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Hessische Geschichte
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verhalten sich zum „Stunden-Buch" ähnlich wie die trachtung, Briefreche (von der wir oben den vorläufig letzten Zeit und
aus der Zeit Notwendige.
denen einer wirklich geschrieben wurde, der andere nur erdacht ist, gehören innerlich zusammen und
Wagen, der !
Mannschaften in ihren Trachten,
rikers Prof. Dr. Fritz Ta eg er über das römische Germanien und die Reichspolitik (nach einem Vor- Geschichtsverein), die in die
Gedichte.
— Georg Trakl: Gesang des Abgeschiedenen. Gedichte. Im Insel-Verlag zu Leipzig. (Insel-Bücherei Nr. 436.) — 240. — Das schmale Bändchen, 55 Seiten umfassend, bewahrt die Erinnerung an einen früh dahingegangenen, begabten Dichter: den aus Salzburg stammenden, im Herbst 1914 als „Meüikamentenakzeisist" im Krakauer Militärlazarett verstorbenen Georg Trakl. Er ist nur 27 Jahre alt geworden. Sein literarischer Nachlaß war gering. Gleichwohl blieb er nicht ohne Einfluß auf die damals Jungen. Die Gedichte, Die hier vereinigt sind, scheinen uns eine Wende zu bezeichnen und den lyrischen Stil einer Uebergongszeit zu repräsentieren. Die Mehrzahl der Verse klingt ganz impressionistisch. Trakl reiht empfindsam und mit einer durch viele Beispiele zu belegenden Freude an Farbwerten Bild an Bild. Fast in allen Stücken gibt die Landschaft die motivische Anregung. Die Tonart ist ausgesprochen Moll-, eine für die österreichischen Dichter jener Vor- kriegszeit typische Schwermut, manchmal bis zur Melancholie verdüstert, bezeichnet die seelische Hal- hing, aus der diese Gedichte hervorgingen.^ Ueber einigen von ihnen (,Zn ein altes Stammbuch" z. B.) steht sehr sichtbar der erlauchte Name, der für die jäh und schmerzlich abbrechende Entwicklung Trakls entscheidend war: Hölderlin. Trotz diesen spürbaren Bindungen an eine große Vergangenheit kündet sich schon hier und da jene Auflockerung sowohl der seelischen Struktur als auch der äußeren Form an, die für den bald nach Trakls Tode groß werdenden neuen Kunststil so ungemein charakteristisch ist. Wer die lyrische Entwicklung bis in die jüngste Gegenwart hinein überschaut, für den wird ein Gedicht wie die „Romanze der Nacht" geradezu eine Ent- deckung bedeuten: von diesem vor 1914 entstandenen Nachtstück scheint uns eine ganz ungebrochene Linie zu zwei jüngeren Landsleuten von Georg Trakl zu führen, zu Richard Dillinger und Johan-
Geschichte das Rückgrat der Gesamtdarstellung bildet, so sind doch jeweils auch die kulturhistorischen, kunstgeschichtlichen und volkskundlichen Zusammenhänge gebührend berücksichtigt. Eine knappe Ge- schichtstafel und ein ausführliches Verzeichnis der verarbeiteten Literatur helfen dem Buch, seine im Vorwort umschriebene Aufgabe in Schule und Haus nutzbringend und anregend zu erfüllen.
— Mitteilungen des O b e r h e s s i s ch e n Geschichtsoereins. Neue Folge. 31. Band. Verlag von Alfred Töpelmann, Gießen 1933. — Der vorliegende 31. Band der Mitteilungen ist der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen und dem Verband der Hessischen Gesch chts- und Altertumsvereine zu ihren Tagungen am 24. und 25. Juni 1933 gewidmet. Er enthält als Leitartikel eine ausgezeichnete Arbeit des Gießener Althisto-
— Hessische Heimatgeschichte. Von Heinrich Blum, Mittelschullehrer in Kassel. Zweite, durchgearbeitete und vermehrte Auflage unter Mitwirkung von Bruno Jacob. Volkswirt RDV. 160 Seiten. Kart. 3,60, Leinen 4,80 Mk. Im Bärenreiter-Verlag zu Kassel, 1933. — (289) — Das Buch, gewidmet der Jugend des Hessenlandes, „ist aus der Praris des Unterrichts an der Volks- und Mittelschule heroorgegangen und in erster Linie für die Schüler der genannten Schularten bestimmt. Der Verfasser hofft aber, daß es auch an den höheren Schulen Verwendung finden kann, zumal die bei den einzelnen Abschnitten angegebene Literatur auf eine weitere Vertiefung des Stoffes hinweist. Daneben bietet sich das Buch auch als Lektüre in unseren hessischen Familien an und will die Grundlage bilden für eine weitergehende Beschäftigung mit der interessanten Geschichte unserer Heimat". Die zweite Auflage bringt nicht unwesentliche Ergänzungen und Umarbeitungen. Der über eine riesige Zeitspanne im geschichtlichen Raum sich erstreckende Stoff verfolgt die Entwicklung in unserem engeren Heimatgebiet von der älteren Steinzeit bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Geschichte unseres Landes ist übersichtlich in ihre wichtigen Abschnitte gegliedert, die durch gute und instruktive Bildbeigaben belebte Darstellung ist knapp und klar. Die 15 Kapitel behandeln: die vorgeschichtlichen Grundlagen die für unser Gebiet besonders wichtige Römerzeit; das Eindringen des Christentums; die Kaiserzeit von Karl dem Großen bis Barbarossa; die Zeit der heiligen Elisabeth das Landgrafentum; hessische Klöster, Burgen und Städte; die Reformation im hessischen Raum; Hessen zur Zeit des Absolutismus Hessen unter französischer Fremdherrschift die Zeit der Verfassungskämpfe; Stadt und Land um die Mitte des vorigen Jahrhunderts; die Einverleibung Kurhessens in Preußen die Epoche der Reichsgründung: und den Weltkrieg und die Nachkriegszeit bis zur Errichtung einer neuen Volksgemeinschaft nach der nationalen Erhebung. Wenn auch naturgemäß die politische Entwicklung im Rahmen der allgemeinen deutschen
trage im Oberhessiscken
älteste Geschichte unseres Volkes zurückgreift. Ferner den ersten Teil der groß angelegten, auf sehr gründlichen Vorarbeiten beruhenden „Studien zur Territorialgeschichte der südlichen Wetterau" von
phÜoiophte.
— Othmar Spann, Professor an der Universität Wien, Philosophenspiegel, Die Hauptlehren der Philosophie begrifflich und lehrgeschichtlich dargestellt. Wissenschaft und Bildung Nr. 286/7, Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig, 1933. 318 Seiten. Geb. 3,60 Mark. — (215.) — Dieses neue preiswerte Buch des bekannten Sozialwissenschaftlers bedeutet eine Art „Einführung" und besitzt aufgabegemäß eine stark anregende Kraft. Spann bezieht alle philosophischen Systeme auf eine Grundeinteilung in idealistische und empiristische Lehrgebäude. Das ist eine Typisierung unter vielen möglichen. Jede Typisierung birgt die Gefahr der Vergewaltigung tn sich. Außerdem taucht die Gefahr der Minderbewertung solcher Systeme auf, die nicht der einem selbst sympathischen Grundein- nober die nicht rein einem Typus entspre- ieser letzteren Gefahr ist Spann gründlich erlegen. So steckt er in die „Fehl- und Mischsysteme des Idealismus" Descartes, Spinoza, Berkeley, Schopenhauer und andere, ohne die Bedeutung dieser Männer recht zu ermessen. Speziell das Urteil über Descartes, den man vielfach überschätzt haben mag, dessen geistige und philosophische Kapa- zität aber doch über jeden Zweifel erhaben ist, ist grotesk: „In der Geschichte gibt es auch Verfall, Rückläufigkeit, Unholdentum. Und dahin gehört Descartes." Trotzdem (vielleicht auch wegen solcher origineller Urteile): das Buch ist lesenswert und aufs Beste geeignet, der Philosophie neue Jünger zu werben. Der Stll ist, wie immer bei Spann, klar und eindringlich. E.
— Paul d e Lagarde: Schriften für Deutschland. (Kröners Taschenausgabe Band 110.) Leinen 2,70 Mk. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. — 236. — Lagardes Schriften sind ein Vermächtnis von lebendigster Gegenwarts-Geltung für das neu« Deutschland. Erst heute liegt ihr großer national« und sozialpädagogischer Sinn klar am Tage. Erst heute, im Ringen um den neuen Staat und den völkisch gebundenen neuen Menschen, haben wir das Ohr für den Radikalismus der Idee und den Realismus der Tat dieses mächtigen Mahners. —
Band anzeigten) zu Rilkes Gesamtwert: die beiden Briefe sind wiederum, obwohl ganz anders geartet und aus anderen Voraussetzungen entstanden, eine „Weise von Liebe und Tod"; sie zu kennen ist deshalb wichtig, weil Rilkes Verhältnis zu Gott und sein Gottesbegriff dem Bilde feiner Persönlichkeit wie seines Werkes sehr wesentliche Züge gaben, und weil sie, worauf der Herausgeber Carl Sieber hinweist, eine grundsätzliche Wandlung in Rilkes Anschauungen seit dem Stunden-Buch zum Ausdruck bringen. —y—
— Rudolf G. Binding: Die Spiegelgespräche. 105 Seiten. Geb. 2,50 Mk. Rütten und Loening Verlag, Frankfurt a. M., 1933. — (248.) — Dies sind die überraschendsten und zugleich reizvollsten Gespräche, die jemals über eine so ernsthafte und geheimnisvolle Erscheinung, wie es das Spiegelbild des Menschen ist, geführt wurden. Vielleicht sind es auch die spannendsten Gespräche. Als ein wahrer Fund — nicht als vergänglicher Einfall — beginnen sie vom Leser Besitz zu ergreifen. Indem sie sich „vor dem Spiegel einer Frau abspielen, die damals noch jung war — jung und anmutig", wiederholen sie sich für jeden, der einmal von ihnen getroffen wird, so daß es wahr wird, was der Dichter von ihnen sagt: daß sie sich
— Rainer Maria Rilke: Briese aus Öen Jahren 1907 bis 1914. Herausgegeben von Ruth Sieber-Rilke und Carl Sieber. 392 Seiten. Jrn Insel-Verlag zu Leipzig, 1933. — (208.) — Zu der wundervollen sechsbändigen Gesamtausgabe des Rilkescben Werkes bildet die (auch äußerlich dazu vassende) Reihe der Brief-Bände, von denen wir Die drei vorhergehenden früher bereits an dieser Stelle angexeigt haben, die überaus aufschlußreiche und das Gesamtbild entscheidend abrundende Ergänzung vom Menschlichen und ganz Persönlichen her. Wer den Dichter völlig kennen und begreifen will, muß diese Briefe lesen — neben und hinter dem unvergänglichen Werk. Der vorliegende Band umfaßt die letzten sieben Jahre vor dem Kriege und gibt ein vielfältig sich spiegelndes Bild des Menschen und des Künstlers Rilke im geistigen Austausch mit einem großen und erlesenen Kreise vertrauter und befreundeter Mehschen; wir nennen aus diesem Kreise etwa Lau Andreas- Salomch Georg Brandes, Carossa, Dauthendey, Deh» mel, Hellingrath, Heymel, Hofmannsthal, Clara Rilke, Freifrau von Nordeck zur Rabenau (mehrfache Beziehungen spielen nach Hessen), Helene von Nostitz, Rodin, Gräfin zu Solms-Laubach, Freiin Schenck zu Schweinsberg, Fürstin Thurn und Taxis, Regina UUmann. Das entscheidende innere Erlebnis Rilkes in dieser Zeit sammelt sich um den „Malte Laurids Bringe"; erst wer diese Briefe gelesen hat, wird die Aufzeichnungen in ihrer vollen Bedeutung für Rilkes Entwicklung begreifen. Darüber hinaus formt sich das innere Bild des Dichters aus taufend Beziehungen, Beobachtungen, Bemerkungen und Erlebnissen; wie aufschlußreich, um nur einiges herauszugreifen, sein Verhältnis zu Goethe, zu Kleist, zu Greco. Die innere Unruhe und Gespanntheit dieser Jahre findet ihren Ausdruck in dem auf der Zeittafel zu verfolgenden, nie ab- reißenden Unterwegsfein von Ort zu Ort, von Land zu Land. Und erschütternd, in allem Reichtum und aller Vielfalt ausstrahlender und Antwort gebender Beziehungen menschlich-freundschaftlicher Art, die immer wieder spürbare tiefste Einsamkeit des dichterischen Menschen mit sich selber und feinem, der letzten Reife und Vollendung sich zuneigenden Werk. —y—
— Rainer Maria Rilke: Ueder Gott. Zwei Briese. 51 Seiten. Im Insel-Verlag zu Leip- zig, 1933. — (209.) — Diese beiden Briefe, von
Franz Paul Mi ttermaier; die Arbeit geht auf eine Anregung von Prof Theodor Mayer, Gießen, zurück. Eine sehr interessante Untersuchung ist die auch Gießen und Butzbach berührende Abhandlung des verstorbenen Ehrenmitgliedes des Geschichtsvereins, Dr. Fr. Noa ck, über Landgraf Philipps Glaubenswechsel und Eheschließung 1693; ein angezogener Briefwechsel der Beteiligten macht die Darstellung ungemein lebendig. Den Schluß des Bandes bildet ein Bericht über die im Winter 1932 und 1933 im Oberhessischen Geschichtsoerein gehaltenen Vorträge: von Pfarrer Schulte über den Hüttenberg; von Professor Rolofs über Hessen im Jahre 1866; von Prof. Th. Mayer über die Wetterau in der älteren deutschen Geschichte und von Professor Ebel über die Anfänge der Stadt Gießen es ist seinerzeit in unseren Spalten darüber referiert worden.
Zeitgeschichte.
— Wilhelm Scheuermann: Woher kommt das Hakenkreuz? Kartoniert 1,80 Mark. 77 Seiten. RowohU, Berlin 1933 — (128.) — Eine interessante und gerade jetzt außerordent- lich aktuelle Untersuchung, die sicherlich schnell einen ausgedehnten Leserkreis gefunden haben wird. Der Verfasser weist eingangs darauf hin, daß es sich bei den Auseinandersetzungen über das Hakenkreuz erwiesen habe, daß von Tausenden kaum einer Bescheid wisse über seine Geschichte und Herkunft; .„aber auch, wer in den vorhandenen Büchern darnach forscht, kann aus keinem erfahren, wie es eigentlich entstanden ist". Die vorliegende verdienstliche Untersuchung hat sich zum Ziel gesetzt, die Frage zu klären, und untersucht das Problem unter kritischer Benutzung der einschlägigen Literatur und unter Hinweis auf die wichtigsten Theorien in dieser Angelegenheit. In einer Anzahl knapper Einzelkapitel wird der Stoff in seine wesentlichen Schichtungen zerlegt und übersichtlich vor dem Leser ausgebreitet. Das Kapitel über den natürlichen Ursprung des Hakenkreuzes konzentriert sich in dem Satz: „Woher also, um es kurz zu sagen, kommt nun wirklich und ursprünglich das Hakenkreuz? Es ist das Zeichen der Licht- und Feuerentzündung, wie es sich dem Urmenschen als eine überirdische Naturoffenbarung dargestellt hat". Von den übrigen Ausführungen scheinen uns die Abschnitte,, Das uralte Stammeswappen der Arier", „Museumsinventur", „Rasse und Sprache" und „Die abendländische Führerrasse" besonders aufschlußreich und lesenswert. Eine Reihe kulturgeschichtlich und kunsthistorisch wichtiger Abbildungen und eine lieber» sichtskarte Aur Verbreitung des Hakenkreuzes über i)ie Erde illustrieren die bemerkenswerte Untersuchung lebendig und anschaulich.
— E. G. Kolbenheyer: „Die volksbio- lvgischen Grundlagen der Freiheits- Bewegung". Kartoniert 40 Pf. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München. 1933. — In dieser Schrift stellt Kolbenheyer die deutsche Freiheits- baroegung in den umfassenden Zusammenhang einer großen europäischen Entwicklung. Kolbenheyer sieht in der Reformation den ersten deutlichen Schritt auf dem Wege der Lösung des biologisch jüngeren europäischen Nordens aus der überkommenen Hegemonie der mittelländischen Rassen.
— Gottfried Benn, Der neue Staat und die Intellektuellen. 168 Seiten Oktav. Seinen 3,75 Mk., broschiert 2,50 Mk. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart und Berlin. — (251.) — Gottfried Benn, seit 1932 Mitglied der Dichterakademie, Sproß einer alten brandenburgischen Theologenfamilie, legt hier ein Bekenntnis jum neuen Staat und seinen Zielen ab und begründet feinen „Schritt in das andere Lager" — das für . ihn teün „anderes" Lag.r war, sondern das ihm feit je gemäße. Hat die „Linke" ihn zu den Ihren gezählt so nur, weil sie die weltanschaulichen Grundlagen seiner literarischen Arbeiten übersah: in Walvcheit wurzelte er immer in dem gleichen Boden, in dem das erneuerte Deutschland in feinen letzten Tiefen wurzelt. Sein Bekenntnis zu ihm wird denjenigen unter den Angehörigen der deutschen Jvhelligenzgeschichten,» die schon seinen Weg gegangen sind, eine Bestätigung sein, denen jedoch, die abseits, stehen, ein Mahnruf zur Besinnung und zur Uebqryrüfung überlebter und überholter Anschauungen.
Das Fe st der Arbeit. Der erste 1. Mai im nationalen Deutschland. Herausgegeben von Prof. Max B u r ch a r tz und Walter W i tz e l. Mit 38 großen Bildern. Erschienen in der Sammlung „Das Bildgut" als Band C 101. 1,30 Mk. Fredebeul 8- Koenen, Verlag, Essen. — (158.) — In zahlreichen großen Aufnahmen, in einem äußerst lebendigen Bericht zieht der denkwürdige erste Feiertag Der nationalen Arbeit an uns vorüber. Die Höhepunkte des Tages — die Feier der Jugend im Lustgarten, die Festzüge in den Städten, die Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld, das Riesenfeuerwerk, die mitternächtliche Ansprache Görings — sind ebenso festgehalten wie alle die Einzelzüge, durch die -rft ein geschlossenes Erinnerungsbild entsteht: die Kinder, die bett Beginn des Tages nicht abwarten können und schon morgens im Bett ihre Fahnen schwenken, dxe festlich geschmückten Häuser und
— Gedichte. Eine Anthologie junger Lyrik. Herausgegeben von Hanns Maria Braun. 192 Seiten. Im Heitz-Verlag, Leipzig, Straßburg, Zürich, 1933. — (264.) — Sinn und Aufgabe dieses ansehnlichen und gut ausgestatteten Bandes umschreibt das Nachwort des Herausgebers bescheiden mit folgenden Sätzen: „Der Inhalt des Buches entstand aus dem gestalteten Erleben: der Jugend, der Landschaft, der Gottheit, der Liebe. Es hat den Zweck, uns Mut zu machen und anderen Freude. Wenn das erfüllt ist, wurde viel getan. Und — tätig sein, müssen wir jungen Menschen Heute mehr denn je. Deshalb dieses Beginnen, dem durch Wollen und Ringen GüUiges folgen möge." Es sind hier oerfammelt mit einer Auslese aus ihren Versen 15 junge Lyriker; die meisten Namen werden auch dem Kenner der jüngsten Dichtung unbekannt sein; doch haben fast alle bereits hier und dort Einiges veröffentlicht Im Gesamteindruck scheint uns das Niveau dieser Sammlung nicht an die schon bekannter gewordenen Anthologien bei Ieß und bei Reclam heranzureichen; keinen unter den Fünfzehn könnte man herausheben über die übrigen — als eine Entdeckung — kraft einer ganz ursprünglichen und eigengeftaltigen Begabung, wie etwa aus früheren Sammlungen: Elisabeth ßanggäffer, Zer- natto ober Hüchel. Vieles erscheint sogar so schwach und unverbindlich, daß es, bei schärferer Auslese, hätte abgelehnt werden müssen. Gerade die Jüngsten müssen die härtesten Anforderungen an sich und ihresgleichen stellen. Im übrigen ist auch hier noch immer der Einfluß Rilkes vielfach spürbar; seltener, dafür aber betonter in der äußeren Erscheinung, die Ausstrahlung Georges. Allzuoft begegnet man freien Rhythmen, das ist, wie wir glauben, das Gefährlichste, "dem ein junger Lyriker verfallen kann; er fei denn Hölderlin. Einige der für unser Empfinden reifsten Leistungen: „Aus eine Totenmaske" von Emil Barth (der übrigens mit einer sehr ungleichen Auswahl vertreten ist); von Heiner E l l e r m a n n ..doch dies ist alles" (Gedichte ohne Interpunktion sind stets bedenklich, besonders wenn man noch jung ist); „Von den leisen Dingen" von Wolfgang Jünemann, „Für Else!" und „Kaspar Hauser singt" von Gerhard Richter; und „Rheinfähre bei Nacht" von Friedrich Andreas ' Schmidt. — Der kleine biographische Anhang gibt einige Bemerkungen über Herkunft und Lebensweg dieser jungen Lyriker, die aus ollen deutschen Landschaften stammen. —y—
ren. Wie viele glauben noch heute, daß das Schicksal jedes Einzelnen in den Sternen geschrieben steht und nur besondere Begabung dazu gehört, die Lebensrätsel aus den Sternen zu deuten. Wer Genaueres über Wissenschaft und Irrlehre der Astrologie wissen will, wird im vorliegenden Bändchen wertvolle Aufschlüsse und Anregungen zu weiteren Forschungen finden.
— Arthur Kiesel: Wir sehen nur Schatten. Gespräche über letzte Fragen der Philosophie. Geheftet 3,— Mark, in Ganzleinen 4,80 Mark. Philipp Reclam jun., Verlag, Leipzig. — 160. — Die Fragen nach Wahrheit und Wrrk- lichkeit, nach dem Wesen unserer Erkenntnis, nach, dem Sinn des Lebens sind am schwierigsten zu beantworten. Das Buch schlägt einen völlig neuartigen Weg ein, um jeden auf eine mühelose, interessante und kurzweilige Art in dieses Gebiet einzu- führen. Verschiedene Menschen treten als handelnde Personen auf, die sich aus verschiedenen Anlässen, die der Alltag an sie heranträgt, in Gespräche verwickeln. Und diese Gespräche leiten von den einfachsten Tatsachen und Ueberle^ungen unvermerkt weiter zur Erörterung der großen philosophischen Probleme. Gleichsam nebenbei erfährt der Leser eine Fülle wissenswerter Dinge aus allen Gebieten der Naturwissenschaft; auch die Relativitätslehre, die Quantentheorie, die „nichteuklidische Geometrie" werden deutlich gemacht. So wird das Werk zu einem modernen Bildungsbuch für jedermann.
Aufmarsch der Stände und Lands- in ihren Trachten, der fliegende Händler, der Rundfunkhörer — kurz, nichts fehlt, was
ewig wiederholen und vielleicht nie enden: in alle Ewigkeit nicht. — Durch mancherlei Entdeckung, durch tiefe Erschütterung, durch vielerlei Entwafs- nung seines Innern, durch tapferes Vordringen zur eigenen Wahrheit wird der Leser durch das Buch zum lächelnden Ende geführt: eine wiedereroberte Liebe ist der Erfolg einer großen Besinnung.
— Von Rudolf G. Bindina find im Verlage Rütten und Loening in Frankfurt a. M. zwei kleine Schriften (zum Preise von je 60 Pf.) erschienen: „DeutscheJugend vordenToten des Krieges" und „Größe der Natur". — (248/249.) — Die erste, .Deutscher Jugend 1924 geschrieben", beschwört den glühenden Mythos, den größten des Krieges: Langemarck, der dem Dichter als Mitkämpfer nahe ist. Sie wird zum Bild deutschen jugendlichen Wesens. — Die zweite Schrift enchüllt Größe der Natur — nicht im Landschaftlichen und Landschaftsgebundenen, sondern als lebendige, erlebte Offenbarung. Ein neuer und tiefer Einblick ins Menschliche wird hier erlebt und hält den Leser mit einbezogen. — Nicht dem äußeren, sondern dem inneren Zustand des Menschen zu- gewendet und gewidmet, sind beide Schriften dem anschaulichen Geschehen, nicht abgewendeter Betrachtung, unterstellt. Sie treffen damit das für die
Erst heute wird eine Ausgabe seiner Schriften möglich, die alles enthält, was an ihm noch lebt und wirken kann: von den „Deutschen Schriften" sowohl wie den übrigen; eine Ausgabe, die man dem jungen Menschen, Dem Studenten und dem Mann des Lebens auf den Tisch legt wie ein völkisches Evangelium.
— Sternglaube, Sternreligion und Sternorakel. Von Professor Dr. W. Gundel. In Sammlung Wissenschaft und Bildung. 159 Seiten. Gebunden 1,80 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (214.) — Sternreligion und Sternorakel lind in der Geschichte des Abendlandes noch immer Dann zu besonderer Bedeutung gekommen, wenn übersteigerter Rationalismus oder äußere Erschütterungen den Glauben des Volkes an die überkommenen Werte und die religiösen Lehren ins Wanken gebracht haben. In der Geschichte des Sternglaubens und Sternorakels steckt infolge des innigen Zusammenhanges zwischen okkulten Neigungen und Kulturverfall ein ungeheuer interessantes Material zur Volks- und Kulturkunde. Der Gießener klassische Philologe, Studienrat Professor Dr. Wilhelm Gundel, hat es oer- standen, die wertvollsten und charakteristischsten Ausprägungen des Sternglaubens zu sammeln und in einer systematischen Ordnung vorzuführen. So kann man sehen, wieviel Weisheit und ewige Wahrheit und wieviel Irrlehre und falsche Ausdeutung mit der Astrologie aller Zeiten verknüpft wa-
den so festlich beroeaten Tag erfüllte. Einige Bilder von den blutigen Maifeiern früherer Jahre lassen in ihrem Gegensatz die erhebende Geschlossenheit der diesjährigen Feier noch stärker in Erscheinung treten. Aeußevst geschickt sind in den Bericht die Ansprachen uni) Reden unserer Führer eingestreut, so daß dieses Bildbuch vom 1. Mai in mehr als einer Hinsicht von dokumentarischem Wert ist.
— „Das Landvolk', von Pros. Dr. Gun- thre 2 p s e n (hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg). (Preis 2,50 Mk. (123) In knappen Zügen umreiht diese Schrift Situation und Probleme des LarDvolkes, schildert die Entwicklung des letzten Jahrhunderts und erörtert Möglichkeiten, Aufgaben und Ziele, die sich aus der Betrachtung der g>?gentoärtigen Lage ergeben. Es ist besonders zu begrüßen, daß Ipsen die Schrift in einem besonders ausführlichen Kapitel „Das Dorf im Osten" gipfeln läßt. Denn gerade in Ostdeutschland zeigen sich am eindeutigsten die Aufgaben einer grohangelegten, gesunden Aatio- nalpolitik.
Das Ahnenschatzkästlein. Herausgegeben von der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Kampfbundes für deutsche Kultur im Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M. Ausgabe Ä, Kleinausgabe, besonders für den Schulunterricht, 0,90 Mark; Ausgabe B, große Volksausgabe, 2,80 Mark. (260.) — Für die Erneuerung unseres Volkes, wie sie der neue Staat* sich zur Aufgabe gemacht hat, ist es von besonderer Wichtigkeit, daß der einzelne Volksgenosse sich seiner Stellung als Glied einer biologischen Kette, als Erbe und Ahne einer Ge- schlechterreihe bewußt werde und es als feine Pflicht erkennt, das Leben ieiner Vorfahren zu erforschen, sie nicht nur nach äußeren Daten, sondern in der Gesamtheit ihres Seihens und Wirkens, ihrer körperlichen und geistigen Eigenschaften kennenzulernen, um daraus ferne eigene Verpflichtung gegenüber den Kommenden und feinem Volk herzuleiten. Eine einfache, für jeben verständliche Anleitung zur Familienforfchun^g gibt dies in Form einer übersichtlichen Kartei angelegte Ahnenschatzkästlein.
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