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7 9 Aug. Das TeM öligen Getreidebörse W ich nur aus kleinste Nto. m keine Anregung °usg J h allgemein verstärkt, m. n Die Preisbildung w<u
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Nr. 185 Erstes Blatt . . 183. Jahrgang Donnerstag, 10. August 1933
Gießener Anzeiger
Wettere Fortschritte im Kamps gegen die Arbeitslosigkeit.
Heber 2 Millionen Arbeitslose wieder in Arbeit gekommen.
B e r 11 n , 9. Aug. (WTB.) lieber die Arbeitsmark t l aa e Ende Juli wird berichtet:
Di« Zahl der bei den Arbeitsämtern gezählten Arbeitslosen sank um rund 358 OOO auf 4 468 500 am 31. 3uli 1933. Sie Zchl der Arbeitslosen liegt damit um rund 1,6 Mill, unter dem Höchststand des Jahres, wie er bei dem Amtsantritt des Reichskanzlers Adolf Hitler zu verzeichnen war. Hinzu kommt, daß die Zahl der unsichtbar Erwerbslosen außerordentlich stark zurückgegangen ist.
Die Gesamtzahl der seit dem 30. Januar in Arbeit gekommenen Personen übersteigt danach tatsächlich bereits die Zwei-TNillionen-
Grenze.
Dieses erhebliche Absinken der Arbeitslosenzahl ist jedoch nicht in vollem Umfange auf eine arbeitsmarktliche Besserung zurückzufuhren, vielmehr sind die Arbeitsdienstwilligen nach dem Umbau des Arbeitsdienstes erstmalig nicht mehr in die Zahl der Arbeitslosen einbezogen worden, während sie bisher als Arbeitslose gezählt wurden, soweit sie ein Arbeitsgesuch beim Arbeitsamt gestellt hatten (rund 150 OOO). Andererseits sind aus dem Kreis der „unsichtbaren Arbeitslosigkeit" insbesondere infolge der Sonderaktion für Angehörige der nationalen Wehrverbände, eine größere Zahl Arbeitsloser zu den Arbeitsämtern zurück- aekehrt, um sich wegen der gestiegenen Bermitt- lungsaussichten eintragen zu lassen, wodurch das statistisch erfaßte Angebot an Arbeitskräften erhöht worden ist.
Einen umfassenden Ueberblick über die Entwicklung in den einzelnen Bezirken geben die auf 1OOO Einwohner bezogenen Zahlen der Arbeitslosen.
Zur Zeit des Höchststandes Ende Jcbruar entfielen im Reiche noch 96,2 Arbeitslose auf 1000 Einwohner, am 31. Juli 1933 hingegen nur noch 71,6.
Die Abweichungen von diesem Reichsdurchschnitt sind jur die einzelnen Landesarbeitsamtsbezirke beträchtlich und zeigen wie außerordentlich verschieden das Problem der Arbeitslosigkeit im Reiche liegt. 21m höchsten über dem Reichsdurchschnitt liegen die dicht besiedelten und hochindustrialisierten Bezirke Sachsen und Brandenburg (Sachsen noch immer 111,0 gegen 143,2 Ende Februar, Brandenburg 102,2 gegen 127,3 Ende Februar). Am tiefsten unter dem Reichsdurchschnitt liegt -Ostpreußen: hier entfallen nur noch 12,7 Arbeitslose gegen 58,1 Ende Februar auf 1000 Einwohner. Für Pommern beträgt die Anteilszahl 37,6 (gegen 72,1) und auch Sayern und Südmestdeutschland liegen mit 49,7 (gegen 69,5) und 46,8 (gegen 63,1) erheblich unter dem Reichsdurchschnitt.
Die Fortschritte im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit sind, wie aus diesen Zahlen ersichtlich ist, allenthalben beträchtlich.
3m Zusammenhang mit der Entwicklung am Ar- beitsrnarkt sind die Unterftütztenzahlen nicht unerheblich zurückgegangen. In der Arbeitsloscnoersiche- rung wurden am 31. Juli rund 394 000 Unterstützungsempfänger gezählt nach einem Rückgang um r u n d 1 2 O 0 0. In der Krisenfürsorge wurden mm gleichen Stichtage 1 252 000 Arbeitslose betreut, t» h. rund 3 9 0 0 0 weniger als am 15. Juli. In beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen wurden am 31. Juli 1 646 000 Arbeitslose unterstützt, denen zum gleichen Zeitpunkt 1754 000 arbeitslose Wohlfahrtserwerbslose gegenüberstanden. Aus Mitteln der Arbeitslosenhilfe wurden weiter Aufwendungen gemacht für 265 000 im Arbeitsdienst Beschäftigte, ca. 125 000 Notstandsarbeiter und 70 000 Fürsorgearbeiter.
Sämtliche Berufsgruppen weisen eine arbeits« marktliche E n t l a st u n g auf.
Arbeit und Brot!
Berlin, 9. Aug. (ERB.) Zu der weiteren Abnahme der Arbeitslosenziffern schreibt die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz:
„Wieder ist die Arbeitslosigkeit ein gutes Stück zurückgeschlagen worden. Im Zeichen ber Arbeitsschlacht Adolf Hitlers sind wiederum in« n-rhalb von 14 Tagen h u n d e r t t a u s e n d e deutscher schaffender Menschen neu in den Arbeitsprozeß eingegliedert worden, 'nirgends zeigt sich die Kraft des durch die national- irpalistische Revolution neu gestalteten deutschen Staates stärker als in diesem siegreichen Ringen gegen die Not, durch die Deutschland an b-tn Rand des Abgrundes getrieben war, und der es nun in hartem Kampf den Weg zu einer frohen Zukunft wieder abringt. Nach sechs Monaten bereits hct Adolf Hitler den Feind Arbeitslofig- krit zum Weichen gebracht und mit zäher Energie, mit weitschauendem Blick ist er daran, ihn 3U zermürben und ihm zuletzt den Todesstoß zu versehen. Im deutschen Volke aber lebt ein neuer Glaube, eine neue Hoffnung, aus der die Kraft zum Wiederaufstieg sich entwickelt „Arbeit und &rot", der Kampfruf des Nationalsozialismus sicht heute als Wahrzeichen über dem zu neuem Leben erwachten Volk."
Einstellung von Arbeitslosen anstatt Lleberstunden.
D a r m st a d t, 9. Aug. (WSN.) Die hessische StaatspreffefteUe gibt die nachstehende Lersügung der Ministerialabteilung III bekannt^
Die Durchführung des Reichsarbeitsbeschaffungsprogramms und die Unterbringung der großen Zahl der Erwerbslosen machen es unbedingt notwendig, daß über die durch die CB ererb n u n g über die Arbeitszeit in der Fassung der Bekanntmachung vom 14. April 1927 für die regelmäßige Arbeitszeit fest gelegten Grenzen im allgemeinen nicht hin- ausgegangen wird.
Wir sehen uns bei der ungeheueren Rot zahlreicher Volksgenossen daher veranlaßt, erneut darauf hinzuweisen, daß von den Gewerbeaufsichtsbeamten und den Bergaufsichtsbeamten üeberarfoeit auf Grund der §§ 6 und 9 der Arbeitszeitverordnung nur im äußersten Falle der unbedingten Rotwendigkeit genehmigt werden darf. Es ist in jedem Einzelfall strengstens zu prüfen, ob nicht die ^Überarbeit durch geeignete Maßnahmen, insbesondere aber durch die Einstellung von Arbeitslosen vermieden werden kann. 3m übrigen müssen aber auch die Voraussetzungen für die Lieberarbeitsgenehmigung, wie sie die Arbeitszeitverordnung und die von dem Herrn Reichsarbeitsminister hierzu ergangenen Ausführungsbestimmungen vorschreiben, gewissenhaft beachtet und Lieberarbeit nur dann genehmigt werden, wenn auch diese Voraussetzungen unzweifelhaft erfüllt sind. Wir machen Ihnen die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften wiederholt nachdrücklichst zur strengsten Pflicht und weisen gleichzeitig darauf hin, daß uns nach bereits früher ergangenen Ausschreiben von allen Lieberarbeitsgenehmigungen und der dabei gestellten Bedingungen eine Abschrift einzusenden ist.
Beratungen der hessischen Arbeitsamtsleiter
Darmstadt, 9. Aug. (WSN.) Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: 21m Donnerstag, 3. August, fand eine Besprechung mit sämtlichen Vorsitzenden der Arbeitsämter des Landesarbeitsamts Hessen unter dem Vorsitz des amtierenden Präsidenten, Oberregierungsrat Kühne, über Fragen der Arbeitsbeschaffung statt. Die Vorsitzenden berichteten darüber, wie bereits von ihnen in den einzelnen Bezirken die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Angriff genommen worden sei. Es ergaben sich daraus wertvolle Anregungen. Der Präsident gab in längeren Ausführungen bekannt, in welcher Weise die Arbeitsämter sowohl
bei der privaten, wie bei der öffentlichen Arbeits- beschaffung mitzuwirken haben. Bezüglich der Mit- Wirkung bei der privaten Arbeitsbeschaffung wies er u. a. besonders auf sein Ucbereintommcn mit dem Treuhänder der Arbeit hin, für jeden Arbeits- amtsdezirk eine Kommission von maß- gebenden Vertretern der Wirtschaft einzusetzen, um so den Arbeitsämtern die Möglichkeit zu geben, bei der Erfassung der Doppelverdiener und der Gewinnung zusätzlicher Arbeitsplätze besser an die Betriebe heranzukommen, andererseits aber durch diese Verbindung mit der Wirtschaft zu vermeiden, daß von den Betrieben Unmögliches verlangt wird. Das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 und alle bereits ergangenen Ausführungsbestimmungen, insbesondere die jetzt bekanntgegebenen umfangreichen Bestimmungen der Hauptstelle der Reichsanstalt über die Tätigkeit der Landesarbeitsämter und 2lrbeitsämter bei der Durchführung des neuen Arbeitsbeschaffungsprogramms wurden mit den Vorsitzenden der Arbeitsämter eingehend besprochen.
RSBO.-Mitglieder
und Deutsche Arbeitsfront.
Berlin, 9. August. lVDZ.) Der Organisationsleiter der NSBO. und der Deutschen Arbeitsfront Pg. M u ch o w hat, wie das VDZ.-Büro melbet, eine Anweisung verfügt, wonach die Verpflichtung besteht, daß auch sämtliche NSBO.- Mitglieder Mitglieder der entsprechenden Arbeiter- und Ange st eilten- verbände der Deutschen 2lrbeitsfront sein müssen. Das nationalsozialistische Deutschland kenne in Zukunft keine unorganisierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr. Die gegebene Organisation hierfür sei die Deutsche Arbeitsfront. Daher haben nach und nach alle NSBO. - Mitglieder ihre Mitgliedschaft bei den entsprechenden Arbeiter- und Angestelltenoerbänden der Deutschen Arbeitsfront a n z u m e l. den. Sie werden dort, so heißt es in der Anweisung weiter, sofern sie nicht als Verbandswalter eingesetzt werden, genau wie die anderen als einfache Mitglieder geführt. Sie haben daher, auch wie die anderen Verbandsmitglieder, die Anweisungen der Verbandsdienststellen, soweit es sich um reine Verbandsangelegenheiten handelt, zu befolgen. Kein N S B O. - M i t g l i e d darf sich weigern, Mitglied eines Verbandes der Deutschen Arbeitsfront zu werden.
Volk und Kirche.
Aufgaben der geeinten evangelischen Kirche.
Landesbischof Mütter über die
B e r l i n, 9. Aug. (TU.) Im Rahmen der Reichstagung des Studentenkampf bundes Deutsche Christen sprach am Mittwochabend der Landesbi'chof, Wehrkreispfarrer Müller. Er richtete Worte herzlicher Anerkennung an die studentische Jugend, die Stellung zu nehmen suche zu den großen Problemen, die uns alle innerlich tief bewegen. Es fei von jeher das Recht der Jugend gewesen, Partei zu ergreifen. Die Jugend habe den Willen zu innerlicher Vertiefung und das, was sie bewege, nicht nur verstandesgemäß zu begreifen, sondern so, daß es innerlich Gestalt gewinne.
Die Kirche wolle diejenigen zurückgewinnen, die infolge des Einflusses des marxistischen Systems den innerlichen Kontakt zu ihrer Kirche verloren haben.
Vertrauen, Gehorsam, Glaube und Liebe seien die seelischen Werte und Kräfte, die im Innern des einfachen Mannes wieder wachgerufen worden feien. Es komme darauf an, daß bei der zu leistenden Mehrarbeit jeder Prediger und Lehrer das in ihm innerlich lebendig gewordene herauskehre und wirk
liches Zeugnis ablege von Christi Gebot. Die neue evangelische deutsche Kirche brauche einen neuen Pfarrer st and und eine Führerschicht, die zu führen verstehe. Die Theologen hätten zu lehren, daß Christ sein Kämpfer fein heiße, denn tiefseelisch gesehen stünden die Christen dauernd in einer Offensive.
Zum Konkordat erklärte der Redner, daß, wenn der Führer den Abschluß des Konkordats für richtig erachtet habe, dieser Vertrag notwendig gewesen sei.
Einer neu geschaffenen starken evangelischen
Kirche würde ein Konkordat keine Beeinträchtigung zufügen können.
Der Landesbischos wandte sich weiter gegen Parteiorganisationen in der Kirche und forderte von den jungen Theologen treue Gefolgschaft bei der Aufgabe, den neuen Menschen im neuen Staat innerlich so zu untermauern, daß er ein fröhlicher und frommer Mensch voll Verantwortungsbewußtsein, Gottvertrauen und Vaterlandsliebe werde.
Italien lehnt die alte diplomatische Methode ab.
Rom, 9. Aug. (ERB.) Zu der amtlichen Mitteilung über die italienische Vermittlung zwecks Herbeiführung einer Entspannung zwischen Deutschland und Oesterreich schreibt die „Tribuna", man brauche bei einem Vergleich der italienischen Methode und der französisch-englischen gar nicht mehr besonders daraus hinzuweisen, daß das Verfahren diplomatischer Schritte außerordentlich unglücklich sei. Es sei an der Zeit, diese Methode fallen zu lassen.
„Giornale d'3talia" betont, die zwischen Italien und Deutschland bestehende Freundschaft habe die italienische Aktion begünstigt, die mit positiven Ergebnis- s e n von großem Wert abschließe, vor allem wenn man sie mit den Ergebnissen des französisch-englischen Schrittes vergleiche.
„Lavoro Fascista" fragt: Wann haben je diplomatische Schritte günstige psychologische Auswirkungen gehabt, oder internationale Beziehungen verbessert? Die Eile, mit der die englische und die französische Regie- rung vorgegangen find, muh befremden. Ebenso befremdend sei es, dah die englische Regierung in Liefern Falle einen diplomatischen
Schritt für opportun erachtet habe, während die englische Diplomatie doch aus Temperament und Tradition amtliche Interventionen ablehne. Tatsächlich sei das von London und Paris angewandte Verfahren ein Fehler gewesen. Da man dort gewußt habe, daß Italien mit Berlin in freundschaftlicher Aussprache stehe, hätte man das Ergebnis der deutsch-italienischen Aussprache a b w a r t e n sollen.
Bittere Erkenntnis in Paris.
Paris, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Darstellung der „Agencia Stefani" zur Haltung I t a l i e n s in der Angelegenheit des englischen und französischen Schrittes wird nur von wenigen Blättern besprochen.
r6 r e Rouve lle" bezeichnet die Angelegenheit nunmehr als abgeschlossen, meint aber, das Viermächteabkommen sei einer zu starken Belastungsprobe ausgesetzt worden.
Eine Bestätigung der Riederlagen, die sich die englische und vor allem die französische Regierung in dieser ganzen Angelegenheit geholt hätten, erblicken u. a. ,Figar o" und .Echo de PariS." m dem italienischen Kom
mentar. In diesem Zusammenhang richten diese Blätter scharfe Angriffe gegen das Viermächteabkommen.
„Figaro" schreibt, die englische Regierung versuche, sich mit heiler Haut aus dem Abenteuer zu ziehen, indem sie von den beruhigenden Versicherungen Kenntnis nehme, die die Reichsregicrung der italienischen Regierung gegeben habe. Rur die franzöfischa Diplomatie habe sich eine jämmerliche Riederlage zugezogen und weise jetzt ihre Presse an, die Sache so darzustellen, als habe Berlin nach reiflicher Lieberlegung die Forderung Frankreichs nicht mit einer wirklichen Ablehnung beantwortet und als werde sich letzten Endes alles regeln.
Q u o t i d i e n" kommt zu der Schlußfolgerung, daß Frankreich sich in Rom durch die Llnter- zeichnung des Viermächteabkommens auf eine Galeere begeben habe, die man besser sofort versenken würde.
Mussolini empfängt die deutschen Attaches.
■ Rom, 9. Aug. (WTB.) Der deutsche Militärattache Oberst Fischer, der Marineattache Korvettenkapitän L o h ck e und der Attachä für Handelsluslfahrt v. W a l d a u sind am Montagabend vom Ches der italienischen Regie rung empfangen worden. Botschafter von Hassell stellte die Herren Mussolini vor. der sich längere Zeit in freundschaftlicher Weise mit ihnen unterhalten hat.
Richtigstellung.
In der Lleberschrift zu dem Artikel unseres römischen Dr. L.-Korrespondenten in unserer heutigen Frühausgabe „Kein Friede unter Versailles!" ist in der zweiten Llcber- schristzeile infolge eines Schreibfehlers eine Unrichtigkeit entstanden. Es muß natürlich nicht heißen: „Italiens Stellungnahme zu dem französisch- italienischen Schritt in Berlin", richtig muß die Lieberschrift lauten: „Italiens Stellungnahme zu dem französisch-e n g l i s ch e n Schritt in Berlin". Der aufmerksame Leser wird wohl auch durch den Inhalt des Artikels selbst schon auf diesen Fehler aufmerksam geworden sein.
Nur bewährte Nationalsozialisten als personatteferenten.
Berlin, 9. Aug. (CNB.) Um eine einfjeit- liche und den Zeitoerhöltnissen entsprechende Besetzung von Beamten st eklen innerhalb der Reichsfinanzverwaltung zu ermöglichen, hat, wie der „Preußische Pressedienst der NSDAP." meldet, der Reichsfinanzminister die Präsidenten der Landesfinanzämter angewiesen, die Personal- referate in Zukunft nur mit bewährten Nationalsozialisten zu besetzen. Die Durchführung der Maßnahme im Einzelfalle ist der Zustimmung des Reichsfinanzministers vorbehalten. Die Anordnung soll alsbald durchgeführt werden.
Rundfunk-Mißwirtschaft.
Breslau, 9. Aug. (WTB.) Zu dem Bericht über die Gesellschaftsversammlung der Schlesischen Funkst unde wird weiter mitgeteilt, daß der bisherige Direktor Wilhelm Hadert ein ungekürztes Iahresgehalt von 23 900 Mk., Intendant Bischoff 24 930 Mk., Dr Edmund Äick, der musikalische Leiter, 18280 Mk. erhielt. Die Funkstunde veröffentlicht ferner drei Belege, aus denen hervorgeht, dah im Jahre 1925 zum Geburtstage des sozialdemokratischen Oberpräsidenten Zimmer und des demokratischen Landrats D a ch m a n n, Breslau, ein Blumenarrangement für 36 Mk. von der Funkstunde übersandt worden ist, daß ferner eine Rechnung des Savoh- Hotels in Breslau an die Funkstunde zu Händen des Direktors Hadert vom 2. Februar 1930 über ein Essen von 41 Menüs und Wein, Likör und Zigaretten usw. im Gesamtbetrag von 1521 Mark erteilt worden ist.
Kleine politische Nachrichten.
Wie der „N.-S.-Kurier" berichtet, ist Generalleutnant a. D. o. leidjmann, der Vorsitzende des Württembergischen Offiziersbundes, feines Amtes enthoben worden, weil er sich geweigert hat, eine Ortsgruppe des Offiziersbundes in Oberndorf (Neckar), die eine feindselige Einstellung gegen den nationalsozialistischen Staat erkennen ließ, aufzulösen. Don Verhängung der Schutzhaft gegen Generalleutnant v. Teichmann wurde wegen seines hohen Alters abgesehen.
Der deutsche Botschafter in Washington Dr. Luther verläßt an Bord des Schnelldampfers „Columbus" am 10. August nach kurzem Aufenthalt wieder Deutschland, um nach Amerika zurückzukehren.
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Der preußische Minister des Innern hat den früheren sozialdemokratischen Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Otto H ö r s i n g , auf Grund des Berufsbeamtengesetzes mit sofortiger Wirkung aus dem Staatsdienst entlassen. Hörsing erhält vom 11. August ab keinerlei Bezüge mehr aus der Staatskasse.
Wie die Pressestelle des Magdeburger Regierungspräsidiums mitteilt, hat der Preußische Minister des Innern die Entlassung des Oberbürgermeisters Ernst Reuter in Magdeburg ausgesprochen. Gegen Reuter werden schwere Anschuldigungen wegen seiner angeblichen Tätigkeit in Rußland für die Bolschewisten unter dem Romen Friedland erhoben,


