Ausgabe 
10.8.1933 Erstes Blatt
 
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Die Knebelung der nationalen Saarpreffe.

Beschwerde an den Völkerbund über die einseitige Haltung der Regierungskommission.

Berlin, 10. 2lug. (ERB. Funkspruch.) Der Verein der Saarländischen Presse hat an den Bölkerbundsrat ein Schreiben ge­richtet, in dem gegen die Unterdrückung der deutschen Presse im Saargebiet ener­gisch protestiert wird. 3n diesem Schreiben kom­men diejenigen Gesichtspunkte erneut zum Aus­druck, die in der Sitzung des Saarländischen Lan­desrates vom 25. Juli von dem Vertreter der Deutsch-saarländischen Volkspartei dargelegt.wor­den sind.

Die Regierungskommission des Saargebiets hat in den letzten Monaten die saarländische Presse mit verboten geradezu überschüttet.

So wurden am 24. Juli neun Zeitungen, am 25. eine, am 8. August zwei und gestern erneut eine Zeitung verboten. Bei ihrem gegen die n a - tionale Presse gerichteten Vorgehen stützt sich die Regierungskommission auf ein am 22. März d. 3. erlassenes Dekret, daszur Auf­rechterhaltung der Ruhe und öffentlichen Sicher­heit im Saargebiet" dienen soll. Die Bestimmun­gen dieses Erlasses sind, wie in dem Schreiben an den Dölkerbundsrat hervorgehoben wird, von einer bedrohlichen älngenauigkeit. Sie lassen damit alle Möglichkeiten einer Interpre­tation offen, die wie ja auch nicht anders er­wartet werden kann in der bisherigen Praxis sich stets gegen die Interessen des deut­sch en Saarlandes richteten.

Die Regierungskommission, die es nicht für an­gebracht hielt, wenn in den letzten Monaten im Saargebiet erscheinende Zeitungen Mitglieder der Reichsregierung beschimpften, dagegen einzu­schreiten, wie es schon die korrekte Einstel­lung einem Mitglied des Völkerbundsrats gegen­über geboten hätte, diese gleiche Regierungs­

kommission glaubte bei jeder Gelegenheit den Schuh derjenigen kreise übernehmen zu müssen, die offen oder versteckt separatistische Propaganda betreiben.

Eine Überprüfung der Berbotsanlässe in den letz­ten Monaten zeigt, daß regelmäßig dann von der Negierungskommission vorgegangen wurde, wenn eine deutschgesinnte Zeitung gegen die unheilvolle Tätigkeit dieser separatistischen Wühler Verwahrung einlegte. Die Erregung, die sich nicht nur der unmittelbar betroffenen journali­stischen Streife, sondern der gesamten saaarländischen Bevölkerung angesichts dieser Tatsachen bemächtigt hat, ist nur zu verständlich.

Es dient nicht zur Aufrechterhaltung und För­derung der notwendigen saarländischen Freiheit, wenn der überwältigende Teil der Bevölkerung der Organe seiner öffentlichen Millens- und Meinungsbildung systematisch beraubt wird.

Die Regierungskommission hat zu wiederholten Malen, so durch ihre am 19. Juli veröffentlichte Erklärung zur kommenden Abstimmung, die zu­treffend als einSchuh für Verräter" bezeichnet wurde, bewiesen, daß sie nicht die mit ihrer Stellung vereinbare korrekte und loyale Haltung einnimmt. Man darf er­warten, daß sich der Völkerbundsrat der hohen Verantwortung bewußt ist, die ihm durch den Protest der saardeutschen Presse auferlegt wird. Die notwendige Berücksichtigung der berechtigten Wünsche der saardeutschen Presse ist nicht nur eine Voraussetzung für eine ruhige Entwicklung im Saargebiet, sondern eine Vorbedingung für die im Interesse des Friedens zu fördernde internationale Zusammenarbeit, die durch das Vorgehen der Regierungskommission ernsthaft ge­fährdet wird.

DerA-wehrkampf gegen die KPD.

Ludwigshafen.

Ludwigshafen, 9.Aug. (WSN.) In einem hiesigen Fabrikbetriebe wurden in letzter Zeit ver­schiedentlich revolutionäre Schriften und Flugblätter niedergelegt, die von den Betriebs­arbeitern an sich genommen werden konnten. Die Erhebungen machten eine umfangreiche Aktion not­wendig, wobei auch mehrere hundert Werksangehö­rige einer Durchsuchung unterzogen werden mußten. Nach dem bisherigen Ermittlungsergebnis handelt es sich auch in diesem Falle wieder um Wühl­arbeit oonKommunisten. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Festgenommen und in das hiesige Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert wurde ein verheirateter Tagner, der bis in die jüngste Zeit für dieRote Gewerkschaftsopposition" Werbearbeit verrichtete.

Seucrgefedyf an der Saargrenze.

Trier, 9. Aug. (Sil.) Die Staatspolizeistelle Trier teilt mit: In der Rächt zum 9. August wurden aus der H^he zwischen Rimlingen und Rissenthal vier Personen nach ileberschreiten der Saargrenze von Zollbeamten angehalten. Beim Anruf warfen sich die vier Personen zur Erde und schossen auf die Beamten. Sie wurden nach kurzem Feuergefecht überwältigt und festgenommen. 2m Zusammenhang mit dieser Festnahme wurden iwch weitere fünf Per­sonen verhaftet, die ihre Zugehörigkeit zur KPD. heute noch durch Kurierdienste, Empfang­nahme von Geldsummen aus Luxemburg usw. bekunden. Außer einer Menge Pistolen wurden verbotene Druckschriften beschlagnahmt. Alle Fest­genommenen sind in das Gefängnis zu Trier eingeliefert worden.

Braunschweig.

Braunschweig, 9. Aug. (WTB.) In den letz­ten vier Wochen war im Lande Braunschweig ein erneutes Anschwellen der kommuni - scheu Wühlarbeit festzustellen. Es wurde eine Reorganisation und Neuaufbau der KPD. versucht. Gleichzeitig wurde eine rege Tätigkeit von kommu­nistischen Flugblattverteilern bemerkt. Das Landes­polizeiamt griff deshalb energisch durch und ver­haftete mit Unterstützung der Hilfspolizei im Lause der zweitägigen Aktion im ganzen Lande rund 2 5 0 Marxisten, darunter auch einige Frauen. Am Di-nstag wurden bereits 70 Marxisten dem Schnellrichter vorgeführt und 60 von ihnen zu insgesamt rund 45 Jahren Gefäng­nis o e r u r t e i l t. Die Mindeststrafe betrug einen Monat, die Höchststrafe 8% Jahre. Fünf Marxisten kamen in Untersuchungshaft, während weitere fünf mangels Beweises freigesprochen wurden. Die übri­

gen Verhafteten kommen heute vor den Schnell­richter. Ein kleiner Teil von ihnen ist wieder ent­lassen worden.

Oberlausih.

W e i ß w a s s e r (Oberlausitz), 9. Aug. (TU.) Der Polizei ist es gelungen, einem staatsfeindlichen Per- sonenkreis auf die Spur zu kommen, der die Neu- organifation der revolutionären G e - werkschaftsoppofition (RGO.) in der ge­samten Lausitz beabsichtigte. Als Haupt dieser Gesell­schaft wurden die Eheleute Hartkops in Weiß­wasser ermittelt, die in dauernder Verbindung mit Kurieren standen. Die Geheimkuriere mieteten sich unter Decknamen in Weißwasser ein und setzten in mehreren Orten der Lausitz Vertrauensleute ein, bei denen sie auch kassierte Beiträge abhoben. Es wur­den fünf Personen fe ft genommen. Die Polizei konnte Beitragsmarken und Propaganda­material für die RGO. entdecken und sicherstellen.

Gegen die KpO. in Gumbinnen.

Gumbinnen, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der Staatspolizei Tilsit war schon seit längerer Zeit bekannt, daß in Gumbinnen die KPD. eifrig am Werke war. In den letzten Tagen wurden wiederum Flugblätter und Marken der Roten Hilfe" verkauft. Diese Vorkommnisse ver­anlaßten den Tilsiter Polizeidirektor, eine große Aktion gegen die KPD. in Gumbinnen vorzu­nehmen. Die Aktion setzte am Donnerstag um 5 Uhr schlagartig ein. Zur Absperrung und Durch­suchung wurden etwa 50 Kriminalbeamte und 500 Mann Schutzpolizei aus Tilsit, Insterburg und Gumbinnen, sowie SA., SS. und Stahlhelm auf­geboten. Um ganz Gumbinnen wurde eine AbspFrrke11e gezogen und acht große Häuserkomplexe, darunter verschiedene Lau­benkolonien, besetzt. Alle Personen, die die Absperr- fctte passieren wollten, wurden eingehend durch­sucht. Man nahm mehrere Verhaftungen vor, auch wurde eine Menge Material beschlag­nahmt.

Große Aktion gegen die KPD. in München.

München, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Bei über hundert neuerdings als Kommunisten bekann­ten Personen wurden heute früh Haussuchungen vorgenommen. Insgesamt wurden 68 Personen fest genommen. Die Polizei hob weiter eine Druckerei aus, in der kommuni st ische Hetz­schriften hergestellt waren. Beschlagnahmt wur­den bereits fertiggeftellte neue Hetzschriften mit dem TitelDer Pionier",Die RGO.",Die Neue Zei­tung". Außerdem wurden neu hergestellte Rund­schreiben gefunden, die interessante Einblicke in das illegale Treiben der KPD. gewähren.

Aus aller Well.

kein neues Festspielhaus in Bayreuth.

Frau Winifred Wagner in Bayreuth teilt mit, daß fte den Projekten, die sich mit dem Bau eines neuen Festspielhauses befassen, völlig fernsteht, und daß bestimmungsgemäß die Bayreuther Festspiele weiter in dem jetzigen Festspielhaus abgehalten werden.

Bestialischer Mord an einem SA.-Mann aufgeklärt.

Das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin teilt mit' Durch die SA.-Standarte i und Feldpolizei wurden drei Männer und eine Frau f e st ge­nommen, die in dem dringenden Verdacht stan­den, den SA.-Mann Reinhold H a r t w i ch in der Rächt vom 2. zum 3. August 1930 in Eharlotten- burg ermordet zu haben. Die vier Personen haben bereits gestanden, die grauenvolle Tat ver­übt zu haben und haben sie bei ihrer Verneh­mung in allen Einzelheiten geschildert. Danach hat sich der Vorgang wie folgt zugetragen: In einer am Abend des 2. August stattgefundenen kommunistischen Versammlung wurde beschlossen, den SA.-Mann Hartwichumzulegen". Die drei festgenommenen Kommunisten wurden dazu be­stimmt, die Tat auszuführen. Hartwich wurde dann in der Rächt vor seiner Haustür aufge­lauert. Der eine Kommunist trat auf ihn zu und hielt ihm die Hände fest. Der andere zog ihm die Füße weg. Run bearbeitete der Dritte den ^Unglücklichen mit einem Schlagring auf den Kopf so lange, bis er tot zusammenbrach. Die ebenfalls

festgenommene Frau hat während dieses Vorfalls an der nächsten StraßeneckeSchmiere" gestanden. Die Ehefrau des Hartwich stand auf dem Balkon. Ihre Hilferufe wurden durch die Rotfrontrufe der Beteiligten übertönt. Die vier Personen befinden sich in Schuhhaft.

Brandstiftung in der Uckermark.

In Neu-Polzow (Uckermark) brach nachts in dem Viehstall des Gutsbesitzers Richard William in­folge Brandstiftung ein Feuer aus, das sich mit großer Schnelligkeit auf das ganze Gebäude aus­breitete, so daß der größte Teil des in dem Stalle untergebrachten Viehs, darunter 54 wertvolle Herd­buchkühe, 25 Hammel, 5 Schafzuchtböcke, 4 Zucht­bullen und drei Kälber in den Flammen u m - tarnen. Der Schaden wird auf 80 000 Mark ge­schätzt. Auf dem Wege zur Brandstätte stürzte der Löschzug in den Chausseegraben. Sämtliche Feuer­wehrleute erlitten mehr oder weniger schwere Ver­letzungen. Einige von ihnen mußten mit Kno­chenbrüchen und inneren Verletzungen in das Pase­walker Krankenhaus eingeliefert werden.

Die französischen Ozeanflieger auf dem Rückflug.

Wie aus Rayak (Syrien) gemeldet wird, sind die französischen O^anflieger C o d o s und Rossi, die einen neuen Weltrekord im Langstreckenflug auf­gestellt haben, heute (Donnerstag) in der siebenten Morgenstunde zum Rückslugnach Marseille gestartet.

Aus der proviuzialhauplstadi.

Menschen und Blumen.

Blumen prangen auf dem Felde, in den Gärten, am Schaufenster des Gärtners und Händlers, an den Fenstern der Wohnungen, auf dem Balkon des Hau­ses. Blumen versinnbildlichen Freud uni» Leid. Liebe, Freundschaft, Freude und Trauer werden durch Blumen zum Ausdruck gebracht. Sie sollen die un­ausgesprochenen Gedanken der Menschen zueinander vermitteln.

Blumen erfreuen durch ihre Farbenpracht und durch ihren Duft. Der Blinde fühlt ihre Nähe. Lah­men, Taubstummen und Kranken können sie ein Mittel der Gemütsauffrischung sein. Aus manchen wird Medizin gewonnen, und was frische, lebende Blumen nicht durch ihr Aussehen und durch ihren Duft zuwege bringen, das vollendet oft die getrock­nete Blume und ihr Saft.

Gegner der Blumen gibt es wohl nur wenige. Manche kaufen sie aus Gewohnheit, weil es nun einmal Sitte und Gebrauch ist, daß man sich zu den Festen des Lebens oder an Tagen der Trauer Blu­men schenkt. Andere kaufen Blumen, weil sie'wissen, daß diejenigen sie lieben, denen sie geschenkt werden sollen. Manchen Geschenken sagt man eine üble Vor­bedeutung nach, die Blumen aber sind die Kinder der Freundschaft, der Liebe, der Hochachtung und Verehrung. Blumen darf der Aermste dem Reichen, der Untergebene dem Vorgesetzten, das Kind den Eltern schenken; die unbezahlbaren Verdienste eines Menschen belohnt man mit Blumen.

Kenner und Kennerinnen wählen bestimmte Blu­men ober gewisse Farben, um ihre Gefühle ober Wünsche bamit auszubrücken. Gelb gilt bekanntlich als Falschheit, rot als Liebe, weiß als Unschulb, blau als bie Treue. In ber Prosa und noch mehr in der Poesie spielt bie Blume seit jeher eine große Rolle und bient besonbers bem Vergleiche. Ebenso wichtig ist bie Blume auch in ber Malerei unb Bilbhauerei, wo sie vielfach als Mobell unb als Vvrbilb ber Nach­ahmung bient. Sie ähnelt auch in vielem sonst ben Kunstwerken. An ben Blumen kann sich jeher er­freuen, ber sie auch nicht selbst besitzt unb fein eigen nennt. Auf bem Selbe, im Walbe, im Garten, bei Verwanbten unb Freunben ist reichlich Gelegenheit genug bazu geboten Ohne einen Pfennig Gelb kann man ben Genuß von Blumen haben, etwa so, wie man ein Gemälbe, bas in frembem Besitz ist, be­schaut unb bavon einen nachhaltigen Genuß hat; man kann sie bilblich genießen wie ber Zaungast bie Musik genießt, unerwünscht unb unaufgefordert. Wie aber nur der ein Kunstwerk ganz genießen kann, ber es versteht, so kann bie Blume nur ben erfreuen, ber mit ihr vertraut ist. Man muß Blu­men nicht unbebingt zum Leben haben, unb buch machen sie bas Leben voller, reichlicher, erträglicher.

Besonbere Beziehungen haben bie Menschen natür­lich zu benjenigen Blumen, bie sie selber anpflanzen unb züchten, die sie selbst pflegen und betreuen, unb im Falle ber Liebhaberei gleichen biefe Beziehungen ber Sportbetätigung. Man hört auch manchmal sagen, baß bie Liebe zu ben Blumen einen Schluß auf den Charakter des Menschen zuließe und hat deswegen bie Blumenpflege als ein Nebenfach in ben Lehrplan besonbers ber Mäbchenschulen ausge­nommen. Eine Verallgemeinerung ber Kennzeich­nung bes menschlichen Charakters unb Herzens aus ber Blumenliebhaberei geht aber nicht an, man kann nicht einfach sagen, wer bie Blumen liebt, liebt auch die Menschen unb umgekehrt, weil bie Ver­anlagung bes Menschen unb bie Entwickelung be­stimmter Sinne entscheibenb ist für bie Stellung bes Menschen zu ben Blumen. Den Menschen, bie bie Blumen lieben, bienen sie zur Erheiterung unb Ver­schönerung bes Lebens. Farbenpracht unb Wohl­geruch in einem oerbunben, treffen wir sonstwo kaum an. Das Leben ber Blumen versinnbilblicht bas Leben bes Menschen. Die Blumen keimen, wach­sen^ blühen unb vergehen, ganz wie es auch bas Schicksal bes Menschen ist. Sie stellen bas Leben in voller Pracht, in bem schönsten Schmuck ber Far­ben bar, im Hochmittage bes Lebens. Als Freuben» bringer wollen wir sie nicht missen. Gr.

Neuer Geschichtsunterricht.

Die ollen Griechen gern in allen Ehren, sie sind bes Ruhms für alle Zeit gewiß;

man soll bie beutsche Jugenb wahrlich lehren ben Geist von Marathon unb Salamis.

Man kann getrost auch noch ihr Loblieb fingen als Kerle von Kultur unb von Geschmack, boch heller noch, als Salamis muß Hingen bas deutsche Hohelied von Skagerrak.

Auch bei ben Romern heißt es: StiUgeftanben! Sie brachten Leben in bie Welt hinein;

bas waren ganze Männer unb sie fanben Europas Grenzen halb für sich zu klein.

Wohl brachten sie burch ungezählte Siege ihr stolzes Reich zu Weltherrschaft unb Macht, doch hoher noch, als alle panischen Kriege steht für uns Deutsche die Masurenschlacht.

Laßt all den aufgewärmten, alten Plunder, ber Nichtigkeiten schilberte unb wog unb zeigt ber Jugenb, wie basMarnewunber" uns um ben wohlverbienten Sieg betrog.

Werft einen Blick in Klios alte Bücher unb streicht getrost an tausend Namen aus, den alten Fritz jedoch und unfern Blücher stellt desto gründlicher unb mehr heraus!

Vor allem treibt lebenbige Geschichte.

Von Deutschlanbs Ringen rebet Tag für Tag, unb sorgt, daß man bie Jugenb unterrichte von bem Versailler Blut- unb Schanbvertrag. Unb muß ber junge Mensch ein Vorbilb haben, so rebet nicht von frember Völker Tat:

Vier Jahre Krieg! Vier Jahre Schützengraben! Unb bann bas Enbe ... Lüge unb Verrat!

Dann greift hinein ins volle Menschenleben. Blickt ein paar kurze Jahre nur zurück: Die Not im Lanb, von Feinben rings umgeben, kämpft eine kleine Schar um Deutschlanbs Glück! Was brauchen wir bie Helben unb Bekenner von jebem längst entschwunbnen Volk unb Staat, wenn unsre beutsche Jugenb solche Männer wie Hitler, Göring, Röhm unb Goebbels hat!

Puck.

Die Vorbereitungen

für die Handwerkswerbewoche.

Wie das VDZ.-Bureau meldet, fand am Mitt­woch eine Besprechung der Vertreter der Spihen- organisationen des Handwerks Über die Durch­führung der Handwerkswerbewoche vom 15. bis 21. Oktober statt. Dabei wurde mitgeteilt, daß ein Abzeichen, eine Handwerkerwerbeschrift und ein künstlerisches Plakat geschaffen werden sollen. Das Abzeichen soll in verschiedenen Ausführun­gen zu einem Preise von 10 und 50 Pf. abgegeben werden. Ein Vertreter des Reichspropaganda- 1 Ministeriums gab zahlreiche praktische Anregungen

und sagte die ilnterstühung des Ministeriums für die Werbewoche zu. Er empfahl ein R u n d - funkhörspiel über das deutsche Handwerk, das über alle deutschen Sender verbreitet werden könnte, zu schaffen. Auch hielt er es für zweck­mäßig, daß die Kultusminister der einzelnen Länder den Schulen den Besuch der Handwerksbetriebe während der Propa­gandawoche zur Pflicht machen.

Am Schluß der Aussprache wurde eine Ent­schließung angenommen, die mit Genugtuung fest­stellt, daß cs den Bemühungen der Reichsregie­rung in wenigen Monaten gelungen ist, in großen Gebieten des Reiches die Arbeitslosigkeit mit Erfolg zu bekämpfen. Die anwesen­den Vertreter des Handwerks begrüßten ein­mütig die Initiative ihrer maßgebenden Führer zur erfolgreichen Durchsetzung der AktionSegen der Arbeitsbeschaffung im Kleinen, gerade auf

Denkt an dieStiftung für Opfer der Arbeit"!

Einzahlungen an ReichskredUgejellschaft Berlin W 8. Behrensftrahe 21/22, sowie auf deren Reichs­bankgirokonto unb deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung:Stiftung für Opfer ber Arbeit".

den Einzelnen kommt es an!". Alle Anwesenden erklärten sich bereit, getreu der Jahrhunderte alten Tradition des Handwerks an den großen Taten Adolf Hitlers mitzuarbeiten, damit die Wirtschaftskrise überwunden und der gesamte Berufsstand besseren Zeiten entgegengeführt wird.

Beniner Ludwig Kattrein t-

Im Patriarchenalter von 93 Iahren verstarb gestern der Rentner Ludwig K a t t r e i n, dahier. Ludwig Kattrein betrieb lange Jahre hindurch an der Ecke Schul- und Sonnenstrahe ein Posa­mentiergeschäft. Als angesehener Meister seines Faches und trefflicher Bürger der Stadt gehörte er lange Jahre dem Aufsichtsrat der Handels­und Gewerbebank Gießen an. Ebenso war er ein begeisterter und langjähriger Turner im Turn- verein 1846; dem Verein gehörte er 75 Jahre lang an. Der alte Herr war ein Sproß der alten hessischen Familie Kattrein, deren bekanntester Angehöriger einst Hauptmann Kattrein war, der im Kriege 1870/71 mit seiner Kompanie durch einen Handstreich das von einer gewaltigen ilebermacht besetzte französische Schloß Chambres nahm. Ludwig Kattrein wird im Gedächtnis aller, die ihn kannten, als das Bild eines präch- - Ligen deutschen Mannes sortleben.

Gictzcner Wochenmarktpreise.

* Gießen. 10. Aug. Aus bem heutigen Wochen­markt kosteten: ßanbbutter, bas Pfund 1,25 Mark, Kochbutter 1, Mark, Matte 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Wirsing (gelb), bas Pfunb 10, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüden. .10,. Römischkohl 10, Bohnen (grün) 15, (gelb) 10 bis 20, Erbsen 15, Mischgemüse 10, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10, Pilze 20 bis 25. Kartoffeln (neue) 3 Pf., ber Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, bas Pfund 25 bis 35 Pf., Pfirsiche 35 bis 40, Birnen 15, Heidelbeeren 28 bis 30, Stachelbeeren 12, Jo­hannisbeeren 12, Pflaumen 12 bis 15, Zwetschen 30, Mirabellen 20 bis 25, junge Hähne 70 bis 80, Sup­penhühner 60 bis 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Eier (inländische) 8%, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 8 bis 10, Salatgurfen 8 bis 20, Einmachgurken 1 bis 5, Oberkohlrabi 10 bis 15, Rettich 15 bis 20, Radieschen, bas Bunb 5 Pf.

Bornolizen.

Tageskalenber für Donnerstag: Hausfrauen-Beratung, Mitglieber-Versammlung. Bergschenke, 20 Uhr, Künstler-Konzert. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Kinb, ich freu mich auf bein Kommen".

*

** Bilder vom Journal! st enbesuch in Gießen. Im Schaukasten unseres Geschäftshauses in ber Schulstraße sinb gegenwärtig verschiebene Sil­ber von bem Besuch ber Journalisten großer deut­scher Tageszeitungen zu sehen. Die Aufnahmen stam­men von Photo -Pfaff, Gießen.

* Für bie Spende der Arbeit wurde im Monat Juli von der Belegschaft und der Gc- schüftsleitung der Firma Schade & Fükl- gr a b e A G-, wie uns von der Zellenleitung der RSBO. Frankfurt a. M. mitgeteilt wird, die Summe von 2803 Ult. gezeichnet und dem Finanz­amt überwiesen.

** Neue Sonntagsrückfahrkarten. Vielfachen Wünschen aus Interessentenkreisen nach- kommend hat die Reichsbahnverwaltung mit soforti­ger Gültigkeit eine Reihe neuer Sonntagsrückfahr­kartenverbindungen eingerichtet. Von Gießen wer­den Sonntagsrückfahrkarten, bie auch als Mittwoch­karten gelten, nach Daubringen, Friebelhausen unb Glabenbach ausgegeben. In Alsfelb gelangen Sonn­tagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. unb Lauter- bach-Norb zur Ausgabe.

* Sammelkarten in der Angestell - tenverficherung. 2mReichsgesetzblatt" Rr. 91 vom 8. August 1933 wird eine Verordnung bekanntgegeben, die bestimmt, daß die Reichs­versicherungsanstalt für Angestellte den Inhalt 1 aller aufgerechneten Karten desselben Versicher­ten in Sammelkarten übertragen und sie statt I der Einzelkarten aufbewahren kann.

Wettervoraussage.

Die Wetterlage steht weiterhin unter bem Einfluß hohen Drucks, ber sich von Westen her erneut kräf­tigt. Abgesehen von vorübergehenber gemitter» brohenber Bewölkung, bie sich bei ben wechselhaften Winben bilben kann, bleibt bas heitere unb heiße S-mmerroetter fortbestehen.

Aussichten für Freitag: Vielfach aufhei- ternb, vorübergehenb geroitterbrofjenbe Bewölkung, heiß unb trocken.

Aussichten für Samstag: Fortdauer ber sommerlichen Wetterlage.

Lufttemperaturen am 9. August: mittags 26,3 Grab Celsius, abenbs 19,6 Grab ; am 10. August: morgens 16,8 Grab. Maximum 26,4 Grab, Minimum 13,5 Grab. ßrbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abenbs 28,8 Grab; am 10. August: mor­gens 21,2 Grab. Sonnenscheinbauer 13 Stunden.