-lach dem Ausbruch des Brandes erfolgte die Kapitulation des Schiffes, wäre sie nicht erfolgt. dann wären die Flugzeuge dazu übergegangen, Bomben von 2 00 kg Gewicht abzuwersen. Die Bemannung ging nach der Uebergabe i n d i e Boote, die von den konzentrisch herankommenden Einheiten des Geschwaders in Empfang genommen wurden. Der Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" steht seht wieder unter dem Kommando der Offiziere.
In der heutigen Sitzung des Volksrates teilte der Oberbefehlshaber der warineftreitkräfte mit. es habe sich herausgestellt, daß auch Angehörige der europäischen Bemannung an der Meuterei auf dem Panzerkreuzer „Sieben Provinzen" feilgenommen haben. Außerdem sei sestgeslellt worden, dah die Meuterer beabsichtigt hätten, für den Aalt, dah die Nahrungsmittel aufgebraucht sein würden. Handelsschiffe anzugreifen und zu plündern.
In A t j e h hat sich eine Meuterei bei dem Teil der europäischen Besatzung des Panzerkreuzers „Sieben Provinzen" ereignet, der dort seinerzeit an Land gegangen ist. Nachdem sich die gröhere Hälfte der europäischen Offiziere. Unteroffiziere und Matrosen mit dem Kapitän an Bord eines Regierungsdampfers begeben hatte, um das Meutererschiff zu verfolgen, blieben neben 100 Lin- geborenen-Maaten und Matrosen etwa 25 europäische Mannschaften mit mehreren Offizieren zurück. Diese Europäer haben sich jetzt geweigert. den Anweisungen des Militärkommandanten von Atjeh zu Patrouillengängen zu folgen. Sie wurden von der Gendarmerie wegen Dienstverweigerung in haft genommen. Die eingeborenen Mannschaften haben dem Befehl des Militärkommandanten Folge geleistet.
Oer Mandschureistreit in Genf
Neue Rückfrage des 19er Ausschusses.
Genf, 9. Febr. (WTB.) Der 19er-Ausschuh der außerordentlichen Dölkerbundsversammlung hat sich heute mit den neuen japanischen Gegenvorschlägen zur Regelung des F«rn- vstkonfliktes beschäftigt. Rach eingehender Debatte wurde beschlossen, neue Rückfragen an die japanische Delegation zu richten. Insbesondere soll die japanische Delegation klipp und klar erklären, ob sie die chinesische Souveränität über die Mandschurei anerkenne oder nicht. 3n mündlichen Besprechungen mit der japanischen Delegation soll weiter geklärt werden, ob Japan bereit ist, die Feindseligkeiten einzustellen und die Truppen zurückzuziehen. Der 19er-2lusschuß steht auf dem Standpunkt, daß eine Fortführung der Der- mittlungsverhandlungen unmöglich sei, solange die japanische Regierung fortgesetzt neue militärische Maßnahmen (Besetzung der Provinz Dschehol) treffe. Der 19er-2lusschuh betont in seinem Schreiben an die japanische Regierung, er wäre bereit, bei der Formulierung des Abkommens zur Regelung des Streites Japan «nt- gegenzukommen, jedoch nur unter der Bedingung, daß die japanische Regierung in der schriftlich formulierten Gegenfrage eine befriedigende Antwort erteile.
Zusammenfassung von Sparkassen in Oldenburg.
Oldenburg, 9. Febr. Die oldenburgische nationalsozialistische Regierung schafft durch eine heule ousgegebene Verordnung eine Zusammenfas- jung d e s gesamten Sparkassenwesens Oldenburgs, und zwar zunächst des Landesteiles Oldenburg. Sämtliche kommunalen Sparkassen werden ab 10. Februar aufgehoben. Für diesen Tag als Stichtag wird von den kommunalen Spar- kahen eine Schlußbilanz geschaffen, und auf Grundlage dieser Bilanz werden die Kassen als Filialen der Landessparkasse Oldenburg, der staatlichen zentralen Sparkasse, weitergeführt. In derselben Weise werden Verträge mit insgesamt 10 Kommunen und Kommunalver- banden über eine Beteiligung an Filialen der Lan- dessparkasse aufgehoben, so daß diese Filialen ab 10. Februar ausschließlich in Händen der Landessparkasse sind. In Ausführungsbestimmungen soll dann ein billiger Ausgleich der Belange zwischen den Gewährsverbänden der Kasse erfolgen.
A Donnerstag fand in Oldenburg eine Versamm- lung der von der oldenburgischen Sparkassenverordnung betroffenen Stadt- und Gemeindevertretungen sowie der betreffenden Sparkassenvorstände statt. Der Deutsche Sparkassen- und Girooerband yat an den Reichskanzler, den Vizekanzler und den Reichsmini- ter Dr. hugenberg ein Protesttelegramm zegen die oldenburgische Sparkassenverordnung ge- andt, in dem dringend gebeten wird, die erforderlichen Maßnahmen zur A u f h e b u n g der oldenburgischen Verordnung in die Wege zu leiten und dafür Sorge zu tragen, daß d i e Selbständigkeit derdeutschenSparkassenim Interesse ihrer acht Millionen Sparer nicht angetastet wird.
Vor der Aufhebung von Rentenkürzungen.
Berlin, 10. Febr. (TU.) Wie die „Deutsche Zeitung" berichtet, rechnet man mit einer neuen Verordnung der Reichsregierung, die eine weitere teilweise Aufhebung der Rentenkürzungen mit sich bringen würde, wie sie auch von dem jetzigen Reichswirtschaftsminister hu> genberg mehrfach gefordert worden ist. Angesichts der noch immer schwierigen Finanzlage des Reiches dürften sich die Erleichterungen imRahrnendeszur Zeit Möglichen halten. Voraussichtlich werden aber die Kürzungen für die in sozialer Hinsicht am schwersten betroffenen Kleinrentner zum größten Teil in Fortfall kommen. Mit der Verordnung ist wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Februar zu rechnen.
Eine Zentrumszeitung in Oldenburg verboten.
Oldenburg, 9. Febr. (WTB./ Das oldenburgische Innenministerium hat das Zentrumsorgan ,Tageszeitung für den Amtsbezirk Friesoythe" auf die Dauer von sechsTagenverboten. Das Verbot erfolgte wegen der Veröffentlichung des Wahl- a u f r u f e s des Landesvorstandes der oldenburgischen Zentrumspartei, da darin Stellen
enthalten waren, in denen das Innenministerium eine Verächtlichmachung des Reichskanzlers Hitler sieht, außerdem wegen Verbreitung unwahrer Rachrichten. Das Verbot wird mit den Bestimmungen der Rcichsnotverordnung vom 4. Februar 1933 begründet. Die anderen Zentrumszeitungen werden davon nicht betroffen, da sie den inkriminierten Wahlaufruf bereits vor Erlaß der Verordnung brachten.
Aus der Provinzialhauptstavt.
Oas Wort Winterhilfe.
Wie oft haben wir uns schon in unserem Leben gesagt: „Ich möchte noch einmal tun, was ich tat!“ Erst hinterher fühlen wir, was wir falsch gemacht haben. Hinterher erst erkennen wir, dah unsere Leistung doch nicht genügend war. Hinterher fällt uns im allgemeinen erst ein, was wir vergessen haben. Hinterher unterscheiden wir oft erst, was das Rechte, was das Beste und was das Nötigste war.
So ist mir in diesen Tagen durch den Kopf gegangen, dah das Wort Winterhilfe für mich bisher stets einen bestimmten Aufgabenkreis um- schloß. In diesem hatten z. B. Pfundspenden, Sammlungen und Hilfsaktionen verwandter Art ihren Raum. Da kam mir der Brief eines Reichsdeutschen aus Danzig in die Hände, der sich bisher mit seiner Familie über Wasser halten konnte. Jetzt ist auch er arbeitslos geworden. Sein Brief enthält nicht nur das ergreifend« Wort, dah wir Menschen eine Rotgemeinschaft auf dieser Erde geworden sind. Der Brief enthielt auch noch eine Bitte an alle diejenigen Menschen, die ihm vielleicht einmal wieder Arbeit geben könnten: Wir sollen den Menschen, die zu uns kommen mit einer Bitte, wenigstens einen Augenblick ins Gesicht schauen. Dann sehen wir, wie lebenswichtig ihnen vielleicht ihr Anliegen ist. Wir sollen uns ein wenig Zeit nehmen, ihnen zuzuhören, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Sind wenn wir „nein" sagen, wenn wir die Bitte abschlagen müssen, dann soll es mit Verständnis für die Lage dessen sein, der wieder von uns geht. Denn wieviel« Menschen, die sich an uns wenden, persönlich oder durch einen Brief, haben schon täglich neue Hoffnungen wieder begraben. Sie haben oft nicht einmal mehr etwas zu erhoffen. Aber sie dürfen in unseren Augen niemals lästig oder überzählig sein. Sie dürfen nicht zu einer Akte werden, auch wenn ihr Rame durch ein Aktenstück geht.
Hat diese Bitte etwas mit der Winterhilfe zu tun? Ich glaube: ja. Ich glaube: unbedingt. Denn unsere Hilfe für alle die Bittenden darf keine Grenze mehr kennen. Sie muß alles durchsetzen, was wir tun, alles, was an uns herangetragen wird. Ich denke dabei nicht nur an die Hausfrau, die nicht jedem etwas abkaufen kann, der mit Waren zu ihr kommt: ich denke nicht nur an den Arbeitgeber, bei dem sich die Bitten um Arbeit häufen. Ich denke an jeden von uns. Helfen darf man nicht mehr allein mit Sachen und mit Geld! Helfen müssen wir alle durch Freundlichkeit, durch Geduld, durch ein gütiges Wort, das Bitterkeit mildert, Verständnis und Mitgefühl zeigt!
Linser Wille zum Helfen muh in jeglicher Handlung spürbar sein. Wir müssen die tau- sind bisher übersehenen Möglichkeiten erkennen, in denen bisher der Geist der Winterhilfe noch nicht lebendig war. Dann können wir wirklich zu einer Rotgemeinschaft aller Menschen auf dieser Erde werden! K. M.
Kranzniederlegungen am Grabe Röntgens.
LU. Don der Pressestelle der Llniversitat Gießen wird uns mitgetelt:
Aus Anlaß des zehnjährigen Todestages des Geheimrats Dr. v. R 5 n t g e n haben der Rektor der Landesuniversität, sowie die Dekane der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät am heutigen Tage auf dem hiesigen Alten Friedhöfe am Grabe des großen Gelehrten, der mehrere Jahre in Gießen, als Ordinarius wirkte, in dankbarer Erinnerung Kränze niederlegen lassen.
Ferner wurde auch im Auftrag der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ein Kranz als äußeres Zeichen des ehrenden Gedenkens niedergelegt.
Militär-Platzkonzert zugunsten des Zugend-Notwerks.
Sinter Leitung von Obermusikmeister Krautze wird das Musikkorps unseres 1. Bataillons 15. Inf. - Regt. am morgigen Samstag von 16 bis 17 Slhr in der Südanlage ein Platzkonzert veranstalten, bei dem eine Gelo- sammlung zur Forderung des Äotwerks der deutschen Jugend vorgenommen werden soll. Um allen Besuchern den Genuß dieses Konzerts ungeschmälert zu sichern, wird gebeten, sich nicht, wie sonst immer, in einem dichten Kreis direkt um die Kapelle herumzustellen, da hierdurch von den Klängen der Musik ein erheblicher Teil in der dichten Menschenmenge untergeht. Wenn die Zuhörer sich in einiger Entfernung von der Kapelle aufstellen, wird jedem Besucher ein erhöhter Genuß der musikalischen Darbietungen zuteil werden.
Die Dortragsfolge für das Platzkonzert sieht vor: 1. Pro gloria et patna! Marsch, von Rumohr. 2. Ouvertüre zu Schillers „Wallensteins Lager", von Rosenkranz. 3. Großer Kriegsmarsch, Schlachthymne und Gebet, aus der Oper „Rienzi", von Wagner. 4. Fantasie über drei deutsche Lieder, von Schmidt. 5. Historische Märsche, eine Zusammenstellung von Heeresmärschen vom Mittel- alter bis zur Gegenwart, von Kaiser-Hockenberger.
Ging- und Gpielabend der Jugend.
Man schreibt uns: Cs sei nicht versäumt, auf die am Montag, 13. Februar, 20 Slhr, im Stadttheater stattfindende Veranstaltung der Jugend nochmals hinzuweisen. Das abwechslungsreiche Programm verbürgt jedem Besucher einen genußreichen Abend, den sich schon in seiner Einzigartigkeit niemand entgehen lassen sollte. Die Iugendver- bände, die sich selbstlos in den Dienst des Rotwerks gestellt haben, arbeiten feit längerem in ihren Freistunden mit Begeisterung und Hingabe daran, der Oesfentlichkeit das Beste zu zeigen, was sie bieten können. Einzelne schon früher öffentlich aufgeführte Punkte des Programms sind als geradezu vorbildliche Leistungen gewertet worden. Die Jugend darf also mit Recht erwarten, dah die Öffentlichkeit ihre Bemühungen durch ein volles Haus lohnt. Ganz besonders gilt das, weil der Reinertrag dem Äotwerk der deutschen Jugend zugute kommt, also denjenigen Jugendlichen, die arbeitslos und freudlos tn eine ungewisse Zukunft sehen. Das Iugend-
notwerk will sie aus diesem Zustand herausreihen, ein Bemühen, welches seither schon vom schönsten Erfolg begleitet war. Sieber 900 Jugendliche werden bereits durch das Rotwerk in beruflichen Kursen betreut, verpflegt und körperlich ausgebildet. Darum unterstütze jeder durch Besuch des Abends das Rotwerk und mache damit der Jugend und sich selbst eine Freude!
Das Programm lautet: 1. Orchester: Marsch. 2. Ansprache des Vorsitzenden, Syndikus Münch. 3. Volkstänze. 4. Mandolinen-Orchester-Konzert. 5. Radsport. 6. Lebende Bilder. Pause. 7. Orchester: Ukrainisches Volkslied. 8. Geräteturnen. 9. Singen der Pfadfinder. 10. Hans-Sachs-Spiel. 11. Schlußwort, Regierungsrat Dr. Bues.
Bornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, „Bargeld larfjt!" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der weiße Dämon". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Strafsache von Geldern".
— „Dassa n.“ Zum zweitenmal lernt man in einem Kulturfilm, der am Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße in Verbindung mit dem Goethebund zur Aufführung gelangt, den Pinguin kennen: diesmal aber etwas näher, eindringlicher vor allem, als es im vorhergehenden Film „Roah-Roah", der mehr der gesamten Tierwelt des südlichen Eismeeres gewidmet war, geschah. Cherry K e a r t o n hat unter dem Titel „Dassan, die Insel der 5 Millionen Pinguine", einen Film hergestellt, der unter unendlicher Sorgfalt und mit viel Geduld gedreht worden ist, um der Ratur und den Tieren das Letzte ihrer Geheimnisse abzulauschen. (Siehe gestrige Anzeige.)
*
** Universitäts-Gottesdienst. Am nächsten Sonntag, 12. Februar, 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Prof. D. Bertram.
** Wegen Grippe geschlossen. Im Kreise Gießen sind zur Zeit 17 Volksschulen wegen starker Erkrankungen von Kindern und Lehrern an Grippe geschlossen.
** Zwei Russen verhaftet. Heute früh nahm die Gendarmerie in Lollar in dem dortigen Uebernachtungslokal zwei Russen fest, die sich nicht im Besitze der oorgeschriebenen Pässe befanden. Die Verhafteten, die aus Frankreich gekommen sein wollen, wurden heute früh wegen Paßvergehens dem Amtsgericht vorgeführt.
** E i n Motorrad gestohlen. Der Polizei- bericht meldet: In der letzten Nacht drangen Einbrecher in das Grundstück der Auto- und Motorradfirma Appel in der Kaiserallee ein und stahlen dort ein Motorrad. Die Täter konnten sich unbemerkt mit der Maschine entfernen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.
'* Lokomotivführer-Jubiläum. Die Ortsgruppe Gießen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer veranstaltet, wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, am morgigen Samstagabend im Saale des Cafe Leib ihre diesjährige Jubiläumsfeier. Vom hiesigen Reichsbahnbetriebswerk können — wie man uns schreibt — 21 Bedienstete, und zwar 19 Lokomotivführer und 2 Werkführer der elektrischen Anlagen, ihr 25. Dienstjubiläum begehen. Die Iubilare traten im Jahre 1907, zur Zeit der wirtschaftlichen Blüte unseres Vaterlandes, als gelernte Handwerker nach nochmaliger besonderer Fachausbildung für den Lokomotivbetrieb als Lokomotivhilfsheizer in
den Fahrdienst der Esenbahn ein, nachdem si« die hohen Anforderungen bei den Prüfungen erfüllt hatten. Rach langjähriger Hilssheizerzeit wurden sie als Beamte angestellt. Fast alle Jubilar« nahmen am Weltkriege in Feindesland als Lokomotivführer oder als Soldat teil. In den Jahren 1923 bis 1925 wurden sie zu Lokomotivführern bzw. die Hilfswerkführer zu Werkführern ernannt. Leider muh ein Teil der Iubilare infolge des Derkehrsrückgangs bei der Bahn unter der schweren Auswirkung der Wirtschaftskrise den Dienst, der im Wochendurchschnitt noch bis zu 54 Stunden beträgt, als Heizer verrichten. Einzelne Iubilare stehen heute im Alter von 47 bis 55 Jahren, zwei mußten, obwohl sie körperlich und geistig noch rüstig sind und erst im 50. Lebensjahr stehen, Ende 1932 wegen Verminderung ihres Farbenunterscheidungsvermögens aus ihrem Berufe ausscheiden.
" Beseelte Ratur. Das Institut für experimentelle Psychologie und Pädagogik veranstaltete g:stern einen Filmabend besonderer Art. Frau Dr. E. Rodaki«wiecz, Reuhork, lieh den Film ihres Sohnes zur Vorführung bringen, in dem es sich der Schöpfer zur Aufgabe machte, die Ratur nicht lediglich anschaulich zu zeigen, sondern in deren Tiefe zu führen, den Rhythmen in der Ratur (hauptsächlich im Wasser) nachzuspüren, die durch ihre sinnfällige Wiedergabe mit dem Mittel der Photographie und ohne jede musikalische Begleitung an die innersten Bezirke der Menschen zu rühren vermögen. Frau Dr. Rodakiewiecz hielt zunächst einen kurzen einleitenden Vortrag, in dem sie das Wollen ihres Sohnes darlegte. Sie kennzeichnete den Film als ein Werk, das in die Tiefe zu führen geeignet sei. Einfühlen in Raturerscheinungen ermögliche ihn als ein beziehungsreiches ©an- zes, das erst in seinem Zusammenhang seinen vollen Sinn erhalte und zu subjektiver Bedeutung gelange. So sei der Film, einer Tondichtung gleich, symphonisch in drei Teilen aufgebaut, die unter sich stark verbunden seien und in ihrer Gesamtheit den Ablauf einer Reihe fubliirqter Empfindungen auslösen. Man sah dann im Film in ausgezeichneter Photographie das Spiel der Wellen und ihren klassischen Rhythmus. In der tausendfältigen Bewegung des Wassers erlebte man, zunächst im großen und dinn in immer kleiner werdenden Ausschnitten, die Gesetzmäßigkeit der Bewegung. In engster Beziehung dazu, ja als wesentlichstes Mi'tel, stand das Licht. Der zweite Teil zeigte (in Bäumen) Licht und Form, Licht und Schatten in frappanten Sieberschneidungen, aber doch in heiterer Verbindung leicht bewegten Spieles. Besonders überraschend zeigte sich der Reichtum der Bewegung des Rauches (z. B. einer Zigarette), der die differenziertesten Empfindungen auslöste. Den Abschluß bildete der dritte Teil mit der Wiedergabe totaler Wellenbewegungen, die in ihrer großartigen Kraftäußerung den Höhepunkt des Filmes darstelllen. Verschiedentlich war als interessantes Zwischenspiel die zielgewohnte Bewegung der Maschine in Beziehung zu den Rhythmen in der Ratur gebracht, wobei man überraschende Gleichklänge feststellen konnte. Der interessante Film hinterlieh einen tiefen Eindruck.
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