„Geographische Reisen und Forschungen im Süden Chinas". — Hausfrauenberatung: 20.15 Uhr, Kirchenplatz 2, Dortrag über „Wie erziehen wir uns und unsere Kinder zur Volksgemeinschaft"
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen. Freitag, 6 Vorstellung im Freitag-Abonnement „Am Himmel Europas". Schauspiel von Schwenzen-Malina; Spielleitung: Anton Neuhaus. Spieldauer von 20 bis 22 15 Uhr. Gewöhnliche Preise. — Sonntag, 12. November als Veranstaltung außer Abonnement „Bunter Abend" mit dem Programm: Kunterbunt und Vielerlei: Ansage: Wolfgang Kühne und Paul Nieren. Die Intendanz führt an diesem Abend erstmalig eine Neuerung ein. Naturgemäß wird am Sonntagabend jeder Staatsbürger mit Spannung die Wahlergebnisse erwarten: um trotzdem auf den gewohnten Theaterabend nicht verzichten zu müssen, gibt die Intendanz zwischen den einzelnen Programmnummern den jeweiligen Stand der Wahlergebnisse bekannt. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und endet 21 Uhr. Preise von 0,50 bis 1,50 Mark.
** Berufung an die Universität Gießen. Dr. Andrae, Umversitätsprofessor für Nationalökonomie in Graz. Dekan der juristischen Fa- kultät, hat die Berufung an die Universität Gießen angenommen.
** Personaländerung im Orchester des Stadttheaters. Der erste Hornist des Stadttheater-Orchesters, Herr Kurt Bartels, verläßt seinen bisherigen Wirkungskreis, um ein Engagement in gleicher Eigenschaft im Opernhaus-Orchester Frankfurt a. M. anzutreten.
** Arbeitsjubiläum. Heute feiert der Aufseher Jakob Häuser aus Watzenborn-Stein- berg sein Mjähriges Arbeitsjubiläum. Der Jubilar trat am 9. November 1893 in den Betrieb der Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke A. G., Gießen, als Arbeiter ein und hat sich durch ununterbrochene Tätigkeit, vornehmlich in der Sortiererei und Verladung, allmählich so eingearbeitet, daß er die Aufsicht über diese Abteilung ausüben konnte. Den Posten hat er viele Jahre Zur besten Zufriedenheit der Werksleitung ausgefüllt und sich durch Fleiß und Umsicht ausgezeichnet. Dem Jubilar wurden infolgedessen an seinem Ehrentage von der Firma und seinen Mitarbeitern Ehrungen zuteil. Auch die Hessische Staatsregierung übermittelte durch ein Schreiben der Mi° nisterialabteilung 3 (Arbeit und Wirtschaft), ebenso rote das Kreisamt Gießen durch eine Zuschrift Glückwünsche.
** Gastwirtespende zur Arbeitsbe- s ch a f f u n g. Für die Adolf Hitler-Spende zur Beschaffung von Arbeit haben die im Reichseinheitsoerband des deutschen Gaststättengewerbes zu- sammengeschlossenen Gastwirte des Kreises Gießen als ä Conto-Zahlung von einer noch laufenden Sammlung die Summe von 1500 Mk. an die zuständige Stelle abgeführt.
Schöffengericht Gießen
Die drei Angeklagten Albert Seipp aus Edingen, zur Zeit hier in Untersuchungshaft, Alfred Härder und Helmuth Feix aus Gießen sind seiner Zeit von hier losgezogen. Unterwegs nahm der Angeklagte und Hauptbeschuldigte Seipp gelegentlich der Anwesenheit in der Wirtschaft Schneider in Pohl-Göns aus einem Pult einen Betrag von 600 Mark Alle drei fuhren dann nach Frankfurt Dort erhielten Härder und Feix je einen Betrag von etwa 150 Mark. Man kleidete sich ein, lebte in Saus und Braus und begab sich dann weiter nach Bonn, wo die Festnahme erfolgte. Seipp versuchte zunächst in äußerst raffinierter Weise sich aus der Angelegenheit herauszuwaschen, was ihm jedoch nicht gelang Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den schon mehrfach vorbestraften Seipp eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten, gegen Fe' x und Härder wegen Hehlerei je 6 Wochen Gefängnis. Im letzteren Falle beantragte der Staatsanwalt wegen der Jugendlichkeit der Angeklagten bedingten Strafaufschub zu gewähren. Das Urteil lautete gegen Seipp auf 6 Monate Gefängnis, gegen Feix und Härder je 6 Wochen Gefängnis unter Gewährung bedingten Strafaufschubs für 5 Jahre. Im Falle Härder erachtet das Gericht Erziehungs- maßnahmen für erforderlich deren Art es dem Dormundschaftsgericht überläßt.
Wegen Transportgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung saßen der Eisenbahnassistent H. K. aus Butzbach, der Oberschaffner K. I. aus Ober-Hörgern, forme der Zugführer H W. aus Butzbach auf der Anklagebank. Sämtliche Beschuldigte stehen im Dienst der Butzbach—Licher Eisenbahn. Am 9. Januar d. I. rollte ein aus dem Wagenpark losgelöster und nicht abgebremster Personenwagen- aus dem abschüssigen Gleise davon. Beim Abspringen von dem Wagen kam die Ehefrau Rückert von Klein-Rechtenbach fp unglücklich zu Fall, daß ihr der linke Fuß abgenommen werden mußte Das Unglück wurde herbeigeführt durch die Angeklagten, die "S unterließen, rine Weiche zu stellen und den nicht abgebremsten Wagen nicht genügend beaufsichtigten. Die Angeklagten K. und I. erhielten je 75 Mark Geldstrafe, W. wurde fteigesprochen. Bei der Strafzumessuna fiel ins Gewicht, daß die beiden Angeklagten mit Arbeit sehr überhäuft waren und sonst pflichttreue Beamte sind
Der Lehrer Georg Morgenthaler aus Grebenau wurde wegen Unterschlagung zu fünfMo - na t e n Gefängnis verurteilt, unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft. Der Angeklagte, dem die Pfennigsparkasse in Grebenau anoertraut war, unterschlug daraus etwa 2000 Mark. Außerdem brachte er auf dieselbe W°ise einen Betrag von 5 Mk und einen nnn 7,70 Mk, die man ihm als Beitrag für die deutschen Jugendherbergen ausbändigte, an sich Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig und gab an, das Geld anläßlich der Errichtung eines eigenen Hauses benötigt zu haben. Nachdem der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von cht Monaten beantragte, erkannte das Gericht in Anbetracht des Geständnisses des Angeklagten auf obige Strafe
Schließlich hatte sich das Gericht mit dem fajon vielfach vorbestraften, zur Zeit in Untersuchungshaft sitzenden Hornbesteckmacher Otto B ö ( ft l e r aus Geislingen zu befassen Diesem gewerbsmäßigen Einbrecher konnten sechs Einbruchsdiebstähle, sowie ein Versuch zu diesem Verbrechen in Friedberg und Frankfurt nachgewiesen werden, bei denen dem Angeklagten Schmuckfachen, Kleidungsstücke, Handkoffer ufw. in ansehnlichem Wert in die Sjanbe fielen. In der kaltblütigsten Weise legte der Verbrecher heute ein vollkommenes Geständnis ab. Entsprechend dem Antrag des Vertreters der Anklage wurde er mit einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft belegt. Strafmildernd kam feine Jugendlichkeit in Betracht.
Amtseinführung des Landesfinanzamtspräsidenten Giese.
Elne Ansprache des Keichsfinanzmmifters Graf Schwerin von Krofiqt.
WSR Darmstadt, 7. Nov. Montag nach- mittag fand in dem Festsaal des Alten Palais am Lmsenplatz die Amtseinführung des neuen Präsidenten des L a n d e s f i n a n z- amts Darmstadt Giese statt. Der Saal war mit Fahnenstreifen und schlichtem Grün festlich ge- schinuckt. Außer den Fahnenabordnungen der Fachschaften der Reichsfinanzverwaltung, Beamten und Angestellten des Landesfinanzamts, die vollzählig erschienen waren, hatten sich starke Abordnungen der Finanzämter Darmstadt-Stadt und -Land und des Hauptzollamts Darmstadt zu der Feier ein- gefunden. Unter den amtlichen Vertretern bemerkte man den Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk, den Staatssekretär Reinhardt vom Reichsfinanzministerium, Oberbürgermeister Müller. Ministerialrat Ringshausen und die Vertreter des hessischen Staats- mimsteriums und der Landespolizei. Nach einem Vortrag des Drumm-Quartetts nahm der
Reichsfinanzminiiter der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk
das Wort. Der Minister erklärte u. a.: Sie, Herr Präsident, übernehmen heute ein schweres und verantwortungsvolles Amt. Gerade die Finanzverwaltung steht vor wichtigen Aufaaben. Unser Führer und Reichskanzler hat der Reichsregierung ein Ziel gefetzt, hinter dem alles andere zurückzustehen hat:
die Arbeitslosigkeit in ihren wurzeln zu bekämpfen und zu besiegen.
An die Stelle der Unterstützung muß die Arbeit gesetzt werden. Millionen von Menschen muß wieder ein menschenwürdiges Dasein gegeben werben. In acht Monaten finb über zwei Millionen Menschen zur Arbeit zurückaeführt worben, aber zu tun bleibt uns noch bas schwerste Stück, in tiefem Winter nicht — wie in den vergangenen Jahren — bi« Arbeitslosigkeit ansteiaen zu lassen. Im Frühjahr gilt es, bi« Durchbruchsschlacht durchzusühren, bie — so Gott will — ben endgültigen Erfolg bringen soll. 3n diesem Kampf hat die Reichsfinanzverwaltung eine Hauptaufgabe. Dieser Kampf kann nur gewonnen werden, wenn die Säulen, auf denen dieser Kampf beruht, intakt bleiben. Dies sind: die Initiative der Unternehmer, der großen wie der kleinen, und die Finanzverwattung in Reich, Land und Gemeinde.
wir müssen Verbrauch und Kaufkraft starken und doch dabei die TNittel hereinholen, deren der Staat in erster Linie für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bedarf.
Die Verwaltung kann diese Aufgabe nur lösen, wenn sie eine starke, energische Hand, ein warmes Herz und wirtschaftliches Verständnis in sich vereinigt. Diele Aufgabe ist besonders schwer in diesem Land, das so unter der Besetzung gelitten hat. Weiterhin hot die Reichsfinanzverwaltung als besondere Aufgabe: Schutz der deutschen Wirtschaft gegen unerlaubte Wareneinfuhr und Schutz der deutschen Währung gegen unerlaubte Deoi- senausfuhr. Der Minister gab seiner Ueberzeu- gung Ausdruck, daß der neue Vandesfinanzamts-
präfibent bie ihm gestellte Aufgabe voll erfüllen unb bas von ber Reichsregierung in ihn gesetzte Vertrauen voll rechtfertigen werbe. Er habe aber noch eine zweite Aufgabe: „Die Beamtenschaft in Deutsch- lanb unb auch in ber Reichsfinanzverwaltung ist politisch stark beunruhigt unb auch zerrissen worben. Diese Beunruhigung unb Zerrissenheit müßen voll- ftänbig beseitigt unb
die Beamtenschaft zu einem einheitlichen Körper zusammengeschweißt werden, der im Sinne Adolf Hitlers arbeitet und wirbt.
Wir alle, bie wir an ber Front waren, haben bort bei Untergebenen freubige Diszivlin unb Heutigen Gehorsam kennengelernt, eine echte unb wahre Ka- merabschaft, unb als etwas selbstverständliches bie Fürsorge der Vorgesetzten für bie ihnen anvertrauten Männer bis zum Letzten. Dieser e ch t e F r o n t - g e i st muß wieder Allgemeingut aller Beamten werden!"
Der Minister wünschte bem Präsibenten Giese unb seiner Arbeit von Herzen vollen Erfolg unb reichen Segen für Volk unb Daterlanb unb schloß mit einem Heil auf den Volkskanzler Abolf Hitler.
Staatsmm'ster Jung
überbrachte bie Grüße ber Staatsregierung im Namen bes leiber verhinberten Herrn Reichsstatthalters, unb erinnerte daran, daß das Lanb Hessen, das zu einem Drittel besetzt war, verstänblicherweise ein Schmerzenskind der Reichsfinanzverwaltung gewesen fei. Schuld an ber Lage in Hessen sei freilich auch bie alte Regierung, bie in organisatorischen Dingen schlecht beraten gewesen sei. Hier werbe bie neue R e g i e ru n g von sich aus ernstlichOrbnung schaffen, obwohl auch bie kommenbe Reichsreform noch mancherlei Vereinfachungen bringen werbe. Staatsminister Jung dankte bem Minister unb Staatssekretär Reinharbt für bas, was bisher für Hessen getan worben sei, unb versprach dem neuen Präsidenten des Landesfinanzamts freunbnachdarliche Zusammenarbeit zwischen Reichs- behörben unb Landesdehörben, solange tiefe als Lanbes behörben noch arbeiten werben.
Nachbem Abteilungspräsibent Dr. Hellwig im Namen ber Beamten unb Angestellten bes Landes- finanzamts unb Dberfteuerinfpettor Claß als Vertreter ber nationalistischen Beamten ben Präsibenten begrüßt unb treue Pflichterfüllung gelobt hatten, legte ber neue
Landesfinanzamts-präsideni Giese
ein starkes Bekenntnis zum neuen Staat ab und versprach, sein Amt im Geiste unseres gro- ßen Führers zu verwalten. Hauptsache sei für ihn dabei gegenseitiges Vertrauen und Hebung der Arbeitsfreubigkeit der Beamten, benen das Maß an Selbständigkeit gebühre, bas ihren Leistungen und Fähigkeiten entspreche. Gott sei Dank sterbe bie Art der Vorgesetzten allmählich aus, bie auf ben einzelnen Beamten brückten. Präsibent Giese bat, nur in echter Kamerabschaft unb Disziplin an bie neue Arbeit zu gehen, unb schloß mit einem stürmisch aufgenommenen dreifachen Sieg- Heil auf Führer, Volk und Vaterland. Das Deutsch- land- und bas Horst-Wessel-Lied, sowie der Fahnen- Ausmarsch beschlossen bie Feierstunbe.
Oie MittelrheinischeIndusine zur Arbeitsbeschaffung.
Mainz, 7.Nov. (WSN.) Der Mittelrhei- nische Fabrikanten-Verein unb bie Ver- e inigun g ber Arbeitgeberoerbänbe am M ittelrhein hatten zu einer Mitglieder- oerfammlung in ben großen Saal ber Jnbustrie- unb Hanbelskammer Mainz eingelaben, um über Maßnahmen zur Beschaffung von Arbeit unb zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu beraten. Einleitend wies der Vorsitzende Dr. Kirnberger darauf hin, daß die gesamte Industrie des mittelrheinischen Wirtschaftsbezirkes
aus vollem Herzen zur Mitarbeit an den von der nationalen Regierung gestellten
Aufgaben bereit
fei. Diese Bereitschaft komme zum Ausdruck sowohl in den bereits ergriffenen und künftig fortzuführenden Maßnahmen jedes einzelnen Betriebes zur Linderung der Arbeitslosigkeit, als aber auch in ber Mitarbeit ber wirtschaftlichen Verbänbe selbst, bie in ber Vergangenheit zu keinem Zeitpunkt ben Charakter klassenkämpferischer Organisationen angenommen hätten.
Anschließcnb sprach der stellv Präsident bes ßanbesarbeitsamtes Hessen, Oberreg.-Rat Kühne (Frankfurt a. M.), über bie verschiedensten praktischen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung. Nach 14jährigern politischem und wirtschaftlichem Niedergang hat bie Regierung Abolf Hitlers bem beut» sehen Volke bie Selbstbesinnung aus bie in ihm selbst ruhenden Kraftquellen zurückgegeben unb bem brohenben völligen Verfall Einhalt geboten Erst tiefe Selbstbesinnung vermochte nunmehr auch ben wirtschaftlichen Maßnahmen bie Aussicht auf Erfolg unb ben Erfolg selbst zu sichern Währenb in früheren Jahren ber Einsatz auch der größten Mittel lediglich dazu führte, dem Einzelnen ben letzten Rest bes Gefühles ber Selbstverantwortung unb ber Zukunftszuversicht zu rauben, haben nunmehr bie Grundsätze
„Arbeit als Lebensquell des Volkes" unb „Deutschland ein Arbeitsstaat", kein Vohl- fahrtsstaat"
erst bie verlorene moralische Grundlage zu einem wirtschaftlichen Wiederaufbau hergestellt. Auf diesen Grundsätzen aufbauend hat die Reichsregierung den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ausgenommen unb in wenigen Monaten ein Drittel wieder in ben Wirtschaftsprozeß eingeschaltet. Erreicht würbe dieser Erfolg auf bem hoppelten Weg, ber öffentlichen unb privaten Arbeitsbeschaffung Oberreg.-Rat Kühne verwies auf bie Ausführung bes Herrn Vizekanzlers von Popen in Frankfurt a M unb betonte bie Notwendigkeit einer von Herzen kommenden Opferbereiten ft. Die inzwischen erzielten Erfolge beweisen, daß bie an bie Initiative bes beutschen Unternehmers gerichteten Aufrufe nicht vergeblich waren Mit aller Kraft ist von ben Betrieben gekämpft worben und muß weiter gekämpft werben.
Die Ausschaltung wirklicher Doppelverdiener, die Unterbindung von Schwarzarbeit jeder Art, die Beschäftigung von männlichen Ar- beitskräften an Stelle von Arbeiterinnen und die Schaffung zusätzlicher Arbeit sind Maßnahmen, die zusammengefaht Tausenden und Abertausenden Arbeit zu schassen vermögen.
So war es möglich, die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk bes’ ßanbesarbeitsamtes Hessen von 333 000 im Januar tiefes Jahres auf 234 000 gegen Ende September zu senken: die Zahl der tatsächlich nun in Arbeit Gekommenen dagegen dürfte nach der Krankenkassenstatistik etwa 145 000 betragen. Etwa 500 Gemeinden des Bezirks sind völlig frei von Arbeitslosen, wobei jedoch noch zu berücksichtigen ist, daß die Art der ergriffenen Maßnahmen durch- aus daraus abgestellt war, jeden Rückschlag im kom- menden Winter zu vermeiden. Abschließend forderte der Redner zu intensiver Mitarbeit zur Erreichung dieses Zieles auf.
Beigeordneter Schleimann-Mainz überbrachte die Grüße des an der Teilnahme verhinderten Oberbürgermeisters Dr. Barth unb wies auf bie Notwendigkeit unb bie Bereitschaft bes Opferns hin, bem sich sowohl bie Unternehmer als auch bie airbeiter unterzögen, um ben noch Arbeitslosen Stellung unb Verdienst wiederzugeben.
Dr K ö b n e r = Frankfurt berichtete in Vertretung des Treuhänders ber Arbeit, Handelskammer- Präsident Dr ßüer, über bie Maßnahmen bes Ausschusses für Arbeitsbeschaffung unb wies insbefonbere auf bie Bebeutung einer raschen Verwenbung ber von ber Reichsregierung für Jnstanbfetzungsarbeiten zur Verfügung gestellten 500 Millionen Mark hin. Dieser Betrag werbe in Form von 20 Prozent-Zuschüssen währenb bes Winters gegeben unb ermögliche somit einen Sefamtauftragsbeftanb von 2L Milliarden währenb ber fommenben Monate.
Der Vorsitzende bankte bem Referenten, Oberreg.- Rat Kühne, unb allen Rebnern für bie aufschlußreichen unb von ber Versammlung mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen.
Der Appell an bie Privatinitiative dürfe wie in den letzten Monaten so auch im kommenden Winter nicht vergeblich sein.
Wenn es gelinge, ein Wiederansteigen der Arbeitslosigkeit hmtanzuhalten unb darüber hinaus bie Zahl ber Arbeitslosen zu senken, bann werbe auch das Ausland der nationalen Regierung und dem hinter ihr stehenden geeinten deutschen Volke die Anerkennung nicht mehr versagen können und erkennen, daß Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers erwacht unb auferftanben sei. Mit einem Dreifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer schloß ber Vorsitzenbe die Versammlung.
Hitler schasst Arbeit!
Weitere bewilligte Maßnahmen im Arbeitsbe« schaffungs-Prograrnm:
lagern, a. d.
Baustelle
Fertigstellung eines im Jahre 1928 be
gonnenen Schulhausneubaues, Gemeinde Großen-Linden 1400
Jnstandsetzungsarbeiten im Rathaus usw.
ber Stabt Eschwege 1300
Verschieben« Jnstanbfetzungsarbeiten in
Bergen-Enkheim 2000
Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten
an öffentlichen Gedäuben in Hanau a. M. 4382
Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an ben kreiseigenen Gebäuden unb Schulen, Kirchen unb Rathaus in Wetzlar, Gleiberg, Oberbiehl, Tiefenbach, Volpertshausen, Nieberkleen, Bechlingen 3000
Jnstanbsetzungs- unb Ergänzungsarbeiten an sechs Brücken im Stabttreis Kassel 5000
Regulierung der Hochwasserabflußverhältnisse unb Meliorationen bes Schwalrn- tales zwischen Salmshausen und Treysa, KreisZiegenhain 16500
Ausführung von Erd- und Rodungsar- beiten zur Verbesserung der Vorflutverhältnisse des Elbebaches, Gemeinde Elben 3450 Herstellung von Straßenkanälen in ber Platterstraße von Galileistraße bis Wolkenbruch unb in ber Sietiung Eigenheim in Wiesbaben-Sonneberg, Stabt Wies- haben 2880
Herstellung ber Straßenkanäle in ber Freudenbergstraße unb beren Seitenstraßen in Wiesbaden-Schierstein 3870
Oberbeffen.
Nach 9 Zähren Strafanzeige wegen Brandstiftung.
8 Schotten, 8. Nov. In ber Nacht vom 28. zum 29. April 1924 ging plötzlich bas Säge - werk auf der Langemühle in Flammen auf. Man konnte sich die Ursache nicht erklären unb vermutete Branbstiftung. Jetzt scheint ber Fall aufgeklärt zu werben. Gegen ben vermutlichen Täter, einen Mann aus Allenborf (Kreis Kirchhain) ist Strafanzeige wegen Brandstiftung erhoben worden. Der Täter war um diese Zeit auf der Langemühle tätig; er war gelernter Schuster. Das Leder war in der damaligen Zett sehr rar und teuer. Die Treibriemen auf der Langemühle waren verschwunden, und um diesen Diebstahl zu verdecken, ist offenbar der. Brand angelegt worden. Das gerichtliche Verfahren wird die nötige Aufklärung bringen.
Lanvkreis Gießen.
II Lollar, 8.Nov. Die Sängervereinigung Lollar veranstaltete im Saalbau „Zur Linde ein Konzert, bei dem die Kapelle des Gießener Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e mitwirkte. Die in gewohnter vorzüglicher Weise zum Vortrag gebrachten Stücke, u. a. auch solche von R. Wagner, sowie die Solovorträge der Herren Kleinert, Klökner und Nickel, sanden so reichen und wohlverdienten Beifall, daß sich die Kapelle zu verschiedenen Zugaben verstehen mußte. Zwischen den Musikstücken sang der Verein unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Döpper (Gießen), einige Lieder, darunter zwei mit Begleitung des Orchesters. Der kommissarische Vorsitzende des Vereins, Bürgermeister Wagner, erinnerte die Sänger an ihre Pflicht am kommenden Sonntag, weiter nahm er die Auszeichnung von vier Sängern für fünfundzwanzigjährige Mitgliedschaft vor. Es sind die Sänger: Le nnarz, Klinket, Wissemann und H a s s e l b a ck, bie bie Ehrennabel des „Lahntalsängerbundes" erhielten. Die erste Strophe des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland-Liedes beschlossen das Konzert, das gut besucht war.
> Holzheim, 7. Nov. Am Sonntag abend sand hier in der vollbesetzten Kirche ein Vortrag von Pfarrer Weber-Eschbach über bas Thema: „Die evangelische Kirche im Dritten Reich" statt. Pfarrer Weber führte seine Zuhörer zurück in bie Geschichte unseres Volkes bis auf bie Tage ber französischen Revolution unb zeigt« wie sich ber Liberalismus unb Kapitalismus entwickelt haben, bie ben Marxismus mit sich brachten. Diese auf die eigene Person abgestellte Weltanschauung kennt keine Volksgenossen. Sie wußte nichts davon, daß einer des andern Last mit zu tragen habe, und sie mußte dazu führen, daß ein großer Teil unseres Volkes zu Proletariern wurde unb bem Kommunismus in bie Arme trieb. Nur ein Mann erkannte mit klarem Blick, baß unser Volk einer furchtbaren Katastrophe entgegentaumele. Es war Adolf Hitler, ber mit unerschrok- kenem Mute sich bem Verderben entgegenwarf und jeden echten Deutschen zur Volksgemeinschaft aufrief. Hat die evangelisch« Kirche in diesem gewaltigen Ringen ber letzten 14 Jahre ihre Schul- digkeit getan? Hat sie mutig unb mit fanatischem Eifer gegen bie Gottlosenbewegung gekämpft? Da hätte man sich ein Beispiel nehmen müssen an ber SA. Welche Opfer hat bie SA. in ben vergangenen Jahren gebracht? Gut unb Blut haben sie dahin» geaeben und haben damit bas gerettet, wofür 2 Millionen Deutsche ihr Leben im Weltkriege gelassen haben Diele Pfarrer unb ©emeinbegliebet ber evangelischen Kirch«, bie mit glühender Liebe an bem Führer hingen, schlossen sich nun zusam- men zur Glaubensbewegung Deutscher Christen. Sie wollen bie Massen unseres Volkes, bie burch ben Marrismus unb ben Kommunismus allen Gottesglauben verloren haben, roieber mit ber Kirche unb ihrem inneren Wert in Verbindung bringen. So ist bie Reichskirche entstauben, an beren Spitze Reichsbischoff Müller, ein Vertrauter Abolf Hillers, steht. Wir alle stehen treu unb fest zu bem Führer Abolf Hitler, ber mH bem ganzen deutschen Volke auch unsere evan. gelische Kirche von ben Schrecken bes Kommunismus gerettet hat. — Die Ersparnisse bes Eintopfgerichtes am Sonntag brachten hier bas Ergebnis von 87,90 Mk.
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□ Saubach, 8. Nov. Am Samstagnachmittag erfolgte bie Uebernahme ber neuen Motorspritze burch bie Stabt. Hierzu waren neben bem derzeitigen Kommandanten ber Freiwilligen Feuer» wehr Oberbranbmeifter Hrch. Kopp unb Bürgermeister Högy auch Oberrevisor Sd) n e i b m u I • l e r von der Brandversicherungskammer Darmstadt,
Sodener
bei HUSTEN. ERKÄLTUNG


