ben ihren Zug über die Westküste Frankreichs und nicht über die Alpen nehmen, und daß z. B- der Kuckuck zuerst östlich nach Deutschland und dann erst über Italien und das Mittelmeer nach Afrika fliegt. Das Oxforder Institut soll diese Beringung für Großbritannien organisieren und die Ergebnisse einheitlich auswerten. 1909 wurden 2171 Vögel beringt und 1932 die bisherige Rekordziffer von 30593 erreicht, womit die Endsumme auf 347548 gebracht wurde.
Das kommt davon!
In einem Londoner Autobus fuhr eine Dame mit einem kleinen Jungen. Als der Schaffner kassieren wollte, erklärte die Dame, der Knabe sei noch nicht drei Jahre alt. Der Schaffner glaubte es zwar nicht, ließ den Jungen aber ohne Fahrschein fahren. Ein paar Haltestellen weiter muhte der Wagen stark bremsen, der Knabe fiel vom Sitz und brach ein Bein. Die Mutter verlangte Schadenersatz, wurde vom Gericht aber abgewiesen, weil Schadenersatzansprüche nur von Personen geltend gemacht werden können, die einen Fahrschein gelöst haben. Jetzt drehte die Verkehrsgesellschaft den Spieß um und zeigte die Mutter des Knaben wegen Betruges an, denn aus den Prozeßakten war zu ersehen, daß der Knabe am Tage des Unfalls drei Jahre und fünf Monate alt war.
Wertvolle aliillyrische Gräberfunde.
Zur Erforschung der Kultur des alten illyrischen Volkes werden zur Zeit in Südslawien nach einem wohlberechneten Plan Ausgrabungen vorgenommen, die unter Leitung eines erfahrenen Forschers, des Professors Dulitsch von der Universität in Belgrad stehen. Der Erfolg dieser Ausgrabung ist äußerst beachtenswert. Es ist unter anderem gelungen, ein altillyrisches Grab aufzudecken, das offenbar einer Prinzessin als letzte Ruhestätte gedient hat. In dem Grabe fand man eine außergewöhnlich reichhaltige Sammlung hon Gebrauchsgegenständen aus Gold und Bronze, die mit einer Kunstfertigkeit hergestellt worden sind, wie man sie bisher in Grab- mälern des europäischen Kulturkreises noch nicht gefunden hat. So stieß man auf einen großen bronzenen Dreifuß, der mit Löwen- und Pferdeköpfen verziert ist. Auch ein paar goldene Sandalen von gleich wertvoller Verarbeitung konnten geborgen werden. Ein Skelett wurde in dem Grabe nicht vorgefunden. Man schätzt das Alter dieses Grabes auf etwa 2000 Jahre. Von dem Volk, das einen so hohen Kulturstand innegehabt hat, ist nichts geblieben. Die großen Gebiete des westlichen und nordwestlichen Balkans, die einst zu dem Königreich Illyrien gehörten, sind längst von slawischen Volksstämmen besiedelt worden. Mit der staatlichen Selbständigkeit der alten Illyrier war es allerdings schon früher vorbei; bereits im Jahre 300 vor Christo sind die wichtigsten Teile dieses Gebietes unter römische Herrschaft gekommen, womit auch gleichzeitig das Eindringen der latei
nischen Kultur und das Verschwinden der einheimischen Sitten und Gebräuche, darunter der alten ver- erbten Kunstfertigkeit und handwerklichen Geschicklichkeit. verbunden war, von deren erstaunliche Höhe die jetzt gefundenen Gegenstände beredtes Zeugnis ablegen.
Instandsetzung der Kaiharinenkirche in Oppenheim.
WSN. Oppenheim, 8. Sept. Die dringend notwendige Instandsetzung der Katharinenkirche beschäftigt schon länger die Oeffentlichkeit. Eine von Weingutsbesitzer Ernst Iungkenn in Oppenheim für den evangelischen Kirchenvorstand von Oppenheim ausgearbeitete Denkschrift hat weiten Kreisen von dem baulichen Zustand der Katharinenkirche und der lRotroenbig= leit einer durchgreifenden Instandsetzung Kenntnis gegeben. Durch die Zurverfügungstellung von Ar- eitsbeschaffungsdarleyen auch für Hochbauten ist die baldige Inangriffnahme der Jn- standsetzungsarbeiten in ein neues Stadium getreten. Es handelt sich darum, ob die Kirchengemeinde Oppenheim von dieser sich bietenden Möglichkeit der Kapitalbeschaffung Gebrauch machen soll oder nicht. Am 28. August fand deshalb in Oppenheim auf Veranlassung des Landeskirchenamts unter dem Vorsitz von Vizepräsident Dr. Dahlem eine Besprechung mit dem Kirchenvorstand Oppenheim über die Instandsetzung der Katharinenkirche statt. Nach eingehender Aussprache kam man zu dem Ergebnis, daß die Instandsetzung dieses edelsten evangelischen Kirchenbauwerks in Hessen zur Verhütung weiteren Schadens alsbald in Angriff genommen werden soll, und es soll, da die Beschaffung der erforderlichen Mittel auf andere Weise nicht gut möglich sein wird, ein Arbeitsbe- schaffungsoarlehen bei dem Reich beantragt werden.
ISjäforige Oienstmagd als Brandstifterin.
Darmstadt, 8. Sept. (WSN.) In der Scheune des Landwirts Wilhelm Wagner in Groß-Bieberau bei Dieburg entstand heute Feuer, das sich schnell auf die anschließende Nachbarscheune des Landwirts Schubkegel ausdehnte. In ganz kurzer Zeit standen auch das Wohnhaus Schubkegels und die Stallungen in Brand. Sämtliche vier Gebäude wurden ein Raub der Flammen, trotzdem die Wehren von Groß-Bieberau und Dieburg und die Kreismotorspritze in fieberhafter Tätigkeit eingriffen. Vieh und Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Scheunen waren jedoch mit neuer Ernte gefüllt und sind restlos ver- n i ch t e t worden. Den Bemühungen der Kriminalpolizei ist es bald gelungen, als Brandursache Brandstiftung festzustellen. Zunächst war der
Landhelfer Ludwig Hofrichter aus Darmstadt der Brandstiftung dringend verdächtig. Alsbald wurde jedoch die Dienstmagd des Landwirtes Wagner, die alle Schuld auf den Landhelfer Hofrichter abwälzen wollte und sich dabei in Widersprüche verwickelte, der Tat überführt. Gegen abend legte sie ein v o l l k o m m e n e s G e - st ä n d n i s ab. Sie hat dem Landhelfer Hof- r i ch t e r , mit dem sie nicht gut stand, eins a u s w i s ch e n wollen und deshalb legte sie den Brand an. Es handelt sich um die 18jährige Elisabeth Schwarz aus Darmstadt. Der Schaden an den Wohngebäuden ist zum größten Teil durch Versicherung gedeckt.
Wirtschaft.
Frankfurt schwächer.
Frankfurt a. M., 9. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Auch an der Wochenschlußbörse setzten sich die Abgaben in einigen Spezialgebieten fort, so daß die Allgemeintendenz erneut schwächer war, obwohl aus der Wirtschaft zahlreiche günstige Nachrichten Vorlagen, so ganz besonders die weitere Abnahme der Arbeitslosen um 207 000 in der zweiten Augusthälfte und neue Arbeitereinstellungen beim Stahlverein und der JG.-Farben-Jndustrie.
Bei der herrschenden Geschäftsstille infolge des Ordermangels und der Zurückhaltung der Kulisse fand das herauskommende Angebot nur zögernd und zu ermäßigten Kursen Aufnahme. Die durchschnittlichen Rückgäng betrugen 0,5 bis 1 v. H. Darüber hinaus gaben IG., Reichsbank, Siemens, Klöckner, Mannesmann und Zellstoff Waldhof bis zu 1,75 v. H. nach. Elektrische Lieferungen verloren sogar 3,5 v. H., Gesfürel 2,25 v. H. und Bemberg 2 d. H. Zement Heidelberg erschienen mit Minus- Zeichen. Leicht gebessert waren Scheideanstalt, Deutsche Erdöl und Harpener, während Akkumulatoren in Nachwirkung des Bilanzberichtes 3,75 v. H. gewannen.
Auch am Rentenmarkt bröckelten die Kurse weiter ab, wobei besonders späte Reichsschuldbuchforderungen mit minus 0,75 v. H. gedrückt waren. Altbesitz verloren 0,13 v. H. und gaben später weitere 0,25 v. H. nach, Stahlvereinbonds gingen um 1,13 v. H. zurück. Am Pfandbriefmarkt war die Haltung nicht ganz einheitlich. Von Goldpfandbriefen lagen Rheinische schwach und 1,13 o. H. niedriger, die übrigen zeigten Veränderungen von 0,25 v. H. nach beiden Seiten. Liquidationspfandbriefe und Kommunalobligationen gaben überwiegend von 0,5 bis 0,75 v. H. nach. Staats- und Stadtanleihen lagen ruhig, 6prozentige Reichsanleihen von 29 plus 0,25 o. H. Auslandrenten lagen geschäftslos und nur wenig verändert.
Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille zwar an, doch waren die Kurse kaum mehr schwächer. Man beobachtete in den Hauptwerten etwas Kursabschläge.
Gegen den Anfang ergaben sich teilweise Erholun. gen um 0,25 bis 0,50 v. H., denen jedoch noch weitere Rückgänge im gleichen Ausmaß gegenüber- standen. Zement Heidelberg kamen schließlich 2,5 v. H. schwächer zur Notiz. Späte Reichsschuldbuch, forderungen waren um 0,40 v. H. erholt, während Deutsche Anleihen wenig verändert waren. Tagesgeld stellte sich auf unverändert 3 o. H.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Samstag, 16. September, von 19 bis gegen 23.30 Uhr, Festvorstellung zur Eröffnung der neuen Spielzeit. Festakt. Hierauf Don Juan, Oper in 2 Akten von W. A. Mozart. — Sonntag, 17., von 18 bis 22.30 Uhr: Lohengrin.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, 10. September. 13. Sonntag nach Trinitatis.
Stadllirche. 8 Uhr: Pfarrassistent Dörsam; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- thäusgemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — Iohamies- kirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johcmneslaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrassistent Dörsam; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfarrassistent Dörsam. — Pclruskapelle. 9.45: Pfarrassistent Surfer; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrassistent Surfer. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Christenlehre. — Alten-Buseck. 13: Gottesdienst. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.15: Beichte; anschließend Gottesdienst und hl. Abendmahl. — Albach. 8.45. — Steinbach. 10.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 9. September.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, 10. September. 14. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht; 15: Versammlung der Jungfrauen- Kongregation.
Oeffenllicher Sonntagsdienst.
Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.
Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02.
Hauptpostamt: Beschrankter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.
Stadtpostamtr Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.
Sanitätskolonne: Telefon 2500.
Aerzte : Dr. Steinreich, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. med. deut. Haubach. Apotheke: Pelikanapotheke.
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Gießen (Goethestr. 23 p), Kiel, Chicago, Elberfeld, 9, Sept. 1933.
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Die Trauerfeier findet Montag, den 11. September 1933, nachmittags 1% Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt
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der Firma
Krahn & Co., Gießen
vom 11. bis 12. Septbr. 1933
in Gießen
5575D Frankfurter Straße 82
Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. September, nachm. 114 Uhr,
vom Trauerhause Lützellindener Straße 8 aus statt
Im Namen aller Hinterbliebenem
Karl Oswald.
Todes-Anzeige.
Nach kurzem schweren Leiden verschied gestern früh 8% Uhr
meine liebe Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Marie Oswald Witwe
geborene Völzel
Im Alter von 73 Jahren.
rür die wohltuenden Beweise liebevoller Teil
nahme. die uns beim Heimgange unserer lieben,
unvergeßlichen Entschlafenen
Fm Miij Scheid IF. Witwe, geb. Balser
zuteil wurden, sprechen wir hiermit unseren herzlichsten Dank aus.
Die trauernden HinterbUebenen.
Großen-Buseck, im September 1933.
Todesanzeige.
Heute entschlief sanft nach kurzer schwerer Krankheit unser lieber
Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager
Wilhelm Volk L, Schmied i. R
Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Familie Reinhold Volk
Familie Wilhelm Volk.
Klein-Linden, Treysa, den 8. September 1933.
Am 6. September entschlief sanft und unerwartet meine herzlich
geliebte, unvergeßliche Frau, meines Kindes liebevolle Mutter, unsere
teure Tochter, Schwester, Schwägerin, Schwiegertochter und Nichte
Ria Bürger, geb. Roth
im fast vollendeten 32. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Walter Bürger.
Gießen (Seltersweg 79), Neuyork, Gr.-Goltem, Frankfurt a. Main,
den 9. September 1933.
Die Beisetzung fand in aller Stille statt
wiesedr, den 9 September 1933.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. September, nachmittags
2 Uhr, vom Sterbehause Philosophenstraße 15 aus statt.
558) D


