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Nr. 35 Erstes Blatt, 183. Jahrgang Freitag, 10. Sebruar (953
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Gberhesfen
Ist Frankreich parlameniömüde?
Das Kabinett Datadier hat wenig Chancen. - Das Beispiel des Auslands.
Von unserem ^.-Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Paris, Mitte Februar 1933.
Der Öturx des Kabinetts Paul-Boncour hat, wenigstens für einige Zeit, die Uneinigkeit der französischen Linksparteien besiegelt. Cs ist jetzt erwiesen, daß eine Regierung, welche sich auf die bürgerliche Linke und die Sozialisten stützt, auf die Dauer nicht lebensfähig ist. Ein Abgrund trennt die Sozialisten und die bürgerliche Linke, daran ändern alle persönlichen Sympathien und Wahlbündnisse nichts.' Diese Erkenntnis wurde aber durch die letzte Krise recht teuer erkauft, denn sie hat nur einen negativen Wert. Mit einer linksstehenden Mehrheit in der Kammer ist man gezwungen, immer wieder an der „tragischen Liebe" der Radikalen und der Sozialisten herumzudoktern, ein Zustand, der in Krisenzeiten recht unbequem wird. Die Energie der Regierenden reibt sich in den immer wieder erneuerten Verständigungsversuchen auf, die ewigen Kompromisse und Rücksichtnahmen verhindern jede erfolgreiche Politik und geben der Rechtsopposition die besten Agitationsmittel in die Hand.
Die Hauptschuld trifft dabei die Sozialisten, oder vielmehr noch ihre „Doktrinen", die es ihnen unmöglich machen, auf die Dauer mit anderen Parteien zusammen zu arbeiten. Sie können keine Verantwortung auf sich nehmen, andererseits ist es jedoch unmöglich, sie zu ignorieren. Kein Wunder, baß die Auguren im Palais Bourbon ganze Serien von Kabinettskrisen prophezeien. Der Regierung Daladier insbesondere sagt man ein kurzes und freudloses Dasein voraus, das zwischen Finanzsorgen und Schwierigkeiten mit der eigenen Mehrheit trostlos dahinfliesten soll. Dabei wird Daladier von feinen Anhängern und zahllosen Befürwortungen in allen Gruppen als ein Mann von besonderer Energie und „echter Jakobiner" (der Ausdruck wurde allerorts tatsächlich benützt) bezeichnet. Daladier soll „entschlossen, rauh, tapfer und aufrichtig" fein, außerdem will er am Militärhaushalt keine Einsparungen vornehmen. Doch all das dürfte ihm nicht viel nützen.
Die rechtsstehende Opposition, die wegen der Kräfteverteilung in der Kammer in die Passivität gedrängt ist — wenigstens so lange, als die Radikalen sich nicht einer Rechtsorientierung bequemen, verlegt sich auf die Kritik. Sie möchte den Beweis erbringen, daß die Linke regierungsunfähig sei und fordert die Auslösung der Kammer. Sie meint aber damit — da die Auflösung praktisch nicht durchführbar ist — nur die „Rationale Einigung", also eine neue Koalition. Alm das den Radikalen nahezulegen, benützt sie die antiparlamentarische Agitation. Man war in Frankreich immer geneigt, die Kammer zu verulken — eine im Grunde unschuldige und ungefährliche Unterhaltung. Run haben sich zu dieser Reigung die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und d i e Steuerlasten gesellt. Die Stimmung im Lande ist überall denkbar schlecht. Die Kundgebungen gegen die Steuerlasten wollen kein Ende nehmen. Die Manifestanten führen eine drohende Sprache, ein klassisches Beispiel war die Warnung des „comite du salut economique“ an die Regierung. 750 Organisationen haben darin die Mistwirtschaft aller Parteien, die der Wirtschast immer neue Lasten auferlegten, ge- brandmarkt und in höchst energischem Tone die Einstellung der „Plünderung des Staatsvermögens" gefordert. Das geschah unter der Einwirkung der Steuerforderungen des Finanzministers Cheron. Seine Rachfolger, Georges Bonnet und Haushaltsminister Lamoureux, fordern schon viel weniger. Doch die Agitation geht weiter, sie ist zum Teil auch die Antwort auf den sehr fühlbaren Machtzuwachs der Gewerkschaften, in dem viele ein gefährliches Zeichen für die Zukunft erblicken.
Jedenfalls hagelt es von rechts und links Kritik am parlamentarischen System, während die Parteien auf beiden Seiten nicht müde werden zu betonen, dast sie den Parlamentarismus gegen alle Angriffe schützen wollen. Bei den Wahlen war von dieser parlamentsfeindlichen Stimmung noch nichts zu fühlen;
sein, dah sie damals noch nicht tief tour» 3cltc. Es ist wahr, dast seit der großen Revo- 4?lujn keine Staatsform sich über sechzig Jahre halten konnte und „Marianne", die o^kte Republik, ist schon dreiundsechzig Jahre Qlt- Die Franzosen neigen, vielleicht mehr als andere Völler, zu historischen Betrachtungen und manche finden, dast es schon notwendig wäre, zu Reformen zu schreiten, um Erschütterungen vorzubeugen. Zum Teil handelt es sich dabei nur um geschichtsphilosophische Theorien, die durch die Entwicklung im Auslande angeregt wurden. Der Faschismus in Italien lieh die Geister hier nicht ganz unberührt und die nationalsozialistische Bewegung in Deutschland, die Kanzlerschaft Hitlers, haben auch in dieser Richtung gewirkt. Man fragt sich, ob Frankreich zwischen neue Wege gehenden Rachbar- ländern nicht gezwungen sein wird, an den Formen seines politischen Lebens Veränderungen vorzunehmen. Zubemerken ist dabei, dast in diesen Ueberlegunigcn der deutsche Rational- sozialismus etwas ^summarisch gedeutet wird, so» /
wohl in seiner Eigenart wie auch in seiner Rolle. Run, all diese Gedanken sind hier vielleicht blauer Dunst — in der Tagespolitik spielen sie jedenfalls keine positive Rolle.
Man knüpft aber an die Kanzlerschaft Hitlers . auch andere kühne Kombinationen und es ist interessant, dast die „Realpolitiker" davon keine unmittelbaren Einwirkungen auf die Austenpolitik erwarten. Die austenpolitische Lage bleibt nichtsdestoweniger ein Faktor der Unruhe. Don den Abrüstungsverhandlungen in Gens erwartet man insbesondere nicht viel Gutes. Die isolierte Lage Frankreichs wird von allen erkannt und in dieser Beziehung erscheint auch das Verhältnis zu Italien in einer besonderen Beleuchtung Die Annäherungsversuche sind alle seh geschlagen; de Jouvenel seht zwar in Rom seine Bemühungen unverändert fort, doch in Paris glauben viele, dast seine Mission bereits gescheitert ist. Die Frage ist nur. wann man aus dieser Situation die Konsequenzen ziehen wird.
Einigung über das Finanz, Programm in Frankreich.
Paris, 9. Febr. (TU.) Der Finanzausschust der Kammer hat die Beratungen der Regierungs
vorlage abgeschlossen. Die noch offenen Punkte wurden dergestalt geregelt, dast an Stelle der ursprünglich vorgesehenen Kür- jungen der Beamtengehälter auf alle Bezüge und Gehälter über 20 000 Franken (gleich etwa 3200 Mk.), die im Lause der letzten zwei Jahre nicht um mehr als 10 Prozent verringert worden sind, eine A r t Krisen st euer eingeführt wird. Die Staffelung dieser Krisensteuer soll ,5 bis 10 Prozent bei Gehältern über 200 000 Franken betragen. In diesem Punkt ist der Finanzausschust den Sozialisten entgegengekommen. Dafür haben die Sozialisten dem zugestimmt, dast die Abstriche an den Militärhaushalten statt 638 Millionen 508 Millionen betragen sollen, wobei der Haushalt des Luftfahrtministeriums statt um 300 Millionen Franken, wie die beiden letzten Regierungen es vorgeschlagen hatten, nur um 170 Millionen Franken gekürzt wird. Mit 16 gegen 7 Stimmen wurde schließlich die vom Ausschust verbesserte Fassung des Finanzplanes angenommen. Die Präsidenten der Kammergruppen und großen Ausschüsse haben beschlossen, der Kammer am Samstagvormittag den Beginn der allgemeinen Aussprache vorzuschlagen und auch am Sonntag zu tagen, damit noch in der nächsten Woche die Vorlage dem Senat überwiesen werden kann.
Für ein freies Indonesien?
Eine Unterredung mit dem Führer der malayischen Unabhängigkeitsbewegung.
Von unserem ^.-Berichterstatter.
Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Gin glücklicher Zufall setzt uns in die Lage, nachstehend eine Unterredung unseres Berichterstatters in Soerabaja mit dem intellektuellen Führer der aufständischen javanischen Eingeborenen, dem Ingenieur Dr. Soekarno, zu veröffentlichen. Die Unterredung, die uns soeben durch Flugpost erreichte, hat kurz vor Ausbruch der gegenwärtigen Unruhen stattgefunden.
Die Schriftleitung.
Soerabaja (Java), im Januar 1933.
Roch immer gelten die malayischen Völker Riederländisch-Jndiens für ruhig, was der oberflächliche Beobachter auch als richtig hinnimmt. Und doch sind die Zeiten vorbei, wo Dorf- Häuptlinge im Archipel zu dem holländischen Kontrolleur kamen und sich beschwerten, daß man von ihnen keine Steuer erhob. Im Jahre 1926 hat es in Westjava und Sumatras Ostküste A u f- stände gegeben. Eine Rächt lang konnten die Rebellen in Batavia sogar das Hauptpostamt beseht halten und in Padang sind Europäer vor den Augen ihrer Frau buchstäblich in Stücke geschlagen worden. Die Zahl der Toten ist von tausend nicht allzuweit entfernt gewesen.
Wenn man so will, kann man die Erscheinungen auf drei Quellen zurücksühren. Da ist einmal der natürliche Unabhängigkeitssinn gewisser Volksteile in Atjeh (Rordsumatra) und Minangkabau (Oftfumatra)., Dann haben chinesische Einwanderer kommunistische Ideen ins Land getragen. Die wichtigste Quelle liegt aber in der Aufklärung, d. h. in der Erziehung der Eingeborenen zu europäischem Denken. Eine Gruppe Intellektueller unter Leitung des Ingenieurs Soekarno ist ihre Führerschicht geworden. Sie nennt sich „Rationale Partei I n d o n e s i a". Mit ihr gelang es mir, in Verbindung zu treten.
„Als im Jahre 1926 dem Volk der Glaube an die Freiheit Indonesiens verloren ging, stellten wir uns an die Spitze dieser neuen Bewegung", sagte mir Herr Soekarno.
„Sie führen also die Idee fort?"
„Die Idee ja, den kommunistischen Einschlag
von damals lehnen wir ab“, antwortete mir der Ingenieur.
„Ich habe auf meinen Reisen durch Rieder- ländisch-Jndien feststellen können, daß die einzelnen Völker dieses Landes im Charakter und auch in der Sprache so verschieden sind, daß ich mitunter an eine ganz fremde Abstammung glaubte. Wie wollen Sie das vereinigen?"
„Unb doch haben mir bas gleiche Blut unb im Orunbe genommen auch ben gleichen Sprach- ftamm. In geschichtlicher Zeit waren wir sogar häufiger ein Staat. Gewiß, ber Javaner ist servil, ber Maboerese, Minangkabauer unb Atjeher bafür aber um so entschlossener unb stellenweise auch ökonomischer. Unterschiebe im Charakter finben sie aber schließlich auch bei ben Teilen anberer Völker."
„Was ist Ihr Ziel?"
„F ort mit ber hollänbischen Kolonialverwaltung. Kampf gegen jeben Kolonialimperialismus!"
„Was wirb mit ben E u r o p ä e r n im Lande?"
„Sie können unb sollen bei uns wohnen bleiben, wie ja schließlich auch Franzosen in Deutschlanb unb umgekehrt wohnen. Es geht nicht gegen bis Rasse, fonbern gegen ihre Herrschaft."
„Kann man etwas über Ihre Organisation erfahren?"
„Gewiß. Wir arbeiten mit Comitäs, politischen unb wirtschaftlichen. Das ist allgemein bekannt. Wir kennen also nur aktive Mitglieder. Unsere Partei kann also nicht mit ben hohen Mitglieberzahlen europäischer Parteien aufwarten. Wir haben nur ge- gegen 20 000. Dann machen wir natürlich Propa- ganba, halten also Reben unb was sonst bazu gehört. Ich selbst habe in biefer Woche brei Versamm- lunaen mit über 15 000 Zuhörern gehalten."
„Unb ber Zeitpunkt bes Ziels?"
Soekarno lächelt. „Da benfen Sie europäisch. Bei Ihnen muß alles abzusehen sein. Zukünftiges ist bei Ihnen gleichbedeutend mit Zwecklosigkeit. Wir arbeiten nur für bas Ziel unb benfen b a b e i nicht an ben Augenblick bes Erfolges. Meine Antwort ist also nur: Es wirb kommen!"
Holland kämpft gegen Soekarno mit allen Mitteln. Das ist fein gutes Recht. Als ich den Ingenieur sprach, war er nicht lange nach Verbüßung einer Haft von drei Jahren aus bem Gefängnis gekommen.
Was ging auf Java vor?
Oie Ursachen des Kolonialalarms. — Keine Chancen für eine Revolution.
Von unserem r.-Derichterstatter.
(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Amsterdam, 7. Febr. 1933.
Wieder einmal Kolonialalarm I Der aber diesmal vor allem das Ausland beunruhigt, während man hier an Derartiges eben eher gewöhnt ist. Und wäre nicht die „romantische" Jagd nach dem Schiff der Meuterer gewesen — wer weiß, ob man jenseits der Grenzen der Riederlande allzusehr auf diese Dinge geachtet hätte.
Wenn nämlich in der niederländischen Kolonial- flotte in Soerabaja eine Meuterei ausgebrochen ist, so geschah das nicht zufällig. Diese Stadt ist nicht nur der bedeutendste Handelshafen des malayischen Archipels, sondern auch die Flottenbasis der Kolonie. An der Mündung des Brantas gelegen, ist Soerabaja nach der See
seite durch die vorgelagerte Insel Madoera, die beiden Zugänge zur Javasee, durch starke Küstenbatterien geschützt. Kein Wunder, dah hier die ganze Flotte stationiert ist, während das Kommando in Batavia seinen Sitz hat. Die Einheiten bestehen im Augenblick aus den Kreuzern „Java", „Sumatra", einer Zerstörerflottille, zehn bis fünfzehn Unterseebooten und einer Minenlegdivision an modernen Schiffen. Dazu kommen noch einige ältere Einheiten wie u. a. der Panzerkreuzer „Se- ven Provincien" und Geschwaderboote. Zwischen Soerabaja und Grissee liegen in einem modernen Hafen außerdem noch einige Seefliegerstaffeln. Dazu kommen weiter Küstenartillerieformationen l und eine Abteilung Marineinfanterie. Seit dem 1. Dezember ist auch ein Armeedivisionsstab und
Infanterie nach Soerabaja verlegt worden. Diese außerordentlich starken und mit Eingeborenen erheblich durchsetzten militärischen Kräfte sind natürlich eine große Gefahrenquelle, falls die Meuterei in einen erfolgreichen Aufstand umschlagen sollte.
Ist diese Gefahr aber vorhanden?
Wir leuchten mit dieser Frage unmittelbar in die Hintergründe der Meuterei. Lohnabbau, heißt es, hätte die Unruhen heraufbeschworen. Zweifellos ist das der einzige Grund für das Verhalten ber weißen Matrosen. Alle anderen Annahmen beruhen auf Kombinationen, selbst wenn einige von ihnen in ihrem Zorn kommunistische Redensarten geführt haben sollten. Anders sieht es mit ben mala p i f cf) e n Matrosen aus. Man bars nicht vergessen, baß in allen öffentlichen Gebäuben, vor allem in ber stark von Eingeborenen frequentierten Post, burch Plakate für Heer unb Marine geworben wirb. In malayisch, javanisch unb subanesisch erhalten die Bereitwilligen ein eindringliches Bild vom schö'- nen Leben an Bord entworfen. Wenn auch stark ge- siebt wirb, so ist es immer noch leicht genug, baß sich Agitatoren anwerben lassen. Die Rekruten erhalten ferner auf einer Schule ober in Instruktionsstunden besonderen Unterricht und sind als „Aufgeklärte" ein geeigneteres Objekt als die große Masse, wenn es sich um sozialistische oder gar kommunistische Ideen handelt.
In Soerabaja fbmmt bann noch fjimu, daß sich dort mehr Abschaum Ostasiens versammelt als in jedem anderen Hasen des Archipels. Wenn schon der Polizei nicht bekannt ist, wieviel Einwohner die Stadt überhaupt hat, wird sie auch nicht die Zahl der kommunistischen Agitatoren, im wesentlichen Chinesen kennen. Hier finden sich auch gelehrige Schüler genug, die wiederum an die Matrosen herankönnen. Der Osten ist schweigsam und so wird auch die geforderte Summe von 100 Gulden für jeden Einwanderer kein Hindernis sein. Roch gefährlicher als Soerabaja ist Padang an der Westküste Sumatras. Hier hatte man schon immer das Gefühl, a u f einem Vulkan zu sitzen. Der Staatsanwalt des dortigen Militärgerichts hat die Europäer zu wiederholtem Male gewarnt, an den See von Mainindjaoe zu fahren, weil der Ort Matoer als Zentrum der sumatranischen Kommunisten gilt. Gerade hier sprechen die Europäer am liebsten davon, daß 75 v. H. der Armee verseucht sind. Die wirtschaftliche Krise hat natürlich ihr Uebriges getan. Die Eingeborenen verschleudern ihre Betriebsgüter zu einem Zentel des Wertes, nur um die geringe Steuer zahlen zu können. Die „Roemah Gadeh", die Leihhäuser, sind die am besten gehenden Geschäfte des Landes. Und trotzdem schloß der letzte Staatsetat mit 300 Millionen Mark Defizit bei einem Gesamtsoll von 800 Millionen. Die japanische Konkurrenz macht alles tot. An eine Zollunion mit dem Mutterland aber kann die Kolonie nicht denken, weil sie als Rohstoffland Lieferant für alle ist. Wieviel eingeborene Zeitungen von den etwa 150 schon heute mehr oder minder offen für eine Revolution sind, weiß mart nicht, weil es immer wieder vorkommt, daß ein harmloses Blatt plötzlich mit der Parole „weg mit dem Kapitalismus" ober „raus mit ben Holländern" herauskommt. „Die Ueber- wachung hat nur noch statistische Ausgaben", erklärte mir ein holländischer Beamter. Und trotzdem kann man die eingangs gestellte Frage nach der Gefahr eines Aufstandes verneinen. Sie wirkt nur deshalb so gefährlich, weil die Tatsachen noch zu neu sind.
Da steht zunächst einmal fest, daß die „Desa", b cre Dorf, bie beste Arbeitslosenversicherung ber Welt ist. Hier werben alle ausgenommen unb verpflegt, bie entlassen sind. Ein solcher Kommunismus kann burch keine Parole mehr Überboten werben. Außerdem fällt berBoben ber geschlossenen Plantagen automatisch an bas Dorf zurück. Und wer möchte es mit dem „Senang", dem geruhsamen Leben der Malayen, aufnehmen? Rur Toren können es. Dieser von keinem anderen Volk ber Erbe entwickelte Ge- banfe, sich bas Leben auf keinen Fall stören zu lassen, läßt keine Revolution zu. Richt ohn, Grund sprach Dr. Soekarno, ber Führer ber radikalsten Gruppe, einmal mit einer gewissen Resignation von 30 Millionen servilen Javanern. Ferner ist zu bebenlen, baß ber Hauptteil ber Truppen aus Menabonesen und Ambonesen besteht. Das sind Christen und werben von ber mohammedanischen Masse gehaßt, wie sie anberseits sich biefer gegenüber als überlegen fühlen. Schließlich unb endlich besitzen bie Hollänber im Archipel noch eine Militärreserve, bie nicht gering ist. Das sinsd bie Europäer in der Kolonie, für bie allgemeine Wehrpflicht besteht, unb bie schon aus klimatischen Grünben sich fast alle im wehrpflichtigen Alter befinben.
Erwähnt muß noch werden, bah bie meuternden weihen Mannschaften auch daburch verärgert sinb, bah bie Kolonie noch einen weiteren Panzerkreuzer zu einem angeblichen Betrage von 100 Millionen Mark bestellt hat, sie bagegen im Soll) abgebaut werben. Ihnen wirb man sehr rasch klarmachen, bah das mit Disziplin nichts zu tun hat.
Die Kapitulation der „Sieben Provinzen". Achtzehn Tote. — Meuterei an Land.
Batavia. 10. Februar. (MTB. Funkspruch.) Achtzehn Angehörige der Besatzung des Meu- tererschiffes „Sieben Provinzen" sind durch die aus einem Flugzeug abgeworfene Bombe getötet worden. 25 Mann wurden verwundet.
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