Dagegen hätten sich mancherorts wilde ' Kampfbünde gebildet, die mit dem Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes nichts zu t u n hätten. Von Maßnahmen solcher Kampsbünde Kenntnis zu erhalten, sei für ihn von großer Wichtigkeit, um auch in solchen Fällen e i n g r e i s e n zu können. Zum Schluß gibt Dr. Renteln der Hoffnung Ausdruck, daß seine Ausführungen dazu beitragen würden, die irrtümliche Auffassung zu beseitigen, als wenn der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes in seiner Tätigkeit irgendwie geeignet sei, die Wirtschaftsruhe zu stören. Im Gegenteil habe sich der Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes große Verdienste bei der Umstellung im Bereiche der Wirtschaft und ihrer Organisationen erworben.
Günstiger Fahresrechnungs- abschluß 1932 des Reichs.
Nur ein tatsächlicher Fehlbetrag von ISst Millionen.
Berlin, 9. Suni. (ERB.) Bon unterrichteter Seite wird darauf hingewiesen, daß entgegen den in der letzten Zeit veröffentlichten Meldungen, die kein klares Bild ergeben haben, sich der tatsächliche Fehlbetrag im Reichshaushalt für das Sahr 19 3 2 a uf nur 190 Millionen Reichsmark beläuft. Während noch zu Arr/ang des Jahres 1933 mit einem Fehlbetrag von 800 bis 850 Millionen Mark gerechnet wurde, beträgt der rechnerische Fehlbetrag, der aus dem Mindereinkommen an Steuern und Zöllen entstanden ist, 610 Millionen Mark. Sn diesem Betrag ist aber eine Summe von 420 Millionen f ü r außerordentliche Schuldentilgung enthalten, so daß also tatsächlich, wie oben erwähnt, sich ein Fehlbetrag von 190 Millionen Mark ergibt. Dieses günstige Ergebnis ist im wesentlichen auf die Sorgfaltin derAusgabenpvlitikdes Reichs zurückzuführen. Auch im neuen Haushaltsjahr sollen die Ausgaben aufs schärfste gedrosselt werden, was für die Gesundung der öffentlichen Finanzen die Voraussetzung ist.
Oas Kasseler Notopfer.
Kassel, 9. Juni. (WTB.) Ueber Wesen und Bedeutung des Notopfers der Stadt Kassel gibt bie_ Kreisleitung Kassel-Stadt der NSDAP u. a. folgendes bekannt: Das Stadtnotopfer wird nicht von der Stadtverwaltung erhoben, vielmehr handelt es sich um einen Appell d e r N S D A P., der an alle in Arbeit und Verdienst stehenden Personen herantritt mit der Aufforderung, einen Fonds zu bilden, der zum Ausgleich der Summen benutzt werden soll, die die Stadt Kassel ihren Wohlfahrtserwerbslosen abgezogen hat. Wenn wir Sozialisten der Tat sein wollen, hat eben einer für den anderen einzustehen. Es ist nicht angängig, daß in einem nationalsozialistischen Staat die Lasten auf die Wohlfahrtserwerbslosen abgewälzt werden. — Von einer Besteuerung ist keine Rede. Es handelt sich um ein freiwilliges und selbstverständliches Opfer. Auf Grund der veröffentlichten Richtlinien sind bereits Summen auf das Konto „Stadtnotopfer" bei bet Städtischen Sparkasse eingelaufen, die den Betrag über st eigen, der nach den Opferrichtsätzen von der Spende erwartet wurde.
NeueÄestimmungenüber-ze'Zahlungs- sristen in Aufwertungssachen.
Berlin, 9 Suni. (ERB.) Das Reichskabinett hat gestern auch ein Gesetz über die Zahlungsfristen in Aufwertungssachen verabschiedet. Rach dem Gesetz vom Suni 1930 war die Aufwertungsfälligkeit b i s zum 31. Dezember 1 9 3 4 verteilt und vorgesehen, daß der Schuldner auf Antrag durch die Aufwertungsstelle eine Zahlungsfrist fcstsehen lassen konnte. Diese Regelung erwies sich im Laufe der Zeit als zu st r eng. Da der Kapitalmarkt immer nzo ch nicht ergiebig genug ist, soll durch das gestern verabschiedete Gesetz dem Aufwertungsschuldner die Möglich-
Vom deutschenBolkssp-etzeug.
Von £)r. Konrad tzahm, Leiter der Staatlichen Sammlung für deutsche Volkskunde, Berlin.
Das Spiel mit Spielgerät, das Körperspiel, das Denkspiel, das Kunstspiel nimmt heute einen breiten Raum im öffentlichen Leben ein. Wie einst das Turnierspiel der Ritter als gesellschaftliches Kampfspiel den Höhepunkt festlicher Veranstaltungen bildete, so ist heute der Spielgedanke überall als Grundlage und Rahmen von Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Kind, Lehrer und Schüler, Generalstab und Heer, Käufer und Verkäufer, Verkehrswesen und Publikum lebendig und das internationale Golsspiel muh den Diplomaten oft genug als zwanglose Form des Kennenlemens und der leichteren Einleitung von Völkergesprächen dienen. Sm Zeitalter des Kindes hat man vom Kind gelernt. Ob es ein modernes Schaufenster ist, ein Propagandafilm, ein politischer Aufmarsch, eine große Dolksveranstaltung, immer sehen wir, wenn wir genau Hinblicken, den Gedanken i)es Spieles als Hilfsmittel für die Kenntlichmachung von Zielen und Snhalten verschiedenster Art.
Dieses typisch moderne Hilfsmittel von Veranschaulichung hat sich aus der Pädagogik entwickelt. Lieber Pestalozzi-Fröbel und die verwandten amerikanisch-englischen und die Montessori- Methoden entstand ein Erziehungs- Wissen, das vom Kinde ausgeht. Die Grundlage dafür bildet der stets vorhandene Spieltrieb im Kinde. Das Kind lernt „spielend". Das erste 3n- teresse des Kindes gilt seinen eigenen, von der Ratur mitgegebenen Spielzeugen, den Händchen und Füßchen.
Hat dieses Studium seinen Abschluß gefunden, kann das Kind sich bewegen, so tritt die Außenwelt als Spielobjekt hervor. Die nächste Umgebung, Haus und Straße, Menschen und Tiere, treten in den Spielraum des Kindes ein. Wenn neben den eigenen Gliedern die künstlichen Spiel- Werkzeuge der ersten Epoche der Verdeutlichung der einfachsten Sinneswerkzeuge dienen (die Klappern, Bälle, der Teddybär usw. sind Mittel für die Erschließung des Tastsinnes, des Gehörs und des Gesichts), nimmt die zweite Epoche des Kleinkindes den figürlich belebten Raum in Besitz. Die erwachenden Sinne üben sich an der maßstäblich angeglichenen Welt des Spielkastens. Hier entsteht der Hauptfaktor des kindlichen Spielens: Die Puppe. Seit der Llrzeit der Menschheit war die Puppe ein wesentlicher Faktor der Selbsterziehung der Völker. Sie spiegelt, wie wir das in den
Das „Fest der Lugend" am Tage oer Sommersonnenwende.
Ein Ausruf des Reichsinnenministers Dr. Frick.
Berlin, 9. 3uni. (WTB.-Funkfpruch.) Der Reichsminifter des Innern Dr. J r i cf hat zum „Fest der Iugend" aufgerufen. Teilnehmen sollen alle deutschen Schulen, Jugendvereine, Turn- und Sportvereine, Wehrverbände und sonstigen nationalen Bereinigungen (SA., SS., Stahlhelm, KysfHäuserbund, Hitlerjugend usw.). Festtag ist Sommersonnenwende, Samstag, 24. Juni, wird der Feier dieses Jahres gewidmet fein. Der Schulunterricht soll an diesem Tage aus Anlaß der Wettkämpfe a u s f a 11 e n. Am Bormittag finden die Wettkämpfe der Schüler, am Nachmittag die Wettkämpfe der Schulentlassenen statt. Abends treffen sich die Teilnehmer am Sonnen- wendseuer. Sonntag, 25. Juni, soll die Feier in einer Wanderung ausklingen.
Zur Durchführung dieses großen, das ganze Bolt umspannenden Festes sind vor allem die örtlichen Berbänbe für Leibesübungen und d i e Jugendbünde ausersehen, die die Borbereitungen sofort in die Hand zu nehmen haben. Die nationalen Berbänbe unb bie Schu - l e n müssen hierbei selbstverftänblich einbezogen werben. In größeren Stäbten finb Bezirksfeiern ein-
keit gegeben werden, in den Fällen, in denen bisher ein Zah.ungsfristverfahren nicht mehr offen gestanden hat, nun noch einmal an die Aus- wertungsstelle gehen zu können zur Festsetzung einer Z a h l u n g s f r i st, die aber nicht über den 31. Dezember 1 9 3 4 hin - ausgehen darf. Die neuen Anträge müssen bis spätestens zum 31. Suli d. S. gestellt werden.
Konflikt in der GPO.
Gefährliche Politik aus dem Exil.
Der Berliner Vertreter der „Frankfurter Ztg." Rudolf Kircher, behandelt den tiefgehenden Konflikt, der zwischen den führenden Sozialdemokraten, die ihren Wohnsitz ins Ausland verlegt haben, und denen ausgebrochen ist, die in Deutschland blieben und in der Reichstagssihung vom 16. Mai. der großen außenpolitischen Resolution zustimmten. Rach der Darstellung Kirchers haben die „Leute im Exil", die sich draußen eine andere „Taktik" zurechtgelegt hatten, durch zwei Abgesandte der Fraktion eine andere Haltung vorjchreiben wollen. Nach den Ereignissen im Reichstage scheinen die Herren im Auslände sehr empört zu sein. Sie behaupteten überdies, ihre Parteigenossen in Berlin hätten unter einem schweren Zwang gehandelt, was ihnen auf das entschiedenste bestritten werde. Eine Protestresolution der Abgereisten gegen die Haltung der Reichstagsfraktion, die in Zweibrücken beschlossen werden sollte, unterblieb. Dagegen sind nun diese selben Herren mit der Forderung hervorgetrtzten, daß d i e Führung der SPD. nach wie vor ihnen überlassen bleiben müsse. Zu den Abgereisten, die sich in Prag versammelt haben, gehören nach der Darstellung der „Frankfurter Zeitung" außer Stampfer auch die Parteivorsitzenden Wels und Vogel und viele andere. Kirchers Darstellung läßt durchblicken, daß die Sozialdemokraten in Deutschland unter Führung von Paul L ö b e auf das Verlangen der Ausgewanderten eine selbstverständlich ablehnende Antwort geben werden. Vor allem aber w a r n t die „Frankfurter Zeitung" ihre Auslandleser Informationen und Urteile über Deutschland von Leuten zu beziehen, deren Urteilskraft durch ihr persönliches Erlebnis getrübt erscheine. Diese Warnung ist vielleicht um so angebrachter, als die Absicht besteht, unter der Leitung von Stampfer in Prag den Berliner „Vorwärts" wieder aufzumachen.
Museen beobachten können, ebenso zeitgeschichtliche Merkmale wider, wie die allgemeinen Grundlagen der Völker und Rasseneigenarten. Oft genug ist die Puppe und das Spielzeug als Diplomat der Kinderwelt von Volk zu Volk gewandert. Wir wissen, daß schon im 17. Sahrhundert allein aus Sonneberg in Thüringen Tausende von Zentnern Holzspielzeug in alle Welt gegangen sind.
Vergleichen wir die Puppen und Spielzeuge aus Aegvpten mit denen aus der Südsee, aus Mexiko oder Rorwegen, so werden wir eine große Gleichartigkeit feststellen können. Shr Charakter ist in Sahrtausenden gleich geblieben wie die Kinderseele selbst. Deswegen werden alle Versuche, neues „reformiertes" Spielzeug zu erfinden, mit dieser Tatsache rechnen müssen, daß das Spielzeug des kleinen Kindes zeitlos und international ist, es ist dos, was überall im „Dolksspiel- $eug“ über alle Zeiten hin lebendig geblieben ift. Das Volksspielzeug ist bei den Kindern aller Völker beliebt, weil es zeitlos und nicht modisch ist, nicht individuell, sondern typisch, nicht abweichend vielseitig, sondern übereinstimmend einseitig, sinnliche Grundformel von Schaubarem.
Ein allzu indiviudelles Spielzeug, das eine bestimmte einmalige Rote eines Pferdes mit höchster künstlerischer Lebendigkeit und „natürlicher" Teilschilderung sesthält, wird für das Kind starr und fruchtlos sein, aber ein primitives, buntbemaltes Holzpferdchen mit einem Reiter darauf, der (für Erwachsene) eher ein Flaschenstöpsel sein kann, als ein Husar, zaubert alle gewünschten Porstellungen von Roh und Reiter. Daher liegt in dem einfachen Volksspielzeug soviel Sinn und Kraft: es ist primitiv im höheren Sinne, sein Geheimnis, ist das Geheimnis der Symbolik überhaupt, der Rune, der Maske, des Spruches, des Gebetes. Auf derselben Linie liegt die drastische Wirksamkeit des Marionettentheaters und des Bilderbuches, das so unübertroffen wiederum im deutschen „Struwelpeter" die Welt der Kinder erobert hat.
Das deutsche Dolksspielzeug ist heute noch in diesem Sinne vollendetes Erziehungsmittel in der Kinderstube. An die Spielzeugschnitzer und Drechsler im Erzgebirge, im Thüringerwald, in Oberbayern und Tirol haben die modernen Spielpädagogen mit Erfolg angeknüpft, weil im Spielzeug das ewig Alte des Kernes auch immer das Reue ist, wenn das Aeußere auch wechselt. Manches neuzeitliche Spielzeug basiert auf der irrtümlichen Annahme, das Kind fei eine Miniaturausgabe des Erwachsenen, und je vielfältiger man Spielzeug herstelle und anschaffe, desto glücklicher
zurichten. In Gemeinden soll der Bürgermeister bzw. der Gemeindevorsteher die in Frage kommenden Bereinssührer zusammenrufen und die Leitung der Beranstaltung einem aus der Jugend herausge- wachfenen Jugendführer übertragen.
Mit dem „Fest der Jugend" greifen wir eine Sitte unserer Ahnen auf. In diesem uralt heiligen Fest wollen wir die deutsche Jugend zur Berbundenheit mit Natur und Heimat, Bolf und Baterland führen. In ihm soll sie d e n S t o 13 auf Rasse, A r t und Geschichte erleben. Ls gilt, den Rahmen des Festes dieser Aufgabe anzupafsen. Gesang und Musik, Lied und Bolks- t a n; sollen sich den Wettkämpfen der Jugend anrahmen. Zum Schluß soll das Sonnenwend- feuer alle Teilnehmer in schlichter Weihestunde vereinen, wenn an diesem Abend zum ersten Male in der Geschichte unseres Boltes die ganze deutsche Jugend am Feuer versammelt ist und ihr Gesang zum Nachthimmel steigt, wird sich e i n F e u e r d e r Liebe und Opferbeceit s ch aft für das Baterland entzünden und nicht wieder verlaschen. ,
Kunst und Wissenschaft.
Großer deutscher Opernerfolg in Paris.
Wilhelm Furtwängler dirigierte eine deutsche Aufführung der Wagner-Oper „Tristan u n d S s 0 l d e" in der Pariser Oper mit Melchior, Frieda Leider, Sabine Kalker und Sanften in den Hauptrollen. Die hervorragenden Leistungen wurden von dem Pariser Publikum mit geradezu stürmischem Beifall belohnt. Der Präsident der Republik, Lebrun, wohnte der Vorstellung bei. Auf seinen Wunsch verbrachte das deutsche Botschafterpaar Köster den ganzen Abend in der Präsidentenloge. Das französische Orchester folgte dem deutschen Meisterdirigenten mit erfreulichem Verständnis. Für die Pariser Sommersaison bilden die Wagner-Opern entschieden ein Ereignis mit neuer werbender Kraft für deutsche Musik.
Furtwängler an die Berliner Staatsoper verpflichtet.
Mit Beginn der neuen Spielzeit tritt Dr. Wilhelm Furtwängler, der bisher nur als G a st wirkend tätig war, als 1. Staatskapell- m e i ft e r fest in den Verband der Berliner Staatsoper ein und ist für diese Stellung für bie Dauer von fünf Jahren verpflichtet.
Tagung der Deutschen Akademie für Dichtung.
Am 7. und 8. Juni tagte in Berlin die erneuerte Abteilung für Dichtung an der Preußischen Akademie der Künste. Kultusminister Rust als Kurator und Max von Schillings als Präsident der Gesamtakademie eröffneten die Gründungsversammlung. Kultusminister Rust sicherte der Abteilung für'Did)tung bei ihrem weiteren Ausbau und Aufbau volle Selbständigkeit zu. Die Abteilung für Dichtung vereint in sich die deutschen Dichter aller Volksstämme. Aus dem betont außervölkischen Zustande ihrer früheren Zusammensetzung ist sie zu einem vvlksbewußten und artgered),ten Lebenskörper umgebaut worden. Daher darf und will sie auch in ihrer Entwicklung der lebendigen Entwicklung des Reiches Ausdruck verleihen und erklärt sich unter Wahrung der bisherigen Rechtsgrundlagen reichszuständig als die Deutsche Akademie der Dichtung Die nächsten Arbeiten der Deutschen Akademie der Dichtung werden ihrer organisatorischen und rechtlichen Durchbildung gewidmet sein.
Darauf konstituierte sich die erneuerte Abteilung. In die Akademie der Dichtung sind berufen worden:
sei das Kind. Daß es nicht so ist, weiß jeder, der Kinder hat.
Erst für das größere Kind gewinnen die technischen Spielzeuge, wenn sie auf handwerklicher Grundlage aufgebaut sind und zum. Basteln anregen, starke Bedeutung, aber für das Kleinkind, bis in die ersten Schuljahre hinein, ist im deutschen Voltsspielzeug und im modernen Spielzeug, das sich daran anschließt, die gesunde und ursprüngliche Sinneneinheit und Aaivität enthalten, die das Kind glücklich macht und zum Einfachen und Beharrlichen auch charakterlich erziehen hilft.
Caruso der Zweite.
Don Hans iRtebau, Degesack.
Bob und Emmerich gehen bummeln. Rund um das Sonnendeck des kleinen Seebäderdampfers. Aber es ist langweilig. Entweder sind die Mädchen, die da Überall in der Sonne liegen, sitzen oder spazieren gehen, häßlich. Oder 'sie sind nicht allein.
Plötzlich stößt Bob Emmerich an. „Du, guck mal."
Emmerich guckt. Da lehnt ein Mädchen an der Reeling. Eine junge Dame, hellblond.
„SonnetiDetter", murmelt Emmerich, „das ist mein Typ."
„Meiner auch", murmelt Bob zurück. Beide machen ein paar große Schritte, lehnen sich auch an die Reeling.
Die junge Dame blättert in einer Zeitung. Sie sieht nicht, daß sie Rachbarn bekommen hat. Sie fühlt nichts von der Bewunderung, die da neben ihr ausgestrahlt wird. Unb als sie einmal den Kopf bebt, blicken ihre Augen über Bob und Emmerich hinweg.
„Sag mal“, fängt da Emmerich an sich mit Bob zu unterhalten, unb seine Stimme ist so laut, daß Die junge Dame jebes Wort verstehen muß, „wann singst bu eigentlich toieber in Rom?"
Bob reißt bie Augen auf. „Bist bu verrückt?", will er sagen. Aber Emmerich zwinkert ihm noch rechtzeitig zu.
„Sn Rom?", faßt sich Bob. „Sm Spätherbst, bente ich."
„Aber ba bist bu doch in Rio be Saneiro verpflichtet", wirft Emmerich bazwischen.
„Den Vertrag habe ich gelöst", sagt Bob, unb seine Stimme klingt melancholisch. „Sch habe keine Lust mehr, lange Seereisen zu machen."
„Sehr vernünftig", nickt Emmerich. „Wenn man bir überall in Europa breitaufenb Mark
Hermann Claudius, <yu|iuu Frcnssen, Enrica 0. Handel-Manzzetti, Rudolf Huch, Ernst Jünger, Isolde Kurz, Heinrich L e r s ch, Johannes Schlaf, Joseph Magnus Wehner, ferner wurde die Berufung einer ständigen Kamiper der Beiräte der Akademie der Dichtung beschlossen. Zum 1. Vorsitzenden der Deutschen Akademie der Dichtung wurde gewählt: Hanns I 0 h st, zum 2. Vorsitzenden Hans Friedrich Blunck, zum Schriftführer Werner Beumel- burg; zu Senatoren wurden bestimmt: Werner B e u m e l b u r g, Hans Friedrich Blunck, Hans Grimm, Hans Iahst, Erwin Guido K 0 l b e n h e y e r , Agnes M i e g e l, Boerris von Münchhausen. Wilhelm Schäfer, Hermann Stehr und Emil Strauß.
Die Zeitschrift „Die Anzeige" wird fachliches Berbanbsorgan des neuen Deutschen Reklame- Berbanbes, Nationale Gruppe.
Gleichzeitig mit dem völligen Umbau be8 Deutschen Reklame-Verbandes erfolgte auch eine Reuregelung der Zeitschriften. Reben der Zeit- .schrift „Die Reklame", wird den Mitgliedern jetzt *auch bie Zeitschrift „Die Anzeige" geliefert. Wir begrüßen es, baß bas Werbemittel Anzeige, bas boch ben ersten Platz unter allen Werbemitteln einnimmt, in biefer Weise eine bevorzugte Würdi- gung findet. Die Zeitschrift „Die Anzeige" erscheint bazu besonbers berufen, ba sie wie keine andere Stelle Deutschlands schon im neunten Sahre auf die Entwicklung der Anzeigenreklame bisher mittelbaren Einfluß ausübte.
Aus aller Welt.
Mattern auf dem Fluge nach Chabarowsk.
Der Weltflieger Mattern ist Samstag um 1.50 Uhr in Beloje bei Irkutsk zum Weiterfluge nach Chabarowsk gestartet. Um 2.30 Uhr überflog erIrkutsk.
Die Ueberführung der Leiche des ermordeten afghanischen Gesandten.
Sie Leiche des afghanischen Gesandten Mu- hammed Aziz Khan, der vor einigen Tagen einem politischen Anschlag zum Opfer fiel, wurde auf dem Bahnhof Friedrichstrafte in einem Sonderwagen des nach Rußland abgehenden Zuges aufgebahrt, um in bieHeimat übergeführt zu werden. Vor dem Bahnhof war ein Bataillon Reichswehr aufmar- schiert, das beim Herannahen des Leichenwagens die militärischen Ehrenbezeugungen erwies. Sm Fürstenzimmer waren nahezu sämtliche Vertreter des Berliner d i p l 0 m a 11 * schen Korps versammelt. Als Vertreter des Reichspräsidenten war Staatssekretär Sr. Meißner erschienen, vom Auswärtigen Amt Freiherr von Reurath, Staatssekretär Sr. Meißner legte am Sarge einen Kranz des Reichspräsidenten nieder. Sann setzte sich der Zug in Bewegung, der die sterblichen Lieberreste des Gesandten über Moskau nach Kabul bringen wird.
Beim Einsturz einer Tongrube ein Arbeiter und fünf Kinder getötet.
Bei P l e w n a in ’Rorbbulgarien stürzte eine tunnelförmig angelegte Tongrube, in der z w e i A r - beiter beschäftigt waren, in dem Augenblick ein, als zehn in der Nähe spielende Kinder den Tunnel betraten, um den Arbeiten zuzusehen. Trotz der sofort aufgenommenen Rettungs- aftion konnten ein Arbeiter und fünf Kinder nur noch als Leichen geborgen werden. Alle übrigen wurden in Besorgnis erregendem Z u st a n d e ins Krankenhaus gebracht.
Mexikanische Ortschaft von Räubern geplündert.
Die Ortschaft larenuato im mexikanischen Staate Michoacan wurde plötzlich von einer größeren Räuberbande überfallen, ausgeplündert und gebrandschatzt. Sieden Personen, darunter eine Frau, wurden von den Banditen niedergemetzelt. Die Regierung entsandte sofort Truppen nach larenuato, denen es gelang, einen großen Teil der Beute zurückzuholen. Drei Räuber wurden dabei getötet.
pro Abend zahlt, wozu bann noch nach Liebersee? Lind in Rom vor allem bist bu als Caruso ber Zweite bekannt unb berühmt."
Die junge Same hat bie Zeitung sinken lassen. Sie guckt zwar nicht gerabe zu ben beiben herüber. Aber ihre Mienen verraten angespannte Aufmerksamkeit. Shre Rasenflügel vibrieren.
„Was macht eigentlich beine Motoryacht?", fährt Emmerich fort.
„Smmer noch auf Werft", sagt Bob. „Sonst würden wir nicht auf diesem Sampfer nach Helgoland fahren. Llebrigens werde ich sie wahrscheinlich, wenn sie repariert ist, verkaufen. Sch habe als Ersatz ein Großflugzeug in Auftrag gegeben."
„Verkaufen?!", fährt Emmerich hoch. „Welchen Preis, wenn ich fragen darf, wirst du verlangen?"
„Mein Gott", lächelt Bob (und er spricht leiser, so leise, daß die junge Same ihn noch gerade versteht"). „Snteressierst du dich dafür? Sch dachte, zweihunderttausend zu fordern. Aber wenn du sie haben willst: ich schenke sie bir.“
Bei diesen Worien zieht Bob Emmerich von ber Reeling weg. „Sie Sbee war gut", flüstert er, „aber jetzt habe ich keine Lust mehr."
„Genügt auch vollkommen", sagt Emmerich. „Seht mußt bu in bie Bar gehen, schnell, schnell. Sch erstatte bir gleich Bericht."
Zwanzig Minuten später ist auch Emmerich in ber Bar.
„Run?", fragt Bob, unb feine Augen glänzen.
„Alles programmäftig verlaufen", berichtete Emmerich. „Sch bin toieber an die Reeling gegangen. Lasse meine Mühe fallen. Auf bie Füße der jungen Same. Sch entschuldige mich. Sas Gespräch ist da. Sie brennt vor Reugierde und fragt mich aus. Wer du wärest, wie du hießest usw."
„Sas ist ja prächtig", lacht Bob. „Lind dann?"
„Sann“, sagt Emmerich, „dann haben wir uns in Helgoland verabredet. Wir bleiben ein paar Tage dort. Su fährst heute abend gleich wieder zurück, wie?"
„Sch?", stottert Bob. „Sa, aber erlaube mal — —"
Sn diesem Augenblick betritt auch dltz junge Same die Bar. Emmerich springt auf. „Sarf ich vorstellen?", sagt er. „Mein Freund, Caruso der Zweite — — —“
Sie setzen sich zusammen. Bob ist liebenswürdig, sehr, sehr liebenswürdig. Auch die junge Same ist nicht unfreundlich. „Schade", sagt sie, „daß Sie heute abend wieder zurückfahren müssen. Aber Shr Freund erzählte mir schon, daß Shre Frau Gemahlin Sie in Bremerhaven erwartet."
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Über Sief
>en üagun« beifsL Tagung W X auf dl vor! w® n $ai fir%nnr Dr D lat O d trage W/Zaen, 'SÄ? SS blick über den w ben Vertretern Vertretern ber W fttrT Hins«ht1>ch d unb ber Sch« Sie an$aulfc an ben nichebe teilnaftm, unb fern neigen M Hörern ein MÜH lirchengeschlchttlch Darlegungen des Wertschätzung dw bewegung „Deu machte aber auch bei ber Entscheid Reichsbifchoss na sichtspunkte für chwingh entjc aus (einem Ser ihm bie aktive Müller als ■ „Deutsche Thüste- dem Reichslnscho Interesse ber gej schenswert unb evangelischen Krö - Wahle ber evanc gesagt werben. - träges behandelte Vertragsabschluß beskirchen van ß ben im „Gießene berichtet wurde, Vertrages, wie a Ichen den leitende Wiesbaden mit d gelischen Landes, ber Frankfurter. einen 2Infang, bt Tr betonte babei mg, daß durch b föe Kirche zustand fische Kirche nicht z vergrößert werde, über in eine befieri sein werbe, was s wirkliche Goangeli1
2m Anschluß an eine umfangreiche reiche Redner beti legungen des Prä! sichtspunkte des van ben verschiede! let. Prälat D. Dr. orterungen als % dreistündiger Sera Mn 14 Uhr mit Ende.
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