Ausgabe 
9.9.1933 Erstes Blatt
 
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mttellandischen Rossen.

rd Benn, Der neue Staat l ektuellen. 168 Seiten Oktav. . broschiert 2,50 Mk. Deutsche Ser« ütgart und Berlin. - (251.) -

seit 1932 Mitglied der Dichter- ß einer alten brandenburgischen > legt hier ein Bekenntnis )um d seinen Zielen ab und begründet in das andere Lager" - das |ür . es" Log.r war, sondern das ihm hat die .Linke" ihn zu den Ihren , weit sie die weltanschaulichen er literarifäen Arbeiten übersah: jette er immer in bem gleiten s erneuerte fieutfälanb In feinen rjett. Sein Setenntnie ju ifjm nfer den Angehörigen der beut« schichten,» die schon seinen e Bestätigung sein, denen sedoch, ein Mobnrus zur Besinnung und ; überlebter und überholter An-

;T Arbeit. Der erste 1. MI im jchland. ^erausgegeben von Pros, tz und Waller Witzei. Mit 38 Erschienen in der Sammlung »Das and C 101. 1Z Mk. Fredebeiü 8-

Essen. - (158.) - 2n zahlreichen men, in einem äußerst lebendimn er denkwürdige erfte geiejc|J eit an uns vorüber. Die Höhepunkte iie freier der Jugend im Lustgarten, den Städten, die Kundgebung aus ser Feld, das Rielenieuerwert. d Ansprache Görings - sind benso

Seginn des ^agesal)nen on morgens im , und festlich geschmucken ifmarsch der Sta t & nkhörer - Silber

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Kart«'

Kunst und Wiffenschast

Buntes Allerlei

schau gelten. Dies kam besonders zmn Ausdruck in I der Rede des Führers des Bundes Deutscher Osten, I Dr. F. Luedtke, über das ThemaNeuaufbau der deutschen Ostarbeit". Dr. Luedtke führte u. a. aus, wir befinden uns hier in Ostpreußen auf ur­altem Boden germanischen und deutschen Kampfes. In der Gegenwart ist eine symbolische Wieder­holung des alten Kolonisationszuges aus dem Westen in der Sendung des ostprcußischen Oberprä­sidenten und Gauleiters Koch nach Ostpreußen zu erblicken. Einen Empiangsabend gab die Stadt Königsberg mit einem Programm ostpreußifcher Musik. Aus den Vorträgen seien herausgegriffen der des Museumsdirektors Prof. Dr. K e y f e r (Danzig) über die völkische Geschichtsauffassung, von Dr. Pe­tersen (Breslau) über die Frühgeschichte der Ost- germanen und von Dr. La Baume (DanZkg) über die Frühgeschichte des Weichsellondes. Museums- direktor Dr. Gaerte (Königsberg) sprach über die Wikinger in Ostpreußen. Prof Dr. Plotzhoff (Frankfurt) sprach überDie Türken vor Wien" und widerlegte die polnische Entstellung, als ob es gerade die Polen gewesen seien, denen die Rettung Wiens zu verdanken war. Zu erwähnen ist noch ein Besuch in dem ostpreußischen Heimat-Freilicht­museum in Königsberg. Hier machte Dr. Luedtke Ausführungen über die Bestrebungen, die Volks­kunde nicht nur als Wissenschaft zu werten, sondern sie als Lebensausdruck in alle Bevölkerungskreise bringen zu lassen

boren. Gegen den Willen seiner Familie ging er zum Theater. Seine Bühnenlaufbahn begann mit einer Reche von entmutigenden Mißerfolgen. Erst Barnowsky in Berlin entdeckte, daß Adalbert für die klassischen Liebhaberrollen, die man ihm dau­ernd zu spielen gab, nicht geeignet fei; Barnowsky erkannte seine ausgesprochen komische Begabung. Adalbert bildete sich mit trockenem Witz und oft oer- blüfsender Improvisation bald einen eigenen Rollen- stil aus und wurde zum Liebling des Berliner Thea­terpublikums; zugleich aber war ihm damit auch der Weg zum seriösen Komiker völlig verbaut. Sein College Crampton" war z. B. bezeichnenderweise eine Enttäuschung die stärksten Erfolge hatte er in Stücken wieKlubleute",Selige Exzellenz",Das Ekel" undMüllers". Adalbert hat übrigens, wie man sich erinnern wird, auch in Gießen zwei Gast­spiele gegeben.

Tagung der deutschen Geschichts- und Altertums- oereine in Königsberg.

In Verbindung mit dem 24. Deutschen Archiotag und der Konferenz landesaeschichtlicher Publikations­institute tagte in Königsberg der Gesomtver- band der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine. Die Tagung konnte als eine Antwort auf den Historikerkongreß in War-

Das Theater Im Dritten Reich-

Unter diefem Motto veranstaltete der Kamp f bund für deutsche Kultur auf dem Frank­furter Römerberg eine Kundgebung, die auf die Bedeutung des deutschen Theaters im neuen Reiche Hinweisen sollte. In den Ansprachen des Frecherrn v o n H o l z h a u s e n und Arno S t e i n e r t s kam die Notwendigkeit der Pflege deutscher Kultur Aum Ausdruck, aus der heraus allein der Weg aus dem Niedergang wieder gefunden werden könne Es fei endgültig vorbei mit jener artfremden Pseudokunst, die unser gesamtes kulturelles Leben vergiftete. Deutsche Kunst müsie wieder an den deutschen Theatern gezeigt werden. Um seine Ausgabe aber richtig erfüllen zu können, müsse das Theater wie- der Volkstheater werden und nicht nur für eine kleine Schicht Begüterter reserviert sein. Dieses $iel werde unter nationalsozialistischer Führung erreicht werden. Jeder Volksgenosse müsse in die Lage ge- setzt werden, das Theater zu besuchen und die Werke der deutschen Künstler zu erleben. Darbie­tungen des NS.-Chores und der Kapelle der Standarte 81 umrahmten die Kundgebung, in de- ren Verlauf die Aufführung eines SingspielsDie deutschen Stämme", das in ein Treuegelöbnis für den Führer ausklang, die enge Verbundenheit des neuen Theaters mit allen Volksschichten und der Landschaft zum Ausdruck brachte. Das Horst-Wessel- Lied und ein Sieg-Heil aus den Führer Adolf Hitler beendete Die Werbekundgebung für die Frankfurter Theater.

Feierliche (Eröffnung der Darmstädter Spielzeit 1933/34.

Mit der am Sonntag stattfindenden Vorstellung derW a l k ü r e" von Richard Wagner beginnt die neue Spielzeit des Hessischen Landestheaters. Diese Vorstellung bezeichnet gewissermaßen den Wendepunkt der künstlerischen Linie des Landes­theaters. Dieser Spielplan ist nicht behindert wie es bei dem letzten der Fall war, durch die nur schwer zu ändernden Pläne der früheren Herren des Thea- ters, sondern nach ernster Prüfung der eignen Kraft und der gegebenen Möglichkeiten von den neuen verantwortlichen Führern des Theaters aufgestellt. Er soll und wird dem Volk beste deutsche K u n st geben und wird so der Anstoß baxu sein, daß das Volk auch dem Theater wieder gibt, was des Theaters ist. Die Kunst gehört dem Volk, aber das Volk wird und muß auch wieder der Kunst gehören. Das Hessische Landestheater genießt in ganz Deutschland einen besonderen Ruf und steht mit an der Spitze unter den Kulturstätten des Rhein-Main-Gebietes, des Gaues Hessen-Nassau. In diesem an geschichtlichen und künstlerischen Tra­ditionen so reichen Kulturgebiet regt sich 'w Zuge der nationalsozialistischen Revolution neues Leben. Der neue Aufschwung fand einen besonderen Freund und Förderer in dem Führer des Gaues Hessen-Nassau, dem Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, der schon mehrfach seine Verbunden­heit mit diesen Bestrebungen bekundet hat. Wie jetzt bekannt wird, besucht der Gauleiter die Vor- stellung derWalküre" am Sonntagabend.

Der Schauspieler Max Adalbert f.

Der bekannte Berliner Schauspieler Max Adal­bert ist im Alter von 48 Jahren in einem Munche- ner Hotel an Nierenerweiterung und Lungenentzün- düng gestorben Er war in den Münchener Karnrnerspielen im Schauspielhaus aufgetreten und hatte noch wenige Tage zuvor mit hohem Fieber gespielt. Adalbert entstammt einer alten preußi­schen Offiziersfamilie; er wurde 1885 in Danzig ge-

Gondel Dämmerung.

Schon oft ist in Venedig ein beweglicher Nach­ruf auf die Gondel angestimmt worden, dieses Wahrzeichen der Lagunen-Königin, und stets haben die alten Gondoliers entrüstet Einspruch erhoben, in dem sie erklärten, Venedig sei un­denkbar ohne seine Gondeln, und diese müßten erhalten bleiben. Aber trotzdem bricht die Gondel-Dämmerung" doch immer tiefer herein, I und wir werden uns doch auf ein Aussterben dieses von Sage, Dichtung und Kunst umwobenen seltsamen Fahrzeuges gefaßt machen müssen. Blickt man in jene altertümlichenSquri", wie die Höfe genannt wurden, in denen die Gondeln nach einem venezianischen Sprichwortmit Liebe und Gefühl" gebaut werden, so findet man die meisten verwaist. 19 Gondelwcrkstätten haben ihren Betrieb eingestellt, und unter diesen die berühmtesten Firmen. Man hört nicht mehr die Namen der Panzera, Casal, Pensa, Cosmi, Amadi usw., die als Meister des Gondelbaues gefeiert waren Eine Gondel van ihrer Hand war ein Stolz für den Besitzer, denn die be­sondere Eleganz der Linien gab ihm das Recht, mit der Schönheit dieser Gondel vor dem andern zu prunken. Nun sind von den besten Gondel- Werkstätten nur nach zwei oder drei übrig ge­blieben. Die Geschäfte bei ihnen gehen sehr schlecht. So erzählte einer kürzlich, er habe noch vor einem Jahrzehnt durchschnittlich 30 Gondeln im Jahr fertiggestellt, aber seitdem seien die Qlufträgäge immer spärlicher geworden, und im vergangenen Jahre habe er nur noch einen einzigen Auftrag gehabt und in diesem Jahr überhaupt keinen. Die Romantiker, die die stille, stimmungsvalle Gondel dem lärmenden häßlichen Motorboot varziehen, begnügen sich mit den bereits vorhandenen Schiffen; anstatt neue Gon­deln zu bestellen, kaufen sie eine alte. Daher sind über Gondel und Gondolier trübe Tage

hereingebrachen, und doch ist dieses echt venezia­nisches Vergnügen so billig: für 5 Lire pro Tag kann man eine Gondel mieten und für 15 weitere Lire auch einen Gondolier. Dieser bietet sich auch als Diener an, wird mit weihen Handschuhen bei Tisch servieren, wenn man es verlangt, macht seine alten höflichen Verbeugungen, und wer sich ihm anvertraut, der kann sich Wohl zurückträumen in die Tage Casanovas oder Lord Dhrons ...

B. S.

Das Ende eines Räuberhauptmanns.

Wie aus Khartum berichtet wird, ist dort ein Bericht des Gouverneurs der Provinz Darfur im anglo-ägyptischen Sudan eingetroffen, nach dem der berüchtigte Räuberhauptmann Aramai Gangoi tot ist. Eine romantische Episode, die in den einsamen Weiten der libyschen Wüste spielt, findet damit ihr Ende. Jahre hindurch war Gongoi mit seiner Bande, die aus einigen Mitgliedern des Gorran-Slammes, dem er auch angehörte, und einige Fezzani, die von den Italienern aus Rufra vertrieben worden waren, bestand eine ständige Gefahr für alle, die das un­wirtliche Gebiet betreten muhten, das an den Gren­zen zwischen Tripolis, Wadai und dem Sudan liegt. Gongoi benutzte als Schlupfwinkel die enfernteften Oasen der libyschen Wüste und unternahm von dort eine giotze Anzahl erfolgreicher Ueberfälle auf die Salzlarawanen und auf die Nomadenstämme, die im nördlichen Darfur und im lranzösischen Wadai ihr Lager aufschlugen. Sein VornameAramai", der so Diel bedeutet wieDer. der feinen Mann tö­tet, zeigte bereits die Gefährlichkeit des Führers an, der seinem NamenEhre' machte und viele Morde auf Dem Gewissen hatte. Trotz Der bereinig­ten Anstrengungen Der SuDan-Regierung unD der französischen Verwaltung von Wadai, die die Räu­ber mit Panzerkraftwagen und Flugzeugen verfolg­ten, gelang es nicht, der Bande habhaft zu werden und ihre Schlupfwinkel aufzustöbern. Wie jetzt be­kannt wird, forderten im Frühjahr dieses Jahres

die Fezzani Den Teil Der Beute, der ihnen zukonnnT. Bei der Verteilung entstand ein Streit, bei dem Gongoi nebst anderen Mitgliedern der Bande ge­tötet wurde. Die MeberlebtnDen find, des Führer- beraubt, zum Teil geflüchtet ; einige haben sich auch dem französischen Posten in Fada ergeben.

Englische Dogelsorschung.

Eines der wichtigsten Ereignifle der Weltkonfe­renz der Dogelkundigen, die im nächsten Jahr un­ter Dem Vorsitz von Dr. E- Etresemann (Berlin) in Oxford stattfinden wird, wird Die Gründung des Oxforder Ornithologischen Instituts sein, durch das die Vogelkunde Englands zum ersten Male eine wirksame Stätte ihrer Forschungen und eine einheit­liche Organisation erhalten wird- Der internationale Ornithologenkongreh wird eine einmalige Summe von 8000 Pfund für Oie ersten fünf Jahre bereit­stellen, und während dieser Zeit soll die dauernde Grundlage für das Weiterbestehen des Institutes geschahen werden. Man will vor allem Vogelfreunde zur Mitarbeit aufruten und ihre außerordentlich wertvollen Erfahrungen systematisch verwerten. Die berühmte deutsche Vogelwarte Rositten auf der kurischen Nehrung, Die im GtuDium Der Vogel- wanDerung fo bahnbrechende Ergebnisse erzielt hat. soll als Vorbild Der Arbeiten in Oxsort Dienen. Die erste Hauptaufgabe wirD eine grünDlich und einheitlich bor&creitetc Vogelzählung für Groh- britannien sein, für Die Der erste Schritt bereits mit Der erfolgreichen Zählung Der Reiher im Bereich Der britischen Inseln 1928 gemacht worben ist. Dazu wirb Das Land in viele Bezirke emgeteilt, von Denen jcDet einem zuverlässigen Vogelwächter unterstellt ist. Auf Diese Weise hofft man, Die Gesamtzahl Der Vogel in Grohbritannien, Die auf einige 80Millionen geschäht wirD, mit weitgehenDer Zuverlässigkeit fest- steilen zu können. Die ersten Spezialuntersuchungen werben Der Saatkrähe gelten, über Die schon Zäh­lungen in Chesire unD Midland^ vorliegen. An Die­sem Vogel finD bereits zu allen Jahreszeiten, an einer großen Zahl von Orten unD unter Den oer* schieDenartigsten BeDingungen, Kropfuniersuchungen borgenommen worDen, Die einzige wissenschaftlich einroanDfreie Möglichkeit, um Den Ruhen, bzw. Die Schädlichkeit Der Vögel für Die LanDwirtschast sest- zustellen. Die Nahrung Der Raubbögel soll in glei­cher Weise untersucht toerDen. Die Forschungen von Dr. E. W. Collinge bom Museum in Vork haben wichtige Aufschlüsse Darüber ergeben, welche Vogel als Zerstörer bon ErnteschäDlingen nützliche Dienste leisteten- Die Nahrung vieler Vogel, wie Der Bach­stelzen, Pieper, Schwalben unD Fliegenschnäpper, besteht zu fast 1OO Prozent aus Insekten, während Die anDeret Vogel weit geringere Prozentsätze auf- weisen, z. B nach Den ausgeDehnten Kroplunter- suchungen von Dr. Collinge; Nachtschwalbe 88 Proz., Kuckuck 83 Prozent, Blaumeise 78 Prozent, Kohl­meise 66,5 Prozent, Kibih 60 Prozent, Rotkehlchen 39,5 Prozent, Feldlerche 35,5 Prozent, Misteldrossel 30,5 Prozent. Vielleicht das Interessanteste sind Die Beobachtungen Der Vogelwanderungen. An einem Bein Der Tiere werden nach dem Rosittener Ver­fahren kleine Aluminiumringe befestigt, auf Denen eine Nummer fotoie Ort unD Tag Der Beringung eingraviert toerDen, so Daß bei WieDerfang Ortsver- änDerungen unter Berücksichtigung Des Zeitpunktes jeDerzeit festgestellt toerDen können. Aus Der Summe solcher Einzelbeobachtungen ergeben sich zuverlässig Die WanDergetoohnheiten Der verschiedenen Vogel- arten, und aus ihren Veränderungen können wich­tige Rückschlüsse auf klimatische Vorgänge gezogen werden, so daß diese Arbeit auch Der WetterkunDe zu Gute kommt- So sind in Cumberland beringte Regenpfeifer in Kanada aufgefunben worben; hun- berie von Schwalben, bie in England beringt wur­den, haben nachweislich in Südafrika überwintert. Es hat sich herausgestellt, bah bie englischen Schwal-

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