Ausgabe 
9.9.1933 Frühausgabe
 
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und Karlstraße kann schon demnächst kn Angriff genommen werden, nachdem mit dem Abbruch der bereits erworbenen Anwesen alsbald begonnen wird. In Bad Tölz wurde vor einigen Wachen ein Gebäude erworben, in dem die geplante S S. Reichsführerschule untergebracht werden wird.

Ser Neubau des SteuerWemS.

Die Hauszinssteuer soll zuerst fallen.

Berlin, 8. Sep. (CNB.) Der vom Präsidenten Dr. v. R e n t e l n berufene Steuerausfchuß des Deutschen Industrie- und Handelstages trat zu seiner ersten Sitzung nach der Neukonstituierung zusammen. Als Vertreter der Reichsregierung sprach Ministerialdirektor Prof. Dr. H e d d i n g über die Grundlinien der Finanzpolitik der Reichsregierung. Er betonte eingangs, daß es noch nicht möglich sei, ein fest umrissenes Steuerprogramm aufzuzeigen, da die sehr schwierigen Vorarbeiten zu ihr noch im Gange seien. Sie werden jedoch stark be­schleunigt, wie dies der Bedeutung der Frage ent­spricht, so daß bald mit Klarheit über die Grund­linien der neuen Steuerpolitik gerechnet werden könne. Zu einzelnen Fragen erklärte er, daß eine Verlängerung des Steuergutschein- versahrens über den 30. September hinaus nicht in Aussicht genommen sei. Eine ge- nerelle Steuersenkung bezeichnete der Vortragende als auch im Interesse der Regierung liegend, doch seien Mittel für eine ins Ge­wicht fallende Steuersenkung und nur eine solche könne der Wirtschaft wirksam helfen, i n absehbarerZeit nichtoorhanden. Wenn die finanzielle Lage überhaupt eine Steuersenkung gestattet, käme nach Ansicht des Vortragenden in er st er Linie die Hauszins st euer in Frage, die Dr. Hedding als die bestgehaßte und am ersten abbaureife Steuer bezeichnete.

Ministerialrat Dr. F r i e l i n g h a u s , als Ver­treter des preußischen Ministeriums für Wirt­schaft und Arbeit erörterte kurz Steuerfragen der Länder und Gemeinden. Er glaubt nicht, daß man deren Steuern gegenwärtig durch einen Umbau des allgemeinen Steuersystems ändern kann, gab jedoch der Hoffnung Ausdruck, daß eine Entlastung der Gemeinden eine Realsteuerfen- kung ermöglichen werde; diese Entlastung soll im Zusammenhang mit der allgemeinen Umschul - bungsattion für die Gemeinden wie bei einer Neuregelung der Arbeitslosenfürsorge angestrebt werden.

OceEingliederung derBerufs- schule in das Bildungswesen.

Berlin, 8. Sept. (VDZ.) Das besondere Inter- esse der NSBO. und des Jugendamtes der Deut­schen Arbeitsfront an der kommenden Gestaltung des Berufsschulwesens im neuen Deutschland geht von den Auffassungen des nationalsozialistischen Pä­dagogen Prof. Ernst Krieck, des Rektors der Uni­versität Frankfurt aus. Dieser Fachmann ver­tritt den Vorschlag, das gesamte deutsche Erziehungs­wesen nach folgenden Richtlinien umzugeftalten:

Dom 7. Lebensjahr beginnt für alle deutschen Kinder die Grundschule. Nach vier Jahren fol­gen für zukünftige Erwerbstätige vier Jahre Volksschule, für zukünftig wissenschaftliche Tä­tige vier Jahre Unterkurs der höheren Schule. Für die Volksschüler schließen sich drei Jahre Berufsschule, für die höhere Schule drei Jahre Oberkurs an. Mit dem 18. Le­bensjahr schließt danach die Schulzeit grundsätzlich ab, und es würden folgen: Arbeitsdienst, Hochschule.

Damit, so heißt es in der Stellungnahme der NSBO. und des Jugendamtes wäre die Be­rufsschule gleichberechtigt in das deutsche Bildungswesen eingeordnet. Der äußeren Gleichberechtigung würde eine gleiche Bewertung entsprechen. Das sei praktischer Sozia­lismus. Die Persönlichkeit des national­sozialistischen Arbeitsmenschen müsse als Ziel am Ende der Berufsschulbildung stehen. Damit die Berufsschule diese Aufgabe erfüllt, müsse sie in ganz Deutschland einheitlich werden, ein klar umrissenes völkisches Bildungsprogramm haben,

Oie neuen Mitglieder des Gießener Gtadttheaters.

Aus dem Dramaturgischen Büro des Stadt­theaters gehen uns folgende Mitteilungen über die für die kommende Spielzeit neu engagierten Kräfte zu.

Das Damenperfonal bleibt vollzählig erhalten. In der Operette, die einen breiteren Platz im Spielplan einnehmen wird, wurde als Ergänzung Maria Perry verpflichtet, deren klangschöne Stimme auch den geplanten kleineren Opern­werken zugute kommen wird. Maria Perry kommt von Wien, dem klassischen Boden der Operette, und ist zwischendurch in Berlin mit großem Erfolg künstlerisch tätig gewesen. Liesel Geling wird ourd) Filmoerpflichtungen zeitweise für Gießen aus- fallen mutzen. Die Intendanz hat daher als Gast für die Spielzeit Erna Hübschmann gewon- nen, die als kleine, schwarze, äußerst temperament­volle Soubrette für Liesel Beling das Soubretten- gad) versehen wird, da Frl. Beling bereits im September bet der Harry-Piel-Produktion mit den Tonfilm-Aufnahmen fürSchwarzwaldmädel" be° Pln^en^mirb'.in bem sie die Rolle der Bärbel spielt. Das Gießener Publikum wird noch zu Be- ginn der Spielzeit Gelegenheit haben, Frl. Beling m dieser Rolle in der eigentlichen Operette auf ber Buhne sehen zu können. Später wird dann Frl Hubschmann die Partie übernehmen. Im Schau- spiel und Singspiel stellt sich Hansi Stadler als Neuerscheinung vor, die unter Intendant König be- Dr. Legband in Gladbach-Rheydt manchen Erfolg erwarb, der sie dann nach Prag und Stutt­gart führte; Hansi Stadler ist als9 Schauspiel- Soubrette und jugendliche Salondame verpflichtet.

Für den nach Krefeld verpflichteten Oberspiel- le.ter Peter Fas sott wurde Anton Neuhaus von Baden-Baden als erster Spielleiter und erster Charakterspieler gewonnen. Als erstes Stück in ze- niert Anton Neuhaus das erfolggekrönte Segel­fliegerstückAm Himmel Europas . An Stelle des nach Darmstadt verpflichteten Jochen Hauer kommt Karl Löfer als erster Held und Lieb- Haber, dessen geistige, stark gefühlsmäßige Dar- stellungsgabe erstmalig als Hermann in Kleists Hermannsschlacht" unter Beweis gestellt wird Hermannsschlacht" ist die von Intendant König selbst inszenierte Eröffnungsvorstellung, in der grt. Flemming die Thusnelda spielen wird. Für Rainer Egge mann, der nach Konstanz geht, ist als jugendlicher Held und jugendlicher Bon-

Aus aller Well.

Hindenburg, hikler und Göring als Taufpaten.

Für das 1 3. K i n d des Arbeiters Franz F ran­ke n bu r g in Pammin (Neumark) haben der Reichskanzler Adolf Hitler, der preußische Mi­nisterpräsident Göring und der Reichspräsident o. Hindenburg die Ehrenpatenschaft übernommen und dem Vater Geldgeschenke über­mittelt.

Alsons von Spanien und kardinal Faulhaber in Trier.

Der frühere König von Spanien, Alfons XIII. traf zur Verehrung des Heiligen Rockes in Trier ein. Er wurde am Dom von den Herren der Wallfahrtsleitung herzlichst begrüßt. Den Hit- lergruß der in Uniform den Ordnungsdienst ver­sehenden 621. erwiderte er durch Erheben des rech­ten Armes. Nach der Verehrung des Heiligen Rockes wurde König Alfons von Bischof Borne- wasser in Privataudienz empfangen. Ferner traf Kardinal Dr. Faulhaber- München in Trier ein. Im übrigen hielt auch am zweitletzten Wall­fahrtstag der Pilgerverkehr unverändert stark an.

Japanische Stadt durch Seebeben zerstört. 70 Todesopfer.

Auf einer westlich von Japan gelegenen Insel wurde durch den Ausbruch eines Unterseevul- tans die Stabt Napoo fast vollkommen z e r ft ö r t. 180 Häuser wurden vernichtet. Nach vorläufigen Angaben kamen 70 Personen umsßeben.

Vertreterversammlung

des Deutschen Gastwirteoerbandes in kiel.

In Kiel fand die Vertreterversammlung des Deutschen Gastwirteverbandes statt. Präsident G o e r k e betonte, daß der Deutsche Gastwirteverband nach 60jährigem Bestehen vor der entscheidenden Aufgabe stehe, unter Aenderung seines Namens und feiner Satzungen den Reichs­einheitsverband des deutschen Gaststättengewerbes zu bilden. Der Jahres- und Kassenbericht und der Bericht der Kassenprüfer wurden ohne Aussprache angenommen und der Geschäfts- und Kassenführung Entlastung erteilt. Präsident Goerke sprach dem bisherigen Gastwirteverband seine Anerkennung

für die vorbildliche Geschäftsführung aus. Die infolge der Gründung des Reichseinheitsver­bandes erforderlichen Satzungsänderungen fände» einstimmige Annahme. Die entscheidende Neuord­nung bringt der Paragraph 1 der Satzungen mit folgender Fassung:Der in das Vereinsregister beim Amtsgericht Berlin-Mitte eingetragene Gast- wirteverbanü führt in Zukunft den NamenReichs- einheitsverband des deutschen Gaststätten- und Fremdenverkehrs-Gewerbes e. V. mit dem Sitz in Berlin". 3m § 2 heißt es u. a.:Der Zweck des Verbandes ist die einheitliche Vertretung der ge­samten Standes- und Berufsbelange Des Gast- ftättengeroerbes in Groß-Deutschland . Zum ersten Präsidenten wurde Hermann Goerke gewählt. Es wurde beschlossen, den nächsten deutschen Gast­wirtetag 1934 in Danzig abzuhalten.

Schwerer Korruptionsfall in Hannover.

Wegen verschiedener zu beanstandender Vor­gänge in der Geschäftsführung bei den Ueberlanb» werken und Straßenbahnen Hannovers wurde, wie der NS.-Nachrichtendienst berichtet, der Direktor Schmude fest genommen. Die Ermittlungen ergaben, daß Direktor Schmude durch verschiedene Machenschaften sein Gehalt von ursprünglich 20 000 auf 80 000 Mark erhöht hat und daß für die beiden Direktoren des Unternehmens eine Ka- pitalversicherung von 200 000 Mark abgeschlossen wurde, die für den Fall des Ausscheidens zu drei- oiertel zur Auszahlung kommen sollten. Die beiden Direktoren haben sich ferner die zur Ausschüttung gelangende Dividende in Höhe von 10 000 Mark als zinsloses Darlehen vorstrecken lassen. Direktor Schmude war früher demokratischer Stadtrat in Frankfurt.

vor Schreck die Sprache verloren.

Ein 19jähriges Mädchen befuhr mit feinem Fahr­rad die Schönfelder Straße in Kassel, als plötzlich aus einer Großgarage ein Kraftwagen gefahren kam. Sie erschrak so heftig, daß sie mit ihrem Rad zu Fall kam, wobei sie allerdings nur geringe Verletzungen erlitt, doch wirkte der Schrecken auf das Nervensystem so stark, daß sie die S p r a ch e verlor.

und eine Reform von Lehre und Berufs- schule müsse ein enges Verhältnis beider schaffen, so daß fachliche und menschliche Ausbildung e i n geschlossenes Ganzes bilden. Beides müsse durch ein einheitliches Gesetz geregelt werden, Lehre und Berufsschule.

Oie Krauen räumen die Arbeitsplätze.

Berlin, 8. Sept. (Vdz.) Das planmäßige Be­streben der nationalsozialistischen Regierung, die Arbeitsplätze mehr als bisher den männlichen Kräften zu überlassen, damit die Frauen auf die ihnen vorbehaltenen natürlichen Gebiete zurück- geführt werden können, erzielt bereits jetzt einen beachtlichen Fortschritt. Die maßgebenden Stellen haben nämlich gemeldet, daß der A n t e i I der Männer an Der noch vorhandenen Gesamtzahl der Arbeitslosen im Vergleich mit dem der Frauen stark zurückgegangen ist. Während der Anteil der weiblichen Kräfte an der Arbeitslosigkeit beim Höchststände vom Februar d. I. noch 18,7 betrug, ist er Ende August auf 2 0,3 gestiegen. Die Entlastung in der Arbeitslosig­keit war also bei den Männern wesentlich ft ä r f e r als bei den Frauen. Dabei umfaßt diese gesunde Entwicklung vor allem den Zeitraum, tn dem eine besondere amtliche Förderung der Mehr- anftellung männlicher Kräfte, etwa durch die Ehe­standsdarlehen usw., noch nicht wirksam geworden war.

Große Kundgebung der Postbeamten.

Berlin, 8. Sept. (CNB.) Die Reichsfachgruppe Post im Deutschen Beamtenbund, die ü b e r 260 000 Postbeamte und »beamtinnen vereinigt, hielt in Berlin ihre erste Arbeitstagung mit den Bezirksfachgruppenleitern ab. Die Tagung, d:e von etwa 150 Vertretern aus dem Reich und dem Saargebiet sowie aus Danzig beschickt war, wurde eröffnet vom Reichsfachgruppenleiter Schneider, der u. a. hervorhob, daß die nun- mehr organisatorisch geeinte Poftbeamtenschaft sich der hohen und besonderen Pflichten, die ihr im neuen Staate obliegen, stolz bewußt sei. So werde auch die Arbeit der Reichsfachgruppe Post abgeftellt sein auf das große Ganze und werde zuerst und vor allem Dien st am Volkeund am Staate sein.

Der Stellvertreter des Reichsfachgruppenleiters, Postschaffner R e i ch a r d t führte aus, daß gerade die Beamtenschaft, die mitten ins Volk hineingestellt sei, den übrigen Volksgenossen bie Volksge­meinschaft praktisch Vorleben müsse. Stellvertreter des Reichsfachgruppenleiters, Post- direktor F l a n z e , wies darauf hin, daß Dolks- kanzler Adolf Hitler den Beamten als Untergebe­ner im Wellkrieg und Führer in der Jetztzeit Das beste Vorbild für Pflichterfüllung im Sinne der Volksgemeinschaft sei. Das Hauptreferat der Arbeitstagung hielt der Leiter der Organisa­tionsabteilung der Reichsfachgruppe, Poftrat Alt- vater, der in längeren programmatischen Aus­führungen zur orgamfationspolitifchen Lage sprach.

Am Abend fand im Sportpalast eine große Kundgebung statt, die einen Massenbesuch aufzu­weisen hatte. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich auch Amtsgenossen aus Danzig und dem Saargebiet. Der Reichsfachgruppenleiter und Mitglied des Viererrates im Deutschen Beamten­bund, Oberpostinspektor Schneider unterstrich die Kameradschaft der Postbeamten mit allen übrigen Beamten, die Berufskameradschaft untereinander und den Willen zur Beseitigung von Standesdünkel und zur Abkehr von Klassen-, Laufbahn- und Wirt- schaftsinteressen. Der Nürnberger Parteitag habe bewiesen, in welchem Umfange der Nationalsozialis­mus Inhalt des deutschen Lebens geworden sei. Nichts bleibe von ihm unberührt, am wenigsten die Beamtenschaft, auf die die Grundsätze der na= tionalsozialistrschen Bewegung anzuwenden seien.

Der Führer des Deutschen Beamtenbundes und Leiter der Beamtenabteilung, Neef, kennzeichnete die vielseitigen und großen Aufgaben, die der Beamtenschaft im neuen Staat narren. Er sei als Führer der Beamtenschaft glücklich, daß die

Beamten in so hingebender Weise dem Ruf des Volkskanzlers gefolgt feien und allein für bie Spenbe zur Förderung der natio­nalen Arbeit bis einschließlich März nächsten Jahres einen Betrag von 15 Millionen Mark freiwillig sichergeftellt hätten.

Dr. Zimdars überbrachte bie Grüße bes Reichspostminifters.

Dr. d o n ß e e r 5, ber Bunbesfchulungsleiter bes Nationalsozialistischen Deutschen Stubentenbunbes, wies darauf hin, baß in ber Deutschen Reichspost bie Grundsätze der ß e i ft u n g , Genauigkeit und Schnelligkeit von ieher richtungweisend gewesen seien. Mancher Geldbriesträger habe für fremdes Eigentum in seiner Kasse lieber den Tod durch Räuberhand erlitten, als es an unrechte Hände herauszugeben. Das Beispiel der Reicbspoft widerlege die Behauptung, als ob die Füyrung auch großer Betriebe durch Beamte der Führung durch die private ßeitung unterlegen wäre.

Kleine politische Nachrichten.

Reichskanzler Adolf Hitler empfing Freitag den Reichsernährungsminifter Darrs, Ministerpräsident G r a n z o w , die Staatsräte Meinberg und Pappe, sowie die Herren Dr. R e i s ch l e und von Zeppelin zu einer Be­sprechung über aktuelle agrarpolitische Fragen.

Der Reichsanzeiger veröffentlicht eine Aenderung der Ausführungsvorschriften zur Verordnung über den Freiwilligen Arbeitsdienst. Danach wird im § 6 neu festgesetzt, daß als Förderung für den Arbeitsdienstwilligen ein Betrag von höchstens 2.14 M k. kalendertäglich bis zur Dauer von 5 2 Wochen innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren gewährt wird. Für Personen des Führer - und Verwaltung s-

ft a m m e s kann die Förderungsdauer über die vorgesehene Grenze hinaus verlängert werden.

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Der ehemalige italienische Korporationsminister B o 11 a i und Der Führer der Deutschen Arbeits­front, Staatsrat Dr. Ley, trafen in Hamburg ein. Die Gäste begaben fidj ins Rathaus zu einem Besuch beim regierenden Bürgermeister und beim Reichsstatthalter. Anschließend fand ein Empfang beim Senat statt.

Am Montag wird der schweizerische Bundesrat Stucky nach Berlin kommen, um Vorverhandlun­gen wegen ber späteren deutsch-schweize­rischen Handelsvertragsoerhandlun- g e n zu führen.

In einem Schreiben an bie Mitglieber ber Welt­wirtschaftskonferenz teilt der Generalsekretär des Völkerbundes mit, daß nach Holland nun auch Irland fick ab 24. September von dem auf der ßonboner Weltwirtschaftskonferenz beschlossenen Zollwaffenstillstandsabkommen zurückzieht und ferner, daß bie dänische Regierung sich Das Recht vorbehält, die notwendigen Maßnahmen zur Wahrung der ßebensintereffen Dänemarks auf wirtschaftlichem Gebiete ergreifen zu können.

Vertreter des Handels und ber Industrie von Lettland, Estland und Litauen traten in Riga zur 4. Wirtschaftskonferenz der baltischen Staaten zusammen. Den Gegenstand der Beratun­gen bildet vor allein eine möglichst enge Zusammen­arbeit der drei Länder auf dem Gebiete der Wirt­schaft, der Währungspolitik, ber Kreditbeschaffung und ber Schiffahrt.

vivant bis zum jugendlichen Komiker Heinrich Albert M a r tf 5 vom Stadttheater Bonn gewonnen, ber feinen bereits mit Oberhausen abgeschlossenen Ver­trag löste, um zu Intendant König nach Gießen zu kommen. Curt Peter Hamel verließ uns, um nach Köln zu gehen. Für ihn, bas ausgesprochen jugenbliche Fach, kommt Peter S ch o r m, Der früher dem Schauspielhaus Rheydt als Mitglied angehörte und dann mehrere Jahre an der Wests.- Ostfriesischen Wanderbühne wirkte. Wegen Besetzung des Fachs des ausgeschiedenen Mitgliedes Karl Bruck schweben noch Verhandlungen.

Die Intendanz ist bemüht, die durch Fortgang entstandenen Lücken so auszufüllen, daß jedes der neuen Mitglieder als Bindeglied im Räderwerk des Ensembles die erhalten gebliebenen Mitglieder vervollständigt, um somit einen organisch abge- stimmten Spielkörper zu schaffen, der unter Füh­rung des Spielleiters ein bewegliches Instrument wird, Dichterworte zu beleben.

Dem Verständnis der Theaterdeputation ist es zu danken, daß der Intendant imstande war, ein wenn auch noch kleines, so doch eigenes Orchester 3U schaffen, das durch Hinzuziehung Gießener Berufsmusiker feine Verstärkung erfährt, so daß auch der Klangkörper der Operette und der geplan­ten kleinen Spieloper eine sorgsame Pflege erfährt.

Kleine Bosheiten in LlGA.

Ausgeschnitten aus amerikanischen Zeitungen.

Schlimm ist eine Frau, die kochen kann und es nicht tut. Aber noch viel schlimmer ist diejenige, die nicht kochen kann und es dennoch tut

Es gibt zwei Arten von Schriftstellern. Solche, die durch bi« Bücher berühmt geworben sind, bie sie geschrieben haben, und solche, die durch die Bücher berühmt geworden sind, die sie nicht hätten schrei- ben dürfen.

Ueber die Frage, wie man einen Patienten retten soll, so lange der Doktor noch nicht da ist, wurde viel geschrieben. Diel interessanter wäre bie Frage, chie ber Doktor zu retten ist, wenn sich keine Pa- tienten bei ihm einfinben.

Ein Optimist ist ein Mann, ber seiner Frau em Auto verspricht unb sich einbildet, sie wird sich em Kleinauto aussuchen.

Ach, bie neuen Siedlungshäuser! In dem meines Freundes kann der Hund wegen Raummangels mit dem Schwanz nur von oben nach unten wedeln.

Der einzig« Unterschied zwischen einem mittel­alterlichen Seeräuber und einem Chikagoer Börsen­schieber ist ber, baß der mittelalterliche Seeräuber tot ist

Ein Mann ist so alt wie er sich fühlt, eine Frau dagegen so all wie die Photographie, die vor zwan­zig Jahren von ihr gemacht wurde.

Höflichkeit ist ein Luftkissen nichts darin, aber ganz angenehm.

Eine Mutter braucht zwanzig Jahr«, um aus ihrem Jungen einen Mann zu machen. Und bann kommt eine andere Frau, die aus dem Mann in zwanzig Minuten einen Narren macht.

Auch heutzutage hat bei uns jedes Mädchen das Gefühl, daß sie ein ungeheures Blutvergießen ver­ursachen könnte, wenn Duelle noch in ber Mobe wären.

Diele Männer mögen fähig sein, vernünftig« Lie­besbriefe zu schreiben, aber bis jetzt ist ber Fall noch nicht eingetreten.

Wer sich bas Rauchen abgewöhnen will, lasse feine Frau bie Zigarren jür sich kaufen.

Da kommen neuerbings Leute daher, di« behaup­ten, man könne neunzig Jahre alt werden, wenn man von Wasser unb Haselnüssen lebe. Wir haben es versucht unb wirklich, nach drei Tagen fühlten wir uns schon wie neunzig.

Suppe unb Kinder sollte man sehen und nicht hören.

Die amerikanische Psychologie ist eine Wissen­schaft. Sie lehrt Dinge, die jebes Kind weiß, in Ausdrücken, die kein Mensch versteht.

Zeitschriften.

Das Braune Haus in München schildert im ersten Heft des neuen (78.) Jahrgangs von We- ftermanns Monatsheften A. Dresler Re­ferent der Reichspressestelle der NSDAP. Die Ab- Handlung ist von 6 Abbildungen begleitet, so daß jeder Leser einen guten Einblick in bas berühmte Braune Haus erhält. In Hitlers Geburtsland führt

ein Aufsatz von Hermann Ebers, der mit 10 Aqua­rellen des Verfassers geschmückt ist. Wilfrid Bade, Regierungsrat im Reichsministerium für Volksauf­klärung und Propaganda, bringt eine Abhandlung überStaat und Schrifttum". Von weiteren Ab­handlungen in dieser reichhaltigen Nummer erwäh­nen wir ferner den AufsatzDie Hitler-Jugend" von Dr. Rich. K. Ganzer, bie Liliencron - Novelle von Hans Henning Freiherrn GroteDichter und Tod", Mithras, Wodan, Christus" von Professor Dr. Friedr. Behn,Aus dumpfen Gängen in sonnige Gärten" von Professor Dr. Rud. Schmidt (mit 13 Abbildungen),Shadow" Novelle von Ernst Zahn undDie Ergänzung in ben Ehen berühmter Män­ner" von Bernhard Schultze-Naumburg. In die­sem Heft beginnt auch der neue Roman von Robert HohlbaumStein / Der Roman eines Führers" zu erscheinen. Eine große Anzahl ein- und mehrfar­bige Bildwiedergaben, schmücken außerdem das Heft.

Hochscbulnacbncbten.

Der Jenenser Extraordinarius Professor Dr. Ernst Brill wurde mit Wirkung ab 1. Oktober 311m Ordinarius für Dermatologie und zUm Direk­tor der Universitäts-Hautklinik in R 0 st 0 ck ernannt. Dr Brill stammt aus Darmstadt; er machte ben Weltkrieg als Feldhilfsarzt mit, war Assistent und Oberarzt bei Professor Spieth 0 ff an der sjenaer Hautklinik, erhielt dort die venia legendi und 1930 die Ernennung zum außerordentlichen Professor.

Dem bekannten Philosophen Professor Dr. Mar­tin H e idegger, dem derzeitigen Rektor der Uni­versität Freiburg, ist vom preußischen Kultus- ministerium der philosophische Lehrstuhl der Uni- versität Berlin angeboten worden. Heidegger hat, wie man sich erinnern wird, vor einigen Jahren be­reits eine Berufung nach Berlin abgelehnt.

Der bekannte Hallenser Theologe Geheimer Konsistorialrat Professor D. Dr. Paul Feine ist im Alter von 74 Jahren gest 0 rben. Feine ist 1859 in Golmsdorf bei Jena geboren, wurde 1893 Priocttdozent in Göttingen, ein Jahr später Ordina­rius in Wien unb lehrte feit 1910 an ber Univer­sität Halle. Sein Hauptarbeitsgebiet war bas Neu« Testament. Don seinen Arbeiten seien hier genannt Theologie des Neuen Testaments",Kirche und Staat",Das Wunder im Neuen Testament",Der Romerbrief",Luther und di« Bibel".

Der Münchener Ordinarius für Völkerkunde Asiens, Professor Dr. Lucian Sdjerman ist unter Anerkennung seiner vorzüglichen Dienstleistung in ben dauernden Ruhestand versetzt worden.

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