Ausgabe 
9.10.1933 Drittes Blatt
 
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Aus der Provinzialhaupisiadi.

9n ber öffentlichen Sitzung des Provinzialaus- vberheften am Samstag ftan-

$u Tietzen.

Frank in Tiehen. ge­gen die Entscheidung des Kreisamts Tietzen vom 31. August 1933 wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein im Hause Weg. larer Weg 66 zu Tietzen.

9n der öffentlii schuss«» der Provinz den u.a. zur Verhandlung:

1. Eine Klage der Firma Schad« & Füll- grab«. Frankfurt a. M. gegen die Entschei- düng des Kreisamts Friedberg vom 16. August d. I. wegen Versagung der Erlaubnis zum Betrieb eine« Kleinhandel» mit Branntwein im Hause Wei- seler Straße Nr. 8 in Butzbach.

2. Des Wilhelm Haas in Gießen gegen die Entscheidung de» Kreisamts Gießen vom 80. August 1933 wegen Versagung der Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein im Hause Frank- furter Straße Nr. 113

8. Der Johanna

Schulbeginn.

Nun find sie dahin, die Tage der Ferien! Braun gebrannt von der Sonne, mit verträumtem Lächeln I in den Äugen, so kommen die Buben und Mädchen wieder zur alten, vertrauten Arbeitsstätte. Der All- tag fordert sein Recht. Aber di« Kinder haben neuen Mut gesammelt, Herz und Nerven gestählt. Das bedeutet aufgespeicherte Lebenskräfte und fri­schen Arbeitswillen.

So ein paar Wochen in aller Ungebundenheit gibt die rechte Neroenenttastung. Denn in den Ferien streift man doch so ziemlich alles ab, was zu Hause belastet, und Kinder kennen ja noch nicht die I Not der Zeit. Sie schätzen und lieben di« Stunde und nehmen sie, wie sie kommt.

Aber alles Schöne nimmt einmal ein End«: so | auch die Ferien. Köstliche Ferienerinnerungen wer­den noch lange wie zarte Luftgebilde den Kindern vor Augen stehen. Wie glänzen die Gesichter, wenn sie erzählen, was sie alles in den Ferien erlebt haben! Die Kameraden horchen und erzählen dann I auch ihre Erlebnisse. So gibt es einen regen Aus- I tausch, der mithilft, daß die kommende Arbeit zu­versichtlich und froh angepackt wird.

Heute ist es ja wohl überwunden, daß wie früher von manchen Lehrern ein Aussatz ver- I langt wird überMein schönster Ferientag", Unsere Reiseerlebnisse" usw. Wir wissen aus Er­fahrung, daß ein solches Thema für viele Kinder recht schmerzlich war. Da saßen sie oft stundenlang, kauten an dem Federhalter und wußten nicht, was sie aus der Fülle der Geschehnisse schreiben sollten. So wurden ihnen nachträglich die schönsten Ferien I verdorben. Einsichtige Lehrer freuen sich, wenn die I Kinder gekräftigt und frisch mit glänzenden Augen vor ihnen sitzen und unaufgefordert erzählen von dem. was ihnen auf dem Herzen liegt. 1

Nach einigen Tagen werden dann die kleinen Sorgen und Unannehmlichkeiten des Lebens wie­der auftauchen. Die Ferien sind zum schönen Traum geworden.

NSDAP. (Sichen.

Die männlichen Parteigenossen der Orts­gruppe Gießen-Mitte versammeln sich am Mittwochabend im Parteilokal Soldan, Seltersweg, I wie folgt: Zelle 1 um 20 Uhr, Zelle 2 um 21 Uhr, Zelle 3 um 22 Uhr. Für die Amtswalter ist das Er- scheinen selbstverständliche Pflicht.

Die NS-Frauenschaft Gießen-Süd hat heutc^ Montag, 20 Uhr, Turnstunde zusammen mit der Ortsgruppe Gießen-Mitte.

Verbot der Erhöhung der Fleisch­und Wurstwarenpreise.

Der hessische Staatsminister hat sich genötigt ge­sehen, ein sofortiges Verbot der Erhöhung der Preise für Fleisch- und Wurstwaren anzuordnen. Eine solche Erhöhung darf künftig nur mit Geneh- migung der Preisüberwachungsstelle erfolgen. Diese Maßnahme so teilt das Staatspresseamt mit mußte ergriffen werden, um zu verhindern, daß nach den in den jüngsten Tagen aus allen Teilen des Landes eingegangenen Klagen über stattge­fundene Preiserhöhungen von Fleisch- und Wurst- waren eine weitere Erregung der öffentlichen Mei­nung um sich greifen könnte. Die Regierung ist I zur Zeit nach Erhebung umfangreichen Materials mit der Nachprüfung der Frage befchäftigt, ob und inwieweit die Erhöhung der Schweinepreise auf den Viehmärkten eine Erhöhung der Preise für Fleisch- und Wurstwaren zuläht. Eine Entscheidung ist in ganz kurzer Zeit zu erwarten. Bis zu dieser Entscheidung soll durch das ausgesprochene Ver­bot eine mögliche Befriedigung auf dem Preismarkt für Fleisch- und Wurstwaren gesichert werden. So- weit bereit» seit 1. September 1933 örtliche Preis­erhöhungen vorgekommen sind, müssen diese inner» I halb einer Woche der Preisüberwachungsstelle noch nachträglich zur Genehmigung vorgelegt werden.

Eine Rundfunk-Beratungsstelle . in Giehen.

Durch den Gaufunkwart für Heffen-Naffau der NSDAP, sind Kreis-Rundfunk-Beratunasftellen ein- gerichtet worden, die die Aufgabe haben, für die weitere Verbreitung des Rundfunks | zu werben. Bei den Kreis-Rundfunk-Bera- | tungsstellen, die unter der Leitung eines erfahre­nen Fachmannes stehen, sollen die Volksgenossen kostenlos über alle techn i s ch e n und rechtlichen Fragen des Rundfunks unterrichtet werden. Auch ist es Aufgabe der Kreis-Beratungsstellen, Rundfunkteilnehmer über Befeitigung von Störungen in den eigenen Empfangsanlagen und die Beseitigung von Stö­rungen fremder Störer zu beraten. Verkauf von Geräten und Einzelteilen findet bet den Kreis- Beratungsstellen nicht statt. Ebensowenig werden dort Instandsetzunasarbeiten ausgesührt. Für den Verkauf von Geräten und Einzelteilen und für die Ausführung von Jnftandfetzungsarbeiten sind ledig­lich Die Rundfunkhändler und Rundfunkinstallateure zugelafsen. Eine Kreis-Rundfunk-Beratungsstelle ist auch in Gießen, und zwar bei der Kreisgeschäfts- stelle der NSDAP., Loberstraße 9, eingerichtet.

Sitzung des Provinzialausschusses.

Im ersten Falle ist der Verkauf von Spirituosen konzessionspflichtig geworden durch die Verlegung der Verkaufsstelle von Wetzlarer Straße 14 nach Wefteler Straß« Nr. 8, während in den beiden an- deren Streitfällen die Konzessionspsiicht durch den Uebergang der Geschäfte von früheren Inhabern auf die Kläger eingetreten ist.

Während die .Wage der Firma Schad« & Füll- Erabe als unbegründet kostenpflichtig zuriickgewie en wurde, ist den beiden anderen Gesuchltellern ,i« Erlaubnis zum Kleinhandel mit Branntwein, wie beantragt, erteilt worden.

Kulturfilm -Jenseits der Weichsel^.

Das Lichtspielhaus Bahnhofstraße brachte gestern vormittag in seiner ersten Kulturfilm-Dorsührung dieses Winters den außerordentlich eindrucksvollen OstlandfilmJenseits der Weichsel" heraus. Der Film ist ein starker Appell an alle Deutschen im Reich, sich immer bewußt zu (ein, daß wie das Geleitwort des Films lautetdas Schicksal der deutschen Ostmark das Schicksal der deutschen Nation ist". In prächtigen Bildern zeigt dieses Filmwerk nicht nur die vielfachen landschaftlichen und städte­baulichen Schönheiten der Provinz Ostpreußen, son­dern es gibt auch eine überzeugende Darstellung von der großen wirtschaftlichen Bedeutung dieser vom Mutterreiche durch feindliche Gewalt abge­trennten Provinz. Man sieht um nur einiges hier zu registrieren herrliche Bilder von der ostpreußischen Küste, der dortigen Bernsteingewin­nung, von den wundervollen Seen des Oberlandes und der Masurischen Seenplatte, den mächtigen und herrlichen Waldungen mit ihrem unendlich großen Wildreichtum, der Fischerei und der Schifferei, insbefonbere auch der Flößerei, ferner von der großen Holzindustrie, der umfangreichen Landwirtschaft mit ihrer ausgedehnten Viehzucht, darunter die prächtige Pferdezucht und die oftpreu- ßifche Rindoiehzucht. Weiter lernt man durch den Film erkennen, welche große Bedeutung der oft« preußische Getreidebau für die deutsche Ernährungs- Wirtschaft besitzt, man bekommt aber auch einen starken Eindruck von der Industrie und dem Handel dieser Provinz, die außer ihrer jetzigen Bevölke- rung noch weitere vier Millionen deutscher Volks­genossen ernähren kann. Neben den die Gegenwart schildernden und den in die Zukunft weisenden Bildern wird durch geschickte Einfügung einiger Ausnahmen aus der Zeit des Rusieneinbruches am Anfang des Weltkrieges bargetan, welch großes Leib Die Bevölkerung Ostpreußens damals zu er­dulden hatte, ebenso wird der Beschauer des Films auf die Abftimmungskämpfe um die durch polnische Raubgier unmittelbar nach dem Friedensschluß stark bedrohten südlichen Bezirke der Provinz hinge- wiesen. Daß die brutale Vergewaltigung Ostpreu­ßens und des Reiches durch die Schaffung des Weichselkorridors in dem Film gebührend hervor­gehoben wird, versteht sich von selbst. Seinen Ab­schluß findet der Film mit einem wuchtigen Bild­hinweis auf die durch die nationalsozialistische Be­wegung geschaffene Einigkeit im deutschen Volke, die auch für das weitere Schicksal Ostpreußens von weittragender Bedeutung werden wird. Leider war der Besuch der Vorführung dieses guten Films nicht so zahlreich, wie er es verdient hätte. Unsere Bürgerschaft sollte für die Zukunft derartigen Kulturfilm-Vorführungen doch mehr Interesse ent­gegenbringen.

Kommers

der Gießener Fünfziger-Vereinigungen

In angeregter Gesellschaft vereinigten sich am Samstagabend im Caf6 Leib etwa 800 Mitglieder sämtlicher Gießener Fünfziger-Dereinigungen zu einem Kommers. Erstmalig hatten sich sämtliche Al­tersvereinigungen zu einer gemeinsamen Veranstgl- tung zusammengefunden. Um das Zustandekommen dieses Abends hatten sich besonders die Herren Louis Frech und Oberreallehrer Appel verdient ge­macht.

Nachdem die Kapelle E i n b r o b t den Abend mit guter Musik eingeleitet hatte, wurde unter den Klön- gen des 116er-Marfches die gemeinsame Fahne der Altersvereinigungen in feierlicher Form eingebracht. Die Begrüßungsansprache hielt Bezirksdirektor Kurt Mohr, der insbesondere denewigen Fünfziger" Louis Frech herzlich willkommen hieß. Er übermit­telte die Grüße des Oberbürgermeisters Dr. Kel - I ler, der dem Abend besten Verlauf wünschte. Der Redner gedachte sodann des kürzlich verstorbenen Mitgliedes Karl Kreiling und gleichzeitig aller I übrigen verstorbenen Kameraden. Die Anwesenden I erhoben sich zu Ehren der Toten von den Plätzen, I während die Kapelle das Lied vom guten Kamera- I den fpielte. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf I den Reichspräsidenten untk den Volkskanzler schloß Herr Mohr seine Ansprache. Gemeinsam wurde so­dann je ein Vers des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes gesungen.

Eine weitere Ansprache hielt bann Oberreallehrer Appel. Ein gleiches gemeinsames Band, so führte er u. a. aus, umschlinge alle Kameraden. Dieser Kommers sei eine Veranstaltung, wie sie Gießen bis­her von gleicher Art nicht gesehen habe. Alle Atters- I kameraden bewege der gleiche Gedanke: das Sehnen nach Einigkeit, nach Kameradschaft und Freundschaft.

I Die Vereinigungen seien ja auch zu dem Zwecke ge­gründet, Kameradschaft und Freundschaft zu pflegen. Das Gemeinsame dieser Ziele rechtfertige das Zu­sammenkommen in sroher Stunde, in der gleichzeitig Die inneren Werte und hohen Ausgaben der Bereini­gungen bekundet werden sollen. Die Tatsache des langen Bestehens der Vereine beweise den ioeellen Grund und Schwung Innerhalb der Altersoerelne. Großes Verdienst und Dank um die Fünfziger-Sache aebühre dem Heimatdichter Louis Frech Für die Zukunft gelte es, die Bande der Freundschaft auch zwischen den Vereinigungen fester zu knüpfen. Das fei vaterländische Sache. Das deutsche Volk brauche Einigkeit und Kameradschaft, müsse einig stehen hin­ter dem Führer, der Kastengeist und Klasienhaß I müßten verschwinden. Die Fünfziger-Vereine seien I berufen, die Arbeit des Führers zu unterstützen. Die Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Herr Louis Frech dankte, nachdem das von ihm I verfaßte Bundesllcd gesungen worden war, für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen. Er sprach dann in launigen Worten über das Wesen der Fünfziger I und brachte zum Schluß ein kleines, humorvolles I Gedicht, frei nach Wilhelm Dusch, zum Vortrag.

Herr Reiber hielt ebenfalls eine Ansprache, in der er besonders die ältesten Jahrgänge willkommen I hieß und in weiteren Ausführungen einen kurzen

Rückblick auf die Entwicklung der Stadt Gießen im vergangenen Jahrhundert gab. Eine humorvolle Ansprache hielt noch Herr Frey, während ein anderer Alterskamerad ein Gedicht in Troher Mundart zum Vortrag brachte.

Mit großer Anerkennung wurde der Vorschlag zu einer Sammlung für denÄampf gegen Hunger und Kälte" ausgenommen. Die Sammlung wurde sofort durchgeführt unb brachte bas stattliche Ergebnis von 135 Mark. Eine besondere Bereicherung nach der künstlerischen Seite erfuhr der Abend durch die gesanglichen Darbte- | hingen des Alterskameraden Willi Hexamer, | der für leihe Lledoonräae anhaltenden Beifall erntete Die ®efangsabteilung ber flltersoereini- gung 1883 1933 brachte ebenfalls zwei Lieder recht I gut zu Gehör. Gemeinsam wurden im Laufe des

Abends noch verschiedene Lieder, von Louis Frech bzw. von Dr. Otto Wolf verfaßt, gesungen.

Mtt einem kurzen Schlußwort von Ltterskamerad Appel fand der offizielle Teil des Kommerses fein Ende. In geselliger Unterhaltung blieb man dann noch geraume Zeit beisammen.

Vereinigung

für koloniale Wiedergewinnung.

Die Bereinigung für koloniale Wie­dergewinnung hielt dieser Tage im Vereins- lokal H. Dippel ihre Monatsoersammlung ab. Vereinsführer Tetzner begrüßte die Teilnehmer. Er führte u. a. aus: Handel und Schiffahrt, damit verbunden eigener Kolonialbesitz, feien heute mehr denn je die Grundbedingung für die Existenz­möglichkeit des deutschen Volkes. Niemals könne und dürfe sich Deutschland mit der kolonialen Re­gelung, wie sie gegenwärtig bestehe, zufrieden geben. Es werde unb müsse sein Recht aus Leben beftäti- fien in dem Wiederaufbau feiner Handelsflotte, einer wirtschaftlichen Macht und der Wiedergewin­nung feiner Kolonien. Die koloniale Bewegung müsse immer weitere Dolkskreise erfassen. Einheit­licher Wille des ganzen deutschen Volkes müsse die Rückgabe der Kolonien verlangen.

Als Redner des Abends sprach bann Kolonial- freund Schneider über das Thema:E r * werb unb Kämpfe in Deutfch-Süd- w e ft - A f r i k a". Er führte u. a. aus: In ruhigen Jahren habe sich das deutsche Schutzgebiet der­maßen entwickelt, daß es schon tm Jahre 1912 keines Zuschusses vom Reich mehr bedurfte. Zu Beginn des Weltkrieges sei die Schutztruppe und die Polizei insgesamt 2000 Mann stark gewesen. Durch Freiwillige und Reservisten habe sich der Bestand auf 5000 erhöht. Die schwache Truppe habe während des Weltkrieges einer feindlichen Streit­macht von 60 000 Mann gegenübergeftanben, bie von Westen, Süden und Osten anrütfte. Wider- ftanbslos konnten bie englischen Streitkräfte, unter­stützt durch die Kriegsschiffe, die wichtigen Häfen Lüderitzducht, Walfischbai unb Swakopmunb be­setzen. Vergeblich habe man auf das Erscheinen des deutschen Ostasien-Kreuzergeschwaders gehofft, das bet den Falklandsinfeln in heldenhaftem Kampf er­legen fei. Den schweren technischen Kriegsmitteln der Engländer habe die Schutzttuppe nur tn einem ständigen Rückzugsgefecht 11 Monate lang wider- stehen können. Am 9. Juli des Jahres 1915 fei die Uebergabe der Schutztruppe unter ehrenhaften Be­dingungen erfolgt. Der Führung ber Schutztruppe fei «dieser Entschluß sehr schwer gefallen, aber es habe nur zwei Wege gegeben: entweder die Truppe opfern (gleichwohl Dadurch dem Lande nicht genützt gewesen wäre), oder aber unter annehmbaren Be­dingungen den Widerstand aufzugeben unb so dem Land das Mögliche zu erhalten. Dieser letztere Weg wurde gewählt und bas Land vor einer Katastrophe bewahrt. Durch den Friedensvertrag von Versailles seien den Deutschen die Kolonien geraubt worden unter dem Vorwand, Deutschland sei der Koloni­sation nicht fähig. Dieses Märchen glaube heute auch ber ehemalige Feind nicht mehr. Gegenwärtig würden Deutsche, bie den Wunsch haben, sich in Ostafrika wieder anzusiedeln, ganz gerne gesehen. Von den Eingeborenen höre man immer wieder, baß sie lieber für geringeren Lohn bei deutschen Farmern, als um höheren bei den Engländern ar­beiten wallten. Die deutsche Forderung auf dem Gebiete der Kolonialpolitik müsse Immer wieder lauten:Wir brauchen Kolonien für die wirtschaft­liche und soziale Befreiung und den nationalen

Wiederaufbau unseres Volkes.* Mit einem Worte des Generals von Epp auf ber Koloniattaaung 1932 zu Berlin schloß der Redner seinen beifällig aufgenommenen Vortrag, ber durch sinnvoll vor» getragene Gedichte von den ftolonialfreunben Wollgast und Schmidt verschönt wurde.

Im weiteren Verlauf ber Versammlung wurden die für die nächsten Monate vorgesehenen Werbe- maßnahmen für den kolonialen Gedanken besprochen. Der Vereinsführer be­schloß die Versammlung mit einem dreifachenSieg Heil!" auf das deutsche Vaterland und bie Ver­einigung.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Stadt­theater: 20 bis 22 Uhr: Bunter Abend für die Deut­sche Bühne (geschlossene Vorstelluna). Schützen- verein Gießen: 20.30 Uhr, Herbst-Generalversamm­lung. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Flucht nach Nizza" mit Georg Alexander.

Au» dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend geschlosien« Beran- ftaltung. Morgen, Dienstag, zweite Vorstellung im Dienstag-Abonnement: Lehär» Meister-Ope­rette:Wo bie Lerch« singt". (Spielleitung: Paul Wrede: musikalische Leitung: Kapellmeister Fritz Cuj6. choreographische Leitung: Theo Bäulke.) Operetten-Prefte. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr.

Gastspiel Be11achini. Am morgigen Diens­tag findet um 20 Uhr im (Taft Leib ein Expert- mentalabenb des Experimental Psychologen Bel­la chi n i statt. Interessenten seien besonders dar­auf aufmerksam gemacht.

Hindenburg-Geburtstagsfeier!n den hessischen Schulen. Durch Verfügung ber Tlinifterialabteilung für Bildungswesen, Kul­tus, Kunst und Volkstum ist angeorbnet worden, daß des 86. Geburtstages des Reichspräsidenten Gencraljeldmarfchall von Hindenburg in allen Schulen des Landes am ersten Schultag nach den Herbstferien in den einzelnen Klassen zu gedenken ist. Bor unb nach der Feier wird ber Unterricht planmäßig burchgeführt.

Dien ft ju b i l ä u m bei der Reichs­bahn. Der Reichsdahnzuaführer Peter Kuhl, wohnhaft Glaubrechtstraße 9, tätig beim Bahnhof Gießen, konnte am Freitag auf eine 40jährige Dienstzeit bei ber Reichsbahn zurückblicken. Bon dem Leiter des Bahnhofs, Amtmann Dörr, wurden dem Jubilar für feine treuen Dienstleistun­gen je eine Glückwunschurkunde des Reichspräsiden­ten, Der Reichsbahnhauptverwaltung und der Reichs­bahndirektion Frankfurt a. M. überreicht. Bon Seiten seiner Mitarbeiter wurden 'ihm zahlreich« Ehrungen zuteil. Zugführer Kuhl ist vor 40 Jah­ren beim Bahnhof Langendreer (im Ruhrgebiet) in den Dienst der Reichsbahn getreten und feit dem Jahre 1907 beim Bahnhof Gießen tätig.

" Eine Fünfundachtzigjährig«. Mor­gen, 10. Oktober, begeht Frau Christoph Hahn Wwe, Schissenberger Weg 39 II, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 85. Geburtstag.

* Eine Dreiundachtzigjährige. In körperlicher und geistiger Frische kann am morgi­gen Dienstag, 10. Oktober, Frau Lang Wwe., Wilhelrnstraße 1 wohnhaft, ihren 83. Geburtstag begehen.

** Falscher Feueralarm entstand In ber Nacht zum Sonntag um 4.15 Uhr in einigen Stra­ßen der Stadt. Infolge einer Störung in der elek­trischen Leitung traten die Feuersirenen von felbft in Tätigkeit unb schreckten manche Bürger au»

WintttMwerk des Deutschen Volles 1S33/34.

SausührungHessen-Aaffau, Frankfurt a.M.,TaunuöstraßeUl., Telephon Z228.

Aufruf an Alle!

Kein Volksgenosse bars Im tommen- den Winter hungern unb frieren! So will e» ber J ü f) r e r. Alle notleidenden und unver­schuldet Erwerbslosen sollen erkennen, daß die ganze Nation mit Ihnen fühlt und für sie eintritt.

Diese» Hilfswerk soll nicht wie In früheren Jahren nur Almosen sammeln mnb Unterstützung verteilen, sondern durch das wachrusen einer grandiosen Opferbereitschast im ganzen deutschen Volk den Ge­danken de» lebendigen nationalen Ge- melnschaftsgeistes erwecken. Es soll- zu sei­nem Teil dazu beitragen, einevrückezu schlagen zwischen Arm unb Reich.

Opfern in diesem Sinne darf deshalb nicht etwa nur heißen, von seinem Ueberfluh etwa» abgeben, I sondern muß heißen, sich in seinen eigenen B e - bürfniffen beschränken, um anderen deut­schen Volksgenossen in ihrer Rot zu Helsen.

Run geht an» werk, deutsche Frauen und deutsche Männer aller Stände, Berufe und Konfes­sionen. Gebt unserem Führer Adolf Hitler Cure Spenden ju treuen Händen. Sie werden für unser Volk reiche Früchte tragen.

Spenden werden erbeten an:

Postscheckkonto Frankfurt a. M. 28 100, Girokonto bei der Nassauischen Landesbank Frankfurt a. M. 6 200.

(Bauleiter, Reichsstatthalter in heften: gez. Sprenger.

Regierungsrat Dr. Otto Andres, Äreisamt Friedberg: Alois Bausch, Dresdner Bank; Lud­wig Bellinger, Handelskammer Fulda: Dr. Her­mann Braun, Kreisamt Erbach: Wilhelm Böcker, Naftauische Landesbank: Dr. Georg Dahlem, Lan­deskirche Heften: W. Doubel, Landesleiter der Tech­nischen Nothilfe: Fr. v. d. Ende, Hessischer Indu­strie- und Handelstag, Karl Ehrgott, Kreisamt Groß-Gerau: Kreisdtrektor Emil Gaßner, Kreisamt Büdingen: Erich Gellert, Indu­strie- unb Hanbelskammcr Offenbach: Heinrich Graes, P r o o i n z i a l b i r e k t i o n Oder- Hessen: Lanbrat Grillo, Kreis Wetzlar; Haug, Bürgermeister, Darmftabt, Gauwalter der NS - Bolkswohlfahrt; Wolfgang, Prinz von Heften, Landrat, Bad-Homburg; Dr. Herdt, Propaganda- wart b. NS.-Bolkswohlsahrl. Gorschlüter, Bube- rusfche Eisemderke: Dr. Frhr. Rain o. Frentz, Kreisamt Bingen: Landrat Herrchen, Untertaunus­treis Bad-Schwalbach; Landrat Dr. Jonke, Höchst, v. d. Dr. Engelhardt: Kreisdirektor Karl Iann, Kreisamt Schotten-, Kessel, Kreisamt Lauterbach, o. d. Hanitsch: Walter ftramer, Gebietsführer ber HI., o. d. Stohr; Regierungsral Dr. Geora Krüger, Äreisamt Gießen: Oswald Knorrch, Kreiswolfahrlsaml Oppenheim;

Frau R. Kirch, Gau-Frauenfchaft Heften-Naftau-, Oberregierungsrat Kühne, Landesarbeitsamt Hes- fen; Oberregierungsrat Dr. Hermes; Landrat Koch, Landratsamt Montabaur, v. d. Bausch; Prof. Dr. Krieck, Rektor der Universität; ord. Prof. Dr. Hol- selber: Landrat Kausemann, Gelnhausen: E Lang- Hardt, Fa. L. Krumm AG., Offenbach; Josef La- may, Eharitasverband für die Diözese Limburg; Franz Leonhard, Industrie- unb Handelskammer Offenbach; Dr. Wilhelm Leber, Landw.-Kammer Wiesbaden; Landrat Lerch, Landratsamt Wester­burg, v. d. Noes; Fritz Löfer, Kreisleiter unb Land­rat Hanau: Fritz Merk, Darmftabt; Dr. Ed. Meu- fer, Handelskammer Wiesbaden; Fritz Müller, Handwerkskammer Heften; Dr. Friedrich Müller, Bürgermeister Hanau; Müller-Scheld, (Baupropa- aanda-Landesstellenleiter für Volksaufklärung unb Propaganda; Kreisdirektor Dr. Ernst Merk, Kreis- amt Offenbach; Dr. Mülhens, Rheingaukreis: Dr. Alex Mettenheimer, Rhein-Main Inb.- unb Han­delstag: Dr. Niecz, Industrie- und Handelskam­mer, Frankfurt a. TI.; Dr. E. Pauly, Bön­ning e r G m. b. H., Gießen, Handelskam­mer Gießen; W. Pauly, Eharitasverband f. d. Diözese Mainz, Petermann, eogl. Landeskirchenrat Frankfurt a. TI.; Roettig, Major unb Kommanbant der Landesoolizei, Adlig. Frankfurt a. M; Dr. Richter, i. V. d. Bischofs von Limburg u. d. Stadt- Pfarrers Dr. Herr; Theodor Bubet, El-Werk« Rheinheften, Rhein-Mainifcher Industrie- und Han- belstag; Direktor Röhricht, Innere Mifsion, Darm­ftabt; Schmidt, Präsident ber Hanbwerkskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden; Arnold Schuhmacher, Pfarrer, Innere Mission; Schroder, Oberst a. D., hessischer Landesverband vom Roten Kreuz; Ludwig Schmahl, Kreisamt Groß-Gerau; Rudolf Schäfer, Provinzialbirektion Starkenburg: L. Schuster, Landeskirchenrat der evgl. Landes« kirche Wiesbaden; Dr. Schönhals, Oberbürgermei­ster der Stadt Offenbach; Ernst Schuenemann, Fa. Andrae Noris Zahn AG: Werner Scheikes, Wein­kellerei Scharlachberg; Alfred Schutte, Magistrat Wiesbaden; Eduard Schach, Industrie- und Han­delskammer Worms, Eduard Schmitt, Handelskam­mer Fulda; Paul Schloimann, Beigeordneter Stadt Mainz; Kretsdirektor Wilhelm Schön, Kreisamt Worms: Stammler, i. B. Reg.»Rot W. Strack, Kreisamt Alsfeld: SS. - Standartenführer Schwarz, A. Gutbrod: Pfarrer Dr. Stahl, Elie Mourreau, Innere Mission tn Nassau; Franz Stadel, Landesverband d. heft. Einzelhandels; Paul Stiehr, Rrelsaml Heppenheim. Dr. Ernst Seid, Stadt Giehen; Rudolf Scholz, Hessischer In- dustrie- unb Handelstag; Troupel, Londeshaupt- mann; Trinkaus, Heft. Bauernkammer, Darmftabt; Ulrici, Landrat, Diez, Vaterländischer ftiauenaerein v. Roten Kreuz, Frau Marie Lüttke; Wahl, Kreis- Verwaltung Limburg; Regierungsrat Otto Walter, Kreisamt Dieburg; Werner, i. V. d Landrats, Krets St. Goarshausen; Baudirektor Wienhold; Franz Hermann Woweries, Gauprefteamt, Führer des Rhein-Main'Verbands Deutscher Presse; Kretsdtrek- tor K Wolf, Kreisamt Alzey; Dr. Dich. Dehner; Prov.-Direktion Rheinheflen und Kreisamt Matn^