Ausgabe 
10.2.1933 Frühausgabe
 
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Lin Vestechungsflandal in Frankfurt.

Zuchthaus für Beamte des Frankfurter Zollamtes.

WSÄ Frankfurt a. W., S. gebe. Dach mehrwöchiger Dauer beendete Vie Drohe Straf­kammer heute den umfangreichenBestechungs- prozeh gegen Zollbeamte, der zum Teil unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Ge- fLhrdung der Staatssicherheit verhandelt wurde.

Die Maflage Holle gegen die veleiligten den Dorrourf erhoben, bei der Einfuhr von Auto». Garnen und Saffee Unregelmäßigkeiten be­gangen zu haben. Die Feststellungen de« Ge­richt» ergaben, dah die Mehrzahl der Beschul­digten gegen ihre Beamlenpflichlen verstohen hatten, falsche Beurkundungen Vornahmen, sich bestechen liehen und Beihilfe zu Zolldefrauda­tionen geleistet haben.

Es wurden verurteilt: der Oberzollsekretär 3oL Oswald zu IVi 3 ah ren Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe, für Beihilfe zu Autozoll- defraudationen zu 171 151 Mark Geldstrafe und 211 197 Mark Wertersah, für Beihilfe zu Garn» zolldefraudationen zu 3901 Mark Geldstrafe und 57 234 Mark Wertersatz, der Zollsekretär Paul Dichter zu 15 Monaten Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe und7wegen Beihilfe zrzrn Zollvergehen zu 2216 Mark Geldstrafe und 23 805 Mark Wertersah, der Oberzollsekretär AloiS Musiol zu 14 Monaten Zucht­haus, 100 Mark Geldstrafe, ferner zu 25170 Mark Geldstrafe und 289 528 Mark Wertersah, der Zollassistent Artur Sehekam zu drei Monaten Gefängnis, 19889 Mark Geld­strafe und 223 982 Mark Wertersah. der Zoll»

assistent Wilhelm Seidel zu fünf Monaten Ge­fängnis, 131 436 Mark Geldstrafe und 74163 Mark Wertersatz, der Expedient Karl Dietrich wegen fortgesetzten Anstiftung zur Falschbeur­kundung, aktiver Bestechung, Zolldesraudation. Urkundenfälschung und Betrugs zu vierzehn Monaten Zuchthaus. 100 Mark Geld­strafe, ferner zu 168 338 Mark Geldstrafe und 477 869 Mark Wertersatz, der Deichsbahnlade­schaffner Konrad Ziegler zu 13 Monaten Zuchthaus, 100 Mark Geldstrafe und 198 320 Mark Geldstrafe und 309 685 Mark Wertersah. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklag­ten wurde auf Grund der Amnestie eingestellt, der frühere Oberzollsekretär Alois Mohr wurde freigesprochen.

wie sich au« der Verhandlung ergab, haben die Beamten körbeweise Lebensmittel nach Hause geschafft, die ihnen für die Anfertigung falscher Wiegescheine und Zolldeklarationen gegeben worden sind. Außerdem haben sie sich in Wirtschaften freihalten lassen und in ver­einzelten Fällen auch Bargeld oder größere Darlehen empfangen, die nie zurückgezahlt worden sind.

Die hinterzogenen Zollbeträge machen über 150000 Mk. aus. Gegen 2 6 Beamte ist noch im Laufe dieses Verfahrens das Diszipli­narverfahren eingeleitet worden. 3n der Urteilsbegründung heißt es, dah die Destechungen bis in die Kreise der leitenden Aufsichts­beamten gereicht haben.

Aus der provinzialhaupistadt.

Borrrolizen.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: heute, 20 Uhr, zum erstenmal die Komödie:Bargeld lacht" von Ebermayer und Cam- merwhr (Spielleitung: Peter F a s s 0 t t), 18. Vor­stellung im Freitag-2lbonnement. Gewöhnliche Preise. Ende 22.15 Uhr. ,3m weißen Röhl", neunte und zehnte Aufführung der Operetten-Revue am Sonn­tag, 12. Februar, von 15 bis nach 18 Uhr und von 19 bis nach 22 Uhr^ In beiden Vorstellungen er­mäßigte Operettenpreise. Dorzugsgutscheine haben Gültigkeit, zur Nachmittagsvorstellung auch Schüler­karten. EinenSing- und Spiel-Abend" veran­stalten die Jugendoerbände zugunsten des Notwerkes der deutschen Jugend am Montag, 13. Februar, 20 Uhr, im Stadttheater Gießen. Ein Gastspiel des -Opernensembles des hessischen Landestheaters Darm­stadt, findet Dienstag, 14. Februar, 19.30 Uhr, statt als 19. Vorstellung im Dienstag-Abonnement mit einer Aufführung:Der Rosenkavalier". Opern« preise, Vorzugs- und Runüfunkgutscheine haben Gültigkeit.

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Eine Biologen-Ortsgruppe in Gtehen. Am Mittwoch fand die Gründung emer Ortsgruppe Giehen des Deutschen Bio- logen-Derbandes statt. Der Verband vertritt Die 3ntereffen sämtlicher biologischen Dichtungen, msbesondere Llniversitätsbiologie, Schulbiologie, Praktische Biologie und der Biologie-Studieren- £cn-_3um Vorsitzenden wurde Herr Dr. Appel, der Leiter der Hessischen Hauptstelle für Pflanzen­schutz. Gießen. Senckenbergstrahe 17. gewählt.

Konvent des Jungdeutschen Or­dens, Bruderschaft Gießen. Man berichtet uns: Vergangenen Dienstag hielt die Bruderschaft Greßen des Jungdeutschen Ordens ihren Februar­konvent unter Leitung von Bruder Gebhardt ab. Zuerst hielt Bruder Schadt einen Vortrag über bte staatspolitischsn Grundlagen desGroßen Plans" von Artur Mahraun. Der Kern der Dinge sei die Ordnung der Nation. Die Verfassung von Weimar sei im wesentlichen ein aus staatsrechtlichen Erwä­gungen entstandenes Profesiorsnwerk. Die Ordnung, die derProfessor von Weimar" dem deutschen Volke gegeben habe, sei die parteiistische Wahlordnung. Sie >e» falsch, denn sie habe zur Verwirrung und zum

Spenden für die Wintemothilf-.

Don der Geschäftsstelle der Gießener Win­ter n 0 t h i l f e werden uns folgende weitere Spen­den mitgeteilt:

hessische Landesbank, Darmstadt, 100 RM.

Arbeitgeberverband für Lahngau und Oberhessen c. V für den Monat Februar 500 RM.

Bankenvereinigung Gießen für den Monat Fe- bruar 50 RM.

Hans Joachim Baehr, Marktstraße 21, 20 Paar Handschuhe.

Meyerhofs & Goßlar, Kreuzplatz, ein Posten Tex. tilwaren als 3. Rote.

I. Schmücker Nachfolger, Marktst^ße, ein Posten Textilwaren als 2. Rate.

h. Kaeß Nachf, Inhaber Wilhelm Horn & Sohn, Kreuzplatz 15, ein Posten Textilwaren als 3. Rate.

Das Kaufhaus Karzentra, Seltersweg, hat in dankenswerter Weise die Speisung von je zwölf Kindern an drei Tagen in der Woche für den Monat Februar weiterverlängert.

Weitere Spenden werden mit Dank angenommen.

Rauchwaren und Lebensmittel in Gastwirtschaften.

Dom Polizeiamt Gießen wird un8 mit­geteilt:

Der Verkauf von Dauchwaren und sonstigen Lebens- und Genußmitteln in Gast- und Schank­wirtschaften und bei den Wasserhäuschen nach der Ladenschluß -eit und an Sonn- und Festtagen ist nur an Gäste gestattet, die tatsäch­lich in den Räumen zur Befriedigung ihrer mo­mentanen Bedürfnisse verweilen.

Waren, die nicht der momentanen Befriedigung dienen, sondern zum Mitnehmen bestimmt sind, dürsen innerhalb dieser Sperrzeit nicht verabreicht werden.

Auch dem vielfach geübten Unfug, daß Gäste sich von einem Wirt, der zugleich Metzger ist, Fleischwaren nach der üblichen Verkaufszeit und an Sonntagen zum Mitnahmen erstehen, wird für die Folge mit aller Strenge entgegengetreten.

Dieses Verbot erstreckt sich nicht auf die frei- gegebenen Derkaufsstunden an Sonntagen in den Verkaufsbuden bezüglich des Verkaufs -von Obst, Südfrüchten, Schokolade- und Zuckerwaren an Passanten in kleinen Mengen.

An Wochentagen haben die nichtkonzessionierten Verkaufsbuden um 19 Uhr jeden Verkauf einzu­stellen.

Büraerkrieg geführt. Die feldgraue Ordnung, deren höchste Verkörperung der Marschall von Tannen­berg ist, sei richtig. Sie habe sich im Weltkrieg be- währt und in diesem Rahmen auch heute. Ihre Ge­setzlichkeit habe sich als die bessere gezeigt, darum müsse sie an die Stelle von Weimar treten. Es gehe um die Frage: Feldgraue Ordnung oder li­berale Ordnung? In die Diskussionen der Gelehrten hinein töne der Schrei des einfachen Soldaten: An­ders einteilen! Das 19. Jahrhundert prägte den libe­ralen Staatsgedanken. Dieser wurde in feiner kras­sesten Form zum Nachtwächter des Bürgertums. Im Gingen des 20. Jahrhundert um die neue, vom Fronterlebnis gestaltete Staatsidee heiße das Lo­sungswort:Der Staat sind wir, wir die Nation, wir olle Deutschen." Die Lehre vom Volksstaot sei die eigentliche Revolution des 20. Jahrhunderts. Die Neuordnung der deutschen Dinge müsse vom Boden her kommen. So fasse Mahraun auch den Begriff Raumreoolution" auf. Die Neuordnung von Mensch und Raum müsse notwendig Hand in Hand miteinander petzen. Aus ihrer grundlegenden Klä­rung und Lösung liege die Zukunft von Staat und Volk begründet. Im weiteren Verlauf des Abends bildete Die Aussprache über die gegenwärtige poli- tische Lage den Stern. An Hand vorliegender Berichte wurde den Brüdern und Schwestern Klarheit ge­geben über die innerpolitische Vorgänge Der letzten Zeit. Einmütig wurde die Stellung jedes Jung- deutschen für Die kommenden politischen Ereignisse erläutert und umgrenzt. Bedeutungsvoll waren fer­ner die vielen Arbeitsberichte, fo von Neugründun­gen in Mainzlar ufw., die Neuaufnahme von 22 neuen Ordensbrüdern. Zu später Stunde schloß der Abend, der sehr stark besucht war, mit dem Ordens­lied.

" Kavallerie-Verein Gießen. Die­ser Tage hielt der Kavallerie-Verein imHessi­schen Hof" seine Generalversammlung ab. Die Versammlung war sehr gut besucht. Der 1-Vor­sitzende Kam. Ernst Hartmann begrüßte die Kameraden und wies auf die Notwendigkeit der Einigkeit im Verein, wie im Daterlande hin. 3m Kavallerie-Verein werde erfreulicherweise herzliche Kameradschaft gepflegt. Der Jahres­bericht, von Kam. D e n h a r d t erstattet, ließ er­kennen, daß innerhalb des Vereins reges Leben herrscht. Der Verein konnte im vergangenen 3ahre den 1. Vorsitzenden des Waffenringes der deutschen Kavallerie, Kam. Th. Schröder, Bochum, in seine Ehrenmitgliedsliste aufnehmen. 20 Kameraden, meist aus Gießen, fanden den Weg zum Kavallerie-Verein. Ter Dechner, Kam. Rühl, erstattete den Kassenbericht, der dank sparsamer Wirtschaft einen ansehnlichen äleber- schuß auswies. Dach der Prüfung durch den Kam. Wilhelm Mühl wurde dem Dechner Ent­lastung erteilt und der Dank des Vereins aus­gesprochen. 3m Anschluß daran wurde der Vor- stand einstimmig wiedergewählt: er seht sich aus folgenden Herren zusammen: Ehrenvorsitzender Franz Sold an, 1. Vorsitzender Ernst Hart­mann, 2. Vorsitzender Otto D ü h l. 1. Schrift­führer Karl Denhardt, 2. Schriftführer Georg Schäfer, Dechner Heinrich Rohrbach, Sach­verwalter Louis Geller, Beisitzer Michael Kolb, Heinrich Hederich und Richard Heil- mann. Verschiedene interne Vereinsangelegen- heiten wurden schnell erledigt. 3n seinem Schluß­wort betonte der 1. Vorsitzende, daß es gelte, geschlossen hinter der Regierung zu stehen, da­mit das deutsche Volk wieder aus jene Höhe ge­lange, die es vor dem Kriege einnahm. 3m weiteren Verlaufe des Abends unterhielt ein Mitglied durch interessante Vorträge.

** Auswanderungsmöglichkeit für ledige Landwirte und Landwirts­familien nach Kanada. Wie der Dord- deutsche Llohd Bremen mitteilt, besteht auch im 3ahre 1933 für solche deutschen Landwirtsfamilien und ledige Landwirte, die außer den Hebersahrts- kosten über ein Kapital von mindestens 1000 ka­nadische Dollars (etwa 3700 Mark) verfügen. Aus. Wanderungsmöglichkeit nach Kanada. Die Ein­wanderer müssen sich in den Seeprovinzen Reu- Braunschweig oder Reu-Schottland ansiedeln. Da­bei werden sie von der unter Aussicht der Regie­rungen der beiden Provinzen stehenden Cana- dian National Railway unterstützt. Heber die Heberfahrtsbestimmungen gibt die Reederei durch ihre Vertretungen kostenlos Auskunft.

Handwefkskammer-LlntersuchungS- ausschuh.

WER. D a r m st a d t, 9. Febr. Der Hand­werkskammer - Hnter s u ch ungsaus- schuß des Hessischen Landtags führte heute seine Beratungen über den an das Plenum zu erstat­

tenden Bericht weiter. Die Beratungen werden am Freitag der kommenden Woche fortgesetzt. Es läßt sich als Eindruck der bisherigen Bera­tungen sagen, dah man bestrebt ist, dem Plenum ein möglichst einstimmiges Urteil über die Ar­beiten und Erkenntnisse des Untersuchungsaus­schusses zuzuleiten, also von Mehr- und Minder­heitsberichten abzusehen.

LlnterschlagungSaffäre in Alzey.

WSD. Alzey, 9. Febr. Bei der hiesigen Zweigstelle des Hochbauamts ist man Un­regelmäßigkeiten auf die Spur gekommen. Der Angestellte L e s ch e r, der die Heizung und Reinigung des Hochbauamtes zu überwachen

hatte, lieh sich die Löhne für die Putz» f tauen sowohl vom Hochbauamt, als auch vom Äreiiamt auszahlen. Er hat auf Grund gefälschter Anweisungen über zwei 3ahre lang unberechtigterweise vom Kreisamt Gelder bezogen und den gesamten Briefwechsel über den Vorgang vernichtet. Durch Zufall kam jetzt ein Schreiben in die Hände eines Baurats, wodurch man auf die Verfehlungen aufmerksam wurde. Die Höhe des veruntreuten Betrages beläuft sich auf rund 1000 Mk.

Sprechstunden der Redaktion.

1130 bl« 12.30 Ahr. 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloßen.

Was möchten Sie gerne spielen?"

Wunschträume der Filmstars. Interessantes Ergebnis einer Umfrage.

Welche Persönlichkeit, welches Schicksal, welchen Filmvorwurf möchten Sie einmal gestalten, wenn Sie, ohne irgend welche Rücksichten, lediglich Dem eignen Wunsch zu folgen hätten?" Mit dieser Frage haben sich dieSüddeutschen Monatshefte" an eine Anzahl bekannter Filmdarsteller und Regisseure ge­wendet, und die interessanten Antworten werden in dem neuesten, dem deutschen Film gewidmeten Heft dieser Zeitschrift veröffentlicht.

Da schreibt Willy Fritsch:Ich habe keine Rollenwünsche, die sich auf eine bestimmte Figur beziehen. Meine künstlerischen Bedürfnisse werden durch jeden Filmvorwurf erfüllt, in dem ich die Auf­gabe lösen darf, einen wirklichen Menschen, eine blutoolle, dichterisch erfaßte Persönlichkeit zu ge­flattert." Die gleiche Antwort geben auch andere Stars, wie z.B. Conrad Deidt.

Dagegen haben manche eine ganz bestimmte Ideal­figur, die sie einmal spielen möchten: so bezeichnet Harry Piel als seinen Lebenswunsch,einmal die Gestalt des .Schinderhannes' darzustellen, wie überhaupt die Gestaltung eines wirklichen Schicksals für mich ein Ideal ist, auf dessen Erfüllung ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben habe." Fritz Rass) möchte seit Jahren den .Ldioten" von Dosto­jewski gestalten, Fritz K a m 0 e r 5 den Christian Roth in Schönherrs DramaGlaube und Heimat" spielen. Hermann Thimig schreibt: ,3ch er­sehne die Zeit, in der der Tonfilm endlich Ausdruck einer neuen Kunstsorm geworden fein wird, kurz den Tonfilm-Dichter. Dieser wird mich aus der künstlerischen Not befreien, in der sich heute alle kunstyungrigen Elemente beim Tonfilm finden."

Unter den weiblichen Darstellerinnen hat sich Tony van Eyck, die Scanne d' Arc ausgewählt, so wie uns die Gestalt aus den historischen Pro­tokollen entgegentritt: einfältig und entrückt, medial und bauernschlau zugleich. Um den historischen Kostümplunder zu vermeiden, würde ich die Hand­lung in die jüngste Dergangenheit verlegen, etwa in eine Mennoniten-Siedlung ober in eine Goldgräber­stadt im fernen Westen. Die Problematik bliebe die aleiche: das seltsame Mädchen, das die Massen einen Augenblick hinreißt, bann, ohne es zu merken, zum Werkzeug ber Obrigkeit wirb, um im Kampf der widerstreitenden Mächte unterzugehen. Vielleicht wäre Reims bann ein Ostgebiet unb ber Herzog von Burgunb hieße Rockefeller. Es käme mir nur auf b»c folgerichtige Entwicklung bes Menschenschicksüs

an. Unb bann möchte ich im Film einmal ein gutes, sauberes Deutsch sprechen Dürfen."

Der augenblickliche Wunschtraum von Renate Müller heißt:Katharina", nicht bie Operetten katharina mit all ihren Abenteuern, sondern Die geschichtliche, von ihrer IugenD bis etwa zum 30. Le­bensjahr.

Zwei Meister Des LanDschaftsfilms begegnen sich in ihrer Sehnsucht. So will Louis -trenfer einen Film Drehen, in Dem nur Die LanDschaft spielt: Ich würbe sie überall suchen, im Sommer, Früh­ling, Winter unb Herbst. Ich würbe sie einfangen int Dämmer bes Mondlichts' unb im Schimmer ber Sonne ober im Grau bes Nebels. Nicht nur im Norben unb im Süben, auch im Osten unb Westen würbe ich sie suchen. Ich würbe streben, bem Film eine Seele zu geben, ohne einen einzigen Darsteller babei spielen zu lassen. Dialog unb Geräusche gäbe es Dabei nicht, Dafür aber vom ersten bis zum letz­ten Meter Musik. Nun kommt aber Die Hauptsache: Drei Jahre Arbeit würDe cs kosten, unD bann mür­ben so wenig Menschen biesen Film anschauen, baß ich wohl sehr traurig über meine viele Arbeit wäre."

Arnolb Fanck will ebenfalls bie Natur als Hauptbarsteller benutzen, unb zwar so,baß nicht nur, wie m meinen bisherigen Filmen, ein winziger Teil von ihr, wie etwa ber Berg ober ber Schnee ober ber Eisberg zum filmischen Leben erweckt wirb, sonbern baß bie Erbe in ber Gesamtheit ihrer großartigsten Erscheinungsformen unb Kraftäuße- rungen, wie Vulkan, Erbbeben, Meeresbranbung, Stromschnelle, Wasserfall, Feuersee, Schlammvulkan, Schnee-, Eis- unb Felsstürze, Sturm über Meer, Gebirge unb Wüste, Flußüberschwemmungen unb Lavaströme usw., zu einer großen Wilb- unb Bewegungs - Symphonie zusammengefaht werden könnte."

Nicht minber umfaffenb ist Der Wunschtraum bes Regisseurs K a r l G r u n e, ber eineWeltgeschichte" im Film gestalten möchte:Ich benke an einen Film vom Uranfang ber Erbe, so weit sie bisher erforscht ist, bis zur Gegenwart, in einer enblosen Reihe von «ingen, jebe Woche ein Teil von ungefähr eter.

Einen Film von ben Schrecken eines kommenden Krieges gegen Rassen- unb Völkerhaß: kurz: einen Film ethischen Gehaltes, nicht nur Unterhaltungs­ware", so umschreibt Kurt Bernhardt seinen Wunschtraum. fb.

H i. ii

Buntes Allerlei.

Liebhabereien der siamesischen Zwillinge

Die berühmtesten siamesischen Zwillinge der Ge­genwart sind Daisy und Violet Hilton, zwei ge­borene Engländerinnen, die nach einem abenteuer­reichen 3ugendleben lange Zeit die Sensation der amerikanischen Varietes waren und jetzt nach ihrer Heimat zurückgekehrt sind, um zunächst in Eng­land und dann auch auf dem Kontinent aufzu­treten. Die beiden jungen Damen sind zwei ent­zückende Wesen, die sich von normalen Schön­heiten nur dadurch unterscheiden, dah sie mit dem untersten Teil des Rückgrats aneinandergewachsen sind. Rach der begeisterten Schilderung der eng­lischen Schriftstellerin 3ane Doe, die kürzlich mit ihnen eine längere Hnterhaltung hatte, haben sie ungewöhnlich tiefblaue Augen, blütenweiße Haut, die zierlichsten Hände und Füße von der Welt und vollendete Figuren. Trotz der großen Aehn- lichkeit besitzt aber jede ihre eigene Persönlichkeit. Violet kümmert sich um die Geschäfte: sie leitet das ganze Hnternehmen und beaussichtigt die Ge­sellschaft, die aus zwei sehr anziehenden jungen Dühnenpartnern, einem männlichen Sekretär, einer weiblichen Begleiterin und einer als An» standsdame dienenden$antc außer ihnen be­steht. Daisy übernimmt mehr den gesellschaftlichen Teil: sie erledigt die Telephongespräche und plau­dert auch hauptsächlich mit Bouchern. Daisy hat sich vor kurzem verlobt. 3hr Bräutigam ist ein Geiger in Lhilago, und wenn die Zwillinge ihre Bühnenlaufbahn aufgeben und sich ganz aus ihre prächtige Besitzung in Texas zurückziehen, dann will Daisy heiraten.Tbir sind Findlinge", er­zählte Daisy,unb haben niemals gewußt, wer unsere Eltern waren. Wir wurden von einer alten Frau aufgezogen, die uns mit nach Australien nahm und uns wie ein Möbelstück an ihre Tochter vererbte, die uns schlecht behandelte. Wir wur­den aus Jahrmärkten gezeigt und wie wilde Tiere in der Gefangenschaft gehalten. Aber als wir älter wurden, riefen wir die Hilfe des Gesetzes an und erlangten unsere Freiheit." 3eht haben sie es geschafft, sind reich und berühmt. Sie sitzen zusammen auf demselben Stuhl, denn sie sind so zierlich, daß sie nicht viel Raum einnehmen. Aber wenn Violet etwas besser sitzen will, dann gibt sie Daisy einen kleinen Puff, die beiseite rückt. Daisy ist Vegetarianerin, Violet liebt Fleisch. Violet verschmäht keineswegs einen kräftigen Trunk, während Daisy sich davor schüttelt und nur Limonade nimmt. Wenn sich Daisy erkältet, bleibt Violet ganz gesund. Hngleich gewöhnlichen Zwillingen, die nicht in so engster Beziehung ste­hen, zanken sich diese beidenSiamesinnen" nie­mals. Als sie erst zehn 3ahre waren, legten sie sich ein feierliches Gelübde ab, daß eine die andere niemals grob behandeln werde, und diesen Schwur haben sie gehalten. Keine beherrscht die andere, sondern alle Schwierigkeiten und Entscheidungen, Die ihnen begegnen, werden von ihnen gemeinsam beraten und entschieden. Sie tanzen beide gern, schwimmen gern, spielen Golf, wobei jede einen Schlag nach der andern macht. Aber sonst sind ihre Liebhabereien recht verschieden. Daisy hat eine große Vorliebe für Düfte aller Art: dagegen sind für Violet Spielsachen das Schönste, und

zwar solche für 3ungens. Sie wagt aber keine Derartigen Dinge zu kaufen, weil sie glaubt, man würde sie sonst für verrückt halten, und läßt sich nur ab und zu etwas heimlich für ihre Samm­lung besorgen. Gin starkes 3nteresse nehmen beide an Verbrechen. Es macht ihnen große Freude, Schauhäuser zu besuchen und Gefängnisse kennen zu lernen, weshalb sie vor Sträflingen unent­geltlich auf treten; wenn sie können, besuchen sic Gerichtsverhandlungen. Wegen dieser Reigung sind sie auch Feuer und Flamme für einen Film, den man mit ihnen drehen will. Rach der Hand­lung begegnet ein Herr zwei siamesischen Zwil­lingen und verliebt sich Hals über Kops in die eine. Dieser ist er aber gleichgültig, während das Herz der Schwester für ihn entflammt ist. Die Sache endet damit, dah die unglücklich Liebende den Mann vergiftet. Sie wird zum Tode verurteilt, aber man kann sie nicht auf den elektrischen Stuhl setzen, da ja ihre Schwester mit Platz nehmen mühte . . .

Drei Tage an einer Leiter.

Drei ganze Tage und Rächte hing ein ^jäh­riger schwarzer Passagier an den Sprossen einer Leiter in einem Luftschacht an Bord eines Damp­fers: er hatte in dieser furchtbaren Lage nicht genug Raum, um seine zusammengezogenen Beine auszustrccken. Rachdem er dieser Marter so lange ausgehalten hatte, stürzte er vor Hunger und Erschöpfung in den Maschinenraum herunter. Er war der einzige von 13 Ausreihern, die sich an Bord des Schiffes heimlich von Australien nach England begeben wollten. Die anderen zwölf wur­den alle entdeckt, bevor das Schiff, der Dampfer Südland", den Hafen Sydney verlieh.Die ganze Rächt über hörte ich die Schiffs-Sirenen heulen, und jedes Geheul sagte mir, dah ein schwarzer Passagier gefunden worden sei", so sagte der glück­liche Rassauer.Mich aber sah niemand an Bord schleichen, und niemand tarn auf Den Gedanken, in dem engen Luftschacht nachzusehen. Ich wollte alle Qualen und Entbehrungen auf mich nehmen, um nach so furchtbaren 3ahren in Australien nach Der Heimat 3rlanD zurückzukommen." Der hart­näckige Mitfahrer, Leslie Bohle, hat an Bord Arbeit erhalten, nachdem er sich erholt hatte, und kann so die sehnlich erwünschte Heimreise zurück­legen.

Oie Mitgift.

3m 3ahre 1921 wurde einem Bauern in Ober­schlesien bei der Hochzeit die Mitgift seiner Braut in Höhe von 10000 Mark gestohlen. Es war ein schwerer Verlust, aber dann kam die 3nflation, das übrige Geld löste sich auch in Wohlgefallen auf, und bis zum 3ahre 1933 halte er den Diebstahl lange vergessen. Eine- Tages bekam der erstaunte Bauer eine Post­anweisung über 900 Mark mit der Rachricht, dah die Diebe Die 10000 Mark damals ge­winnbringend angelegt hätten und ihm dem­nächst den Rtst abzahlen würden. Runmehr preist und lobt der Empfänger die Spitzbuben in allen Tonarten dafür, daß sie das Geld über die Inflation so gut hinweggerettet haben.

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