradschaftsheimen auszubauen. Die Corps des Kösener SC.-Verbandes fordern mit dem Nationalsozialismus die Reinhaltung der Rasse; bereits im Jahre 1920 haben sie das arische Prinzip in ihren Reihen durchgeführt. Die Er­

neuerung des deutschen Corpsstudententums ist er­folgt, am weiteren Aufbau wird gearbeitet, wie die kürzlich gegründete nationalfozialiftifche Gemein­schaft corpsstudentischer Verbände beweist. In ihr sind zusammengeschlossen alle diejenigen, die unter corpsstudentischer Art den Studenten verstehen, der aufwächst in harter Erziehung und Schlichtheit, in Ehrhaftigkeit und Wehrhaftigkeit, in Treue zu jedem deutschen Volksgenossen, als Soldat des erneuerten deutschen Reiches und deutschen Volkes.

Graf Zeppelin" wieder in Friedrichshafen.

Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, Hot das LuftschiffG r a f Z e p p e l i n" am Montag um 6 Uhr Gibraltar und um 7.30 Uhr Malaga pas­siert. Es hat auf dem Wege von den Kanarischen Inseln bis Gibraltar dauernd eine Geschwindig­keit von 130 Kilometer je Stunde erreicht. Das Luft- schiff befand sich am Montag um 20.45 Uhr über Lyon und ist am Dienstag um 0.20 Uhr inFried­richshafen glatt gelandet.

Dr. Eckener

über den Zeppelinverkehr DeutschlandNordamerika.

Bei Dr. Eckeners Besprechungen in Washing- ton und Acron mit dem amerikanischen Marine­ministerium und mit maßgebenden Persönlichkeiten der internationalen Zeppelin-Transozean-Korpora- tion wegen der Durchführung des Luftschiff- Verkehrs zwischen Europa und Nord­amerika wurde, wie dieTelegraphen-Union" erfährt, die Möglichkeit erwogen, bis zur Besserung der amerikanischen Wirtschaftslage versuchsweise eine Reihe von Fahrten nach Nordamerika auszu- sühren. Es wäre in diesem Fall ein Landungsplatz mit einem Ankermast notwendig, der als Stütz-. punkt dienen müßte, wie bei den Südamerika­fahrten der Ankermast in Recife (Pernambuco) als Stützpunkt dient bis zum Bau der Halle in Rio de Janeiro. Ein endgültiges Ergebnis für die Nord­amerikafahrten steht noch nicht fest. Doch hat Dr. Eckener ein außerordentliches Entgegenkommen gefunden. Die Nordamerikafahrten werden wahr­scheinlich mit dem noch im Bau befindlichen Luft­schiffZ. 12 9" ausgeführt. Dr. Eckener hat in Miaipi und Acron die letzten Vorbereitungen ge­

Wettervoraussage.

Das kräftige Tief über dem Nordmeer wandert östlich weiter und befördert zunächst noch milde ozeanische Luft nach dem Kontinent, die bei ihrem Aufgleiten zeitweise zu Niederschlägen sührt. Da der Jsobarenverlauf ziemlich eng ist, wird die Luft­bewegung zunehmen und der Wirbel verhältnis­mäßig schnell vorbeiziehen. Die an der Rückseite abwärts fließende Kaltluft dürfte dann einen wech­selhaften Witterungscharakter und Temperaturrück­gang veranlassen, wobei die Niederschläge mehr in Schauer Übergehen.

Aussichten für Mittwoch: Veränderlich und zeitweise regnerisch, zunächst noch ziemlich mild, lebhafte um West drehende Winde.

Aussichten für Donnerstag: Kühler, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, noch schauer­artige Niederschläge.

Lufttemperaturen am 9. Oktober: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 11,7 Grad; am 10. Oktober: morgens 12,5 Grad. Maximum 20,1 Grad, Minimum 10,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Oktober: abends 14,7 Grad; am 10. Oktober: mor­gens 12,8 Grad Celsius. Niederschläge 0,8 mm. Sonnenscheindauer 1% Stunden.

troffen für die am 14. Oktober d. I. In Friedrichs- Hasen beginnende Dreiecksfahrt des Luftschiffs Graf Z e p p e l i n". Diese Fahrt Friedrichs­hafen Pernambuco Rio de Janeiro Per­nambuco Miami Chicago Acron Se­villa Friedrichshafen verläuft in einem Dreieck von rund 28 000 Kilometer.

Die Entnahmen der Gebrüder Lahusen.

Im Prozeß gegen die Brüder Lahusen trat die Strafkammer in die Erörterung der den Angeklag­ten Dorgeroorfenen handelsrechtlichen Un­treue ein. Den Angeklagten wird unberechtigte Entnahme von Aktien und durch Kontenübertragun» gen bewerkstelligte Entziehung von Mit- kein aus ber Nordwolle in Höhe von rund 10 Millionen Gulden vorgeworfen. Außer­dem erblickt die Anklage in Tantiemeüber­weisungen im Jahre 1929 von gegen eine Mil­lion an G. C. Lahusen und von über 900 000 Mark an Heinz Lahusen zu einem Zeitpunkt, wo ein Verlustabschluß bei der Nordwolle zu er­matten war, die Verschaffung unberechtigter Der- mögensanteile. G. C. Lahusen hat sich außerdem 600 000 Gulden überweisen lassen. Der Angeklagte G. C. Lahusen erklärte, es habe sich bei den Ent­nahmen um die Umwandlung von Be­zügen, die ihm bei der Nordwolle zuständen, und die teilweise Umwandlung anderer Bezüge, die er in Holland erhalten habe, gehandelt. Die Einbeziehung stiller Reserven in die Tantiemen- errechnung fei auf den damaligen Aufsichtsrats- vorsitzenden Reichsgerichtsrat a. D. Lahufen, einem Onkel der Angeklagten, der im April 1927 gestorben ist, zurückzuführen. Der Vorsitzende hält dem An­geklagten G. C. Lahusen vor, daß er bis heute von dieser Vereinbarung mit seinem Onkel nichts gesagt habe. Auf weitere Vorhaltungen wird festgestellt, daß schriftliche Abmachungen über die Ansprüche in Holland nicht oorliegen, und der einzige, mit dem die Vereinbarung getroffen war, gestorben ist.

vier Kommunisten in Karlsruhe verhaftet.

Wie derFührer" meldet, haben die (Ermittlun­gen der Karlsruher Kriminalpolizei zur V e r h a f - tung von vier Kommunisten aus der Alt­stadt geführt; von diesen hat der Schlosser Zwin­ge r, der vor einigen Tagen, wie gemeldet, im Fasanengarten bei einer Razzia den Kriminal- kommissar Rumpf erschossen hat, Kleidungs­stücke erhalten, die er sich in einer Feldhütte anzog, (Es handelt sich bei den Verhafteten um einen schop einmal in Schutzhaft gewesenen Kommunisten na« mens L o h n e r t und dessen Ehefrau, ferner um zwei Brüder namens V ö g e I.

Großer Fabrikbrand in Karlsruhe.

In der Lumpensortier-Anstalt und Kunstwoll» sabrik Vogel & Schnurmann in Karlsruhe entstand (vermutlich durch Kurzschluß) ein nächtliches Feuer, das sich mit erheblicher Geschwindigkeit auf die Haupthalle und das Lager ausdehnte. Das Gebäude, das restlos niederbrannte, war über 120 Meter lang und 70 Meter breit. Sämtliche Feuer­wehren, die Polizei, SA., SS. und Freiwilliger Arbeitsdienst wurden aufgeboten. Bald nach Mit­ternacht stürzten zwei Stockwerke des fechsstöckigen Gebäudes ein, wodurch sechs Mitglieder der SA. und des FAD. Brandwunden davontrugen. Die Gefahr war zum größten Teil beseitigt, nach­dem die Maschinenanlagen und die Lagerräume in sich zusammengebrochen waren. Die Fabrik beschäf- tigt zur Zeit 300 Arbeiterinnen und Arbeiter. Der gesamte Schaden dürfte annähernd zwei Millionen Mark betragen.

Mutter mit sechs Kindern verbrannt.

Im Orte Pequot im Staate Minnesota (USA.) ist eine Mutter mit ihren sechs Kindern, von denen das jüngste ein halbes Jahr und das älteste neun Jahre alt war, beim Brande ihres Hauses indenFlam» men umgekommen.

vierter Internationaler Kongreß für Alpinismus.

In Cortina (Oberitalien) ist der Vierte In­ternationale Kongreß für Alpinis­mus, auf dem 52 Sektionen aus insgesamt 21 Na­tionen vertreten sind, durch den Präsidenten des italienischen Alpenvereins, Abgeordneten Mana- r e s i, eröffnet worden. Manaresi zeichnete die Auf­gaben des Kongresses, der infolge seiner Wichtig­keit auf ausdrücklichen Wunsch Mussolinis in das Kalendarium des Faschismus ausgenommen worden ist, dahin, freundschaftliche Beziehungen unter den Bergsteigern zu schaffen, die Methoden der Unfallverhütung zu studieren, Hilfs- und Ber­gungstruppen zu organisieren, den Grenzübertritt zu erleichtern und die wissenschaftlichen Erkennt­nisse des Alpinismus unter den Völkern zu verbrei­ten. In der anschließend stattfindenden Sitzung der Internationalen Union der Vereinigung für Alpi­nismus wurde als Tagungsort für 1934 die Schweiz festgesetzt. Die Sitzungen der einzelnen Sektionen werden sich ungefähr eine Woche lang hinziehen.