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10.10.1933 Frühausgabe
 
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Weiterhin günstige Gestaltung der Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Vier-Mllionen-Grenze -er Arbeitslosenkurve unterschritten -Auch langfristige Erwerbs­lose wieder in Arbeit und Brot.-Ourchgreifender Erfolg der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Oer Bericht für die zweite Septemberhalste.

Berlin, 9. Ott (TU.) 3n dec zweiten Seplem- berhälfle ist. wie die Reichsanstalt für Arbeilsver- mittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet, durch den energisch und planvoll geführten Kampf gegen die Arbeitslosigkeit die Bier - Millionen - Grenze um mehr a l s 150 000 unter- schritten worden.

Die Zahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen betrug am 30. September runi) 3850000. 3n einem Zeitpunkt, in dem eine weitere natürliche saisonmäffige Entlastung des Arbeits- marktev in größerem Umfange nicht mehr zu erwarten war, sind die Arbeit »beschas- sungsmoßnahmen der Reichsregierung i m verstärkten Mähe eingesetzt und die von der Reichsanstall gcsörderlen Rolslandsmah- nahmen erheblich ausgedehnt worden. Vies trug im Zusammenhang mit der weiter anhalten- den Belebung der wirtschaft wesentlich zu dieser starken Entlastung bei. Der Gesaml- r ü ck g a n g betrug rund 220 000 (minus 5,4 v. h): von den Arbeitslosen bezogen Arbeitslosenunterstüt­zung rund 316 000 (minus 20 725), Krisenunter- stützung 1 108 000 (minus 34 364), wohlfahrtsunter- stützung rund 1 488 000 (minus 110 000 im Lause des ganzen Monats). Besonders beachtlich ist der starke Rückgang der Arbeitvlosen-Wohlfahrtserwerbslosen, der anzeigt, datz es mehr und mehr gelungen ist, im Rohmen der Arbeitsbeschaffung auch die sozialpoli­tisch dringlichste Aufgabe, nämlich die Unter­bringung der langfristigen, häufig älteren und verheirateten Erwerbs­losen einer Lösung zuzusühren.

wieder stehen hinsichtlich der höhe der Enllaslung des Arbeitsmarktes die hochindustriallfier- ten und dichtbevölkerten Bezirke im Vordergrund. So meldet Brandenburg einen Rück­gang um rund 44000, Sachsen um rund 33000, Mittel­deutschland um rund 24 000, Rheinland um rund 19 000, Westfalen um rund 15 000. Den an fei l- m ä 6 igstärksten und für einen Bezirk mit nied­riger Arbeitslosenzlffer auch in absoluter höhe be­achtlichen Rückgang hatte Bommern mit einer Abnahme um rund 10 000 oder rund 19,2 v. h. sei­nes letzten Bestandes.

Gegen den Höchststand vom Februar des 3ahres mit 6 147 000 Arbeitslosen ist also bisher e i n R ü ck - gang um fast genau 2,2 Millionen Ar­beitslosen zu verzeichnen. Der tatsächliche Rückgang der Arbeitslosigkeit ist noch viel größer, da die wahre Zahl nicht allein nach den Zahlen der Arbeitslosen berechnet werden kann, sondern dem gegenüber­gestellt werden müssen die Beschäftigtenzah­len. während die Zahl der von den Krankenkassen errcchnelen Beschäftigten Ende 3anuar nur 11487000 betrug, erhöhte sich diese Zahl bi» Ende August auf 13 724 000. Dazu kommen noch die rund 270 000 Arbeitslosen, die im Laufe de» September wieder in Lohn und Brot zurückgeführt werden konnten, so datz die Zahl der Mehrbeschäftigten gegenüber Fe­bruar auf über 2,5 Millionen beziffert werden kann.

Oie Entwicklung in den einzelnen Wirtschaftszweigen.

Dis auf das Go st wirtsgewerbe, in dem durch die Beendigung der Saison eine Erhöhung des Arbeitslosenbcstandes eingetreten ist, verteilt sich die Entlastung wieder aus alle Berufs- gruppen. Sie war am stärksten in den von der Konjunktur abhängigen Gruppen, während die Außenberufe nur mit einem geringen Abgang zur Entlastung beitrugen. Der landwirtschaft­liche Arbeitsmark hat durch die in vollem Gang befindliche Kartoffelernte eine starke Bele­bung erfahren. Die Bemühungen der Arbeitsämter, die bäuerlichen Besitzer zur Verlängerung der Landhelferverträge über den Winter hinweg zu veranlassen, stoßen auf ein erfreuliches Berständkiis.

In der Baustoffindustrie hat sich in den Ziegeleibetrieben mit fortschreitender Jahreszeit und Beendigung der Saison die Arbeitsmarktlage leicht verschlechtert. Bei den Stcinbruchsbetric- ben und Kalkwerken hat sich die Beschäfti- gung gehalten. Lieferungen aus dem Arbeitsbeschaf- fungsproaramm bilden hier eine wirksame Stütze. In der Zementindustrie macht sich die aus- lau ende Produktionsperiode bemerkbar, jedoch wird versucht, die notwendigen Entlassungen durch Ar­beitsstreckung hinauozuschieben. Die Glasin- dustrie blieb in der Berichtszeit weiterhin auf­nahmefähig. Erheblich sind die Abgänge von Ar­beitslosen im Baugewerbe. Besonders gut war in dieser Berichtszeit die Beschäftigung i m Tiefbaugewerbe (Arbeitsbeschaffungspro- gramm). Im Hochbau wirkten sich die Darlehen und Zuschüsse für die Instandsetzung von Wohnhäu­sern günstig au».

3m Kohl e n bergbau ist die Lage im allge- meinen unverändert. Der September zeigt gegen­über dem Vormonat durch stärkere Industrieabrufe eine leichte Hebung der Beschäftigung. In der Hütten- und Walzwerksindustrie hat sich die Lage im September gut behauptet. In der oer arbeitenden Metallindustrie hat sich die Zahl der arbeitslosen Fach- und Hilfsarbeiter vermindert. Die Arbeitsbeschasfungs - Programme brachten daneben Aufträge für verschiedene hand­werkliche Gewerbezweige.

Die Beschäftigung im Spinn ft offfleroerbe war uneinheitlich. Einzelne Zweige sind gut be­schäftigt. in anderen waren Entlassungen unver- weidlich. Im ganzen bat jedoch die Arbeitslosen­zahl noch beachtlich abgenommen. Die Belebung im Bekleidungsgewerbe hielt an. Die Lage im Holz- und Schnitz st osfgewerbe hat sich weiter beachtlich oerbesiert. Im Nahrung», und Genuhmittelgewerbe trugen neben vereinzelten Einstellungen in handwerkllchei- Be trieben vor allem die Anforderungen der Zucker­

fabriken für die Kampagne zur Entlastung des Arbeitsmarktes bei.

Für die ungelernten Arbeiter boten sich bei den zahlreichen Arbeitsbeschaffungsprogrammen ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten. In den Angestelltenberufen ergaben sich vor allem

wieder für Verkäufer und Verkäuferinnen Dermitt- lungsmöglichkeiten. Die Auflockerung dieses Teil- arbeitsmarktes setzt sich weiter fort. Die Beschäfti- aungsaussichten für technische Angestellte gaben sich etwas gebessert.

Die fionjuntfurienbenien in Deutschland nnd ans den Weilmärkien.

Lockerung der weltwirtschaftlichen Verflechtungen.-Festigung des Binnenmarkts.

Berlin, 9. Oft. Das Institut für Kon­junkturforschung gibt in seinem neuesten Vierteljabrsheft auf Grund einer diesmal besonders eingehenden Untersuchung folgende zusammenfafsende Darstellung der Wirtschaftslage im Herbst 1933 in Deutschland und in der Welt:

Produktion und Beschäftigung und damit das Volkseinkommen find in Deutschland weiter ge­stiegen. Gefördert wurde diese Bewegung von der öffentlichen Hand, die große Beträge für die Arbeitsbeschaffung eingesetzt hat. Die freien Kreditmärkte hätten die Finanzierung einer solchen Produktionssteigerung nicht erlaubt. Der Geld­markt hat sich noch nicht genügend ver- s l ü s s i g t, Umsätze und Kurse an der Börse stag­nieren, die Emissionstätigkeit ist gleich null. Wenn trotzdem die Privatwirtschaft auch von sich aus Ersatzinoestitionen vorgenommen hat, so ist dies Darauf zurückzuführen, daß der Status der Unternehmungen allmählich etwas liquider ge­worden ist und so erhöhte Selbstfinanzie- r u n g ermöglicht.

Einer weiteren Ausdehnung der freien Unter­nehmertätigkeit wären allerdings verhältnismäßig enge Grenzen gesetzt, wenn nicht die neuer­dings beschlossenen Maßnahmen die Kredit­märkte aus ihrer Erstarrung lösen würden. Die Fortschritte, sind fast im ganzen Um­kreis der industriellen Produktion zu beobachten. Führend sind dabei nach wie vor die Inoestitions- güterindustrien. Die Landwirtschaft zeigt mit ihrer reichlichen Ernte ein entsprechendes Gegenbild. Die Deckung des Bedarfs an Getreide aus heimi­scher Erzeugung ist für das laufende Erntejahr gesichert. Den Gefahren für die Ertragsgestaltung der Landwirtschaft treten grundlegende gesetzgebe­rische Maßnahmen entgegen, die die Landwirtschaft aus dem ihr zum Verhängnis gewordenen Zusam­menhang mit den kapitalistischen Märkten befreien sollen. Damit bieten sich dem Bauerntum neue Entwicklungsmöglichkeiten. Die Konsolidierung in der Jndustriewirtschast und die Neugestaltung der landwirtschaftlichen Märkte haben auf vielen Ge­bieten d i e Preise befestigt. Von einzelnen Auswüchsen abgesehen, hält sich die Steigerung der

Preise bis jetzt aber noch insehrengen Gren­ze n; vor allem auf den Konsumgütermärkten stößt eine stärkere Erhöhung der Prerse bei der immer noch geringen Kaufkraft weiter Streife der Bevölkerung auf Schwierigkeiten. Die Absatz­möglichkeiten im Export haben sich nicht verändert.

Wie in Deutschland wird auch in anderen L an de r n die konjunkturelle Belebung fast aus­schließlich vom Binnenmarkt getragen. Die Lockerung der weltwirtschaftlichen Verflechtungen und ihre Auflösung in eine Reihe regionaler Sonderbewegungen hat nach dem Scheitern der Londoner Konferenz weitere Fortschritte gemacht. Die Gegensätze zwischen den Ländern mit entwerteter Valuta und den Goldwährung sländern haben sich verschärft. Die kreditwirtschaftlichen Verflechtungen lösen sich mehr und mehr; trotz hoher Zinsdifferen- zen finden zwischen den einzelnen Ländern nur unbedeutende Kapitalfluktuationen statt. Die Welthandelsumsätze Haden sich im ganzen nicht verändert, obwohl die industrielle Weltproduk- tion gegenwärtig beträchtlich höher liegt als zu Iah- resbeginn. Lediglich auf den Rohstoffmärk- t e n sind noch stärkere internationale Zusammen­hänge zu erkennen. Die Hausse in den Ver­einigten Staaten von Amerika hat zu einer solchen Preissteigerung geführt, daß die Rohstoff­preise in Gold gerechnet auch nach den Rück- schlügen in den letzten Monaten noch über dem Stand im März d. I. liegen. Die Befestigung der Rohstoffmärkte und die damit zusammenhängenden Lagereindeckungen reichen jedoch für einen durch­greifenden Aufschwung nicht a u s. In allen Län- dern, die sich ausschließlich auf die durch die Preis­bewegung gegebenen Auftriebskräfte stützen, bestehen Rückschlag sgefahren, wenn die von den Rohstoffpreisen ausgehenden Impulse schwächer wer­den. Bei der Unergiebigkeit der Kapitalmärkte, der mangelnden Unternehmerinitiative und der in zahl­reichen Ländern noch unzureichenden Besserung der Rentabilitätsverhältnisse hängt die Ueberwindung der Depression entscheidend von geeigneten konjunk­turpolitischen Maßnahmen ab."

Die ünlemehinerpersönlichkeii im neuen Sinai.

Gleichberechtigter Soldat in der Arbeitsfront des deutschen Volkes.-Störung des Wirtfchastsfriedens ist Volksverrat. Oer Llnternehmer dienendes Glied in der Volksgemeinschaft.

Vizekanzler von Popen vor den Frankfurter Industriellen.

WSN. Frankfurt a. M., 9. Oft. Auf Ein­ladung des Verbandes Mitteldeutscher Industrieller e. D. stattete Vizekanzler von Papen der Stadt Frankfurt einen Besuch ab. Der Empfang des Vizekanzlers gestaltete sich überaus herzlich. Am Bahnhof waren zu seiner Begrüßung Abtei­lungen von SA., SS. und des Stahlhelms auf- marschiert, und auch das Publikum nahm regen Anteil. Am Abend sprach Vizekanzler von Papen im überfüllten Saal des Frankfurter Hofs vor führenden Persönlichkeiten des heimischen Wirt­schaftslebens und Vertretern der öffentlichen Körper­schaften überDie Unternehmerpersönlichkeit im neuen Staat". Nach Begrüßungsworten des Der- bandsvorsttzenden Dr. Braun führte Vizekanzler von Papen u. a. aus:

Zur Wirtschaft gehört auch der Unternehmer. Für den nationalsozialistischen Staat ist dies eine selbst­verständliche Erkenntnis, die aus der Anerkennung aller schaffenden Stände entspringt. Die Klassen­kampfidee ist heute überwunden. Der Unter­nehmer ist heute ein gleichberechtigter Soldat in Der gewaltigen Arbeits­front des deutschen Volkes. Im Kampf um die Vorherrschaft zwischen Politik und Wirt- schäft haben wir in den letzten Jahrzehnten trübe Erfahrungen gemacht. Wir haben heute gelernt, daß der Primat der Politik gebührt und daß der Politiker lange Zeiträume ins Auge fallen muß, um die Voraussetzungen für eine stete Wirtschaft zu schaffen.

Die nalionalsozialistische Slaafsauffaffung ist davon durchdrungen, daß die wirtschaft eine» oielgeflaltigen, lebendigen, von perfönlichkeitswerlen erfüll­ten Unternehmertum» bebarf, dessen Ethos heißt:Arbeit, Arbeit im Dienste der Nation." Hitler machte die Bahn frei zu dem Ziele, dem Seelisch-Geistigen wieder die Herr­schaft über da» materielle Dasein zu geben. Die Staatsführung anerkennt die Unersetzlich, kelt be» Unternehmertums In b e r IV lrtf chaft des neuen Deutschland», schützt es in der Ausübung seiner Funktionen und ist bereit, ee zu fördern und in seiner Stellung innerhalb der Wirtschaftsorganisation zu stärken.

Die im Ausbau befindliche Agrarreform, diese zweiteBauernbefreiung", soll nach dem Willen der Reichsregierung das Fundament der G e s a m t w i r t f ch a f t st ä r k e n. Die für die deutsche Landwirtschaft getroffene Sonderregelung, so sehr sie auch für den industriellen Unternehmer von Bedeutung sein wird, kann nicht auch auf an­dere Wirtschaftsgebiete übertragen werden. Indes­sen sollen auch die anderen Wirtschaftszweige nicht der schützenden Hand de» Staate» entbehren. Es gift in erster Linie di« allgemeinen Doraussetzun-

gen au schaffen, die für eine ruhige und ge­deihliche Entwicklung eine s a esunden Mittelstandes unerläßlich sind. Wir brauchen vor allen Dingen den Unternehmer der mittleren und kleiner en Betriebe, weil industriell unsere Zukunftsmöglichketten fast nur auf dem Gebiet Der Qualitätsware lie­gen, Die Den qualifizierten Unternehmer unD Ar­beiter ooraussetzen.

Die Phase der nationalen Revolution ist be­wundernswürdig rasch in die Phase der Evolution übergeleitet worden. Die Siaalssührung stellt sich schützend vor Die Be­triebe und hat Heißspornen und Unbelehrbaren deutlich gemacht, daß Den wirtschaft»- frieden stören, verrat am Volke be­gehen heißt. 3d) kann mit Genugtuung feststellen, daß sich das deutsche Unternehmer­tum durchaus der Stunde gewachsen zeigt, Denn es ist mit allen Kräften bemüht, die vielfältigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosig­keit zum Erfolge zu verhelfen und d i e R e g i e - rnng durch Eigeninitiative zu un­ter st ü h e n. Starker Staat und Persönlichkeit sind keine Gegensätze, sie beblngen ein­en b e r, unb ba» eine ist nicht ohne ba» anbere denkbar, heute, wo wir wieder eine starke zen­trale Staatsführung haben, die auch dem Wirt­schaftsleben Stabilität und ruhige Entwicklung oerbürgern kann, darf sich auch wieder jene un­besiegbare 3nltiatioe und Risikofreudigkeit, jene Freude am eigenen Schaffen her - Dormagen, an der da» deutsche Unterneh­mertum von jeher so reich war.

Sie werben vielleicht einwenben, meine Herren, daß Die innere und Die äußere Lage des Landes noch zu ungeklärt sei. daß der korporative Umbau Der Wirtschaft noch in Den er ft en An­fängen stecke unD daß in der Arbeitsfront noch zu viele Unausgeglichenheiten Zwischen Arbeiter und Unternehmer bestünden. Je schneller unD je oollstänDiger Die alten Gegensätze vergessen werden, um so schneller wird Der wahre innere Wirtschaftsfrieden er­rungen werden und um so weiter werden wir Der übrigen industrialisierten Welt voraus sein. Fan­gen Sie als Unternehmer unb als bie geistig Füh­renden mit dem guten Beispiel an und verwenden Sie alle Energien auf di« Herstellung dieses inneren Friedens, der der Wunsch und Wille des Führers ist, dann werden Sie um so eher verlangen können, daß Ihre Arbeiterschaft sich aui das engste mit Ihnen verbunden fühlt. Und wenn Sie dann noch immer auf Widerstände stoßen lallten, bann zeigen Sie Rückgrat und wehren mit eiserner Energie Dinge ab, die man Ahnen etwa jumulen will, Dinge, die von d e r Ober st en Führung nicht gewünscht und die weder im Interette einer gesunden Fortentwick­lung der deutschen Wirtschaft noch der wahren Ar­

beitsfront liegen. Der nationalsozialistische Staat verträgt durchaus Kritik. Ja er bedarf wie alles, was organisch wachsen will, der prüfen­den Kritik. Nur muß diese Kritik nicht zerfetzend fein, sondern im aufbauenden, schassen- den Sinne liegen. So gewiß die Wirtschaft nur auf Dem Grundsatz Der Rentabilität aufgebaut werben kann, so wenig beabsichtigt ist. Den g e funben und fairen Wettbewerb auszu- schalten, oder die natürliche Auslese in der Wirtschaft verhindern zu wollen, so unabänberhd) muß als oberste Richtschnur für jeden in der Win- schäft Tätigen bas Woh l Der Gesamtheit gelten. Aus bieser Denkweise wächst auch Die so- Ziale Einstellung Des heutigen Unternehmers ganz von selbst; ein DicnenDes Glied in Der großen Gemeinschaft unseres Volkes zu fein.

Die Erneuerung der Wirtschaft im christlichen Geist ist allein Der Weg zu einer Dauerhaften, auch innerlichen Ueberwindung des Klalfenkampses. Der Nationalsozialismus hat die Nation zu einer so starken seelischen Einheit zusammengeschmolzen, daß diese Einheit genügend Kraft aufbringen wird, alle Schwierigkeiten Der Wirtschaftslage, mögen sie zeit­lich unD praktisch noch so groß sein, zu überwinden. Der Nationalsozialismus hat auch nichts mit kriegerischer Gesinnung oder Kriegs­rüstung zu tun. Uniformen bedeuten noch keinen Militarismus und Disziplin ist im bürgerlichen Leben nicht weniger vonnöten als im Kriege. Deutschland will im Frieden leben und arbeiten. Aber es gibt unvergängliche Rechte, auf die fein Land verzichten kann. Dazu gehören das Recht gleichberechtigter Stellung inner­halb der großen DölkersamUie, dazu gehört ferner das Recht auf Sicherheft innerhalb einer waffen­starrenden Welt. Diese selbstverständlichen Rechts­ansprüche werden wir immer und immer wieder­holen, bis sie erfüllt sind! Die nächsten Tage und Wochen werden vielleicht eine harte Nervenprobe für bas beutsche Volk bebeuten. Im Besitze eines guten Gewissens unb im Anspruch auf ein gute» Recht werben wir ber Entwicklung ruhigen Auge» entgegensehen.

Eine abendliche Huldigung für den Vizekanzler.

Langanhaltenber Beifall bankte bem Vizekanzler für seine Ausführungen. In den späten Abenb- ftunben brachte ber Frankfurter Stahlhelm bem Vizekanzler ein Stäubchen mit anschließenbem Fackelzug bar. Im Garten bes Frankfurter Hof» wohnten bem Zapfenstreich neben Vizekanzler von Papen bie Vertreter des Ae.banbes Mitteldeutscher " Industrieller, ber Behörden und der Wehroerbänbe sowie ber kamerabschaftlichen Frauenverbänbe bei. Vizekanzler von Papen war Gegenstanb lebhafter Ovationen. Mit einem Hoch auf Den Felbmarscyall von Hindenburg unb ben Volkskanzler Abolf Hitler sowie bem Absingen bes Deutschlanb- unb Horst-Wessel-Liebes fanb bte Runbgebung ihr Enbe. Bei einem ihm zu Ehren gegebenen Elfen ergriff ber Vizekanzler nochmals bas Wort zu einer kurzen Ansprache, in ber er u. a. sagte: Hinter ber natio­nalen Revolution steht ber Gesichtspunkt ber Versöhnung. Es ist bies eine Konzeption staatsmännischen Denkens, ebenso wie Nicolsburg hinter Königgrätz steht. Dieser Prozeß bes Vergessens und des Einschmelzens von uns zu den andern und von den andern zu uns ist der ausdrückliche Wunsch des Führers, an dessen Verwirklichung alle miteinander arbeften sollten.

Oie Frau im neuen (Staat Berufstätige Frauen werden nicht aus Lohn und Brot verdrängt.

Berlin, 9. Okt. (VdZ.) Für das Aufklärungs- amt für Bevölkerungspolitik unb Rassenpflege setzt sich bie Referentin Frau Maria Wesner mit ben Gerüchten auseinander, als ob nach der Macht­ergreifung durch den Nationalsozialismus b i e berufstätigen Frauen von heute auf mor­gen aus ihren Stellen verjagt werden sollten. Das fei natürlich Unsinn. Wenn man Di« Frau aus b e ft i m m t e n akaDemisch«n B e - rufen herausziehe, um Die freiwerdenden Stellen mit Männern zu besetzen, dann sei ba» zu be­grüben. Sicher aber werde ba# Heer der Leh­rerinnen, Fürsorgerinnen, Verkäu­ferinnen, Stenotypi st innen, Sekre­tärinnen usw. bestehen bleiben, weil die Frau auf diesen Posten zweifellos kraft ihrer natürlichen Anlage geeigneter fei als Der Mann.

Der Nationalsozialismus erhebe leDiglid) die For­derung, daß Die Frau ihrer wirklichen Be­stimmung als Hausfrau unD Mutter soweit rote möglich zugeführt werden könne. Das heißt daß Die jungen Männer schon in den ersten Jahren ihres Berufslebens Durch ein ausreichendes Gehalt in die Lag« versetzt werden müßten, heiraten zu können. In der Vergangenheit sei es aber vielfach so gewesen, daß die Einkünfte des Mann«» e r st bann, wenn er Die Mitte der 30er Jahr« überschritt, zur Eheschließung ausreichten. Durch frühere Heiratsmöglichkeit würde naturge­mäß ein großer Teil junger Mädchen aus bem Berufsleben ausscheiben.

Die Referentin roenbet sich in biefem Zusammen­hang gegen Diejenigen Frauenkategorien, die unter dem Einfluß der Frauenrechtlerinnen ein vom Manne unabhängiges Leben durch di« Schaffung einer selbständigen Exi - fte n 3 erstreben. Hinter diesen Auffassungen steck« nicht der Zwang zum Broterwerb, sondern ba» Luxusbedürsnis.

Oie Mittel

für Znstandsehungsarbeiten.

Berlin , 9. Okt. (TU.) Zur Bekämpfung ber Ar- beftslosigkeit sind burch bas zweite Gesetz zur Der- minberung Der Arbeitslosigkeit 500 Millionen Reichsmark zur Gewährung von Zuschüs­sen fürInstanbsetzungs-, Ergänzunas- unb Umbauarbeiten an ©ebäuben zur Ver­fügung gestellt. Instandsetzungszuschüsse werden nunmehr für Instandsetzungsarbeiten jeder A r t gegeben, also auch an rein gewerblichen Gebäuden. Dezuschußt werden auch Schon- heitsreparaturen (Tapezieren, Streichen von Fußböden usw.) Auch Ergänzungsarbei- t e n werden berücksichtigt, z. B. Die Anlage von elektrischer Beleuchtung, Einbau von Heizungs- und Gasanlagen. Die Kosten müssen mindestens 100 Mark betragen. Der Zuschuß beträgt wie bisher ein Fünftel der entstandenen Ko st en. Den Zuschuß kann nicht nur der Hausbesitzer, son­dern auch ber Mieter, der seine Wohnung