Ausgabe 
10.7.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

Die hessischen Erzieher in Darmstadt

Der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö s ist in Wien eingetroffen. Am Bahnhof hatte sich Bundeskanzler Dr. Dollfuß zur Begrüßung ein­gefunden. Die Besprechungen werden in erster Linie das österreichisch-ungarische Handelsabkom- men betreffen.

Aus Seefeld (Tirol) wurden drei r e i ch s - deutsche Familien, die dort seit zehn Jahren ansässig sind, wegen nationalsozialistischer Propa­ganda ausgewiesen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsscndeleiter Eugen Hodomovskh wurde zum Geschäftsführer der Reichsrundfunk-Gesell- schaft an Stelle des beurlaubten Dr. Krücken- berg ernannt.

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Wegen beleidigender 2leuherungen gegen den preußischen Ministerpräsidenten Göring wird von den schwedischen Behörden gegen das kommu­nistische und das syndikalistische Organ in Stock­holm vorgegangen werden. Das Innenministeri­um hat auf Vorstellungen hin, die der deutsche Gesandte in Stockholm in dieser Angelegenheit er­hoben hat, die erforderlichenMaßnah- men getroffen.

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Der Sohn des verstorbenen ersten Reichspräsi­denten, der Redakteur Fritz Ebert aus Branden­burg, ist nach langem vergeblichen Suchen i n S ch u tzhaft genommen worden. Ebert hat eine unrühmliche Rolle in der brandenburgischen Stadt­verwaltung gespielt. Er wird einen), Konzentrations­lager zugeführt werden.

und Eisenbahnverbindungen sind stellenweise unter­brochen.

Der Iungdeutsche" alsNordische Zeitung".

Wie das Blatt des aufgelösten Jungdeutschen Or­densDer Jungdeutsche" bekannt gibt, ist durch die Liquidation der OrganisationJungdeut­scher Orden e. 23." die Aufgabe, den organisatori­schen Belangen zu dienen, beendet. Es bleibe aber nach wie vor die Aufgabe bestehen, wahren nor­dischen Gei st und Gesinnung durchzu­kämpfen und zu verbreiten. Der Name des Blattes wird umgeändert inNordische Zeitung". Die Ausgestaltung werde nunmehr frei von orga­nisatorischen Bindungen uni) Rücksichtnahmen er­folgen.

Vorbereitungen für den Weiterflug valbos.

Wie aus Reykjavik berichtet wird, sind alle Vor­bereitungen für die Fortsetzung des ita­lienischen Geschwaderfluge s getroffen.

Müller, der Präsident der Handwerkskammer Darmstadt sprechen wird.

der Stromleitung in Verbindung. Der Tod trat so- fort ein, und die herbeigerufene Freiwillige Sani­tätskolonne vom Roten Kreuz konnte nur noch den Leichnam in Sicherheit bringen.

**Organisationim Reichsluftschuh­bund. Im Anschluß an die Luftschuhübung, die anläßlich des Flugtages im Flughafen Gießen stattfand, wurde von Privatdozent Dr. Eichler zum Eintritt in den Reichsluftschutzbund aufge­rufen. Der Redner führte etwa folgendes aus: Die Flieger, die über Berlin Flugzettel abge­worfen haben, machten es jedem klar, wie luft­gefährdet die deutsche Lage sei. Heute seien es noch Flugzettel, morgen könnten es schon Bomben fein! Ein Luftschutz sei also notwendig. An den ilebung fjabc man gesehen, daß zahlreiche Volks­genossen sich schon zur Mitarbeit zur Verfügung stellten. Rettungsarbeiten dieser Art würden von der Polizeibehörde organisiert und geleistet. Die Arbeit der Behörde habe aber ihre Grenze an der Haustüre. Im Hause sei jeder für sich selbst und seine Angehörigen verantwortlich. Der Dau von Schuhkellern .die Information über die Ge­fahren sei Sache des eigenen Wollens. Die Ar­beit in dieser Richtung werde organisatorisch er­faßt vom Reichsluftschuhbund. Deshalb bitte er jedermann im eigensten Interesse Mitglied im Relchsluftschutzbund zu werden. Deshalb empfehle er an einem Kurs zur Information über die Luft­gefahr und ihre Bekämpfung teilzunehmen und den Kurs pünktlich zu besuchen, schließlich sich zur eventuellen Ausbildung zur Feuerlöschung, zur ersten Hilfe und zum älnterstandsbau zur Ver­fügung zu stellen. Die Mindestbeiträge, betragen für den Reichsluftschuhbund 1 Mark, für Arbeits­lose 50 Pfennig für ein ganzes Iohr. 3eber ein­zelne könne und solle hier zur Wehrhaftigkeit bei­tragen. Wer den Frieden wolle, unterstütze den Luftschutz, denn nur ein wehrloses Deutschland werde von einem Feinde mutwillig angegriffen.

** Heng st Versteigerung irt Darm­stadt. Rach Schluß der diesjährigen Deckperiode wurden aus dem Bestand der Staatsdeckhengste wiederum eine Anzahl Hengste ausrangiert und auf dem Wege der öffentlichen Versteigerung zum Verkauf gestellt. Cs kommen in diesem Iahrs fünf bis sechs Hengste, und zwar Kaltblut und Warmblut zur Versteigerung. Sämtliche Hengste sind eingefahren und gehen auch fast ousnohms- los sehr gut einspännig. Sämtliche Hengste sind noch voll gebrauchsfähig. Die Versteigerung findet in Darmstadt auf dem Pferdemarktplatz in der Holzhofallee statt, und zwar am Samstag, 15. Iuli. Die Bauernkammer hat die Hengst­versteigerung im Hinblick auf die Ausnutzungs- Möglichkeit von Sonntags-Fahrkarten auf einen Samstagnachmittag gelegt.

** Unwetter über Gießen. Gestern gegen 12 Uhr ging über unsere Stadt eine breite Gewitter­front hinweg, die viel Regen und auch Hagel mit sich brachte, Der Regen ging zeitweilig wolkenbruch- artig nieder und richtete in den Gärten allerlei Un­heil an. Ernsterer Schaden durch Blitzschlag war glücklicherweise nicht zu verzeichnen. Die Feuerwehr mußte an zwei Stellen, in der Kaiserallee und in der Licher Straße abgeschlagene Aeste beseitigen. Die Regenfluten setzten einige Keller unter Wasser.

" Dns ersteOpfer derLahn. Am ver­gangenen Samstag wurde der 18jährige Schlosser­lehrling Willy Gans, wohnhaft in der Frank­furter Straße, tot aus der Lahn geborgen. Der junge Monn hatte in der Rähe des Launsbacher Steges gebadet, ertrank dabei, ohne daß jemand auf den VorfaU aufmerksam geworden war. Rach etwa einer halben Stunde konnte er an das Ufer gebracht werden. Die sofort angestellten Wieder­belebungsversuche waren jedoch erfolglos.

** 21 n der Stark st romleitung verun­glückt. Am Samstag gegen 14 Uhr verunglückte der 22jährige Anstreicher Emil Schleich aus einem Ort bei Fulda an der 110 000-Volt-Starkstrom-Lei- tung unweit von Sichertshausen. Der bedauerns­werte junge Mann war mit dem Streichen eines Mastes beschäftigt und geriet dabei anscheinend mit

stellenden Bescheinigungen über die Frontkämpfer­eigenschaft künftig in einer abgekürzten Form gewährt werden sollen. Die Bescheinigung über die Frontkämpfereigenschaft im Sinne des Be­rufsbeamtengesetzes soll sich von nun an auf d i e Teilnahme an einem Gefecht b e schränken und auch sonst nur ein geeig­netes Merkmal aufweisen. Von der Stellung von Anträgen in Listenform sowie Erinnerungs- fchreiben ist abzusehen, weil die Geschäftslage des Zentralen Nachweisamtes für Kriegerverluste und Kriegergräber ihre Erledigung nicht zuläßt.

chen, der Reichsführer Hans S ch e m m möge bald auch Kultusminister des Deutschen Reiches sein. Reichsstatthalter in Hessen, Gauleiter Sprenger, widmete besonders den alten nationalsozialistischen Kämpfern unter den hessischen Lehrern eine herz­liche Begrüßung. Nachdem die Volksschul- lehrerschaft früher weithin von demokratischer Hu­manitätsduselei ergriffen war, begrüße er um so freudiger den Umbruch der Lehrerschaft. Unter Schemms Führung beginne auch in der Frage der Erziehung eine neue Zeit und eine neue Me­thode der Ehr und der Wehr. (Beifall.)

Die Grüße der evangelischen Landeskirche und ihres Prälaten D. Dr. Dr. Diehl überbrachte Oberkirchenrat D. Müller die Grüße des Main­zer Bischofs Dekan Dr. Gasteil.

In einer großen Rede urnriß alsdann

Mmistenarrai Ringshausen

den Charakter des Nationalsozialismus als einer geistigen Macht, die Scherben wegräumen und eine neue Welt aufbauen wolle. Nur Glauben und Treue haben den Nationalsozialismus zu seiner heutigen Größe und Macht geführt. Sein Ziel sei die U in - formung aller Deutschen, vorab in der Schule, im Glauben an Gott und Vaterland.Wer nicht beten und nicht kämpfen kann, ist kein deut­scher Mann", dieses Wort gelte vor allem für den Erzieher. In Zukunft dürfe nur der Erzieher deut­scher Jugend sein, der selbst als Junglehrer in den Reihen der SA. gestanden habe. Im neuen Staat sei kein Platz für die Bequemlichkeiten modernen Junggesellentums. (Lebhafter Beifall.) 2luch die Bil­dung einer Familie sei nationale Pflicht. Es gelte heute ein hartes Geschlecht zu formen, starke Per­sönlichkeiten mit reichern inneren Leben.

Oie Festrede.

3n seiner Festrede, die wiederholt von spon­tanem Beifall begleitet war, behandelte der bayerische Kultusminister Lchemm insbeson­dere die gemeinsamen treuen Kräfte, die den Umsturz erzwungen haben und durch den Na­tionalsozialismus das deutsche Volk zu neuen Zielen führen.

Zunächst gelte es, den dem deutschen Volk wesens- gemäßen Staat zu formen. Letzterer Zweck und Ziel des Volkes sei seine triftige und sittliche Entfaltung. Viele sind Nationalsozialisten oyne es zu wissen. Nationalsozialist kann man weder werden noch ge­wesen sein. Konjunkturleute, die sich das Abzeichen anstecken, machen sich vergebliche Mühe. Das Volks­und Weltbild des Nationalsozialismus ergibt sicy aus seiner Stellung zu den Fragen nach dem Woher, nach der Ewigkeit, nach Gott. Sie führt zu der Herr­schaft des Geistigen und Charakterlichen über das Körperliche und Stoffliche, das jenen dienen muß. Glück ist die Orientierung des Du und Wir, das sorgenvolle Glück der Mutter um ihre Kinder, die Berufung zum Dienen, lieber die Ganzheiten Fami- lie urtb Volk richtet sich unsere Politik auf die nächste Ganzheit, den Chor der Völker. Es ist die Aufgabe der schöpferischen Kraft des Deutschtums, hier führend zu sein und die anderen mit empor­zureißen in geistige Höhen. Im Anfang und Ende unseres Fragens steht Gott. Dazwischen fügt sich die gottgewollte Ordnung, die der Marxismus leug­nete, der darum volkszerreißend wirkte, während der Nationalsozialismus volksbindend ist.

Der Nationalsozialismus wird nie mehr dulden, daß eine Kluft zwischen den beiden christlichen Konfessionen, bei denen das Gemeinsame weit stärker ist als das Verschiedene, aufgerissen werde.

(Lebhafter Beifall.) Kompromisse in Grundfragen kennt und duldet der Nationalsozialist nicht, weil er der Ansicht sei, daß der Nationalsozialismus die einzig richtige Weltanschauung ist. Darum werden wir Nationalsozialisten auch nicht ruhen, bis das ganze deutsche Volk nationalsozialistisch ist.

Stechmücken.

Wahrlich, sie können uns den schönsten Sommer­tag verleiden. Wenn wir uns in der Abendkühle an der scheidenden Sonne erfreuen und die köst­liche Waldluft einatmen, kommen sie in Scharen und verletzen uns durch Stiche, die uns nicht nur schmerzen, sondern oft noch bösartige Geschwülste hinterlassen. Wie oft endet ein solcher Spaziergang mit Mißmut und Merger. Wofür sind diese Schäd­linge da? Sollen wir uns denn an nichts ergötzen können, ohne daß gleichzeitig gierige Insekten nach unferm Blut verlangen?

Mud) in unferm Zimmer wird die Fliegenplage in den letzten Sommertagen unerträglich. Es sind nicht nur harmlose Tierchen, die über unsere Hand kriechen. Gar viele sind mit einem sehr scharfen Stachel ausgerüstet und können uns beim Nach­mittagsschläfchen gehörig zusetzen. Und wenn wir Erquickung im kühlen Bade suchen, sind bald auch dieBremsen", diese giftig-grauen, häßlichen Flie­gen, da, um uns die Freude zu nehmen.

Sogar nachts werden wir durch die Schnaken gestört, die in manchen Orten so überhandnehmen, daß wir nur ruhig schlafen können, wenn die Fen­ster durch Drahtnetze gesichert sind. Selbst wenn nur eine einzige dieser Schnaken ins Zimmer ge­langt, kann sie uns mit ihrem eigenartigen Sum­men den Schlaf rauben.

Ist es im Leben nicht ebenso? Mir will scheinen, daß die Stiche des Schicksals oft noch viel schmerz­hafter und lähmender wirken als die der Insekten. Und doch halten sie uns nicht ab, auch weiterhin ZU. arbeiten und zu hoffen. Wir gehen mit allen Mitteln der Hausapotheke gegen die Insektenstiche vor. Wir machen Umschläge auf geschwollene Mugen- lider und schmerzende Gliedmaßen. Manchmal ohne Erfolg, aber in den meisten Fällen wirken solche Mittel beruhigend und lindernd.

Wie es Menschen gibt, die fast unempfindlich sind gegenüber Insektenstichen, so gibt es auch solche, die im Leben weder durch Mißerfolge noch durch Zusammenbrüche irgendwie entmutigt werden. Sie haben eine Haut wie ein Elefant, sagen wir von ihnen, und vielleicht beneiden wir solche Menschen. Gar oft aber machen wir dann die Entdeckung, daß die Leute mit demdicken Fell" auch für keine große Freude empfänglich sind. Sie nehmen alles ftumpf und ergeben hin. Wollen wir mit ihnen tauschen?

Ich denke, wir regen uns doch lieber bei einer Glücksbotschaft auf. Wer Leid und Glück im tief- fteq Herzen miterlebt, ist fidjer der Stärkere. Von den Gleichgültigen, immer gleichmäßig kühlen Men­schen geht kein Strahl aus, der zündet, weder beim Unglück, noch bei der Freude.

Eins freilich können wir von ihnen lernen, auch für den Fall, daß uns die Insekten stark zusetzen. Das ist nämlich die Geduld! Nehmen wir solche Stiche nicht allzu tragisch! Suchen wir sie zu ver­gessen, und verlieren wir die Ruhe nicht! Schlimme Botschaften dürfen wir schon gleichgültig aufneh­men. Frohe Glücksstimmung aber laßt uns mit ' ganzer Seele und tiefstem Herzen auskosten! Dann wird uns das Leben wieder lebenswerter erscheinen.

Warum sollen wir nach jeder Wespe, die sich an unserm Obste gütlich tun will, schlagen? Reizen wir sie dann nicht absichtlich dazu, daß sie sticht? Sind die Wespen und andere Insekten nicht auch nützlich? Die Natur schuf nichts Ueberflüssiges. Und bei den Wespen muß ich immer daran denken, daß sie eigentlich schuld daran sind, daß wir Menschen Überhaupt Zeitungen und Bücher haben. Denn im Anblick an ihre Mrbeit fand vor vielen Jahren der ehrbare Friedrich Gottlob Keller aus Großhaini- chen in Sachsen den Gedanken an die Papiererzeu­gung. Er dachte wohl so: Können wir nicht auch den Holzstoff fein zermahlen und mit einem Mittel verbinden, daß es eine ähnliche Masse gibt wie die Waben der Wespen? So wurde die Papierherstel­lung aus dem Holze gefunden, nicht erfunden: denn wie so oft im Leben, ging es auch hier. Wir Men­schen lauschen der Natur ihre Geheimnisse ab, und bann sprechen wir von der Erfindung des mensch­lichen Geistes.

Lassen wir also die Wespen von Zeit zu Zeit ein wenig naschen, und denken wir dabei an das, was sie einst dem Menschen zeigten.

In irgendeiner alten illustrierten Zeitschrift fand ich einmal ein Bild eines Mannes mit einer gro­ßen Nase, auf der eine Wespe saß und den Stachel zückte. Unter dem Bild stand:Ob mich das liebe Tierchen wohl sticht?" Daran muß ich immer den­ken, wenn ängstliche Gemüter blindwütend um sich schlagen, wenn lie nur das Brummen irgendeines unschuldigen Insektes hören.

Oder sind wir den Bienen nicht dankbar für ihren Honig? Geben wir ihnen nicht das Recht, sich zu wehren, wenn sie gereizt oder beraubt werden sollen?

Ohne schwere Sckicksalsschläge, die unfern Mut stählen und neue Gedanken reifen lassen, ist das Leben arm. Ebenso ist ein Sommertag, an dem wir uns gegen Insekten wehren müssen, nicht Der- loren. Er zeigt uns nur wieder die Richtigkeit des Dichterwortes:

Des Lebens ungemischte Freude ward keinem Sterblichen zuteil. W-r.

Bornotizen.

Aus oller Welt.

Oie nationalsozialistischen Kraftfahrer am Deutschen Eck.

Koblenz stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des NSKK. -Treffens, einer gewal­tigen nationalsozialistischen Kundgebung. Noch nie sah das Gelänbe von Karthaus einen solchen Muto- park vereinigt wie am Sonntag. Fast 7000 Mutos und Motorräder nahmen auf dem Platz Mufftellung. Bald begannen die Geländefahrt und Geschicklich­keitsprüfungen. Den Wanderpreis für die beste Staffel ber Gruppenftaffel West errang der Sturm 1, Staffel 98 der Dberftaffel Hessen-Nastau-Süd. Pie Kunbgebung gestaltete sich zu einem großen Ereig­nis für die Teilnehmer. Es hatten sich etwa 20 000 SM.-Kameraden am Flugplatz eingefunden, um SM.-Stabschef Röhm zu begrüßen. Röhm führte in feiner Mnfprache u. a. aus: In der SM. ist heute olles, was deutsch ist, bereit zu kämpfen und das Letzte herzugeben für unsere große nationalsoziali­stische Idee, und mit ihr kämpfen heute Schulter an Schulter die Kameraden des Stahlhelm gemeinsam mit der SS. als stärkste Garanten für den Bestand der nationalsozialistischen Bewegung. Ihr wart die Voraussetzung dafür, daß an Stelle eines volks­fremden Elements eine volksverbindende Regierung treten konnte. Ihr habt dazu beigetragen, daß aus einem parteizerrissenen Volk eine Volksverbunden­heit werden konnte. Euer geschichtliches Verdienst wird es sein, daß wir den Sieg errungen haben.

Ein fünftes Todesopfer des v-Zug-Unglücks bei Apolda.

In der Nacht zum Montag wurde in den Trüm­mern des verunglückten v-Zuges StuttgartBerlin noch ein Toter in stark verstümmeltem Zustande aufgefunden. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf fünf. Bei der Leiche fand man drei Schuhe. Da der Körper des Mufgefunbenen stark verstümmelt war, ist es möglich, daß es sich um zwei verunglückte Personen handelt. Die Mufräumungsarbeiten, die die ganze Nacht hin­durch fieberhaft fortgesetzt wurden, sind so weit ge­fördert, daß die Strecke in langsamem Tempo wieder befahren werden kann.

Ein Augenzeugenbericht meldet über das Ain» glück noch folgende Einzelheiten: Der Zug D 15 StuttgartKisfingenBerlin entgleiste zwischen der Blockstelle 32 unmittelbar vor dem Bahnhof Rieder-Trebra. Der Schnellzug riß in drei Teile. Am schlimmsten mitgenommen wurden die drei Kissinger Wagen, während die Stuttgarter und der Mergentheimer Wagen verhältnismäßig gut davon kamen. Zum Glück war der ganze Zug nur schwach besetzt. Nach der Mitteilung des Küchenchefs hatte der Zug im Mugenblid des Unglücks eine Geschwin­digkeit von 100 Kilometer. Wie Fahrgäste behaup­ten, soll an vier Stellen die Notbremse gezogen wor­den fein, die anscheinend jedoch nicht in Ordnung war. Die Lookomotive ist aus diesem Grunde fort­gebracht worden und soll untersucht werden.

Starker Erdstoß in Gelsenkirchen.

9lm Samstag gegen 21 Uhr wurde in Gelsen­kirchen ein starker E r d ft o h verspürt. Be­sonders heftig war das Beben im Stadtteil Schalke, wo der Kamin eines Hauses einstürzte und von einem anderen Hause Dachziegel her­unterfielen.

Graf Zeppelins" Heimfahrt.

Die Zwischenlandung des LuftschiffesGraf Zeppelin" in Pernambuco diente zur Auf­füllung des Betriebsstoffes. In der Rächt zum Sonntag ist das Luftschiff mit voller Passagier- besetzung zurRückreisenachDeutschland gestartet.

Ueberschwemmungskalastrophe in karpalho- Rußland.

Karpatho-Rußland ist von einer katastrophalen Ueberschwemmung heimgesucht worden. Bis­her wurden zwei Tote geborgen. 50 weitere Per­sonen werden vermißt und man befürchtet, daß diese in ihren Wohnungen ertrunken sind. 2000 Personen sind obdachlos. Die Fluten überrasch­ten die Einwohner während der Nacht. In einer einzigen Gemeinde sind 250 Häuser eingestürzt. Das Wasser steht stellenweise 7 Meter über normal. Die Bevölkerung konnte nur das nackte Leben retten. Unterhalb Wylack bildet die Theiß einen 10 Kilo­meter breiten See. In der Theiß wurden mehrere treibende Leichen gesehen. Telephon-, Telegraphen-

~ Tage skatender für Montag. Alice-Schulverein: 20 Uhr, im Fröbel-Seminar, Gartenstrotze 30, Mitgliederversammlung. Bahnhofstraße: Heinz Ruhmann als Musketier Distelbeck inDer Stolz der dritten Kompanie".

Der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes veranstaltet heute um 21 Uhr im Cof6 Leib eine Mitgliederversammlung, in der der stellvertretende Gaukampfbundführer Pg. Fritz

Darmstadt, 9. Iuli. (WER.) Auf Veran­lassung des Hessischen Rationalsozia­list ischen Lehrerbundes war Samstag und Sonntag die gesamte hessische Erzieherschast in Darmstadt versammelt. Bereits zu dem B e - grühungsabend am Samstag im Städti­schen Saalbau hatten sich mehrere Tausend hes­sische Lehrer und Lehrerinnen aller Schulgattnn- gen eingefunden. Umrahmt von musikalischen und deklamatorischen Darbietungen stand im Mittel­punkt des Begrüßungsabends eine Rede des Führers der hessischen Erzieherschaft,

Ministerialrat Ringshausen,

der nach Begrüßungsworten an den ebenfalls anwesenden Ministerpräsidenten Dr. Werner und die gesamte Kollegenschaft u. a. erklärte:

.»Die hessische Lehrerschaft hat sich zu einer einigen und machtvollen Front zu­sammengefunden. Es gereicht mir zur Ehre, an der Spitze derer zu stehen, die die Zeichen der Zeit verstanden haben.

Die Aufgaben des Nakionalsozialistischen Lehrer­bundes sind riesengroß.

Umfangreiche kulturelle Arbeiten sollen von einem armen Staat geleistet werden. Wenn der Staat allein mit seinen Mitteln sie nicht bewältigen kann, ist es Pflicht des Volkes, einzuspringen. Ihre Sendung ist es, Führer zu sein auf kulturellem Gebiet. Sie sollen mit Ihrer Arbeit das Sehnen des Volkes erfüllen Was wir erstreben, ist die wahre deutsche Demo­kratie. Ich habe die feste Zuversicht, die hessische Erzieherschaft wird ihre Aufgabe erfüllen. Eines Tages wird auch der letzte Volksgenosse zurück- gesührt sein auf die eine große Straße, und die heißt Deutschland. Ministerialrat Ringshau- s e n schlotz seine Rede mit einem dreifachenSieg- Heil" auf den Führer, in das die große Ver­sammlung begeistert einstimmte.

Die Tagung am Sonntag begann mit einem Kirchgang für die beiden Konfessionen. An­schließend formierte sich die Lehrerschaft zu einem Marsck nach dem Marienplatz, wo die Fachschaftsfahne geweiht wurde. Der bayrische Kultusminister S ch e m m , der Reichslei­ter des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, sowie die hessischen Führer schritten die Front der 21 Fah­nen unter den Klängen des hessischen Präsentier­marsches ab. Die Weiherede hielt Ministerialrat Ringshausen, der auf die Bedeutung der Fahne als Symbol im Kampf um die Idee hin­wies. Auf der Zitadelle des Staates sei heute die Hakenkreuzfahne aufgerichtet. Der stärkste Felsen des Staates seien die Erzieher, die die Verantwor­tung für Deutschlands Jugend trügen. Mit dem Ge­löbnis, bis zum Tode zur Fahne zu stehen und mit dem Horst-Wessel-Lied endete der LLeiheakt auf dem Marienplatz.

Der bayerische Kultusminister und

Reichsführer der deutschen Erzieher Schenini

sprach dann über die überragenden Begriffe Volk und Gott als die Grundrechte des Volkes. Unter lebhaftem Beifall erklärte er, jetzt, da alle Parteien verschwunden seien, werde auch die Politik in der Kirche aufhören, um des Deutschtums und des Chri­stentums willen. In der Fahne Schwarz-Weiß-Rot und in Hindenburg sei das 2000jährige deutsche Erbe verkörpert und mit dem Hakenkreuz und Adolf Hitler vereint mit der deutschen Zukunft.

Rach öem Deutschlandlied marschierten die hes­sischen Lehrer zu einer

Kundgebung in der Festhalle. Wirkungsvoll mit Blumen und Fahnen geschmückt, gab die Festhalle einen stimmungsvollen Rohmen für die imposante Kundgebung. In der Begrü­ßungsrede des stellvertretenden Gauobmanns Siu» dienrat Grundberger wurde unter lebhaftem Beifall der Tausenden die Hoffnung ausgespro»

Schon befinden sich die zur Hilfeleistung heran- oezogencn Motorboote inAlarmbereitschaft", doch lauten die Wetterberichte aus Labrador ungünstig. Augenscheinlich will General Dalbo bessere Wit­terungsverhältnisse obwarten, doch hat er sich nicht über seine Absichten geäußert. Da er ein Mann von raschem Entschluß ist, kann der Befehl zum Start unter Umständen jeden Augenblick gegeben werden. Am Freitagnachmittag unternahmen die italienischen Flieger auf Einladung der islän­dischen Regierung einen Ausflug. Am Abend fand ein Festessen statt, bei dem zwischen dem Minister­präsidenten AsgeUrson und General Balbo Reden ausgetauscht wurden. Die Italiener heben mit besonderer Genugtuung hervor, daß bei sämt­lichen Motoren seit dem Abflug von Rom nicht die geringste Störung eingetreten sei. Im Hafen von Reykjawik liegen zur Zeit drei große Tou­ristendampfer, deren Fahrgäste die italienischen Vorbereitungen mit größtem Interesse verfolgen.

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